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257- Ökonom Stefan Kolev im Interview mit Carsten Korfmacher: „Wenn die Jungen gehen, bricht für die Alten alles zusammen“08.10., 13:0008.10.2026, 13:0000:58:32
Cicero - Magazin für politische Kultur Immer mehr Menschen verlassen Deutschland, darunter sehr viele Hochqualifizierte. Im Podcast erklärt der Ökonom Stefan Kolev, warum die Bundesrepublik für junge Menschen unattraktiv geworden ist – und wie sich die Entwicklung umkehren ließe. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im Oktober von Michael Sommer: "Ein deutscher Herbst. Deutsche Parteien im Umbruch" Stefan Kolev: Wohlstand für Junge. Wie wir verhindern, dass unsere Kinder das Land verlassen, Herder 2026 Inhalt Podcast: 03:25 „Dass Menschen in die Schweiz gehen, muss einen nicht erstaunen. Das Land ist, je nachdem, wie man misst, anderthalb- bis doppelt so wohlhabend pro Kopf. Meine Heimat Bulgarien ist etwa halb so wohlhabend. Und dennoch sagt mein Kardiologe in Sofia, ein junger Arzt, der in Deutschland studiert und seinen Facharzt gemacht hat, dass er, sobald er seine erste Gehaltsabrechnung gesehen hat, sich ins Flugzeug gesetzt hat und nach Bulgarien zurück ist. Und das muss uns zu denken geben: Dass Menschen bereit sind, in ein deutlich ärmeres Land zu ziehen, und eben Deutschland, obwohl sie hier studiert haben, nicht attraktiv genug finden, um langfristig ihre Zukunft aufzubauen.“ (Stefan Kolev) 07:09 „Das muss uns zu bedenken geben, dass Menschen, die ihre Region unglaublich lieben, die nicht besonders gut Englisch können, die sich selber auch nicht als besonders mobil bezeichnen würden, dass auch noch solche Menschen inzwischen sehr mit dem Gedanken des Auswanderns eben spielen. Zu ergänzen wäre, aber das können wir vielleicht gleich bei reden, und das ist mir nicht nur um die physische Emigration geht, sondern auch um das, was ich eine innere Emigration nenne. Das heißt, auch wenn der Mensch es vielleicht nicht schafft, aus welchen Gründen auch immer das Land zu verlassen, kann er im Land bleiben, sich dennoch aber aus Staat, Wirtschaft und Gesellschaft zurückziehen ins Private, sein jegliches Engagement einschränken und so weiter und so fort, Parteien jenseits der Mitte wählen. Und das wäre für die Gesellschaft mindestens genauso schwerwiegend wie der Verlust eines, wie der sichtbare Verlust eines Menschen, der physisch weggegangen ist.“ (Stefan Kolev) 12:38 „Wir leben in der Welt, die auf eine befremdliche Art immer mehr den 20ern und 30ern ähnelt. Also wir haben nationale Ordnungen, die wirtschaftlich, mild ausgedrückt, Schwäche zeigen. Wir haben eine internationale Ordnung, die bröckelt. Was wir noch nicht haben, aber das kann jeden Moment kommen, zumal ganz aktuell, ist eine Finanzkrise. Das heißt, die Berliner Republik hat, um eben die Defekte zu korrigieren, über die wir gerade sprechen, verdammt wenig Zeit. Sie hat entweder Zeit, also wenn wir jetzt sagen, das ist die letzte Regierung der Mitte, hat sie Zeit bis 2029.“ (Stefan Kolev) 15:17 „Das neue am Thema Auswandern (…) ist einfach, dass junge Menschen aktiv bereits in den Generationenvertrag aufzukündigen. Das war früher nicht so. Ich glaube, dass dieser Staat ganz lange aus unterschiedlichen Gründen nicht unbedingt Politik für die jungen Leute gemacht hat, die Pflegeversicherung in den 90er Jahren war ganz sicher nicht im Sinne der jungen Menschen. Dennoch haben die jung Menschen bis jetzt das alles ertragen und mit sich machen lassen und vielleicht gegrollt mit diesem Staat. Aber sie waren bisher nicht bereit zu gehen. Und die Umfragen, von denen es mindestens zehn gibt inzwischen, von ganz unterschiedlichen, auch von ideologisch ganz unterschiedliche Organisationen, diese Umfragen sagen, die jungen Menschen sind bereit, den Generationenvertrag aufzukündigen.“ (Stefan Kolev) 17:15 „Was ist der Sinn hinter den mühsamen Reformen, die wir uns momentan als Gesellschaft zumuten? Wenn wir diese Sinnfrage nicht beantworten, sind die Schmerzen sinnlos. Und sinnlose Schmerzen will niemand. Sinnhafte Schmerzen kann man wollen. Die Aufgabe der Politik, aber auch von jedem von uns, ist es in der Tat, darüber nachzudenken, welche Vision uns über diese schmerzhafte Zeit hinweghilft.“ (Stefan Kolev)
- Gunnar Decker im Interview mit Ralf Hanselle: „Franz von Assisi begann als Prophet und endete als Brandstifter“02.10., 12:0002.10.2026, 12:0000:49:02
Cicero – Magazin für politische Kultur Vor genau 800 Jahren, am 3. Oktober 1226, starb der Ordensgründer Franz von Assisi. Sein Biograf Gunnar Decker erklärt, warum der "Gaukler Gottes" kein harmloser Sandalenprediger, sondern ein Prophet mit sozialem Sprengstoff war. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im Oktober von Michael Sommer: "Ein deutscher Herbst. Deutsche Parteien im Umbruch" Gunnar Decker: Franz von Assisi. Frieden, Zuwendung und neue Bescheidenheit. Was uns Franziskus heute zu sagen hat, Penguin 2026 Inhalt Podcast: 36:56 "Er hatte einfache Botschaften aus der Bibel. Also eher geht ein Kamel durch einen Nadelöhr, als dass ein Reicher ins Himmelreich kommt. Also solche Bibelstellen, die kannte er und die benutzte er. Und das war für ihn die Botschaft. Mehr hat ihn an der ganzen Theologie, die für ihn eine gefährliche Scholastik, eine Vernebelung der wesentlichen Ideen war, nicht interessiert. Deswegen war er schon fast ein Bilderstürmer." (Gunnar Decker) 45:29 "Dieser Kampf sozusagen, anders zu werden, der ja, der beginnt eigentlich erst im dreizehnten Jahrhundert. Und mit Franz von Assisi hat man da so einen Gewährsmann gefunden, dass man sagt, ich will anders werden. Ich will nicht mehr so sein wie meine Eltern. Ich will das zurücklassen und ich will dieser Botschaft folgen." (Gunnar Decker)
- Islamismus-Experte Ahmad Mansour: „Die Linken sind seit langem nützliche Idioten“01.10., 11:3001.10.2026, 11:3000:45:59
Cicero – Magazin für politische Kultur Ahmad Mansour warnt: Die Hauptstadt droht zu kippen. Im Podcast spricht der Islamismus-Experte über das Antisemitismus-Problem der Linken und seine Angst vor Rot-Rot-Grün. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im Oktober von Michael Sommer: "Ein deutscher Herbst. Deutsche Parteien im Umbruch" Ahmad Mansour: Haltung ohne Hass. Eine Aufforderung | Warum wir den Radikalen nicht das Land überlassen dürfen, Piper 2026 Inhalt Podcast: 03:11 "Wir können uns die Frage stellen, wie konnte es so weit kommen, dass über 25 Prozent der Berliner und Berlinerinnen eine radikale Partei gewählt haben, die mit einfacher Antwort Menschen begeistert und für sich gewinnt. Wir können aber auch die Frage stelle, wie könnte es sein, dass es in Deutschland mittlerweile nur die Ränder stärker geworden sind und alle anderen, nennen wir es alte Parteien. In allen drei Landtagswahlen eigentlich nur Verluste zu melden haben. Es passiert gerade etwas in unserer Gesellschaft. Die politische Landschaft erlebt eine gigantische Verschiebung und ich möchte heute in aller Deutlichkeit sagen, das ist kein Trend, das es kein einmaliger Sache, das ist unsere Zukunft, wenn wir das Problem nicht verstehen. Und wir sind nicht in der Lage, gerade das Problem zu verstehen." (Ahmad Mansour) 09:49 "Wenn wir eine Spitzenkandidatin von der Linke haben, die sagt, automatische Einbürgerung nach fünf Jahren. Jede Abschiebung ist einer zu viel, Integration nein danke, dann sollten wir genau diese Aspekte mal zu Ende denken. Und zu Ende Denken bedeutet, dass wir in den nächsten fünf Jahren massenhafte Einbürgerung haben werden von Menschen, die entweder nicht so weit sind, die vielleicht die Werte dieser Gesellschaft nicht teilen, die antisemitische oder islamistische Einstellungen haben. Und wir müssen nur Richtung Brüssel oder Richtung London anzuschauen, um zu wissen, was das eigentlich mit Berlin machen wird. Es werden Fakten geschaffen, die irreversibel sind. Das heißt, wenn wir jetzt Antisemitismus zu Ende denken, mit der Frage, dürfen oder werden Juden in ein paar Jahren sicher in Berlin leben können unter diese Politik oder dieses Vorhaben, Dann muss die Antwort leider. Lauten? Nein, die Juden werden in Berlin nicht mehr sicher sein." (Ahmad Mansour) 30:33 "Wir betrachten Landtagswahlen und sagen, oh, wir sind überrascht, jetzt die AfD ist so stark geworden oder die Linke ist so starke geworden. Wir erleben gerade eine Revolution, wir erleben eine gigantische Veränderung in der Art und Weise, wie wir uns informieren. Wie wir kommunizieren, wie politische Kommunikation überhaupt funktioniert. Da können wir Richtung USA sehen und wir werden da merken, wie schnell Radikalisierung passiert, wie schnell Fakten wenig interessant sind, wie emotional Debatten geführt werden. Es ist kein Wunder, dass man mittlerweile von postfaktischer Zeitalter redet. Wir bewegen uns in Echokammern, wir sind unter uns. Der Austausch mit Andersdenkender ist kaum vorhanden. Wir haben Medien, die jeden Tag massiv an Vertrauen verlieren, weil sie nicht mehr unterscheiden können zwischen Aktivismus und Journalismus. Wir haben so viele Entwicklungen in den letzten Jahren und ich meine, schauen Sie mal die BESA-Ergebnisse. Reden Sie mit Lehrern. Ich war jetzt stundenlang mit Lehrer unterwegs. Die Probleme, die wir haben, haben nicht nur mit Lesen und mit Rechnen zu tun, sie haben mit demokratischem Verständnis zu tun." (Ahmad Mansour) 43:32 "Als ich im Flugzeug saß auf dem Weg nach Berlin, habe ich überlegt, was möchte ich eigentlich in Deutschland wiederfinden? Wie soll mein Leben in zehn Jahren aussehen? Und die Antwort war mir klar, klar ist klar. Ich möchte Sicherheit, ich möchte Freiheit und ich möchte Wohlstand haben. Und ich arbeite mit so vielen Migranten, dass ich auch bestätigen kann, dass die Mehrheit dieser Menschen, die zu uns kommen, kommen mit dieser 3%-Süchte nach Deutschland. Aber welche Partei kann heute diese hungrigen Menschen, die wirklich Erfolg haben wollen, die wirklich was erreichen wollen, die wirklich es besser haben wollen als ihre Eltern? Welche Antworten, welche Lösungen, welche Möglichkeiten gibt die CDU? Außer die Menschen in bürokratischen dunkeln Ecken zu bringen, dass sie irgendwann aufgeben und merken, naja, da nehme ich Bürgergeld und dann alles gut, dann muss ich mich damit nicht beschäftigen. Und genau das kann die CDU oder die SPD besetzen. Das ist die Geschichte, die sie erzählen sollen." (Ahmad Mansour)
- Ex-Bürgermeister Ole von Beust: „Wenn die eine vernünftige Idee haben, kann man auch zustimmen“25.09., 14:4725.09.2026, 14:4700:42:50
Cicero – Magazin für politische Kultur Ole von Beust erinnert sich im Gespräch mit Alexander Marguier an seine Regierungszeit in einer Koalition mit der rechtspopulistischen Schill-Partei. Und natürlich zieht Hamburgs früherer Erster Bürgermeister daraus Rückschlüsse auf die Sinnhaftigkeit der „Brandmauer“ gegenüber der heutigen AfD. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im Oktober von Michael Sommer: "Ein deutscher Herbst. Deutsche Parteien im Umbruch" Inhalt Podcast: 06:39 "Ich meine, das ist schon skurril, die CDU propagiert eher den Zustand der 80er, 90er Jahre und die AfD einige von denen der 30er Jahre und nicht die Frage, wo wollen wir in zehn Jahren hin. Die SPD ist nebenbei auch nicht anders. Also wenn ich immer sehe, wie die krampfhaft an der Farbe Rot als Farbe des organisierten Arbeitertums und Klassenkampf festhalten, das sehr pittoresk, aber schon auch wieder grotesk auf der anderen Seite. Das passt auch nicht in die Zeit und ich glaube, man muss schon sagen, wo will man hin? Und wenn ich das alles wüsste, wo man hinwollte, wäre ich was, was immer, Gott immer. Aber diese Zustimmung, diese Idee zu entwickeln, wo wir in 10 Jahren hinwollen, muss dann nicht komplett sein, aber in ein paar Dingen. Und wir blicken in der Tat sehr zurück." (Ole von Beust) 09:51 "Eigentlich kann Merz doch nur Folgendes machen, wenn ich schon dieses Imageproblem habe, zu akzeptieren, dass es so ist. Und da muss ich sozusagen das schlechte Image, was ich vielleicht habe, zum Guten wenden. Und sagen, ich stelle mich in die Spitze von massiven Reform-Ideen. Aber dann nicht Reförmchen, sondern meinetwegen zurück zum Bierdeckel, und im Gesundheitssystem sagen, höhere Eigenverantwortung, zahlen nicht mehr die Kassen, die Leute zahlen erst mal selbst, holen es von der Kasse wieder, und damit einen Korrekturmechanismus einzubauen, sondern massiv sagen, was ich will. Und wenn dann die SPD nicht mitmacht, kann ich sagen, ich stehe für das andere, aber notgedrungen bin ich gezwungen, den Kompromiss zu machen, aber nicht gedanklich und verbal die Kompromisse schon zu antizipieren. Das ist ein gewisses Problem." (Ole von Beust) 20:10 "Zusammenarbeit heißt ja, ich muss mit denen eine gemeinsame Strategie besprechen. Inhalte festlegen und das mit Leuten, die zumindest zum Teil wirklich sehr nah an der Nazi-Ideologie sind, finde ich verdammt schwierig, mal so rum ausgedrückt. Was anderes wäre, wenn die bei bestimmten Dingen zustimmen, da würde ich mich nicht mehr schämen, sondern sagen, wenn die meinen Sachen zustimmen dann ist es so. Und wenn die eine vernünftige Idee haben, würde ich sagen, gut, dann kann man auch einer vernünftig Idee zustimmen. Aber keine strategische oder taktische Zusammenarbeit bis hin zur Koalition. Das halte ich für schwierig. Wenn es denen gelingt, einen Cut dazu zu machen bei diesem Rechtsradikalen, wäre es was anderes." (Ole von Beust) 26:49 "Ich sage nur, wenn der Großteil derbevölkerung hier das Gefühl hat, hier ist ein Bruch zwischen denen, die das Sagen haben, im weitesten Sinne, und uns – Das Grundgefühl gibt es immer, das ist mir schon klar. Aber das ist jetzt sehr stark – dann muss ich doch, wenn ich zu denen gehöre, die hier was machen wollen, sagen, wie kann ich mich selber in Haltung, in Sprache, in Art und Inhalt so ändern, dass dieses Misstrauen nicht noch genährt wird." (Ole von Beust)
- Michael Galander im Interview mit Carsten Korfmacher: „Nur durch Leistung kann Politik Vertrauen zurückgewinnen“17.09., 12:0017.09.2026, 12:0000:43:03
Cicero – Magazin für politische Kultur Auf seiner Reise durch Mecklenburg-Vorpommern traf Cicero-Ressortleiter Carsten Korfmacher Michael Galander, den progressiven Bürgermeister von Anklam, einer Stadt, die lange den zweifelhaften Ruf einer Neonazi-Hochburg genoss, um mit ihm über das mangelnde Vertrauen der Bürger in die Politik zu sprechen und wie Galander es geschafft hat, das Ruder in Anklam erfolgreich herumzureißen. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im September von RAF-Experte Butz Peters: RAF 2.0 - Die Stille nach dem Brandanschlag Inhalt Podcast: 02:40 "Die Stimmung war 2002, als ich angefangen habe, am Tiefpunkt. Wir waren, ich sag mal, ein wirtschaftlich abgehängter Teil und dann als Stadt Anklam noch der schwierigste Teil vielleicht sogar mit großem rechtsextremistischen Anteil. Wo sogar die Gegner sagen, ja das ist ja auch ganz einfach, da wo nix los ist, haben wir den größten Nährboden, da gehen wir hin, da werden die Leute dann auf unsere Parolen aufspringen, das war ja auch so. Und es wurde einfach Zeit, das Vertrauen dahingehend wieder zurückzugewinnen, dass man sagt, wir machen Arbeit als Bürgermeister und als Stadtvertretung für die Kommune." (Michael Galander) 13:58 "Und ich glaube, ich gehöre zu denen, die immer das Thema offen angesprochen haben, gesagt haben, nein, hört auf damit. Wir haben hier ein Problem mit Rechtsextremismus. Es ist natürlich nicht schön, wenn Anklam oder Pasewalk oder auch Ückermünde dann in einem Wortlaut immer mit dem braunen Sumpf verbunden sind. Aber es ist falsch zu sagen, Vorpommern hat kein Problem mit Rechtsextremismus." (Michael Galander) 16:51 "Ja, das ist meine feste Überzeugung in der Frage, wie kann Politik Vertrauen zurückgewinnen? Einfach durch Leistung, durch wirkliches Umsetzen, durch Maßnahmen, durch Leistungen und nicht durch Gerede." (Michael Galander) 38:20 "Ich würde sagen, die Berufspolitiker im Bund und Land könnten sich mit Sicherheit, ich bin ja in dem Sinne auch Berufspollitiker, vielleicht ein bisschen übertrieben, aber ich mache ja den Bürgermeister-Job hier auch im Hauptberuf und viele engagieren sich ehrenamtliche. Ich glaube schon, dass die große Politik sich in der handelnden Position, ob Bundeskanzler, ob Minister, Staatssekretäre, sich eine ganze Menge von den Leuten abgucken können, die in den Städten und Gemeinden sozusagen die Verantwortung übernommen haben. Weil wir sind, und das sagen wir immer wieder nach oben, wir sind diejenigen, die all das, was da hinten passiert, unten eigentlich am Ende noch unseren Menschen erklären müssen. Warum haben wir kein Geld mehr für den Schwimmbad? Warum müssen wir Einrichtungen schließen oder werden zumindest gezwungen, darüber nachzudenken?" (Michael Galander)
- Andreas Rödder und Bernd Baumann im Streitgespräch: „Friedrich Merz hat als Stratege vollkommen versagt“14.09., 14:5314.09.2026, 14:5300:45:07
Cicero – Magazin für politische Kultur Der AfD-Spitzenpolitiker Bernd Baumann streitet mit Andreas Rödder, dem früheren Vorsitzenden der CDU-Grundwertekommission, über den Sinn der Brandmauer, über fremdenfeindliche Töne, Kulturkämpfe – und über die Frage, ob die Christdemokraten noch zu retten sind. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im September von RAF-Experte Butz Peters: RAF 2.0 - Die Stille nach dem Brandanschlag
- Die Brandmauer in MV könnte fallen, wenn ... – Daniel Peters im Interview mit Carsten Korfmacher10.09., 11:0010.09.2026, 11:0000:44:44
Cicero – Magazin für politische Kultur Im Cicero Podcast Politik spricht Daniel Peters, der CDU-Spitzenkandidat in Mecklenburg-Vorpommern, mit Cicero-Ressortleiter Carsten Korfmacher über den Zustand der CDU in MV und im Bund, warum er kein Fan des Brandmauer-Begriffs ist und unter welchen Umständen er sich eine Zusammenarbeit mit der AfD durchaus vorstellen könnte. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im September von RAF-Experte Butz Peters: RAF 2.0 - Die Stille nach dem Brandanschlag Inhalt Podcast: 11:20 "ich glaube, in den letzten Jahrzehnten ist es insgesamt versäumt worden, notwendige Strukturreformen anzupacken. Und das ist ein Thema, das uns sozusagen jetzt einholt. Und aufgrund dieser Vertrauenskrise wenden sich die Menschen halt im Moment nicht so stark, wie wir es wünschen würden, zur CDU. Aber ja, Sie haben Recht, wir haben eine Polarisierung. Es gibt die eine Seite, die sagt, wir müssen irgendwie SPD wählen, Schwesig wählen, um die AfD zu verändern und dann gibt es die andere Seite, die sagt, wir wollen einen dringenden Politikwechsel und das geht nur mit der AfD. Beides ist im Übrigen falsch. Wer einen wirklichen Politikwechsel will, der kommt an der CDU, nach meinem Dafürhalten, nicht nur weil ich es sagen muss, sondern weil ich das auch objektiv so sehe, nicht vorbei." (Daniel Peters) 12:06 "Die AfD versucht sozusagen jedes polemische, populistische Thema abzufassen, hat glaube ich nicht wirklich in ihrem Markenkern eine Grundcarta an Überzeugungen, sondern, das erlebe ich bei vielen Politikern der AfD, da werden einfach nach Stimmungen heraus und nach Problemlagen heraus wird sozusagen die Programmatik definiert. Und auf der anderen Seite muss man natürlich schon sagen, also wer glaubt mit Frau Schwesig nur die AfD zu verhindern, der wacht nachher mit einem noch linkeren Bündnis auf. Und das ist glaube ich auch das, was die Allermeisten im Land nicht wollen." (Daniel Peters) 15:20 "Wir werden keine Koalition mit den linken eingehen und wir werden auch bestimmt keine linke Regierung tolerieren." (Daniel Peters) 17:45 "Nichtsdestotrotz bin ich ehrlich total unzufrieden mit der SPD auf der Bundesebene, die bis heute nicht begriffen hat. Dass wir dringend Reformen in Deutschland brauchen, die immer wieder, auch durch viele Ministerpräsidenten, oder viele sind es ja nicht, aber ich nenne jetzt mal unsere eigene hier Frau Schwesig, die ja am allerstärksten auf diese Reformbremse tritt und im Hintergrund versucht immer wieder auch bundespolitische Reformansätze zu torpedieren, das ist nicht richtig." (Daniel Peters) 22:54 "Die Brandmauer, ich finde allein der Begriff ja schon ziemlich daneben und wir hätten früher vielleicht auch klar machen müssen, was uns inhaltlich, programmatisch von der AfD trennt und vielleicht wäre dann diese unsägliche Brandmauerdiskussion gar nicht zustande gekommen, denn es ist auch völlig richtig, dass wir mit einer AfD nicht zusammenarbeiten können, die den sofortigen Austritt aus der Europäischen Union propagiert, die aus der NATO raus will, die mit dem Putin-Russland paktieren will und viele, viele Fragen oder viele, viel Positionen, die wir mit unseren absolut nicht vereinbar sind und dass wir das viel stärker an einer inhaltlichen Trennlinie klargemacht hätten und so entsteht oftmals der Eindruck, wir wollen einfach nicht mit denen, weil wir uns irgendwie von ihrem Erfolg oder was auch immer irgendwie, dass wir die einfach für gefährlich und extrem halten, das ist in Teilen so, aber das macht auf viele Menschen den Eindruck, wir würden auch die Wählerinnen und Wähler so definieren. Das tun wir nicht." (Daniel Peters) 26:04 "Wenn sie sich inhaltlich so stark auf die CDU einlassen würde, könnte man natürlich darüber reden. Aber es fehlt dann noch ein ganz wesentlicher Fakt. Sie muss sich eben auch von ihren Radikalinskis, um es mal so salopp zu formulieren, trennen. Dazu gehört ein Höcke, dazu gehören eben aber auch andere. Also ich kann nicht mit Menschen zusammenarbeiten, die offensichtlich noch vor wenigen Monaten mit Parteien oder in Parteien aktiv waren, wie der NPD, die also ganz offensichtlich auch noch dem Nationalsozialismus gehuldigt haben oder die rechtsextrem sind oder teilweise auch sich in ziemlich skurrilen Netzwerken aufhalten. All das wird ja geduldet und ich kann nicht erkennen, dass die AfD auch nur ansatzweise bereit ist, dieses Thema zu lösen, das andere Thema sich inhaltlich auf uns zuzubewegen, aber auch nicht. Wenn diese beiden Dinge. gelöst werden würden seitens der AfD, würde ich meine Meinung zur AfD auch gänzlich ändern. Das ist so. Aber im Moment ist das nicht Realität." (Daniel Peters) 30:05 "Die Bürgerinnen und Bürger haben den Anspruch, zu Recht den Anspruch an Politik, die Probleme des Landes zu lösen. Wenn wir hier ein wirtschaftliches Wachstum von sechs, sieben Prozent hätten, wenn wir die Bürokratie, diese überbordende Bürokratie überwunden hätten und wenn wir viele andere Probleme einfach nicht hätten, glaube ich nicht, dass die AfD sonderlich stark wäre. Sondern dann hätten wir natürlich ganz andere Zuspruchszahlen und dann würden sich das auch in Umfrage und dann auch in Wahlergebnissen ausdrücken. Deswegen da ist der Schlüssel zu suchen und nicht in leidvollen Brandmauer-Diskussionen." (Daniel Peters) 40:51 "Ich glaube, wir müssen uns darauf besinnen, was uns immer ausgezeichnet hat, dass wir auch Reformpartei sind, dass die Notwendigkeiten auch klar sagen, dass wenn wir diesen Wohlstand beibehalten wollen, den wir in Deutschland in den letzten Jahrzehnten erarbeitet haben und wenn wir den vielleicht sogar steigern wollen, dann braucht es natürlich eine Zunahme von Leistung. Das heißt nicht, dass wir die Leute für faul erklären, sondern dass wir Leistungsanreize schaffen. Dass wir wieder eine Politik machen, die diejenigen stärker belohnt, die auch bereit sind, richtig Vollgas zu geben und zu Leistungen zurückzukommen." (Daniel Peters)
- Katja Hoyer im Interview mit Clemens Traub: „West-Parteien haben die Ostlandschaft nicht verstanden"03.09., 12:0003.09.2026, 12:0000:57:30
Cicero – Magazin für politische Kultur Die in Brandenburg geborene Historikerin Katja Hoyer spricht im Cicero Podcast Politik mi Clemens Traub über die neue Ostidentität, den Erfolg der AfD und die Unfähigkeit vieler Westdeutscher, den Osten der Republik zu verstehen. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im September von RAF-Experte Butz Peters: RAF 2.0 - Die Stille nach dem Brandanschlag Katja Hoyer: Diesseits der Mauer, Eine neue Geschichte der DDR 1949-1990, Hoffmann & Campe 2023 15:35 "Und ich glaube, daher rührt jetzt dieser, ich sag mal so über die letzten Jahre, dieser Regionalstolz, den man jetzt wieder sieht, dass die Leute so Ost-Ost-Ostdeutschland rufen, an ihren Simson- und Trabantfahrzeugen schrauben und so eine Art positives Ostbewusstsein entwickeln. Das kommt, glaube ich, aus dieser Erfahrung heraus, dass man eben ständig mit diesem Jammern und mit diesem Rumgegrummle eben auch irgendwie nicht zufrieden war und sich das jetzt, glaube ich, nochmal verschoben hat in ein umgekehrtes Ostbewusstsein, was auch auf jüngere Generationen dann zutrifft, die gar nicht mehr diese Erfahrungen gemacht haben." (Katja Hoyer) 17:42 "Jedes Mal, wenn man den Fernseher angemacht hat oder in der Zeitung was über Ostdeutschland gelesen hat, war es entweder es ging um Nazis oder man hat da eine Omi in der Kittelschürze in Brandenburg am Zaun gefilmt, die irgendwas über Ausländer gemeckert hat oder wie auch immer. Also es gab immer nur diese Negativbilder oder die Zonen-Gabi mit der Banane in der Hand oder die Fokuhila-Frisuren oder die Jeansjacken oder was auch immer. Und das dann sozusagen zu nehmen und was Positives, Frisches, Junges irgendwie auszumachen, glaube ich, ist die Dynamik, die wir da gerade sehen, die sich als junge Leute dann, die eben dort geblieben sind in der Region, und das sind ja nicht mehr so viele, das kommt dann, glaube ich, auch noch mit dazu, dass es eine sehr enge, kleinteilige Bewegung dann mittlerweile ist, die sich auf dieser Dynamik eben die Scham oder die Wut in was Positives umzuverwandeln stützt." (Katja Hoyer) 24:44 "Die Tatsache, dass die Leute aus spezifische Erfahrungen und Gefühlen haben, ist natürlich etwas, was gerade in der AfD eine Riesenrolle spielt, weil man das immer wieder sowohl positiv als auch negativ sozusagen nutzen kann und anspielen kann, weil es eben die anderen Parteien auch nicht machen. Die haben zu lange meiner Meinung nach irgendwie diese Ostlandschaft nicht verstanden und auch nicht so wirklich sich darum gekümmert, was da an Parteistrukturen hätte entstehen können." (Katja Hoyer) 31:33 "Das ist auch ein ganz starkes Phänomen, wo man so auf Berlin schaut und denkt, was machen die da schon wieder, wenn man irgendwo mitten in Sachsen-Anhalt in einer kleinen Stadt ist und das mit der eigenen Lebensrealität offensichtlich null zu tun hat. Und man auch so Dinge wie, wenn dann die Grünen im Sachsen-Anhaltiner Landtag irgendwie sagen, es gibt 42 Geschlechter oder so, das kommt in so einer Kleinstadt. Sachsen-Anhalt als völlig abstrus und lebensfern an. Das sind so Dinge, wenn man das auf den gesamten gesellschaftlichen Rahmen bezieht, das ist im Osten stärker ausgeprägt als im Westen, einfach weil es kulturell auch so ein bisschen verankert ist." (Katja Hoyer) 44:33 "Wenn dann irgendwie Politiker sich damit beschäftigen, was Also wie die Sprache sein soll oder was man mit Selbstbestimmung von Geschlechtern macht oder so. Das mögen ja alles wichtige gesellschaftliche Fragen sein, aber das ist nichts, was den Menschen da im Alltag irgendwie jetzt Tag in und Tag aus beschäftigt. Der will wissen, ob er weiter seinen Job hat und ob er seine Kinder an die Schule schicken kann, ob es dort genug Lehrer gibt, wie es mit der Bildung aussieht und so tagtägliche Dinge. Und da haben die Leute oftmals das Gefühl, dass das fällt halt unter den Tisch, weil das für die Leute, die da die Entscheidungen treffen, weniger eine Rolle spielt als bestimmte identitätspolitische Probleme." (Katja Hoyer) 46:55 "Ich glaube, das hängt ein Stück weit mit der westdeutschen Kultur insgesamt zusammen. Dass man eben aus diesem 1949-Moment rausgekommen ist und gedacht hat, so, jetzt haben wir ein System gefunden, politisch, kulturell, wirtschaftlich, was jetzt uns aus dieser dunklen Zeit herausholt und was für immer funktionieren wird. Und jetzt, wo so viele Fragen kommen, die eben das ganze System grundsätzlich in Frage stellen, also zum Beispiel das Wirtschaftssystem, war es dann einfacher, glaube ich, jahrelang zu sagen, ach, gucken wir mal, was die komischen Aussies da machen, als sich zu fragen. Woran liegt das eigentlich? Weil das ja dann auch Probleme sind, die dann irgendwann auch Westdeutschland auch betreffen. Und das ist ja genau das, was wir jetzt sehen." (Katja Hoyer) 47:32 "Also wenn man mal an die 2021er Wahl zurückdenkt, die Bundestagswahl, wo die AfD ja nur knapp über 10 Prozent hatte, da hat man dann so völlig entsetzt auf den Osten geguckt, zum Beispiel auf Sachsen-Anhalt, wo gleichzeitig Wahlen waren, dass die AfD da bei 26 Prozent, glaube ich, damals in den Umfragen lag. Und wenn man das heute sich überlegt, wir sind heute bei 28 oder so Prozent bundesweit für die AfD. Das sind Zahlen, die man damals noch für seltsame Ostzahlen gehalten hat. Also ich habe schon seit Jahren gesagt, wir müssen einfach mal darüber reden, warum das so ist und nicht davon ausgehen, dass die Ossis einfach irgendwie seltsam sind, sondern dass es vielleicht grundsätzliche Probleme gibt, die dort stärker hervortreten, die dann sich politisch schneller widerspiegeln, aber im Endeffekt dieselben Dynamiken widerspiegeln, die die man im Westen auch sieht." (Katja Hoyer)
- Bernd Stegemann im Interview mit Ralf Hanselle: „Die Brandmauerdebatte ist die neueste Spielart des Historikerstreits“ 27.08., 12:0027.08.2026, 12:0000:35:36
Cicero – Magazin für politische Kultur Noch immer spuken die Dämonen des 2. Weltkriegs im kollektiven Unbewussten der Deutschen. Dramaturg und Autor Bernd Stegemann im Cicero Podcast Gesellschaft mit Ralf Hanselle über transgenerative Traumatisierungen und einseitige Erinnerungspolitik. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im September von RAF-Experte Butz Peters: RAF 2.0 - Die Stille nach dem Brandanschlag Bernd Stegemann: Meine deutschen Dämonen.Eine persönliche Kritik der Erinnerungskultur, Matthes & Seitz Berlin 2026 Inhalt Podcast: 07:33 "Es gibt sozusagen eine doppelte Blockade in dem Ganzen. Es gibt eine große, sag ich mal, erinnerungspolitische Blockade, die da heißt, wenn die Deutschen anfangen, über sich als Opfer zu sprechen, dann machen sie sich nochmal schuldig, weil sie damit eigentlich vermeiden, über sich als Täter zu sprechen. Das ist die große diskurspolitische Blockade. Und es gibt aber auch eine ganze individual psychologische Blockade, die dann heißt, es gab einfach kein Bewusstsein, es gab keine professionelle, aber auch gar keine empathische Hilfe für das ganze viele Elend, was die Deutschen selber erlebt haben." (Bernd Stegemann) 09:53 "Wenn wir uns immer nur über den Nationalsozialismus definieren und immer nur darüber, dass wir quasi alle einen latenten Faschismus in uns tragen und alle aufpassen müssen, dass das Dritte Reich nicht wieder ersteht, dann reduzieren wir unsere eigenen Möglichkeiten so dermaßen und instrumentalisieren sie auch im politischen Diskurs, sodass ein Erwachsenwerden der Nation damit verhindert wird." (Bernd Stegemann) 16:50 "Wer kennt in Deutschland diesen Wald der Erinnerungen Potsdam? Niemand kennt das. Ich habe das rum gefragt. Das ist völlig unbekannt. Das ist eine Gedenkstätte quasi in Potsdam für die toten Bundeswehrsoldaten. Das kennt keiner. Da geht auch keiner hin. Da gibt es keine Gedenkfreiern. Da ist kein Bundespräsident. Da ist gar nichts. Genauso, als die letzten Afghanistan-Soldaten zurückgekehrt sind, landeten die auf irgendeinem Flugplatz und das war's. Es war keine Meldung in der Tagesschau. Da wurde nicht darüber berichtet. Es wurde sozusagen totgeschwiegen. Also sprich, es gibt einen sehr, sehr unempathischen und damit würde ich sagen unerwachsenen Umgang der Deutschen mit sich selbst. Und das führt im Umkehrschluss zu diesen zynisch-hysterischen Übertreibungen von rechts, aber genauso auch von links." (Bernd Stegemann) 32:09 "Wir können nicht nur uns selber als Täter begreifen, wir können nicht die ganze Zeit vor uns selber Angst haben, im Sinne von wie ein trockener Alkoholiker quasi die ganze Zeit Angst davor haben, sobald wir nur einen winzigen Schluck aus irgendeiner rechten Pulle nehmen, sind wir sofort wieder alle Nationalsozialisten. Das ist ja quasi die Angst, die mit in der Brandmoor-Debatte die ganze Zeit geschürt wird. Sondern wir müssen es irgendwie schaffen, sowohl auf das eigene Leid, als auch auf das Wachstum zu schauen, dass wir nicht nur in diesen schwarz-weiß-Kategorien über uns selber nachdenken, sowohl als Nation wie als auch als Individuum, sondern dass wir es irgendwie schaffen, genau diese ganzen Grautöne, Zwischentöne und Kompliziertheiten des Lebens sehr viel ernster und wichtiger zu nehmen, damit wir rauskommen aus diesen Übertreibungsspielen." (Bernd Stegemann)
- Necla Kelek im Interview mit Clemens Traub – „Wir säkularen Deutsch-Türken wurden im Stich gelassen“ 20.08., 15:4520.08.2026, 15:4500:46:23
Cicero – Magazin für politische Kultur Necla Kelek erzählt in ihrem neuen Buch „Glückskind“ von ihrem Aufwachsen als Kind türkischer Gastarbeiter. Im Cicero Podcast spricht sie mit Clemens Traub über den damaligen Einfluss konservativer Familien aus Anatolien und ihre Wut darüber, dass säkulare Deutsch-Türken bereits damals im Stich gelassen wurden. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im August von Ferdinand Knauss: Der schiefe Staat Necla Kelek: Glückskind. Aufwachsen zwischen Istanbul und Bückeburg, Herder 2026 Inhalt Podcast: 7:25 "Und das war dann dieser Traum. Wir arbeiten dann woanders nochmal und kaufen uns einen Eigenschaftswohnung am Bosporus und kommen zurück. Das war der Traum und mit diesen Gedanken sind wir in Bückeburg angekommen. Und ich muss wirklich sehr, sehr immer wieder so unterstreichen, wie wichtig das war. Bestimmte Vorstellungen zu haben, so ist Europa, so sind wir, und beeinflusst auch durch diese vielen Märchen, die ich auch im Radio gehört habe, also der gestiefelte Kater, Heidi, (…) wir kommen also in dieser Kleinstadt an und dachten, das ist ja hier Märchenland!" (Necla Kelek) 17:35 "Und da habe ich gemerkt, ah, wenn man sich politisch engagiert und die Rechte gut einsetzt, die man so hat. Dann tut das ja nicht nur mir gut, sondern auch der Gesellschaft,(…) das war eine sehr, sehr wichtige Erkenntnis für mich, dass man sich also in diesem Land für die eigenen Interessen sich einsetzen kann, besonders als die Schwächsten, ganz unten, Arbeiter, Mädchen, Frau, Auszubildende" (Necla Kelek) 23:43 "Ich bin ein Kind diesen Spruchs von Willy Brand, 'mehr Demokratie wagen' hieß ja auch Chancengleichheit, für einfache Verhältnisse nach oben zu kommen. Also ich konnte dann tatsächlich über den zweiten Bildungsweg studieren. Und mein Gedanke war, ich will auch Gewerkschaftssekretärin werden und weiter diese Unterstützung anderen anbieten" (Necla Kelek) 29:06 "Das werfe ich tatsächlich dieser Gesellschaft vor, dass sie einseitig für sich diesen Anspruch genommen haben, 'ach, das ist doch, je bunter, desto schöner für uns.' Aber was das für diese neue Generation, die Kinder und Jugendlichen, aber auch für die Frauen, bedeutet, dazu zu bleiben, wie sie gekommen sind, damit ich hier bunt in Kreuzberg was Buntes erleben darf, das ist eine für mich verlorene Chance und Zeit für sehr, sehr viele Migranten, Mädchen, Kinder, die weiterhin in dieser Tradition stecken geblieben sind. (…) All diese alten Traditionen sind ja konserviert wurden. Und die Schule, gut immer ist die Schule schuld, ich weiß, aber die Schule hat kein Plattform angeboten. Die Politik hat kein Platz für die Reflektion, um diese Tradition zu überwinden geboten. Und je mehr sich die Gruppen sich unter sich aufhielten und zurückzogen, die Tradition unter sich, die Binnenmigranten unter sich die Säkularen unter sich findet ja auch nicht so viel Mischung statt, desto haben sie große Schwierigkeiten, finde ich. Das zu reflektieren, was das Leben oder die Familie mit mir macht." (Necla Kelek) 33:45 "Solange diese Religion nicht sich von sich selbst reformiert und wirklich überprüft, wie kann man muslimisch sein, aber trotzdem in der moderne leben und diese tief mittelalterlich aus dem 11. Jahrhundert stammende Tradition aufrechterhält, wird es keine Integration geben, kann nicht. Das war immer unsere Message als Säkulare. Und wir sind nicht gehört worden oder doch schon gehört worden, aber die anderen sind getragen worden." (Necla Kelek)
- Kunstexpertin Sasa Hanten: „Kunst ist wie Fußball: Jeder weiß, wie es geht“13.08., 15:5413.08.2026, 15:5400:48:52
Cicero – Magazin für politische Kultur Was eigentlich ist gute Kunst? Und warum ist sie oft so teuer? Autorin und Kunstexpertin Sasa Hanten im Cicero Podcast mit Ralf Hanselle über Geld, Schönheit und schlechte Kanzlerinnenporträts. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im August von Ferdinand Knauss: Der schiefe Staat Sasa Hanten: Talent zum Glück, Penguin 2026 Inhalt Podcast: 21:59 "Wenn ein unbekannter Künstler oder eine junge Position etwas macht, was abstoßend ist, wird das ganz anders verhandelt. Und das hat auch was mit unserer Wertwahrnehmung zu tun, denn wenn etwas so teuer war, also das Umgekehrte von was nichts kostet ist auch nichts, ist man guckt es an und denkt, ist durch seinen Wert, durch Zuschläge in den großen Auktionshäusern, durch die Ausstellung in großen Museen, ist das so geadelt, dass wir das jetzt verstehen und aushalten, dass da Sachen drauf sind, die abstoßend, verstörend, gewalttätig oder irre sind." (Sasa Hanten) 32:07 "Kunst ist, der BGH sagt das auch so schön, Moden unterworfen. Und Moden werden auch davon gebildet, dass ein Künstler in Ungnade fällt. Wirtschaftsunternehmen, die Kollaborationen machen mit Künstlern, also Adidas zum Beispiel kann da ein Lied von singen, was passiert, wenn jemand, mit dem man was zusammen macht, aufgrund seines Privatlebens oder seiner politischen Äußerungen unvertretbar wird. Das sind so die brutalen Fälle, an die man sich erinnert. Woran man sich nicht erinnert, und das ist menschlich, aber in Bezug auf die Wertbildung echt ungeschickt, dass man sich die Welt ohne sich selbst nicht vorstellen kann." (Sasa Hanten) 45:58 "Wenn das leicht zu beschreiben und leicht zu fassen wäre, dann wäre die Kunst nicht so wirkmächtig, dann wäre es nicht so gut. Die Geschichte mit dem Genialischen, was Menschen schaffen können und was uns emotional anrührt, das ist ein Phänomen, ohne das unser Leben so arm wäre, dass ich das Gefühl habe, ich habe gar keine Lust, das zu leben. Und da bin ich sicherlich ein ästhetischer Extremist. Aber ich glaube, dass es für alle Menschen eine Rolle spielt. Am Ende sucht doch jeder nach Schönheit, nach einem Gedankenfänger, nach einem Gefühlsfänger, nach mehr, als man braucht." (Sasa Hanten)
- Bürgermeister Luca Piwodda: „Die Zeit der Großparteien ist rum, das sind Dinosaurier“06.08., 12:5906.08.2026, 12:5900:40:42
Cicero – Magazin für politische Kultur Der Brandenburger Luca Piwodda ist einer der jüngsten Bürgermeister Deutschlands. Im Cicero Podcast erklärt er, warum er die Brandmauer für realitätsfremd empfindet und weshalb er lieber eine eigene Partei gegründet hat, als in die CDU oder SPD einzutreten. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie Alexander Marguier: Cicero im Juli: Effizienzkur für die Demokratie Inhalt Podcast: 03:18 "Meines Erachtens sind die Großparteien Dinosaurier, die noch nicht verstanden haben, dass ihre Zeit rum ist. Wir können an ganz verschiedenen Punkten sehen, dass Parteien immer noch mit den Ideen des 20. Jahrhunderts arbeiten und nicht fit fürs 21. Jahrhundert sind. Ich kann das mal mit einem konkreten Beispiel beschreiben, wie wir es probieren, anders zu machen bei uns in der Partei des Fortschritts. Wir haben 1.100 Mitglieder, sind ja vergleichsweise klein im Vergleich zur SPD und Co., haben 70 kommunale Mandatsträger, sitzen im Europaparlament, also bauen wir uns weiter auf und haben immer die Idee gehabt, wir müssen so basisdemokratisch wie irgendwie möglich organisiert sein." (Luca Piwodda) 06:20 "Meines Erachtens müssen wir viel mehr dahin kommen, dass wir auch wirklich an das Grundgesetz rangehen und nicht nur Parteien zu Wahlen zulassen, sondern genauso Netzwerke, Bündnisse, Projektinitiativen zulassen, weil die Zeit viel dynamischer geworden ist. Verschiedene Netzwerken schließen sich zusammen, haben ganz konkrete Ideen, wie sie vielleicht im Land Brandenburg, auf der Bundesebene Ideen umsetzen wollen und haben dadurch eine viel stärkere Kraft, auch eine viel stärkere Legitimation plus sie müssen sich nicht mit dem Ballast rumschleppen, das erlebe ich ja ganz häufig, dass Kandidierende sagen oder auch Wähler sagen, eigentlich ist der Kandidat gut, aber die SPD der letzten 40, 50 Jahre oder was auch immer hat so viel Schlechtes gemacht, den kann ich nicht wählen, da wird so viel historischer Ballast immer mit herumgeschleppt. Deshalb müssen wir uns öffnen für neue Formen und nicht nur Parteien müssen in die Parlamente, sondern auch eben Bündnisse." (Luca Piwodda) 13:06 "Es ist viel grundsätzlicher geworden, überhaupt Menschen noch zu begeistern für Demokratie oder für Parteien. Deswegen müssen wir uns wirklich die Frage stellen, wie kriegt man ganz viele Menschen zurückgeholt, dass sie wieder einen Glauben an die Demokratie haben. Wir müssen da wirklich radikaler werden in unseren Ansätzen." (Luca Piwodda) 15:14 "Ich denke eher, das ist eine Illusion, zu glauben, dass es dieses klassische Links-Rechts-Schema noch gibt. Also meines Erachtens, wenn wir jetzt mal alle sozialpolitischen Fragen durchgehen, man merkt ja, wie häufig AfD-Positionen erstaunlich nah an Linkspositionen dran sind. Oder auch bei ganz verschiedenen anderen Dingen würde ich selbst für mich kaum sagen können, ob ich ein links- oder rechtseingestellter Mensch bin. Ich würde sagen, sozialpolitisch bin ich eher links, gesellschaftspolitisch bin ich eher konservativ. Also es fällt unfassbar schwer, auf einem Begriff, nämlich rechts oder links, zuzuspitzen, wie eine Person, eine Partei, eine Strömung sich verhält." (Luca Piwodda) 20:32 "Im Kern bedeutet es, dass der Garzer Weg ein neuer Ansatz für Bürgerbeteiligung ist, für ein neues politisches Modell sozusagen darstellt. So hoffe ich es zumindest, und kopierbar ist auf ganz viele andere Städte und Gemeinden in Deutschland. Im Kern geht es darum, dass einfach mutige Menschen vor Ort eine Vision entwickeln, wie soll sich die Stadt zukünftig entwickeln und langfristig denken und vor allem auch sich wirklich trauen, mutig neu zu denken. Und das Verbindende statt das Spalten in den Vordergrund zu stellen." (Luca Piwodda) 27:50 "Die Brandmauer bringt auch auf Landes- und Bundes-Ebene nichts, da ist die kommunale Ebene eher Vorreiter meines Erachtens. Wenn wir über die Brandmauer und auch die Richtigkeit der Brandmauer diskutieren, heißt es ja nicht im Gegenzug, dass die AfD jetzt überall in die Regierung soll. Das ist ja meistens der nahe liegende Schritt von vielen, der aber auch genauso falsch ist. Meines Erachten, wir haben es jetzt 10 Jahre mit der Brandmauer probiert, seitdem die AfD da ist. Das Resultat ist, die AfD ist immer stärker geworden, alle anderen Parteien werden immer schwächer, gerade im Osten Deutschlands. Also kann ja irgendwas nicht funktionieren und man ist wahnsinnig, wenn man denkt, man probiert immer wieder dasselbe und will ein anderes Ergebnis. Das hat schon Albert Einstein sinngemäß so gesagt." (Luca Piwodda) 29:41 "Die AfD ist auch so stark, weil die anderen so schwach sind, gerade weil sie kaum Präsenz im ländlichen Raum haben. Das gehört auch zur Wahrheit dazu. Deshalb ist die Brandmauer nur ein kleines Beispiel von, was insgesamt im AfD-Umgang nicht klappt. Wir müssen da wirklich grundsätzlich neu denken." (Luca Piwodda) 31:13 "Als Bürgermeister steht mir es auch nicht zu, über das Wahlverhalten der Leute zu urteilen, gerade auf Landes- und Bundesebene. Ich bin dafür gewählt, um irgendwie konkret was voranzubringen. Ich erkenne die Realitäten an und probiere auch in der Stadtverordnetenversammlung auch die AfD zu Wort kommen zu lassen. Wenn sie gute Ideen haben, dann werden sie eben diskutiert. Meines Erachtens hat das bisher sehr gut geklappt im Umgang. Es trägt auch nicht zur Normalisierung der AfD bei, was mir dann auch manchmal vorgeworfen wird, dass man da einfach so drüber geht, sondern das führt eher dazu, dass wir gut miteinander auskommen, wirklich vorankommen in der Stadtpolitik." (Luca Piwodda)
- Manuel Ostermann: „Die Bundesrepublik Deutschland ist krank“31.07., 15:2731.07.2026, 15:2700:56:35
Cicero – Magazin für politische Kultur Der Anschlag auf den CSD in Berlin sorgte für Fassungslosigkeit und wirft erneut Fragen nach der Sicherheit in Deutschland auf. In der neuen Ausgabe des Cicero Podcasts spricht Manuel Ostermann, CDU-Mitglied und Vorsitzender der DPolG Bundespolizeigewerkschaft über die unterschätzte Gefahr des Islamismus und das Unvermögen von Politik und Gesellschaft, dieses und andere Probleme öffentlich zu benennen und zu diskutieren. Inhalt Podcast: 04:34 „Das Sinnvollste ist erst einmal die Ehrlichkeit. Wir haben sehr viele Gefährder in Deutschland – und ganz sicher auch welche, von denen wir noch gar nichts wissen. Wir sollten gegenüber der Bevölkerung aufrichtig sein: Wir werden diese Gefahren nie lückenlos aufklären und nie vollständig verhindern. Es wird auch künftig Anschläge, Gewalttaten und Straftaten geben, die uns fassungslos zurücklassen. Aber genau deshalb müssen wir alle Instrumente nutzen, die uns zur Verfügung stehen – von technischen Maßnahmen bis hin zu rechtlichen Möglichkeiten –, um die Bevölkerung bestmöglich zu schützen.“ 18:04 „Die Bundesrepublik Deutschland ist krank, ist richtig krank – und zwar in dem Wichtigsten, was sie hat: in der Gesellschaft. Wir verlieren Stück für Stück immer mehr Freiheit in einer Geschwindigkeit und Radikalität, die atemberaubend ist. Und jetzt kommt die große Stunde der Extremisten, ob von rechts, von links oder in Gottes Namen. Die nutzen diese Frequenz im digitalen und im analogen Raum. Und wenn wir uns mal die letzten 15 Jahre angucken, wie schnell das gegangen ist. Gucken wir nach Frankreich, gucken wir nach England, gucken wir nach Schweden. Das sind ja alles keine Fata Morganas, die da passieren. Das ist Realität. Das werden wir in Deutschland haben. Und zwar nicht erst in fünf, sechs, sieben, acht Jahren. Also entweder machen wir jetzt was, oder das zarte und gut zu behütende Pflänzchen namens Demokratie wird ganz schön Schiffbruch erleiden.“ 30:14 „Wie will man politisch was umsetzen, wenn man nicht mal in der Lage ist, es auszusprechen? Und das ist auch nicht: Ja, es ist ein schrecklicher islamistischer Terroranschlag – Klammer auf: Einzelfall, Klammer zu. Und auf keinen Fall sind alle Muslime Terroristen. Was für ein geschwurbelter rhetorischer Bullshit. Muss man einfach mal so sagen.Die lachen sich tot, die lachen sich einfach tot über uns. (…) Warum nicht den Fokus auch auf Islamismus und Linksextremismus legen? Warum können wir es nicht benennen? Wie viele Menschen müssen noch sterben? Wie viele Frauen müssen noch unterdrückt werden? Wie viele Homosexuelle trauen sich nicht raus? Wie viele Juden sagen: Ich muss mich bis zur Unkenntlichkeit verstecken, ich kann meinen Glauben nicht mehr vernünftig ausleben, ich kann mich nicht mehr vernünftig zeigen, weil ich ansonsten schwer verletzt irgendwo in der Ecke liege? Wie viele Hassprediger wollen wir noch dulden? Wie viele Pierre Vogels dieser Welt müssen wir noch auf Social Media ertragen? Wie viele Beleidigungen? Wie viele E-Mails darf ich noch bekommen von Menschen, die einen klar identifizierbaren Namen haben und schreiben: ‚Wir jagen dich‘?“ 38:38 „Sie wurde sogar hofiert, sie wurde installiert und sie wurde hofiert, sie wird querfinanziert. Nein, sie ist installiert, sie ist hofiert und sie ist querfinanziert. Wenn ich sage ‚war‘, würde das ja suggerieren, es wäre nicht mehr so – ist ja Quatsch. Seit wann ist es normal geworden oder begrüßenswert, dass Abgeordnete mit dem Antifa-Pin an ihrer Jacke im Parlament eine Rede halten? Mit Antifa-Flagge vor dem Deutschen Bundestag stehen und irgendwas mit ‚Alerta, Alerta Antifascista‘ und hast du nicht gesehen brüllen? Oder irgendein völlig durchgedrehter Neuköllner Abgeordneter menschenverachtende, polizeifeindliche Lieder versucht, irgendwie in irgendeinem TikTok-Trend mitzusingen. Das ist sowas von ekelerregend, diese Antifa-Pins. Also, ich muss, glaube ich, nicht erwähnen – doch, ich muss es sogar erwähnen, damit es deutlich wird: Diese Antifa ist nur deshalb nicht vom Verfassungsschutz verboten, weil es keine Organisationsstruktur gibt. Diese Antifa ist jedes Jahr aufs Neue in den Landes- und im Bundesverfassungsschutzberichten prominent, ein großer Teil dieser Berichte. Und die verkaufen das unter dieser Moralflagge von: Antifaschismus ist demokratische Pflicht. Ja, sicher ist es das. Jeder Demokrat ist Antifaschist. Völlig normal. Demokratische Pflicht ist es aber nicht, linksextremistisch zu sein. Das ist schon ein Unterschied. Und das ist linksextremistisch – und widerwärtig noch obendrein.“ 50:50 „….und gucken wir mal im September nach Berlin. Wir reden viel über Sachsen-Anhalt. Hier kann bald Rot-Rot-Grün regieren. Das tut mir leid, würde ich sagen, dann würde ich wirklich sagen: Aber auch hier steht es mir nicht zu – Souveränwille. Trotzdem, von außen will ich sagen: Mein herzliches Beileid, liebe Bundeshauptstadt.“
- Christian Baron: „Ganze Regionen Westdeutschlands werden zum AfD-Rust Belt“23.07., 12:0023.07.2026, 12:0000:47:38
Cicero – Magazin für politische Kultur Im Podcast spricht der Schriftsteller Christian Baron über seinen Herzensverein 1.FC Kaiserslautern und die Armut in seiner Heimatstadt. Der Spiegel-Bestsellerautor ist sich sicher: Die sich in der Krise befindenden Industrieregionen in Westdeutschland werden das neue Epizentrum des AfD-Wahlerfolgs. Hören Sie auch den Podcast mit Christian Baron zu seinem Bestseller "Ein Mann seiner Klasse": https://www.cicero.de/kultur/christian-baron-cicero-literatur-podcast-interview Inhalt Podcast: 07:16 "Mir hat der FCK das bedeutet, was er ganz vielen Leuten in dieser Region damals bedeutet hat und bis heute bedeutet. Also dieses Wissen darum, wir sind eigentlich der Underdog. Also wir spielen, damals war es die erste Liga, wir spielen gegen Bayern, München, HSV, Werder Bremen, die alle so viel reicher und eigentlich auch mächtiger sind als wir, aber wir schaffen es immer wieder, denen ein Bein zu stellen. Wir schaffen es immer wieder mal, besser zu sein als die. Und zwar deshalb, weil wir als Gemeinschaft füreinander da sind und an uns glauben. Das ist das, was der FCK damals ausgestrahlt hat und was auch die Leute wie mein Vater auf jeden Fall, zumindest dann, wenn der FCK gewonnen hat, mal die Nase deutlich höher hat tragen lassen, dass man sagt, hier, das ist auch mein Erfolg und wenn ich sehe, dass die das hinkriegen, auf sportlichem Wege, dann kann ich das in meinem Leben doch auch hinkriegen." (Christian Baron) 08:16 "Ich bin heute davon überzeugt, dass mein sogenannter sozialer Aufstieg gar nicht anders denkbar gewesen wäre, gar nicht möglich gewesen wäre, wenn ich nicht auch diese Hoffnung mir hätte erhalten können, warum soll es denn nicht besser werden? Wir sehen es doch am FCK, dass wir Kleinen auch was schaffen können. Dieses Wissen oder dieser Glaube, der ist ja zunehmend verloren gegangen. Da reden wir sicher später noch drüber, dass das aus meiner Sicht ein ganz wichtiger Punkt ist, warum die AfD so stark geworden ist, aber in den 90ern hat das auch noch funktioniert bis zu einem gewissen Teil." (Christian Baron) 18:59 "Also das ist ein ganz großer Fehler, der nur dazu führt, dass es in ein paar Jahren vielleicht eine absolute Mehrheit der AfD in Kaiserslautern und in anderen ähnlichen Städten geben wird. Weil das ist mir auch wichtig zu sagen: mir geht es da nicht, ich kenne halt Kaiserslautern, weil ich da herkomme und aufgewachsen bin, aber das steht ja durchaus stellvertretend für ganz viele andere Regionen. Also dass jetzt in Gelsenkirchen und Kaiserslautern die AfD diese einfache Mehrheit hat und sogar Direktmandate gewonnen hat, das ist ja erst der Anfang. Es gibt in Westdeutschland, im Ruhrgebiet und anderswo Regionen, in denen sie ganz knapp davor sind, das zu machen." (Christian Baron) 40:16 "Ich finde es sehr wichtig, dass man da auch differenziert. Es gibt andere Gründe, warum die AfD zum Beispiel in Thüringen oder Sachsen-Anhalt so stark ist als in der Pfalz oder im Ruhrgebiet. Diejenigen, die im Ruhrgebiet oder in der Pfalz mittlerweile AfD wählen, sind ganz überwiegend ehemalige SPD-Anhänger. Also das sind jetzt weder Nazis noch Rechtsextreme, in allergrößter Mehrheit sind sie das nicht. Das gibt einerseits Hoffnung, dass man sagt, die sind für demokratische Prozesse sicher nicht verloren, aber man muss sich verdammt anstrengen, um sie da wegzuholen." (Christian Baron) 41:26 "Es ist auch ganz wichtig immer wieder dazu zu sagen, auch wieder linksliberale Schickeria, die gerne so tut, als gäbe es hier die Migranten und Postmigranten auf der einen und die Bio-Deutschen oder die weißen Deutschen auf der anderen Seite. Nein. Duisburg-Marxloh ist auch ganz schön blau und da gibt es fast nur Menschen mit einem Migrationshintergrund. Die wählen dann eben auch die AfD, weil sie die Schnauze vollhaben und sagen, ihr guckt auch nur auf uns herab. Also, dass man da immer einen ganz differenzierten Blick behält und nicht irgendwie in moralisch einwandfreie Kategorien oder Reinheitsfantasien verfällt, das ist wichtig, um überhaupt zu verstehen, was hier in diesem Land abgeht." (Christian Baron)
- Fabio De Masi im Interview mit Robert Hofmann: „Cum-Ex ist organisierte Kriminalität“16.07., 13:3816.07.2026, 13:3801:16:47
Cicero – Magazin für politische Kultur Fabio De Masi hat sich parteiübergreifend Anerkennung erworben durch Aufklärungsarbeit im Cum-Ex und Wirecard-Skandal. Im Cicero-Podcast erklärt er, wie ihn seine Zeit in Südafrika geprägt hat, wie es zu solchen Skandalen kommen konnte und welche Rolle Olaf Scholz dabei spielte. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie Alexander Marguier: Cicero im Juli: Effizienzkur für die Demokratie Fabio De Masi: Geld, Macht, Verbrechen - Von Finanzskandalen, Wirtschaftskriminellen und Geheimagenten, Rowohlt 2026 22:24 "Ich glaube, dass die Politik so lange weggeschaut hat bei Cum-Ex, weil es ein Weg war, wie sich Banken rekapitalisiert haben nach der Finanzkrise, ohne dass man es dem Steuerzahler erklären muss wie bei einem Rettungspaket." (Fabio De masi) 44:38 "Wirecard-Skandal: Also ich glaube heute, und das beschreibe ich in meinem Buch, nicht, dass das ein Zufall war. Es gibt sicherlich immer wieder Behördenversagen und Probleme in der Aufsicht. Aber hier gibt es eine solche Verkettung von Wegsehen, von aktiver Förderung durch Politik. So viele Kontakte mit ehemaligen Geheimdienstkoordinatoren mit kriminellen Dunkelfeld Und es gibt eben eine wirklich sehr dichte Indizienkette." (Fabio De Masi) 52:54 "Was machen denn österreichische Verfassungsschützer auf deutscher Hoheitsgebiet Fluchthilfe für Herrn Jan Marsalek zu leisten? Er ist ja nämlich, als die deutsche Staatsanwaltschaft schon wusste, dass die vielen Milliarden auf den Treuhandkonten nicht existieren, in seinem Verantwortungsbereich gemütlich heraus spaziert aus Deutschland." (Fabio De Masi) 57:57 "Also zu sagen, man hätte gar nicht gewusst, wer das ist, obwohl er das Wort Geheimdienst quasi auf der Stirn stehen hatte, obwohl es so viele Beziehungen gab, wie gesagt, immerhin deutsche Geheimdienstkoordinatoren und ähnliches, halte ich einfach wirklich für die Unwahrheit" (Fabio De Masi) 59:23 "Ich glaube, dass Wirecard eigentlich auch wie so ein Schlüsselloch ist, wo wir in die geopolitische Schlacht, die um die Finanzströme im Internet tobt, hineinblicken. Wir haben jetzt das ganze Thema der Russland-Sanktionen, wie werden die umgangen, welche Rolle spielt Bitcoin, um das Bankensystem zu umgehen. Und ich glaube, in diesem Milieu tobte da auch der Wirecard-Skandal und wieder einmal wird ein bestimmter Ausschnitt, also zum Beispiel Marsalek, der in Russland ist, stark öffentlich betont. Das ist sicherlich auch nicht falsch. Aber das andere, was die Leiche vor der eigenen Haustür über, die steigt man sozusagen bequem hinweg." (Fabio De Masi)
- Kolumnist Harald Martenstein: „Für Linke steht die Machtergreifung stets bevor“09.07., 12:0009.07.2026, 12:0000:54:43
Cicero – Magazin für politische Kultur Harald Martenstein ist einer der bekanntesten Kolumnisten des Landes. Im Cicero Podcast spricht er über seine viral gegangene Rede beim Prozess gegen Deutschland, die Brandmauer und die schlechte Stimmung in der Bevölkerung. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie Alexander Marguier: Cicero im Juli: Effizienzkur für die Demokratie
- Autorin Nell Zink zu 250 Jahren USA: „Jeder Amerikaner ist ein Stück weit libertärer Anarchist“02.07., 14:4102.07.2026, 14:4100:42:19
Cicero – Magazin für politische Kultur Der 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung liefert genug Stoff, um über das Versprechen des amerikanischen Traums sowie über die kulturellen Verbindungen zwischen den USA und Europa nachzudenken. Die in Brandenburg lebende Autorin Nell Zink kennt beide Welten. Ein Gespräch über deutsche Kulturblasen, amerikanische Könige und die vielen verbindenden Unterschiede zwischen hüben und drüben. 24:05 "Damit eine Handlung funktioniert, braucht man Konservative, weil sie sehr viel eher ausflippen, wenn was schief geht. Also du kannst doch keinen spannenden Roman schreiben über eine locker-flockige Patchwork-Familie, oder dann kommt die Tochter zu Weihnachten nicht nach Hause. Und was macht die Mutter? Sie sagt, "ja dann, dann, viel Spaß. Wir sehen dich vielleicht nächstes Jahr." Man braucht diese wirklich bornierte, engstirnige Menschen, um richtig Schwung in einen Roman einzubringen. Ich denke, es ist genau das Gegenteil." (Nell Zink) 25:11 "Aber Amerika ist ja so frei im Vergleich mit Deutschland. Ich meine, hier könnte einfach der Platz ausgehen und die Leute ziehen, die wollen allein sein, dann müssen sie halt irgendeinen Tal im Schwarzwald finden, wo die Sonne nie scheint. Und in den USA hast du ganze Bundesstaaten, wo praktisch niemand lebt. Also da gibt es Bundesstaate mit so vielen Menschen wie Stuttgart. Also, es ist ein anderes Lebensgefühl, absolut." (Nell Zink) 29:07 "Man muss fleißig sein, so ein bisschen ordentlich, sich um den eigenen Dreck kümmern, die anderen nicht auf die Nerven gehen, und dann ist man schon so was wie hundert Prozent amerikanisch. Für die meisten Amerikaner. Es sind ja diese Rechtsextreme, diese Trump-Anhänger, die dann sagen, nein, nein. Die werden akzeptiert, diese Menschen, aber eigentlich sind die gar keine Amerikaner, schau mal ihre Pässe an. Und für den Durchschnittsamerikaner ist das befremdlich. Weil man einfach denkt, okay, die sind da, ich bin auch da, jetzt machen wir zusammen weiter. Also man ist so locker, tolerant, weil man eben so individualistisch ist." (Nell Zink) 30:30 "Jeder Amerikaner ist ein Stück weit libertärer Anarchist" (Nell Zink) 31:23 "Die Extreme sind natürlich in den Medien heutzutage immer sehr präsent, weil Extreme bekommen die meisten Klicks. Ich denke, die meisten Amerikaner denken einfach, 250 Jahre, toll, jetzt gibt es Hotdogs und Feuerwerk und vielmehr denken sie sich nicht dabei. Aber natürlich gibt es Leute, die sagen, 250 Jahre Genozid und Ausbeutung und Leute, die sagen. 250 Jahre englischsprachige stolze Weiße und natürlich geraten sie aneinander und das kann auch sehr hässlich werden, aber ich gehe davon aus noch, dass das Minderheiten sind." (Nell Zink) 40:47 "Das ist wirklich eine Frage der Bildung, der Schulen und man kann einfach in Deutschland sich glücklich schätzen, dass man so was noch hat wie die Bundeszentrale für politische Bildung, die wirklich den Leuten einbläut, dass es diesen abstrakten Menschen gibt, um den es geht. Es gibt nicht nur dich und mich, sondern es gibt den Bürger an sich und der ist wirklich so Art wie so ein Strichmännchen, mit allen möglichen Qualitäten oder Mängeln, aber er hat diese Bürgerrechte. Darauf kommt man nicht von alleine, dafür hat es 2000 Jahre europäische Kultur gebraucht. Man kann nicht davon ausgehen, dass jedes Kind von sich aus auf die Demokratie kommt. No. Man muss es ihnen beibringen. Und die Schulpflicht hat man in den USA sehr aufgeweicht. Die AfD will es natürlich auch in Deutschland abschaffen. Das finde ich fatal." (Nell Zink)
- Martin Hagen vs. Florian Schroeder: „Der Kulturkampf kam seit Jahren überwiegend von links“25.06., 12:0025.06.2026, 12:0001:13:39
Cicero – Magazin für politische Kultur Die FDP will zurück über die Fünf-Prozent-Hürde. Doch welcher Kurs führt dorthin? Im Cicero Podcast-Politik streiten Kabarettist Florian Schroeder und FDP-Generalsekretär Martin Hagen über Meinungsfreiheit, Kulturkamp und die Zukunft des Liberalismus. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie Alexander Marguier: Cicero im Juli: Effizienzkur für die Demokratie **Inhalt Podcast:" Martin Hagen: 07:38: "Diese inflationäre Benutzung dieses Begriffs nach dem Motto, alles was nicht links ist, ist schon fascho, ist schon Nazi. Ich glaube, das entwertet den Begriff, das banalisiert ihn, das verharmlost ihn auch und das hilft im Kampf gegen echte Faschisten überhaupt nicht weiter, sondern es schadet ihm ganz massiv. Ein Beispiel zum Beispiel Boris Palmer. Boris Palmer hat sich ja auch schon von eigenen Parteifreunden als Nazi, Faschist und Ähnliches bezeichnen lassen. Und wenn Boris Palmer Nazi ist, was ist denn dann bitte Adolf Hitler?" Florian Schroeder: 12:56: "Also ich frage mich, wieso wollen Sie auf Kulturkämpfe anzahlen, also auf einem Feld sich verkämpfen, das sinnlos ist? Wo Sie doch sehen, dass der Erfolg wo ganz anders liegt. Der Erfolg im Moment liegt bei Unions-Ministerpräsidenten, die sich aus diesen Kulturkämpfen komplett aushalten. Daniel Günther, Hendrik Wüst, Leute, die recht unauffällig regieren, in dem Fall zusammen mit den Grünen, aber die regieren ohne sich auf Kulturkampffelder einzulassen. Die halten die AfD klein." Martin Hagen: 14:04 "In den letzten Jahren war es ja meistens so, die Linken zetteln Kulturkämpfe an. Es war in der Regel eine identitätspolitische woke Linke, die zettelt Kulturkämpfen an. Und man lässt sie gewähren, gewähren, gewähren und in dem Moment, wo von der bürgerlichen Seite, rechts der Mitte, irgendwann ein Stoppschild kommt und gesagt wird, Moment mal, das wollen wir aber so gar nicht, ruft die Linke, ha, jetzt führt ihr Kulturkampf." Florian Schroeder: 28:30 "Menschen wollen austeilen, also sie wollen sich empören, aber wenn da eine Empörung zurückkommt, dann wird es ganz schwierig. Aber das ist ein Teil dieser Debatte, dass Menschen gibt, die Widerspruch ungern aushalten, Aber Glauben, die eigene Meinung hat fast schon religiösen Charakter, das ist mal ein Teil." Martin Hagen: 31:17 "Wenn man uns, Entschuldigung, wenn man uns vor ein paarJahren gesagt hätte, wer den Regierungschef der Lüge bezichtigt, der kriegt eine Strafe von 30 Tagessätzen aufgebunden, hätten wir doch gesagt, ja das war wahrscheinlich in Russland. Das war vielleicht in der Türkei bei Erdogan. Oder wenn das Orbán in Ungarn gemacht hätte, hätten wir gesagt, komm, die müssen raus aus der EU, das ist doch mit unseren Werten nicht vereinbar. Das ist in Deutschland und das ist kein Einzelfall." Martin Hagen: 01:01:56 "Es geht ja so weit, ich war fünf Jahre im Bayerischen Landtag, da haben Politiker der Grünen, den AfD-Politikern, wenn sie ihnen im Aufzug begegnet sind, nicht die Hand gegeben. Ich finde, diese symbolhafte Ausgrenzung bringt uns nicht weiter. Ich bin sehr für eine inhaltliche Abgrenzung. Ich bin auch für eine scharfe inhaltlich Auseinandersetzung mit dieser Partei, an der ich wirklich ganz vieles ablehne. Aber so eine Brandbauer, wo auch dann der Mützenich im Bundestag erklärt, man hat das Tor zur Hölle aufgerissen, weil man einem Antrag zugestimmt hat von CDU und CSU, dem die AfD auch zugestimmt hat. Und das hätte man nicht tun dürfen, weil wenn die Falschen zustimmen, dann wird das Anliegen dadurch falsch. Also ich habe dafür kein Verständnis." Florian Schroeder: 01:06:36 "Wir versuchen auch die Verfassungsgerichte gerade zu schützen, davor, dass im Fall einer AfD-Regentschaft Richter ausgetauscht werden, denn das ist der Weg in eine Autokratie. Natürlich ändern wir Gesetze, wenn die Demokratie gefährdet wird. Das ist ein zutiefst liberaler Ansatz. Karl Popper, ein liberaler Denker, der von ihren Leuten zu Recht oft zitiert wird. Von dem stammt der Satz, es gibt keine Toleranz gegenüber den Intoleranten. Das heißt, diese Beschneidung, das wäre ein liberales Akt."
- CDU-Rebell Wolfram Wickert: „Ich würde auch gegen Friedrich Merz antreten“18.06., 15:5118.06.2026, 15:5100:34:04
Cicero – Magazin für politische Kultur Im September stellt sich Kai Wegner seiner Wiederwahl zum Regierenden Bürgermeister von Berlin. Und beim Nominierungsparteitag Anfang Juni sollte er von der CDU ohne Gegenkandidaten gekürt werden. Doch dann fuhr ihm überraschend der 85 Jahre alte Wolfram Wickert in die Parade, Bruder der Tagesthemen-Legende Ulrich Wickert. Warum er diesen Schritt wagte, erzählt Wickert in dieser Ausgabe des Cicero Podcasts Politik. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Titelgeschichte der Juni-Ausgabe von Volker Resing über Papst Leo XIV: "Der stille Machthaber vom Stuhl Petri" Inhalt Podcast: 04:13 "Natürlich war das ein Überraschungsmoment, aber man muss auch sehen, ich habe in den Wochen vorher immer wieder die Leute bei uns im Kreisvorstand und Mitglieder gesprochen und sagten, ja, findet ihr Weg nach, oh nein, um Gottes willen sage ich, wählt ihr ihn denn auf dem Landesparteitag? Nein, nein, nein." (Wolfram Wickert) 05:58 "Wohin führt er die CDU Berlin? Denn Berlin hat ja eine Identität und eine historische Bedeutung. Und wenn man die goldenen Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts sieht, was haben die in solchen wechselnden politischen Situationen, was haben sie für Entscheidungen getroffen? Hier fehlt das alles." (Wolfram Wickert) 20:14 "Ich bin entsetzt über die Brandmauer. Das ist ja eine ganz undemokratische Geschichte, wenn man sieht, dass also bei der letzten Wahle hatten die AfD zehn Millionen Wähler, die kann man doch nicht einfach ausschließen. Also man muss zumindest mit denen reden, ob da was rauskommt oder nicht, also aber grundsätzlich zu sagen, ne, mit euch nicht. Und dann gibt es ja auch die Brandmauer zu den Linken. Das ist ja genauso ein Unsinn." (Wolfram Wickert)
- Henryk M. Broder: „Man kann nicht ein Drittel der Wähler zu Nazis erklären“11.06., 16:0811.06.2026, 16:0800:56:19
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