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Cicero – Magazin für politische Kultur

News · Society & Culture

257 Episoden · neueste 08.10.

Episoden

257
  1. Strafverteidiger Gerhard Strate – „Ich bin fest davon überzeugt, dass sie unschuldig ist"
    04.06., 12:0000:40:31

    Cicero – Magazin für politische Kultur Es war einer der aufsehenerregendsten Kriminalfälle der deutschen Nachkriegsgeschichte: die Ermordung der beiden kleinen Töchtern von Monika Weimar im Jahr 1986. Aber wurde die Mutter nach mehreren spektakulären Strafprozessen zu Recht als Täterin verurteilt? Ihr Anwalt Gerhard Strate erklärt im Cicero Podcast Gesellschaft, warum er von der Unschuld seiner Mandantin überzeugt ist – und deshalb den Fall neu aufrollen will. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Titelgeschichte der Juni-Ausgabe von Volker Resing über Papst Leo XIV: "Der stille Machthaber vom Stuhl Petri"

  2. Ex-Fußballerin Valentina Maceri: „Der Woke-Feminismus hat den gesunden Menschenverstand verloren“
    28.05., 12:0000:42:16

    Cicero – Magazin für politische Kultur Sportjournalistin und Ex-Profifußballerin Valentina Maceri rechnet mit dem modernen Feminismus ab – und erklärt, warum gerade ihre Erfahrungen in Männerdomänen wie dem Profifußball sie dazu gebracht haben. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Titelgeschichte der Mai-Ausgabe von Ulrich Thiele: "Nord-Stream-Anschlag. Auf der Anklagebank: die Ukraine" Valentina Maceri: Fuck Female Empowerment, Deutscher Wirtschaftsbuch Verlag 2026 Inhalt Podcast: 04:52 "Habe ich zunehmend festgestellt, dass sich das in eine ungesunde Richtung entwickelt und vor allem, dass ich das in einer Richtung entwickelt, die nicht förderlich für das eigentliche Ziel, nämlich die Chancengleichheit, ist. Und das hat mich zunehmend gestört und genervt und das war jetzt in meinem speziellen Fall auch schon so, dass viele Männer, mit denen ich zusammenarbeite, mit denen wirklich gut klarkomme, sehr verunsichert waren in meiner Gegenwart, aber nicht wegen mir, sondern aufgrund genau dieser öffentlichen Diskussion. Angetrieben vom woken Feminismus. Also es war dann irgendwann soweit, dass Männer Angst hatten, mir Komplimente zu machen, weil sie panisch wurden in Anbetracht dessen, was so um sie herum passiert, dass Moderatoren gecancelt werden, dass Personen des öffentlichen Lebens gecancelt werden wegen Werken, die sie vielleicht vor zehn Jahren veröffentlicht haben und dass diese Machtposition ja da ist, dass das so passiert." (Valentina Maceri) 11:10 "Ich höre immer mehr von jungen Männern auch, wie unsicher sie sind in ihrem Verhalten gegenüber Frauen, wie eingeschüchtert sie sich fühlen, weil sie gar nicht mehr wissen, was darf ich jetzt und was darf ich eigentlich nicht, was gehört sich und was gehört nicht, weil alles, was sie, also in ihrem Gedanken glaube ich, ist, alles was sie jetzt tun oder sagen, kann dann gegen sie verwendet werden. So ist schon die Auffassung. Im beruflichen Alltag, wie gesagt, sind es so Situationen wie das Marcel Reif beispielsweise, als ich ihn für mein Buch angefragt habe, der liefert daher auch ein Interview mit seiner Frau, hat er zu mir gesagt, heutzutage würde ich mich nicht mehr trauen, mit einer Frau allein in Aufzug zu steigen. So, und das zeigt ja schon, wie kaputt das Vertrauensverhältnis zwischen Mann und Frau geworden ist." (Valentina Maceri) 29:55 "Man muss halt der Realität schon auch ehrlich ins Gesicht schauen und die Realität sieht nun mal so aus, dass der Weg zum Erfolg nicht bequem ist, ist einfach nicht so. Und diese ganzen Ideologien, die dieser Woke-Feminismus halt auf die Tagesordnung ruft, sind sehr bequem. Die sind sehr bequem, manchmal vielleicht auch eine Ausrede fürs eigene Scheitern." (Valentina Maceri)

  3. Psychiater Joachim Bauer im Interview mit Ralf Hanselle: „Digitale Gewalt erklärt Menschen für vogelfrei“
    21.05., 12:0001:04:05

    Cicero – Magazin für politische Kultur Seit dem Fall Collien Fernandes diskutiert die Öffentlichkeit über digitale Gewalt. Gerne wird dabei vergessen, dass die Digitalisierung unser emotionales Erleben ganz grundsätzlich auf den Kopf gestellt hat. Ein Gespräch mit dem Psychiater Joachim Bauer über die Frage, was das Valley fühlen nennt. Joachim Bauer: Menschlichkeit in digitalen Zeiten. Warum wir ohne lebendige Wirklichkeit nicht leben können, Penguin 2026 Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Titelgeschichte der Mai-Ausgabe von Ulrich Thiele: "Nord-Stream-Anschlag. Auf der Anklagebank: die Ukraine" Inhalt Podcast: 04:12 "Der Punkt jetzt ist eben, dass die digitalen Hilfsmittel praktisch jede Beleidigung, die über die Plattformen läuft und jede Demütigung, jede Ausstellung einer anderen Person, durch ein Deepfake Video, was die andere Person dann nackt zeigt etc., dass jede dieser Untaten, die hier im digitalen Raum laufen, eben ein mindestens mittelgroßes bis großes Publikum hat. Das heißt, wir haben öffentliche Hinrichtungen, wir haben praktisch eine Situation, wie sie wahrscheinlich im Mittelalter laufend gegeben hat, nämlich, dass Leute auf dem Marktplatz öffentlich gedemütigt wurden, niedergemacht wurden, öffentlich gesteinigt wurden. Das ist das, was ich eben die Rückkehr hinter die Aufklärung bezeichnen, das, das was die Aufklärungen eigentlich uns gebracht hat, nämlich die Erkenntnis, dass jeder Mensch eine Würde hat, die zu achten ist, unabhängig von seiner Herkunft oder von seinem Stand, dass das praktisch aufgehoben ist und dass Menschen wieder vogelfrei sein können." (Joachim Bauer) 25:26 "Da haben wir fundamentale Irrtümer, wie diese Informationstechniker, diese Mathematiker, diese Entwickler von KI über den Körper denken. So wie sie glauben, wie der Körper angeblich funktioniert, so funktioniert er nicht. Ich bin eben ausgebildeter Biologe und Mediziner. Ich bin auch in der Genforschung viele Jahre aktiv gewesen, erfolgreich. Und das Modell, was die haben, dass unser ganzer Körper nichts ist als eine Software, eine technologische Software, ist ein fundamentaler Irrtum." (Joachim Bauer) 36:43 "Wir werden vielleicht im weiteren Verlauf des Gesprächs über die massiven Folgerungen, die das für die Pädagogik hat, sprechen, dass wir nämlich Kindern ermöglichen müssen mit ihren Körpern und dann Jugendlichen mit ihren Körpern in der analogen Welt unterwegs zu sein, und dass die digitale Übernutzung zu einer Entkörperlichung führt, die ein potenzielles Entwicklungsrisiko für die Kinder und Jugendlichen ist." (Joachim Bauer) 44:08 "So eine technizistische Religion, wo wir jetzt hinterherlaufen müssen, also erinnert mich so ein bisschen, altes Testament, goldenes Kalb, nicht alle müssen das irgendwie toll finden, weil es jetzt eben en vogue ist. Das ist der Punkt. An und für sich sind das doch tolle Spielgeräte, mit denen wir technisch, aber auch im Zwischenmenschlichen was machen können. Also zum Beispiel mit diesen Geräten auch das soziale Leben abzubilden und sich auszutauschen, das ist ja alles fantastisch. Der Punkt ist diese Überwältigung des Ganzen, dieser totalitäre Anspruch, den wir momentan haben seitens der Digitec-Firmen und ihrer Anbieter, ihrer peripheren Anbieter, denen wir uns dann hier im Alltag gegenüber sehen, nicht, dass man das alles jetzt ungeprüft sofort maximal gut finden muss, das ist das, wogegen ich mich wehre." (Joachim Bauer)

  4. taz-Journalist Nicholas Potter – „Wir erleben eine Renaissance autoritärer Ideen in der Linken"
    14.05., 12:0000:38:04

    Cicero – Magazin für politische Kultur Nicholas Potter gehört zu den profilierten Beobachtern der linken Szene in Deutschland. Im Cicero Podcast Politik mit Mia Kilian spricht der taz-Journalist über sein neues Buch „Die neue autoritäre Linke“ – und warnt vor einer zunehmenden Radikalisierung innerhalb progressiver Milieus. Ausgehend von eigenen Erfahrungen mit einer Hasskampagne beschreibt Potter, wie sich Teile der Linken von demokratischen Prinzipien entfernen und autoritäre Denkmuster an Einfluss gewinnen. Nicholas Potter: Die neue autoritäre Linke. Eine akute Bedrohung für die demokratische Gesellschaft, dtv 2026 Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Titelgeschichte der Mai-Ausgabe von Ulrich Thiele: "Nord-Stream-Anschlag. Auf der Anklagebank: die Ukraine" Inhalt Podcast: 4:04 "In den Wochen und Monaten danach sind Aufkleber mit diesen Online-Kacheln aufgetaucht in Berlin, an diversen Orten, an Litfasssäulen, an Mülleimern, an Ticketautomaten, wo ich beleidigt werde und wo weit hin behauptet wird, ich sei ein Genozid-Propagandist und das alles gipfelte darin, dass dann selbstgebastelte Fahndungsplakate in Berlin zu sehen waren, mit der Überschrift "Wanted", also "gesucht mit meinem Foto. Dazu das rote Dreieck der Hamas und der Aufforderung, mich zu eliminieren." (Nicholas Potter) 11:00 „Wenn wir nicht auf eine demokratische Linke zählen können, als Teil eines breiten gesellschaftlichen Bündnisses, das sich zu liberalen Werten bekennt, dann haben wir ein Problem.“ (Nicholas Potter) 21:46 „Israel wurde zum Inbegriff des Kolonialen, des Imperialistischen. Und in dieser Lesart war es nur folgerichtig, dass man Israel als Speerspitze des Imperialismus bekämpft.“ (Nicholas Potter) 25:29 "Aber ich glaube, es gibt genug Konflikte in der Welt. Ich würde mir wünschen, dass die auch mehr Aufmerksamkeit (…) verdienen. Das ist kein Whataboutism, zu sagen, warum reden wir nicht mehr über Sudan, wenn alle ständig über Israel-Palästina sprechen. Aber ein bisschen Nuance würde uns alle guttun und ein bisschen Balance auch." (Nicholas Potter) 35:02 "Also zum Beispiel bei der Linkspartei selbst, ja, das ist schön und gut und viele Bundestagsabgeordnete, die die Missstände bei der Linksjugend gerade kritisieren, aber ich finde, die Partei als Ganzes hat gerade ein massives Problem mit autoritärer Weltbilder und mit Antisemitismus." (Nicholas Potter) 36:27 "Ich finde, die globale Linke hat sich spätestens seit dem 7. Oktober ideologisch und inhaltlich verrannt. Und es liegt jetzt an der Linken, sich selbst zu erneuern oder in die Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Denn die liberale Demokratie ist sehr bedroht gerade von der extremen Rechten, von dem Aufstieg Parteien wie die AfD, aber auch von Putins imperialistischen Ambitionen, auch vom Iran, das ein breites Proxynetzwerk an islamistischen Terrororganisationen mitfinanziert und auch den Terrorismus weltweit exportiert und nicht zuletzt von China." (Nicholas Potter)

  5. Bayer. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU): „Landwirtschaftspolitik ist auch Sicherheitspolitik"
    07.05., 12:0000:39:58

    Cicero – Magazin für politische Kultur Die bayrische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber ist eine Freundin deutlicher Worte. Im Cicero-Podcast mit Volker Resing erklärt die CSU-Politikerin, was sie an der Berliner Politiker stört, was sie über Veganer denkt - und was das Lieblingsgetränk der Bayern ist. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Titelgeschichte der Mai-Ausgabe von Ulrich Thiele: "Nord-Stream-Anschlag. Auf der Anklagebank: die Ukraine" Inhalt Podcast: 06:00 "Es geht nicht darum, was einzig und allein eine SPD will oder einzig und allein eine Union will, sondern es geht darum, was braucht das Land, um jetzt wieder Fahrt aufnehmen zu können? Wirtschaftspolitisch und auch sozialpolitisch. Und all die Reformen, die jetzt anstehen, die muss man diskutieren, die brauchen wir auch. Und ich habe da natürlich ein bisschen Respekt wie alle anderen auch davor. Aber ich denke, diese Reformbereitschaft hört man ja in der Bürgerschaft schon. Die Menschen sagen ja selbst, die Bürger sagen ja selbst zu uns ganz offen, macht doch endlich was. Wir gehen ja sowieso, wir sind bereit, einen Weg mitzugehen. Aber er muss gut erklärbar sein, er muss gut händelbar sein und er muss am Ende des Tages die Ergebnisse liefern, dass tatsächlich, und das ist das, was ich im Einstieg gesagt habe, dass wir alle miteinander ordentlich und gut und gerecht und sozialverträglich wieder gut miteinander umgehen und leben können." (Michaela Kaniber) 11:22 "Der zweite Punkt ist natürlich, dass aktuell die weltpolitische Lage alles andere als ruhig ist. Deswegen finde ich es auch richtig, dass wir die äußere Sicherheit stärken und die Verteidigungspolitik in dem Fall auch absichern. Aber niemand, niemand spricht tatsächlich über die zivile Verteidigung. Und da geht es nämlich auch darum, dass wir die Menschen in unserem Land versorgen müssen. Und nicht nur die Menschen unserem Land. Wenn tatsächlich der Bündnisfall eintreten würde, dann müssen wir ja auch die Streitkräfte versorgen. Ich will da keine Kriegsrhetorik pflegen, ganz im Gegenteil. Aber wir müssen einfach gewappnet sein und wir neigen ja dazu, in Deutschland immer alles wahnsinnig gut zu planen und bis wir mal in die Pötte kommen, ist der Fall vielleicht schon eingetreten." (Michaela Kaniber) 16:16 "Aber im Endeffekt, also wenn ich da ein Fazit ziehen darf, auch nochmal zu mehr Mercosur, es ist eigentlich ganz einfach: Wenn wir weiter den Wohlstand in Deutschland verlieren, dann wird am Ende des Tages auch das Geld fehlen, um Premiumprodukte aus Bayern kaufen zu können oder aus Deutschland. Und deswegen braucht es solche Handelsabkommen und wenn wir jetzt nicht getan hätten, mit Verlaub, wenn dieses größte Handelsabkommen mit 740 Millionen Konsumentinnen und Konsumenten nicht abgeschlossen hätten, dann hätten es andere Staaten dieser Welt gemacht und ich will jetzt nicht unbedingt behaupten, dass es vielleicht dann besser geworden wäre." (Michaela Kaniber) 27:43 "Ich durfte mal mit dem Professor Hirschhausen, durfte ich mich mal auf einem Podium auseinandersetzen und er hat mich dann ein Stück weit provoziert, indem er gesagt hat, jeder Kunde, der ein Steak kauft, sollte eigentlich an der Ladentheke einen 5-Liter-Eimer Gülle mit nach Hause nehmen. Und ich drehe das jetzt einfach mal um. Jeder, der gerne veganes Essen kauft, sollte eigentlich mal fünf Liter Gülle mitbringen, damit wir dieses Essen auch düngen können. Oder was wollen wir eigentlich? Es geht um die Wertschöpfung, aber auch um diese Wirtschaftskreisläufe in der Landwirtschaft, für die wir Verständnis haben müssen." (Michaela Kaniber)

  6. Investigativ-Journalist Ulrich Thiele im Interview – „Nord-Stream-Saboteure sind Kinder der CIA“
    30.04., 12:0000:46:18

    Cicero – Magazin für politische Kultur Ein mutmaßlicher Koordinator des Nord-Stream-Anschlags sitzt in Hamburg in Untersuchungshaft, während neue Recherchen auf ukrainische Netzwerke, CIA-Verbindungen und politische Verstrickungen hindeuten. Im Podcast spricht Ulrich Thiele über Hintermänner, Mediennähe zur Regierung und Kritik an seinem Buch „Die Sprengung“. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Titelgeschichte der Mai-Ausgabe von Ulrich Thiele: "Nord-Stream-Anschlag. Auf der Anklagebank: die Ukraine" Oliver Schröm und Ulrich Thiele: Die Sprengung. Der Nord‑Stream‑Anschlag, die Jagd nach den Tätern und Deutschlands Verrat an der Ukraine. Ein Tatsachenthriller vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs, Piper 2026 Inhalt Podcast: 12:38 "Die Saboteure in der Ukraine, die sind sehr redewillig, die ist stolz auf ihre Tat, das ist für die ein patriotischer Akt, die sind stolz darauf und ich glaube, die freuen sich auch, dass darüber geschrieben wird. Ehrlich gesagt in der Ukraine sieht das auch keiner kritisch, in der Ukraine gelten die als Helden, würde ich sagen. Und auch in den USA haben wir mit sehr sehr ranghohen Quellen gesprochen, also wirklich Leute, die es wissen müssen, auch was die Rolle der CIA betrifft. Das war möglich, weil wir Journalistenkollegen in den USA hatten, die für uns die Tür geöffnet haben. Ohne die hätten wir das nicht geschafft. Also da braucht man Türöffner." (Ulrich Thiele) 27:19 "Da hat das Kanzleramt ein bisschen Nebelkerzen geworfen. Es gab dann irgendwann Berichte, ich glaube es war der Spiegel, der erstmals von dieser CIA-Warnung an Berlin berichtet hat. Und da hat sich das KZ ein bisschen rausgeredet, das ist auch einerseits eine Flucht nach vorne und andererseits eine Nebel-Kerze. Man hat dann gesagt, diese Warnung der CIA war so allgemein, also da kommt da gar nichts drauf zurückführen und deswegen haben wir da auch nichts gemacht. Und man hat bewusst verschwiegen, dass man deutlich detailliertere Informationen hatte, dass Sägeschiff, Saluschnyi involviert, die Ostsee und so weiter. Und da hat man so ein bisschen versucht, die eigene Verantwortung zu vertuschen." (Ulrich Thiele) 32:57 "Die Nord-Stream-Sabotage wurde genutzt, um sie direkt mit der Frage nach Waffenlieferungen, mit der Ukraine-Stütze zu verbinden und die deutsche Unterstützung für die Ukraine in Frage zu stellen. Was die Nähe angeht, wir beschreiben diesem Buch sehr ausführlich. Nähe zwischen Wolfgang Schmidt und wichtigen, einflussreichen Hauptstadtjournalisten. Diese Nähe ist berüchtigt im politischen Berlin." (Ulrich Thiele) 43:02 "Dieser Fall ist ein großes Politikum, gerade weil diese Sprengung, dass es Ukrainer war, von vielen Seiten, vor allem AfD, BSW, also diese russlandfreundlichen Seiten, natürlich genutzt wird, um jetzt die Ukraine-Unterstützung in Frage zu stellen. Es ist ein grosses Politikum auch deshalb, weil hier eitel Konflikte wieder aufbrechen." (Ulrich Thiele)

  7. Joana Cotar im Interview mit Carsten Korfmacher – „Der Bundestag ist nichts als Show für Bürger und Presse“
    23.04., 15:1700:53:44

    Cicero – Magazin für politische Kultur Nicht einzelne Parteien sind das Problem, sondern ein abgeschotteter Politikbetrieb, der sich selbst ernährt und nur durch maximale Disruption verändert werden kann, sagt Ex-Bundestagsabgeordnete Joana Cotar im Gespräch mit Cicero-Wirtschaftschef Carsten Korfmacher. Joana Cotar: Inside Bundestag, Westend Verlag 2026 Inhalt Podcast: 06:10 „Es ist ein Systemproblem und ich habe es auch in meiner letzten Rede im Bundestag gesagt. Ich stand da vorne und habe allen Parteien gesagt, ihr alle seid das Problem. Parteien, so wie sie jetzt aufgebaut sind, wie sie strukturiert sind und funktionieren, sind das Problem und nicht die Lösung für dieses Land. Und sich zu überlegen, welche Partei kann ich mit der Faust in der Tasche noch wählen oder welches ist das kleinere Übel, das irgendwie noch irgendwas retten kann in diesem Land, ist die falsche Überlegung. In diesem System wird uns niemand retten, weil das System so aufgebaut ist, dass es sich selbst ernährt, dass es sich selbst füttert.“ (Joana Cotar) 8:47 „Das Parlament soll ja eigentlich die Regierung kontrollieren. Tatsache ist aber, dass eine Regierung die Gesetze einbringt und dann die Parole rausgegeben wird: „Dieses Gesetz kommt durch, wir wollen ja nicht Herrn Merz beschädigen“. Da ist nichts mehr mit Kontrolle. Das ist ein reiner Abnickverein, das ist ein reiner Showverein.“ (Joana Cotar) 12:44 „Das, was Sie im Plenum sehen, ist Show für die Bürger und Show für die Presse. Das hat überhaupt nichts damit zu tun, dass da noch irgendwelche Argumente ausgetauscht würden, weil von vornherein klar ist, wie die Fraktion abstimmen wird. Sie gehen mit einem Plan in diese Sitzung, auf dem steht, wer redet und wie abgestimmt wird. (…) Das ist betreutes Abstimmen.“ (Joana Cotar) 41:06 "Also es gibt gewisse Sachen, wo ich sagen würde, das sollten wir in keinem Fall in private Hände legen, wie eine äußere Sicherheit zum Beispiel, Verteidigung zum Beispiel. Auch eine innere Sicherheit. Ja, man kann private Sicherheitsleute etc. Es gibt ein paar Kernelemente des Staates, wo er verantwortlich ist. Wie viel brauchen wir, um das zu finanzieren? Und alles andere hätte ich gerne, dass die Bürger sich selber darum kümmern, weil ich der Meinung bin, der Bürger weiß selbst am besten, wofür er sein Geld ausgeben möchte. Er weiß selbst, was er braucht und nicht der Staat. Der Staat ist nicht der bessere Unternehmer, der Staat ist nicht der bessere Lehrer. Von daher, halt dich einfach aus meinem Leben heraus." (Joana Cotar) 48:22 „Wenn ich etwas in acht Jahren im Bundestag gelernt habe: Es wird am laufenden Band gelogen. Und jedes Mal, wenn man uns erzählt, es ist für eure Sicherheit, es ist für euren Schutz, dann ist genau das Gegenteil der Fall. Dann wollen sie irgendetwas durchbringen, was ganz sicher nicht für unseren Schutz positiv ist.“ (Joana Cotar)

  8. Jonas Schreiber im Interview mit Clemens Traub: „Lage an den Schulen ist dramatisch“ – Ein Lehrer packt aus
    16.04., 15:2100:44:53

    Cicero – Magazin für politische Kultur Ein Schüler erschleicht sich zusätzliche Prüfungszeit, Eltern klagen auf bessere Noten, und Lehrer sollen Anforderungen senken, damit niemand durchfällt. Klingt absurd, ist aber Alltag an deutschen Schulen – darüber spricht Lehrer und Autor Jonas Schreiber in dieser Folge mit Cicero-Redakteur Clemens Traub. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Titelgeschichte der April-Ausgabe "Gesellschaft in der KI-Revolution: Epochenbruch" von Carsten Korfmacher Jonas Schreiber: Realtalk: Lehreralltag Inhalt Podcast: 2:42 "Das Buch soll eigentlich ein Wachruf sein, dass die Gesellschaft sieht, was bei uns passiert, weil wir haben in Deutschland keine großen Ressourcenkapazitäten im Boden, sondern eigentlich nur das Humankapital, was uns mal ausgezeichnet hat. Und wie wir jetzt ja auch medial Stück für Stück mehr sehen, schwindet das und die Schüler, die bei mir sind, die werden ja auf sich dann auch in den Arbeitsalltag kommen und sollen ja eigentlich das Land voranbringen und weiter möglichst positiv tragen. Wenn das schwindet, haben wir ein Riesenproblem." (Jonas Schreiber) 5:27 "Eigentlich ist Leistung gesellschaftlich nicht mehr positiv und gut gesehen, sondern eher, ich sage es überspitzt, sozialistische Züge, alle sollen möglichst gleich sein, aber es hat nicht mehr auf das Individuum geachtet." (Jonas Schreiber) 8:17 "…und sagt dann kurz bevor ich rausgehe, Herr Schreiber, die gleiche Prüfung, wie ich vor 10 Jahren geschrieben habe, kann ich nicht mehr schreiben, sonst würden nur 5 und 6 rauskommen. (…) Das heißt, wir als System, als Schule, fangen an, uns dem Schlechten, also den Nicht-Leisten-Wollenden, nach unten hin anzupassen. Und das bedeutet ja dann für die, die leisten wollen, dass sie sich dann auch nach unten anpassen, weil sie sehen, dass dieses Leisten sich überhaupt nicht mehr lohnt." (Jonas Schreiber) 20:37 "Dann nehme ich wieder die Eltern, darum habe ich vorhin das Wort Verantwortung gesagt, nehme ich die wieder, die Eltern mit ins Boot. Wenn wir jetzt über eine Social-Media-Verbotsdebatte sprechen, frage ich mich, warum? Wenn ich in ein Restaurant reingehe und dann mich umschaue, dann sitzen Eltern da, die drücken einem 2-jährigen Kind oder einem 1-jährigen Kind ein Tablet in die Hand, bitte leise sein und beschäftige dich damit, am besten noch auf voller Lautstärke hören." 21:05 "Ich als Elternteil bin verantwortlich dafür, dass das Kind jetzt das hat. Darum bin ich auch verantwortliche, dass ich meinem Kind das erlaube oder nicht erlaube. (…) Und da brauche ich keinen Staat, der vorgibt, das darfst du jetzt nicht mehr nutzen, sondern du hast ein Kind gekriegt. Du bist verantwortlich. Kümmere dich darum, dass es funktioniert." (Jonas Schreiber) 36:04 "Aber am Ende ist die Keimzelle in Deutschland, die Familie, und die Familie muss die Werte, die wir als Gesellschaft hochhalten, eigentlich vermitteln. Und darum sind wir auch nur ein gewisser Baustein an der ganzen Geschichte, das weiterzugeben." (Jonas Schreiber)

  9. Ex-Greenpeace-Chef Thilo Bode im Interview mit Volker Resing – „Ohne die Zivilgesellschaft wäre die Demokratie tot“
    09.04., 11:0000:56:36

    Cicero – Magazin für politische Kultur Thilo Bode ist eine Art Nestor der deutschen NGO-Szene. Im Cicero Podcast Politik mit Volker Resing fordert der einstige Greenpeace-Chef und Foodwatch-Gründer, der Staat solle weniger Geld an politische Organisationen geben. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Titelgeschichte der April-Ausgabe "Gesellschaft in der KI-Revolution: Epochenbruch" von Carsten Korfmacher **Inhalt Podcast:" 2:33 "Wenn die NGOs Geld vom Staat nehmen, direkt für ihre Projekte oder für ihre Kampagnen und sich vom Staat finanzieren lassen und noch dazu im größeren Ausmaß, dann können sie ihre eigentliche Rolle sozusagen, die unabhängige kritische, nach allen Richtungen kritische Zivilgesellschaft und auch Einfluss zu nehmen auf die Politik nicht mehr wahrnehmen." (Thilo Bode) 4:28 "Dass in der Tat NGOs, auch gerade bei der Ampelkoalition eine zu große Nähe zu der Grünen-Partei hatten, ja, und da gab es Verbindungen, Kontakte, die sind sicher nicht rechtswidrig in formeller Art. Aber das kann ja nicht die Aufgabe der NGOs sein. (…) Neutralität und kritische Distanz zu allen ist sehr wichtig." (Thilo Bode) 12:09 "Politisch unterstütze ich diese Aktion (der letzten Generation) nicht, ja. Das habe ich, glaube ich, auch sehr, sehr intensiv bei Greenpeace gelernt. Die Aktionen müssen, die können ruhig Regeln brechen, aber man darf nicht weglaufen. Ja, ich stelle mich hin, bin kein Terrorist und gehe dann auch ins Gefängnis. (…) Sie machen nur Fortschritt, wenn Sie Leute begeistern. (…) Und da wurden die Autofahrer instrumentalisiert. Das fand ich nicht gut." (Thilo Bode) 14:53 "Also ohne die Zivilgesellschaft wäre die Demokratie tot" (Thilo Bode) 28:55 "Wenn wir eine wirkliche Energiewende wollen, und wenn wir wirklich die Klimaziele erreichen wollen und sagen, Atomenergie ist keine nachhaltige Energie, weil wir wissen gar nicht, wie wir die Entsorgung machen. Und wir haben heute, und das ist, glaube ich, einer der großen Verdienste, die die Umweltorganisationen außerhalb der Parlamente gemacht haben, dass sie sich effektiv für die regenerativen Energien eingesetzt haben, gegen großen Widerstand, (…) Das hätten wir noch gar nicht, dieses Spektrum an regenerativen Energien." (Thilo Bode) 41:05 "Ich glaube, dass man die Wirtschaft viel mehr einhegen muss, damit sie die umweltpolitischen Ziele befolgt. Aber das ist für mich jetzt nicht mehr eine Systemfrage, sondern eine Machtfrage." (Thilo Bode) 43:55 "Ich will einen starken Staat, der in der Lage ist, den Konzernen was entgegenzusetzen. Das ist doch ein Witz. Das ist auch ein absoluter Witz, dass man giftige Lebensmittelstoffe, (..) dass der Staat nicht in der Lage ist, aus Angst, oder unter dem Vorwand der Wettbewerbsfähigkeit diese Stoffe nicht zu verbieten. Das geht doch nicht. Es gibt doch Grundrechte. Schutz des Lebens und Gesundheit. Dazu muss auch in der Marktwirtschaft was geschehen." (Thilo Bode) 53:23 "Ich kann Widerstand gegen eine schlechte Politik in unserer freiheitlichen Ordnung ausüben, muss ich auch, gegen die Konzerne, muss ich zum Beispiel im Nahrungsmittelbereich und gleichzeitig dieses System im Grundsatz unterstützen und gut finden, da sehe ich keinen Widerspruch." (Thilo Bode) 55:13 "Da muss ich eine Kritik üben an meiner Branche, dass heute viel zu sehr in Konsenzrunden und Konferenzen gearbeitet wird. Wir sollen draußen bleiben, wir sollen von draußen Druck aus üben, damit die richtig was machen." (Thilo Bode)

  10. Ökonom Lars Feld: „Die Schuldenbremse ist nicht schuld an unserer miserablen Infrastruktur“
    02.04., 13:1800:51:27

    Cicero – Magazin für politische Kultur Wussten Kanzler Merz (CDU) und Finanzminister Klingbeil (SPD) von Anfang an, dass die deutschen Sonderschulden größtenteils zweckentfremdet werden? Darüber spricht Ökonom Lars Feld, ehemaliger Berater des Finanzministeriums, mit Cicero-Wirtschaftschef Carsten Korfmacher. Lars Feld und Wolf Reuter: Schuldenwende. Der gefährliche Irrweg der Finanzpolitik, Herder 2026 Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Titelgeschichte der März-Ausgabe "Gefährliche Liebschaft" Über die Unterwanderung linker Parteien durch den politischen Islam von Clemens Traub und Ferdinand Knauß **Inhalt Podcast:" 4:26 „Das hat viel damit zu tun, dass es einen ungeheuren Interessengruppeneinfluss auf allen Ebenen gibt und jeder versucht, ein Stück vom Kuchen zu bekommen. Und das sorgt am Ende dafür, dass wir einen massiven Anstieg der Finanzhilfen bekommen haben, also hohe Subventionen, die mittlerweile gezahlt werden.“ (Lars Feld) 7:16 „Es kann Ihnen passieren, dass Sie in einem Klassenzimmer sitzen, da ist dann nicht nur ein Lehrer, sondern dann sind da auch noch vier Sozialarbeiter, die mitgeschleppt werden müssen. […] Man kann für alles immer irgendeine Begründung finden, aber man muss irgendwann auch sagen, man kann sich vielleicht nicht jeden Standard leisten. […] Die Eins-zu-eins-Betreuung, die da stattfindet, ist an vielen Stellen sicher auch überzogen.“ (Lars Feld) 8:59 "Gerade auch bei den größeren Städten haben wir immer wieder Projekte, auch Bauprojekte. Die werden dann gerne als Investition gezählt. Aber es sind Prestigeprojekte, die braucht man dann vielleicht nicht in dieser Form durchzuführen. Ich finde die Elbphilharmonie ganz toll, es ist ein Wahrzeichen Hamburgs. Aber man könnte auch fragen: Hätte man das jetzt wirklich gebraucht?“ (Lars Feld) 27:00 „Mich stört eben schon dieses Verschieben aus dem Kernhaushalt in das Sondervermögen, ohne dass es zu einem nennenswerten Anstieg der Investitionsausgaben dann kommt. Und das heißt einfach, dass wir im Vergleich zu der vorherigen Planung überhaupt kaum mehr zusätzliche Effekte bekommen. Das mag zwar juristisch alles so sein, dass dieses Kriterium der Zusätzlichkeit, das da eingezogen worden ist, eingehalten wird, aber ökonomisch passt das eben nicht.“ (Lars Feld) 32:36 „Wenn Sie sich jetzt vorstellen, die beiden wussten nicht, dass es diesen Effekt geben würde, dann ist das ja noch umso schlimmer. Dann müsste man ja unterstellen, dass zwei Führungskräfte in der Politik, die eigentlich die politischen Mechanismen kennen sollten, ziemlich naiv wären. Ich habe beide, Lars Klingbeil deutlich weniger als Friedrich Merz, bei verschiedenen Treffen kennengelernt. Naivität würde ich den beiden nicht unterstellen. Das heißt also, sie durften damit rechnen.“ (Lars Feld)

  11. Pädagoge Zierer und Cicero-Autor Brodkorb: „Bildung ist, jeden Tag darum zu kämpfen, sich selbst zu überbieten"
    26.03., 12:0000:48:28

    Cicero Podcast Politik Seit Jahren wird das sinkende Leistungsniveau an deutschen Schulen beklagt. Doch um mehr „Bildungsgerechtigkeit“ zu erreichen, mache die Politik genau das Falsche, sagen die Autoren Mathias Brodkorb und Klaus Zierer im Cicero-Podcast Politik. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Titelgeschichte der März-Ausgabe "Gefährliche Liebschaft" Über die Unterwanderung linker Parteien durch den politischen Islam von Clemens Traub und Ferdinand Knauß Mathias Brodkorb und Klaus Zierer: Tyrannei der Gleichheit. Für mehr Gerechtigkeit in Schule und Gesellschaft, Matthes und Seitz Berlin 2026 Inhalt Podcast: Zierer: 02:52 "Es ist ein Ziel von Bildung, dass ich über Leistungen mich entwickle und es ist auch ein Ziel der Bildung mit Druck, der vielleicht im System steht, umgehen zu lernen. Erst daraus resultiert vielleicht Angst und selbst mit der Angst muss ich positiv umgehen können. Mit anderen Worten, wir tun der nachwachsenden Generation keinen Gefallen, weiter am Leistungsanspruch zu drehen, den rauszunehmen, weil Bildung nur über Leistung funktioniert." Brodkorb: 03:41 "Also die Idee, wenn ein Kind fröhlich und zufrieden ist, dann ist es eher in der Lage zu lernen und tut es auch, als wenn es auch gewissem Druck ausgesetzt wird. So jetzt weiß jeder Vater, jede Mutter, das Pubertier ist ein merkwürdiges Lebewesen und nein, die Kinder räumen nicht von alleine das Zimmer auf. Und bei den Hausaufgaben sieht es genauso aus. Also dieses Weltbild, das da pädagogisch dahinter steht, hat einfach mit Heranwachsenden relativ wenig zu tun. Es mag manche Exemplare des Pubertiers geben, die auf so eine pädagogische oder Kuschelpädagogik anspringen, will ich nicht ausschließen, aber das sind eher Einzelphänomene." Brodkorb: 15:51 "Es geht darum, dass wir sozusagen nicht mehr zu akzeptieren bereit sind, dass diese Dinge aber Grenzen haben, dass nicht aus jedem Schüler mit der richtigen Förderung Albert Einstein werden kann. Diese einfache Tatsache wollen wir nicht akzeptiert. Deswegen messen wir Jahr um Jahr, ob die Bildungsergebnisse zwischen den Schülern jetzt endlich gleicher geworden sind. Und das kriegen Sie nur hin, wie Pisa zeigt, eher erfolgreich, ja, jetzt gibt es mehr Gleichheit durch weniger Leistung, vor allem der Besten. Herzlichen Glückwunsch!" Brodkorb: 22:07 "Unser Buch ist keine Anklage gegenüber Lehrern, sondern gegenüber der Politik. Das heißt, jeder Lehrer muss in jeder Klasse an den Schüler glauben, weil er nicht weiß, was nach ein paar Jahren Entwicklung rauskommen kann und muss deshalb auch entsprechend fördern. Aber eine Politik, die die Schulsysteme so aufstellt, als könnte wirklich am Ende jeder alles werden und dasselbe Ziel erreichen, eine solche Schulpolitik ignoriert Realitäten, gibt viel Geld aus und wundert sich dann nach vielen Jahrzehnten, dass sie das Ziel nicht erreicht hat, das sie sich gestellt hat, weil es von Anfang an Quatsch war." Brodkorb: 27:40 "Ich will nur Folgendes sagen. Wenn man hohe Löhne und hohe Sozialleistungen behalten will, muss man technologisch Spitze sein. Und Technologiespitze geht nicht ohne Intelligenz und Wissen und Leistung. Es tut mir leid. Es ist unmöglich. Das heißt, eigentlich müsste jeder Politiker, mal wenn er mal ein bisschen langfristig denkt, sich klar machen, dass sich an dieser Frage der sozialen Zusammenhalt und der wirtschaftliche Erfolg dieses Landes und vielleicht sogar die Zustimmung zur Demokratie entscheiden wird. Das Problem ist nur, dass der Niedergang ja schrittweise kommt. Also wenn Sie den ersten Schülerjahrgang haben, der nicht mehr lesen, schreiben und rechnen kann, bei, ich weiß nicht, 40 Millionen Beschäftigten, das fällt noch nicht so auf. Das kann das System wegatmen, also der Arbeitsmarkt. Wenn dann der nächste Schülerjahrgang kommt, der wieder nicht lesen schreiben und rechne kann, wird's schon schwieriger. Und nach 10, 15 Jahren bricht die Hütte dann richtig schön zusammen. Das ist unser Dilemma." Zierer: 35:46 "Wenn wir Leistungsförderung wollen, dann muss klar sein, dass die Besten irgendwo auch eine Anerkennung bekommen, was für die Guten gut ist und gleichzeitig auch für die, die noch nicht so gut sind, weil es eine Motivation in diese Richtung sein kann. Und ohne diesen Leistungsanspruch werden wir all die Herausforderungen, vor denen wir stehen, definitiv nicht meistern können." Brodkorb: 40:09 "Und deswegen würde ich gerne da nochmal ganz deutlich sagen, ich ziehe einen guten Klempner, jederzeit einem mittelmäßigen Germanisten, vor, weil ich den guten Klempner für eine sehr viel produktivere Persönlichkeit halte für diese Gesellschaft als den mittelmäßigen Germanisten. Vom Schlechten ganz zu schweigen." Zierer: 40:44 "Der Kit der Gesellschaft, der für den Zusammenhalt sorgt, ist ja nicht nur darin zu sehen, was wir sozusagen an Abschlüssen irgendwie messen können, was in der Regel häufig bestimmte Fächer sind, Mathematik, Deutsch und Englisch und die Naturwissenschaften, sondern der Kit der Gesellschaft hat ja sehr viel mit den Werten zu tun, mit Haltungen, die wir mitbringen, wozu ja auch Leistung gehört. Und das ist doch ein Bereich, der unabhängig vom Bildungsabschluss zunächst mal zu sehen ist und der eigentlich eine Kernaufgabe von Schule ist. Also wie schaffen wir es, dass alle Kinder, die durch das Schulsystem gehen, Selbstbeherrschung haben, Anstrengungsbereitschaft, ein Leistungsdenken, mit Fehler umgehen können, Solidarität machen können, tolerant sein können. Also wie schaffen wir es, diese Werte, die unsere Gesellschaft zusammenführen, für jedes Kind zugänglich zu machen? Das ist ein Anspruch, der jenseits dieser Bildungsabschlüsse zu sehen ist, wo wir Ungleichheiten haben und immer haben werden, wir sie sogar brauchen werden in einer arbeitsteiligen, leistungsorientierten Gesellschaft." Brodkorb: 46:05 "Was ist Bildung oder was ist der Prozess der Bildung? Ich hoffe, Klaus, dass ich dich jetzt richtig wiedergebe. Das ist ein Vorgang, des permanent an das eigene Scheitern, an die eigenen Möglichkeiten gebracht zu werden. Bildung ist eigentlich, jeden Tag darum zu kämpfen, sich selbst zu überbieten. Also Bildung als Prozess. Und wenn das eigentlich Bildung ist, als Prozess, jeden Tag an die Grenzen meiner Leistungsfähigkeit zu gehen, um sie zu überwinden, dann brauche ich gerade im Deutschen solche Texte wie Goethe, weil sie anspruchsvoll sind. Weil nur anspruchsvolle Texte es überhaupt mir ermöglichen können, selber anspruchsvoll und niveauvoll zu werden."

  12. Volker Boehme-Neßler im Intverview mit Clemens Traub – „SPD hat Bürger im Wahlkampf für dumm verkauft"
    23.03., 16:3000:30:43

    Cicero – Magazin für politische Kultur Jura-Professor Volker Boehme-Neßler und Cicero-Redakteur Clemens Traub, beide aus Rheinland-Pfalz, analysieren den katastrophalen Wohlfühlwahlkampf von Alexander Schweitzer, den Niedergang der SPD und erklären, warum die CDU unter Gordon Schnieder die Landtagswahl gewinnen konnte. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Titelgeschichte der März-Ausgabe "Gefährliche Liebschaft" Über die Unterwanderung linker Parteien durch den politischen Islam von Clemens Traub und Ferdinand Knauß Inhalt Podcast: 01:45 "Es war höchste Zeit. Demokratie heißt, die Macht wird auf Zeit verliehen. Und Machtwechsel sind normal. Und insofern 35 Jahre ist eine lange, ich würde sogar sagen, zu lange Zeit für eine Partei, an der Regierung zu sein. Das führt zu zu viel Filz. Das haben wir in Rheinland-Pfalz ja auch gesehen. Reden wir vielleicht noch darüber. Also insofern, nach 35 Jahren die Regierungspartei abzulösen war höchste Zeit, demokratische Normalität. Aber das Problem ist eben so ein richtiger Machtwechsel ist es dann auch nicht, wenn man genauer hinschaut." (Volker Boehme-Neßler) 11:34 "Es ist ja auch interessant, es werden zwei Parteien jetzt in einer großen Koalition zusammengeschirrt, die CDU und die SPD, die verhältnismäßig wenig Schnittmengen haben. Und dann, das ist die beste Voraussetzung dafür, dass lauwarme, faule Kompromisse rauskommen. Und das ist keine gute Sache." (Volker Boehme-Neßler) 14:47 "Es ist auch bei dieser Wahl wieder zu beobachten, dass ganz viele der ursprünglichen Stammwähler der SPD, nämlich die Arbeiter, weggehen. Also die Stammwähler, die SPD vertreibt ihre Stamm-Wähler und ändert ihren Kurs trotzdem nicht. Das war ja das Gruselige nach der Baden-Württemberg-Wahl, dann hat man die Berliner Spitzenpolitiker gefragt, was machen Sie denn jetzt mit diesem Ergebnis, 5,5 Prozent, wollen Sie was ändern? Und dann antworten die nein. Wir müssen einfach, dann kommt wieder dieses ganz dumme Argument, was immer kommt: Wir müssen unsere Politik einfach besser erklären." (Volker Boehme-Neßler) 17:14 "Ich glaube, das liegt auch daran, die Leute wollen echte Ergebnisse haben. Es ist ja auch so, die SPD redet… Die SPD redet auch über Themen, die die Stammklientel nicht interessiert. Wenn die SPD über Gendern redet und darüber redet, wie wichtig das ist, Frauen sichtbar zu machen durch Gendern, dann übernimmt sie das grüne Thema, erreicht aber die grünen Wähler nicht, verschreckt aber die eigenen Wähler. Das heißt, die SPD ist auch zu sehr damit beschäftigt, so Scheinprobleme zu lösen oder jedenfalls aus Sicht ihrer Wähler löst die ScheinProbleme und die echten Probleme nicht." (Volker Boehme-Neßler) 24:45 "Die beiden großen Parteien, wir reden jetzt gar nicht mehr über Grüne oder Linke, das ist noch ein ganz anderes Thema, aber die beiden großen Partien wollen einfach nicht verstehen, dass die Bürger, die Wähler und die Wählerinnen eine ganz andere Politik haben wollen als das, was ihnen gerade vorschwebt. Die wollen, wenn man genauer hinschaut, ist das eigentlich ein konservatives Wahlergebnis. Und wir sehen das, was wir bei, also 20 Prozent AfD und 30 Prozent CDU, das ist schon jedenfalls über den Daumen, kann man auch noch ausdifferenzieren, aber jedenfalls, über den Daumen gesehen, eher ein konservatives, ein Votum für eine konservative Politik." (Volker Boehme-Neßler)

  13. Ali Ertan Toprak und Sascha Adamek: „Die Politik hat den Islamisten die Türen weit geöffnet"
    20.03., 16:3901:05:19

    Cicero – Magazin für politische Kultur Im Podcast sprechen der Buchautor Sascha Adamek, der Islamismus-Kritiker Ali Ertan Toprak und Cicero-Redakteur Clemens Traub darüber, wie islamistische Netzwerke strategisch Einfluss auf Politik, Institutionen und den öffentlichen Diskurs nehmen. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Titelgeschichte der März-Ausgabe "Gefährliche Liebschaft" Über die Unterwanderung linker Parteien durch den politischen Islam von Clemens Traub und Ferdinand Knauß Sascha Adamek: Unterwanderung. Der politische Islam weiter auf dem Vormarsch, Beck 2026 Inhalt Podcast: 18:10: Toprak: "Das sage ich noch mal: die größten Islamverbände sind allesamt Vertretungen des politischen Islams auf deutschen Boden. Mit diesen Verbänden macht der deutsche Staat seine Islampolitik seit zwei Jahrzehnten und das ist der Grund, warum wir in so einem Schlamassel stecken." 28:51: Toprak: "Die Islamisten haben begriffen, wie wir funktionieren. Sie kennen sich aus, wie die westlichen Gesellschaften, demokratischen Gesellschaften funktionieren, aber wir haben immer noch nicht gelernt, wie Islamisten funktionieren und das verstehe ich nicht, obwohl wir schon seit Jahrzehnten mit diesen Phänomenen uns beschäftigen als Staatspolitik, aber ich habe das Gefühl… Täglich grüßt das Murmeltier und wir müssen immer wieder, immer wieder darauf hinweisen, dass das nicht geht." 32:41: Adamek: "Anti-muslimischer Rassismus, das ist eine Erfindung. Und es ist eine Erfindung, die sozusagen in dieser Totalität hoch problematisch ist. Weil sie, wie du gerade sagtest, es schafft ein Opfer-Narrativ. Und man lehnt sich damit an, an das, was man sich da meint, bei den jüdischen Menschen abgucken zu können. Und das ist das Perfide." 48:54: Toprak: „Ich musste quasi in der Türkei meine Identität verstecken. Und deswegen habe ich Deutschland immer als Ort der Freiheit erlebt. Und verstehe diese Entwicklung der letzten Jahrzehnte hier nicht. Meine Kinder werden in der Schule bedrängt, z.B. auf dem Pausenhof. (…) Die Kinder haben ihr gesagt, ist dein Brot überhaupt halal? Also das beginnt da schon und da werde ich retraumatisiert, weil ich das als Kind erlebt habe und ich will nicht, dass meine Kinder das in Deutschland wieder erleben, was ich als Kind in der Türkei erlebt habe.“ 55:01: Toprak: "Die Linke ist zum Kollaborateur des Islamisten geworden. Und da muss auch die Vernünftigen innerhalb der Linken endlich aufwachen."

  14. Arbeitsforscher Hans Rusinek im Interview mit Julia Marguier: „Es wird viel zu viel Zeit mit Bullshit-Arbeit verbracht"
    12.03., 12:0000:44:51

    Cicero – Magazin für politische Kultur Arbeitsforscher Hans Rusinek spricht im Cicero Podcast Gesellschaft mit Julia Marguier über altes und neues Arbeiten, über Work-Life-Balance, über Konzepte wie die Lifestyle-Teilzeit, wie sich unserer Einstellung gegenüber der Arbeit ändert und darüber, warum der erste Job den Menschen mehr prägt als das erste Kind. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Titelgeschichte der März-Ausgabe "Gefährliche Liebschaft" Über die Unterwanderung linker Parteien durch den politischen Islam von Clemens Traub und Ferdinand Knauß Hans Rusinek bezieht sich im Gespräch auf sein Buch Work-Survive-Balance. Warum die Zukunft der Arbeit die Zukunft unserer Erde ist, Herder Verlag 2023 Inhalt Podcast: 11:16 "Wir wissen in vielen Unternehmen, dass ich nicht befördert werde oder belohnt werde, wenn ich möglichst gute Arbeit mache, sondern wenn ich möglichst sichtbare Arbeit mache. Das führt dann dazu, dass ich immer mehr Meetings mache, dass ich in diversen Chatprogrammen möglichst schnell auf die Urlaubsfotos des Chefs mit Däumchen reagiere. Und das führt in manchen Studien dazu, dass bis zu zehn Stunden die Woche mit dieser Art von Bullshit-Arbeit verbracht wird. Weil gerade durch Homeoffice und solche Themen Sichtbarkeit die große Währung ist. Wenn ich das Gefühl habe, dass es gar nicht darum geht, Probleme zu lösen in der Arbeit, sondern bestimmte Spielchen zu spielen, dann ist das natürlich auch etwas, was Arbeit sehr, sehr unattraktiv macht. Also wir haben als Politik, aber auch als Organisation es durchaus in der Hand, Arbeit attraktiver zu machen. Und das hat volkswirtschaftliche Effekte, die wir uns wünschen sollten, aber es hat auch soziale Effekte, weil die Arbeit ein sehr wichtiger sozialer Ort ist, den wir uns sonst auch einfach ein bisschen verkümmern lassen." (Hans Rusinek) 14:28 "Leistung ist Probleme lösen, relevante Probleme lösen. Viele Organisationen schotten sich davon sehr stark ab, indem sie sich mit Schauspielerei beschäftigen, indem sie eher Lobbyarbeit machen, um alte Geschäftsmodelle am Leben zu erhalten und deswegen ist Leistung, finde ich, in diesen Zeiten vor allem eine Reflexionskompetenz." (Hans Rusinek) 43:42 "Der erste Job prägt uns mehr als das erste Kind. Vorgesetzte haben mehr Einfluss auf die psychische Gesundheit, als es ein Psychotherapeut jemals haben kann. Die räumen dahinter auf. Und was Lisa Herzog, eine großartige Forscherin, schreibt, in einer liberalen Gesellschaft ist unsere einzige direkte Machterfahrung, die wir haben, die Machterfahrung, die wir durch unsere Vorgesetzten erleben. Wenn Sie keine notorische Falschparkerin sind oder so, erleben Sie Macht vor allem als Macht Ihrer Chefs und Ihrer Chefinnen. Das heißt, auch für eine Demokratie ist das total wichtig. Die Arbeitswelt ist dieser Ort, wo wir eben ein Drittel unseres Lebens verbringen und ich möchte den mit Leben füllen und nicht mit diesem ganzen Absitzen, Warten auf Freitag, Arbeitszeitreduktion um jeden Preis, das finde ich sehr bedauerlich." (Hans Rusinek)

  15. Cicero-Autor Hugo Müller-Vogg zur Landtagswahl Baden-Württemberg: „Die CDU hat die Kontroversen gescheut“
    09.03., 16:4900:41:08

    Cicero – Magazin für politische Kultur Vom klaren Favoriten zum Zweitplatzierten hinter den Grünen: Die CDU von Manuel Hagel hat bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg ihre eigenen Erwartungen weit verfehlt. Woran lag das? Und wie geht es jetzt weiter in Baden-Württemberg und im Bund? Hugo Müller-Vogg stellt sich den Fragen von Alexander Marguier im Cicero Podcast Wahl Spezial. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie "Das brutale Debakel der Hagel-CDU", ein Kommentar zum Ausgang der Landtagswahl in Baden-Württemberg von Alexander Marguier. Inhalt Podcast: 02:15 "Also es spielte eine ganz große Rolle, die Person Özdemir. Die Grünen haben aus der Landtagswahl eine Art Oberbürgermeisterwahl gemacht, wo man nur auf die Persönlichkeit schaut und das Parteilogo auf dem Wahlplakat weglässt. Özdemir hat ja auch so getan, als habe er mit den Grünen überhaupt nichts zu tun. Das war sehr geschickt. Das Zweite war, die CDU hat es nicht gewagt, einen kontroversen Wahlkampf zu führen. Es war gerade zu peinlich eigentlich, wie Hagel (…) versuchte, sich sozusagen als der wahre Erbe von Kretschmann darzustellen." (Hugo Müller-Vogg) 10:30 "Ich meine, die CDU kann eigentlich wählen zwischen zwei Todesarten. Das eine wäre Aufhebung der Brandmauer, koalieren, kooperieren mit der AFD, ganz offen. Das zerreißt die Parte. Der andere Tod ist natürlich… Diese Todesart hat Friedrich Merz vorgegeben. Schlussendlich entschieden, dass er nur Kooperation sucht in der politischen Mitte, wobei die Grünen plötzlich auch zur Mitte zählen und die SPD, die immer linker wird, auch zur Mitte zählt und das heißt im Grunde, wir haben ja in Deutschland keine Regierungswechsel. Wir hatten einen Regierungswechsel 2005 im Bund, dann 2009 für vier Jahre wieder FDP und ansonsten regieren immer dieselben." (Hugo Müller-Vogg) 20:29 "Das SPD-Dilemma in Baden-Württemberg, muss man ja sehen, das ist das schlechteste Landtagswahl-Ergebnis, das es je gab. Und das ist auch noch schlechter als in den bisherigen Notstandsgebieten der SPD, nämlich Bayern mit 8% und Sachsen und Thüringen mit jeweils 6%. Also noch mal da drunter. Und das in Baden-Württemberg! Im Grunde müsste die SPD auf Re-Start drücken. Aber in dem Duo Klingbeil-Bas wird das nicht passieren." (Hugo Müller-Vogg) 28:54 "Herr Dürr ist vom Typ her einfach nicht der richtige Mann um eine Partei, die am Boden liegt, wieder aufzurichten. (…) Das ist ein seriöser Mann, der aber nicht in der Lage ist, jemanden mitzureißen und zu begeistern. Also die FDP bräuchte einen zehn Jahre jüngeren Kubicki. Eine Rampensau, der provoziert und der Kubicki ist ja mehr in den Schlagzeilen und in den Medien als Dürr." (Hugo Müller-Vogg) 32:24 "Die Wähler sind ja schon seltsame Wesen. Also in allen Umfragen sagen die Wähler, wichtigstes Thema ist die Wirtschaft. Und bei der Wirtschaft kann die CDU am meisten. Dann kommt die AfD und dann kommen die Grünen. Und dann sagt der gleiche Mensch, also Wirtschaft ist ganz wichtig, aber der Cem ist ein so netter Kerl, die können zwar nichts bei der Wirtschaft, aber ich wähl sie trotzdem. Muss man das verstehen? Wahrscheinlich nicht." (Hugo Müller-Vogg)

  16. Guido Steinberg im Interview – „Deutsche Iran-Debatte: Viel Hoffnung, wenig Realismus“
    05.03., 13:4000:45:19

    Cicero – Magazin für politische Kultur Mit der Tötung von Irans Oberstem Führer Ali Khamenei steht das Regime vor einer historischen Zäsur. Drohen Machtkämpfe, übernimmt die Revolutionsgarde – oder rutscht das Land in einen Bürgerkrieg? Was sind die Ziele von Donald Trump und Benjamin Netanjahu? Und drohen die gleichen westlichen Fehler wie im Irak oder in Afghanistan? Nahostexperte Guido Steinberg ordnet ein – und kritisiert die oft wenig fundierte Iran-Debatte in Deutschland. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie "Kronprinz ohne Land", Reza Pahlavi im Portrait von Clemens Traub Inhalt Podcast: 27:50 "Iran ist heute noch nicht Nordkorea, aber es ist durchaus vorstellbar, dass sich ein Revolutionsgarderegime unter äußerem Druck dafür entscheiden könnte, sich einzugraben, ein bisschen Öl zu verkaufen und damit die eigene Machtbasis so zu stärken, dass es irgendwie möglich ist, mit Knüppeln und Gewehren die Bevölkerung doch noch unter Kontrolle zu halten." (Guido Steinberg) 31:48 "Wenn ich mir allerdings die letzten Monate anschaue und die Iran-Debatte insgesamt in der Politik und in der Öffentlichkeit, dann sind aus meiner Sicht zwei Dinge auffällig. Erstens, es gibt ganz wenig Iran-Expertise hier im Land. Also wirklich ausgebildete Fachleute. Sei es Journalisten oder auch Wissenschaftler, die das Land gut kennen, die die Sprache kennen, die vielleicht die Nachbarländer kennen und die vielleicht auch einen Hintergrund in der praktischen Politik haben und auf diese Art und Weise ihr Urteil geschärft haben. Das sind wirklich nur ganz wenige Personen, auf die zumindest einige dieser Charakteristika zutreffen. Und das ist ein Phänomen, was wir während des arabischen Frühlings auch für die arabische Welt hatten. Und zweitens haben deutsche Medien so eine gewisse Präferenz für Aktivisten und Aktivistinnen. Die werden dann gerne als Journalisten verkauft oder auch als Wissenschaftler. Aber das sind Leute mit einer ganz klaren Agenda, die auch von Wunschvorstellungen getrieben werden." (Guido Steinberg) 43:50 "Insgesamt befürchte ich, dass die iranische Bedrohung damit zwar kurzfristig beseitigt sein wird, aber längerfristig wieder entstehen könnte. Ich befürchte, dass die israelische Regierung sich ermuntert fühlen könnte, ihren Kurs vor allem im Westjordanland weiterzuführen, der ja auf eine schleichende Annexion hinausläuft. Ich befürchte, das die Konflikte rund um die israelisch-palästinensische Auseinandersetzung und die regionale Ablehnung Israels ebenfalls Bestand haben wird. Also insgesamt ein eher düsteres Bild. Ich kann mir persönlich nicht vorstellen, dass nach einem Luftkrieg von einigen Wochen, von dem ich bisher noch ausgehe, die Demokratie in Iran ausbricht. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass der Nahe Osten zu einer stabilen Friedensordnung kommen kann in so kurzer Zeit." (Guido Steinberg)

  17. Roderich Kiesewetter (CDU) und Alexander Gauland (AfD) im Streitgespräch: „Frau Merkel hat Putin den Weg bereitet“
    26.02., 12:1201:12:50

    Cicero – Magazin für politische Kultur Der AfD-Ehrenvorsitzende Alexander Gauland und der CDU-Verteidigungsexperte Roderich Kiesewetter streiten in dieser Ausgabe des Cicero Podcast Politik über den Ukrainekrieg und den Umgang mit Russland. Außerdem geht es um die Frage, welche Verantwortung Angela Merkel für den blutigen Konflikt trägt. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie "Islamistische Unterwanderung", zur Titelgeschichte der März-Ausgabe von Cicero. Inhalt Podcast: 22:30: Roderich Kiesewetter: "Wir sehen hier ganz eindeutig den Riesenunterschied zwischen uns. Es ist ein Krieg, der uns berührt, weil Russland sich im Krieg mit uns befindet und wir hätten den Krieg verhindern können. Russland sieht sich im Kampf mit uns, das sagt Putin doch ganz offen. Russland hat ja diesen Krieg ausgeweitet, obwohl wir Nord Stream begonnen haben. Und Merkel trägt eine Mitverantwortung, weil die Ukraine keine Chance hatte, einen Eigenschutz aufzubauen, dass sie ausgestattet wird und das ist eigentlich der fatale Fehler der letzten 11 Jahre, den wir mit zu verantworten haben." 24:51: Roderich Kiesewetter: "Also ich will auch schon sagen, Russland bereitet eine Eskalation vor und testet uns. Und das ist der große Unterschied zwischen Ihnen und mir, ich will jetzt nicht sagen zwischen der AfD und der Union, aber das ist ein großer Unterschied, dass wir begreifen müssen, dass Russland uns austestet und im Vorfeld eines Krieges, diesen hybriden Krieg führt, Informationsverfälschung, Sabotageakte, Zerstörung." 27:14: Alexander Gauland: "Ich finde, dass sie beginnen sozusagen die klare Grenze zwischen Kriegseintritt und, ja, hybriden Dingen, die immer umstritten sind, wo niemand genau weiß, auflösen und wir plötzlich in einer Situation sind, in der wir tatsächlich in einem Krieg sind. Wir müssen raus aus dieser Konfrontation. Und wir müssen alles versuchen, zu einer Friedenslösung, Waffenstillstand sagen wir lieber, zu kommen und dann muss man sehen, wie weit man den Russen trauen kann." 42:59: Alexander Gauland: "Das ist nicht unser Krieg. Ich glaube nicht daran, dass wir sozusagen als nächstes gefährdet sind und ich glaube auch in keiner Weise daran, dass die russische Armee, die ja nun nicht gerade zeigt, vergleichen Sie das mal mit dem Vormarsch der Armeenmarschall Schukows von Stalingrad bis Berlin, in zwei Jahren, drei Jahren ist die Leistung der russischen Armee nicht so, dass ich morgen das Gefühl haben muss, sie erreichen Berlin oder, weiß ich nicht, Warschau oder so und so weiter." 44:51: Roderich Kiesewetter: "Ich sehe das völlig anders, weil Sie einem klassischen Kriegsbild nachhängen. Der moderne Krieg ist leider in zweierlei Richtungen. (…) 47:55 Deswegen teile ich auch nicht Ihren Ansatz, dass es sich hier nicht um einen Krieg gegen uns handelt. Es ist eine Vorbereitung durch die gezielten Sabotageakte, durch die Aufklärung der Drohnen. Das ist Aufklärungen, wo Sie kritische Infrastrukturen, Kasernen, Pipelines, Energieanlagen und so weiter auskundschaften. Also ich will nur davor warnen, dass wir das verharmlosen, das wir in der Ukraine sehen, für die ukrainische Bevölkerung übrigens, ein ganz furchtbares Ereignis, auch in den Minusgraden."

  18. Juraprofessor Holm Putzke kandidiert: „Zu viel Mittelmaß bei den Parteien!“
    19.02., 12:0000:48:43

    Cicero – Magazin für politische Kultur Warum kandidiert ein CSU-Mitglied für die FDP? Holm Putzke, Strafrechtsprofessor und langjähriges CSU Mitglied spricht im Cicero Podcast Politik mit Clemens Traub über verkrustete Strukturen in der CSU und Parteiapparate, die sich vor allem selbst erhalten. Er berichtet, warum er als Oberbürgermeisterkandidat für die Freien Demokraten in Passau antritt, wie Mittelmaß Politik dominiert, und was das über die Krise des deutschen Parteien-Systems aussagt. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Titelgeschichte der Februar-Ausgabe von Thomas Mayer: "Scheitern an neuen Realitäten: Anatomie der Berliner Blase" Inhalt Podcast: 09:18 "Aus dieser Erfahrung heraus weiß ich, dass diejenigen, die allein politisch talentiert sind, also im System weiterzukommen, dass es genau genommen fast nur noch die gibt. Und dass diejenigen, die auch eine Kompetenz haben auf anderen Gebieten, die eine Kompetenz haben, es muss ja jetzt nicht was Juristisches sein, es kann eine Kompetenz sein in einem bestimmten Handwerksberuf. Es kann eine kaufmännische Kompetenz sein, ganz viele Kompetenzen gibt es, es kann eine Kompetenz sein, als jemand, der ganz erfolgreich eine Familie führt, ein Vater, der viele Kinder hat oder eine Mutter, die viele Kinder hat und den Familienbetrieb erfolgreich meistert, das ist ja auch eine Leistung. Und diese Leistungsträger, die werden einen Teufel tun, sich in dieses politische System zu begeben, weil diejenigen als Quereinsteiger nicht gewünscht sind. Quereinsteiger in der Partei haben, so meine Erfahrung, nahezu keinerlei Chance." (Holm Putzke) 19:34 "Man muss das System verändern. Wenn man es nicht schafft, das System zu verändern, dann gibt es keine Attraktivität für erfolgreiche Leistungsträger in die Partei zu gehen, weil sie nicht sehen, dass es jemand, der leistungsfähig ist, in einer Partei mal ordentlich geschafft hat. Und es geht doch niemand, der sonst erfolgreich ist im Berufsleben, in eine Partei, um dort seine Lebenszeit zu verschwenden, wenn er keinen Millimeter vorankommt. Und wenn er ständig in Ortsvorstandssitzungen sitzt und am Ende kommt nichts heraus, wenn er nicht gestalten kann. Das macht doch niemand, der erfolgreich ist. Wir müssen also die Mechanismen ändern und dazu gehört auch, dass wir die Auswahlverfahren verändern." (Holm Putzke) 21:28 "Wenn ein Kandidat für den Bundestag kandidiert, dann möchte ich, dass der Rede und Antwort steht, dass man den ins Kreuzfeuer nehmen kann. Ich möchte wissen, wie der denkt. Ich möchte wissen, was hält der vom Schwangerschaftsabbruch. Ich möchte wissen, wie steht der zum Ukraine-Krieg. Ich möchte wissen, wie ist sein Verhältnis zu Extremen. Das möchte ich alles wissen. Man muss so jemanden auf dem Zahn fühlen. Das finden Sie in der CSU nicht. Das finden Sie auch in anderen Parteien nicht. Warum finden Sie es nicht? Weil die Kandidaten, die man auswählt, diese Feuerprobe nicht bestehen würden. Und dann würde man merken, was das für Leute sind, dass die nämlich genau genommen gar nicht in den Bundestag gehören." (Holm Putzke) 29:23 "In der CSU muss alles kalkulierbar sein. Man möchte nicht jemanden haben, der wie so eine unguided missile da Dinge sagt, die vielleicht nicht in das System passen. Und deswegen zur Frage zurück, wie sieht es aus mit unbequemen Meinungen in der Partei? Die sind nicht gern gelitten." (Holm Putzke) 35:21 "Ich glaube, wir haben keine Politikverdrossenheit. Wir haben eine Politikerverdrossenheit, das meine ich, ist ein Unterschied. Die Leute sind heute sehr politisch. Sie interessieren sich für das, was in ihrem Land passiert. Aber sie haben es satt, dass sie auf Leute treffen, die es nicht schaffen, die Versprechen, die sie abgeben, auch einzulösen. Und das ist ja eines der Hauptprobleme." (Holm Putzke) 36:43 "Meine Analyse ist, dass viele von diesen Politikern noch nicht mal in der Lage sind, es zu erklären, weil sie gar nicht verstehen, was die tun. Und das hängt ja auch so ein bisschen mit da zusammen, Politikerverdrossenheit. Eigentlich müsste die Politik immer erklären, was sie tut, aber viele Leute sind, weil sie eben Mittelmaß sind, nicht mehr in der Lage, komplexe Dinge zu erklären. Und das führt wieder zu mehr Politikerverdrossenheit, also es ist ein Teufelskreis." (Holm Putzke) 39:55 "Ich muss dort hingehen, wo es weh tut, dann entwickelt man sich. Und das muss auch in Parteien stattfinden. Das hat etwas mit meiner Vergangenheit zu tun. Schauen Sie nach Polen, schauen Sie nach Ungarn, schauen sie nach Tschechien, in die Slowakei. Die Menschen dort, nach meiner Erfahrung, die wissen, was es bedeutet, die Freiheiten nicht zu haben, für die sie heute kämpfen und die sie heute haben. Und das macht etwas mit Menschen." (Holm Putzke) 42:38 "Also ich merke in Passau, da ist eine Aufbruchstimmung, plötzlich ist Interesse für die Politik da. Ich bekomme ganz viele Rückmeldungen, wo mir die Leute sagen, Herr Putzke, wir beobachten das mit Spannung, was da passiert. Normalerweise interessieren wir uns nicht für die Politik, aber jetzt finden wir das unglaublich spannend, was dort passiert. Und das freut mich. Vielleicht schaffen wir es ja, aus den, glaube ich, 49 Prozent Wahlbeteiligung, vom letzten Mal 2020 einfach mal 60 Prozent zu machen. Das würde mich richtig freuen. Und ob ich in die Stichwahl komme, ich weiß es nicht. Wenn ich hineinkomme, dann freue ich mich. Wenn es nicht ist, dann ist es nicht so. Aber bis dahin werde ich natürlich kämpfen." (Holm Putzke)

  19. Philipp Amthor im Interview mit Volker Resing: „Die AfD ist inhaltlich schwachbrüstig aufgestellt"
    12.02., 12:0000:46:27

    Cicero – Magazin für politische Kultur Im Cicero-Podcast spricht CDU-Politiker Philipp Amthor über die Brandmauer, die schlechte Stimmung an der CDU-Basis und: McDonald's. Die CDU debattiert über Lifestyle-Teilzeit und Zahnarzt-Kosten. Im Cicero-Podcast warnt CDU-Politiker Philipp Amthor davor, dass jede Diskussion in der Öffentlichkeit „verhetzt“ wird. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Titelgeschichte der Februar-Ausgabe von Thomas Mayer: "Scheitern an neuen Realitäten: Anatomie der Berliner Blase" Inhalt Podcast: 13:10 „Am Ende ist der Staat auch nicht dafür gegründet worden, den Menschen das Leben bis ins Allerletzte vorzuschreiben und überall mit einer Verbotspolitik zu intervenieren. Und deswegen finde ich, sollte er einen Fokus auf mündigen Verbraucher legen, anstatt permanent auf Verboten und Einschränkungen.“ (Philipp Amthor) 17:53 „Andere haben dann aber gesagt, wir wollen jetzt mal die jungen Leute erreichen und da so ein Vortrag im Bürgerhaus zu Staatsmodernisierung ist es vielleicht nicht. Kommen wir gehen zu McDonalds, kommen wir machen eine Veranstaltung am Dönerstand. Ja, was soll ich sagen, die Resonanz war schon ziemlich gut und viele von denen, die dann vielleicht ein Selfie gemacht haben und mir jetzt auf Social Media deswegen folgen, die bleiben dann auch bei politischen Inhalten zur Staatsmodernisierungen und zum Bürokratie-Rückbau hängen und deswegen… In Wahlkampfzeiten ist auch das manchmal erlaubt, da bin ich mir nicht zu schade dafür und immerhin jetzt kann ich auch sagen, ich habe jetzt nicht nur über Bürokratiesorgen in Baden-Württemberg gelernt, sondern weiß jetzt auch wie man eine McRib macht, also das finde ich ist doch schon eine bemerkenswerte Sache.“ (Philipp Amthor) 22:31 „Ich finde, dass die Regierung da jetzt schon handlungsfähig ist. Mich wundert dann manchmal dieser Befund, da wird so viel gestritten und so, und das sei jetzt nah an der Ampel. Also da sind wir irgendwie Kontinente von entfernt, weil wir natürlich schon unterschiedliche Meinungen haben. Auch mal streiten in der Koalition, aber am Ende ja zu Ergebnissen kommen. Streit ist wesentlich notwendig in der Demokratie. Er ist nur dann schlecht, wenn er daran hindert, zu Ergebnisse zu kommen.“ (Philipp Amthor) 25:19 „Wenn man über die Notwendigkeit von Reformen spricht, dann kann man nicht nur den Bürgern etwas abverlangen, sondern da muss der Staat auch bei sich selbst sparen. Davon bin ich schon fest überzeugt und deswegen ist es für uns auch wichtig, dass wir staatliche Ausgaben besser priorisieren. Dass wir auch im Bereich der staatlichen Verwaltung sparen, mit weniger Personal bessere Arbeit machen. Das ist übrigens einer meiner Lieblingssätze aus dem Koalitionsvertrag und deswegen braucht es jetzt, wenn Sie nach Reformen fragen, sicherlich zwei Zielrichtungen. Die müssen darauf gerichtet sein, die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu stärken, Wachstum hervorzurufen. Sie müssen aber auch darauf gerichtet sein, dass der Staat mit weniger Geld, weniger Ressourcen bessere Wirkung erzielt.“ (Philipp Amthor) 28:27 „Es geht darum, dass wir einen handlungsfähigen und handlungsfähigeren Staat haben, denn wir müssen schon feststellen, Deutschland hat sich in den letzten Jahren verknotet. Verfahren dauern zu lange, es wird viel gerudert in staatlichen Institutionen, aber wenig gesteuert. Die Wirkungen, die Ergebnisse staatlichen Handelns sind nicht so, wie wir uns das vorstellen und man hat den Eindruck, die Wirkungsfähigkeit, die Handlungsfähigkeit des Staates ist nicht gegeben.“ (Philipp Amthor) 36:07 „Ich habe das auch lange gesagt, dass es eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD braucht und dass meine Reden damals dann als so überraschend rezipiert wurden, hat ja auch damit zu tun gehabt, dass in der ersten Wahlperiode, die ich hier im Deutschen Bundestag hatte, es ja doch noch einige große Strategen gab, die gesagt haben, naja, das kann man doch alles mal ignorieren, darüber sprechen wir mal am besten gar nicht und das ist sicherlich schon ein Fehler. Ich bin weit davon entfernt, die AfD zu bagatellisieren, aber ich glaube, dass die Art und Weise, in der man die Auseinandersetzung sucht in der Demokratie immer von Konfrontation und inhaltlicher Tiefe leben sollte und ich habe damit immer gute Erfahrungen gemacht, denn ich habe festgestellt, dass die AfD, wenn es um die Inhalte geht, dann oft ganz schwachbrüstig aufgestellt ist und deswegen sollte man das Feld auch dahin verlagern.“ (Philipp Amthor) 38:02 „Ich glaube, es braucht jedenfalls eine klarere Differenzierung in der Frage, wie verhält man sich zu AfD-Funktionären und in der Auseinandersetzung mit denen und wie bewertet man das mit Blick auf die Wählerinnen und Wähler der AfD. Bei den AfD-Funktionären ist für mich klar, die sind meine klaren, erklärten politischen Gegner. Und im Übrigen, wenn man sich das mal, das gehört ja zu den Schicksalen eines parlamentarischen Staatssekretärs, dass man viele Stunden auf der Regierungsbank verbringt, das würde ich jedem AfD-Wähler mal empfehlen, da mal sich das anzugucken einfach, wie die sich benehmen, was die in den Debatten da auch teilweise ablassen, was sie für Schwerpunkte setzen und wie dünn das alles ist. Also da muss ich sagen, ist das, was da an Zerrbild irgendwie über vermeintliche Verheißungen dieser Partei vorherrscht, entzaubert sich durch die Realität im Parlament aber exponentiell so.“ (Philipp Amthor) 40:15 „Ich bin sehr klar: Ich will, dass diese Partei keine Verantwortung in Deutschland übernimmt und will, dass sie auch zurückgedrängt wird und glaube, dass sie nicht die richtigen Lösungen für die Zukunft unseres Landes hat. Aber umgekehrt muss man schon deutlich machen, dass an dem Begriff jedenfalls defizitär ist, dass nicht darüber gesprochen wird, wie der Brand gelöscht wird. Denn das ist das eigentlich Wichtige, den Brand zu löschen. Inhaltlich die Polarisierung, die unsere Gesellschaft ja immer weiter befeuert, nicht weiter eskalieren zu lassen, sondern auch wieder einem rationalen Diskurs zuzuführen.“ (Philipp Amthor) 42:50 „Wir müssen eine klare Antwort gegen jede Form von Extremismus geben. Und es sind unterschiedliche Gründe, weshalb wir die Linkspartei und die AfD, um jetzt von der Form des Extremismus zur Partei selbst zu kommen, weswegen wir diese Parteien als Partner ablehnen. Aber die unterschiedlichen Gründe sind hier für sich genommen auch nachvollziehbar, begründet, klar. Beide Parteien sind nicht gut für die Zukunft Deutschlands. Und das ist für uns der Maßstab, woran sich Politik orientieren muss. Am Wohl unseres Volkes, dafür, dass es Deutschland besser geht, dass Deutschland auf einen richtigen Kurs kommt, dass Deutschland auf einem auch moralisch richtigen Kurs bleibt und das steht durch beide Parteien in Gefahr.“ (Philipp Amthor)

  20. Völkerrechtler Christoph Safferling: „Die Würde des Menschen ist die Grundlage der Völkerrechtsordnung"
    05.02., 12:0000:39:58

    Cicero – Magazin für politische Kultur Die außenpolitischen Kapriolen der Trump-Regierung stellen Völkerrecht wie internationales Strafrecht auf eine harte Probe. Erleben wir derzeit das Ende der regelbasierten Ordnung oder muss man Recht losgelöst von aktuellen politischen Konflikten betrachten? Der Nürnberger Völkerrechtler Christoph Safferling über die Frage, ob man Frieden mit Recht herbeiführen kann. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Titelgeschichte der Februar-Ausgabe von Thomas Mayer: "Scheitern an neuen Realitäten: Anatomie der Berliner Blase" Christoph Safferling: Ohnmacht des Völkerrechts, dtv 2025 Inhalt Podcast: 6:16 " (Die Nürnberger Prozesse) war(en) in vielerlei Hinsicht, was das Völkerrecht anbelangt, ein Wendepunkt. Zum ersten Mal eben in der Geschichte des Völkerrechts, in der Geschichte der Menschheit wurde ein internationaler Strafgerichtshof gegründet, um Verbrechen, die während eines Krieges stattgefunden haben, strafrechtlich zu ahnden. (…) also im Grunde eine Revolution des Völkerrechts." (Christoph Safferling) 13:23 "Also ich sehe (für die Entführung Maduros) keine völkerrechtliche Rechtfertigung. (…) jedenfalls legitimiert (…) ein existierender Haftbefehl eines Staates nicht die Intervention in einen anderen Staat."(Christoph Safferling) 18:41 "Die Vereinten Nationen hatten eben diesen Sicherheitsrat als oberstes Gremium, das auch (…) zwingende Maßnahmen ergreifen könnte, um Ideen und rechtliche Forderungen durchzusetzen. Aber dieses Gremiums als solches ist ja, also spätestens heute natürlich völlig dysfunktional. Es repräsentiert eine geopolitische Interessenlage von 1944 (…). Dieses Gremium hat nie die Bedeutung erlangt, die es theoretisch hätte haben sollen und können." (Christoph Safferling) 22:53 "Jetzt stehen wir offensichtlich 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs vor einer Situation, in der wir offensichtlich wieder mehrheitlich oder dass mehrere Staaten dasGefühl haben (…) diese Idee der Vereinten Nationen mit Füßen treten, das weghaben wollen, Parallelinstitutionen gründen, sodass man sehen wird, was nach Ende dieser Krise dann das Völkerrecht tatsächlich für eine Antwort findet. Das kann man aktuell nicht absehen." (Christoph Safferling) 24:36 "Man muss Kriege unbedingt verhindern. Kriege sind letztlich der Ursprung von unendlichen Leid, von Vergewaltigungen, von Inhaftierungen, von Folter, von Mord. Und so weiter. Kriege müssen unbedingt verhindert werden, auch wenn sie zu den heiligsten Zwecken geführt werden. Sie führen immer zu brutaler Gewalt." (Christoph Safferling) 26:02 "Hier sehen wir auch in der aktuellen Situation eine große Veränderung im Vergleich zu noch vor 30, 40 Jahren. Denn diese Menschenrechte werden gerade von der Zivilgesellschaft in viel stärkerem Maße eingefordert, als das bislang der Fall war. Das Bewusstsein, Rechte zu haben, die einfordern zu können, das Bewusstsein auch Gerechtigkeit fordern zu können, das ist aktuell so hoch, wie es weltweit noch nie war und es gibt Sprachrohre, die das entsprechend auch laut einfordern. Und davor darf das Völkerrecht und dafür können sich am Ende des Tages auch die mächtigsten Staaten mit dem größten Militär, denke ich, nicht die Augen verschließen oder dagegen ankämpfen." (Christoph Safferling) 32:59 "Ich kann (den Friedensrat initiiert von Trump) also noch nicht einmal als Versuch werten, hier eine neue Struktur zu finden, wo denn die Vereinten Nationen nicht mehr in dem Maße funktionieren, wie wir uns das wünschen. Was richtig ist. Die Vereinten Nationen funktionieren nicht, jedenfalls in dieser Sicherheitsarchitektur nicht. Sie funktionieren in vielerlei Hinsicht schon (…)." (Christoph Safferling) 34:55 "Die Welt gerät aktuell aus den Fugen. Das ist der bittere Bestand, wenn man sich die Weltkarte und die aktuelle Politik anschaut. Ich meine, für Europa wäre das jetzt der Zeitpunkt, sich wirklich auf die eigenen Stärken zu besinnen und sich auch mal anzufangen, durchaus stark zu fühlen. Das hat man nämlich in den letzten Jahrzehnten nicht getan." (Christoph Safferling)

Im Podcast Portal von Cicero werden regelmäßig Hörbeiträge von Cicero – Magazin für politische Kultur publiziert. Mit unseren Gästen besprechen wir aktuelle Themen aus den Bereichen Gesellschaft und Politik, Literatur, Wissenschaft und Medien.