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46- Zerrieben zwischen den Extremen: Kann die Mitte noch regieren?11.10., 14:0011.10.2026, 14:0000:56:53
Pflege, Rente, Spardruck: Keine leichten Zeiten für Deutschland. Die Unzufriedenheit steigt und die Bürger fordern Entlastungen statt weiterer Zumutungen. Das Vertrauen in Regierung und Kanzler ist auf historischen Tiefständen. Kann die Mitte noch regieren? Die politischen Ränder erstarken: In Berlin wird über ein rot-grün-rotes Bündnis sondiert. In Sachsen-Anhalt hat der neue Landtag einen AfD-Politiker zum Parlamentspräsidenten gewählt und bekam dabei vier Stimmen mehr als erwartet. Für Union und SPD eine „historische Bewährungsprobe“. Im Presseclub diskutieren die Gäste über den Druck auf Kanzler und Regierung, die fehlende Strategie von Union und SPD und die Frage, was die politische Mitte heute überhaupt noch ausmacht. Warum gelingt es der Regierung nicht, notwendige Reformen überzeugend zu vermitteln? Wer muss dafür zahlen? Und wie lässt sich verhindern, dass die Unzufriedenheit noch mehr Wähler an die politischen Ränder treibt? Wäre eine Minderheitsregierung ein Ausweg aus der Koalitionskrise? Anna Planken spricht mit Marcus Engert (Mitteldeutscher Rundfunk), Mona Jaeger (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Eva Quadbeck (RedaktionsNetzwerk Deutschland) und Christian Tretbar (Der Tagesspiegel). Wir freuen uns über Feedback. Einfach schreiben an presseclub@wdr.de. Unser „Presseclub Nachgefragt“ beginnt bei (41:15). (00:00:05) - Einstieg: CDU-Präsidiumssitzung und die Krise der Koalition (00:02:26) - Bestandsaufnahme: Wie schwierig ist die Lage wirklich? (00:05:10) - Merz als “Kanzler auf Bewährung” (00:06:32) - Sachsen-Anhalt als Schock: Warum die Union überrascht ist (00:11:54) - Die Landtagspräsidentenwahl und der Verdacht der Täuschung (00:14:54) - Pistorius’ emotionaler Auftritt und die SPD-Strategie gegen die AfD (00:21:03) - Was ist eigentlich “die Mitte”? Eine Begriffsdebatte (00:28:28) - Woran die Koalition inhaltlich scheitert: Rente, Reformen, Vertrauen (00:32:23) - Merz’ fehlende Erzählung und das Kommunikationsproblem (00:38:33) - Ausblick: AfD-Ministerpräsident und die Folgen für Berlin (00:41:15) - Presseclub Nachgefragt
- Wer regiert die Hauptstadt: Kommt die "Brandmauer" nach links?04.10., 14:0004.10.2026, 14:0000:57:16
Bei der Wahl in Berlin hat vor allem eine Partei gewonnen: Die Linke. Doch mit ihrem Wahlsieg kommt auch die Diskussion darüber, ob die Partei Berlin regieren kann – und wenn ja, ob die potenziellen Koalitionspartner – SPD und Grüne – mitmachen. Denn viele Aspekte der Linken lösen in anderen politischen Lagern starken Widerstand aus. Die Diskussionen um die Linke nehmen zu – ob die Partei Antisemitismus in ihren Reihen duldet, ob das Wahlversprechen, den angespannten Wohnungsmarkt in Berlin zu entlasten, im Zweifel sogar durch Enteignungen zielführend ist, und die Frage, ob die frühere Mitgliedschaft der Spitzenkandidatin Elif Eralp in der „Roten Hilfe“ überhaupt mit dem Amt der regierenden Bürgermeisterin vereinbar ist. Dabei wird diese Debatte von vielen Seiten scharf geführt. Tatsachen mischen sich mit Unterstellungen – und laden diese emotional auf. So stark, dass SPD und Grüne derzeit zunächst nur Vorsondierungen führen. Also Gespräche vor den Gesprächen vor einer möglichen Koalitionsverhandlung. Im Presseclub diskutieren die Gäste über die Frage, was die Menschen in Berlin motiviert hat, die Linke zu wählen, welche Rolle Einzelfälle von Antisemitismus in der Partei spielen – und ob die AfD und die Linkspartei miteinander vergleichbar sind. Darüber spricht Moderator Jörg Schönenborg mit Sascha Chaimowicz (ZEITmagazin), Anke Myrrhe (Der Tagesspiegel), Christine Dankbar (Frankfurter Rundschau) und Sebastian Puschner (der Freitag). Wir freuen uns über Feedback. Einfach schreiben an presseclub@wdr.de. Unser „Presseclub Nachgefragt“ beginnt bei (41:15). (00:00:00) - Einstieg: Brandmauer nach links? Vorsondierung in Berlin (00:03:06) - Die schwere Geburt: Warum Grüne und SPD zögern (00:07:56) - Die Eintrittswelle in Die Linke und ihre neue Mitgliederstruktur (00:10:25) - Ziel der Vorsonderierung: Gemeinsame Linie gegen Antisemitismus (00:14:55) - Elif Eralps Mitgliedschaft in der "Roten Hilfe" (00:22:06) - Sollte Die Linke in Berlin Innen- oder Justizressort führen dürfen? (00:24:26) - Das Koalitions-Dilemma: Zwischen Mietendruck und fehlendem Vertrauen (00:27:43) - Doppelmoral-Frage: Brandmauer nach rechts und links im Vergleich (00:35:17) - Verfassungsschutz als Maßstab? Die Grenzen seiner Deutungsmacht (00:35:17) - Die Enteignungsfrage: Wird die Vergesellschaftung zum Kompromiss? (00:39:53) - Fazit der Runde: Kommt Rot-Grün-Rot überhaupt? (00:41:15) - Presseclub Nachgefragt
- Auf dem Prüfstand: Wie gerecht ist der Reformkurs der Regierung?27.09., 14:0027.09.2026, 14:0000:57:08
Gerät der Reformkurs der Regierung ins Wanken? Die Koalition hatte versprochen, Rente, Krankenkasse und Pflege zukunftsfest zu machen. In den Sozialversicherungen fehlen Milliarden. Um einen Kollaps zu verhindern, sollten alle ihren Beitrag leisten und an einem Strang ziehen, damit die Beschlüsse umgesetzt werden. Umfragen zeigen aber: Die Mehrheit der Deutschen will den Weg nicht mitgehen. Nach den AfD-Wahlerfolgen fragt sich die Koalition jetzt, ob sie die Reformen aufschnüren muss oder ob sie unbeirrt daran festhalten soll. Im Presseclub entzündet sich die Debatte vor allem an der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren: Geht es um eine ungerechte Maßnahme zu Lasten von Älteren oder um eine notwendige Korrektur eines teuren Systems, damit auch Junge noch die Chance auf eine auskömmliche Rente haben. Auch bei der Pflege zeigt sich das Dilemma: Obwohl Pflegebedürftige immer mehr für einen Heimplatz bezahlen müssen, wächst das Finanzloch. Beide Seiten hatten sich auf einen Sparkurs geeinigt Doch die SPD tritt jetzt auf die Bremse und sagt: Nicht mit uns! Der nächste Großkonflikt steht ins Haus. Die Gäste diskutieren darüber, woher das Geld für Entlastungen kommen könnte: höhere Erbschaftsteuer, weniger Subventionen oder Veränderungen beim Ehegattensplitting? Einig sind sich die Gäste, dass eine mutige Steuerreform notwendig ist, um die Mehrbelastungen durch die Reformen in den Sozialversicherungen zu kompensieren. Hat die Koalition noch die Kraft, sich auf eine gemeinsame Linie zu einigen? Darüber spricht Jörg Schönenborn mit den Gästen Nikolaus Blome (RTL / ntv), Karin Christmann (Der Tagesspiegel), Karina Mößbauer (The Pioneer) und Hermann-Josef Tenhagen (Finanztip). Wir freuen uns über Feedback. Einfach schreiben an presseclub@wdr.de. Unser „Presseclub nachgefragt“ beginnt bei (41:10) (00:00:00) – Einstieg: Reformkurs der Regierung unter Druck (00:01:39) – Wochenrückblick: Merz' PKV-Patzer und CDU-Friedhofsruhe (00:04:10) – Ratlosigkeit der Koalition (00:07:17) – Rente mit 63: Wie gerecht ist die Regelung? (00:11:10) – Widerspruch im Rentensystem: Früher raus vs. länger bleiben (00:16:22) – Wie viel Reformkurs verträgt die Koalition? (00:19:34) – Milliardenloch in der Pflegekasse (00:21:14) – SPD-Blockade der Pflegereform (00:25:42) – Kompromisssuche: Flickschusterei statt Strukturreform? (00:27:54) – Steigende Preise als Treiber für radikale Parteien (00:30:51) – Wachstum und Beschäftigung als Ausweg aus der Kostenkrise (00:32:35) – Tankrabatt und Gießkannenpolitik – Glaubwürdigkeitsverlust (00:35:40) – Wo ist das Geld? Erbschaftssteuer, Ehegattensplitting & Co. (00:38:32) – Fazit: Was muss die Regierung bis zur NRW-Wahl schaffen? (00:41:10) – Presseclub Nachgefragt
- Tanken und Heizen am Limit: Was hilft gegen die hohen Preise?20.09., 13:0020.09.2026, 13:0000:57:02
Die Preise für Benzin, Öl und Gas haben durch den Krieg am Golf neue Rekordhöhen erreicht. Die Rufe nach Entlastungen werden immer lauter. Welche Maßnahmen muss die Bundesregierung jetzt treffen, um den Preis-Schock abzufedern? Ein neuer Tankrabatt kommt. Das hat die Bundesregierung am vergangenen Wochenende bekanntgegeben. Und ab Januar soll es ein neues Instrument geben, den sogenannten Spritpreisdeckel. Sind diese Maßnahmen richtig – und helfen sie auch den Richtigen? In der Runde wird das unterschiedlich bewertet: Während die Maßnahmen von den einen als milliardenschwere „Gießkanne“ bezeichnet wird, die auch jene entlaste, die es gar nicht benötigten, sehen andere darin ein wichtiges Eingreifen gegen die immer weiter steigenden Preise. Aber ist ein Tankrabatt wirklich effektiv – oder einfach nur teuer? Beim ersten Tankrabatt in Mai und Juni sei ein großer Teil des staatlichen Geldes nicht bei den Bürgern angekommen, heißt es. Zocken die Ölkonzerne die Bürger ab? Wäre eine Übergewinnsteuer, also die Besteuerung intransparent hoher Gewinne, der bessere Hebel, so wie sie Länder wie Portugal längst eingeführt haben? Auch hierzu streitet die Runde, schließlich müsse der Staat in dem Fall definieren, was Gewinn und was Übergewinn ist. Treibe eine solche Regulierung die Unternehmen womöglich raus aus Deutschland? Wie kann der Staat den Bürger entlasten und den Mineralölkonzernen gleichzeitig Spielräume lassen? Und wie gehen andere Länder mit den gestiegenen Ölpreisen um? Darüber diskutiert Ellen Ehni mit den Gästen Antje Höning (Rheinische Post), Jasper Bitter (BILD), Anja Krüger (taz) und Christian Feld (WDR). Wir freuen uns über Feedback. Einfach schreiben an presseclub@wdr.de. Unser „Presseclub nachgefragt“ beginnt bei 00:40:45. (00:00:05) - Energiekrise, hohe Spritpreise und neue Entlastungspläne (00:06:50) - Tankrabatt, ÖPNV-Ticket und direkte Entlastungen für Verbraucher (00:11:28) - Direktauszahlungen statt Preisdeckel? Streit über die wirksamste Hilfe (00:16:22) - Mehrwertsteuer, nationale Spielräume und europäische Vorgaben (00:21:34) - Spritpreisdeckel: Chancen, Risiken und mögliche Fehlanreize (00:25:47) - Mineralölkonzerne, Marktaufsicht und Vorwürfe von Preisabsprachen (00:31:53) - Übergewinnsteuer und die Frage, wer die Krisenkosten tragen soll (00:38:32) - Versorgungssicherheit, Preise und politische Handlungsoptionen (00:40:45) - Presseclub nachgefragt: Zuschauerfragen zu Spritpreisen, Heizkosten und Energiepolitik
- AfD-Triumph in Sachsen-Anhalt: Zerreißt es die CDU?13.09., 14:0013.09.2026, 14:0000:57:10
Knapp 44 % für die AfD, nur 17,2 % für die CDU: Das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt ist ein Schock für die CDU. Ist der Triumph in dem kleinen Bundesland nur ein Vorbote für das, was der Partei auch im Bund bevorsteht? Und was bedeutet der Wahlsieg der AfD für die Zukunft von Bundeskanzler Merz? In der Runde gehen die Einschätzungen auseinander. Gordon Repinski kritisiert die Regierung scharf: Die Partei habe trotz viel Geld und stabiler Mehrheit diese guten Voraussetzungen nicht genutzt, um Reformen umzusetzen und Vertrauen zurückzugewinnen. Wenn sie jetzt nicht endlich liefere, hätte sie es nicht verdient, an der Macht zu bleiben. Henrike Roßbach und Julius Betschka führen den Zustimmungsverlust nicht auf die ausbleibenden Reformen zurück, sondern dass die Regierungspolitik das Leben der Menschen nicht wirklich besser mache. Stattdessen würde nur überall gekürzt. Hitzig wird die Diskussion um die Frage, ob die anderen Parteien die AfD stärker einbinden müssten. In Mecklenburg-Vorpommern und Berlin stehen schon die nächsten Landtagswahlen an. Sollte sich dann der Negativtrend der CDU fortsetzen, dann werde die Lage zur Existenzfrage für Kanzler Merz. Kann die Partei ihren Absturz noch stoppen und wenn ja wie? Ellen Ehni diskutiert mit den Gästen Julius Betschka (stern), Marieke Reimann (freie Journalistin), Gordon Repinski (POLITICO/WELT) und Henrike Roßbach (Süddeutsche Zeitung). Wir freuen uns über Feedback. Einfach schreiben an presseclub@wdr.de. Unser Presseclub "Nachgefragt" beginnt bei Minute (41:20). (00:00:00) - AfD-Triumph in Sachsen-Anhalt und die Lage der CDU (00:01:50) - Das Wahlergebnis: CDU-Absturz, AfD-Verdopplung (00:03:11) - Bundesfrust oder ostdeutsche Sonderdynamik? (00:04:24) - Existenzkrise des Parteiensystems: Warum die AfD im Osten so stark ist (00:07:51) - Reformkurs der Regierung: Weitermachen oder Kurswechsel? (00:12:52) - Merz' Kommunikationsproblem und die Nachwuchsdebatte der CDU (00:21:53) - Umgang mit der AfD: Einbinden oder ausgrenzen? (00:23:45) - Warnung vor Normalisierung: Rechtsextreme in Regierungsverantwortung (00:29:26) - Brandmauer und Unvereinbarkeitsbeschluss auf dem Prüfstand (00:33:29) - Merz' Zukunft: Rücktrittsdruck und schlechte Umfragewerte (00:39:05) - Koalitionskrise: Ministerin-Rauswurf und Minderheitsregierungs-Szenario (00:41:20) – Presseclub Nachgefragt
- Drohnen, Sprengstoff, Sabotage: Wie reagieren auf Russlands Angriffe?06.09., 14:0006.09.2026, 14:0000:57:12
Die Bundesregierung macht Russland für den Anschlagsversuch auf dem Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich. Russische Einrichtungen sollen schließen. Wie können wir unsere kritische Infrastruktur besser schützen? Und wie abwehrfähig ist Deutschland? Im Presseclub wird darüber diskutiert, wie sich die Bundesregierung bereits nach einem Monat Ermittlungen sicher sein kann, dass russische Geheimdienste hinter den jüngsten Angriffen stecken. Schließlich waren bei der gemeinsamen Pressekonferenz von Außenminister Wadephul und Innenminister Dobrindt keine konkreten Beweise genannt worden. Einige Gäste beziehen sich auf die Ähnlichkeit zu früheren nachgewiesenen Anschlägen. Wie sollte Deutschland auf Russlands Provokationen reagieren? Wie groß ist die Gefahr einer Eskalationsspirale? Müssen wir uns an Angriffe aus Russland gewöhnen? Wie kann sich Deutschland besser schützen? Darüber diskutiert Susan Link im Presseclub mit Marina Kormbaki, DER SPIEGEL Jörg Diehl, NDR/WDR/SZ Anna Sauerbrey, DIE ZEIT Andrey Gurkov, freier Journalist Wir freuen uns über Feedback. Einfach schreiben an presseclub@wdr.de. Unser Presseclub "Nachgefragt" beginnt bei Minute (41:00). (00:00:05) - Drohnen, Sabotage und die Frage nach Russlands Verantwortung (00:02:01) - Was ist über die Anschläge bekannt? Indizien, Ermittlungen und Beweislage (00:04:38) - Wie groß ist die Bedrohung durch Russland? (00:11:08) - Reaktion der Bundesregierung: Wendepunkt oder symbolische Maßnahmen? (00:15:20) - Hybride Kriegsführung: Befindet sich Deutschland bereits im Konflikt mit Russland? (00:18:09) - Sanktionen, Diplomatie und mögliche Gegenmaßnahmen gegen Russland (00:23:03) - Eskalationsgefahr: NATO, Medwedew-Drohungen und die Schattenflotte (00:29:25) - Schutz kritischer Infrastruktur: Wie verwundbar ist Deutschland? (00:39:26) - Ausblick: Bleibt Deutschland dauerhaft im Fadenkreuz Russlands? (00:41:12) - Presseclub nachgefragt
- China, Zölle, Arbeitskosten: Deutsche Autos ohne Zukunft?30.08., 13:0530.08.2026, 13:0500:57:09
Die deutsche Automobilindustrie steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Vor allem der Einbruch des China-Geschäfts setzt Volkswagen, BMW und Mercedes unter Druck. Chinesische und US-amerikanische Hersteller haben bei Elektroautos, Software, Batterien und Künstlicher Intelligenz die Nase vorn. Die Folge hierzulande sind Sparprogramme, Stellenabbau und drohende Werksschließungen. Der Presseclub diskutiert, warum die deutschen Autobauer den Anschluss verloren haben. Als Ursachen werden genannt: das lange Festhalten am Verbrennungsmotor, Managementfehler und hohe Kosten. Gleichzeitig wird aber davor gewarnt, dass Deutschland bei den Löhnen in einen Unterbietungswettbewerb mit günstigeren Produktionsstandorten wie Ungarn oder der Slowakei eintritt. Entscheidend sei nun vielmehr, die technologische Wertschöpfung im Land zu halten. Ein weiterer Streitpunkt ist der Umgang mit der chinesischen Konkurrenz. Die EU solle ihren Binnenmarkt stärker nutzen und verlangen, dass ausländische Hersteller einen größeren Teil ihrer Produktion und Lieferkette nach Europa verlagern. Doch das allein reicht aus Sicht der Runde nicht: Europa müsse auch bei Software, KI und Batterien eigene Unternehmen und Lieferketten aufbauen, statt zur Werkbank Chinas zu werden. Man müsse der Realität ins Auge sehen: Nicht jeder Standort in Deutschland werde zu retten sein, zugleich könnten Industriearbeitsplätze aber in neue Branchen wie Chipindustrie oder Rüstung überführt werden. Gefordert werden weniger Bürokratie, mehr unternehmerische Freiheit und bessere Bedingungen für Start-Ups. Die Runde ist sich einig: die zentrale Frage laute nicht, wie die alte Autoindustrie um jeden Preis erhalten werden könne, sondern welche Industrie künftig den Wohlstand in Deutschland sichere. Jörg Schönenborn diskutiert mit den Gästen: Alexander Demling, DER SPIEGEL Annette Deutskens, Norddeutscher Rundfunk Christina Kunkel, Süddeutsche Zeitung Philipp Raasch, Der Autopreneur Wir freuen uns über Feedback. Einfach schreiben an presseclub@wdr.de. Unser Presseclub "Nachgefragt" beginnt bei Minute (40:02). (00:00:05) - Die deutsche Autoindustrie in der Krise: Stellenabbau, China und drohende Werksschließungen (00:03:54) - Produktion und Entwicklung: Warum Deutschland bei den Autos der Zukunft den Anschluss verliert (00:06:33) - Der Technologiewandel: Software, KI und Batterien statt Verbrennungsmotor (00:09:35) - Volkswagen als Sonderfall: Hohe Kosten, Mitbestimmung und verschlafene Veränderungen (00:12:05) - Die Ursachen der Krise: China, Managementfehler, fehlende Start-ups und hohe Arbeitskosten (00:18:02) - Autonomes Fahren und neue Technologien: Warum Deutschland bei Zukunftstechnologien zurückliegt (00:21:39) - Abhängigkeit von China und Trumps Zölle: Wie Europa seine Industrie schützen kann (00:23:26) - Ist die Krise noch zu stoppen? Europas Pläne für mehr heimische Wertschöpfung (00:27:31) - Werkbank oder Technologiestandort? Europas Dilemma zwischen Produktion und Entwicklung (00:30:32) - Welche deutschen Werke haben noch Zukunft? Zwischen Schrumpfung und neuen Industrien (00:34:57) - Welche Industriepolitik Deutschland braucht: Zukunftstechnologien statt Werksrettung (00:38:24) - Der notwendige Kurswechsel: Weniger Bürokratie, neue Wertschöpfung und ein anderer Blick auf Arbeitsplätze [00:41:02] Presseclub Nachgefragt
- Dürre, Brände, Hitzetote: Weckruf für die Klimapolitik?23.08., 14:0023.08.2026, 14:0000:56:57
14.000 Hitzetote in diesem Sommer, meldet das RKI. Zahlreiche Wälder und Hochmoore wurden durch Brände vernichtet. Zudem lassen Ernteverluste und trockene Flüsse die Preise steigen und das Wirtschaftswachstum sinken. Wird das Thema Klima nun wieder zur politischen Priorität? Der erste Auftritt des Bundeskanzlers nach der Sommerpause war begleitet von Buhrufen. Während Einsatzkräfte in verschiedenen Regionen deutschlands mit Waldbränden kämpften, war von Friedrich Merz über Wochen nur wenig zu hören. Hätte sein Besuch im Waldbrandgebiet überhaupt etwas genützt? Darüber diskutiert die Runde am Tisch ebenso wie über die wirtschaftlichen Folgen der wochenlangen Hitze in Deutschland. Kann die Bundesregierung ihr Versprechen vom Wirtschaftsaufschwung überhaupt halten, wenn Klimafolgen den Staat jährlich Milliarden kosten? Die SPD will Hitzeschutz nun im Grundgesetz verankern und stößt mit ihrem Vorschlag auf Ablehnung beim Koalitionspartner. Auch in der Runde wird der Vorgang unterschiedlich bewertet: Reine Symbolpolitik, finden die einen. Ein wichtiger Schritt, um Klimaschutz und -anpassung zu einer gemeinschaftlichen Aufgabe mit Priorität zu erklären, sagen die anderen. Einig ist die Runde darin, dass politisch etwas passieren muss. Sind die vielen Hitzetoten, die Dürre und die Brände also der Weckruf für eine neue Klimapolitik? Susan Link diskutiert im Presseclub mit Miriam Schröder (Tagesspiegel), Reiner Burger (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Sara Sievert (Table.Media) und Donald Bäcker (Westdeutscher Rundfunk). Wir freuen uns über Feedback. Einfach schreiben an presseclub@wdr.de. Unser Presseclub "Nachgefragt" beginnt bei Minute (40:23). (00:01:35) - Friedrich Merz im Hürtgenwald (00:07:46) - Klimaanpassung im Alltag: Hitze in Städten, Wohnungen und Gesundheitsrisiken (00:10:41) - Die Kosten der Klimakrise: Ernteausfälle, Wirtschaftsschäden und Milliardenrisiken (00:15:16) - Dürre, Hochwasser und „Hochwasserdemenz“: Lernen wir aus Extremwetter? (00:17:57) - Politische Konsequenzen: SPD-Vorstoß, Grundgesetzänderung und Zuständigkeiten (00:25:22) - Klimaschutz oder Klimaanpassung? Streit über Prioritäten, Finanzierung und Akzeptanz (00:35:48) - Konkrete Maßnahmen: Wo jetzt investiert werden sollte und was Kommunen tun können (00:40:23) - Presseclub nachgefragt
- Trumps Schlingerkurs – Chance oder Risiko für Europa?16.08., 12:0316.08.2026, 12:0301:00:23
Gäste: Andrew B. Denison, Direktor "Transatlantic Networks" Klemens Fischer, Professor für Internationale Beziehungen und Geopolitik, Universität zu Köln Kerstin Münstermann, "Rheinische Post" Christoph B. Schiltz, Brüssel-Korrespondent "WELT"
- Bombendrohne in Leipzig: Wie sind wir gegen Terror geschützt?09.08., 14:0009.08.2026, 14:0000:57:20
Eine Sprengstoff-Drohne wurde mitten auf dem Leipziger Flughafen abgefangen. Dass dabei nichts passiert ist, ist dem Eingreifen eines Busfahrers zu verdanken. Wie gut ist Deutschlands kritische Infrastruktur gegen solche Bedrohungen geschützt? Im Presseclub gehen die Einschätzungen auseinander. Einig sind sich die Gäste, dass Deutschland bei Drohnenerkennung und -abwehr schneller und besser werden muss. Der Leipziger Vorfall zeigt aus ihrer Sicht deutlich: Zwischen Technik, Zuständigkeiten und tatsächlicher Reaktionsfähigkeit gibt es noch Lücken. Gleichzeitig warnen die Gäste davor, eine hundertprozentige Sicherheit vor Terroranschlägen zu erwarten. Kontrovers diskutiert wird auch die Frage, wer hinter der Drohne steckt. Russland liegt als möglicher Urheber nahe, doch die Runde warnt vor vorschnellen Schuldzuweisungen. Gerade hybride Angriffe zielten darauf, Verunsicherung zu schaffen. Die geplante Stärkung der Geheimdienste stößt auf Kritik: Mehr Befugnisse könnten die Abwehr verbessern, zugleich müsse die Kontrolle der Dienste gewährleistet bleiben. Wie weit sollte der Staat bei der Terrorabwehr gehen? Und wie viel Freiheit darf der Rechtsstaat für mehr Sicherheit opfern? Anna Planken diskutiert mit den Gästen Sabine Adler, (Deutschlandradio), Mona Jaeger (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Ronen Steinke (Süddeutsche Zeitung), Felix Huesmann (RedaktionsNetzwerk Deutschland). Wir freuen uns über Feedback. Einfach schreiben an presseclub@wdr.de. Unser Presseclub "Nachgefragt" beginnt bei Minute (41:20). (00:00:00) - Einstieg (00:02:20) - Fast-Katastrophe: Das Szenario einer Explosion (00:04:48) - Völkerrechtliche Grenzen: Warum kein militärischer Gegenschlag möglich ist (00:09:29) - Täterfrage: Russland, Ukraine oder ein anderer Akteur? (00:14:40) - Das eigentliche Ziel: Verunsicherung der Bevölkerung (00:19:51) - Wie gut ist der Flughafen Leipzig/Halle tatsächlich geschützt? (00:23:09) - Föderalismus-Chaos bei der Drohnenabwehr (00:26:31) - Umbau der Geheimdienste: Mehr Befugnisse für den Verfassungsschutz? (00:34:08) - Zurückhacken erlaubt? Die Debatte um digitale Gegenschläge (00:41:20) - Presseclub nachgefragt
- NATO stärkt die Ukraine - Muss man jetzt mit Putin reden?26.07., 12:0326.07.2026, 12:0301:00:03
Anke Plättner diskutiert mit: Stefan Braun, "Table.Media“, Cathryn Clüver Ashbrook, Publizistin und Politikwissenschaftlerin, Bertelsmann Stiftung, Jan Opielka, freier Journalist u. a. für "Der Freitag“ und polnische Medien, Anastasia Tikhomirova, "DIE ZEIT“
- Die Union und der Fall Spahn19.07., 14:0019.07.2026, 14:0000:57:16
Jens Spahn ist als Unionsfraktionschef zurückgetreten. Grund war die vor allem an der CDU-Basis ausgelöste Empörung über die Geburt seines Kindes durch eine Leihmutter in den USA. Im Presseclub wird diskutiert, ob sein Rückzug eine notwendige Konsequenz aus einem Glaubwürdigkeitsproblem ist oder ob die Kritik an ihm überzogen war. Im Zentrum steht die Frage, ob ein Politiker im Privaten anders handeln darf als er und seine Politik es im Politischen vertreten. Ein zentraler Streitpunkt ist die Leihmutterschaft selbst. Während einige Gäste betonen, Spahn sei vor allem an mangelnder Transparenz und dem Widerspruch zur Unions-Linie gescheitert, sehen andere darin eine grundsätzliche ethische Frage, die den Wesenskern der CDU berührt. Diskutiert wird, ob Schwangerschaft und Geburt durch Verträge und Geld geregelt werden dürfen – oder ob Spahns persönlicher Kinderwunsch stärker berücksichtigt werden muss. Einig ist sich die Runde, dass die unglückliche Kommunikation über seine Entscheidung entscheidend für den politischen Schaden war. Darüber hinaus geht es um die Folgen für die Union. Spahn hinterlässt als erfahrener Verhandler und wichtige Stimme in der Koalition eine Lücke, obwohl er schon zuvor wegen verschiedener Affären umstritten war. Die Debatte zeigt ein grundlegendes Problem der politischen Mitte: Wie viel Abweichung zwischen Anspruch und Wirklichkeit können Parteien verkraften – und wie sehr beschädigen solche Fälle das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler? Moderator Jörg Schönenborn diskutiert mit den Gästen Alisha Mendgen (Focus), Karina Mößbauer (The Pioneer), Reinhard Müller (Frankfurter Allgemeine Zeitung) und Alexander Neubacher (Der Spiegel). Wir freuen uns über Feedback. Einfach schreiben an presseclub@wdr.de. Unser Presseclub "Nachgefragt" beginnt bei Minute (41:00). (00:00:05) - Der Fall Spahn: Rücktritt, Leihmutterschaft und die Frage nach politischer Verantwortung (00:02:57) - Warum die Kritik an Spahn so groß wurde: Glaubwürdigkeit, Werte und die Reaktion der CDU (00:04:05) - Spahns Vorwurf der „Unerbittlichkeit“: Überzogene Kritik oder notwendige Konsequenz? (00:08:21) - Spahns Rechtfertigung im Podcast: Zwischen persönlichem Kinderwunsch und politischen Grundsätzen (00:10:16) - Die Leihmutterschaft als ethische Grundsatzfrage: Recht, Menschenwürde und Kommerzialisierung (00:11:58) - Hätte Spahn seinen Rücktritt verhindern können? Transparenz, Kommunikation und Parteitag (00:15:21) - Grundsätzliche Konflikte in der Union: Bioethische Fragen, Parteiprogramm und Gewissensentscheidungen (00:17:09) - Friedrich Merz und der Umgang mit Spahn: Kanzlerentscheidung oder verlorene Glaubwürdigkeit? (00:20:06) - Welche Rolle Spahn in der CDU spielte: Macht, Verhandlungen und sein Einfluss auf die Koalition (00:24:45) - Ein umstrittener Machtpolitiker: Spahns frühere Kontroversen und sein politisches Profil (00:29:16) - Wer kann Spahn ersetzen? Die Suche nach einer neuen Führung in der Unionsfraktion (00:33:22) - Doppelmoral in der Politik: Wie viel Abweichung zwischen Reden und Handeln ist akzeptabel? (00:41:00) - Presseclub nachgefragt
- Tödliche Hitze - Warum sind wir so schlecht gewappnet?12.07., 12:0312.07.2026, 12:0300:57:18
Die Hitzewelle im Juni zeigt: Deutschland ist schlecht vorbereitet. Laut RKI starben über 5000 Menschen. Die meisten Kliniken, Pflegeheime und Kitas sind nicht klimatisiert. Viele Bürger leben in schlecht gedämmten Dachwohnungen. Wie kann die Politik die Menschen besser schützen? In der Debatte wird deutlich: Wir haben in Deutschland Nachholbedarf. Nur wer fühlt sich zuständig? Bund, Länder und Kommunen schieben sich gegenseitig die Verantwortung zu. Dabei liegen seit Jahren Vorschläge auf dem Tisch – sowohl bei der Klimaanpassung als auch beim Klimaschutz. Doch den Kommunen, die für Klimaschutz vor Ort unmittelbar zuständig sind, fehlt Geld. Und wenn sich eine Stadt dann aufmacht, für ein besseres Klima zu sorgen, dann stehen den Maßnahmen mächtige Interessensgruppen gegenüber. Jede entsiegelte Fläche etwa bedeutet weniger Platz für PKWs, was Autofahrer auf die Barrikaden treibt. Auch die Länder kommen ihrer Verantwortung nicht nach, weshalb Kliniken und Pflegeheime unzureichend klimatisiert sind und zu Brutstätten werden. Bundesumweltminister sieht einen Ausweg aus dem Dilemma darin, Klimaschutz im Grundgesetz als Gemeinschaftsaufgabe zu verankern, um handlungsfähiger zu werden. Ist das realistisch? Hat die jetzige Koalition das Thema bei ihren Reformvorhaben überhaupt auf dem Schirm? Die Runde ist sich einig: Mit der Abkehr vom Gebäudemodernisierungsgesetz des früheren Wirtschaftsministers Habeck sei den Bürgern wieder der Kauf von Öl und Gasheizungen gestattet. Ein Impuls in die falsche Richtung, wenn es um den Schutz vor Extremtemperaturen geht. Warum wird das Problem immer wieder verdrängt, obwohl frühzeitig wichtige Präventivmaßnahmen eingeführt werden könnten? Und was macht Frankreich besser als wir? Darüber diskutiert Moderatorin Ellen Ehni mit den Gästen Malte Kreutzfeldt (Table.Media), Miriam Scharlibbe (Mannheimer Morgen), Claudia Reiser (MDR) und Tim Szent-Ivany (RND). Wir freuen uns über Feedback. Einfach schreiben an presseclub@wdr.de. Unser Presseclub "Nachgefragt" beginnt bei Minute (41:48). (00:00:04) - Tödliche Hitze: Deutschland im Hitzestresstest (00:02:18) - Mannheim als Brennpunkt: Wie Städte zu Hitzeinseln werden (00:03:30) - Hitzetote in Deutschland: Zahlen, Risiken und besonders gefährdete Gruppen (00:05:51) - Infrastruktur am Limit: Aufplatzende Straßen, lahmgelegte Bahnen und neue Temperaturrekorde (00:08:36) - Klimaanpassung oder Klimaschutz? Was jetzt dringend passieren muss (00:12:07) - Krankenhäuser, Pflegeheime und Kitas: Wie gut schützen wir die Schwächsten? (00:24:06) - Gebäude, Städte und Wohnraum: Was gegen Hitze wirklich hilft (00:27:13) - Wer zahlt den Hitzeschutz? Streit um Zuständigkeiten, Kommunen und Milliardenhilfen (00:38:04) - Frankreich als Vorbild: Was Deutschland beim Hitzeschutz lernen kann (00:41:48) - Presseclub nachgefragt
- Sommer der Reformen: Kommt Deutschland so voran?05.07., 14:0005.07.2026, 14:0000:56:54
Was 2025 als „Herbst der Reformen“ angekündigt wurde, ist nun ein „Sommer der Reformen“ geworden. Nach den Vorschlägen zur Rentenreform hat die Bundesregierung erneut ein Reformpaket vorgestellt. Die schwarz-rote Koalition verspricht mit den 34 Reformen nicht weniger als einen wirtschaftlichen Neustart. Reicht das, um das Land voranzubringen und verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen? Im Presseclub gehen die Meinungen auseinander. Einerseits sieht man wichtige Fortschritte und eine Koalition, die endlich liefert. Andererseits werden viele Vorhaben für zu klein oder zu spät befunden. Intensiv diskutiert wird die Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag. Ist sie ein sinnvoller Beitrag gegen Fehlzeiten oder ein Zeichen des Misstrauens gegenüber Beschäftigten? Kann die Regierung ihre Reformen überzeugend vermitteln? Ist die Einigung zwischen Union und SPD der große Wurf, der Deutschland aus dem Stillstand führen kann? Moderatorin Ellen Ehni diskutiert mit den Gästen Laura Block (Table.Media), Nico Fried (stern), Kerstin Münstermann (Rheinische Post) und Marc Rath (Mitteldeutsche Zeitung). Wir freuen uns über Feedback. Einfach schreiben an presseclub@wdr.de. Unser Presseclub "Nachgefragt" beginnt bei Minute (40:50). (00:00:00) – Einleitung: Sommer der Reformen: Kommt Deutschland so voran? (00:02:24) - Eröffnungsrunde: Zu wenig großer Wurf? (00:03:35) - Kritik am Reformpaket: Minimalkompromiss ohne große Erzählung (00:04:07) - Inszenierung im Kanzleramt: Warum Kommunikation entscheidend ist (00:05:07) - Politische Bühne & Präsentation: Wer dominiert die Reformverkündung? (00:13:33) - Merz unter Druck: Kommunikation, Umfragen und politische Wirkung (00:15:07) - Streitpunkt Steuerreform: Entlastung ja, aber für wen genug? (00:16:14) - Grundsatzdebatte: Steuerpolitik vs. Sozialabgaben als Hebel (00:39:07) - Umsetzung der Reformen: Bürokratieabbau und Zeitplan im Realitätscheck (00:40:50) - Presseclub Nachgefragt
- Rentenreform: Genug, gerecht und sicher?28.06., 14:0028.06.2026, 14:0000:57:10
Angesichts einer alternden Gesellschaft und steigenden Kosten soll eine umfassende Rentenreform das System langfristig sichern. Die Bundesregierung spricht von einem „Gesamtkunstwerk“, aber ist das Paket wirklich gerecht für Jung und Alt? Im Presseclub gehen die Einschätzungen auseinander. Die einen sehen in der Kombination aus kapitalgedeckter Altersvorsorge, einem späteren Renteneintritt und einem größeren Versichertenkreis einen überfälligen Neustart, der die Lasten gerechter zwischen den Generationen verteilt. Andere bezweifeln, dass die Reform die akuten Probleme der Babyboomer-Jahre löst, und warnen vor höheren Belastungen für Beschäftigte sowie neuen Ungerechtigkeiten. Diskutiert wird außerdem, ob längeres Arbeiten für alle realistisch ist, welche Rolle Beamte und Selbstständige künftig im Rentensystem spielen sollten und ob eine kapitalgedeckte Rente tatsächlich mehr Sicherheit schafft. Kann das Reformpaket für Ruhe im Rentensystem sorgen, oder wartet in naher Zukunft bereits die nächste Rentendebatte? Moderatorin Susan Link diskutiert mit den Gästen Stefan Schulz (Freier Journalist), Tina Groll (Die ZEIT), Horst von Buttlar (WirtschaftsWoche) und Anna Lehmann (taz). Wir freuen uns über Feedback. Einfach schreiben an presseclub@wdr.de. Unser Presseclub "Nachgefragt" beginnt bei Minute (41:00). (00:00:00) - Rentenreform im Check: Warum das System jetzt unter Druck gerät (00:05:28) - Generationengerechtigkeit: Wer trägt die Last der Reform? (00:10:02) - Aktienrente nach schwedischem Vorbild: Chance oder Risiko? (00:16:03) - Kapitalmarkt statt Umlage? Rendite, Risiken und Börsencrashs (00:20:16) - Das Misstrauen der Gewerkschaften und die Lehren aus der Riester-Rente (00:27:18) - Renteneintritt und Lebensarbeitszeit: Länger arbeiten als Lösung? (00:29:37) - Beamte und Selbstständige: Warum bleiben sie außen vor? (00:34:10) - Geplante Rentenversicherungspflicht für Minijobber und Studierende (00:37:08) - Ausblick: Trägt die Rentenreform für die nächsten 20 Jahre? (00:41:00) - Presseclub nachgefragt
- Mehr Lernen, weniger Spielen: Brauchen wir eine Vorschulpflicht?21.06., 14:0021.06.2026, 14:0000:56:50
Der jüngste Bildungsbericht ist ernüchternd: Trotz zahlreicher Reformen in den vergangenen 20 Jahren sinken die Kompetenzen von Schulkindern kontinuierlich. Außerdem gibt es kaum Fortschritte bei der Chancengleichheit. Eklatant sind die Mängel insbesondere im Sprachbereich. Bundesbildungsministerin Prien will mit Sprachtests und verbindlicher Förderung gegensteuern. Wie lässt sich das Bildungsniveau verbessern? Braucht es eine Vorschulpflicht? Tests alleine jedenfalls seien maximal Diagnostik, keine Lösung der Bildungskrise. Darin ist sich die Runde einig. Viel grundsätzlicher müsste die frühkindliche Bildung überarbeitet werden, Sprachförderung ein zentralerer Bestandteil werden. Braucht es also ein verpflichtendes Kitajahr? Oder größere finanzielle Ressourcen? Zu Letzterem gibt es in der Runde gegensätzliche Meinungen, schließlich könne nicht jedes strukturelle Problem mit Geld gelöst werden. Aber wie sonst? Darüber diskutiert Moderator Jörg Schönenborn mit den Gästen: Bob Blume (Bildungsinfluencer), Martin Spiewak (DIE ZEIT), Katrin Clemens (WAZ) und Hadija Haruna-Oelker (Freie Journalistin). Wir freuen uns über Feedback – einfach an presseclub@wdr.de. Unser Presseclub "Nachgefragt" beginnt bei Minute (41:00). (00:00:05) – Bildungsbericht 2025: Warum die Bildungsschere schon vor der Schule aufgeht (00:03:48) – Frühkindliche Bildung: Wie entscheidend sind Kita und Elternhaus? (00:07:04) – Milliarden investiert, trotzdem schlechte Ergebnisse: Wo liegt das Problem? (00:12:15) – Sprache, Migration und Bildungsgerechtigkeit: Was brauchen Kinder vor der Einschulung? (00:18:28) – Sprachtests für Vierjährige: Diagnose oder echte Lösung? (00:23:21) – Vorschulpflicht und Kita-Pflicht: Braucht Deutschland verbindliche Regeln? (00:29:16) – Pflicht allein reicht nicht: Streit über Ressourcen, Förderung und Systemreformen (00:35:19) – Personalnotstand, fehlende Lobby und die gesellschaftliche Bedeutung früher Bildung (00:41:00) – Presseclub nachgefragt.
- Noch mehr Drohnen und Raketen: Wann lässt Putin mit sich reden?14.06., 14:0014.06.2026, 14:0000:57:17
Geht die russische Invasion in der Ukraine in eine neue Phase? Die ukrainische Armee zeigt in den letzten Monaten eine neue Stärke: Sie hat Drohnen entwickelt, die Ziele weit hinter der festgefahrenen Front, auf russischem Territorium, angreifen können. Brennende Raffinerien und zerstörte Militärbasen machen den Krieg auch für die russische Bevölkerung sichtbar. Im Presseclub wird diskutiert, ob sich der Druck auf Präsident Putin verstärkt und ob sich daraus jetzt ein Zeitfenster für Verhandlungen ergibt. Die Gäste analysieren die aktuelle militärische Lage, den Einfluss neuer Technologien sowie die Bedeutung westlicher Unterstützung und sprechen darüber, wie es tatsächlich um die russische Wirtschaft steht. Im Zentrum der Diskussion steht zudem Putins Kurs: Hat er seine Ziele verändert oder hält er weiterhin kompromisslos an der Eroberung ukrainischer Gebiete fest? Mögliche Friedensgespräche sorgen in der Runde für Kontroversen. Gleichzeitig steht Europas Strategie auf dem Prüfstand: Wie wirksam sind Sanktionen und Waffenlieferungen? Wie steht es um die politische Geschlossenheit? Reicht wirtschaftlicher Druck aus, um den Krieg zu beeinflussen? Und wen müsste die EU als möglichen Verhandler senden, um erfolgreich über einen Waffenstillstand oder gar ein Kriegsende zu verhandeln? Moderator Jörg Schönenborn diskutiert mit den Gästen: Gesine Dornblüth (freie Journalistin), Moritz Gathmann (stern), Marina Kormbaki (DER SPIEGEL) und Paul Ronzheimer (BILD). Wir freuen uns über Feedback. Einfach schreiben an presseclub@wdr.de. Unser Presseclub "Nachgefragt" beginnt bei Minute (41:00). (00:00:00) - Ukraine unter Druck: Die aktuelle militärische Lage (00:06:02) - Wo wird der Krieg entschieden? Militär, Technologie oder Europas Unterstützung (00:09:48) - Russlands Kriegswirtschaft: Wie groß sind die Belastungen wirklich? (00:16:28) - Hat Putin seine Position verändert? Debatte über Verhandlungen und Kriegsziele (00:20:47) - Friedensgespräche oder Illusion? Einschätzungen zu Verhandlungen mit Moskau (00:23:56) - Europas Antwort: Druck, Sanktionen und Unterstützung für die Ukraine (00:25:16) - Friedrich Merz und die Ukraine-Politik: Zwischen Taurus-Debatte und Realität (00:27:39) - Wie lange kann Europa durchhalten? Geld, Waffen und politischer Wille (00:29:46) - Verhandeln aus Stärke: Die Debatte über geheime Kanäle nach Moskau (00:31:02) - Sanktionspaket Nummer 21: Wie wirksam sind weitere Maßnahmen gegen Russland? (00:33:26) - Das Fenster der Gelegenheit: Kann wirtschaftlicher Druck Putin zum Umdenken bewegen? (00:38:30) - Fazit der Runde: Welche Strategie hat die besten Erfolgschancen?
- AfD hängt Union ab: Braucht es einen Strategiewechsel?07.06., 14:0007.06.2026, 14:0000:57:07
Laut ARD- DeutschlandTrend baut die AfD ihren Vorsprung zur Union aus. Warum wenden sich Menschen dieser Partei zu, obwohl der Verfassungsschutz sie in Teilen als rechtsextrem einstuft? Können die versprochenen Sozialreformen von Schwarz-Rot eine Trendumkehr bringen oder brauchen die Parteien eine andere Strategie? Mit Mittelpunkt der Sendung steht die Frage, ob die „Brandmauer“ immer noch die richtige Antwort der Parteien ist auf den Stimmenzuwachs der AfD. Während die einen sie für essentiell halten zum Erhalt der Demokratie, betonen andere ihren undemokratischen Charakter. Konsens besteht darin, dass Kanzler Merz versprochen hatte, alles anders zu machen als die Ampel, und das dann genau nicht eingehalten wurde, was für Frust und Enttäuschung gesorgt habe. Zurück blieb eine enttäuschte und durch Multikrisen stark belastete Bevölkerung. Auf dem Boden der Unzufriedenheit sei in der AfD-Anhängerschaft eine Art Lebens- und Zugehörigkeitsgefühl entstanden, dem mit einfachen Reformen gar nicht so leicht beizukommen sei. Wie kann die Regierungskoalition Vertrauen zurückgewinnen? Moderatorin Susan Link diskutiert mit den Gästen: Ann-Katrin Müller (DER SPIEGEL), Stephan-Götz Richter (The Globalist). Helge Fuhst (WELT) und Martin Debes (Stern). Wir freuen uns über Feedback. Einfach schreiben an presseclub@wdr.de. Unser Presseclub "Nachgefragt" beginnt bei Minute (41:28). (00:00:04) - AfD überholt die Union: Ursachen für das Umfragehoch der Partei (00:05:03) - Rechtsextremismus-Vorwürfe: Warum die Einstufung viele Wähler nicht abschreckt (00:09:20) - Migration und Wirtschaft: Die zentralen Themen der AfD und die Reaktion der Politik (00:17:41) - Sachsen-Anhalt als Warnsignal: Was würde eine AfD-Regierung bedeuten? (00:20:03) - Brandmauer oder Strategiewechsel? Die Debatte über den Umgang mit der AfD (00:30:47) - Deutschlands Reformstau: Wirtschaft, Wohlstand und die eigentlichen Ursachen der Unzufriedenheit (00:36:31) - Können Reformen die AfD noch bremsen? Blick auf die kommenden Monate (00:41:28) - Presseclub nachgefragt
- Die KI-Revolution: Was wird aus unseren Jobs?31.05., 14:0031.05.2026, 14:0000:57:25
Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt rasant, doch was bedeutet das für unsere Jobs? Im Presseclub wird diskutiert, ob KI in erster Linie neue Chancen schafft oder ob sie langfristig viele Arbeitsplätze verdrängen wird. Während einige Gäste auf höhere Produktivität, neue Berufsbilder und Lösungen für den Fachkräftemangel hoffen, warnen andere vor Entlassungen und einer möglichen sozialen Spaltung. Ein zentraler Streitpunkt ist die Frage, wie Politik, Unternehmen und das Bildungssystem auf den Wandel reagieren sollten. Die Runde ist sich weitgehend einig, dass Deutschland beim Einsatz und bei der Vermittlung von KI Nachholbedarf hat. Gefordert werden mehr Weiterbildung, eine bessere Vorbereitung junger Menschen auf die neue Arbeitswelt und ein grundlegender Kulturwandel in Unternehmen. Kontrovers diskutiert werden auch die gesellschaftlichen Folgen, wenn Maschinen Menschen ersetzen. Reicht es, auf neue Jobs und Anpassungsfähigkeit zu setzen, oder braucht es Instrumente wie ein bedingungsloses Grundeinkommen und neue Formen der Besteuerung von KI-Gewinnen, damit kein neues Prekariat entsteht? Dahinter steht eine grundsätzliche Frage: Wird KI den Wohlstand breiter Bevölkerungsschichten erhöhen – oder vor allem die Gewinne großer Technologiekonzerne erhöhen? Moderatorin Ellen Ehni diskutiert mit den Gästen: Katrin Bennhold (The New York Times), Patrick Bernau (Frankfurter Allgemeine Zeitung). Miriam Meckel (Publizistin) und Gregor Schmalzried (freier Journalist). Wir freuen uns über Feedback. Einfach schreiben an presseclub@wdr.de. Unser Presseclub "Nachgefragt" beginnt bei Minute (42:00). (00:00:04) - KI-Revolution: Wie verändert künstliche Intelligenz unsere Arbeitswelt? (00:02:26) - Jobangst oder Chance? Erste Einschätzungen der Experten (00:04:21) - Entlassungen im Silicon Valley und erste Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt (00:07:07) - Welche Berufe und Tätigkeiten besonders von KI betroffen sein könnten (00:09:34) - Warum KI Menschen nicht einfach ersetzt: Das Beispiel Radiologie (00:11:16) - Industrielle Revolution 2.0? Streit über Tempo und Ausmaß des Wandels (00:14:43) - Deutsche Unternehmen im KI-Zeitalter: Verschlafen wir die Entwicklung? (00:16:34) - Bildung, Ausbildung und die Frage: Wie bereitet man sich auf KI vor? (00:24:30) - Gewerkschaften, Arbeitsmarkt und die Zukunft der Beschäftigung (00:28:27) - Grundeinkommen, soziale Ungleichheit und die Finanzierung des Sozialstaats (00:37:26) - Europas Chancen im globalen KI-Wettbewerb gegen USA und China (00:42:00) - Presseclub nachgefragt
- Streit um Acht-Stunden-Tag: Neuer Stresstest für die Regierung?17.05., 14:0017.05.2026, 14:0000:57:16
Die Regierung will den 8-Stunden-Tag durch eine wöchentliche Höchstarbeitszeit ersetzen. Die Gewerkschaften laufen Sturm dagegen und auch die SPD tut sich schwer damit, denn ein Ja zu diesem Vorhaben könnte sie weitere Sympathiepunkte bei ihrer traditionellen Klientel, den Arbeitern, kosten. Der Union pocht allerdings auf die Umsetzung. Wird das Vorhaben zum nächsten Stolperstein für die Koalition? In der kontroversen und lebhaften Debatte im Presseclub wird um die Frage gerungen, wie wirtschaftlicher Aufschwung in Deutschland gelingen kann: Sollten die Deutschen mehr arbeiten – oder schaffen wir durch Mehrarbeit nicht mehr Produktivität, sondern nur mehr Burn-Out? Welchen Einfluss haben Faktoren wie der Ukraine- und der Irankrieg auf die Wirtschaftslage? Kann durch Mehrarbeit überhaupt mehr erwirtschaftet werden, wenn wegen globaler Multikrisen die Auftragsbücher deutscher Unternehmen leer sind? Kanzler Merz hatte wegen seines Plädoyers für Sozialreformen auf dem DGB-Kongress viel Gegenwind erfahren. Wie sehr muss die Regierung den Protest der Gewerkschaften fürchten? Sollte sich die Koalition ein Beispiel an Schröders Agenda 2010 nehmen und auch gegen den Widerstand der Arbeitnehmervertreter Reformen durchbringen? Diese Fragen diskutiert Moderatorin Susan Link mit den Gästen Alexander Hagelüken (Süddeutsche Zeitung), Maurice Höfgen (Freier Journalist), Dorothea Siems (WELT) und Lennert Zielke (Ostdeutsche Allgemeine). Wir freuen uns über Feedback. Einfach schreiben an presseclub@wdr.de. Unser Presseclub "Nachgefragt" beginnt bei Minute (40:34). (00:00:04) - Einführung (00:01:43) - Warum die Reform so umstritten ist (00:03:12) - Gesundheit, Burnout und Produktivität: Debatte um den 8-Stunden-Tag (00:14:49) - Drohende Proteste: Wie gefährlich wird der Konflikt für die Regierung? (00:23:30) - Merz beim DGB: Pfiffe, Rentendebatte und Kommunikationsprobleme (00:28:16) - Wirtschaftskrise, Sozialstaat und die Frage nach echten Reformen (00:37:51) - Das große Reformpaket: Rente, Pflege, Gesundheit und Arbeitszeit (00:40:34) - Presseclub nachgefragt