
China, Zölle, Arbeitskosten: Deutsche Autos ohne Zukunft?
Beschreibung der Episode
Die deutsche Automobilindustrie steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Vor allem der Einbruch des China-Geschäfts setzt Volkswagen, BMW und Mercedes unter Druck. Chinesische und US-amerikanische Hersteller haben bei Elektroautos, Software, Batterien und Künstlicher Intelligenz die Nase vorn. Die Folge hierzulande sind Sparprogramme, Stellenabbau und drohende Werksschließungen.
Der Presseclub diskutiert, warum die deutschen Autobauer den Anschluss verloren haben. Als Ursachen werden genannt: das lange Festhalten am Verbrennungsmotor, Managementfehler und hohe Kosten. Gleichzeitig wird aber davor gewarnt, dass Deutschland bei den Löhnen in einen Unterbietungswettbewerb mit günstigeren Produktionsstandorten wie Ungarn oder der Slowakei eintritt. Entscheidend sei nun vielmehr, die technologische Wertschöpfung im Land zu halten.
Ein weiterer Streitpunkt ist der Umgang mit der chinesischen Konkurrenz. Die EU solle ihren Binnenmarkt stärker nutzen und verlangen, dass ausländische Hersteller einen größeren Teil ihrer Produktion und Lieferkette nach Europa verlagern. Doch das allein reicht aus Sicht der Runde nicht: Europa müsse auch bei Software, KI und Batterien eigene Unternehmen und Lieferketten aufbauen, statt zur Werkbank Chinas zu werden.
Man müsse der Realität ins Auge sehen: Nicht jeder Standort in Deutschland werde zu retten sein, zugleich könnten Industriearbeitsplätze aber in neue Branchen wie Chipindustrie oder Rüstung überführt werden. Gefordert werden weniger Bürokratie, mehr unternehmerische Freiheit und bessere Bedingungen für Start-Ups. Die Runde ist sich einig: die zentrale Frage laute nicht, wie die alte Autoindustrie um jeden Preis erhalten werden könne, sondern welche Industrie künftig den Wohlstand in Deutschland sichere.
Jörg Schönenborn diskutiert mit den Gästen:
Alexander Demling, DER SPIEGEL
Annette Deutskens, Norddeutscher Rundfunk
Christina Kunkel, Süddeutsche Zeitung
Philipp Raasch, Der Autopreneur
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Unser Presseclub "Nachgefragt" beginnt bei Minute (40:02).
(00:00:05) - Die deutsche Autoindustrie in der Krise: Stellenabbau, China und drohende Werksschließungen
(00:03:54) - Produktion und Entwicklung: Warum Deutschland bei den Autos der Zukunft den Anschluss verliert
(00:06:33) - Der Technologiewandel: Software, KI und Batterien statt Verbrennungsmotor
(00:09:35) - Volkswagen als Sonderfall: Hohe Kosten, Mitbestimmung und verschlafene Veränderungen
(00:12:05) - Die Ursachen der Krise: China, Managementfehler, fehlende Start-ups und hohe Arbeitskosten
(00:18:02) - Autonomes Fahren und neue Technologien: Warum Deutschland bei Zukunftstechnologien zurückliegt
(00:21:39) - Abhängigkeit von China und Trumps Zölle: Wie Europa seine Industrie schützen kann
(00:23:26) - Ist die Krise noch zu stoppen? Europas Pläne für mehr heimische Wertschöpfung
(00:27:31) - Werkbank oder Technologiestandort? Europas Dilemma zwischen Produktion und Entwicklung
(00:30:32) - Welche deutschen Werke haben noch Zukunft? Zwischen Schrumpfung und neuen Industrien
(00:34:57) - Welche Industriepolitik Deutschland braucht: Zukunftstechnologien statt Werksrettung
(00:38:24) - Der notwendige Kurswechsel: Weniger Bürokratie, neue Wertschöpfung und ein anderer Blick auf Arbeitsplätze
[00:41:02] Presseclub Nachgefragt