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46- Höhere Steuern auf Zucker, Tabak, Alkohol: Fürsorge oder Bevormundung?10.05., 14:0010.05.2026, 14:0000:57:20
Die Bundesregierung plant höhere Abgaben auf Zucker, Tabak und Alkohol. Bei zuckerhaltigen Softdrinks sollen die Einnahmen direkt in das Gesundheitssystem fließen, während die Tabak- und Alkoholsteuern helfen sollen, die Finanzlöcher im Haushalt zu stopfen. Im Presseclub wird darüber diskutiert, ob solche Maßnahmen sinnvoller Gesundheitsschutz oder bevormundende Eingriffe des Staates sind. Besonders die geplante Zuckerabgabe auf Softdrinks sorgt für Streit: Während Mai Thi Nguyen-Kim und Christina Berndt auf wissenschaftliche Studien und internationale Beispiele wie Großbritannien verweisen, sehen Karsten Seibel und Ulrich Reitz vor allem fiskalische Interessen des Staates im Vordergrund. In der Runde gehen die Meinungen deutlich auseinander: Befürworter argumentieren, höhere Preise und Werbebeschränkungen könnten vor allem junge Menschen besser vor Sucht und Krankheiten schützen. Kritiker warnen dagegen vor übermäßiger staatlicher Lenkung und sozialer Ungerechtigkeit, weil höhere Abgaben besonders Menschen mit geringem Einkommen treffen würden. Einig sind sich viele Gäste immerhin darin, dass einzelne Maßnahmen allein nicht ausreichen – nötig sei ein Mix aus Aufklärung, Prävention und klaren politischen Regeln. Auch der Blick ins Ausland kommt nicht zu kurz. Großbritannien gilt mit seiner Softdrink-Abgabe und dem geplanten lebenslangen Rauchverbot für jüngere Jahrgänge als Vorbild für konsequentere Gesundheitspolitik. Gleichzeitig stellt die Diskussion grundsätzliche Fragen: Wie weit darf der Staat in persönliche Lebensentscheidungen eingreifen? Und was trägt am Ende tatsächlich besser bei – Verbote, Steuern oder Prävention? Oder sind die Menschen selbst für sich verantwortlich? Moderator Jörg Schönenborn diskutiert mit den Gästen Christina Berndt (Süddeutsche Zeitung), Mai Thi Nguyen-Kim (Wissenschaftsjournalistin), Ulrich Reitz (FOCUS), Karsten Seibel (WELT). Wir freuen uns über Feedback. Einfach schreiben an presseclub@wdr.de. Unser Presseclub "Nachgefragt" beginnt bei Minute (41:25). (00:00:04) - Einstieg: Zuckersteuer, Gesundheitspolitik und die Rolle des Staates (00:04:13) - Warum Softdrinks im Fokus stehen: Zucker, Forschung und gesundheitliche Folgen (00:08:04) - Wie sinnvoll ist die Zuckerabgabe wirklich? Wirkung, Finanzierung und Kritik (00:15:25) - Prävention statt Eigenverantwortung? Krankheiten, Werbung und staatliche Eingriffe (00:18:38) - Tabaksteuer und Rauchverbot: Wen treffen höhere Preise und wie stark wirken sie? (00:22:06) - Großbritannien als Vorbild? Das lebenslange Zigarettenverbot für junge Jahrgänge (00:28:05) - Alkohol als gesellschaftlich akzeptierte Droge: Risiken, Politik und Doppelmoral (00:33:23) - Welche Maßnahmen helfen wirklich? Aufklärung, Werbeverbote und Lenkungssteuern (00:39:26) - Schlussrunde: Welche Argumente überzeugt haben und was der Staat besser machen müsste (00:41:25) - Presseclub "Nachgefragt"
- Ein Jahr an der Macht: Kann Merz Kanzler?03.05., 14:0003.05.2026, 14:0000:57:03
Ein Jahr im Amt und der Druck auf den Kanzler wächst: Die schwarz-rote Regierung wollte Stabilität und Aufbruch liefern, stattdessen prägen Streit und schwache Umfragen das Bild. Daher diskutiert der Presseclub: Kann Merz Kanzler? In der Runde gehen die Bewertungen auseinander: Andreas Rinke (Reuters) und Annette Binninger (Sächsische Zeitung) sehen eine Regierung, die durchaus Entscheidungen trifft und Reformen anstößt. Christoph Hickmann (SPIEGEL) hält dagegen: Der öffentliche Streit überlagere die Inhalte und zeige vor allem ein Kommunikationsproblem. Vieles werde beschlossen, komme aber bei den Menschen nicht an. Der Bundeskanzler steht im Fokus: Ist er ein entschlossener Reformer oder fehlt ihm das politische Gespür? Während Rinke Merz‘ Kompromissfähigkeit betont, zweifeln Hickmann und Yasmine M’Barek (ZEIT) daran, dass er die Erwartungen erfüllen kann, die er selbst geweckt habe. Wie stabil ist die Koalition wirklich? Drohen weitere Konflikte oder wächst sie unter Druck zusammen? Und was zählt am Ende mehr: politisches Handwerk oder öffentliche Wahrnehmung? Moderatorin Susan Link diskutiert mit den Gästen: Annette Binninger (Sächsische Zeitung), Christoph Hickmann (DER SPIEGEL), Yasmine M'Barek (ZEIT) und Andreas Rinke (Reuters) Wir freuen uns über Feedback. Einfach schreiben an presseclub@wdr.de. Unser Presseclub "Nachgefragt" beginnt bei Minute (41:00). Kapitel: (00:00:00) - 1 Jahr Merz: Erwartungen, Realität und Ausgangslage (00:01:46) - Koalition im Alltag: Handlungsfähig trotz Dauerstreit? (00:03:29) - Öffentliches Streiten: Hauptproblem der Regierung? (00:06:11) - Erste Bilanz: Was wurde bisher erreicht? (00:08:31) - Zu hohe Erwartungen? Merz und seine Versprechen (00:12:15) - Merz als „Impulspolitiker“: Führungsstil, Kritik und Wahrnehmung (00:16:40) - Reformagenda: Große Projekte und kommende Konflikte (00:22:09) - Regierungsbilanz: Wo punktet die Koalition und wo verliert sie? (00:27:41) - Blick nach vorn: Wahlen im Herbst, Stabilität und Zukunft der Koalition (00:30:34) - Merz als „Außenkanzler“: Trump-Flüsterer und Retter der NATO? (00:38:36) - Schlussrunde: Ist Merz der richtige Kanzler zur richtigen Zeit? (00:41:00) - Presseclub nachgefragt
- Reiches Energiewende: Rolle rückwärts oder wirtschaftlich vernünftig?26.04., 14:0026.04.2026, 14:0000:56:55
Mit ihrem neuen Gesetzespaket zur Energiepolitik sorgt Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche für Protest. Sie will die Energiewende effizienter und günstiger machen – und dafür Subventionen kürzen sowie den Ausbau erneuerbarer Energien stärker an den Netzausbau koppeln. Kritiker warnen jedoch: Wird so die Energiewende ausgebremst? Die Runde diskutiert, warum Strom in Deutschland so teuer ist und welche Rolle Abgaben, Netzausbau und Fehlsteuerungen im System spielen. Ist es sinnvoll, die Förderung für Solaranlagen auf Hausdächern zu streichen? Und wie lässt sich das Problem lösen, dass Strom oft dort produziert wird, wo er nicht gebraucht wird? Ein weiterer Streitpunkt: der Umgang mit überschüssigem Strom. Soll er gespeichert, etwa in Batterien, oder als Wasserstoff genutzt werden – und braucht es neue Gaskraftwerke als Absicherung für Zeiten ohne Wind und Sonne? Am Ende steht die zentrale Frage: Wie kann die Energiewende so gestaltet werden, dass sie bezahlbar bleibt, die Versorgung sichert und gleichzeitig die Klimaziele erreicht? Moderator Jörg Schönenborn diskutiert mit den Gästen: Christian Geinitz (FAZ), Florian Güßgen (WirtschaftsWoche), Claudia Reiser (MDR), Ursula Weidenfeld (Freie Journalistin). Wir freuen uns über Feedback. Schreiben Sie uns an presseclub@wdr.de. Unser Presseclub "Nachgefragt" beginnt bei Minute (41:12). Kapitel Einstieg: Hohe Strompreise und Reform der Energiewende (00:00:00) Ziele von Katherina Reiche und politische Ausgangslage (00:01:31) Warum Strom in Deutschland so teuer ist (00:02:49) Überangebot an Strom und negative Strompreise (00:04:18) Grundproblem: Strom am falschen Ort produziert (00:06:00) Streit um Solardächer und Förderung für Privatleute (00:07:56) Soziale Frage: Wer profitiert von der Energiewende? (00:12:44) Überschussstrom und Kosten für das System (00:14:38) Netzausbau und Nord-Süd-Problem (00:16:22) Neues Gesetz: Risiken für Investoren und Kritik (00:22:28) Lösungen für Überschussstrom: Speicher und Wasserstoff (00:31:11) Versorgungssicherheit: Gaskraftwerke vs. Batterien (00:34:09) Fazit: Wege zu günstigeren Strompreisen und Zukunft der Energiewende (00:39:13) Presseclub Nachgefragt (00:41:12)
- Gefährliche Mission: Was bringt ein Bundeswehr-Einsatz am Golf?19.04., 14:0019.04.2026, 14:0000:57:24
Deutschland hielt sich bislang im Iran-Konflikt raus. Doch mit der Aussicht auf einen Waffenstillstand steht nun auch ein europäischer Einsatz zum Schutz der Straße von Hormus im Raum. Kann Europa Sicherheit und Stabilität sichern? Wie gefährlich wäre so eine Mission? Die Runde diskutiert über Deutschlands Rolle in der neuen Phase des Iran-Konflikts. Welche Bedingungen müssten gelten, damit eine Beteiligung der "Koalition der Willigen", der auch Deutschland angehört, denkbar wäre? Voraussetzung sei eine Waffenruhe – darin sind sich die Gäste einig. Auch die Uneinigkeit innerhalb der europäischen Staaten über eine mögliche Beteiligung der USA an einem solchen Einsatz wird diskutiert. Die USA hätten bewiesen, dass sie auf dem diplomatischen Feld ungeschickt seien, finden etwa Anja Wehler-Schöck (Tagesspiegel) und Kristina Dunz (RnD). Gemessen an ihren Zielen hätten die USA den Krieg gar verloren, urteilt Michael Thumann (Die Zeit). Was bedeutet der Iran-Konflikt auch für das Deutsch-Amerikanische Verhältnis? Und wie kann die Bundesregierung schwere wirtschaftlichen Folgen des Konflikts für ihre Bürger abwenden? Darüber diskutiert Susan Link mit den Gästen: Thomas Gutschker (FAZ), Anja Wehler-Schöck (Tagesspiegel), Michael Thumann (Die Zeit) und Kristina Dunz (RnD) Wir freuen uns über Feedback. Schreiben Sie uns an presseclub@wdr.de. Unser Presseclub "Nachgefragt" beginnt bei Minute (41:30).
- Alles wird teurer: Wo bleiben die versprochenen Entlastungen?12.04., 14:0012.04.2026, 14:0000:57:13
Die hohen Spritkosten heizen nicht nur die Inflation kräftig an, sondern auch die Stimmung in der Koalition. Obwohl die Rufe nach staatlicher Hilfe immer lauter werden, streiten Finanzminister Klingbeil und Wirtschaftsministerin Reiche über die richtigen Maßnahmen. Die Koalition hatte den Beziehern kleiner und mittlerer Einkommen Steuersenkungen versprochen. Was wird aus diesem Versprechen in Zeiten von Krieg und leeren Kassen? Nach Ansicht unserer Gäste sind bisher keine echten Entlastungen in Sicht. Allerdings gehen die Meinungen darüber auseinander, ob dies aufgrund des Energiepreisschocks jetzt notwendig wäre oder nicht. Angelika Hellemann fürchtet einen Machtkampf in der Union, nachdem Bundeswirtschaftsministerin Reiche sich der Anweisung des Kanzlers widersetzt und öffentlich scharf ihren Koalitionskollegen Lars Klingbeil attackiert hat. Macht Reiche den Lindner und lässt die Koalition platzen? Die Gäste diskutieren kontrovers darüber, was jetzt zu tun ist. Während Jörg Wimalasena die Lösung in einer Übergewinnsteuer sieht, setzt Jörg Quoos mehr auf Direkthilfen, merkt aber gleichzeitig an, dass es immer noch keinen direkten Auszahlungsmechanismus gibt, weshalb auch das versprochene Klimageld bisher nicht ausgezahlt worden ist. Hellemann kritisiert, dass die im Koalitionsvertrag versprochenen steuerlichen Entlastungen nicht gegenfinanzierbar seien – ohne die Steuern an anderer Stelle anzuheben. Während Wimasalena dafür plädiert, den Spitzensteuersatz anzuheben, argumentiert Julia Löhr, dass dadurch in Summe viel zu wenig Geld für eine Entlastung breiter Bevölkerungsschichten zusammenkomme. Sie sieht die Lösung bei Einsparungen in den Sozialsystemen. Wer hat die besten Ideen? Darüber diskutiert Jörg Schönenborn mit den Gästen: Angelika Hellemann (BILD am Sonntag), Julia Löhr (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Jörg Wimalasena (freier Journalist), Jörg Quoos (FUNKE). Wir freuen uns über Feedback. Einfach schreiben an presseclub@wdr.de. Unser Presseclub "Nachgefragt" beginnt bei Minute (41:17).
- Handlungsdruck: Wie saniert die Regierung die Krankenkassen?29.03., 14:0029.03.2026, 14:0000:56:59
Noch ist alles streng geheim: Am Montag präsentiert Gesundheitsministerin Warken die Vorschläge einer Expertenkommission, wie das Milliardenloch der Krankenkassen gestopft werden kann. Die Regierung steht unter Druck: Wenn die Kassenbeiträge sinken sollen, dann muss sie jetzt handeln und sparen. Was kommt auf Ärzte, Krankenhäuser und Versicherte zu? Und was braucht es jetzt, um das Gesundheitssystem zu stabilisieren? Im Presseclub diskutieren die Gäste darüber, wo gespart werden kann. Einigkeit herrscht in der Runde darüber, dass das gegenwärtige System schlicht zu teuer ist und dringender Handlungsbedarf besteht. Wo lässt sich am effektivsten sparen? Welche Rolle spielt die Pharmaindustrie, die immer höhere Gewinne erzielt, bei künftigen Kürzungen? Welche Sofortmaßnahmen zeigen die größte Wirkung, ohne die Patienten zu überlasten – und was entpuppt sich am Ende als bloße Symbolpolitik? Jörg Schönenborn diskutiert mit den Gästen: Markus Grill (NDR/WDR Investigativressort), Britta Rybicki (Handelsblatt), Cordula Tutt (WirtschaftsWoche) und Jürgen Klöckner (POLITICO). Wir freuen uns über Feedback. Einfach schreiben an presseclub@wdr.de. Unser Presseclub "Nachgefragt" beginnt bei Minute (41:05).
- Krieg in Nahost: Verbrennt der versprochene Wirtschaftsaufschwung?22.03., 14:0022.03.2026, 14:0000:57:26
In Nahost explodieren die Bomben und bei uns die Tankpreise: Als Reaktion auf die Angriffe der USA und Israels auf die Mullahs setzen sie darauf, den Welthandel mit Gas und Öl zu torpedieren. Welche Folgen hat das für uns und den versprochenen Wirtschaftsaufschwung? Darüber diskutieren unsere Gäste in diesem Presseclub. Der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran treibt die Energiepreise weltweit in die Höhe, auch in Deutschland sind die Folgen bereits spürbar. Deutlich steigende Energiepreise sorgen für wachsende Unsicherheit - nicht nur bei den Verbrauchern oder auch in der Wirtschaft? Droht der nächste Inflationsschub, der die Hoffnung auf einen konjunkturellen Aufschwung wieder begräbt bevor er richtig angefangen hat? In der Diskussion wird deutlich: Staatliche Eingriffe wie Tankrabatte sehen viele kritisch. Sie seien teuer, wenig zielgenau und setzten falsche Anreize. Wenn, dann sollten nur gezielt finanziell schwächere Haushalte entlastet werden zum Beispiel durch ein Klimageld. Anders sei das in der Speditionsbranche: Hier seien sofort Maßnahmen aufgrund des hohen Dieselpreises notwendig, um den Preisanstieg bei Lebensmitteln zu bremsen. Andere plädieren auch für eine Übergewinnsteuer und kartellrechtlich gegen Abzocke vorzugehen. Einigkeit besteht darin, dass die Auswirkungen des Krieges weit über den Energiesektor hinausgehen. Höhere Gaspreise verteuern Düngemittel und damit auch Lebensmittel. Gleichzeitig geraten globale Lieferketten und Handelsrouten zunehmend unter Druck. Während Deutschland unter hohen Preisen leidet, drohen in anderen Regionen der Welt sogar Versorgungsengpässe. Langfristig führt an einer grundlegenden Neuaufstellung der Energieversorgung kaum ein Weg vorbei. Mehr Unabhängigkeit, Diversifizierung der Bezugsquellen und der Ausbau erneuerbarer Energien werden als zentrale Aufgaben genannt. Übergangsweise könne es aber notwendig werden, noch verstärkt auf heimische Energiequellen zu setzen wie Gas oder Kohle, um beim grünen Umbau mehr Zeit zu gewinnen. Ellen Ehni diskutiert mit den Gästen: Mary Abdelaziz-Ditzow (Finanzfluss), Ralf Geißler (MDR), Anja Kohl (HR), Daniel Wetzel (WELT).
- Zwischen Trump und Putin - Welchen Preis zahlt Europa?15.03., 12:0315.03.2026, 12:0301:00:18
Moderatorin Anke Plättner diskutiert mit: Sudha David-Wilp, German Marshall Fund of the United States; Thomas Gutschker, Brüssel-Korrespondent, Frankfurter Allgemeine Zeitung; Kristin Helberg, freie Journalistin und Nahost-Expertin; Maria Luz Moraleda, spanische Journalistin, Deutsche Welle
- Eskalation am Golf: Wie nah ist uns der Iran-Krieg?08.03., 14:0008.03.2026, 14:0000:57:35
Seit gut einer Woche führen die USA und Israel Krieg gegen den Iran. Die Sorge wächst vor einer Ausbreitung. Auch in Deutschland sind Auswirkungen des Krieges spürbar. Droht eine Wirtschaftskrise? Wie steht es um die Sicherheit? Und was passiert, wenn der Krieg weiter eskaliert? Darüber diskutieren unsere Gäste in diesem Presseclub. Welche Ziele verfolgen die USA und Israel im Iran? Für Paul-Anton Krüger steht fest: Der Krieg könnte noch lange gehen. Denn während für die israelische Regierung die Destabilisierung des iranischen Staatsapparates im Vordergrund stehe, lasse Trump seine Kriegsziele weitgehend offen. Isabel Schayani ist der Meinung, dass die USA möglichst schnell und ohne große Verluste aus diesem Krieg gehen wollen. Für viele Iranerinnen und Iraner bedeute der US-Militäreinsatz eine große Hoffnung. Was bedeutet der Iran-Krieg für Deutschland? Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius sagte im Bundestag, dass die Bundeswehr sich nicht an diesem Konflikt beteiligen werde. Doch sollte es beispielsweise zu einem NATO-Bündnisfall kommen, hätte Deutschland nur beschränkte Wahlmöglichkeiten, was einen Einsatz beträfe, betont Peter Müller. Inzwischen sind die negativen Auswirkungen auf die Energiepreise, den Flugverkehr und den Welthandel spürbar. Die steigenden Preise an den Tankstellen hierzulande sieht Melanie Amann pragmatisch. Das sei simple Markwirtschaft. Eine direkte Einmischung der Bundesregierung durch beispielsweise eine Spritpreisbremse hält sie für falsch. Ellen Ehni diskutiert mit Melanie Amann (Funke Mediengruppe), Paul-Anton Krüger (DER SPIEGEL), Peter Müller (Augsburger Allgemeine) und Isabel Schayani (Westdeutscher Rundfunk). Wir freuen uns über Feedback: presseclub@wdr.de Unser „Nachgefragt“ beginnt bei Minute 41:10.
- Trumps Angriff auf den Iran01.03., 12:0301.03.2026, 12:0300:59:30
Moderatorin Eva Lindenau diskutiert mit: Isabel Schayani, deutsch-iranische Journalistin, WDR; Eva Quadbeck, Chefredakteurin RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND); Felix Lee, China-Experte, Süddeutsche Zeitung Dossier; Christopher F. Schuetze, Berlin-Korrespondent, New York Times
- Tolerieren, regulieren oder verbieten: Wie umgehen mit Social Media?22.02., 14:0022.02.2026, 14:0000:57:15
Australien hat es vorgemacht – nun fordern auch SPD und CDU ein Mindestalter für soziale Medien. Die Begründung: Plattformen könnten süchtig machen und die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen beeinträchtigen. Doch ist ein Verbot der richtige Weg? Und wie schützen wir zugleich Erwachsene vor Desinformation und Hass im Netz? Im Presseclub diskutieren die Gäste, wie wirksamer Jugendschutz im digitalen Raum aussehen sollte – und welche Instrumente den EU-Mitgliedstaaten im Umgang mit den Tech-Konzernen tatsächlich zur Verfügung stehen. Als Alternative zu Verboten wird häufig ein Schulfach „Medienkompetenz“ gefordert. Aber reicht das? Kann man den Umgang mit sozialen Medien so erlernen, dass sie unbedenklich genutzt werden können? Oder sind sie strukturell problematisch – ein Geschäftsmodell, das Nutzer zur Ware macht und Aufmerksamkeit zur Währung? Die Gäste sind sich uneins. Die eine Seite betont die toxischen Mechanismen und Algorithmen sozialer Medien – mit Suchtpotenzial nicht nur für Minderjährige, sondern auch für Erwachsene. Sie fordert, den Digital Services Act konsequent anzuwenden, statt Kinder und Jugendliche pauschal vom Diskurs auszuschließen. Die andere Seite argumentiert: So lange soziale Medien nicht schärfer reguliert würden, müsse der Schutz von Kindern oberste Priorität haben. Einig sind sich alle, dass insbesondere die US-amerikanischen Tech-Konzerne von Musk und Zuckerberg eine ernsthafte Gefahr für die Demokratie darstellen. Wie sollte die Politik also mit ihnen umgehen? Darüber diskutiert Susan Link mit: Gavin Karlmeier (Freier Journalist) Katharina Nocun (Freie Journalistin) Jakob Vela Hanke (Handelsblatt) Laura Hertreiter (DIE ZEIT) Wir freuen uns über Feedback: presseclub@wdr.de Unser „Nachgefragt“ beginnt bei Minute 41:15.
- Zwischen Trump und Putin: Wie bedroht ist Europa?15.02., 14:0015.02.2026, 14:0000:57:12
Europa ist doppelt herausgefordert: Russlands Krieg gegen die Ukraine und wachsende Zweifel an der Verlässlichkeit der USA aufgrund der "America-First-Strategie" unter Trump haben die europäische Sicherheitsordnung demontiert. Mehr denn je stellt sich die Frage, was passiert, wenn Europa angegriffen wird. Können wir uns noch auf den US-Beistand verlassen? Oder sind wir auf uns alleine gestellt? Und wenn ja, wann können wir uns selbst verteidigen? Im Presseclub diskutieren die Gäste, wie tief der transatlantische Bruch wirklich geht. Was die Rede des US-Außenministers Rubio auf der Münchener Sicherheitskonferenz anbelangt, sind sich alle einig: Die USA unter Trump erwarteten Gefolgschaft, der freundliche Ton dürfe nicht darüber hinwegtäuschen. Europa müsse deutlich mehr in die eigene Verteidigung investieren, um abschreckungsfähig zu werden. Große Gipfeltreffen und „Maulheldentum“ allein reichten nicht mehr. Doch zentral bleibt die Frage: Wie schnell und wie entschlossen sind wir? Reicht eine engere Zusammenarbeit der Willigen oder braucht es völlig neue Strukturen? Brauchen wir eine europäische Verteidigungsgemeinschaft? Welche Rolle soll Deutschland spielen und wie weit können, dürfen und müssen wir gehen? Auch die Frage, ob Europa langfristig einen eigenen nuklearen Schutzschirm braucht, sorgt für Diskussion. Darüber diskutiert Ellen Ehni mit: Markus Bickel (Table.Briefings), Sina-Marie Schweikle (Süddeutsche Zeitung), Christoph von Marschall (Der Tagesspiegel) und Pascal Beucker (taz). Wir freuen uns über Feedback. Einfach schreiben an presseclub@wdr.de. Unser Presseclub "Nachgefragt" beginnt bei Minute (41:00).
- Drei Zimmer, Küche, Bad - Wie wird Wohnen wieder bezahlbar?08.02., 14:0008.02.2026, 14:0000:56:57
In Deutschland fehlen 1,4 Millionen Wohnungen. Die Mieten explodieren weiter. Wohnen wird zum Luxusgut. Kann der versprochene „Bauturbo“ die Wende bringen? Unsere Gäste sehen unterschiedliche Lösungen für das Wohnungsproblem. Für Antje Höning ist es eine Sache von Angebot und Nachfrage: Mehr Wohnungsbau würde auf Dauer niedrigere Mieten bedeuten. Nele Spandick hingegen geht das nicht weit genug, sie hält zusätzlich strengere Mitregulierungen für entscheidend. Michael Fabricius hingegen sieht jetzt schon zu viele staatliche Vorgaben als Bremse für Investoren. Dem stimmt auch Markus Peters zu, sieht aber vor allem die Kommunen in der Verantwortung, den Wohnungsbau wieder anzukurbeln. Kann der Wohnungsmarkt in Hamburg als positives Beispiel gesehen werden? Und was gehört laut unseren Gästen auf die Liste für einen wirklichen Bauturbo? Darüber diskutiert Jörg Schönenborn mit: Michael Fabricius (WELT), Antje Höning (Rheinische Post), Markus Peters (Weser Kurier) und Nele Spandick (Stern). Wir freuen uns über Feedback. Einfach schreiben an presseclub@wdr.de. Unser Presseclub "Nachgefragt" beginnt bei Minute (41:03).
- Recht auf Teilzeit: Wie selbstbestimmt dürfen wir arbeiten?01.02., 14:0001.02.2026, 14:0000:57:08
Die Wirtschaft kommt nicht voran, die Arbeitslosigkeit steigt. Die CDU identifiziert eine mangelnde Arbeitsbereitschaft in Teilen der Bevölkerung als eine Ursache für die Flaute, weshalb sie das bedingungslose Recht auf Teilzeit einschränken will. Könnte ein solcher Einschnitt in Arbeitnehmerrechte die Wirtschaft wieder in Schwung bringen? Im Presseclub beurteilen die Gäste das unterschiedlich. Mit einem Zwang zur Mehrarbeit würden Menschen aus ihrem Beruf herausgetrieben. Wer Fachkräfte behalten wolle, müsse ihnen Spielräume und Selbstbestimmung ermöglichen. Auf der anderen Seite des Tisches sieht man es anders: Das Recht auf Teilzeit sei ein Luxus, nicht mehr zeitgemäß. Welche Stellschrauben könnte es noch geben, um Anreize für Mehrarbeit zu schaffen? Welche Rolle spielen dabei Ehegatten-Splitting und Minijobs? Brauchen wir strengere Regeln oder mehr Flexibilität und weniger Staat – wie ein Anrufer in der Sendung fordert? Ist das strenge Arbeitszeitgesetz ein Relikt der Vergangenheit? Darüber diskutiert Jörg Schönenborn mit den Gästen: Maike Rademaker (freie Journalistin), Dagmar Rosenfeld (Podcasterin), Alexander Hagelüken (Süddeutsche Zeitung) und Romanus Otte (Politico). Wir freuen uns über Feedback. Einfach schreiben an presseclub@wdr.de. Unser Presseclub "Nachgefragt" beginnt bei Minute (41:20).
- Auf der Suche nach Stärke - was setzt Europa Trump25.01., 13:0025.01.2026, 13:0001:00:20
Gäste: Felix Lee, Süddeutsche Zeitung Dossier "Geoökonomie" Prof. Christiane Lemke, Politikwissenschaftlerin und Publizistin Christoph von Marschall, Der Tagesspiegel Tonia Mastrobuoni, La Repubblica
- Aufstand gegen das Mullah-Regime - Letzte Hoffnung Trump?18.01., 15:0018.01.2026, 15:0000:57:15
Das iranische Regime hat die friedlichen Proteste mit brutaler Gewalt niedergeschlagen. Am Anfang drangen noch Bilder an die entsetzte Weltöffentlichkeit, aber inzwischen hat das Regime eine Internetsperre verhängt. Tausende Menschen sollen getötet worden sein. Moralisch unterstützt wurden die Protestierenden von US-Präsident Trump, der Hilfe versprach und dem Mullah-Regime mit Konsequenzen drohte, dann aber doch nicht militärisch eingriff. Ist das Momentum für einen Sturz des Regimes schon wieder vorbei? Im Presseclub gehen die Meinungen darüber, ob es zu gezielten Militärschlägen der USA kommen wird, auseinander. Auch über den Sinn einer solchen Aktion urteilen die Gäste unterschiedlich, denn er könnte die gesamte Region destabilisieren. Im Laufe der Sendung wird die Frage aufgeworfen, ob ein amerikanischer Militärschlag angesichts der brutalen Gewalt des Mullah-Regimes nicht sogar moralisch geboten sei, selbst wenn dafür kein Mandat des Sicherheitsrat vorläge. Auch dazu gibt es kontroverse Aussagen. Ebenso die Einflussmöglichkeiten Europas und Deutschlands nimmt die Runde ins Visier: Was können wir tun oder können die Menschen im Iran am Ende doch nur auf Trump hoffen? Susan Link diskutiert mit den Gästen: Daniel-Dylan Böhmer (WELT), Matthew Karnitschnig (Euractiv), Isabel Schayani (Westdeutscher Rundfunk) und Bente Scheller (Heinrich-Böll-Stiftung). Wir freuen uns über Feedback. Einfach schreiben an presseclub@wdr.de. Unser Presseclub "Nachgefragt" beginnt bei Minute (41:20).
- Erst Venezuela, dann Grönland? - Trumps neue Weltordnung11.01., 12:0311.01.2026, 12:0301:00:12
Gäste: Andrew Denison, US-amerikanischer Publizist und Politologe Gesine Dornblüth, freie Journalistin, ehem. Moskau-Korrespondentin Deutschlandradio Shi Ming, freier Journalist und China-Experte Hubert Wetzel, Brüssel-Korrespondent, Süddeutsche Zeitung
- Scheidung auf Raten – Lässt Trump Europa im Stich?14.12., 12:0314.12.2025, 12:0301:00:06
Gäste: Kerstin Kohlenberg, DIE ZEIT, ehem. USA-Korrespondentin Anne McElvoy, POLITICO, London-Korrespondentin Andrey Gurkov, russischer Journalist und Autor Thomas Mayer, Europa/NATO-Korrespondent, Der Standard
- Regieren als Zitterpartie: Wie kommt das Land voran07.12., 14:0007.12.2025, 14:0000:56:59
Nach wochenlangen Diskussionen hat die Regierung das Rentenpaket trotz internem Widerstand aus der Unionsfraktion durchgebracht. Die Koalition hat nur eine knappe Mehrheit von 12 Stimmen, was umso schwerer wiegt, weil Union und SPD vor allem in der Sozialpolitik häufig über Kreuz liegen. Wird das Ringen um Mehrheiten künftig die Norm? Dabei stehen die nächsten Konfliktthemen, wie härtere Sanktionen beim Bürgergeld, schon vor der Tür. Die Merz-CDU hatte ihren Wählern einen wirtschaftsliberaleren und konservativeren Kurs als unter Kanzlerin Merkel versprochen, was sie mit ihrem Koalitionspartner SPD bisher kaum durchsetzen kann. Dabei sind grundlegende Reformen vor allem in den Sozialversicherungen unabdingbar. Was also tun, um politisch mehr Handlungsfähigkeit zu erreichen? Kann die Union am Unvereinbarkeitsbeschluss mit der Linkspartei und der AfD festhalten? Ist Regieren mit wechselnden Mehrheiten die Lösung? Oder müssen wir uns auch auf eine Minderheitsregierung einstellen, wie es in unseren europäischen Nachbarländern normal ist? Darüber diskutiert Moderator Jörg Schönenborn mit den Gästen Beatrice Achterberg (Neue Zürcher Zeitung), Karin Christmann (Tagesspiegel), Martin Debes (Stern) und Stephan-Götz Richter (The Globalist). Wir freuen uns über Feedback. Einfach schreiben an presseclub@wdr.de. Unser Presseclub "Nachgefragt" beginnt bei Minute (41:06).
- Machtpoker um die Ukraine – Droht ein Diktatfrieden?30.11., 13:0030.11.2025, 13:0001:00:08
Gäste: Katrin Pribyl, Brüssel-Korrespondentin (reportois), Roman Goncharenko, Osteuropa-Redaktion Deutsche Welle, Andrew Denison, transatlantic networks, Nicole Bastian, Handelsblatt