Häufig erwähnt
Episoden
130- Neue ACT-App: inneract.de! (grrrrratis)28.05., 09:4228.05.2026, 09:4200:14:00
Babak und ich haben die letzten Wochen eine ACT-App erstellt auf Grundlage von "30 Tage ACT", meinem Kurs zur Akzeptanz- und Commitment-Therapie. Babak hat sich um das Design, das Logo und alles Technische gekümmert, ich mich um die Inhalte. 6 neue angeleitete Übungen Fortschritt speichern Reflexionen speichern (lokal) schickes Design DSGVO-konform kein Tracking, keine Werbenetzwerke grrrrrrrratis! _________________________________ https://inneract.de/ Neue Website: www.therapieaufdenpunkt.com _________________________________ Inhalt: 0:00 Neue App! 11:44 Neue Website! 12:46 Inhaltlicher Ausblick
- Was ist Vermeidung?26.04., 22:4726.04.2026, 22:4701:18:27
Vermeidung ist die zentrale Ursache für alle möglichen psychische Störungen und Schwierigkeiten. Ich erkläre in dieser Folge anhand eines simplen Diagramms, wie Spinnenphobie, Panik, Emetophobie, Zwang, Depression und Probleme mit dem Setzen von Grenzen alle durch Vermeidung Zustandekommen. Viel Erfolg und alles Gute! 🚀🚀🚀 Download Din A4 (PDF): https://drive.google.com/drive/folders/19-FpV07Kzw7WGaVxR3mF_QKr6LDYtG6o?usp=sharing _________________________ Inhalt: 0:00 Einleitung 2:55 Spinnenphobie 21:04 Emetophobie (Angst, zu erbrechen) 30:53 Panik 37:59 Zwang 53:21 Depression 0:59:20 Sucht 1:06:13 Grenzen setzen 1:10:36 In abstracto 1:16:29 Nachwort
- Meditation lernen #3 - Schwierige Gefühle (geführte Meditation)24.04., 13:4324.04.2026, 13:4300:38:10
In dieser 30-minütigen geführten Meditation wenden wir die Technik, die wir zu Beginn der Serie besprochen haben, auf schwierige Gefühle an. Wenn ihr euch jetzt gerade in diesem Moment in einer schwierigen Gefühlslage befindet, könnt ihr die Meditation nutzen, um euer Gefühl Stück für Stück zu akzeptieren. Viel Erfolg und alles Gute! :) ______________________________ Inhalt: 0:00 Einleitung 4:44 Meditation 34:44 Nachwort
- Meditation lernen #2 - Geführte Meditation23.04., 12:4623.04.2026, 12:4601:02:48
In dieser 60-minütigen geführten Meditation nutzen wir die Technik, die ich in der letzten Episode vorgestellt habe. Wir gehen 4 Focus Ranges durch: Empfindungen im Kopf, äußere Klänge, Gefühle und alle Empfindungen. Viel Erfolg! 🚀🚀🚀 ____________________________ Ladet euch das Handout zur Technik runter: drive.google.com/drive/folders/13MXQpJ1W5DzhaHd-fKXdlaiqTTu2Uk_C?usp=sharing ____________________________ Inhalt: 0:00 Einleitung 1:30 Empfindungen im Kopf 16:30 Äußere Klänge 31:30 Gefühle 46:30 Alle Empfindungen 1:01:30 Nachwort
- Meditation lernen #1 - Unified Mindfulness nach Shinzen Young19.04., 17:1019.04.2026, 17:1002:23:15
Durch Meditation können wir lernen, mit schwierigen Gefühlen besser umzugehen, dysfunktionale Handlungsimpulse abbauen, uns selbst besser kennenlernen und empfänglicher für die schönen Dinge im Alltag zu werden. Leider sind die meisten Meditationsbücher zwar voll von blumigen Metaphern, enthalten aber keine konkreten Handlungsanweisungen. Das System von Shinzen Young (Unified Mindfulness) ist dagegen sehr präzise und gibt konkrete Anleitung, wie man meditiert und wie man mit bestimmten problematischen Situationen umgeht. In dieser Episode gebe ich einen Überblick über die wichtigsten Begriffe und Techniken, die man braucht, um selbst mit der Praxis zu beginnen. Hier ist außerdem mein Handout zu Unified Mindfulness, das alle Punkte detaillierter ausführt: drive.google.com/drive/folders/13MXQpJ1W5DzhaHd-fKXdlaiqTTu2Uk_C?usp=sharing Viel Spaß! :) ___________________________________ Quellen: Shinzen Young - Science of Englightenment: shinzen.org/resources/ Shinzen Young - See, Hear, Feel: shinzen.org/wp-content/uploads/2016/08/SeeHearFeelIntroduction_ver1.8.pdf Julianna Raye - A Guide to Unified Mindfulness: de.everand.com/book/502243286/CORE-A-Guide-to-Unified-Mindfulness ___________________________________ Inhalt: 0:00 Einleitung 2:31 Wieso Unified Mindfulness? 10:33 Einige Missverständnisse 19:00 Ist Meditation gefährlich? 24:16 Was ist das Ziel von Meditation? 31:53 Konzentration, Klarheit, Gleichmut 51:10 Die Focus Range 1:03:26 Und wie meditiert man jetzt? 1:14:13 Labeling! 1:21:37 Wie stark die Labels? 1:30:52 Gleichmut durch Labeling 1:35:33 Unangenehme Empfindungen 1:40:22 3 Strategien bei unangenehmen Empfindungen 1:45:32 Besonderheiten bei Angst etc. im Alltag 1:49:12 Teile und Herrsche 2:01:43 Hindernisse auf dem Weg als Teil des Weges 2:08:07 Eine spielerische Haltung 2:13:04 Do Nothing 2:17:12 Alles auf einen Blick 2:20:56 Schlusswort
- Grenzen setzen25.03., 04:0025.03.2026, 04:0001:59:27
Grenzen setzen heißt, die eigenen Bedürfnisse klar zu kommunizieren und für sie einzustehen. Aber was hält uns vom Setzen einer Grenze ab? Und wie setzten wir Grenzen konkret? Wie sehr muss ich mich für meine Bedürfnisse rechtfertigen? Und welche Bedürfnisse kann ich überhaupt einfordern? Außerdem schauen wir uns an, wie das Gegenüber auf unsere Grenzen reagieren kann. Es gibt verschiedene Formen des Widerstands, auf die meine Grenze stoßen kann, und es ist wichtig, diese zu erkennen, um passend zu kontern. Wir diskutieren außerdem die Rolle von Ärger, das Problem des Machtungleichgewichts und diverse weitere Anwendungsprobleme. Viel Spaß! :) ______________________________ Handout Grenzen setzen: drive.google.com/file/d/1DgC-wjKRVgIIb6SoDM2ne3Z86-VVwv6b/view?usp=sharing Nedra Glower Tawab - Grenzen machen uns frei: narayana-verlag.de/Grenzen-machen-uns-frei-Nedra-Glover-Tawwab/b27969 ______________________________ Inhalt: 0:00 Einleitung 12:37 Die Basics 20:48 Warum Grenzen wichtig sind 30:51 Wie setze ich Grenzen? 39:21 Grenzen planen 45:03 Muss ich mich rechtfertigen? 49:58 Gewaltfreie Kommunikation 51:52 Welche Bedürfnisse einfordern? 56:06 Problem: Machtungleichgewicht 1:01:25 Wie reagiert mein Gegenüber? 1:17:09 Was hält mich davon ab? 1:28:00 Grenzen und Ärger 1:34:42 Vermeidung von Grenzen 1:39:45 Grenzen und Eltern 1:43:22 Grenzen und Kinder 1:54:10 Grenzen im Beruf
- Kollektive Handlungsprobleme, Hyperagenten und KI-Entwicklung als Metaevolution (mit Peter Kuhn)19.03., 11:5519.03.2026, 11:5503:21:14
Die Welt ist voll von Systemen, die niemand so designen würde, die aber jeder beteiligte Akteur durch sein eigenes Handeln herbeiführt: Überfischung, kapitalistische Ausbeutung, Wettrüsten und Krebs. All dies sind Beispiele für das, was man in der Spieltheorie als kollektive Handlungsprobleme bezeichnet. Wie entstehen diese Handlungsprobleme? Wie lassen sie sich regulieren? Was bedeutet dies für politische Utopien? Und welche Konsequenzen ergeben sich für die KI-Forschung? Im zweiten Teil der Episode diskutiere ich mit Peter Kuhn seinen spekulativen Begriff von Hyperagenten wie Unternehmen oder Staaten, die echte Agency haben sollen und deren Absichten nicht auf die Absichten der konstituierenden Menschen reduzibel sein sollen. Außerdem fragen wir uns, ob KI-Forschung als metaevolutionärer Phasenübergang verstanden werden kann. ________________________________ Quellen: Alexander, Scott (2014, July 30). Meditations on Moloch. Slate Star Codex. https://slatestarcodex.com/2014/07/30/meditations-on-moloch/ Bakan, Joel (2004). The corporation: The pathological pursuit of profit and power. Penguin Canada. http://commons.allard.ubc.ca/books/4 Bostrom, Nick (2014). Superintelligence: Paths, dangers, strategies. Oxford University Press. Kuhn, Peter (2025). Humanism – An obituary. Substack. https://substack.com/home/post/p-171043982 Yudkowsky, E., & Soares, N. (2025). If anyone builds it, everyone dies: Why superhuman AI would kill us all. Little, Brown and Company. ________________________________ Inhalt: 0:00 Meditations on Moloch 1:28:13 Hyperagenten 2:18:41 Metaevolution
- Warum und wie funktioniert Expositionstherapie? - Die theoretischen Grundlagen06.03., 18:0506.03.2026, 18:0500:59:40
Was genau sind die Wirkmechanismen hinter der Expositionstherapie? Wir gehen verschiedene Kandidaten durch und arbeiten jeweils heraus, welche Evidenz zu welcher theoretischen Neuerung geführt hat. Dadurch gewinnen wir nicht nur ein Erklärungsmodell für eine der wirksamsten therapeutischen Methoden überhaupt, sondern auch ein besseres Bild davon, wie unsere Psyche funktioniert. Die besprochenen Kandidaten sind: Habituation, klassische Konditionierung, die Emotional Processing Theory in ihrer ersten und zweiten Fassung und der Ansatz des Inhibitory Learning von Craske. ________________________________ Quellen: Foa, E. B., & Kozak, M. J. (1986). Emotional processing of fear: exposure to corrective information. Psychological bulletin, 99(1), 20. Rauch, S., & Foa, E. (2006). Emotional processing theory (EPT) and exposure therapy for PTSD. Journal of Contemporary Psychotherapy, 36(2), 61-65. Foa, E., Huppert, J. D., & Cahill, S. P. (2006). Emotional processing theory: An update. Craske, M. G., Treanor, M., Conway, C. C., Zbozinek, T., & Vervliet, B. (2014). Maximizing exposure therapy: An inhibitory learning approach. Behaviour research and therapy, 58, 10-23. Pittig, A., & Wong, A. H. (2022). Reducing the return of avoidance and fear by directly targeting avoidance: Comparing incentive-based and instructed extinction of avoidance to passive fear extinction. Journal of Experimental Psychopathology, 13(4), 20438087221136424. Westra, H. A. (2007). Review of Pathological anxiety: Emotional processing in etiology and treatment. ________________________________ Inhalt: 0:00 Einleitung 10:10 Habituation 16:05 Klassische Lerntheorie 20:56 Probleme klassische Lerntheorie 29:25 Emotional Processing Theory 39:41 Revised Emotional Processing Theory 43:06 Craske - Inhibitory Learning 53:22 Zsmf und therapeutische Implikationen
- 1 Jahr Therapie auf den Punkt!22.02., 17:5922.02.2026, 17:5900:28:06
Vor genau einem Jahr habe ich die erste Folge auf diesem Podcast hochgeladen! Aus diesem Anlass werfen wir einen Blick zurück und lassen das vergangene Jahr Revue passieren. Außerdem gebe ich einen Überblick über die Hörerstatistiken, erzähle kurz etwas über meine ursprüngliche Motivation hinter dem Podcast, gebe einen kleinen Einblick in den Produktionsprozess und einen Ausblick auf die Themen im kommenden Jahr. Vielen Dank für euren Support! __________________________ Meine Serie zu Grenzen setzen auf YouTube: youtube.com/watch?v=Vk71Rc7h25s&list=PLGBDtdSWY7lndi-CFNguf-pcE1JGn34dt __________________________ Inhalt: 0:00 Einleitung 1:28 Stats, Stats, Stats! 8:54 Motivation hinter dem Podcast 18:21 Produktionsprozess 22:26 Das kommende Jahr 25:28 Austausch und Danke!
- Cannabis und psychische Gesundheit19.02., 20:4619.02.2026, 20:4600:49:14
Viele Menschen kiffen, um mit ihren Depressionen oder Ängsten besser umgehen zu können. Aber funktioniert das eigentlich? Die Debatte um die psychischen Auswirkungen von Cannabis ist auf beiden Seiten geprägt von diversen Mythen. Auf der einen Seite wird Cannabis komplett verteufelt, auf der anderen Seite komplett verharmlost. Aber was sagt eigentlich die Forschung? Wir gehen eine Übersichtsstudie zum Zusammenhang zwischen Cannabis und psychischer Gesundheit durch und besprechen im Detail, was wir aus den Daten schlussfolgern können und was nicht. Anschließend beleuchte ich das Thema aus therapeutischer Perspektive vor dem Hintergrund meiner Arbeit auf der Suchtstation. Außerdem gebe ich einige Hinweise, falls ihr mit dem Gedanken spielt, euren Konsum zu reduzieren. Ob ihr das tut, ist natürlich eure Entscheidung. Aber ich hoffe, mit dieser Episode zur Grundlage einer informierten Entscheidung beigetragen zu haben. Viel Spaß beim Hören! 🚀🚀🚀 __________________________________ Quellen: Quit The Shit: quit-the-shit.net/qts/ Übersichtsstudie Auswirkungen von Cannabis auf Gesundheit: link.springer.com/article/10.1007/s00406-024-01880-2 IQ-Abfall durch Konsum in der Jugend: cambridge.org/core/journals/psychological-medicine/article/intelligence-quotient-decline-following-frequent-or-dependent-cannabis-use-in-youth-a-systematic-review-and-metaanalysis-of-longitudinal-studies/26BEC9CBD2A39010C26100278F8CA813 __________________________________ Inhalt: 0:00 Einleitung 3:17 Mythen über Cannabis 15:05 Empirische Studienlage 25:27 Therapeutische Perspektive 39:00 Kriterien der Abhängigkeit 43:33 Wie Konsum reduzieren?
- Diagnosen #4 - Der Moderate Konstruktivismus12.02., 22:1212.02.2026, 22:1200:53:31
Was ist das Verhältnis von Diagnose und psychischer Störung in der Welt? Der Naive Realismus geht davon aus, dass jeder Diagnose eine feinsäuberlich getrennte und eindeutig bestimmbare Störungsentität in der Welt entspricht. Dies ist jedoch aus verschiedenen Gründen unplausibel. Alternative Vorschläge zum Naiven Realismus verfallen oft in einen Relativismus, demzufolge kein Bild der Welt wahrer oder besser ist als irgendein anderes. Diese Position hat jedoch unplausible Konsequenzen im Einzelfall und ist anfällig für das sogenannte Selbstanwendungsproblem. Schließlich skizziere ich meine eigene Position, den Moderaten Konstruktivismus, der das Beste aus beiden Welten vereint. Demzufolge enthält jedes Bild der Welt immer subjektive Anteile, die sich aus unseren Interessen, unseren Bedürfnissen und unserem Statusstreben ergeben. Andererseits werden Konstruktionen oft durch weltseitige Korrektursignale als unangemessen markiert, was es uns erlaubt, zwischen unterschiedlichen Konstruktionen zu selektieren. Zu guter Letzt stelle ich noch kurz Peters Lieblingsmassenhysterie dar: die Tanzwut. Viel Spaß beim Zuhören! 🚀🚀🚀 _______________________________ Quellen: Mein Text zu Naivem Realismus, Relativismus und Moderatem Konstruktivismus: substack.com/inbox/post/187068647 Kritik an Störung = Diagnose: substack.com/inbox/post/187606868 _______________________________ Inhalt: 0:00 Einleitung 3:18 Recap Naiver Realismus 9:05 Alternativen zum Naiven Realismus 16:22 Relativismus 27:02 Radikaler Konstruktivismus 30:53 Moderater Konstruktivismus 42:25 Prinzipielle und praktische Prüfbarkeit 46:00 Fazit 48:05 Tanzwut auf Wunsch von Peter Kuhn
- Die Psychodynamik der Suchtstation01.02., 14:1001.02.2026, 14:1001:16:37
Man kann die Suchtstation als einen Ort verstehen, an dem sich Behandler und Patienten immer wieder in bestimmten Rollen wiederfinden. Je nachdem, welche vergangenen Beziehungserfahrungen die betreffende Person in die Beziehung mitbringt, verändern sich die Rollen auf beiden Seiten. Dadurch wird viel des sozialen Geschehens auf Station verständlich. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit besprechen wir diese typischen Rollen mit ihren jeweiligen Beziehungserwartungen und Vermeidungsstrategien und schauen uns an, wie hierdurch vergangene Beziehungsdynamiken reinszeniert werden. Abschließend diskutieren wir Implikationen für die therapeutische Praxis im Suchtbereich. _____________________________________ Quelle: Human Condition Revisited - The Psychodynamics of the Addiction Ward: open.substack.com/pub/thehumanconditionrevisited/p/the-psychodynamics-of-hospital-staff?utm_campaign=post-expanded-share&utm_medium=post%20viewer _____________________________________ Inhalt: 0:00 Einleitung 6:29 Zentrale Thesen 10:07 Übertragung und Gegenübertragung 26:19 Der Retter 28:43 Der Zyniker 33:31 Der Sheriff 39:20 Der Techniker 42:25 Der Vertraute 46:17 Der Rebell 50:49 Der Trickster 54:53 Das verlorene Kind 57:26 Der Fordernde 1:01:07 Der Spalter 1:03:43 Das Phantom 1:07:45 Was heißt das jetzt alles?
- Diagnosen #3 - Mimetische Ansteckung und Looping-Effekte22.01., 21:0122.01.2026, 21:0101:05:44
Kann man eine Symptomatik dadurch bekommen, dass man von ihr erfährt? Kann man z. B. tourette-ähnliche Symptome schon dadurch bekommen, dass man viele YouTube-Videos über Tourette ansieht? So unglaublich es klingt: Es gibt viele gut dokumentierte Beispiele, in denen sich eine Symptomatik dadurch verbreitet, dass über sie kommuniziert wird. Ich versuche, diese Fälle von sogenannter mimetischer Ansteckung theoretisch zu erklären. Verblüffenderweise lässt sich das unter Zuhilfenahme einiger gut bekannter Effekte aus der Psychologie sehr gut bewerkstelligen. Das heißt aber keineswegs, dass alle psychischen Störungen auf "bloßer Einbildung" fußen, die wir nur rausfiltern müssen, um das eigentliche Wesen psychischer Störungen zu erkennen. Stattdessen mache ich mich erneut für eine moderate Zwischenposition stark, die kulturelle übertragbare Informationseinheiten ("Memes") als eine unter vielen verschiedenen Ursachen psychiatrischer Symptome anerkennt. ________________________________ Quellen: Thomas Reilly - Mimetic illness: open.substack.com/pub/rationalpsychiatry/p/memetic-illness?r=3zjgbe&utm_medium=ios&shareImageVariant=overlay Ian Hacking - Making Up People: lrb.co.uk/the-paper/v28/n16/ian-hacking/making-up-people Thorsten Padberg - Die Macht der Diagnosen: Looping-Effekte und die Folgen für die Psychopathologie: psychotherapeutenjournal.de/ptk/web.nsf/gfx/med_dome-dew3tn_871e1/$file/PTJ_2025-1_Artikel%20Padberg.pdf Paul Segar - Looping-Effekte und ADHS: unherd.com/2026/01/why-do-so-many-students-have-adhd/ Ian Hacking - Rewriting of the Soul: https://press.princeton.edu/books/paperback/9780691059082/rewriting-the-soul Page et al. 2010 Prädiktoren von Massenhysterien / Massenpsychosen: Frequency and predictors of mass psychogenic illness - PubMed Jones et al. 2000 Fallbeispiel Massenhysterie High School: Mass Psychogenic Illness Attributed to Toxic Exposure at a High School | New England Journal of Medicine Auflistung von Massenhysterien auf Wikipedia: Mass psychogenic illness - Wikipedia Prävalenz Linkshänder USA: https://jhanley.biostat.mcgill.ca/bios601/CandHchapter06/HistoryGeographyHumanHandedness.pdf Engelmann et al. 2024 Psychologische Risikofaktoren für Long Covid: Psychological factors associated with Long COVID: a systematic review and meta-analysis - eClinicalMedicine Podcast Geteiltes Leid: open.spotify.com/show/5TV63QER9ZWuheLpAxu7Bm?si=e974c3e173024b9f ________________________________ Inhalt: 0:00 Das Havana-Syndrom 4:16 Einleitung 10:24 Mimetische Ansteckung 15:43 Bsp Benzingeruch in High-School 17:27 Bsp Pseudo-Tourette 20:25 Bsp Tic-Störung Thera Sanchez 21:40 Multiple Persönlichkeiten 27:21 Anzeichen für mimetische Ansteckung 30:15 Wieso nicht einfach Destigmatisierung? 33:30 Nicht alle Störungsbilder! 36:49 Welche Annahmen brauchen wir? 42:20 Wie funktioniert mimetische Ansteckung? 52:30 Sonderfall: inhaltliche Veränderung 55:24 Was folgt daraus?
- Diagnosen #2 - Exportiert der Westen seine Störungsbilder?14.01., 05:0014.01.2026, 05:0000:52:08
In seinem Buch "Crazy Like Us" stellt Ethan Watters 5 Fallbeispiele vor, die zeigen sollen, wie der Westen sein Störungsverständnis in andere Länder exportiert. Dadurch sollen sich die beobachtbaren Symptome in diesen Ländern verändern. Gleichzeitig läuft der Westen so Gefahr, den gut funktionierenden lokalen Umgang mit psychischen Leiden durch seine medizinische Herangehensweise zu ersetzen. Es stellt sich heraus, dass die vorgestellten Fallbeispiele Watters Thesen unterschiedlich stark stützen. Einige Störungen scheinen stärker durch ihren kulturellen Kontext beeinflusst zu werden als andere, was sowohl gegen den knallharten Realismus als auch den radikalen Konstruktivismus spricht. _______________________________ Ethan Watters - Crazy Like Us: https://psycnet.apa.org/record/2010-00036-000 Scott Alexanders Rezension: Book Review: Crazy Like Us - by Scott Alexander Psychiatric Times Rezension: Review – Crazy Like Us: The Globalization of the American Psyche | Psychiatric Times h-madness Rezension: Review – Ethan Watters. Crazy Like Us: The Globalization of the American Psyche. New York: Free Press, 2010. – h-madness _______________________________ Inhalt: 0:00 Einleitung 2:02 Zentrale Thesen 6:25 Anorexie in Hong Kong 11:30 Anorexie im Westen 15:25 Depression in Japan 22:30 Neurasthenie in Japan 27:04 PTBS auf Sri Lanka 36:54 Schizophrenie in Sansibar 45:47 Fazit
- Diagnosen #1 - Konstruktivistisches Denken07.01., 05:0007.01.2026, 05:0000:41:51
Liegen psychische Leiden wirklich so feinsäuberlich sortiert in der Welt vor, wie unsere Klassifikationen suggerieren? Der Realismus sagt: Ja, jeder Diagnose entspricht auch ein spezifisches reales Phänomen in der Welt. Der Konstruktivismus dagegen behauptet: Das Phänomen, das wir durch die Diagnose bezeichnen wollen, liegt nicht einfach vor. Vielmehr verändert es sich durch die Art, wie wir es beschreiben. Unsere Auffassungen über Depression etc. beeinflussen, wie Menschen leiden und welche Symptome sie zeigen. Dies lässt sich anhand einiger empirischer Beispiele eindrücklich darlegen. Vor hundert Jahren gab es etwa gewisse Symptome, die heute nahezu komplett verschwunden sind, etwa den Arc de cercle. Zudem gibt es in anderen Regionen der Welt Syndrome, die im Westen unbekannt sind, und umgekehrt. Schließlich gebe ich einen kurzen Ausblick auf die Kontroversen, denen wir uns im Laufe der Serie widmen werden. Und ich stelle den Autor vor, auf dessen Essays und Paper wir uns als Textgrundlage konzentrieren: Awais Aftab. ____________________________ Portrait Awais Aftab The Lancet: https://open.substack.com/pub/awaisaftab/p/profiled-in-lancet-psychiatry?r=3zjgbe&utm_medium=ios ____________________________ Inhalt: 0:00 Einleitung 4:17 Realismus 7:46 (radikaler) Konstruktivismus 11:23 2 Beispiele 18:05 Moderater Konstruktivismus 20:18 Sägen am Stuhl des Realismus 35:01 Was passiert außerdem? 39:07 Awais Aftab <3
- Depression im Hirn: Die neuronalen Grundlagen der Depression31.12., 16:0931.12.2025, 16:0901:00:46
Wie äußert sich eine Depression im Hirn? Ich plädiere dafür, dass wir aus biologischer Perspektive interessante Aspekte einer Depression erkennen können, die anderen Perspektiven verborgen bleiben. Dies bedeutet aber keineswegs, dass die Bio-Perspektive in allen Kontexten Vorrang hätte. Nachdem wir uns vom biologischen Reduktionismus verabschiedet haben, wenden wir uns zwei neuen Studien zu Biotypen der Depression zu. Es stellt sich heraus, dass wir unsere Behandlung durch die Kenntnis von Biotypen optimieren können. Allerdings entsprechen der Depression mehreren Biotypen und jeder Biotyp hängt mit unterschiedlichen Diagnosen zusammen. Es ist also kompliziert. Wie also eine Schneise schlagen durch das undurchsichtige Dickicht widersprüchlicher Taxonomien? Und müssen wir menschliches Leiden überhaupt feinsäuberlich einteilen, um Menschen zu helfen? ________________________________________ Quellen: Studie zu kognitiven Biotypen bei Depression: doi.org/10.1001/jamanetworkopen.2023.18411 Studie zu Behandlung mit Guanfacin: doi.org/10.1038/s44220-025-00510-7 Awais Aftab zu Biotypen von Depression und Angststörungen: open.substack.com/pub/awaisaftab/p/biotypes-in-depression-and-anxiety Tozzi et al. 2024 zu Biotypen von Depression und Angststörungen: nature.com/articles/s41591-024-03057-9 ________________________________________ Inhalt: 0:00 Epistemischer Pluralismus 8:53 Hoffen auf Reduktionismus 20:57 RIP Serotonin-Mangelhypothese 22:34 Hack et al. 2025 31:31 Tozzi et al. 2024 46:57 Biotypen transdiagnostisch 49:31 Fazit 53:01 Welche Taxonomie wählen?
- Die Genetik psychischer Störungen28.12., 16:2628.12.2025, 16:2600:50:15
Wie hängen unsere Gene mit psychischen Diagnosen zusammen? Wir besprechen zu diesem Zweck unter anderem Zwillingsstudien, Adoptionsstudien und GWAS (genome-wide association studies). In zwei neuen Studien stellt sich außerdem heraus: Einerseits gibt es starke Überschneidungen in den genetischen Profilen unterschiedlicher Diagnosen. Andererseits hilft uns die Kenntnis der genetischen Profile möglicherweise dabei, das wirksamste Medikament auszuwählen. Viel Spaß! 🚀🚀🚀 ___________________________________ Quellen: Robert Plomin - Blueprint: mitpress.mit.edu/9780262039161/blueprint/ Substack-Artikel Michael Halassa zu genetischen Korrelaten von 14 psychischen Störungen: michaelhalassa.substack.com/p/the-newest-psychiatric-genetics-blockbuster Studie genetische Korrelate von 14 psychischen Störungen: doi.org/10.1038/s41586-025-09820-3 Substack-Artikel Michael Halassa zu Lithium-Intervention: open.substack.com/pub/michaelhalassa/p/precision-psychiatry-for-depression?r=3zjgbe&utm_medium=ios Studie Zsmh polygenetischer Score und Wirksamkeit von bipolarer Medikation: doi.org/10.1001/jamapsychiatry.2025.2039 ___________________________________ Inhalt: 0:00 Einleitung 3:27 Take-Home Messages 12:09 Erblichkeit 18:30 GWAS und SNPs 30:14 Genetische Profile von 14 Diagnosen 39:55 Relevanz für die Praxis 49:14 Literaturempfehlungen
- Wirken Antidepressiva überhaupt?17.12., 05:0017.12.2025, 05:0000:50:28
In seinem Buch "Die Depressions-Falle" formuliert Thorsten Padberg eine Kritik an der Wirksamkeit von Antidepessiva. Ihm zufolge sollten wir - von wenigen Ausnahmen abgesehen - auf ihre Verwendung verzichten. Dabei stützt er sich vor allem auf zwei zentrale Meta-Analysen: Kirsch et al. 2008 und Cipriani et al. 2018. In dieser Episode gehe ich die Evidenz noch einmal durch und komme zu einem anderen Schluss: Es gibt gute Argumente dafür, dass Antidepressiva klinisch relevant sind. Diese Argumente trägt Awais Aftab in seinem Artikel "The Case for Antidepressants in 2022" zusammen. Dazu gehört z. B., dass die beobachtete Effektstärke von Antidepressiva (0,3 SD) durchaus beachtlich ist und etwa vergleichbar mit der Wirksamkeit von manualisierter Psychotherapie und von Medikamenten in der somatischen Medizin. Außerdem gibt es triftige Gründe zur Annahme, dass unsere Studiendesigns und Messinstrumente die Wirksamkeit unterschätzen. Viel Spaß! 🚀🚀🚀 _______________________________ Quellen: Kirsch et al. 2008 Wirksamkeit 4 Antidepressiva: doi.org/10.1371/journal.pmed.0050045 Cipriani et al. 2018 Wirksamkeit 41 Antidepressiva: doi.org/10.1016/S0140-6736(17)32802-7 Artikel Awais Aftab Substack: psychiatrymargins.com?utm_source=navbar&utm_medium=web Stone et al. 2022 Wirksamkeit nach Untergruppen: doi.org/10.1136/bmj-2021-067606 Bagby et al. 2004 Interne Konsistenz Hamilton-Skala: doi.org/10.1176/appi.ajp.161.12.2163 Hieronymus et al. 2015 Studie zu Wirksamkeit gemessen an Niedergeschlagenheits-Item: doi.org/10.1038/mp.2015.53 Cuijsper et al. 2018 Studie zu Wirksamkeit von Psychotherapie bei Depression: doi.org/10.1017/S2045796018000057 Cuijsper et al. 2020 Studie zu Wirksamkeit unterschiedlicher Behandlungen von Depression: doi.org/10.1002/wps.20701 Artikel von Scott Alexander zu Effektstärken: https://www.astralcodexten.com/p/all-medications-are-insignificant?utm_campaign=post&utm_medium=web Hieronymus 2021 Simulationsstudie zu möglichen Effekt-Stärken: doi.org/10.1111/acps.13340 Leucht et al. 2018 Studie zu Effektstärken von Medikamenten in somatischer Medizin: doi.org/10.1192/bjp.bp.111.096594 Hieronymus et al. 2018 Studie zu Nebenwirkungen und Effektstärke: doi.org/10.1038/mp.2017.147 Peters et al. 2022 Studie zu emotionaler Abstumpfung bei Antidepressiva: doi.org/10.1016/j.jad.2022.08.066 _________________________ Inhalt: 0:00 Einleitung 6:37 RIP Serotonin-Mangel-Hypothese 10:54 Kirsch et al. 2008 17:22 Cipriani et al. 2018 20:40 Argument 1: Durchschnittswert 24:04 Argument 2: Skala fragwürdig 25:05 Argument 3: Effektgröße 28:11 Argument 4: Standards unrealistisch hoch 35:42 Argument 5: Placebo mehr als Zucker und Erwartung 36:56 Argument 6: Wirkung nicht additiv 38:54 Argument 7: Intention to Treat unterschätzt Wirkung 42:38 Zusammenfassung und Fazit 46:12 Verblindung trotz Nebenwirkungen 48:24 Wirkung nicht durch Abstumpfung
- Ringen um Bedeutung11.12., 05:0011.12.2025, 05:0000:20:49
"Alles Leben ist Problemlösen" (Karl Popper). Das Leben ist eine unendliche Reihe von Problemen. Wenn ich eines löse, kommt direkt das nächste. Dieser Prozess endet nie. Aber: Ich kann lernen, mich in diesem Prozess gewissermaßen häuslich einzurichten, also dieses Ringen selbst zu akzeptieren und bewusst aufzusuchen. Ich persönlich hätte weniger Offenbarungsängste, Selbstzweifel und Stress, wenn ich auf Insta scrollen würde, statt diesen Podcast zu produzieren. Aber ich hätte ein Leiden, das sowohl subtiler als auch tiefer wäre: Das Bewusstsein, mein begrenztes Leben für Dinge zu verwenden, die mir in einer Stunde schon egal sein werden. Aber finde ich den Gedanken einfach nur ansprechend, weil ich zwanghaft bin oder einer neoliberalen Leistungsideologie zum Opfer falle? Viel Spaß beim Hören! 🚀🚀🚀 Quelle: Zsmf The Subtle Art: https://freedmannewman.medium.com/book-summary-the-subtle-art-of-not-giving-a-f-ck-by-mark-manson-b31164c9a61e Inhalt: 0:00 Einleitung 5:35 Confession Time 12:15 2 Sackgassen 16:18 Irre ich mich?
- Sollte mir das nicht egal sein?09.12., 05:0009.12.2025, 05:0000:28:44
Wieso regen wir uns über Dinge auf, die uns egal sein könnten? Es ist, als hätten wir einerseits eine begrenzte Menge von Wichtigkeit, die wir Problemen zuschreiben können: Uns kann nicht alles gleichermaßen wichtig sein. Andererseits gibt es eine Mindestmenge, die wir zuschreiben MÜSSEN. Darauf folgt: Wenn wir keine bewusste Entscheidung treffen, welche Probleme wir priorisieren, schreiben wir unbewusst diese Wichtigkeit allen möglichen Dingen zu und verlieren unseren Fokus. Wenig überraschend plädiere ich anschließend dafür, dass wir durch die Akzeptanz- und Commitment-Therapie wieder Ordnung in unsere Werte bringen können. __________________________ Quellen: Zusammenfassung The Subtle Art: https://freedmannewman.medium.com/book-summary-the-subtle-art-of-not-giving-a-f-ck-by-mark-manson-b31164c9a61e __________________________ Inhalt 0:00 Grundproblem 19:08 Wie kläre ich meine Werte? 26:22 Einwand Nihilismus