
Der Pudel und der Kern - Philosophie to go
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- 27.09.202333 min
„Einsamkeit ist ein Ort der Reinigung.“ (Martin Buber) Aristoteles, Seneca und Hartmut Rosa sind sich einig, dass der Mensch ein soziales Wesen ist, das von Gemeinschaft, Miteinander und Resonanz lebt. Trotzdem – auch hier sind sich antike Philosophen und zeitgenössische Psychologen einig – brauchen wir Phasen der Ruhe und des Rückzugs, um wieder in unsere Mitte zu finden. Schließlich ist auch das Alleinsein eine existenzielle Grundbedingung des Lebens. Und eine elementare Freiheitserfahrung, die man sich auch und gerade in einer Beziehung hin und wieder gönnen sollte. In der richtigen Dosis genossen, kann Alleinsein sogar ein wichtiger Teil der Selbstfürsorge sein. Gleichzeitig macht das Für-sich-sein vielen Angst und hat häufig den Beigeschmack von Einsamkeit, Langeweile und Isolation. Ist das ein Zeichen für mangelnde Selbstgenügsamkeit? Wie finde ich den richtigen Rhythmus zwischen der intensiven Verbindung mit anderen Menschen und dem gezielten Rückzug als Triebfeder für Kreativität, Reflexion und Veränderung? Müssen wir dafür den Umgang mit uns selbst wieder neu lernen? Wie finden wir das richtige Maß für Zurückgezogenheit? Um diese Fragen geht es in dem philosophischen Gespräch zwischen Albert und Jan in der neuen Folge von „Der Pudel und der Kern“. Eine Quintessenz ihrer Diskussion: Zu der Erkenntnis, wer wir sind und wie wir sein wollen, kommen wir am besten allein. Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Aristoteles, Seneca, Bhagavad Gita, Martin Buber, Hartmut Rosa Weiterführende Links: Psychologie heute-Artikel „Alleinsein kann wunderbar sein“ zu den psychologischen Effekten des Alleinseins. „Alleinsein als Chance“: Artikel Spektrum der Wissenschaft von Raphael Rauh zu den positiven Effekten des Für-sich-seins. Zeit-Autorengespräch mit Daniel Schreiber zu seinem Buch „Allein“.
- 20.09.202329 min
„Ungeduld und Stolz gehören zu den Haupthindernissen auf dem Pfad.“ (Dalai Lama) Warten stresst uns. Zumal in Zeiten medialer und digitaler Beschleunigung. Wir erwarten unverzügliche Antworten auf E-Mails und darin geäußerte Fragen. Je mehr uns eine Entscheidung betrifft, desto eher wollen wir wissen, woran wir sind. Dabei liegt in der Geduld eine enorme Kraft. Schließlich begünstigen kreativen Pausen gute Lösungen. Dagegen verschlechtert sich das Ergebnis fast immer, wenn wir unter Zeitdruck und Stress denken oder entscheiden müssen. Warum sind Postfilialen der ideale Ort, um unsere Fähigkeit zur Geduld und Akzeptanz gezielt zu trainieren? Wie schaffen wir es, langsamer zu gehen, wenn wir es eilig haben? Wodurch können wir der Ungeduldsfalle entkommen und durch Ruhe und Gelassenheit klügere Entscheidungen treffen? Wie können wir erkennen, ob wir besser abwarten sollten oder ob der perfekte Moment zum Handeln gekommen ist? Über diese Fragen philosophieren Albert und Jan im aktuellen Pudelkern-Pod und erklären, warum die antiken Philosophen die Geduld für eine der wichtigsten Tugenden auf dem Weg zum gelingenden Leben hielten. Oder wie Konfuzius sagt: „Wer in kleinen Dingen nicht geduldig ist, bringt die großen Vorhaben damit zum Scheitern.“ Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Buch Kohelet, Aristoteles, I Ging, Konfuzius, Thích Nhất Hạnh Weiterführende Links: Spektrum der Wissenschaft-Kolumne des Journalisten Heiko Ernst mit möglichen Übungen zum Erlernen von Geduld und Gelassenheit. Getabstract-Artikel zum Buch „Die Entdeckung der Geduld – Ausdauer schlägt Talent“ des Ökonomen Matthias Sutter. Buch des Soziologen Hartmut Rosa zur rasanten Beschleunigung unseres sozialen Lebens und möglicher Reaktionen darauf. Youtube-Video zum Song „Turn, turn, turn“ von Judy Collins und Pete Seeger, dessen Text den alttestamentlichen Bibeltext aus dem Buch Kohelet (Kapitel 3, Verse 1–8) adaptiert, den Albert im Podcast zitiert.
- 13.09.202333 min
Der Schwache kann nicht verzeihen. Verzeihen ist eine Eigenschaft des Starken.“ (Mahatma Gandhi) Wie können wir angemessen reagieren auf die großen und kleinen Fehler unseres Umfelds, wie umgehen mit seelischen Verletzungen und Belastungen? Philosoph:innen und Psycholog:innen sind sich weitgehend einig, dass das Verzeihen der beste Weg ist, auch tiefgreifende Konflikte zu befrieden und daraus resultierende seelische Wunden zu heilen. Es gibt aber auch so schwerwiegende Verfehlungen, dass die Betroffene nicht bereit sind oder Jahre brauchen, um diese zu vergeben. Wie kann gutes Verzeihen gelingen? Wann bin ich milde und charakterstark, wann einfach nur zu gutmütig oder naiv, wenn ich alles durchgehen lasse? Muss der vermeintliche Delinquent so etwas wie Reue zeigen oder gilt verzeihen nur, wenn es bedingungslos ist? Wann ist es wichtig, auch mir selbst zu verzeihen? Diese zentralen Fragen diskutieren Albert und Jan im aktuellen Pudelkern-Pod und besprechen, welche Sichtweise die antiken Philosophen auf diese grundlegenden menschlichen Fragen hatten. Seneca hat eine klare Haltung dazu: „Wir sind der ganzen Welt Verzeihung schuldig, besonders aber uns selbst gegenüber.“ Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Pittakos, Seneca, Konfuzius, Goethe Weiterführende Links: Deutschlandfunk-Artikel zur Kunst und Grenzen des Verzeihens „Wenn die Zeit nicht alle Wunden heilt“ Zeitartikel zum Buch der niederländisch-jüdischen Intellektuellen Etty Hillesum mit wichtigen Gedanken zum Thema „Verzeihen“, die sie während der deutschen Besetzung der Niederlande in ihrem Tagebuch und in Briefen dokumentierte. Emotion-Artikel zum positiven Einfluss des Verzeihens auf unsere Gesundheit „Verzeihen lernen. Wer vergeben kann, lebt besser.“
- 06.09.202363 min
„Derjenige allein ist arm, der an sich selbst nicht glaubt.“ (Marc Aurel) Selbstzweifel kennt jeder. Sie schleichen sich in unser Leben, attackieren unser Selbstwertgefühl und schwächen unser Selbstvertrauen. „Kann ich das, darf ich das, bin ich gut genug und das schaff ich doch eh nicht“. Mit solchen verunsichernden Gedanken kommentiert uns eine innere Stimme permanent und blockiert als eingebauter Bedenkenträger wichtige Entwicklungen. Andererseits können Selbstzweifel uns als Radarsystem dafür sensibilisieren, was in unserem Leben nicht mehr stimmt. Aber wie können wir die guten von den schlechten Selbstzweifeln unterscheiden? Gibt es einen Unterscheid zwischen weiblichen und männlichen Selbstzweifeln? Und wie kommen wir zu einem gelassenen Umgang mit ihnen und können Souveränität zurückgewinnen? Diese zentralen Fragen diskutieren Albert und Jan im aktuellen Pudelkern-Pod mit der erfahrenen Psychotherapeutin und Bestsellerautorin Dr. Bärbel Wardetzki. Sie erklärt in dem Interview, wie es gelingen kann, Sicherheit in sich selbst zu finden, sich auf sich selbst zu verlassen und sich als die Person zu schätzen, die man ist. Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Epiktet, Seneca, Marc Aurel, Laotse, Konfuzius Weiterführende Links: Spektrum der Wissenschaft-Artikel über tiefe Zweifel und die Genese von Selbstvertrauen: „Die Kunst, sich selbst zu vertrauen“ Buch von Dr. Bärbel Wardetzki über Selbstzweifel „Souverän & selbstbewusst. Der gelassene Umgang mit Selbstzweifeln“ Onlinekurs mit Dr. Bärbel Wardetzki zum Thema weiblicher Narzissmus „Zwischen Selbstzweifel und Grandiosität“ Essay von Svenja Hofert über Insecure Overachiever „Die Psychologie unsicherer Leistungsmenschen und ihre innere Befreiung“
„Der Weise vermag Unglück in Glück zu verwandeln." (Konfuzius) Der Umgang mit dem Schicksal ist eine zentrale Aufgabe unseres menschlichen Daseins. Schicksalhaft ist alles, was mehr oder weniger über uns hereinbricht, und was wir entweder überhaupt nicht oder nur zum Teil beeinflussen können. Wer sich philosophisch auf Schicksalsschläge vorbereitet, kann heftige emotionale Erschütterungen vermeiden oder gelassener mit ihnen umgehen und sie in angemessener Zeit verarbeiten. Die Stoiker nannten dieses Ideal die Unerschütterlichkeit des Weisen. Wir nutzen dafür heute den Modebegriff der Resilienz und meinen die Fähigkeit, nach emotionalen Erschütterungen schnell wieder in eine ausgeglichene Seelenverfassung zu kommen. Doch wie können wir den gelasseneren Umgang mit Krisen, Niederlagen oder Krankheiten erlernen? Wie werden wir zum Gestalter des eigenen Geschicks und welche Rolle spielt dieser unerschütterliche Umgang mit der Welt für ein gelingendes Leben? Diese Fragen besprechen Albert und Jan im neuen Pudelkern-Pod. Eine zentrale Quintessenz des Gesprächs: Eines der wirksamsten Mittel gegen Unglück von außen ist die Unterscheidung von inneren und äußeren Werten, die Abwertung äußerer Güter und die Konzentration der Gedanken auf das, was ganz in unserer Hand liegt. Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Heraklit, Anaxagoras, Aischylos, Seneca, Demokrit, Bion von Borysthenes, Konfuzius, Viktor Frankl Weiterführende Links: Psychologie heute-Interview mit dem Resilienzforscher Raffael Kalisch Spektrum der Wissenschaft-Kolumne des Philosophen Matthias Warkus „Ist die Zukunft vorherbestimmt?“ Seneca „Glück und Schicksal. Philosophische Betrachtungen“, Reclam
„Setze dir ein Muster und Vorbild, und lebe nach ihm, sowohl wenn du allein bist als wenn du unter die Leute kommst.“ (Epiktet) Michelle Obama, Özlem Türeci oder Hannah Arendt. Es ist bedeutsam für ein gelingendes Leben, darauf zu achten, wen wir uns zum Vorbild nehmen und mit wem wir verkehren. So sollten wir uns Vorbilder, Lehrer und Freunde suchen, zu denen wir aufschauen können. Sei es in Bezug auf die ganze Persönlichkeit oder auf bestimmte Charaktereigenschaften. Denn Vorbilder können wichtige Hilfestellung auf dem Weg der Persönlichkeitsentwicklung leisten. Im aktuellen Pudelkern-Pod diskutieren Albert und Jan u.a., ob diese Leitbildfunktion nur von lebenden Personen oder auch durch bereits verstorbene Vordenker ausgefüllt werden kann. Außerdem geht es um die Fragen, wie und wo wir geeignete Vorbilder finden, an denen wir uns orientieren können, um unsere Persönlichkeitsentwicklung positiv zu beeinflussen. Wie werden wir als Mutter oder Vater, Mentorin oder Freund der Verantwortung als Rollenmodell gerecht? Und wie können wir trotz aller Bewunderung eine kritische Distanz zu unseren Vordenkerinnen und Vorbildern halten und dafür sorgen, dass die Nachahmung niemals das kritische Selbstdenken verdrängt. Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Konfuzius, Aristoteles, Seneca, Epikur, Thích Nhất Hạnh, Dalai Lama Weiterführende Links: Hohe Luft Interview mit der Medizinerin und Trauma-Therapeutin Dr. med. Amelie Sanktjohanser „Über Traumata und starke Vorbilder“ Forschung & Lehre-Artikel zu weiblichen Vorbildern „Man kann nicht sein, was man nicht sehen kann.“ Gerhard Ernst (Hg.) „Philosophie als Lebenskunst. Antike Vorbilder, moderne Perspektiven.“, Suhrkamp
- 16.08.202324 min
„Ein Leben ohne Feste ist wie ein langer Weg ohne Gasthäuser." (Demokrit) Demokrit gilt als Prototyp der Verbindung von Ernsthaftigkeit und Wahrheitssuche auf der einen sowie Humor und Seelenheiterkeit auf der anderen Seite. Der Vorsokratiker zählt zu den großen Philosophen des Altertums, war Universalgelehrter und seine ethischen Fragmente sind bis heute äußert wertvoll für die praktische Philosophie und deren Ziel des gelingenden Lebens. Obwohl er als Vordenker unter anderem Epikur maßgeblich beeinflusst hat, ist er heute eher ein philosophischer Geheimtipp. Demokrit erkannte früh die Bedeutung des Reisens für die charakterliche wie intellektuelle Bildung und unternahm daher mit seinem väterlichen Erbe zahlreiche Studienreisen nach Ägypten und Babylonien. Die Frage nach dem Urgrund des Seins beantwortete er wie sein Lehrer Leukipp mit der Atomtheorie, die von der Existenz unendlich vieler, unteilbarer, kleinster Teilchen ausgeht, die sie als Atome bezeichneten. Albert und Jan besprechen im neuen Pudelkern-Pod die wichtigsten Erkenntnisse des „lächelnden Philosophen“. Denn Demokrit propagierte in den erhaltenen Fragmenten seines literarischen Werks, dass der Mensch eine heitere Gelassenheit anstreben solle, die er als „fröhliche Wohlgemutheit“ bezeichnete. Um diese zu erreichen, sollen wir uns am Ideal von Maß und Mitte orientieren und uns nicht von Äußerlichkeiten zum Maßlosen verführen lassen. „Das Glück“, so war er überzeugt, „wohnt nicht im Besitze und nicht im Golde, sondern ist in der Seele zu Hause.“ Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Leukipp, Demokrit, Platon, Epikur, Sokrates, Viktor Frankl Weiterführende Links: Demokrit-Portrait aus Metzlers Philosophielexikon (Spektrum der Wissenschaft) Deutschlandfunk Kultur Buchrezension zu Manfred Geiers Buch zur Geschichte des philosophischen Humors „Wer zuletzt lacht, lacht am besten“ Get abstract Zusammenfassung von Wilhelm Capelle (Hg.) „Die Vorsokratiker“ mit vielen Bezügen zu Demokrit
- 09.08.202328 min
„Unaufrichtigkeit ist Betrug am eigenen Herzen.“ (Kaibara Ekiken) Für ein glückliches Leben ist es sehr wichtig, ein in sich stimmiges Leben zu führen. Denken, Sprechen, Wollen und Handeln sollen übereinstimmen und eine Einheit bilden. Häufig greifen wir aber zur Notlüge, um andere zu schonen oder nicht zu verletzen. Braucht es also zur Tugend der Ehrlichkeit nicht auch immer die Schwestertugenden der Rücksichtnahme und der Empathie? Will ich überhaupt alles wissen, was anderen durch den Kopf geht, und weshalb währt Ehrlichkeit am Ende doch am längsten? Diese zentralen Fragen diskutieren Albert und Jan ganz ehrlich und offen im aktuellen Pudelkern-Pod. Eine Erkenntnis: Meistens haben wir Angst, andere ehrlich zu kritisieren – aber tatsächlich belohnen die meisten Menschen Offenheit mit Vertrauen. Viele Konflikte eskalieren erst, weil sich kleine Unwahrheiten, Notlügen und ungelöste Ärgernisse zu einem großen Problem ansammeln. Die Lösung für das Ehrlichkeitsdilemma kennt Voltaire: "Alles, was du sagst, sollte wahr sein, aber nicht alles, was wahr ist, solltest du auch sagen." Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Sokrates, Zenon von Kition, Konfuzius, Mencius, Kaibara Ekiken, Patanjali Weiterführende Links: Essay von Tristan Horx als Auszug zur Ehrlichkeit aus dem Zukunftsreport 2019: „Radikale Ehrlichkeit“ Buch von Simon Biallowons und Thomas Schwartz „Ehrlichkeit. Die zeitgemäße Tugend.“ Linkbeschreibung Neue Narrative-Artikel zum Ansatz der radikalen Ehrlichkeit „Wie radikale Ehrlichkeit dabei hilft, dass Konflikte nicht eskalieren“
- 02.08.202330 min
„Das Glück hängt von uns selbst ab." (Aristoteles) Platons Musterschüler Aristoteles ist unbestritten einer der wichtigsten Vordenker und Universalgelehrten der Antike. Seine frühen Erkenntnisse gelten bis heute als grundlegend. So orientierte er sich an der Vielfalt der Natur und des menschlichen Lebens und schuf als unermüdlicher Forscher und Lehrer einen Kanon von wissenschaftlichen Disziplinen wie Physik, Chemie, Zoologie, Physik oder Politik. Er beschäftigte sich aber auch mit Poetik, Rhetorik sowie Ethik und gab als praktischer Philosoph wertvolles Weisheitswissen zum gelingenden Leben an seine Schüler weiter. Davon profitieren wir bis heute. Albert und Jan portraitieren im neuen Pudelkern-Pod den berühmten „Lehrer des Abendlandes“ und diskutieren seine zentralen Lebensweisheiten sowie seine Bedeutung für die westliche Philosophie. Dabei wird klar: Aristoteles ist einer der Philosophieriesen, auf dessen Schultern wir bis heute stehen und dessen Erkenntnisse über Jahrtausende hinweg Generationen von Sinnsuchern beeinflusste. Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Platon, Aristoteles, Seneca, Diogenes, Buddha Weiterführende Links: Hohe Luft Essay über Zugeständnisse und den aristotelischen Blick für den anderen „Das Geheimnis der goldenen Mitte.“ MAZ-Artikel mit dem Physiker und Wissenschaftshistoriker Prof. Klaus Liebers zur heutigen wissenschaftlichen Bedeutung von Aristoteles „Aristoteles war der lehrer des Abendlandes“ Get abstract Zusammenfassung der Nikomachischen Ethik „Aristoteles: Die Nikomachische Ethik“
"Glücklich macht der Verzicht auf Überflüssiges." (Diogenes) Glück und Unglück liegen in der eigenen Seele und nicht im Besitz – das war die einhellige Überzeugung der antiken Philosophen. Wenn wir lernen wollen, gut mit der Welt und der Wirklichkeit umzugehen und widerstandsfähig gegen Schicksalsschläge zu werden, dann kommt es vor allem darauf an, welche Haltung wir zu Besitz und Vermögen einnehmen. Aus der psychosozialen Forschung wissen wir aber auch, dass Besitz und Eigentum bis zu einer bestimmten Grenze unerlässlich für die menschliche Zufriedenheit sind. Sie befriedigen unsere Grundbedürfnisse, schaffen Komfort, bereiten Genuss und stimulieren ein positives Selbstgefühl. Richtig eingesetzt können wir mit Geld und materiellem Vermögen auch viel Gutes in der Welt bewirken. Deswegen diskutieren Albert und Jan in der neuen Pudelkern-Folge, wo beim Besitz das Notwendige und Angenehme aufhört und überflüssiger Luxus anfängt. Wo verläuft die Grenze zwischen Genuss und Gier und woran merke ich, dass ich vom Besitz besessen bin? Auch geht es um die Frage, was wohl die Kyniker zum Besitz einer Waschmaschine oder eines Rasenmähers sagen würde. Schenken diese Besitztümer uns doch Freiheit und Zeit, die wir auch zum Philosophieren nutzen könnten. Für den Stoiker Seneca war die Haltung zu Materiellem klar: „Du musst den Besitz immer als etwas ansehen, das dir auch verloren gehen kann.“ Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Laotse, Aristoteles, Seneca, Diogenes, Erich Fromm Weiterführende Links: Artikel Psychologie heute zur Angst vor der Inflation und Besitzverlust „Unser Selbstwert ist an materielle Werte gekoppelt.“ Spektrum der Wissenschaft Artikel zum philosophischen Ursprung des Eigentums „Der Streit um das Eigentum“ Get abstract Zusammenfassung des Erich Fromm-Klassiker „Haben oder Sein“
- 19.07.202329 min
„Der Mensch lebt um der Muße willen.“ (Aristoteles) In der Antike waren Phasen der Muße und der Zerstreuung eine wichtige Grundlage für den Erkenntnisgewinn und ein gelingendes Leben. Auch die Philosophen des Mittelalters waren davon überzeugt, dass sich Aktivitätsphasen (vita activa) mit Momenten der Ruhe und Beschaulichkeit (vita contemplativa) abwechseln müssen. Heute dagegen sind Stress und Zeitnot das neue Statussymbol der Leistungselite. Nur mit komplett durchgetaktetem Terminkalender und gut gefüllter ToDo-Liste fühlen wir uns nützlich. Ich hetze also bin ich. Im neuen Pudelkern-Pod besprechen Albert und Jan Erkenntnisse von Psychologen und Neurowissenschaftlern, die zeigen, dass unser Gehirn notwendigerweise Zeiten der Ruhe und Muße braucht. Zweckfreier Müßiggang bis hin zum Nichtstun ist die notwendige Voraussetzung für Kreativität, Selbsterkenntnis und Gesundheit. Nur hindern uns verinnerlichte Genussverbote wie „Müßiggang ist aller Laster Anfang“ häufig daran, bewusste Auszeiten zu nehmen. Die Frage ist: Wie geht das – gar nichts tun, und warum sind Zeiten des Nichtstuns gerade dann das Beste, wenn wir besonders viel zu tun haben. Das altchinesische Weisheitsbuch Tao Te King gibt folgende Antwort: „Beim Nichtstun bleibt nichts ungemacht.“ Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Aristoteles, Seneca, Diogenes, Buddha Weiterführende Links: Zeit-E-Book „So entspannen Sie richtig.“ Essay aus der Rheinischen Post über den Müßiggang von Tobias Jochheim „Warum wir mehr weniger tun sollten“ Deutschlandfunk-Artikel über ein Forschungsprojekt zur Muße „Die Kunst, die Gedanken fliegen zu lassen“
- 12.07.202331 min
„Die Knechtschaft hält nur wenige fest, die meisten jedoch an ihr.“ (Seneca) Wir Menschen sind soziale Wesen und häufig eingebettet in Beziehungen, Familie oder Arbeitsverhältnisse. Schon deswegen können wir nicht völlig losgelöst von Resonanzen und Verbindungen mit anderen leben. Gleichzeitig ist die innere Unabhängigkeit in der praktischen Philosophie eine unverzichtbare Eigenschaft für ein sinnvolles und selbstbestimmtes Leben. Vor diesem Hintergrund besprechen Albert und Jan in der neuen Folge die mentalen Voraussetzungen sowie das richtige Maß für eine gesunde innere Unabhängigkeit und versuchen herauszufinden, wann diese in Unverbindlichkeit abzudriften droht. Anlass für die Diskussion ist die Frage einer Hörerin, die sich gerne unabhängiger von den Erwartungen und dem Feedback ihrer Vorgesetzen und den Reaktionen auf sozialen Plattformen machen will. Woran erkennen wir Abhängigkeiten von Themen, Personen oder Dingen und welche Übungen helfen uns auf dem Weg in die innere Unabhängigkeit? Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Demokrit, Seneca, Zhuangzi, Konfuzius Weiterführende Links: Zeit-Artikel „Süchtig nach Anerkennung“ Spektrum der Wissenschaft-Artikel zur inneren Unabhängigkeit „Warum loslassen so schwer ist“ Essay über die Unabhängigkeit des polnischen Philosophen Prof. Tadeusz Gadacz für das Goethe-Institut „Philosophie der Freiheit“
„Lächle, atme ein und gehe langsam.“ (Thich Nhat Hanh) Thich Nhat Hanh war Philosoph, Meditationslehrer, Poet und Friedensaktivist. Der buddhistische Zen-Mönch hatte auch im Westen viele Millionen Anhänger und war neben dem Dalai Lama einer der wichtigsten Botschafter fernöstlicher Weisheit. Im Januar 2022 ist er in einem vietnamesischen Kloster im Alter von 95 Jahren gestorben. Albert und Jan widmen die aktuelle Folge von „Der Pudel und der Kern“ dem Botschafter buddhistischer Weisheit und seinem Grundgedanken vom achtsamen Leben im Hier und Jetzt. In der Diskussion geht es um die Fragen, was wir aus seinen Büchern sowie seiner Biografie für unsere Lebenseinstellung lernen können und was er unter „engagiertem Buddhismus“ versteht. Welche Meditationsformen passen besonders gut zu unserer westlichen Lebensform und wie finden wir die Einheit von Körper und Geist? Eine der prägnanten Antworten von Thich Nhat Hanh lautet: „Achtsamkeit ist wie das Licht einer Lampe, die wir auf das richten, was da ist, sodass wir verstehen können und damit eins werden.“ Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Buddha, Dalai Lama, Thich Nhat Hanh, Anselm Grün Weiterführende Links: Deutschlandfunk-Nachruf zum Tod von Thich Nhat Hanh „Botschafter buddhistischer Weisheit“ Thich Nhat Hanhs Buch „Gut sein und was der einzelne für die Welt tun kann“ Website des Meditations-Retreatzentrums von Thich Nhat Hanh „Plum Village“ inkl. Biografie „Calm Ease“ Geführte Meditation von Tich Nhat Hanh
- 28.06.202330 min
„Wenn wir an unsere Stärke glauben, so werden wir täglich stärker.“ (Mahatma Gandhi) Ein schwaches Selbstwertgefühl ist wie eine Fahrt durch das Leben mit angezogener Handbremse. Selbstakzeptanz und -vertrauen wirken dagegen als Beschleuniger für ein gelingendes Leben. Diese kurze Formel ist die Quintessenz der neuen Folge von „Der Pudel und der Kern“. Doch wie können wir lernen, in die eigene Wirksamkeit und Fähigkeiten zu vertrauen und damit gesunden Selbstwert aufbauen und festigen? Zudem diskutieren Albert und Jan, wie wir zu einer differenzierten Selbsteinschätzung kommen, interne Bewertungsmuster sowie Glaubenssätze erkennen und im besten Fall überwinden können. Außerdem geht es um die Frage, welches Fundament für das Selbstvertrauen in der frühen Kindheit von Eltern, Lehrern und Freunden gelegt wird. Gibt es die Gefahr, dass ich ein zu starkes Selbstwertgefühl aufbaue und wenn ja, wo ist die Grenze zur Hybris oder Arroganz? Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Sokrates, Seneca, Platon, Buddha Weiterführende Links: Spektrum der Wissenschaft-Artikel „Selbstwert. Warum es so schwer ist sich selbst zu mögen“ Psychologie heute-Artikel, „Wie können Eltern den Selbstwert ihrer Kinder stärken?“ Psychologisches Fachbuch „Ganz viel wert. Selbstwertgefühl aufbauen und festigen.“ von Sven Hanning und Fabian Chmielewski
- 21.06.202332 min
„Verweile nicht in der Vergangenheit, träume nicht von der Zukunft. Konzentriere dich auf den gegenwärtigen Moment.“ (Siddhartha Gautama Buddha) Es gibt kein Leben ohne Altern. Trotzdem hat dieser biologische und geistige Prozess einen schlechten Ruf. Die gesellschaftlichen Stereotype zeichnen ein Bild des körperlichen Verfalls und der Einsamkeit. Dabei ist das gute Altern eine Frage der Einstellung und der mentalen Vorbereitung. Schließlich gewinnen wir mit den zunehmenden Jahren nicht nur Erfahrung, sondern im besten Fall auch die Gelassenheit und Weisheit des Alters. Doch wie können wir eine positive und akzeptierende Sicht auf das eigene Älterwerden kultivieren? Dieser Frage widmen sich Albert (67) und Jan (50) in der neuen Folge von „Der Pudel und der Kern“. Neueste Erkenntnisse der Altersforschung belegen, dass wir uns auch im fortgeschrittenen Lebensalter ständig weiterentwickeln und uns neue Kompetenzen aneignen können. Zumal eine positive Einstellung zum Leben und die Begeisterung, auch im höheren Alter neue Vorhaben in die Tat umzusetzen, die Lebensqualität und -erwartung signifikant steigern. Renommierte Gerontologen sind sich einig, dass Denk- und Handlungsweisen einen höheren Einfluss auf die Lebenserwartung haben als die Genetik. Abschließend geht es um die Frage, welche Qualitäten die antiken Philosophen im Alter sahen? Seneca beantwortet sie folgendermaßen: „Das schlimmste Übel ist, auszuscheiden aus der Schar der Lebendigen, ehe man stirbt.“ Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Demokrit, Homer, Aristoteles, Platon, Epikur, Seneca, Weiterführende Links: Original-Autorenlesung von Herrmann Hesse „Über das Altern“ Zeit-Artikel über das gelingende Altern, „Ich brauche einen Bart“ Psychologie heute Compact zur Frage, was wir gewinnen, wenn wir altern, „Die besten Jahre.“ Spektrum der Wissenschaft-Artikel mit einer Rezension zu Hans-Werner Wahls Buch „Die neue Psychologie des Alterns“
- 13.06.202331 min
„Aufgeregtheit richtet auf Dauer zugrunde.“ (Zhuangzi) Stress und Anspannung sind im Beruf und Alltag kaum zu vermeiden. Um negative Folgen für Körper und Psyche zu verhindern, ist es in hektischen Phasen zentral, einen guten Rhythmus zwischen An- und Entspannung zu finden. Deswegen diskutieren Albert und Jan in der heutigen Folge von „Der Pudel und der Kern“, wie wir auch in stressigen Situationen möglichst gelassen bleiben und Resilienz aufbauen können. Zudem geht es um den Zusammenhang zwischen Stress und Überforderung und die Frage, ob wir den Umgang mit Stress trainieren können. Ob wir auf ein Ereignis mit Gelassenheit oder mit Unruhe reagieren, haben wir zum Teil selbst in der Hand. Aber wie können wir zwischen positivem und negativem Stress unterscheiden, Stressoren erkennen und, sobald sie auftreten, mit Methoden wie Atem- und Entspannungstechniken oder bewusste Pausen reagieren, um den Stresslevel zu senken. Solche Methoden finden wir auch in der Philosophie der Stoa. So empfahl Seneca, immer wieder den Schritt anzuhalten und über alternative Reaktionen und Problemlösungswege nachzudenken. Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Zhuangzi, Konfuzius, Musonius Rufus, Seneca Weiterführende Links: Deutschlandfunk-Artikel „Wie wir produktiv mit Stress umgehen können“ Zeit-Interview mit der Soziologin Greta Wagner zum gesunden Umgang mit beruflichen Stress, „Wann ist Erholung eigentlich Arbeit geworden?“ Alberts Buch „Nur die Ruhe! Einfach gut leben mit Philosophie.“
- 07.06.202333 min
„Mache dich selbst glücklich.“ (Seneca) Das Gefühl, im hektischen Berufs- oder Familienalltag ständig die eigenen Bedürfnisse hinten anstellen zu müssen und nur noch zu funktionieren, kennen die meisten. Doch was sind die Folgen, wenn wir uns vernachlässigen? Dieser Frage gehen Albert und Jan bei dieser Folge von „Der Pudel und der Kern“ nach und besprechen das Konzept der Selbstsorge. Es beschreibt den fürsorglichen Umgang mit sich selbst in den drei Bereichen Körper, Geist und Seele. Dabei hat die richtig verstandene Selbstsorge nichts mit Egoismus zu tun. Denn nur wenn wir gut mit uns selbst umgehen, können wir auch mit anderen gut umgehen, für sie da und mit ihnen verbunden sein. In der antiken Philosophie und Weisheitslehre kam der Selbstsorge eine entscheidende Bedeutung für ein gelingendes Leben zu. Es geht darum, mit dem eigenen Selbst in Verbindung zu sein, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und sich mitfühlend gegenüberzustehen. So können wir unseren inneren Dialog positiver und wertschätzender gestalten und unsere Persönlichkeit weiterentwickeln. Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Platon, Konfuzius, Aristoteles, Sokrates, Weiterführende Links: Deutschlandfunk-Artikel zur Selbstsorge jenseits des Optimierungswahns „Philosophie als Lebensmitte“ Ratgeberbuch der Psychologin Ulrike Scheuermann, „Self Care. Du bis wertvoll“ Magazins der Techniker-Krankenkasse „Interview mit der Psychotherapeutin Dr. Christine Brähler zum Selbstmitgefühl“
- 31.05.202331 min
„Einen Fehler zu begehen, ist nicht schlimm, ihn zu wiederholen, ist schlimm.“ (Konfuzius) In dieser Folge von „Der Pudel und der Kern“ versuchen Albert und Jan, die Frage nach der Schuld etwas aufzuhellen. Einerseits ganz praktisch am Beispiel einer Hörer:innenfrage, die diskutieret und beurteilt wird. Andererseits auch bezogen auf die Frage nach ihrer Rolle für das gelingende Leben. Denn unter den dysfunktionalen Emotionen, die uns am meisten belasten und quälen, rangiert das Schuldgefühl ganz oben. Häufig tritt es zusammen mit Scham über einen Fehler oder ein Makel auf oder mit Angst vor Strafe und negativen Konsequenzen. Trotzdem ist das Schuldgefühl ein wichtiges soziales Korrektiv, denn wir versuchen Schuld zu vermeiden, indem wir verinnerlichte Gebote und soziale Spielregeln befolgen. Doch wie sollen wir mit dem subjektiven Empfinden von Schuld umgehen? Was empfehlen uns antike Philosophen wie die Stoiker im Umgang mit Schuld und bringt es uns tatsächlich weiter, bei Verfehlungen, Missgeschicken und Unfällen einen „Schuldigen“ zu suchen? Wo liegt der Unterschied zwischen Schuld im ethischen, juristischen und moralischen Sinn? Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Konfuzius, Marc Aurel, Sokrates Weiterführende Links: Psychologie heute-Interview mit der Psychologin Helga Kernstock-Redl „Warum fühlen wir uns so schnell schuldig?“ Deutschlandfunk-Artikel „Zum produktiven Umgang mit Schuld“ Artikel aus dem Zeit Magazin zum Thema Schuldgefühle „Wie aus dem Nichts“
„Während man es aufschiebt, geht das Leben vorüber.“ (Seneca) Der römische Philosoph Seneca gilt als einer der bedeutendsten praktischen Philosophen der Antike und als einflussreicher Protagonist der stoischen Philosophie. Durch seinen eingängigen und prägnanten Schreibstil wurde er zu einem der meistgelesenen Schriftsteller seiner Zeit. Auch heute noch finden wir in seinen vielfältigen Schriften und Zitaten Anleitung und Inspiration für ein philosophisches und gelingendes Leben. In dieser Folge von „Der Pudel und der Kern“ erklärt Albert auf die Fragen von Jan, welche Ratschläge der große Stoiker seinen Lesern für den Umgang mit sich selbst, mit anderen und mit der Welt bzw. dem Schicksal mitgibt. Häufig wird Seneca in seinen unterschiedlichen Rollen als Redner, Politiker und Philosoph als zwiespältig empfunden. Einerseits war er als Senator ein hochangesehener und überaus reicher Mann, andererseits empfahl er als Stoiker, sich von materiellen Gütern und dem Streben nach Ruhm und Ansehen freizumachen. Als Erzieher des künftigen Kaisers Nero konnte er dessen Entwicklung zum Despoten nicht verhindern. Trotzdem beinhalten seine Schriften viele zeitlos gültige Weisheiten, die uns noch heute Orientierung auf dem Weg zu einem gelingenden Leben geben. Denn Seneca ging es nicht ums Theoretisieren, sondern um praktische Philosophie und persönliche Lebensgestaltung. Seneca war davon überzeugt, dass „Das Wesen der Weisheit nicht im Wort liegt, sondern in der Tat.“ Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Xenon von Kition, Sokrates, Musonius Rufus, Seneca, Marc Aurel, Weiterführende Links: Getabstract-Zusammenfassung zu Senecas „Vom glücklichen Leben“ ARD alpha-Dokumentation über Seneca und die Stoa mit Harald Lesch „Denker des Abendlandes: Stoa“ Alberts Buch über Seneca „Leben lernen ein Leben lang“
- 17.05.202330 min
„Betrachte einmal die Dinge von einer anderen Seite, als Du sie bisher gesehen hast, denn das heißt, ein neues Leben beginnen.“ (Marc Aurel) Das Zerbrechen einer Partnerschaft und die damit verbundene Trennung haben oftmals eine lange Vorgeschichte und führen für alle Beteiligten meist zu einer fundamentalen Verunsicherung. Solche Abschiede können aber genauso als Befreiung und Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt empfunden werden. In der neuen Folge von „Der Pudel und der Kern“ besprechen Albert und Jan, warum harte Einschnitte und Trennungserfahrungen zu jedem Leben dazugehören, wie wir Trennungen konstruktiv angehen und sogar zur Persönlichkeitsentwicklung nutzen können. Dabei besprechen sie auch die Fragen, woran und wie ich merke, dass ich mich besser trennen sollte und wie statt einer Trennung im Streit der Abschied in Freundschaft gelingen kann – insbesondere, wenn Kinder da sind. Umgekehrt: Wie können wir philosophisch damit umgehen, wenn sich meine Partnerin oder mein Partner von mir trennen will, warum auch hier das Loslassen und Großzügigkeit eine entscheidende Rolle spielen und warum Schuldzuweisungen ebenso wenig helfen wie das Verdrängen und Aufschieben der Trennung. Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Sokrates, Marc Aurel, Seneca, Weiterführende Links: Deutschlandfunk Kultur-Interview mit der norwegischen Paartherapeutin Sissl Gran: „Viele verlassen ihre Partner, um ihr sterbendes Selbst zu retten“ Psychologie heute-Artikel „Trennungen zulassen“ Buch Sissel Gran „Ich verlasse Dich, weil ich leben will“















