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1013- Paul Watzlawick über seine Kommunikationstheorie und das Unglücklichsein | 5.11.198519.01., 12:1519.01.2026, 12:1501:25:30
Die meisten kennen Paul Watzlawick (1921 - 2007) von seinem Bestseller "Anleitung zum Unglücklichsein". Er war aber auch ein großer Wissenschaftler, der eine bis heute einschlägige Kommunikationstheorie verfasste, die sich für ein theoretisches Werk sogar recht flüssig liest. Systemisches Denken und "Kommunikation" nach Deutschland gebracht Auch trug er wesentlich dazu bei, das systemische Denken nach Deutschland zu bringen. Und übrigens auch den Begriff "Kommunikation" selbst, der bei Erscheinen seines Buches Ende der 1960er-Jahre in der deutschen Sprache noch ziemlich unbekannt war. 1985 tritt Watzlawick bei einem Seminar im Stuttgarter Hospitalhof auf. Anschließend gibt er Hildegard Lüning vom Süddeutschen Rundfunk ein Interview, in dem sie auch Auszüge aus seinem Vortrag anspricht. Denn Watzlawick ist nicht zuletzt deshalb so populär, weil er seine Botschaften in prägnante Geschichten packen konnte.
- Donald Trump und der Sturm aufs Kapitol – Nationalgarde wird nicht gerufen | 6.1.202105.01., 20:0005.01.2026, 20:0000:14:04
Donald Trump erkennt Wahlniederlage nicht an Der bei den Wahlen unterlegene US-Präsident Donald Trump weigert sich noch immer, seine Niederlage anzuerkennen. Den 6. Januar 2021 sieht er als letzte Chance, im Amt zu bleiben. An dem Tag werden im Kapitol offiziell die Voten der Wahlleute aus den Bundesstaaten ausgewertet und so der Wahlsieg festgestellt. Die Sitzung wird formal geleitet vom amtierenden Vize-Präsidenten Mike Pence. Trump fordert von Pence, das Ergebnis nicht anzuerkennen. Pence, war zwar immer loyal zu Trump, weiß aber, dass seine Funktion an diesem Tag rein protokollarisch ist und hat Trump zu verstehen gegeben, dass er das Ergebnis anerkennen wird. Trump hat seine Anhänger zu einer Kundgebung nach Washington gerufen. Trump-Anhänger warten vormittags auf Ansprache von Donald Trump Das ist die Ausgangslage. Die folgenden Berichte geben einen Überblick über den Ablauf der Ereignisse. Der erste spielt noch am späten Vormittag. Noch sind die Trump-Anhänger nicht zum Kapitol marschiert. Sie warten, dass Trump kommt und zu ihnen spricht und sie in ihrer Überzeugung bestätigt, dass die Wahl gestohlen wurde. Und dass er seinen Vize-Präsidenten Mike Pence auffordert, die Bestätigung des neu gewählten US-Präsidenten Joe Biden im Kongress nicht anzuerkennen. Während sie warten, erzählen sie USA-Korrespondentin Katrin Brand, was sie antreibt. Trump fordert Unterstützer mittags auf, vor das Kapitol zu ziehen Um kurz vor 12 Uhr spricht Präsident Trump. Er fordert, wie erwartet, seine Anhänger auf, vor das Kapitol zu ziehen. „Wir werden dort hingehen und ich werde bei euch sein“ – das verspricht er ihnen. Tatsächlich zieht er sich ins Weiße Haus zurück und verfolgt das weitere Geschehen am Fernsehen. Früher Nachmittag: erste Absperrungen des Kapitols werden überwunden Um 13 Uhr kommen beide Kammern des Kongresses zusammen. Einige republikanische Abgeordnete versuchen, die Bestätigung des Wahlergebnisses mit ein paar Reden noch aufzuhalten. Inzwischen sind die Trump-Anhänger vor dem Kapitol angekommen. Um 14:15 Uhr überwinden die ersten die Absperrungen und dringen ins Gebäude ein. Kurz nach diesem Zeitpunkt spielt die Reportage von Arthur Landwehr. US-Politiker werden in Sicherheit gebracht, Berichte im deutschen Radio Die Sitzung im Kapitol wird unterbrochen, die Politiker in Sicherheit gebracht. In Deutschland ist es inzwischen schon halb neun Uhr abends. In den meisten Radioprogrammen laufen so spät keine aktuellen Sendungen mehr. Viele Radiowellen nehmen dennoch die aktuellen Berichte aus Washington ins Programm. Sie melden das Eindringen der Trumpanhänger kurz darauf in den Nachrichten um 21 Uhr (hier: SWR3). Kurz nach 22 Uhr gibt USA-Korrespondentin Katrin Brand dem Radiosender WDR2 ein Interview. Bürgermeisterin verhängt Ausgangssperre in Washington Die Bürgermeisterin von Washington verhängt eine Ausgangssperre, ab 18 Uhr Washingtoner Zeit. Während all dieser Stunden bleibt Donald Trump in Deckung. Er ignoriert Forderungen, er solle seine Anhänger zurückpfeifen oder die Nationalgarde ans Kapitol zur Unterstützung auffordern. In Videobotschaft spricht Trump erneut von Wahlbetrug Erst kurz nach dem eben gehörten Interview, als die Sicherheitskräfte beginnen, die Lage unter Kontrolle zu bekommen, fordert Donald Trump per Videobotschaft seine Anhänger dazu auf, nach Hause zu gehen – nicht ohne nochmal von Wahlbetrug zu sprechen und dass er sie für ihren Einsatz liebe und sie etwas ganz Besonderes seien. Die Lage beruhigt sich. Es ist inzwischen auch klar, dass die Stimmzettel gesichert sind. Kurz nach 23 Uhr dann ein weiteres Interview mit Katrin Brand. Sitzung wird am Abend im Kapitol fortgesetzt und Joe Biden bestätigt Um 19:30 Uhr – also halb 2 Uhr nachts deutscher Zeit – kehren die Abgeordneten in die Räume des Kapitols zurück, die Sitzung wird fortgesetzt, und Biden offiziell als gewählter Präsident der Vereinigten Staaten bestätigt. Am 1. August 2023 wird Donald Trump für seine Rolle bei den Vorgängen angeklagt. Die Anklagepunkte lauten: Verschwörung zum Betrug an den Vereinigten Staaten, Verschwörung zur Behinderung der Beglaubigung des Wahlsieges von Präsident Joe Biden am 6. Januar 2021, Behinderung und Verschwörung gegen das Wahlrecht. In der Anklageschrift wird Trump als einziger Beschuldigter genannt, zudem ist aber auch von sechs nicht näher genannten mutmaßlichen Mitverschwörern die Rede. Quellen: Berichte von Katrin Brand, Arthur Landwehr, SWR3 Nachrichten, WDR2
- US-Invasion in Panama – Fahndung nach Machthaber Noriega05.01., 18:1505.01.2026, 18:1500:22:41
Manuel Noriega, der langjährige Machthaber in Panama, stand lange auf der Gehaltsliste der CIA. Denn über Panama konnten die USA Waffen ins benachbarte Nicaragua schmuggeln, um die dortigen Contra-Rebellen zu unterstützen. Doch 1988 hat Washington genug von Noriega. Der ist offensichtlich in Drogenhandel und Geldwäsche verstrickt. Die USA sorgen sich außerdem um den freien Zugang zum Panamakanal. 1989 gibt es Wahlen in Panama – doch Noriega ignoriert sie und bleibt mit Gewalt an der Macht. George Bush (sen.) befiehlt Invasion Ende des Jahres spitzt sich die Situation weiter zu. Bis US-Präsident George Bush (sen.) befiehlt kurz vor Weihnachen, in Panama einzumarschieren und Noriega festzunehmen. Bemerkenswert ist, dass diese Ereignisse in den bundesdeutschen Nachrichten oft nicht an erster Stelle stehen – denn zeitgleich kommt es auch in Rumänien zum Sturz von Diktator Ceaucescu. Diese Meldungen aus Bukarest sind oft der Aufmacher in den Nachrichten, dann erst kommen die Nachrichten aus Panama. Anfangs Zustimmung, dann kippt die Stimmung Die ersten Berichte von der Invasion erreichen das deutsche Radiopublikum am Morgen des 20. Dezember 1989. 20.000 US-Soldaten sind an der Invasion beteiligt. Doch so schnell wie erhofft, kommen sie nicht zum Ziel. Am Folgetag wird die Lage erstmal unübersichtlich. Finden am Tag der Invasion mehr als 90 Prozent der US-Bevölkerung die Militäraktion gut und richtig, fängt die Stimmung am zweiten Tag danach bereits an zu kippen. Noriega gelingt es, an Heilig Abend in die Botschaft des Vatikan in Panama zu fliehen. Wie es die danach weiterging und die USA mit dem Vatikan stritten, erzählt die Archivradio-Folge „USA verhaften Panamas Machthaber Noriega“.
- USA verhaften Panamas Machthaber Noriega – Streit mit Vatikan | 29.12.1989 - 4.1.1990 05.01., 18:1505.01.2026, 18:1500:19:00
Die Invasion in Panama am 20. Dezember 1989 begründet die US-Regierung auch damit, dass sie Machthaber Manuel Noriega für seine Drogengeschäfte zur Verantwortung ziehen will. Noriega entkommt zunächst dem Zugriff Doch so schnell findet sie ihn nicht. An Heilig Abend findet Noriega Unterschlupf ausgerechnet in der Nuntiatur – also der Botschaft des Vatikan in Panama. Die USA scheuen davor zurück, in die Botschaft einzudringen und versuchen es mit anderen Methoden. USA und Vatikan im Konflikt über Noriega Am 29. Dezember beschallen sie die Botschaft extrem laut mit Rockmusik. Nachdem auch das nicht hilft, blockieren die USA erstmal die Botschaften von Kuba und Nicaragua, damit Noriega nicht noch womöglich dorthin wechselt. Spekulationen: Warum schützt der Vatikan Noriega? Unterdessen spekuliert ein Bericht vom 2. Januar darüber, welches Interesse ausgerechnet der Vatikan hat, einen Schwerverbrecher wie Noriega Schutz zu bieten. Erpresst Noriega womöglich den Vatikan möglich mit Dokumenten über dessen Kontakte zur Drogenmafia? Noriegas Verhaftung Am 3. Januar schließlich ist es soweit: Noriega verlässt die vatikanische Botschaft und stellt sich. Er wird nach Florida gebracht. Ein Gericht in Miami verurteilt ihn schließlich zu einer Freiheitsstrafe von 40 Jahren. In Frankreich und in Panama selbst folgen weitere Prozesse. Noriega verbringt die letzten Jahre seines Lebens in einem Gefängnis direkt am Panamakanal. Er stirbt 2017 an einem Hirntumor.
- Die ersten Soldatinnen der Bundeswehr | 2.1.200101.01., 20:0001.01.2026, 20:0000:09:48
Für junge Männer galt im Jahr 2001 noch die alte Wehrpflicht, Frauen dagegen durften der Bundeswehr zwar dienen, nicht jedoch an der Waffe. Das ändert sich am 2. Januar 2001. Knapp 250 Frauen werden als Soldatinnen in die Bundeswehr aufgenommen. Eine Hintergrundsendung in SWR4 zeigt, was sie dort erwartet.
- Das ist das Archivradio – Geschichte in Originaltönen01.01., 10:0001.01.2026, 10:0000:01:26
Historische Tonaufnahmen und Radioberichte vom 19. Jahrhundert bis (fast) heute. Das Archivradio der ARD macht Geschichte hör- und die Stimmung vergangener Jahrzehnte fühlbar. Am 1.1.2026 auch zu hören in Das Wissen | SWR Kultur | 15:04 Uhr: Frühe Live-Reportage – Nächtlicher Besuch im Kölner Dom https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:section:69a55af5d59a47f7/ http://archivradio.de Sortierte Übersicht: http://swr.li/archivradio-katalog
- Frühe Live-Reportage: nächtlicher Besuch im Kölner Dom | 28.4.193031.12., 07:0031.12.2025, 07:0000:45:03
Grenzen der Klangkunst ausloten Dies ist eine der frühesten Live-Reportagen im deutschen Rundfunk. Eigentlich keine richtige Reportage, sondern ein Hörbild, entstanden am 28. April 1930. Mehr als um den Dom geht es vor allem darum, die damaligen Grenzen der Klangkunst auszuloten. Aufgezeichnet wurde auf Wachsplatte. 20 Platten wurden verwendet, davon sind 7 erhalten. Von der ursprünglich 60- bis 70-minütigen Live-Sendung ist somit nur ca. eine halbe Stunde erhalten. Klangerlebnis mit gregorianischem Wechselgesang Insgesamt war es eine große Pionierleistung. Um den Raum akustisch erfahrbar zu machen, wurde ein Mikrofon am Eingang des Domes platziert, ein anderes an der Vierung. Eine Messdienergruppe, die sich singend von einem Mikrofon weg auf das andere zu bewegt, macht die Länge des Raumes (119 m) akustisch hörbar. Die Höhe des Raumes wird erfahrbar durch einen gregorianischen Wechselgesang, bei der die eine Gruppe auf dem Triforium steht (das ist eine Galerie etwa in der Mitte der Raumhöhe), die andere im Langhaus. Der Ton schwebt durch den Raum. Auch das Timing der Abläufe war für damalige Verhältnisse äußerst anspruchsvoll, denn die Reportage endet pünktlich mit dem 22-Uhr-Geläut des Doms. Idee des Kulturvermittlers Fritz Worm Hinter dem Projekt steckte Fritz Worm. Er stammte aus Schlesien, war Buchhändler, aber auch ein missionarischer Kulturvermittler – dafür steht auch diese Reportage vom Kölner Dom und den in ihm enthaltenen Kunstschätzen. Als Jude emigrierte er 1936 nach Brasilien, wo er 1940 starb. Da von der Aufnahme nur etwa die Hälfte erhalten ist, enthält die archivierte Fassung immer wieder – entsprechend der Aufnahmedauer der ursprünglichen Wachsplatten etwa alle 4 Minuten – eine Unterbrechnung. Zwischen den Fragmenten erläutert die Historikerin und ehemalige WDR-Archivredakteurin Birgit Bernard die Hintergründe zu der Aufnahme.
- "Die Sünderin" mit Hildegard Knef darf im Kino gezeigt werden | 19.1.195128.12., 07:3028.12.2025, 07:3000:04:14
Der Regisseur Willi Forst war eigentlich bekannt für seine leichten Komödien. Er hatte sich im Nationalsozialismus bewusst auf unpolitische Stoffe konzentriert, um sich nicht vereinnahmen zu lassen. Nach dem Krieg aber wagt er etwas Neues und produziert den Film "Die Sünderin" mit Hildegard Knef in der Hauptrolle. Prostitution, Tötung auf Verlangen, Suizid: FSK will Film nicht freigeben Der Filmstart ist für Januar 1951 geplant, doch die katholische Kirche protestiert vehement, und die Freiwillige Selbstkontrolle will den Film nicht freigeben. Anders als es heute oft dargestellt wird, ist der Grund dafür nicht die Nacktszene mit Hildegard Knef. Die FSK kritisiert vielmehr, dass die Hauptfigur Marina wie selbstverständlich Prostitution als Ausweg ihrer Notlage wählt, dass sie ihren schwer erkrankten Freund auf dessen Wunsch tötet und anschließend sich selbst. Diese Darstellung von Prostitution, Tötung auf Verlangen und Suizid bewertet die FSK zunächst als gefährlich ein, da es zur Nachahmung anreizen könne. Die Produktionsfirma und Regisseur Willi Forst beantragen umgehend ein Krisentreffen mit der FSK, zwei Tage vor der Premiere. Am Ende darf der Film doch gezeigt werden, und Willi Forst schildert nach der Premiere seine Sicht der Dinge.
- Hildegard Knef wird 70 und spricht über rote Rosen | 28.12.199528.12., 07:0028.12.2025, 07:0000:28:48
Hildegard Knef: erster deutscher Weltstar der Nachkriegszeit Hildegard Knef (1925 - 2002) ist der erste deutsche Weltstar der Nachkriegszeit. In Ulm geboren, zieht sie schon ein Jahr später, nach dem Tod ihres Vaters, mit der Mutter nach Berlin. Mit 15 Jahren geht sie von der Schule und landet beim Film. Ihre Karriere führt sie bis nach Hollywood; sie spielt am Broadway, hat mit Stars wie Marlon Brando und Marilyn Monroe zu tun. Ab Ende der 1950er-Jahre macht sie sich dann vor allem als Chanson-Sängerin einen Namen. Am 28. Dezember 1995, zu ihrem 70. Geburtstag, sendet der Süddeutsche Rundfunk ein 40-minütiges Geburtstags-Special mit Hildegard Knef. Angela Merkel wünscht sich "Für mich soll's rote Rosen regnen" Die ursprüngliche Sendung enthielt auch Lieder von ihr, die wir aus urheberrechtlichen Gründen herausgeschnitten haben. Der Beitrag beginnt aber mit einem kurzen Auszug aus ihrem berühmtesten Chanson, das sich Angela Merkel als eins der Lieder zu ihrem "Zapfenstreich" am 2. Dezember 2021 gewünscht hat: "Für mich soll’s rote Rosen regnen." Das Interview führt die SDR-Redakteurin und spätere ARD-Kulturkorrespondentin Maria Ossowski.
- Podcast-Pionier Detlef Clas: Vom CERN über den Schulfunk zu "Das Wissen" | 5.12.202513.12., 08:3013.12.2025, 08:3000:24:15
Erfolgreicher Wissen-Podcast hat seine Wurzeln im Schulfunk "Das Wissen" ist nicht nur ein erfolgreicher Podcast, es war auch einer der ersten öffentlich-rechtlichen Podcasts überhaupt. Und den wenigsten, die ihn heute hören, ist bewusst, dass dieser Podcast seine Ursprünge im alten Schulfunk hat. Der Schulfunk gab es schon im Radio der 1950er-Jahre. Es war, wie der Name ahnen lässt, ein gediegenes Bildungsprogramm mit zeitlosen Themen – viel Geschichte, Kultur, aber auch Naturwissenschaft. Offiziell gedacht für Schülerinnen und Schüler, hauptsächlich aber genutzt von erwachsenen Radiohörern. Aus dem Schulfunk wurde ein modernes Radiofeature Der Physiker Detlef Clas kam 1977 vom Europäischen Kernforschungszentrum CERN in die Schulfunkredaktion des Süddeutschen Rundfunks. Er half mit, aus dem Schulfunk zunächst ein modernes, akustisch reizvolles Radiofeature zu machen. Mit der Entstehung des Radioprogramms SWR2 wurde auch der Name "Schulfunk" gestrichen und die Sendung in SWR2 Wissen umbenannt (seit 2024 "Das Wissen"). Physiker Detlef Clas: frühe Experimente mit digitalen Möglichkeiten des Rundfunks Ein Steckenpferd von Detlef Clas waren von Anfang an Computerthemen, später das Internet. Auch das war ein Einfluss seiner CERN-Vergangenheit. Er experimentierte früh mit den digitalen Möglichkeiten des Rundfunks und sorgte dafür, dass 2004 SWR2 Wissen einer der ersten und einer der meistgehörten öffentlich-rechtlichen Podcasts wurde. Seine Redaktion war es auch, die 2007 das Archivradio einführte – doch das ist ein anderes Thema. 2016 ging Detlef Clas in den Ruhestand. Neun Jahre später spricht er über diese Entwicklung.
- Lise Meitner: "Frauen in der Wissenschaft" | November 195330.11., 17:3030.11.2025, 17:3000:13:10
Radiovortrag von Lise Meitner 1953 Die Kernphysikerin Lise Meitner entdeckte zusammen mit Otto Hahn und Fritz Straßmann die Spaltung des Atomkerns. Mit dem Chemie-Nobelpreis hierfür wurde Hahn 1944 alleine ausgezeichnet. In einem Radiovortrag für den RIAS Berlin berichtet Lise Meitner von ihren Erfahrungen als Frau im Wissenschaftsbetrieb. Als ich vor mehr als 50 Jahren an der Wiener Universität Mathematik und Physik zu studieren begann, war ich sehr stark beeindruckt von der neuen Gedankenwelt, die mir eröffnet wurde. (…). Infolgedessen habe ich auch sehr wenig über die Entwicklung der Frauenbewegung gewusst. Vor allem war mir nicht klar geworden, was sie für die verschiedenartigsten Probleme bedeutet, die das individuelle Leben und das Gemeinschaftsleben in der menschlichen Gesellschaft in sich schließen. Natürlich hatte ich das eine oder andere über die Frauenfrage gelesen. Aber ich glaubte nicht, dass etwa ein Buch wie "Der physiologische Schwachsinn des Weibes" von Möbius, obwohl es von 1900 bis 1922 in 12 Auflagen herauskam, oder das 1910 erschienene Buch von Max Funke "Sind Weiber Menschen?" mit dem Untertitel "Mulieres homines non sunt" ernst genommen und widerlegt werden musste. Später habe ich begriffen, wie irrtümlich diese meine Auffassung war und welchen Dank jede speziell in einem geistigen Beruf tätige Frau den Frauen schuldig ist, die um die Gleichberechtigung gekämpft haben. Quelle: Lise Meitner Lise Meitner beschreibt die Einstellung zum Frauenstudium in Deutschland im endenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert als sehr ablehnend – nicht nur von Seiten der Universitätslehrer, sondern auch von Seiten der bürgerlichen Eltern. Trotzdem seien in Deutschland und Österreich nach dem Ersten Weltkrieg Frauen als Dozentinnen und Assistenten in den verschiedensten Fachbereichen an Universitäten tätig gewesen. Meitner schaut in andere Länder, nach Schweden und in die USA. Auch dort war es nicht leicht für Frauen, eine "höhere" Stelle zu erhalten. Wissenschaftlerinnen wie der theoretischen Physikerin Maria Mayer-Goeppert (Anmerk. der Redaktion: Maria Goeppert-Mayer) oder den Anthropologinnen Margaret Mead und Ruth Benedict sei es dennoch gelungen, zu Weltruhm zu kommen. Lise Meitner ist sich sicher, dass die Entwicklung hin zur Gleichstellung der Frau weitergeht. "Dass dabei einige besondere Probleme ihre Lösung finden müssen, wird wohl niemand übersehen." Tipp: Lise Meitner oder Die Spaltung der Welt ARD Hörspiel-Speicher https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:8ea6eaf95501e02d/
- Der Rundfunk entdeckt Gespräche als neue Form | 2.3.193029.11., 07:0029.11.2025, 07:0000:05:00
Dass im Rundfunk getalkt oder gar gelabert wird, war 1930 ganz neu. Es gab zwar schon Sendungen, in denen zwei oder mehr Menschen miteinander gesprochen haben, doch meist folgten diese Gespräche einem vorher schriftlich verfassten Manuskript – waren also keine echten Gespräche. Gespräche als Chance des Rundfunks "Über das Gespräch als neue Rundfunkform" – unter diesem Titel diskutierten am 2. März 1930 der Germanist und Sprachpfleger Friedrichkarl Roedemeyer, der Musikschriftsteller und Rundfunkpionier Ernst Schoen sowie der Schriftsteller Richard Plant. Sie erörtern, dass unmittelbare Gespräche, auch über kontroverse Themen, eine große Chance des Rundfunks sind, gerade auch im Vergleich zur Zeitung. Dabei sei aber auch einiges zu beachten. So sollten die "Redner" verschiedene Meinungen vertreten, aber es sollte nicht das Ziel sein, dass einer den anderen am Ende überzeuge! Auch sei zu bedenken, dass nicht alle Redner gleich gut sprechen! Quelle: DRA
- Vor Ende der Großen Koalition: Debatte über "Probleme des Parlamentarismus" | 25.3.1930 | Weimarer Republik28.11., 13:0028.11.2025, 13:0000:10:11
Keine Einigung beim Streit um Arbeitslosenversicherung Am 27. März 1930 zerbricht die letzte Große Koalition der Weimarer Republik, die Regierung unter dem sozialdemokratischen Reichskanzler Hermann Müller. Die Regierung scheitert, weil sich die Parteien nicht auf eine Reform der Arbeitslosenversicherung einigen können. Der Fraktionschef der Zentrumspartei, Heinrich Brüning, versucht noch einen Kompromiss auszuarbeiten, den aber die Sozialdemokraten ablehnen. Es war auch die letzte durch eine Parlamentsmehrheit legitimierte Regierung. Nach ihrem Ende setzte Reichspräsident Paul von Hindenburg sogenannte Präsidialkabinette ein, die bis zur Machtübernahme Adolf Hitlers 1933 mithilfe von Notverordnungen regierten. Vom Scheitern der Regierung selbst gibt es keine direkten Aufnahmen – es gab damals noch keine Reporter, die aus dem Reichstag berichtet haben. Die Reichstagssitzungen selbst wurden erst ab 1931 festgehalten – diese Mitschnitte finden sich im Archivradio: http://swr.li/reichstagsdebatten Streitgespräch zwischen Löbe und von Freytagh-Loringhoven Was es aus den letzten Tagen der Großen Koalition gibt, ist das Streitgespräch zwischen Reichstagsspräsident Paul Löbe von der SPD und dem Abgeordneten Axel Freiherr von Freytagh-Loringhoven von der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) über die Probleme der parlamentarischen Demokratie, oder, um es zuzuspitzen, über die als offen behandelte Frage, was besser sei: Parlamentarismus oder Diktatur.
- Der Nürnberger Kriegsverbrecherprozess in Originaltönen16.11., 12:0016.11.2025, 12:0000:54:42
Von November 1945 bis Oktober 1946 saßen die führenden Nationalsozialisten auf der Anklagebank des Internationalen Militärgerichtshofs, den die Alliierten eingerichtet hatten. Filme wurden im Gerichtssaal gezeigt, Augenzeugen kamen zu Wort. Auch der Rundfunk berichtete. Damit war der Prozess ein Stück Mediengeschichte. Christoph König im Gespräch mit Prof. Peter Steinbach, Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin (SWR 2016) Alle Originaltöne und mehr zur Sendung: http://swr.li/nuernberg-kriegsverbrecherprozess Mehr zum Archivradio: archivradio.de Bei Fragen und Anregungen schreibt uns: daswissen@swr.de Folgt uns auf Mastodon: https://ard.social/@Archivradio
- Kommentar Markus Wolf: "Weltgericht hat Urteil gefällt" | 1.10.1946 | Nürnberger Prozesse15.11., 12:3015.11.2025, 12:3000:09:35
Nürnberger Prozesse Markus Wolf (1923 - 2006) ist vor allem als DDR-Spion bekannt. Zu Kriegszeiten lebte er im Exil in der Sowjetunion. 1945/46 war er als Berichterstatter beim Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher akkreditiert. Am Ende des Prozesses zieht er im Rundfunk t ein positives Fazit und appelliert an die Deutschen, aus der Vergangenheit zu lernen. Am Ende des Prozesses zieht er im Rundfunk ein positives Fazit und appelliert an die Deutschen, aus der Vergangenheit zu lernen. Keine andere Nation oder Hautfarbe mehr verächtlich machen Am Ende seines Kommentars stellt Markus Wolf folgende Fragen: "Neben dieser notwendigen Sühneaktion müssen die in Nürnberg an den Tag gekommenen abgrundtiefen Verbrechen als Folgen der Naziideologie zur Wiedererweckung der Achtung der großen Menschheitsideale in Deutschland beitragen. Wer kann es heute noch wagen, über einen Menschen, eine andere Nation oder Hautfarbe verächtlich zu sprechen, nachdem er gesehen hat, dass solche Gedankengänge zu der Ermordung von Millionen Menschen geführt haben? Wer kann sich noch einmal bereitfinden, seine Freiheit aufzugeben und blind, ohne Überlegung, Befehlen irgendwelchen Abenteurer zu folgen, nur weil sie sich als "Führer" bezeichnen? Wer kann sich nach diesem Prozess noch dafür hergeben, die Freiheit anderer Menschen und anderer Völker zu rauben?" Im Bild: Markus Wolf, Aufnahme aus dem Jahr 1991
- Journalisten aus den Siegermächten kommentieren Nürnberger Urteil | 1.10.1946 | Nürnberger Prozesse15.11., 12:1515.11.2025, 12:1500:06:09
Nürnberger Prozesse Im deutschen Radio kommen auch Reporter aus dem Ausland zu Wort, in diesem Fall Robert Cooper von der Londoner Times, Dominique Auclair vom Pariser Figaro und Victor Bernstein vom amerikanischen Magazin P.M.
- Umfrage nach der Urteilsverkündung im Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher | 1.10.1946 | Nürnberger Prozesse15.11., 12:0015.11.2025, 12:0000:34:02
Nürnberger Prozesse Nach der Verkündung des Urteils am 1. Oktober 1946 befragt ein Reporter von Radio München Passanten, Schüler und Fabrikarbeiter und diskutiert mit ihnen über das Ausmaß der Strafen und die Schuld der Generäle. Im Anschluss an das Urteil befragt ein Reporter von Radio München Fabrikarbeiter, Schüler und Autofahrer. Insbesondere für den Freispruch von Papens äußern die Befragten wenig Verständnis. Als unfair wird auch empfunden, dass die zum Tode verurteilten Generäle erhängt - und nicht, wie es üblich sei, erschossen würden. Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv (DRA)
- Nürnberger Prozesse: Reportage aus dem Gerichtssaal | 1.10.194615.11., 08:1515.11.2025, 08:1500:09:09
Nürnberger Prozesse Ausschnitt aus einer Reportage aus dem Gerichtssaal live von der Urteilsverkündung. Am Mikrofon beschreiben Andreas Günther und Gregor von Rezzori das Geschehen im Saal und die Reaktion der Angeklagten.
- Verkündung der Strafen im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess | 1.10.1946 | Nürnberger Prozesse15.11., 08:0015.11.2025, 08:0000:06:46
Nürnberger Prozesse Nach fast einem Jahr Verhandlungsdauer werden 12 der 24 Angeklagten zum Tode verurteilt. Die Urteilsverkündung in Nürnberg dauerte Stunden. Für die Zusammenfassungen in den einzelnen Rundfunkanstalten wurde diese Kurzfassung angefertigt und die Pausen zwischen den einzelnen Angeklagten entfernt. Hermann Göring (1893 – 15. Oktober 1946, Nürnberg) Rudolf Heß (1894 –1987, Kriegsverbrechergefängnis Spandau) Joachim von Ribbentrop (1893 – 16. Oktober 1946, Nürnberg) Wilhelm Keitel (1882 – 16. Oktober 1946, Nürnberg) Ernst Kaltenbrunner (1903 – 16. Oktober 1946, Nürnberg) Alfred Rosenberg (1893 – 16. Oktober 1946, Nürnberg) Hans Frank (1900 – 16. Oktober 1946, Nürnberg) Wilhelm Frick (1877 – 16. Oktober 1946, Nürnberg) Julius Streicher ( 1885 – 16. Oktober 1946, Nürnberg) Walther Funk (1890 – 1960, Düsseldorf) Hjalmar Schacht (1877 – 1970, München) Karl Dönitz (1891 – 1980, Aumühle) Erich Raeder (1876 – 1960, Kiel) Baldur von Schirach (1907 – 1974, Kröv) Fritz Sauckel (1894 – 16. Oktober 1946 Nürnberg) Alfred Jodl (1890 – 16. Oktober 1946, Nürnberg) Franz von Papen (1879 – 2. Mai 1969, Sasbach) Arthur Seyß-Inquart (1892 – 16. Oktober 1946, Nürnberg) Albert Speer (1905 – 1981, London) Konstantin von Neurath (1873 – 1956, Vaihingen an der Enz) Hans Fritzsche (1900 – 1953, Köln)
- Albert Speers Schlusswort: "Die Welt wird aus Krieg lernen" | 31.8.1946 | Nürnberger Prozesse14.11., 14:1514.11.2025, 14:1500:02:12
Nürnberger Prozesse Albert Speer sieht im Nürnberger Prozess einen Beitrag dazu, Kriege in Zukunft zu verhindern. Nur knapp entgeht er einem Todesurteil.