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1013- Hermann Görings Schlusswort: Nummer zwei gibt sich ahnungslos | 31.8.1946 | Nürnberger Prozesse14.11., 14:0014.11.2025, 14:0000:05:58
Nürnberger Prozesse Herrmann Göring bleibt bis zum Ende bei seiner Version der Geschichte: Er habe nichts vom Massenmord an den Juden gewusst und keinen Krieg gewollt.
- Rudolf Heß bereut nichts | 31.8.1946 | Nürnberger Prozesse14.11., 11:0014.11.2025, 11:0000:25:20
Nürnberger Prozesse Der ehemalige Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß erklärt in seinem Schlusswort, weshalb er das Gericht nicht anerkennt. Er stellt sich als gottesfürchtigen Christen dar. Er bereue nichts. Heß wird in zwei von vier Anklagepunkten für schuldig befunden und zu lebenslanger Haft verurteilt. Er verbrachte den Rest seines Lebens im alliierten Militärgefängnis Berlin-Spandau, wo er sich 1987 das Leben nahm.
- US-Chefankläger Robert H. Jackson hält sein Schlussplädoyer | 26.7.1946 | Nürnberger Prozesse14.11., 10:3014.11.2025, 10:3000:02:09
Nürnberger Prozesse US-Chefankläger Robert Jackson verliest sein Schlussplädoyer und nutzt es zu einer pointierten Abrechnung mit den Angeklagten, die von nichts gewusst haben wollen.
- Generaloberst Alfred Jodl wird verhört | 7.6.1946 | Nürnberger Prozesse14.11., 10:1514.11.2025, 10:1500:01:51
Nürnberger Prozesse Wie viele seiner Mitangeklagten will Alfred Jodl von der Judenvernichtung nichts gewusst haben. Hitler sei für ihn ein Scharlatan gewesen. Warum er ihm dann gefolgt sei, will der Ankläger wissen.
- Ehemaliger Lagerkommandant Rudolf Höß über Auschwitz | 15.4.1946 | Nürnberger Prozesse14.11., 10:0014.11.2025, 10:0000:04:46
Nürnberger Prozesse Kurt Kauffmann, der Verteidiger von Ernst Kaltenbrunner, verhört Rudolf Höß, der von 1940 bis 1943 Lagerkommandant von Auschwitz war. Höß spricht offen über die Ankunft der Züge mit den Gefangenen, ihre Aufteilung in Zwangsarbeit oder Tod in der Gaskammer. Rudolf Höß, geboren am 25. November 1901 in Baden-Baden und aufgewachsen in Mannheim, wurde am 25. Mai 1946 den polnischen Behörden überstellt. Das Oberste Nationale Tribunal Polens verurteilte ihn am 2. April 1947 in Warschau zum Tode. Rudolf Höß wurde am 16. April 1947 in Auschwitz vor seiner ehemaligen Residenz mit Blick auf das Lager erhängt.
- Tipp: Nürnberg 45 – Im Angesicht des Bösen12.11., 06:0012.11.2025, 06:0000:02:00
Vor 80 Jahren, im November 1945, haben in Nürnberg die Prozesse gegen die Hauptkriegsverbrecher der Nazizeit begonnen. Zum ersten Mal wurde dort Gerechtigkeit auf einer internationalen Ebene verhandelt und gleichzeitig der Grundstein für das moderne Völkerstrafrecht gelegt. Das Dokudrama "Nürnberg 45 – Im Angesicht des Bösen" erzählt dieses geschichtliche Ereignis durch die Augen von zwei Überlebendenden des Konzentrationslagers Auschwitz. Die Nürnberger Prozesse sind auch ein großes Thema im History-Podcast "Alles Geschichte": In zwei besonderen Staffeln geht es um die Psyche der Angeklagten und um das dramatische Leben der polnischen Hauptzeugin Seweryna Szmaglewska. Links Dokudrama "Nürnberg 45 – Im Angesicht des Bösen" in der ARD Mediathek https://1.ard.de/nuernberg-45?archivradio=pcsn Podcast "Alles Geschichte" in der ARD Audiothek https://1.ard.de/alles-geschichte-nuernberg
- Gerichtsdrama um US-Präsidentenwahl Bush vs. Gore | Herbst 200007.11., 12:4507.11.2025, 12:4500:19:20
Neuer US-Präsident steht 2000 erst 5 Wochen nach der Wahl fest Am 7. November des Jahres 2000 wählen die US-Bürger einen Präsidenten. Doch fünf Wochen, bis zum 12. Dezember, dauert es, bis der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten durch ein Urteil schließlich George W. Bush zum Gewinner und Al Gore zum Verlierer machte – obwohl die Verteilung der Wählerstimmen andersherum war. Bei diesen Wahlen zeigte sich, welchen Einfluss die politische Besetzung des Oberstes Gerichtshofs in Washington auf den Ausgang einer Wahl haben kann. Bizarre Situation bei der Stimmauszählung Doch der Reihe nach. Nach der Wahl ruft Al Gore den zunächst ausgerufenen Sieger George Bush an und gratuliert ihm. Eine Stunde später nimmt er seine Glückwünsche wieder zurück, da die Situation im entscheidenden Bundesstaat Florida doch nicht so eindeutig ist, wie es zunächst schien. Der Abstand wird so dünn, dass bald Forderungen nach einer Nachauszählung hochkommen. Und dann stimmt auch noch was mit den Zetteln nicht. Am 18. November, also schon 11 Tage nach der Wahl, berichteten wir im SWR über die für ein Hochtechnologieland bizarre Situation bei der Stimmauszählung. Zwei Tage später, am 20. November, befasst sich schließlich der Oberste Gerichtshof in Florida mit der Angelegenheit. Der Oberste Gerichtshof in Florida entscheidet zugunsten von Al Gore. Aber damit ist die Sache noch nicht erledigt. Wieder berichtet Arthur Landwehr. Al Gore akzeptiert das Gerichtsurteil – George W. Bush ist Präsident Es geht dann noch zwei Mal zwischen dem Obersten Gerichtshof in Florida und dem Obersten Gerichtshof der USA in Washington hin und her. Bis dieser schließlich am 12. Dezember die Wahl für beendet erklärt. Die Auswertung der handgezählten Stimmen in Florida habe keinem einheitlichen Standard gefolgt, für eine weitere Neuauszählung sei die Zeit abgelaufen. Al Gore akzeptiert das Urteil. Damit ist George W. Bush Präsident. Die USA haben nun einen Präsidenten, aber die fünfwöchige juristische Auseinandersetzung hat Wunden hinterlassen.
- Ernst Kaltenbrunner will nichts von Gaskammern gewusst haben | 11.4.1946 | Nürnberger Prozesse07.11., 10:3007.11.2025, 10:3000:03:02
Nürnberger Prozesse Ernst Kaltenbrunner, der Chef des Sicherheitshauptamtes und des Sicherheitsdienstes, wird von seinem Verteidiger Kurt Kauffmann befragt. Er behauptet, niemals eine Gaskammer gesehen zu haben, auch nicht bei einem Besuch im KZ Mauthausen, von dem es einen Beweis gibt.
- Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel und seine inneren Kämpfe | 8.4.1946 | Nürnberger Prozesse06.11., 15:0006.11.2025, 15:0000:02:33
Nürnberger Prozesse Wilhelm Keitel war Generalfeldmarschall und Chef des Oberkommandos der Wehrmacht. Alle Befehle hat er stets befolgt, obwohl er mit seiner inneren Stimme kämpfen musste, wie er vor Gericht sagt.
- Hermann Göring im Verhör | 20.3.1946 | Nürnberger Prozesse04.11., 17:3004.11.2025, 17:3000:04:54
Nürnberger Prozesse US-Ankläger Robert Jackson verhört Hermann Göring. Es geht um ein Dokument zur Enteignung der jüdischen Bevölkerung, das Görings Unterschrift trägt. Hier fällt ein Begriff, der im Zentrum der nationalsozialistischen Verbrechen steht. Die Anklage bezieht sich auf einen Brief, den Göring an Heydrich schrieb und den Begriff "Gesamtlösung" bzw. "Endlösung der Judenfrage". Göring beklagt sich über Übersetzungsfehler. Hermann Görings Brief an SS-Gruppenführer Reinhard Heydrich, 31.7.1941 "In Ergänzung der Ihnen bereits mit Erlaß vom 24.1.39 übertragenen Aufgabe, die Judenfrage in Form der Auswanderung oder Evakuierung einer den Zeitverhältnissen entsprechend möglichst günstigen Lösung zuzuführen, beauftrage ich Sie hiermit, alle erforderlichen Vorbereitungen in organisatorischer, sachlicher und materieller Hinsicht zu treffen für eine Gesamtlösung der Judenfrage im deutschen Einflußgebiet in Europa. Sofern hierbei die Zuständigkeiten anderer Zentralinstanzen berührt werden, sind diese zu beteiligen. Ich beauftrage Sie weiter, mir in Bälde einen Gesamtentwurf über die organisatorischen, sachlichen und materiellen Vorausmaßnahmen zur Durchführung der angestrebten Endlösung der Judenfrage vorzulegen."
- Hermann Göring wird in Nürnberg vereidigt und erklärt, wie er zur NSDAP kam | 13.3.1946 | Nürnberger Prozesse04.11., 16:0004.11.2025, 16:0000:00:39
Nürnberger Prozesse Am 13. März 1946 wird Hermann Göring im Nürnberger Prozess vereidigt. Er war unter Adolf Hitler zunächst Reichsluftfahrtminister, Oberbefehlshaber der Luftwaffe und Chef des Reichswirtschaftsministeriums. Und er war es, der 1941 den Auftrag erteilte, die "erforderlichen Vorbereitungen" zu einer "Endlösung der Judenfrage" zu treffen. Gemeinsam mit Adolf Hitler: Kampf dem "Diktat von Versailles" Zunächst wird er ausführlich zu seiner Person befragt. In den ersten 15 Minuten schildert er ausführlich sein Leben von seiner Geburt 1893 in Rosenheim über seine frühe Sozialisierung bis zu seinem Eintritt in die NSDAP 1922. Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv
- Hans Cappelen berichtet über die Gestapo-Folter | 29.1.1946 | Nürnberger Prozesse04.11., 09:1504.11.2025, 09:1500:06:27
Nürnberger Prozesse Als Zeugen für die Verbrechen der Nazis kommen auch die Opfer zu Wort wie zum Beispiel der Norweger Hans Cappelen. Er war erst Gefangener der Gestapo und später im KZ Buchenwald. Er berichtet vor den Augen der Welt von den unmenschlichen Foltermethoden seiner Peiniger. Die wichtigsten Passagen werden im Radio gekürzt übertragen.
- US-Korrespondentin Erika Mann über den Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess | 19.12.194504.11., 08:4504.11.2025, 08:4500:06:18
"Die waren alle außerordentlich nervös" Erika Mann, Tochter von Thomas Mann, lebte erst im Exil in der Schweiz und emigrierte dann in die USA. Im Krieg berichtet sie für britische und amerikanische Medien. Im Interview mit einem deutschen Kollegen schildert sie ihre Eindrücke von den Angeklagten im Gefängnis und aus dem Gerichtssaal.
- 21 Angeklagte bekennen sich "nicht schuldig | 21.11.1945 | Nürnberger Prozesse01.11., 07:0001.11.2025, 07:0000:02:12
Einen Tag nach Beginn der Verhandlung treten die Angeklagten nacheinander ans Mikrofon. Den Anfang macht Hermann Göring. Alle bekennen sich für "nicht schuldig". Nürnberger Prozesse: Keine Schuldbekenntnisse Der Reihe nach werden folgende Angeklagte befragt, ob sie sich "schuldig" oder "nicht schuldig" bekennen: Hermann Göring (1893 – 15. Oktober 1946, Nürnberg) Rudolf Heß (1894 –1987, Kriegsverbrechergefängnis Spandau) Joachim von Ribbentrop (1893 – 16. Oktober 1946, Nürnberg) Wilhelm Keitel (1882 – 16. Oktober 1946, Nürnberg) Ernst Kaltenbrunner (nicht anwesend; 1903 – 16. Oktober 1946, Nürnberg) Alfred Rosenberg (1893 – 16. Oktober 1946, Nürnberg) Hans Frank (1900 – 16. Oktober 1946, Nürnberg) Wilhelm Frick (1877 – 16. Oktober 1946, Nürnberg) Julius Streicher ( 1885 – 16. Oktober 1946, Nürnberg) Walther Funk (1890 – 1960, Düsseldorf) Hjalmar Schacht (1877 – 1970, München) Karl Dönitz (1891 – 1980, Aumühle) Erich Raeder (1876 – 1960, Kiel) Baldur von Schirach (1907 – 1974, Kröv) Fritz Sauckel (1894 – 16. Oktober 1946 Nürnberg) Alfred Jodl (1890 – 16. Oktober 1946, Nürnberg) Franz von Papen (1879 – 2. Mai 1969, Sasbach) Arthur Seyß-Inquart (1892 – 16. Oktober 1946, Nürnberg) Albert Speer (1905 – 1981, London) Konstantin von Neurath (1873 – 1956, Vaihingen an der Enz) Hans Fritzsche (1900 – 1953, Köln)
- Kommentar Fritz Eberhard: "Atombombe und Nürnberger Prozess prägen die Lage" | 24.11.1945 | Nürnberger Prozesse27.10., 11:0027.10.2025, 11:0000:03:14
Nürnberger Prozesse Fritz Eberhard (1896 - 1982) war der Vorsitzende des beratenden Komitees der deutschen Mitarbeiter von Radio Stuttgart und von 1949 bis 1958 Intendant des Süddeutschen Rundfunks. Der Sozialdemokrat war während der NS-Herrschaft im Widerstand und musste 1937 auswandern. In seinem Kommentar mahnt er: Im Nürnberger Prozess geht es nicht nur um die Vergangenheit, sondern vor allem um die Zukunft. Die Welt müsse aus dem jüngsten Krieg lernen und nicht ein neues Wettrüsten beginnen – gerade auch angesichts der Zerstörungskraft der Atombombe.
- Umweltministerin Angela Merkel über ökologische Marktwirtschaft17.10., 07:1517.10.2025, 07:1500:14:51
Die Ressourcen der Erde sind endlich. Wer Treibhausgase ausstößt, soll dafür einen Preis zahlen. Und das Bruttosozialprodukt, so wie es definiert ist, sagt wenig über den tatsächlichen Wohlstand einer Gesellschaft. – Diese Aussagen klingen heute für viele banal, aber das waren sie 1995 noch nicht. Im Jahr zuvor hat sich die CDU entschlossen, in ihrem Grundsatzprogramm die soziale Marktwirtschaft um eine ökologische Komponente zu erweitern. Doch was sollte das bedeuten? Als Bundesumweltministerin leitete Angela Merkel eine CDU-interne Arbeitsgruppe, die sich darüber Gedanken machte. Sie spricht darüber auf dem CDU-Parteitag am 17. Oktober 1995. Die einleitenden Worte spricht Bundesforschungsminister Jürgen Rüttgers.
- Aktionsbündnis "Amoklauf Winnenden" schreddert “Killerspiele”17.10., 07:0017.10.2025, 07:0000:03:17
Das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden sammelt im Oktober 2010 in Stuttgart sogenannte Killerspiele in einem Container. Das Bündnis will damit symbolisch gegen Gewalt in der Gesellschaft vorgehen. Doch passionierte Computerspieler wehren sich gegen die Aktion. Sie fühlen sich missverstanden und pauschal verurteilt.
- Videoaufzeichnung mit dem entführten Hanns Martin Schleyer | 15.10.197715.10., 12:0515.10.2025, 12:0500:01:08
Appell von Hanns Martin Schleyer per Video In diesem sehr kurzen, am Schluss abreißenden Ausschnitt aus einem von den Entführern aufgenommenen und in der ARD Tagesschau veröffentlichen Video dankt Arbeitgeberpräsident Schleyer seinen Freunden und Kollegen und klagt: "Muss denn wirklich noch etwas geschehen, um in Bonn eine Entscheidung zu ermöglichen?" ARD Tagesschau Im Bild: Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer auf einem Foto, das die Pariser Abendzeitung "France Soir" und die "Frankfurter Rundschau" am 14.10.1977 in einem Brief der Schleyer-Entführer enthalten hatten.
- Flugzeugentführung steht in Zusammenhang mit Schleyer-Entführung | 14.10.197715.10., 11:5015.10.2025, 11:5000:12:33
Der Moderator nennt die Flugzeugentführung "Hijacking" und fasst zusammen: In der vergangenen Nacht und am heutigen Morgen habe sich der "kleine Krisenstab" in Bonn wieder zusammengetan. Auch das Bundeskabinett spreche gerade über dieses Thema. Dann gibt der Reporter aus Bonn bekannt: "Die Zeiten der Nachrichtensperre sind zu Ende". Die Lage sei so ernst, dass Regierungssprecher Bölling nun alles mitteilen wolle, was er weiß. Seit sieben Minuten sitze der "Große Krisenstab" zusammen, vor einer halben Stunde begann Klaus Böllings Pressekonferenz. Regierungssprecher Klaus Bölling äußert sich zu den Vorfällen "Wir werden über die Regierungen der Vereinigten Arabischen Emirate auf die Entführer einzuwirken versuchen", erklärt der Regierungssprecher. Das Ultimatum der Entführer sei ernst zu nehmen. Die Presse habe endlich erfahren, um wie viele Personen es gehe: um den entführten Arbeitgeberpräsidenten sowie, in der entführten Lufthansa-Maschine, um 5 Besatzungsmitglieder, 86 Fluggäste, darunter 5 Kinder. Durch den Bekennerbrief, so Bölling, sei der Zusammenhang zwischen den beiden Entführungen bewiesen. Anschließend verliest er den Anfang des Bekennerbriefs mit dem Ultimatum: "Wir haben Helmut Schmidt jetzt genug Zeit gelassen, um sich in seiner Entscheidung zu winden. Zwischen der amerikanischen Strategie der Vernichtung von Befreiungsbewegungen in Westeuropa und der dritten Welt und dem Interesse der Bundesregierung, den zur Zeit für sie wichtigsten Wirtschaftsmagnaten eben für diese imperialistische Strategie nicht zu opfern. Das Ultimatum der Operation Kofre Kaddum, des Kommandos Martyr Halimeh und das Ultimatum des Kommandos Siegfried Hausner der RAF sind identisch. Das Ultimatum läuft am Sonntag, den 16. Okt. 1977 um 8.00 Uhr GMT ab. Wenn bis zu diesem Zeitpunkt die elf geforderten Gefangenen ihr Ziel nicht erreicht haben, wird Hanns-Martin Schleyer erschossen." Reporter fasst Bekennerbrief zusammen Hier fasst der Reporter die restlichen Zeilen zusammen. Wörtlich lauten diese: "Nach 40 Tagen der Gefangenschaft von Schleyer wird es eine Verlängerung des Ultimatums nicht mehr geben, ebenso keine weitere Kontaktaufnahme. Jegliche Verzögerung bedeutet den Tod Schleyers. Um zeitliche Komplikationen zu vermeiden, ist es nicht notwendig, dass Pastor Niemöller und Rechtsanwalt Payot die Gefangenen begleiten. Die Bestätigung der Ankunft der Gefangenen erhalten wir auch ohne die Bestätigung durch die Begleitperson. Nachdem wir die Bestätigung erhalten haben, wird Hanns-Martin Schleyer innerhalb von 48 Stunden freigelassen. Freiheit durch bewaffneten antiimperialistischen Kampf! Kommando Siegfried Hausner." Chronologie der Ereignisse Klaus Bölling, so der Reporter, habe eine ausführliche Chronologie der Ereignisse geliefert. Beim Zwischenstopp des Flugzeugs in Rom hätten die Entführer um 17 Uhr erstmals Forderungen gestellt, 17.02 Uhr habe Innenminister Maihofer die italienische Behörden gebeten, den Start zu verhindern. Das sei nicht gelungen. 17.50 Uhr sei die Maschine Richtung Zypern gestartet. Dort habe man einen PLO-Vertreter als Vermittler eingeschaltet. Zur gleichen Zeit seien Beamte des Bundesgrenzschutzes Richtung Zypern aufgebrochen. Die Verzögerungstaktik der Verhandler habe das Kommando an Bord argwöhnisch werden lassen, weshalb die Entführer um 21.57 Uhr wieder starten ließen. Ziel. Die Emirate am persischen Golf. Vor der Landung in Bahrain habe es dramatische Szenen gegeben. Ähnliches jetzt in Dubai. "Die Situation ist so gefährlich wie noch nie." Mitschnitte des Funkverkehrs Der Reporter in Frankfurt liefert dazu drei Tondokumente: den Sprechfunk des Piloten mit dem Tower kurz vor 6 Uhr beim Kreisen über Dubai, mit der Bitte, die Polizei fernzuhalten, sonst würde das Flugzeug gesprengt. Den Funkverkehr zwischen dieser und einer anderen Lufthansa-Maschine, mitgeschnitten in Israel. Darin zu hören, dass es sich um vier Entführer handelt: "2 Männer, zwei Frauen, bewaffnet". Schließlich die Stimme eins Entführers bei den Verhandlungen in Zypern. Zunächst spricht er Arabisch, dann Englisch. Aus der Archivdatenbank (O-Ton) Klaus Bölling, Regierungssprecher: Verlesung des Ultimatums der Flugzeugentführer / Zusammenhang zwischen der Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer und der Entführung der Lufthansa Maschine "Landshut" // (O-Ton, engl) Flugkapitän der Lufthansa Maschine "Landshut": Funkspruch bei Anflug auf den Flughafen Dubai / Bitte das Rollfeld zu räumen und Soldaten zurückzuziehen // (O-Ton) Flugkapitän der Lufthansa Maschine "Landshut": Aufgefangener Funkverkehr zwischen der "Landshut" und einer anderen Lufthansa Maschine über die Anzahl der Entführer // (O-Ton, arab, dann engl) Kapitän Mahmud, Entführer der Lufthansa Maschine "Landshut": Funkverkehr mit dem Flughafen Larnaka auf Zypern.
- Endlich frei – Spätheimkehrer kommen im Lager Friedland an | 8. bis 11.10.195507.10., 20:0007.10.2025, 20:0000:32:45
Die "Heimkehr der Zehntausend" Im Oktober 1955 – mehr als 10 Jahre nach Kriegsende – kommen rund zehntausend Kriegsgefangene, aber auch zivilinternierte Frauen und Kinder aus sowjetischer Gefangenschaft frei und dürfen in die Bundesrepublik. Möglich wurde das, nachdem einen Monat vorher Bundeskanzler Adenauer nach Moskau gereist war und die Bundesrepublik mit der Sowjetunion diplomatische Beziehungen aufgenommen hatte. Ein großer Teil dieser Spätheimkehrer kommt im Grenzdurchgangslager Friedland an, südlich von Göttingen, an der Grenze zu Thüringen. Die folgenden Reportagen und Gespräche mit Spätheimkehrern und Lagerinsassen stammen alle aus den Tagen vom 8. bis 11. Oktober und zeigen, wie bedeutsam diese Heimkehr der Zehntausend damals für die junge Bundesrepublik war. Quelle: WDR