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1013- Irans Todesurteil gegen Autor Salman Rushdie | 15. bis 17.2.198903.03., 08:2403.03.2026, 08:2400:07:07
"Die satanischen Verse" werden als Gotteslästerung heftig kritisiert 1988 schrieb der aus Indien stammende und in England lebende Schriftsteller Salman Rushdie seinen Roman "Die satanischen Verse". Der Roman enthält viele Anspielungen auf den islamischen Propheten Mohammed. Fundamentalreligiöse Muslime weltweit empfanden ihn als Beleidigung und Gotteslästerung. Wenige Wochen nach Erscheinen wurde der Roman in Indien verboten. Fatwa: Iranische Geistlichkeit verurteilt Salman Rushdie zum Tod Zur eigentlichen Bedrohung für den Autor wird aber ein Rechtsgutachten ("Fatwa") der iranischen Geistlichkeit, die Rushdie wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilt. Das war ziemlich genau 10 Jahre nach der islamischen Revolution und der Machtübernahme Ajatollah Khomeinis. Der ruft über den Rundfunk die Gläubigen auf, das Todesurteil zu vollstrecken und Rushdie zu ermorden. Salman Rushdie ist sehr schnell klar, was das für ihn bedeutet. Er nimmt diese Drohung sehr ernst und taucht unter. Für deutsche Ausgabe des Romans wird neuer Verlag gegründet Aus London berichtet am 15. Februar 1989 Korrespondent Hans-Jürgen Maurus. Noch am selben Abend setzt ein iranischer Geistlicher im Namen einer Stiftung ein Kopfgeld von einer Million Dollar auf Salman Rushdie aus. In Deutschland stellt sich die Frage: Was wird aus der geplanten deutschen Übersetzung? Rushdies Verlag Kiepenheuer & Witsch entscheidet sich, das Buch nicht heraus zu bringen, um Verlagsmitarbeiter nicht zu gefährden. Hier meldet sich Günter Grass zu Wort und fordert Verlag und Bundesregierung zu einer klaren Haltung auf. Im Herbst 1989 erscheinen die Satanischen Verse dann doch auf Deutsch. Nicht im Verlag Kiepenheuer & Witsch, sondern im eigens dafür gegründeten "Artikel 19 Verlag". Der Name bezieht sich auf Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, in dem es um die Meinungsfreiheit geht. Zahlreiche Verlage hatten sich für dieses Projekt zusammengeschlossen. Die deutsche Übersetzung der "Satanischen Verse" erschien im Oktober 1989, einen Tag nach Ende der Frankfurter Buchmesse.
- Abrechnung mit Stalins Personenkult: Chruschtschows Geheimrede22.02., 10:0022.02.2026, 10:0000:45:59
Nikita Chruschtschow: Parteichef der KPdSU rechnet mit Stalins Personenkult ab Am 5. März 1953 starb der sowjetische Diktator Josef Stalin. Sein Nachfolger als Parteichef der KPdSU wurde Nikita Chruschtschow. Drei Jahre nach Stalins Tod findet wieder ein Parteitag statt. Dort rechnet Chruschtschow mit seinem Vorgänger radikal ab. Es ist der 25. Februar 1956. Chruschtschow wirft Stalin schwere Verbrechen vor, auch und insbesondere gegen Parteimitglieder. Er verurteilt den Personenkult, den Stalin betrieben habe und kündigt einen neuen Kurs an. Sender Freies Berlin strahlt Übersetzung der Geheimrede aus Die Rede gilt als Beginn der Entstalinisierung in der Sowjetunion. Allerdings ist es eine Geheimrede; in der Sowjetunion selbst wird darüber nicht berichtet, es gibt keine Aufzeichnungen. Aber es gab ein Manuskript, an das sich Chruschtschow sehr streng gehalten haben soll. Dieses Manuskript gelangt ins Ausland und noch im selben Frühjahr erscheinen Übersetzungen der Rede. Im Juni 1956 strahlt der Sender Freies Berlin Auszüge von Chruschtschows Rede in deutscher Übersetzung aus, verteilt auf drei Nachtsendungen, beginnend am 21. Juni. "Über den Personenkult und seine Folgen" Chruschtschows Geheimrede bekam später den Titel "Über den Personenkult und seine Folgen". Obwohl die Rede im Ausland längst bekannt ist, bestätigt die sowjetische Führung ihre Existenz erst 1989 und veröffentlicht sie auch.
- Bundeskanzler Adenauer will Atomwaffen: Bundestag debattiert tagelang | 20. bis 25.3.1958 | Kernenergie16.02., 11:1116.02.2026, 11:1101:22:52
Konrad Adenauer will Bundeswehr atomar bewaffnen Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) strebt in den 1950er-Jahren nicht nur die friedliche Nutzung der Atomenergie an, sondern will auch die Bundeswehr im Rahmen der NATO atomar bewaffnen. Sein Hauptargument ist die mächtige Sowjetunion, der man etwas entgegensetzen müsse. Opposition plädiert für atomwaffenfreie Zone Die Opposition, vor allem die SPD, ist dagegen; sie plädiert für eine atomwaffenfreie Zone auf dem Gebiet der beiden deutschen Staaten. Eine atomare Aufrüstung dagegen würde eine Wiedervereinigung in weite Ferne rücken. Die Debatte zieht sich über vier Tage hin. Sie wäre noch länger gegangen, wenn nicht am letzten Tag die Debatte per Mehrheitsbeschluss auf nur noch acht Stunden begrenzt worden wäre. Redner und Rednerinnen Wir hören Ausschnitte. Zunächst Bundeskanzler Konrad Adenauer, der wie auch schon in früheren Reden die Atombombe als Weiterentwicklung der bisherigen Waffensysteme darstellt. Es folgen Verteidigungsminister Franz Josef Strauß (CSU), dann Fritz Erler (SPD), der mit einer Anspielung auf Goebbels‘ "totalen Krieg" die Unionsabgeordneten dazu veranlasst, empört den Saal zu verlassen. Anschließend hören wir Reinhold Maier (FDP), gefolgt von zwei weiteren SPD-Abgeordneten, nämlich Helmut Schmidt – dem späteren Bundeskanzler – sowie Gustav Heinemann – dem späteren Bundespräsidenten. Es folgt eine Replik von Franz Josef Strauß, und darauf eine von Fritz Erler. Am Schluss die einzige weibliche Stimme in der Debatte: Luise Rehling (CDU). Sie erklärt, für die Frauen und Mütter zu sprechen. Bundestag stimmt atomarer Ausrüstung der Bundeswehr im Rahmen der NATO zu Nach der emotionalen Debatte stimmt der Bundestag mehrheitlich der atomaren Ausrüstung der Bundeswehr im Rahmen der NATO zu. Die SPD kündigt daraufhin an, sie werde eine Volksbefragung initiieren, da Atomwaffen zu einem nationalen Notstand führen würden. Den Anfang machen Hamburg und Bremen, die tatsächlich Volksbefragungen über die atomare Bewaffnung einleiten. Doch dazu kommt es nicht: Das Bundesverfassungsgericht hält die Befragungen für verfassungswidrig und stoppt sie. Adenauer setzt sich somit durch, allerdings bleiben die in der Bundesrepublik stationierten Atomwaffen unter der Kontrolle der Vereinigten Staaten – nicht der Bundeswehr. Quelle: RIAS/Deutschlandradio http://swr.li/kernenergie-deutschland
- Plagiatsaffäre zwingt Guttenberg zum Rücktritt | 16.2. bis 1.3.201113.02., 16:0513.02.2026, 16:0500:12:47
Beliebter Minister muss sich Plagiatsvorwürfen stellen Karl-Theodor zu Guttenberg gehörte zeitweise zu den beliebtesten Politikern in Deutschland. Der damalige Verteidigungsminister wurde als CSU-Chef und möglicher Kanzlerkandidat gehandelt. Doch 2011 endet seine politische Karriere abrupt, als bekannt wird, dass er sich in seiner Doktorarbeit mit fremden Federn geschmückt und viele Passagen aus anderen Texten ohne Quellenangabe übernommen hat. Am 16. Februar 2011 werden diese Plagiatsvorwürfe bekannt. Drei Tage später findet in Berlin die übliche Regierungspressekonferenz statt. Die Hauptstadtpresse hofft auf eine Erklärung des Verteidigungsministers. Doch der zieht es vor, sich in einem gesonderten Termin vor ausgewähltem Publikum zu äußern. Und wie äußert sich nun Guttenberg zu den Vorwürfen? Er sagt das hier: "Meine von mir verfasste Dissertation ist kein Plagiat, und den Vorwurf weise ich mit allem Nachdruck von mir. Sie ist über etwa sieben Jahre neben meiner Berufs und Abgeordnetentätigkeit als junger Familienvater in mühevollster Kleinarbeit entstanden und sie enthält fraglos Fehler. Und über jeden einzelnen dieser Fehler bin ich selbst am unglücklichsten. Es wurde allerdings zu keinem Zeitpunkt bewusst getäuscht oder bewusst die Urheberschaft nicht kenntlich gemacht [...]"
- Rita Süssmuth über ihren Kampf in der Aids-Politik01.02., 21:5801.02.2026, 21:5800:02:48
Rita Süssmuth (*1937) ist Bundesgesundheitsministerin bis 1988, als der CDU-Vorsitzende und Bundeskanzler Helmut Kohl sie zur Bundestagspräsidentin vorschlägt. Süssmuth folgt diesem Ruf nicht ohne zu betonen, dass sie in der Aids-Politik weiter mitreden werde. Am 23. November 1988 gibt sie zur Überraschung vieler eine Abschiedspressekonferenz und zieht eine deutliche Bilanz. Sie habe in der Regierung oft mit dem Rücken zur Wand gestanden. Im Bild: Bundesgesundheitsministerin Rita Süssmuth (rechts) und und die amerikanische Sexualtherapeutin Ruth Westheimer (Mitte) sammeln am 29. Mai 1987 auf der Königsallee in Düsseldorf Spenden für an Aids erkrankte Kinder in der Bundesrepublik. Die Spendenaktion "Aids-Kids" soll einen bessere Betreuung und Versorgung der rund 400 Aids-kranken Kinder in Deutschland gewährleisten. Mehr historische Aufnahmen zur Medizingeschichte: http://swr.li/medizingeschichte
- Erstes Zuwanderungsgesetz in Deutschland | 9.7.200401.02., 16:1401.02.2026, 16:1400:12:37
Deutschland sei kein Einwanderungsland – das war das Mantra der Bundesregierung Kohl bis 1998. Es war einfach nicht vorgesehen, dass Menschen – abgesehen von humanitären Gründen – dauerhaft nach Deutschland zogen. Fachkräfte fehlen Die rot-grüne Bundesregierung unter Gerhard Schröder sieht das anders. Und die Wirtschaft macht auch Druck, ihr fehlen schon damals qualifizierte Fachkräfte. Im Jahr 2000 kündigt Kanzler Schröder erstmals an, qualifizierten IT-Fachkräften einen Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt zu gewähren. Zuwanderungsgesetz kommt nach Kompromiss zustande Bald darauf beschließt die Bundesregierung das erste echte Zuwanderungsgesetz – ein Gesetz, das sich eben auch am Arbeitsmarkt orientiert. Doch das scheitert zunächst am Hickhack im Bundesrat. Am Ende geht Gerhard Schröder auf die Opposition zu. Nach jahrelangen Verhandlungen verabschiedet zunächst der Bundestag und am 9. Juli 2004 auch der Bundesrat das Zuwanderungsgesetz, das auch von Union und FDP mitgetragen wird. Dass der Kompromiss zustande kam, war auch der CDU-Politikerin Rita Süssmuth zu verdanken. Sie leitete damals den Sachverständigenrat für Zuwanderung und Integration. Dessen Berichte haben damals geholfen, die Debatte zu versachlichen. Als das Gesetz verabschiedet wird, äußert sie sich dazu im SWR.
- Physiker Werner Heisenberg über sein Leben | 30.3.196830.01., 12:0030.01.2026, 12:0000:39:55
Werner Heisenberg ist einer der bedeutendsten deutschen Physiker des 20. Jahrhunderts. Entdecker der sogenannten "Unschärferelation" – der Tatsache, dass man nicht alle Eigenschaften eines Teilchens gleich gut messen kann. Es hat entweder einen definierten Ort, oder einen definierten Impuls, aber nicht beides gleichzeitig. Das liegt in seiner Natur der physikalischen Teilchen. Aber Heisenberg prägte nicht nur die Grundlagen der Kernphysik, sondern auch ihre Anwendung, die Kernenergie. Im Krieg arbeitete er an einem ersten deutschen Kernreaktor. Nach dem Krieg setzte er sich für die friedliche Nutzung der Kernenergie ein. Ansonsten forschte er weiter, tüftelte an einer Weltformel. 1968, Heisenberg ist 66 Jahre alt, führt der Redakteur der Deutschen Welle Harald von Troschke das folgende Interview mit Werner Heisenberg über seine Forschung und sein Leben. Mehr Sternstunden der Wissenschaft
- Die "Challenger" explodiert | 28.1.198628.01., 17:3028.01.2026, 17:3000:09:11
Die Raumfähre "Challenger" explodiert kurz nach dem Start. Für die sieben Astronauten an Bord bedeutet das den Tod. Keine "Sternstunde der Wissenschaft", sondern ein einschneidendes und vor allem tragisches Ereignis der Raumfahrt. Unter den Besuchern, die in Cape Canaveral die Katastrophe live miterlebten, war US-Präsident Ronald Reagan. Der deutsche Reporter Harro Zimmer berichtete live aus Florida. Die Ursache: Der Dichtungsring Der Physik-Nobelpreisträger Richard Feynman liefert in der Untersuchungskommission zur Explosion der Challenger eine einfache Erklärung für die Katastrophe. In weniger als einer Minute führt er vor laufenden Kameras ein kleines physikalischen Experiment vor: Vor ihm steht ein Glas eiskaltes Wasser, in das er einen der typischen elastischen Dichtungsringe tunkt. Ergebnis: Der Dichtungsring wird bei Kälte spröde. Es waren die Dichtungsringe, die versagten.
- Das Wirtschaftswunder – Kaufrausch, Elvis, Urlaubsreisen26.01., 08:3026.01.2026, 08:3000:28:16
1957 eröffnet der erste Supermarkt, die Deutschen entdecken Autos, Mallorca und das Fernsehen. Die Gegenbewegung bilden die "Gammler", die sich dem Ideal von Fleiß und Konsum entziehen. Lukas Meyer-Blankenburg spricht mit dem Historiker Harald Jähner über Aufnahmen aus dem ARD Archivradio (SWR 2026) Literatur: Harald Jähner: Wunderland. Die Gründerzeit der Bundesrepublik 1955-1967. Rowohlt Verlag, 2024 Historische Originalaufnahmen zur Sendung: http://swr.li/wirtschaftswunder Bei Fragen und Anregungen schreibt uns: daswissen@swr.de Folgt uns auf Mastodon: https://ard.social/@DasWissen
- Gammler in München-Schwabing verärgern die Deutschen | 14.4.196625.01., 12:0025.01.2026, 12:0000:06:37
Nackt und unrasiert statt adrett und fleißig In den 1960er-Jahren entwickelt sich in den beiden deutschen Staaten die Subkultur der Gammler – eine Art Gegenentwurf zum arbeitsamen Deutschen der Wirtschaftswunderjahre. Nicht fleißig, sondern faul. Nicht adrett gekleidet, sondern nackt und unrasiert hängen die Gammler in Parks und auf öffentlichen Plätzen rum und werden so für viele zum Ärgernis. Die Medien greifen das Thema natürlich auf. Wer sind die Gammler und was wollen sie? Eine Reportage des Südwestfunks vom 16. April 1966 sucht nach Antworten.
- Elvis Presley landet als GI in Bremerhaven | 1.10.195824.01., 12:0024.01.2026, 12:0000:05:19
Star absolviert Militärdienst in Deutschland – Fans und Kritiker empfangen ihn Elvis Presley war schon ein junger Weltstar, als er einen Einberufungsbefehl zum Militärdienst erhielt. Er absolvierte seine Grundausbildung in Texas und wurde schließlich in Deutschland stationiert. Am 1. Oktober 1958 trifft er, von New York kommend, mit dem Schiff in Bremerhaven ein. Hunderte Fans warten auf ihn. Am Ende der Reportage hört man ihn auch selbst kurz nach der Ankunft. Wie Vico Torriani kann jeder singen, aber wie Elvis nicht. Quelle: Elvis-Fan 1958 in Bremerhaven
- Die Deutschen entdecken Mallorca | 16.3.195724.01., 11:0024.01.2026, 11:0000:27:39
Deutsche Flugdienst GmbH nimmt 1956 den Betrieb auf Bis 1956 war Mallorca für die meisten Deutschen eine eher unbekannte Insel im Mittelmeer – der Weg dorthin wäre für einen Urlaub viel zu weit und zu teuer gewesen. Doch im Frühjahr 1956 nimmt die Deutsche Flugdienst GmbH ihren Betrieb auf, der Vorläufer der späteren Charter-Fluggesellschaft Condor. Als erste Ziele für Charterreisen bietet sie an: das Heilige Land, Kairo mit den Pyramiden, und eben: Mallorca. Im Propellerflugzeug in den Urlaub auf die Mittelmeerinsel Es sind Propellerflugzeuge, geflogen von US-amerikanischen Militärpiloten. Deutsche Piloten müssen erst noch ausgebildet werden bzw. diejenigen, die vor Kriegsende ihre Fluglizenz erworben hatten, dürfen noch nicht wieder fliegen. Ein solcher Flug ist damals etwas Besonderes, eine Mallorca-Reise deutlich teurer als eine Autofahrt nach Italien. Die Reportage aus dem Jahr 1957 zeigt, wie schnell sich der Urlaubstipp Mallorca herumspricht. Reporter ist Markus Joachim Tidick vom Südwestfunk. Der Bericht wird am 16. März 1957 unter dem Titel "Deutsche Luft-Touristen auf Mallorca" gesendet.
- Bundespräsident Theodor Heuss begrüßt Kriegsgefangene in Friedland | 18.10.195524.01., 11:0024.01.2026, 11:0000:10:55
Im September 1955 reist Kanzler Konrad Adenauer nach Moskau. Mit der Sowjetführung unter Nikita Chruschtschow vereinbart er die Rückkehr der letzten rund 10.000 deutschen Kriegsgefangenen. Diese kommen wenige Wochen später mit Zügen im niedersächsischen Friedland an – und werden phrenetisch bejubelt und empfangen, obwohl unter ihnen auch etliche Kriegsverbrecher sind. Bundespräsident Theodor Heuss begrüßt die Ankommenden persönlich. Zu hören hier in einer Reportage des Südwestfunk vom 18. Oktober 1955.
- Besuch in der modernsten Zeche Europas: Friedrich-Heinrich in Kamp-Lintfort | 22.3.195224.01., 10:0024.01.2026, 10:0000:20:07
Das Ruhrgebiet ist in den 1950er-Jahren das Zentrum des wirtschaftlichen Aufschwungs der Bundesrepublik. Die Kohle, das schwarze Gold, ist sprichwörtlich der Stoff, der die deutsche Wirtschaft antreibt. Neue Technologien sollen Arbeitsbedingungen unter Tage verbessern Aber die Arbeit unter Tage ist extrem mühsam und macht krank; auch deshalb sollen neue Technologien die Arbeitsbedingungen verbessern, wie diese Reportage vom 22. März 1952 zeigen will. Der Reporter besucht die, wie es heißt, modernste Zeche Europas, die Zeche Friedrich-Heinrich in Kamp-Lintfort, in 600 Metern Tiefe.
- Konrad Adenauer unterschreibt den "Marshallplan" | 15.12.194924.01., 08:0024.01.2026, 08:0000:13:15
Marshallplan: Aufbauprogramm für Westeuropa Nach dem Zweiten Weltkrieg schlägt US-Außenminister George C. Marshall(1880 - 1959) ein 12 Milliarden Dollar schweres Aufbauprogramm für Westeuropa vor. Seine Vorstellung vom Wiederaufbau hatte Marshall erstmals am 5. Juni 1947 in einer Rede vor Studenten präsentiert. Neben humanitären Erwägungen ging es dabei auch um eigene Interessen: Die USA hofften, den Einfluss der Sowjetunion zurückzudrängen und den eigenen Handel zu beleben. European Recovery Program (ERP) Bundeskanzler Konrad Adenauer unterzeichnet den Marshallplan (offiziell European Recovery Program (ERP) genannt) – zusammen mit dem Hohen Kommissar der Vereinigten Staaten in der Bundesrepublik John Jay McCloy. Reporter Hans Jesse berichtet von der Zeremonie im Bonner Kanzleramt.
- Ludwig Erhard begrüßt die Währungsreform | 21.6.194824.01., 07:0024.01.2026, 07:0000:19:27
Mehr Freiheit in der Wirtschaft. Freier Konsum, freie Berufswahl: Die Währungsreform wird ein drohendes politisches Chaos verhindern – hofft Ludwig Erhard, Wirtschaftsdirektor der vereinigten Westzonen, 21. Juni 1948
- Mädchen auf dem Kölner Schwarzmarkt | 9.2.194824.01., 06:0024.01.2026, 06:0000:02:55
In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg liegt die deutsche Wirtschaft am Boden. Die Städte sind zerstört, viele Menschen leben von der Hand in den Mund. Die Schwarzmärkte florieren, sie sind für viele Familien oft die einzige Möglichkeit, über die Runden zu kommen. Unter den Händlerinnen und Händlern auf den Straßen sind auch viele Kinder, wie hier in einem Beitrag aus Köln von 1948 zu hören. Im Bild: Kinder auf dem Schwarzmarkt in Berlin 1947
- Hamas gewinnt die Wahlen in Palästinensergebieten | 25. und 26.1.200623.01., 20:0023.01.2026, 20:0000:09:01
Im Januar 2006 finden in den palästinensischen Autonomiegebieten demokratische Wahlen statt. Die regierende Fatah von Präsident Mahmud Abbas wird dabei klar abgewählt. Sie gilt als korrupt und hat die Bevölkerung enttäuscht. Viele setzten deshalb ihre Hoffnung in die Hamas. Die hatte zuvor schon einige Kommunalwahlen im Gazastreifen für sich entschieden; jetzt gewinnt sie auch die Parlamentswahl. EU und USA ratlos: israelfeindliche Hamas gewinnt demokratische Wahlen Die folgenden Berichte vom 25. und 26. Januar 2006 machen deutlich, warum die Hamas so viel Unterstützung erfahren hat, aber auch, wie ratlos die EU und die USA sind. Sie haben die demokratischen Wahlen mit Millionen unterstützt – und jetzt wird ausgerechnet die Partei gewählt, die Israel terrorisiert und erklärtermaßen vernichten will. Bürgerkrieg und politische Spaltung von Hamas und Fatah Noch im selben Jahr kommt es zum Bürgerkrieg zwischen Hamas und Fatah. Das Ergebnis dieses Machtkampfs ist die politische Spaltung. Ab 2007 regiert die Hamas nur noch den Gazastreifen, die Fatah dagegen das Westjordanland.
- Grönland stimmt für Autonomie | 18.1.197921.01., 19:4521.01.2026, 19:4500:04:16
Grönland 1953: von der Kolonie zum Teil Dänemarks Bis 1953 war Grönland eine dänische Kolonie. Dann wurde es entkolonisiert – was in dem Fall aber nicht zu einem eigenständigen Staat führte, vielmehr wurde Grönland ein Teil Dänemarks. Doch mit der Zeit wuchs die Unzufriedenheit mit der Zentralregierung. Einschneidend war die dänische Bevölkerungspolitik. Um das Bevölkerungswachstum zu drosseln, ließ Dänemark mehrere tausend junge Frauen der indigenen Inuit zwangssterilisieren. Auch Dänemarks Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft 1973 kam in Grönland nicht gut an, weil sich Grönlands Fischer bedroht fühlten. 1979: Volksabstimmung über autonome Selbstverwaltung Am 18. Januar 1979 kommt es zur Volksabstimmung über eine autonome Selbstverwaltung – die Mehrheit stimmt dafür. Grönlands Außenpolitik wird weiter von Dänemark bestimmt, somit bleibt Grönland in der NATO, an den US-Raketen und Militärstationen ändert sich nichts. Bemerkenswert: Schon im Bericht von damals ist von sicherheitspolitischen Interessen die Rede und von Befürchtungen, Grönland könnte unter den Einfluss der Sowjetunion oder Chinas gelangen. 1982 kommt es zu einem weiteren Referendum. Grönland entscheidet sich für den Ausstieg aus der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Das geschieht 1985. 1987 wird das bis dahin existierende Grönlandministerium in Kopenhagen aufgelöst.
- Werner Heisenberg über die Chancen der Kernenergie – Atomkocher für die Hausfrau? | 3.1.195120.01., 06:0020.01.2026, 06:0000:04:56
Die neue Atomtechnik kommt in den 1950er-Jahren wie gerufen: Die Kohlevorkommen in Deutschland drohen knapp zu werden für den steigenden Energiebedarf der Bevölkerung. Die Uranvorkommen dagegen versprechen eine zusätzliche Energiequelle. Angewandte Atomforschung in der Bundesrepublik noch nicht erlaubt Auch Nobelpreisträger Werner Heisenberg wirbt dafür, sie zu nutzen. So auch in diesem Interview mit dem Journalisten Hans Jesse. Zu diesem Zeitpunkt ist die angewandte Atomforschung allerdings noch durch die Alliierten verboten. Medien-Fantasien: Atomkocher, Atomautos, Atom-Staubsauger Die Frage nach kernkraftgetriebenen Autos und dem "Atomkocher für die Hausfrau" klang damals keineswegs nicht so absurd wie heute. Solche Fantasien waren durchaus geläufig: "Kernkraftgetriebene Staubsauger werden vermutlich innerhalb der nächsten zehn Jahre Wirklichkeit werden", prognostizierte noch 1955 der US-amerikanische Erfinder und Staubsaugerhersteller Alex Lewyt. Werner Heisenberg verweist im Interview solche Vorstellungen allerdings ins Reich der Utopie.