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600 Episoden · neueste 14.10.

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600
  1. Im Juni 1596: Wie Willem Barents ungewollt Spitzbergen entdeckte
    17.06., 06:0000:14:52

    Eine Hochrisiko-Expedition ins Unbekannte soll 1596 die Nordostpassage nach China finden. Stattdessen schreibt sie Geschichte - hoch oben im arktischen Eis. In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler: warum niederländische Kaufleute im Jahr 1596 ausgerechnet Kurs auf das arktische Eis nehmen, wie eine Insel aus spitzen Bergen und weißen Schatten die Fantasie Europas beflügelt, wie aus einer gescheiterten Expedition zugleich eine Erfolgsgeschichte und der Beginn eines großen Raubzugs wird. Am 17. Juni 1596 sichtet die Expedition des niederländischen Navigators Willem Barents eine unbekannte Inselwelt weit im Norden. Die schroffen Berge, die steil aus dem Meer aufragen, geben ihr bis heute ihren Namen: Spitzbergen. Eigentlich sind Barents und seine Mannschaft auf der Suche nach der Nordostpassage – einem Handelsweg durch das Polarmeer nach China. Stattdessen stoßen sie auf eine raue Landschaft aus Eis, Felsen und gewaltigen Gletschern. In seinem Tagebuch schildert der Maat Gerrit de Veer die Begegnung mit Eisbären, Rentieren, Walrossen und Walen sowie die Herausforderungen einer Reise in bis dahin weitgehend unbekannte Gewässer. Die Entdeckung Spitzbergens bringt den erhofften Weg nach Asien zwar nicht näher. Doch sie lenkt den Blick Europas auf die arktische Inselwelt – und macht sie schon wenige Jahre später zum Zentrum einer aufstrebenden Walfangindustrie. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Frederic Theis, Archäologe und Historiker, Deutsches Schifffahrtsmuseum Gerrit de Veer: Warhafftige Relation. Der dreyen newen, unerhörten, seltsamen Schiffart, so die Holländischen und Seeländischen Schiff gegen Mitternacht drey Jar nach einander, also Anno 1594, 1595 und 1596 verricht. Noriberg Anno 1598. Weiterführende Links: Zeitzeichen: Verschollen im arktischen Eis: Polarforscher John Franklin Zeitzeichen: Henry Hudson entdeckt die Halbinsel Manhattan (am 11.9.1609) Zeitzeichen: Kalte Einöde: Erstmals überwintern neun Frauen in der Antarktis Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Marko Rösseler Redaktion: Matti Hesse Technik: Sarah Fitzek

  2. Zehn Songs für die Ewigkeit: "The Queen is dead"
    16.06., 06:0000:14:37

    Für manche ist es das beste Album aller Zeiten: Mit "The Queen is dead" zeigen The Smiths am 16.6.1986, wie Popmusik auch relevant sein kann. In diesem Zeitzeichen erzählt Uli Hufen: wie "The Smiths" als ultimative Außenseiter-Band in den Mainstream vordringen, warum ihr drittes Album als künstlerischer Höhepunkt und Gesamtkunstwerk gilt, welche gesellschaftliche Sprengkraft in Songs über Monarchie, Arbeitslosigkeit und Einsamkeit steckt, wieso gerade Jugendliche sich in Morrisseys Texten wiederfinden, weshalb einzelne Songs bis heute als emotionaler Rettungsring für Hörer gelten. Die Smiths kommen aus Manchester, aus Arbeiterfamilien, geprägt vom sozialen Klima der Thatcher-Jahre. Ihr Außenseitertum ist Haltung und Inszenierung zugleich. Zwischen Selbstzweifel, Größenwahn und feiner Ironie entwickeln sie eine eigene Sprache für das Lebensgefühl der 1980er Jahre. "The Queen Is Dead" bündelt all das: politische Unruhe, poetische Rätsel und große Pop-Melodien. Das Album greift die britische Gesellschaft an und bleibt doch bewusst offen in seiner Deutung. Im Zentrum steht eine ungewohnte Botschaft für die Rockmusik - Sensibilität als Stärke und Freundlichkeit als Rebellion. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Simon Goddard (Musikkritiker) Oliver Fröschke (Designer und Betreiber des Plattenlabels Le Pop) Simon Goddard: The Smiths: Songs That Saved Your Life. Königswinter 2007 Simon Goddard: Mozipedia: The Encyclopaedia of Morrissey and the Smiths. 2010 Weiterführende Links: Rockpalast: Morrissey Simon Reynolds: Review zu "The Queen Is Dead" Morrissey Solo (Offizielle Website) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Uli Hufen Redaktion: Frank Zirpins Technik: Jürgen Beiner

  3. Jazz-Ikone Ella Fitzgerald: Vom Waisenkind zum Weltstar
    15.06., 06:0000:14:55

    Vom Heim für "verwahrloste Mädchen" zur "First Lady of Jazz": Ella Fitzgerald dreht mit einer Amateurshow ihr Leben und verzaubert die Menschen mit ihrer Stimme. Sie stirbt am 15.6.1996. In diesem Zeitzeichen erzählt Susanne Rabsahl: mit welcher Bezeichnung Bing Crosby die Grand Dame des Jazz adelt, von der ärmlichen Kindheit, in der Ella Jane Fitzgerald aufwächst, wie sie in einer Züchtigungsanstalt landet, wie der 21. November 1934 zum Wendepunkt in Ellas Leben wird. Ella Fitzgerald wächst in ärmlichsten Verhältnissen auf, kommt nach dem Tod der Mutter zu einer Tante in New York. Nach ihrem Bühnendebüt 1934 lässt der Durchbruch zunächst auf sich warten. Ella tingelt durch Gesangswettbewerbe und wird Mitglied der Apollo-Theater-Band. 1939 nimmt sie ein Kinderlied im Swing-Stil auf: "A Tisket a Tasket". Für die von der "Großen Depression" bedrückten Amerikaner scheint der schwingende Sommerhit wie vom Himmel geschickt: Mehr als eine Million verkaufter Platten und wochenlange Chartplatzierungen verschaffen Ella Fitzgerald den Durchbruch. Die Leichtigkeit, die sie ihren Fans schenkt, findet sie selber nie. Fast völlig erblindet, dazu schwer herz- und zuckerkrank, zieht sie sich schließlich in ihre Villa in Beverly Hills zurück. Dort verbringt sie in zunehmender Verwirrung ihre letzten Jahre. Am 15. Juni 1996 stirbt der Weltstar, im Alter von 78 Jahren. Mit geschätzten rund 200 Tonträgern und unvergesslichen Auftritten ist die "First Lady of Song" schon zu Lebzeiten unsterblich. Weiterführende Links: Stichtag: 17. Juli 1959 - Todestag der Jazzsängerin Billie Holiday Zeitzeichen: 23.12.2007 - Todestag des Jazzpianisten Oscar Peterson Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Susanne Rabsahl Redaktion: Hildegard Schulte und David Rother

  4. Wie der Vatikan Bücher zensiert hat
    14.06., 06:0000:14:42

    400 Jahre lang betreibt der Vatikan einen Index verbotener Bücher. Auf dieser Liste zu stehen, bedeutet für viele Autoren das Ende ihrer Karriere - bis der Index am 14.06.1966 auf kuriose Weise abgeschafft wird. In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach: welche Werke und Autoren auf den Index Librorum Prohibitorum gesetzt werden, warum sogar einzelne Fassungen der Bibel auf dem Index landen, dass Martin Luther gleich doppelt auf die Verbotsliste gesetzt wird, welches das geheimste Kirchenarchiv ist. 1559 erscheint der erste vatikanische Index. 407 Jahre später, bei seiner Aufhebung 1966, enthält er über 6.000 Titel und Autoren. Er ist der Giftschrank gefährlicher Werke, die Katholiken nicht lesen, nicht drucken, nicht verkaufen, nicht besitzen dürfen. Bei der Indizierung geht es nicht nur um Theologie, sondern um alles, was mit dem Medium Buch verbreitet wird. Es geht um alle Wissenschaften, um Literatur, es geht um Medizin. Es geht um ein Wissensmonopol. Mit der Aufklärung im 18. Jahrhundert verliert der Index zunehmend an Wirkmacht. Und im 20. Jahrhundert scheint er wie aus der Zeit gefallen. Längst lesen auch Katholiken die verbotenen Bücher, mal offen, mal heimlich. Mitte der 1960er-Jahre reformiert Papst Paul VI. die Verwaltung des Vatikans. Ihre oberste Behörde, die Glaubenskongregation, bis dato für den Index zuständig, soll entmachtet werden. In der Notifikation vom 14. Juni 1966 wird der Index aufgehoben. Es werden keine weiteren Bücher mehr verboten. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Hubert Wolf, Kirchenhistoriker, Universität Münster Hubert Wolf: Index - Der Vatikan und die verbotenen Bücher. München 2006 Nicola Roßbach, Hg.: Zensur, Baden Baden 2024 Weiterführende Links: Planet Wissen: Der Streit zwischen Kirche und Wissenschaft Planet Wissen: Martin Luther - Die Luther-Bibel Stichtag: 25. Juli 1968 - Paul VI. veröffentlicht Rundschreiben "Humanae vitae" Zeitzeichen: 20.05.1831: Heinrich Heine verlässt Deutschland und zieht nach Paris Zeitzeichen: 25.12.1961 - Zweites Vatikanische Konzil einberufen Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Marfa Heimbach Redaktion: Jakob Schiffer und Frank Zirpins Technik: Sascha Schiemann

  5. Der "rote Elvis": DDR-Country-Star Dean Reed
    13.06., 06:0000:14:41

    In den USA erfolglos, zieht Reed in die DDR. Dort wird der marxistische Sänger zum Liebling von Publikum und Politbüro, aber nicht glücklich. Am 13.6.1986 wird er tot aufgefunden. In diesem Zeitzeichen erzählt Rüdiger Weidenfeld-Kramer: wie ein singender Cowboy aus Colorado im real existierenden Sozialismus landet, dass Reeds Erfolg in den USA eher übersichtlich ist, dafür in Südamerika umso größer, wie Moskau Reeds propagandistisches Potential erkennt, was es mit dem "Woodstock des Ostens" auf sich hat, wie die "Perestroika" Reeds Stern zum Sinken bringt. Dean Reed aus Colorado unterschreibt 1958 seinen ersten Schallplattenvertrag. Doch der Newcomer enttäuscht zunächst die hohen Erwartungen. Aber in Südamerika verkauft sich eine von ihm selbst geschriebene Teenager-Schnulze dagegen überraschend gut. Dean Reed folgt dem Erfolg und verlässt die USA Richtung Südamerika. Nach einem Putsch wird Reed aber 1966 wegen pro-kommunistischer Aktivitäten aus Argentinien ausgewiesen. Ein Grund, ihn in die Sowjetunion einzuladen. Dean Reed ist einer der ersten Künstler, der in der UdSSR lange verpönte Musik auf die Bühne bringt. Anfang der 1970er-Jahre zieht es Reed in die DDR. Er wird zum Dauergast in Radio, Film und Fernsehen. Immer zwischen Entertainment und Propaganda. Aber ab den 1980er-Jahren wollen immer weniger Menschen seine linientreuen Lieder hören. Die jungen Leute in der DDR sehnen sich nach "echten" US-Rockstars, wie etwa Bruce Springsteen. Reed jagt dem künstlerischen Erfolg hinterher. Die politische Haltung rückt in den Hintergrund. Hinter der Fassade des stets gut gelaunten Entertainers vergrößert sich die Trübsal. Am 13. Juni 1986 setzt Dean Reed seinem Leben selbst ein Ende. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Stefan Wolle, Historiker, langjähriger wissenschaftlicher Leiter des DDR-Museums, Berlin Stefan Ernsting, Der rote Elvis, Berlin 2006 "Gewünscht, gespielt, gewonnen" mit Dean Reed 08.06.1984, Radio DDR "Eine Stunde mit Dean Reed" vom 05.10.1982, Berliner Rundfunk Weiterführende Links: Dean Reed - Politaktivist und DDR-Schlagerstar - DDR Museum Zeitzeichen: 10.06.2004: Todestag des Musikers Ray Charles Stichtag: 8. Januar 1935 - Geburtstag von Elvis Presley Planet Wissen: Das Leben in der DDR - Alltag in der DDR Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Rüdiger Weidenfeld-Kramer Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse Technik: Sarah Fitzek

  6. Menschen im Zoogehege: Kölns vergessene "Völkerschau" 1931
    12.06., 06:0000:14:31

    Sie werden in der Südsee angeworben und dann im Kölner Zoo als angebliche "Menschenfresser" ausgestellt - am 12.6.1931 eröffnet im Kölner Zoo eine rassistische Show... In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg: was die Presse 1931 bei der Zurschaustellung von Menschen im Zoo gruselig findet, wie der Kölner Zoo den Eindruck eines exotischen Zuhauses in Neukaledonien vermitteln will, was heutzutage mit dem neuen Unterrichtsfach Geschichts- und Politikwerkstatt am Kölner Ursulinengymnasium gelehrt wird, wie der damalige Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer die Völkerschau als nationale Eigenwerbung verteidigt. "Kannibalen aus der Südsee zum ersten Mal in Europa. 35 prächtige Gestalten von den Loyalty-Inseln", heißt es in einer Anzeige des Kölner Zoos vom 12. Juni 1931. Beworben wird eine so genannte Völkerschau. Der damalige Zoodirektor Friedrich Hauchcorne will damit den wirtschaftlich angeschlagenen Zoologischen Garten mit der Zurschaustellung von Menschen einer fremden Kultur wieder in die Gewinnzone bringen. So genannte exotische Völkerschauen kommen in Europa Mitte des 19. Jahrhunderts als Folge von Imperialismus und Kolonialismus in Mode. Zwischen 1878 und 1932 werden im Kölner Zoo sieben solcher Ausstellungen präsentiert. Insgesamt werden in Deutschland in diesem Zeitraum mehr als 300 Menschengruppen zur Schau gestellt - vornehmlich bei Hagenbeck in Hamburg, im Berliner Tiergarten und auf der Münchner Wies'n. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartnerinnen: Professorin Marianne Bechhaus-Gerst, Afrikanistin, Universität zu Köln Judith Schoene, Geschichts-Lehrerin, Ursulinengymnasium Köln Anna Shen-Hengsbach, Schülerin, Ursulinengymnasium Sophia Rosario, Schülerin, Ursulinengymnasium Didier Daenincks: Reise eines Menschenfressers nach Paris. Aus dem Französischen von Barbara Heber-Schärer. Berlin 2001 Weiterführende Links: Planet Wissen: Deutsche Kolonien - Aufarbeitung der deutschen Kolonialzeit Planet Wissen: Geschichte der Zoos Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Vormweg Redaktion: David Rother Technik: Thomas Bleul

  7. Die Hayden-Expedition und wie ein Nationalpark erfunden wird
    11.06., 06:0000:14:48

    Der Yellowstone-Nationalpark in den USA zieht jährlich rund drei Millionen Touristen an. Zu verdanken ist dies auch einer Forschungsreise des Geologen Ferdinand Hayden. Sie begann am 11. Juni 1871. In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck: wie zwei Maler und ein Fotograf maßgeblich Anteil daran haben, dass Yellowstone weltweit erster Nationalpark wird, von der dynamischen und wirtschaftlichen Entwicklung nach Ende des amerikanischen Bürgerkriegs, vom tiefen kulturellen Graben zwischen den Städtern an den Küsten und den Menschen im "Herzland" der USA, von einem Geysir mit der Pünklichkeit eines Schweizer Uhrwerks. Reißende Flüsse, blubbernde Schlammlöcher, heiße Quellen, riesige Mammutbäume und fast 60 Prozent aller Geysire auf der Erde: Das ist der Yellowstone-Nationalpark im Nordwesten der USA. Heute kommen jedes Jahr rund drei Millionen Touristen. Zu verdanken ist dies vor allem dem Mediziner und Geologen Ferdinand Vandeveer Hayden. Siedler, Abenteurer und Schatzsucher ignorieren das schwer zugängliche Terrain mitten in den Rocky Mountains zunächst. Das ändert sich, als Hayden den Plan ergreift, die Region zu erforschen. Am 11. Juni 1871 bricht er mit 34 anderen Abenteurern, sieben Wagen und zwei Maultieren auf zum Fluss Yellowstone. Die Forschungsreisenden stoßen auf eine grandiose Vulkanlandschaft und unendliche Wälder voller Grizzlys, Bisons und Wölfen. Seine Erlebnisse notiert Hayden anschaulich auf den rund 500 Seiten seines Tagebuchs. Ende August 1871 ist die Expedition in Montana beendet. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professor Uwe Lübken, Amerika- und Umwelthistoriker Volker Depkat, Historiker, Amerikanist, Universität Regensburg Chris Magoc: Yellowstone. The Creation and Selling of an American Landscape. Princeton (PUP) 1999 Stephen Nash: Grand Canyon For Sale. Public Land versus Private Interests in the Era of Climate Change. Oakland 2017 Marlene Deahl Merrill: Yellowstone and the Great West: Journals, Letters, and Images from the 1871 Hayden Expedition. Lincoln 1999 Weiterführende Links: Planet Wissen: Gebirge - Rocky Mountains Planet Wissen: Neuzeit - Amerikanischer Bürgerkrieg 1861-1865 Planet Wissen: Übersichtsseite Nationalpark Eifel Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Almuth Finck Redaktion: Ronald Feisel und Frank Zirpins Technik: Annette Skrzydlo

  8. Wie Antoni Gaudí zum Star-Architekten wurde
    10.06., 06:0000:14:49

    In Barcelona sind seine Bauten allgegenwärtig. Antoni Gaudí (gest. 10.06.1926) ist als Architekt der Sagrada Familia weltberühmt. Doch sein Weg startet holprig - mit Problemen an der Uni. In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen: wie Antoni Gaudí sich selbstbewusst mit der Stadtverwaltung Barcelonas anlegt, welche Schicksalsschläge dafür sorgen, dass Gaudí 30 Jahre lang allein mit seinem Vater lebt, wie ein außergewöhnliches Haus zu Gaudís "Visitenkarte" wird, wie das Märchen "Hänsel und Gretel" in Gaudís Arbeit einfließt, was Gaudís Säulen mit einem Gehstock gemeinsam haben. Wer durch Barcelona streift, begegnet Antoni Gaudí oft: Seine auffälligen Häuser sind überall in der Stadt verteilt. Das größte und berühmteste Bauwerk ist sicher die Sagrada Família. Eine Kathedrale, die so besonders und ungewöhnlich ist, wie ihr Architekt Antoni Gaudí selber. Obwohl Antoni Gaudí einer der berühmtesten Architekten seiner Zeit ist, tut er sich mit dem Studium schwer. Mit Ach und Krach schafft er seinen Abschluss und eröffnet mit 26 Jahren ein eigenes Architektenbüro. Seine Gebäude mit den komplexen Formen und Mustern polarisieren von Anfang an. Während Gaudí Anwesen für wohlhabende Barceloner entwirft, arbeitet er längst an seinem Hauptwerk: An der Sagrada Família, der vielleicht außergewöhnlichsten Kathedrale der Welt. Ab 1883 ist Gaudí Chef der Baustelle. Als Gaudí am 10. Juni 1926 mit 74 Jahren nach einem Unfall stirbt, steht etwa ein Achtel der Sagrada Família. Aber weil es zahlreiche Modelle gibt, können seine Mitarbeiter und deren Nachfolger weitermachen. Bis heute setzen sie seine Ideen um. Inzwischen peilt man für die Fertigstellung das Jahr 2034 an. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Kathrin Benz, Gaudí-Biografin Kathrin Benz: Antoni Gaudí - der Architekt Gottes, Freiburg im Breisgau 2025 Rainer Zerbst, Peter Gössel: Antoni Gaudí i Cornet - Das vollständige Werk 1852 - 1926“, Köln 2025 Cristina Montez und Aurora Cuito: Antoni Gaudí, Köln 2002 Weiterführende Links: Planet Wissen: Katalonien - Geschichte der Stadt Barcelona Planet Wissen: Geschichte Kataloniens Planet Wissen: Übersichtsseite Architektur Planet Wissen: Fotostrecke weltbekannter Kirchen Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Klasen Redaktion: Jakob Schiffer, Frank Zirpins Technik: Sarah Fitzek

  9. Gauguin in Tahiti: Die dunkle Wahrheit hinter dem Südseetraum
    09.06., 06:0000:14:38

    Am 9.6.1891 erreicht Paul Gauguin Tahiti - und findet statt Paradies die koloniale Realität. Doch warum schaffen seine Werke einen Mythos, der bis heute unser Bild prägt? In diesem Zeitzeichen erzählt Laura Dresch: warum Paul Gauguin 1891 nach Tahiti reist, wieso sein Traum vom unberührten Südseeparadies schon bei der Ankunft zerbricht, wie seine Bilder bis heute unsere Vorstellung von Tahiti prägen. Als Paul Gauguin am 9. Juni 1891 in Papeete ankommt, sucht er tropische Natur, Ursprünglichkeit, ein Leben fern von Paris, Kunstmarkt und Industrialisierung. Doch am Hafen erwartet ihn nicht die erträumte Wildnis, sondern französische Architektur, koloniale Verwaltung und europäische Mode. "Das war ja Europa", notiert er enttäuscht. Gauguin bleibt trotzdem. In einem Dorf beginnt er, Tahiti in kräftigen Farben neu zu erfinden: Fischerinnen, Gärten, Rituale, Frauen am Strand. Doch viele dieser Bilder zeigen nur eine Collage aus Fantasie und kolonialen Klischees. Gauguin wird damit zum Wegbereiter der Moderne und zugleich zum Schöpfer eines Mythos, der das europäische Bild der Südsee bis heute prägt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Nadine Engel (Museum Folkwang) Paul Gauguin: Noa Noa, Paris 1901 Georg-W. Költzsch (Hrsg.): Paul Gauguin. Das verlorene Paradies (Ausstellungskatalog Museum Folkwang Essen; Neue Nationalgalerie Berlin), Essen 1998 Raphaël Bouvier und Martin Schwander (Hrsg.): Paul Gauguin (Ausstellungskatalog Fondation Beyeler, Riehen/Basel), Riehen/Basel 2015 Ralph Gleis und Anna Kærsgaard Gregersen (Hrsg.): Paul Gauguin. Why are you angry? (Ausstellungskatalog Alte Nationalgalerie Berlin), Berlin 2022 Weiterführende Links: Zeitzeichen: Kolonialismus kitschig verklärt: Frieda von Bülow Zeitzeichen: Renoir: Mit angebundenen Pinseln malt er gegen den Schmerz Zeitzeichen: Blaue Pferde, neue Kunst: Franz Marc (geb. am 8.2.1880) Zeitzeichen: Der Todestag des Malers August Macke (am 26.9.1914) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Laura Dresch Redaktion: Matti Hesse

  10. Maggi: Vom einfachen Arme-Leute-Essen zur Kultwürze
    08.06., 06:0000:14:15

    1886 erfindet Julius Maggi eine Würze, die Fleischgeschmack vortäuscht. Er macht Geschmacksverstärker zum beliebten Massenprodukt und begründet so ein Lebensmittel-Imperium. In diesem Zeitzeichen erzählt Kay Bandermann: wie Julius Maggi mit seiner Würze den Geschmack der Industrialisierung erfindet, weshalb eine kleine braune Flasche bis heute in fast jedem Küchenschrank steht, wieso ausgerechnet der Wunsch nach Fleisch die berühmte Maggi-Würze hervorbringt. Sie ist klein, kantig und unverwechselbar: die Maggi-Flasche. Seit 140 Jahren gilt die Rezeptur ihres Inhalts als streng gehütetes Geheimnis. Entwickelt wird die Würze in einer Zeit, in der viele Menschen wenig Geld, wenig Zeit und oft nur fades Essen haben. Denn mit der Industrialisierung verändert sich auch die Küche. Fertigprodukte halten Einzug in den Alltag. Der Schweizer Unternehmer Julius Maggi erkennt früh, wonach sich die Menschen sehnen: nach schnellen Mahlzeiten mit kräftigem Geschmack. 1886 entwickelt er die dunkle Würzsoße, die einfachen Suppen ein „fleischiges“ Aroma verleiht – auch ohne Fleisch. Das sind unsere Interviewpartner: Norbert Reiter, Geschäftsführer Maggi Deutschland Prof. Dr. Gunther Hirschfelder, Kulturhistoriker (Uni Regensburg) Prof. Dr. Sascha Rohn, Lebensmittel-Chemiker (TU Berlin) Weiterführende Links: Zeitzeichen: Eiskalte Revolution - Beginn der Tiefkühlkost-Ära Zeitzeichen: Einmachen in Blech - Nicolas Appert, Erfinder der Konservendose Zeitzeichen: 05.09.1949 - Der Tag, an dem Deutschland das Einkaufen neu lernte Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Kay Bandermann Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse Technik: Sarah Fitzek, Michael Franke und Sascha Schiemann

  11. Der stille Held hinter Schindlers Liste: Mieczyslaw Pemper
    07.06., 06:0000:14:52

    Die Welt kennt Oskar Schindler und seine große Rettungstat. Kaum jemand kennt den Mann, der ihm ganz entscheidend dabei geholfen hat: Mieczyslaw Pemper (gest. am 7.6.2011). In diesem Zeitzeichen erzählt Herwig Katzer: wie Mietek Pemper im Büro des KZ-Kommandanten Amon Göth täglich zwischen Todesgefahr und Überleben pendelt, warum ausgerechnet seine Kenntnisse von Schreibmaschine und Kurzschrift später mehr als 1200 Menschen das Leben retten, weshalb Oskar Schindlers berühmte Liste ohne Pemper vermutlich nie entstanden wäre. Mietek Pemper ist kein Held, der sich selbst in den Mittelpunkt stellt. Die Arbeit des gebürtigen Krakauers im Büro des KZ-Kommandanten ist Zwangsarbeit. Und doch verschafft ihm genau diese Position Zugang zu Informationen, die über Leben und Tod entscheiden werden. Während draußen Menschen deportiert und ermordet werden, arbeitet Pemper im Zentrum der nationalsozialistischen Vernichtungsmaschinerie. Gemeinsam mit Oskar Schindler nutzt er geschönte Statistiken und gefälschte Produktionszahlen, um jüdische Zwangsarbeiter vor Auschwitz zu bewahren. Durch den Film "Schindlers Liste" wird die Geschichte weltweit bekannt – doch den klugen Kopf dahinter kennt lange kaum jemand. Das sind unsere wichtigsten Quellen: Viktoria Hertling: Mietek Pemper. Der kluge Kopf hinter Oskar Schindlers Liste, Berlin 2020 Mietek Pemper, Viktoria Hertling und Marie Elisabeth Müller: Der rettende Weg. Schindlers Liste - Die wahre Geschichte, Hamburg 2005 Weiterführende Links: Zeitzeichen: Emilie Schindler (Geburtstag 22.10.1907) Zeitzeichen: René Carmille: Mit Lochkarten gegen Hitler? Zeitzeichen: Widerstand als Lebensweg - Lisa Fittko Zeitzeichen: Widerstand im Ring - Sinto-Boxer Rukelie Trollmann Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Herwig Katzer Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak

  12. Ein großes Herz für Freund und Feind in Not: CARE-Pakete
    06.06., 06:0000:14:24

    Im Juni 1946 senden die USA die ersten CARE-Pakete nach Europa, um die die Not der Menschen zu lindern. Vor allem in Deutschland werden sie zum Symbol der Nachkriegszeit. In diesem Zeitzeichen erzählen Ulrich Biermann und Veronika Bock: über die Hungersnot in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg, wie die Besatzer die Ernährung der Bevölkerung auch für ihre politischen Zwecke nutzen, warum die Care-Pakete nicht nur den Hunger stillen. US-Präsident Harry S. Truman geht mit gutem Beispiel voran und kauft persönlich 100 Care-Pakete. Und er ruft die amerikanische Bevölkerung auf, es ihm gleichzutun. Initiiert wird die Aktion von der "Kooperative für amerikanische Hilfslieferungen nach Europa", kurz CARE. Erst freuen sich die Franzosen über die Extra-Portion Zucker, Fleisch & Co. Am 6. Juni 1946 heben die USA dann das Verbot auf, Pakete ins besetzte Deutschland zu schicken. Bereits einen Monat später legt der erste Hilfsfrachter in Bremerhaven an. Ein Paket sei wie ein Lottogewinn gewesen, berichten Empfänger später über die Hilfslieferungen. Bis 1960 erreichen 100 Millionen Care-Pakete Europa, zehn Millionen davon gehen nach Deutschland. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Kerstin Bandsom, Leiterin Kommunikation bei CARE Deutschland Karl-Otto Zentel, Geschäftsführer CARE Deutschland Thorsten Smidt, Ausstellungsdirektor der Stiftung Haus der Geschichte, Bonn Klaus Naumann: Nachkrieg in Deutschland, Hamburg 2001 Johannes-Dieter Steinert: Nach Holocaust und Zwangsarbeit. Britische humanitäre Hilfe in Deutschland, Osnabrück 2007 Hermann Glaser: 1945. Beginn einer Zukunft, Frankfurt am Main 2005 Weiterführende Links: Zeitzeichen: 01.05.1950 - Das Ende der Lebensmittelkarten in der Bundesrepublik Stichtag: 30. Dezember 1947 - Kälte- und Hungerwinter in Deutschland Stichtag: 26. Oktober 1945 - Beginn der "Aktion Storch" Hilfsorganisation Care Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autoren: Ulrich Biermann und Veronika Bock Redaktion: Matti Hesse

  13. Zwischen Romantik und Abgrund: Komponist Carl Maria von Weber
    05.06., 06:0000:14:44

    Er liebte die Natur, kämpfte mit Schulden und schrieb Musik voller Dramatik: Carl Maria von Weber galt als Wunderkind, Hallodri und Visionär. Er starb am 5. Juni 1826. In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vratz: wie aus dem Hallodri Weber ein kühler Stratege wird, warum sich der Komponist von nationalistischen Strömungen fernhält, an welcher Krankheit Weber mit nur 39 Jahren stirbt. Carl Maria von Weber wird mit Talent geboren: Bei der Uraufführung seiner Oper "Abu Hassan" ist er gerade einmal 24 Jahre alt. Der junge Komponist gilt als gesellig und umtriebig. Man trifft und hört ihn in München, Wien und Prag. Zur Ruhe kommt Weber 1817 an der Oper in Dresden: Dort heiratet er die Sängerin und Schauspielerin Caroline Brandt und komponiert sein Meisterwerk "Der Freischütz". Die packende Geschichte mit den eingängigen Melodien ist schon bei der Uraufführung 1821 ein Riesenerfolg. Danach kann der erkrankte Weber nur noch zwei weitere Opern vollenden: "Euryanthe" und "Oberon". Er stirbt am 5. Juni 1826 auf einer Londonreise. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Dr. Joachim Veit (Musikwissenschaftler, Detmold) Carl Maria von Weber: Briefe. Hg. v. Hans Christoph Worbs. Frankfurt a.M. 1982 Carl Maria von Weber: Kunstansichten. Ausgewählte Schriften. Hg. v. Karl Laux. Leipzig 1969 Max von Weber: Carl Maria von Weber. Ein Lebensbild, Bd. 1-3, Leipzig 1864-1866 Christoph Schwandt: Carl Maria von Weber in seiner Zeit. Eine Biografie. Mainz 2014 Weiterführende Links: Carl Maria von Weber: Gesamtausgabe (Homepage) ' Zeitzeichen: 18. Juni 1821 - Uraufführung von Carl Maria von Webers "Der Freischütz" Werkeinführung: Weber Oberon-Ouvertüre Werkeinführung: Carl Maria von Weber - Konzert Nr. 1 f-Moll für Klarinette und Orchester op. 73 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Vratz Redaktion: Sefa Inci Suvak

  14. Die Blutnacht von Kathmandu: Nepals ungeliebter König Gyanendra
    04.06., 06:0000:13:47

    Das Massaker im nepalischen Königshaus von 2001 brachte mit Gyanendra Bir Bikram einen König hervor, den das Volk auch beim zweiten Mal nicht auf dem Thron wollte. In diesem Zeitzeichen erzählt Murat Kayı: über die Gerüchte, dass Gyanendra den Mord an der Königsfamilie eingefädelt haben könnte, warum er als König sowohl die Maoisten als auch die demokratischen Kräfte im Land gegen sich aufbringt, warum es in Nepal noch Sympathisanten für Gyanendra gibt, weshalb Nepal dennoch die Monarchie abgeschafft hat. Was genau am 1. Juni 2001 im Königspalast in Nepal geschehen ist, darüber wird bis heute spekuliert. Offiziellen Angaben zufolge hat Königssohn Dipendra seine Eltern, weitere Verwandte und am Ende sich selbst erschossen. Angeblich aus Wut, weil König Birendra gegen die Hochzeit mit einer Bürgerlichen ist. Nutznießer der Tragödie ist der Onkel des Amokschützen und Bruder des getöteten Königs: Gyanendra steigt am 4. Juni 2001 zum König von Nepal auf - und übernimmt ein vom Bürgerkrieg zerrissenes Land. Er schafft es nicht, das Land zu befrieden, sondern vergrößert durch sein Machtstreben die Kluft. Schließlich muss Gyanendra 2006 auf Druck der Bevölkerung abdanken. Das sind unsere Interviewpartner: Ram Thapa, Honorargeneralkonsul Nepals in Köln Thomas Doehne, Journalist und Berater für Entwicklungshilfeorganisationen Weiterführende Links: Zeitzeichen: Erste Müllsammel-Expedition erreicht Gipfel des Mount Everest Weltspiegel: Nepal - Leben für den Berg Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Murat Kayi Redaktion: Frank Zirpins

  15. Vom belächelten Spinner zum Radheld: Nils Gustaf Håkansson
    03.06., 06:0000:14:26

    Ohne Rennrad und Erlaubnis fährt der 65-Jährige "Stahl-Opa" das 1.700km-Rennen durch Schweden. Er schläft kaum - und gewinnt mit großem Vorsprung. Im Juni 1951 radelt er los. In diesem Zeitzeichen erzählt Kolja Sand: warum Håkansson trotz Verbots einfach hinter den anderen Teilnehmern herfährt, wie der "Stahl-Opa" mit eisernem Willen und kaum Schlaf zur Sensation wird, wie aus einem belächelten Außenseiter plötzlich ein Volksheld wird. Im Juni 1951 startet in Schweden ein Radrennen über mehr als 1700 Kilometer, vom hohen Norden bis in den Süden des Landes. Unter den Teilnehmern ist ein 65-jähriger Mann mit langem weißen Bart, Alltagsfahrrad und einer selbst gemalten Startnummer "0" auf der Brust: Nils Gustaf Håkansson. Eigentlich darf er wegen seines Alters gar nicht mitfahren. Trotzdem fährt er los und wird zur Sensation. Während die anderen Fahrer nachts pausieren, radelt Håkansson weiter. Stunde um Stunde, Tag und Nacht. Bald berichten Zeitungen und Radio im ganzen Land über den bärtigen Radfahrer, der aussehe "wie ein Prophet aus dem Alten Testament". Tausende Menschen warten am Straßenrand auf ihn. Nach 6 Tagen und 14 Stunden erreicht er das Ziel, einen Tag vor allen anderen Fahrern. Aus dem alten Mann mit der selbst gemalten Null wird eine Legende: „Stålfarfar“- der "Stahl-Opa". Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Rikard Benny Liljegren (Journalist) Bengt Almquist (Leiter einer Ausstellung über Nils Gustaf Håkansson) Danny Kringiel: Der 66-Jährige, der auf sein Rostrad stieg und gewann (Spiegel 2021) Christian Brüngger: Wie Stahl-Opa mit einem Alltagsvelo zur Sensation wurde (Tagesanzeiger 2023) Weiterführende Links: Johanna Museet: Dauerausstellung Nils Gustaf Håkansson Zeitzeichen: Mit Rad und Revolver: Heinrich Horstmann umrundet die Welt Zeitzeichen: Fahrrad und Feminismus: die irische Pädagogin Sophie Bryant Zeitzeichen: Der beste Radrennfahrer seiner Zeit: Eddy Merckx Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Kolja Sand Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse Technik: Moritz Raestrup

  16. Kleines Schwarzes: Ein Kleid revolutioniert die Mode
    02.06., 06:0000:14:45

    1926 veröffentlicht die US-Vogue eine Skizze von Coco Chanel: Das "Kleine Schwarze" sprengt modische Regeln, wird zum Symbol der Selbstbestimmung und gilt bis heute als Klassiker. In diesem Zeitzeichen erzählt Steffi Tenhaven: warum Coco Chanels Entwurf von 1926 für die Leserinnen der "Vogue" ein kleiner Skandal ist, wieso ein schlichtes schwarzes Kleid Frauen plötzlich mehr Freiheit und Beweglichkeit verschafft, wie Audrey Hepburn, Prinzessin Diana und Millionen Frauen das "Little Black Dress" zur Stil-Ikone machen. Es ist nur eine schlichte Zeichnung in der "Vogue" von 1926: ein schmales schwarzes Kleid aus leichter Seide, gerade geschnitten. Doch Coco Chanels Entwurf verändert die Modegeschichte. Nachdem Frauen lange in enge Korsetts gezwängt wurden, schenkt das Kleine Schwarze Bewegungsfreiheit und ein neues Selbstbewusstsein. Schwarz, bis dahin vor allem Farbe der Trauer, wird plötzlich modern und elegant. Ob in den Goldenen Zwanzigern, bei Audrey Hepburn in "Frühstück bei Tiffany" oder als legendäres "Revenge Dress" von Lady Diana: Das Kleine Schwarze wird zur Projektionsfläche weiblicher Emanzipation. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Grit Seymour, Modedesignerin und Professorin an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW) Gertrud Lehnert: Mode – Theorie, Geschichte und Ästhetik einer kulturellen Praxis, Bielefeld 2013 Gertrud Lehnert: Coco Chanel und Elsa Schiaparelli. Zwei Frauen leben ihren Traum, Berlin 2015 Arte: Das Kleine Schwarze (Dokumentation 2016) Arte: Coco Chanel – Leben, Lügen und Legenden (Dokumentation 2023) Weiterführende Links: Zeitzeichen: "Vogue", erste Ausgabe erscheint (am 17.12.1892) Zeitzeichen: Coco Chanel - Mode-Ikone und Nazi-Spionin Zeitzeichen: Audrey Hepburn, Schauspielerin (Todestag 20.10.1993) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Steffi Tenhaven Redaktion: Carolin Rückl, Frank Zirpins Technik: Nicolas Dohle

  17. "Die Pille": Trennung von Sex und Fortpflanzung
    01.06., 06:0000:14:43

    Als am 1. Juni 1961 "die Pille" nach Deutschland kommt, warnen Kirche, Ärzte und Politik. Frauenrechtlerinnen feiern sie, andere kritisieren Risiken und Abhängigkeiten. In diesem Zeitzeichen erzählen Ulrich Biermann und Veronika Bock: mit welchen teils absurden und gefährlichen Methoden Frauen über Jahrtausende verhüten, wie die US-amerikanische Frauenrechtlerin Margaret Sanger für Aufklärung und Geburtenkontrolle kämpft, weshalb die Anti-Baby-Pille in Deutschland zunächst nur verheirateten Frauen verschrieben wird. Luft anhalten, rückwärts springen oder Pflanzenextrakte einnehmen: Der Wunsch, Schwangerschaften zu verhindern, ist uralt. Viele sterben an den Folgen von Schwangerschaften oder gefährlichen Abbrüchen. Sichere Verhütung bleibt lange ein Risiko, besonders für Frauen. Anfang des 20. Jahrhunderts beginnt die Krankenschwester und Frauenrechtlerin Margaret Sanger, in den USA öffentlich über Geburtenkontrolle zu sprechen, obwohl Aufklärung damals verboten ist. Ihr Ziel: ein einfaches Medikament, das Frauen selbstbestimmt verhüten lässt. 1960 wird die Pille in den USA zugelassen, ein Jahr später kommt sie nach Westdeutschland. Doch die neue Freiheit sorgt für heftige Debatten: Darf Sexualität von Fortpflanzung getrennt werden? Wer bekommt die Pille und wer nicht? Das ist unsere wichtigsten Quellen und unsere Interviewpartnerin: Dr. Uta Fenske, Zentrum für Gender Studies, Uni Siegen und Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung Rebekka Endler: Das Patriarchat der Dinge. Warum die Welt Frauen nicht passt, Köln 2021 Weiterführende Links: Zeitzeichen: Mäzenin, Frauenrechtlerin, Influencerin - Ida Dehmel Zeitzeichen: Gertrud Bäumer, Frauenrechtlerin (Todestag 25.03.1954) bpb: 65 Jahre „Pille“ NDR: 65 Jahre Anti-Baby-Pille - "Keine feministische Errungenschaft" Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autoren: Ulrich Biermann und Veronika Bock Redaktion: Sefa Inci Suvak

  18. Transsibirische Eisenbahn: Der Wilde Osten auf 9.288 Kilometern
    31.05., 06:0000:14:49

    Sie ist die längste Bahnstrecke der Welt und ein westlicher Traum von Abenteuer. Doch hinter dem Mythos der Transsibirischen Eisenbahn steckt harte Machtpolitik. In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg: was die Pariser Weltausstellung von 1900 mit der "Transsib" zu tun hat, wie viele Arbeiter beim Bau der Eisenbahn schätzungsweise ihr Leben verloren haben, was Reisende seit mehr als 100 Jahren auf der Fahrt durch Sibirien erleben, wie viele Kilometer, Zeitzonen, Kontinente und Bahnhöfe die Eisenbahn passiert, weshalb die Transsib bis heute eine Schlüsselrolle in der Geopolitik spielt. Seit mehr als 100 Jahren beginnen Reisen mit der Transsibirischen Eisenbahn am Jaroslawler Bahnhof in Moskau. Für viele Menschen außerhalb Russlands steht die Strecke für endlose Wälder, Zeitlosigkeit und das Versprechen einer Reise durch zwei Kontinente. Diese Vorstellung ist jedoch nicht zufällig entstanden. Schon das Zarenreich bewirbt das Mammutprojekt gezielt im Westen, um Investoren zu gewinnen und Russlands Image zu verbessern. Hinter dem Mythos stehen harte Realitäten: extreme klimatische Bedingungen, Korruption und tiefgreifende Folgen für Sibirien und seine Bevölkerung. Die Transsib wird so zur Lebensader, aber auch zum politischen Werkzeug. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Nadine Pungs (Schriftstellerin, Düsseldorf) Frithjof Benjamin Schenk (Professor für Osteuropäische Geschichte und Neuere Allgemeine Geschichte, Universität Basel) Frithjof Benjamin Schenk: Mythos Transsibirische Eisenbahn. Der Traum einer Brücke zwischen Europa und Asien. Bonn 2022 Hans Engberding, Bodo Thöns (Hg.): Transsib-Lesebuch. Berlin 2002 Weiterführende Links: Planet Wissen: Transsibirische Eisenbahn SWR: Von Irkutsk zum Baikalsee und Vom Baikalsee nach Moskau Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Daniela Wakonigg Redaktion: Emily Jeuckens und David Rother Technik: Alexander Buske

  19. Judenpogrome 1096: Kreuzfahrer bringen den Tod ins Rheinland
    30.05., 06:0000:14:50

    Im Mittelalter lassen Kreuzfahrer auf dem Weg nach Jerusalem ihrem Hass gegen Jüdinnen und Juden freien Lauf. Auch in Köln eskaliert die Gewalt mit tödlichen Folgen. In diesem Zeitzeichen erzählt Uwe Schulz: wie der Aufruf zum Kreuzzug von Papst Urban II. eine unkontrollierbare Gewaltlawine lostritt, warum jüdische Gemeinden am Rhein ins Visier der Kreuzfahrer geraten, welche Rolle kirchliche Autoritäten spielen, wie Chroniken das Pogrom von Köln bis Mainz überliefern, weshalb 1096 als Zäsur in der Geschichte des europäischen Judentums gilt. Im Frühjahr 1096 erreicht der Erste Kreuzzug das Rheinland. Was als bewaffnete Pilgerfahrt ins Heilige Land beginnt, schlägt schon bald in hemmungslose Gewalt um. Unorganisierte Kreuzfahrerhaufen ziehen durch Städte und Dörfer und richten sich gegen jüdische Nachbarn, die sie zu Feinden erklären. Auch Köln bleibt nicht verschont. Trotz Versuchen der Obrigkeit, die Juden dort zu schützen, werden sie verfolgt, beraubt und ermordet. Chronisten schildern die Schändung von Häusern, Synagogen und Thorarollen. Das Pogrom dauert Tage und hinterlässt eine tief verwundete Gemeinde. Die Ereignisse von 1096 prägen das jüdische Gedächtnis über Generationen hinweg und wirken bis in die Gegenwart nach. Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin: Dr. Christiane Twiehaus (Abteilungsleitung Jüdische Geschichte und Kultur, Landschaftsverband Rheinland) Weiterführende Links: Zeitzeichen 11.12.321: Nachweis jüdischen Lebens auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands Planet Wissen: Die Kreuzzüge - Krieg um die Heilige Stadt ZDF: 1095 - Aufruf zum Kreuzzug Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Uwe Schulz Redaktion: Sefa Inci Suvak

  20. Der Tag, an dem Barbarossa verschwand - und Italien gewann
    29.05., 06:0000:14:39

    In der italienischen Hymne werden genau zwei Orte erwähnt: Rom - und Legnano. Ein Örtchen bei Mailand. Dort endet am 29.5.1176 die legendäre Schlacht gegen Barbarossas übermächtige Kaisertruppen. In diesem Zeitzeichen erzählt Edda Dammmüller: welches wertvolle Geschenk Kaiser Barbarossa dem Kölner Erzbischof Rainald von Dassel macht, wer Alberto di Giussano ist und was es mit dem Fahnenwagen auf sich hat, dass Kaiser Barbarossa während der Schlacht von Legnano plötzlich verschwindet und Tage später wieder auftaucht, wie die Lega Nord noch heute den Mythos der Schlacht von Legnano für sich nutzt. Friedrich der Erste wird von den Italienern wegen seines roten Bartes "Barbarossa" genannt. Immer wieder überquert er mit hunderten von Panzerreitern die Alpen, begleitet von etlichen Bischöfen, die ihn militärisch und finanziell großzügig unterstützen. Das Fernziel ist Rom: denn der weltliche Herrscher will einen Papst, der ihm nicht widerspricht. Es kommt wiederholt zu Gefechten zwischen Kaiser Barbarossa und den Städten Norditaliens. In einer dieser Schlachten erleidet Mailand 1161 eine bittere Niederlage. In der Folge wollen die norditalienischen Städte gemeinsam Paroli bieten. In Pontida gründen sie 1167 den Lombardenbund. Wenn eine Stadt angegriffen wird, wehren sich alle gemeinsam. Am 29. Mai 1176 kommt es bei dem kleinen Dorf Legnano erneut zur Schlacht. Barbarossas Truppen werden vernichtend geschlagen. Er ist gezwungen, Frieden mit Papst Alexander III. zu schließen. Im Frieden von Konstanz erkennt der Kaiser 1183 dann auch die innere Autonomie der italienischen Kommunen an, welche ihrerseits die Oberhoheit des Kaisers akzeptieren. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Caterina Cappuccio, Mittelalter-Historikerin, Deutsches Historisches Institut Rom Dr. Andrea Monaci, Festspiel-Direktor zum 850. Jahrestag der Schlacht von Legnano Knut Görich: Friedrich Barbarossa, eine Biographie. München 2011 Helmut Hiller: Friedrich Barbarossa und seine Zeit - eine Chronik. München 1977 Marcel Pacaut: Friedrich Barbarossa. Stuttgart 1969 Weiterführende Links: Planet Wissen: Die Staufer - Friedrich I. Barbarossa Zeitzeichen: 14.08.1167 - Todestag von Rainald von Dassel Planet Wissen: Religion - Päpste Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Edda Dammmüller Redaktion: David Rother Technik: Martina Taube

Der tägliche Podcast über Geschichte von der Antike bis heute, über Europa und die Welt, über die Geschichte der Menschheit: 15 Minuten zu historischen Persönlichkeiten und Erfindungen. Von George Washington bis Rosa Luxemburg, vom Büstenhalter bis Breaking Bad.