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600- Rudi Carrell: Zwei Gesichter einer Samstagabend-Legende07.07., 06:0007.07.2026, 06:0000:14:50
Rudi Carrell war strahlender Showmaster, Perfektionist und Studiotyrann. Der Niederländer revolutionierte das deutsche Fernsehen - sein Publikum liebte ihn dafür bis zu seinem Tod 2006. In diesem Zeitzeichen erzählt Herwig Katzer: warum die Deutschen so begeistert sind vom Moderator aus den Niederlanden, während die Holländer ihm seine Karriere in Deutschland verübeln, wie er immer wieder das deutsche Fernsehen erneuert, von seinem zweifelhaften Ruf im Umgang mit Frauen. Sein Metier ist die Unterhaltung und die beherrscht Rudi Carrell perfekt. Zunächst witzelt er im niederländischen Radio, bevor es ihn über die Grenze noch Deutschland zieht. Der große Durchbruch kommt 1974: Mit der Spielshow "Am laufenden Band", in der Teams aus mehreren Generationen gegeneinander antreten, erobert er den Samstagabend. Es folgen weitere Erfolgsformate wie "Rudis Tagesshow", "Herzblatt" und "7 Tage, 7 Köpfe". Immer hat er den richtigen Riecher für die Trends der Zeit und gibt den lockeren, humorvollen Entertainer. Hinter den Kulissen zeigt Rudi Carrell oft eine andere Seite. Mitarbeiter fürchten seine Wutanfälle, er gilt als tyrannischer Chef. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Christoph Classen, Medienwissenschaftler, Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Mareike Amado, Moderatorin und ehemalige Assistentin von Rudi Carrell Burkhard Bergermann, Produzent Weiterführende Links: Zeitzeichen: 11.08.1947 - Geburtstag des Schauspielers Diether Krebs Zeitzeichen: 27.04.1921 - Geburtstag von Hans-Joachim Kulenkampff Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Herwig Katzer Redaktion: David Rother
- Verändert die Welt mit himmlischer Mathematik: Regiomontanus06.07., 06:0006.07.2026, 06:0000:15:51
Johannes Müller von Königsberg ("Regiomontanus") gilt als bedeutendster Mathematiker und Astronom des 15. Jahrhunderts. Sein früher Tod am 6.7.1476 in Rom gibt bis heute Rätsel auf. In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Mau: wie Kolumbus mit einem nautischen Jahrbuch von Regiomontanus auf Jamaika Nahrung erzwingt, wieso Nürnberg für den Astronomen zum Zentrum seiner Forschung wird, weshalb seine Druckerei entscheidend für den Erfolg seiner Werke ist, warum Papst Sixtus IV. 1475 Regiomontanus nach Rom einlädt, welche Gerüchte es um den Tod des Astronomen gibt. Johannes Müller, geboren und aufgewachsen im fränkischen Königsberg und deshalb später Regiomontanus ("der Königsberger") genannt, gilt früh als Ausnahmetalent. Schon als Jugendlicher erstellt er präzisere Kalender als viele seiner Zeitgenossen. Sein Weg führt ihn an die Universitäten Leipzig und Wien. In Italien studiert er in humanistischen Kreisen antike Texte und bewertet sie neu. In Nürnberg schafft er sich ideale Bedingungen für seine Arbeit: mit astronomischen Instrumenten und eigener Druckerei. Seine Werke finden große Verbreitung und prägen die Praxis der Navigation ebenso wie die Entwicklung der Astronomie über Generationen hinweg. Vor allem seine "Ephemeriden" (Jahrbuch der Planetenbewegungen) sind bei Seeleuten sehr beliebt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Hans Gaab (Astronomiehistoriker, Astronomische Gesellschaft in der Metropolregion Nürnberg e. V.) Ernst Zinner: Leben und Wirken des Joh. Müller von Königsberg genannt Regiomontanus. Osnabrück 1968 Rudolf Mett: Regiomontanus - Wegbereiter des neuen Weltbildes. Leipzig/Zürich 1996 Weiterführende Links: Zeitzeichen 12.10.1492: Christoph Kolumbus betritt den amerikanischen Kontinent Planet Wissen: Navigation - Geschichte der Schifffahrt Planet Wissen: Astronomie und Weltraumforschung Unser Hörtipp: Wenn Sie erfahren möchten, was das Denken von Friedrich Nietzsche uns heute noch zu sagen hat, dann haben wir noch eine Podcast-Empfehlung für Sie: "WDR 5 Das philosophische Radio". Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Mau Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins
- Francisco de Miranda: Vordenker der Revolution in Venezuela05.07., 06:0005.07.2026, 06:0000:14:50
Am 5. Juli 1811 erklärt Venezuela seine Unabhängigkeit von Spanien. Hinter dem historischen Schritt steht auch Francisco de Miranda - heute oft im Schatten Simón Bolívars. In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath: woran Simón Bolívars Traum von einem vereinten Lateinamerika zerbricht, wie die Ideen der Aufklärung den Niedergang des Kolonialismus einläuten, welche Kolonien als erste den Weg in die Unabhängigkeit gehen, warum die Befreiung Venezuelas zunächst ein Elitenprojekt ist. Im Juli 1811 erklären einige Provinzen Venezuelas ihre Unabhängigkeit von Spanien. Zum ersten Mal sagt sich auf südamerikanischem Boden eine Kolonie von der spanischen Krone los. Präsident der ersten venezolanischen Republik wird der spanische Offizier und Revolutionär Francisco de Miranda. Die Geschichte der ersten Republik ist kurz. Ein Bürgerkrieg bricht aus. Kreolen kämpfen gegen die eingewanderten Spanier von der Iberischen Halbinsel. Republikaner gegen Royalisten. Städtische Eliten gegen Landbevölkerung. Es sind nicht nur die Venezolaner, die gegeneinander Krieg führen. Die spanische Kolonialarmee versucht die Macht des Königs mit Waffengewalt wieder herzustellen. Die Übermacht der spanischen Truppen ist zu groß. Am 25. Juli 1812 unterzeichnet Präsident Francisco de Miranda die Kapitulationsurkunde. Erst 1823 schaffen der südamerikanische Unabhängigkeitskämpfer Simón Bolívar und seine Revolutionstruppen, Venezuela für immer von Spanien zu befreien. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Stefan Rinke, Professor für die Geschichte Lateinamerikas, FU Berlin Klaus Bodemer, ehemaliger Direktor des Instituts für Iberoamerikakunde, Hamburg Margarita Lopez Maya: Zur Geschichte Venezuelas. In: Venezuela heute. Bibliotheca Ibero-Americana. Frankfurt 2011 Stefan Rinke: Geschichte Lateinamerikas: Von den frühesten Kulturen bis zur Gegenwart. München 2025 Stefan Rinke: Revolutionen in Lateinamerika: Wege in die Unabhängigkeit 1760-1830. München 2010 Weiterführende Links: Planet Wissen: Kolonialismus - Europas Kolonien Stichtag: 17. Dezember 1830 - Simón Bolívar in Kolumbien gestorben Stichtag: 6. April 1789 - George Washington wird erster Präsident der USA Planet Wissen: Warum heißt Amerika eigentlich Amerika? Zeitzeichen: Der Namensgeber Amerikas: Großer Entdecker oder ein Hochstapler? Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Kath Redaktion: Sefa Inci Sufak Technik: Sascha Schiemann
- Warum die Flugzeugentführer von Entebbe ihre Geiseln trennten04.07., 06:0004.07.2026, 06:0000:15:39
Palästinenser und Deutsche entführen ein Flugzeug nach Uganda. Die Geiseln werden in zwei Gruppen geteilt. Dann startet Israel am 4.7.1976 eine Befreiungsaktion. In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog: warum die Flugzeugentführung eng mit internationalen Terrornetzwerken und dem Nahostkonflikt verknüpft ist, wie genau die Geiseln in Uganda voneinander getrennt werden, weshalb die Auswahl der Geiseln nicht nur ideologisch, sondern auch strategisch motiviert ist, wie eine spektakuläre Militäraktion Israels das Drama beendet, wieso das Ereignis später von der "Landshut"-Entführung in der Erinnerung überlagert wird. Ende Juni 1976 entführen palästinensische und deutsche Terroristen eine Air-France-Maschine auf dem Weg von Tel Aviv nach Paris. Das Flugzeug wird nach Uganda umgeleitet. Auf dem Flughafen von Entebbe beginnt für die Passagiere eine beklemmende Situation: Die deutschen Entführer teilen sie in zwei Gruppen – Israelis und andere Staatsangehörige. Das erinnert die jüdischen Geiseln an die NS-Zeit. Während Verhandlungen laufen, plant Israel im Geheimen eine Befreiung. Am 4. Juli 1976 endet die Krise in einer dramatischen Militäraktion, die weltweit Aufsehen erregt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Robert Wolff (Historiker, Landeszentrale für politische Bildung Hessen) Robert Wolff: Im Schatten der "Landshut" - Die Geschichte der Flugzeugentführung nach Entebbe. Erscheint 2027 Weiterführende Links: DLF: 50 Jahre Entebbe - Wie verbreitet war der Antisemitismus in der radikalen Linken? Zeitzeichen 13.10.1977: Die Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut" Unser Hörtipp: Vom Geschichtspodcast "Zeitkapsel: Achim, wie hast du Menschen aus der DDR geschmuggelt?" gibt es jetzt alle Folgen in ARD Sounds und überall, wo es Podcasts gibt. Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Martin Herzog Redaktion: Jakob Schiffer und Sefa Inci Suvak
- Skandal und Startschuss: "Nicht der Homosexuelle ist pervers ..."03.07., 06:0003.07.2026, 06:0000:14:51
Am 3.7.1971 feiert Praunheims Film auf der Berlinale Premiere und löst einen Medienskandal aus. Er wird zum Startschuss für die Schwulen‑ und Lesbenbewegung. In diesem Zeitzeichen erzählt Gianna Scholten: dass zwischen 1949 und 1969 doppelt so viele Männer wegen Homosexualität verurteilt werden wie noch während der Nazizeit, warum Rosa von Praunheim das Wort "schwul" als selbstbewusste Eigenbezeichnung propagiert, wie die ARD-Programmdirektoren zunächst die Ausstrahlung des Films verhindern, weshalb er schließlich doch gesendet wird. Anfang der 1970er-Jahre ist für die meisten homosexuellen Männer undenkbar, offen schwul zu leben. Sie geben sich nach außen bewusst "männlich", um ihre Sexualität zu verbergen. Als größter Feind gilt die "auffällige Tunte", die sofort als homosexuell erkannt wird. 1971 verschiebt Filmemacher Rosa von Praunheim die Perspektiven grundlegend. Seine zentrale Botschaft "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt", packt er gleich in den Filmtitel. Der Film wird heftig diskutiert, auch in der Schwulen-Szene, für die sich "schwul" damals noch nach Beschimpfung anhört. Praunheim hat damit sein Ziel erreicht: Sein Werk gilt als Initialzündung für eine neue, selbstbewusstere Schwulenbewegung. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Rosa von Praunheim, Anke Vetter: Rosas Rache. Filme und Tagebücher seit 1960. Berlin 2009 Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt. (Rosa von Praunheim Filmverlag, Berlin 2008) Schwules Museum Berlin Weiterführende Links: WDR 5: Erlebte Geschichte – Rosa von Praunheim Zeitzeichen: 10.12.1991 - Rosa von Praunheim outet Prominente ARD Mediathek: Glückskind - Der schwule Filmemacher Rosa von Praunheim Homepage: Rosa von Praunheim Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Gianna Scholten Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse
- Nostradamus: Der düstere Prophet aus der Provence02.07., 06:0002.07.2026, 06:0000:14:51
Bis heute sind die Prophezeiungen des Nostradamus (gestorben am 2.7.1566) ein Kassenschlager. Aber hat er wirklich in die Zukunft geblickt oder einfach nur zu tief ins Absinth-Glas? In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg: wie Pest und Kriege die Geschäfte von Nostradamus befeuern, warum sein Geschäftsmodell noch heute funktioniert, was moderne Wissenschaftler entlarvt haben. Nostradamus studiert zunächst Medizin und arbeitet als Pestarzt. Berühmt wird er jedoch für seine Prophezeiungen. Dabei formuliert er seine Verse so kryptisch, dass Ereignisse als von ihm vorhergesagt erscheinen. Das spricht sich bei den Mächtigen seiner Zeit herum: Karl IX. - König von Frankreich - und Königin Katharina von Medici suchen Rat bei Nostradamus und überhäufen ihn im Gegenzug mit Geld. Seine Kritiker vermuten ein lukratives Geschäftsmodell und schreiben seine nächtlichen Visionen dem Alkoholkonsum zu. Nostradamus selbst bleibt unbeirrt und gibt die Gültigkeit seiner Prophezeiungen mit "von heute bis ins Jahr 3797" an. Ganz Unrecht hat er nicht. Seine Verse füttern zumindest noch im 21. Jahrhundert zahlreiche Verschwörungen und Mythen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Michelle Huchon (Biografin, Professorin an der Universität Sorbonne) Dipl.-Psych. Eberhard Bauer, Institut für Grenzgebiete der Psychologie & Psychohygiene e. V (IGPP), Vorstandsmitglied Mireille Huchon: Nostradamus. Paris 2021 Frank Rainer Scheck: Nostradamus. München 2001 Weiterführende Quellen und Links: Kurt Allgeier: Nostradamus. Was jetzt auf uns zukommt. Rottenburg 2014 Elmar R. Gruber: Nostradamus. Sein Leben, sein Werk und die wahre Bedeutung seiner Prophezeiungen. Bern 2003 Legenden im Netz: Keine Prophezeiung der Corona-Pandemie (tagesschau) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Vormweg Redaktion: Frank Zirpins
- 19, schwanger, Kapitänin: Mary Ann Patten bezwingt Kap Hoorn01.07., 06:0001.07.2026, 06:0000:14:26
Am 1.7.1856 läuft die Neptune’s Car aus. Als der Kapitän krank wird, übernimmt seine Frau Mary Ann Patten das Kommando - und bringt Crew und Schiff um Kap Hoorn. In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer: warum Kap Hoorn in Seefahrerkreisen berüchtigt und gefürchtet ist, warum das ehrgeizige Unternehmen der Neptune’s Car von Anfang an unter keinem guten Stern steht, und wie Mary Ann Patten als Kommandantin eine Meuterei verhindert. Am 1. Juli 1856 läuft die Neptune’s Car aus dem Hafen New Yorks aus. Mit an Bord, Kapitän Joshua Patten und seine schwangere Frau Mary Ann. Als ihr Ehemann schwer erkrankt, übernimmt die 19-Jährige nicht nur seine Pflege, sondern gleich das ganze Schiff. Mehr als 100 Tage ist Mary Ann die Kommandantin des amerikanischen Handelsschiffs - als erste Frau und ohne formale Ausbildung. Sie trotzt Stürmen und Eisbergen und verhindert ganz nebenbei noch eine Meuterei des 1. Offiziers. Auch das gefürchtete Kap Hoorn kann Mary Ann nicht stoppen. Nach 136 anstrengenden Tagen bringt sie Mannschaft und Schiff wohlbehalten ans Ziel - und geht damit in die Geschichte ein. Eine maritime Revolution löst sie mit ihrem Erfolg aber nicht aus. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Christine Keitsch, Schiffahrtsmuseum der oldenburgischen Unterweser Tilar J. Mazzeo: The Sea Captain’s Wife. A True Story of Mutiny, Love, and Adventure at the Bottom of the World. New York 2025 Ursula Feldkamp: Frauen an Bord von Frachtsegelschiffen 1850 bis 1939 in autobiografischen Quellen. Bremerhaven 2014 Christine Keitsch: Frauen zur See. Weibliche Arbeitskräfte an Bord deutscher Handelsschiffe seit 1945. Flensburg 1997 Weiterführende Links: Stichtag: 29. Januar 1616 - Le Maire und Schouten umsegeln als Erste Kap Hoorn Planet Wissen: Handelsschifffahrt Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Wolfgang Meyer Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse
- Jan Ullrich: Vom Tour‑Triumph zum Absturz eines deutschen Idols30.06., 06:0030.06.2026, 06:0000:15:27
Am 30. Juni 2006 wird Jan Ullrich wegen Dopings von der Tour ausgeschlossen. Vom Tourhelden zur tragischen Figur - und eine Gesellschaft, die lange nicht hinsehen wollte. In diesem Zeitzeichen erzählt Stephan Beuting: wie Jan Ullrich 1997 als erster Deutscher die Tour de France gewinnt und zum Nationalhelden wird, warum sein kometenhafter Aufstieg eng mit dem DDR-Sportsystem und den Erwartungen der Wiedervereinigungszeit verbunden ist, weshalb Doping, Medienhype und öffentlicher Druck schließlich zu seinem tiefen Fall beitragen. Am 15. Juli 1997 attackiert Jan Ullrich auf der Bergetappe nach Arcalis in Andorra. Eigentlich ist der 23-Jährige als Helfer seines Teamkapitäns vorgesehen. Doch an diesem Tag fährt er der Konkurrenz davon, übernimmt das Gelbe Trikot und gewinnt wenige Tage später die Führung der gesamten Tour de France. Deutschland erlebt einen sportlichen Ausnahmezustand: Ullrich wird gefeiert wie ein Volksheld. Der junge Radprofi aus Rostock scheint alles zu haben - außergewöhnliches Talent, die Ausbildung des DDR-Leistungssports und eine Zukunft, die ihm offensteht. Doch mit dem Erfolg wachsen auch die Erwartungen. Während Doping im Radsport zunehmend sichtbar wird, wollen viele Beteiligte die Euphorie nicht hinterfragen. Als Ullrich Jahre später selbst in einen Dopingskandal gerät, zerbricht sein öffentliches Bild. Es folgen Rückzug, Depressionen und persönliche Krisen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Sebastian Moll, Autor Sebastian Moll: Ulle. Jan Ullrich. Geschichte eines tragischen Helden, Bielefeld 2022 Hans Leyendecker: Jan Ullrich und die Medien. Das goldene Lenkrad, Süddeutsche Zeitung, 17.05.2010 Weiterführende Links: Zeitzeichen: Vom belächelten Spinner zum Radheld - Nils Gustaf Håkansson Zeitzeichen: Der beste Radrennfahrer seiner Zeit - Eddy Merckx Zeitzeichen: Mit Rad und Revolver - Heinrich Horstmann umrundet die Welt Hörtipp: Wie wurde aus großer Liebe große Abneigung? Der NDR-Podcast Jan Ulrich: Held auf Zeit Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Stephan Beuting Redaktion: Matti Hesse
- Marilyn Monroe und Arthur Miller: "Kopf heiratet Körper"29.06., 06:0029.06.2026, 06:0000:14:36
Am 29.6.1956 heiratet Hollywoods Sex-Symbol den Pulitzer-Preisträger und das "intellektuelle Gewissen Amerikas". Die Presse jubelt - doch die Ehe scheitert spektakulär. In diesem Zeitzeichen erzählt Anja Arp: wie aus Norma Jeane Baker Marilyn Monroe wird, wie unzufrieden Monroe mit sich selbst und ihrem Image ist, vom vergeblichen Versuch Millers, mit "Misfits" seine Ehe zu retten, woran Monroes und Millers Ehe letztlich scheitert. Als Filmdiva Marilyn Monroe und der gefeierte Autor Arthur Miller sich am 29. Juni 1956 das Ja-Wort geben, überschlägt sich die Presse: "Kopf heiratet Körper", heißt es damals. Denn während Monroe das US-amerikanische Schönheitsideal verkörpert, steht Miller für etwas ganz anderes: Der hagere, intellektuelle Brillenträger wird für seine Bücher international als das Gewissen der USA gefeiert. Die beiden verlieben sich, weil sie so unterschiedlich sind. Doch ihre Beziehung steht von Anfang an unter keinem guten Stern - auch weil beide mit Problemen zu kämpfen haben. Die Hoffnung, der jeweils andere könne diese lösen, zerplatzt. Nach zahlreichen Streitigkeiten werden Marilyn Monroe und Arthur Miller 1961 geschieden - ein Jahr später stirbt die Filmdiva. Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin: Ruth-Esther Geiger, Autorin und Marilyn-Monroe-Biographin Weiterführende Links: Stichtag: 5. August 1962 - Marilyn Monroe stirbt in Brentwood Zeitzeichen: 17.10.1915 - Geburtstag des Dramatikers Arthur Miller Zum 100. Geburtstag: Der Mythos Marilyn Monroe Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Anja Arp Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak
- Die harte Hand der Gegenreformation: Papst Paul IV.28.06., 06:0028.06.2026, 06:0000:14:47
Am 28.6.1476 wird Gian Pietro Carafa geboren. Mit fast 80 Jahren wird er zu Papst Paul IV., verschärft die Inquisition, bekämpft Protestanten und zwingt die Juden Roms ins Ghetto. In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Kosfeld: von der Krise der katholischen Kirche um das Jahr 1500, von Carafas Hass auf alle Herrscherhäuser, die Gebiete in Italien besitzen, vom strengen Orden der Theatiner und einer Totalkonfrontation mit der Reformation, wie die Menschen das Ende seiner Schreckensherrschaft feiern. Gian Pietro Carafa wird am 28. Juni 1476 in eine Adels-Familie des Königreichs Neapel geboren. Er wird für eine Kirchenlaufbahn ausgebildet und 1955 zum Papst gewählt. Nach seinem Tod wird er in die Geschichte eingehen: Als Beispiel dafür, was passieren kann, wenn ein alter, starrsinniger Mann mit seiner fast grenzenlosen Macht nicht umgehen kann. Um mögliche Gegner in und außerhalb der Kirche zu finden, baut Paul IV. ein Spitzelsystem auf. Er verbietet Tanz, Musik und Spiele, verfolgt die Menschen mit der Inquisition und zettelt sinnlose Kriege an. Am brutalsten verfolgt er die Juden, befiehlt gar die Errichtung eines Ghettos in Rom. 1559 stirbt der Papst mit 83 Jahren. Endlich ist der Albtraum vorbei, der vier Jahre lang Rom, die Kirche und ganz Europa beherrscht hat. Und viele fragen sich: Wie konnte es soweit kommen? Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Volker Reinhardt, Historiker an der Universität Fribourg Volker Reinhardt: Pontifex. Die Geschichte der Päpste. Von Petrus bis Franziskus. München 2017 Bruno Steiner (Hrsg.): Lexikon der Päpste und des Papsttums. Freiburg im Breisgau 2010 Klaus Lohrmann: Die Päpste und die Juden. 2000 Jahre zwischen Verfolgung und Versöhnung. Ostfildern 2008 Weiterführende Links: Stichtag: 2. März 1876 - Papst Pius XII. wird geboren Zeitzeichen: 04.04.896 - Todestag Papst Formosus Zeitzeichen: 14.06.1966 - Vatikan hebt den Index verbotener Bücher auf Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christian Kosfeld Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak
- Bud Spencer und die vielen anderen Leben des Carlo Pedersoli27.06., 06:0027.06.2026, 06:0000:14:51
Carlo Pedersoli (gestorben am 27.6.2016) war Olympiaschwimmer, Bauarbeiter, Sänger - und er war Bud Spencer, Hau-Drauf-Darsteller in den Spaghetti-Western mit Terence Hill. In diesem Zeitzeichen erzählt Burkhard Hupe: wie ein olympischer Schwimmer durch einen überraschenden Anruf zum Filmstar wird, warum viele berühmte Bud-Spencer-Sprüche im Original gar nicht vorkommen, und weshalb die Prügeleien von Bud Spencer und Terence Hill bis heute Kultstatus genießen. "Wenn du noch einmal mit den Augen zwinkerst, dann zwinker ich mit den Fingern" – mit Sprüchen wie diesem wird Bud Spencer für Millionen Zuschauer zur Legende. Hinter der Figur steckt Carlo Pedersoli, ein Mann mit vielen Leben: Freistilschwimmer, Olympiateilnehmer, Unternehmer, Pilot, Erfinder und Schriftsteller. Anfang der 1950er-Jahre zählt er zu den besten Schwimmern Italiens, bevor ihn sein Weg über Gelegenheitsjobs schließlich vor die Kamera führt. 1967 erhält Pedersoli das Angebot für einen Italo-Western, der Beginn einer der erfolgreichsten Filmkarrieren Europas. Gemeinsam mit Terence Hill prägt er zunächst die Western-Parodie und später die Buddy-Komödie. Ihre Filme verbinden Humor, Slapstick und handfeste Prügeleien, die Bud Spencer weit über Italien hinaus zum Kultstar machen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Michael Maas, Mitbegründer und Betreiber der SpencerHillWorld in Berlin Dr. Harald Steinwender, Spielfilm-Redakteur des Bayerischen Rundfunks Bud Spencer: „Mein Leben, meine Filme“, Schwarzkopf und Schwarzkopf, 2011 Bud's Best - Die Welt des Bud Spencer, Dokumentation 2012, ARD-Plus Weiterführende Links: Zeitzeichen: Filmikone Clint Eastwood: Western, Waffen, Widersprüche Zeitzeichen: "Spiel mir das Lied vom Tod" hat Premiere (am 21.12.1968) Zeitzeichen: "Der großen Eisenbahnraub": Startschuss des Wild-West-Kinos Zeitzeichen: Karl May, Schriftsteller (Todestag, 30.03.1912) Zeitzeichen: "Be water, my friend": Die Kampfkunst-Ikone Bruce Lee Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Burkhard Hupe Redaktion: David Rother
- Claude Joseph Rouget de Lisle und sein Lied für die Ewigkeit26.06., 06:0026.06.2026, 06:0000:14:47
Am 26. Juni 1836 stirbt in Choisy-le-Roi der Mann, dem Frankreich seine "Marseillaise" verdankt - die wohl bekannteste Nationalhymne Europas. In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg: wie ein Offizier in einer einzigen Nacht ein weltberühmtes Revolutionslied erschafft, warum die "Marseillaise" weniger genialer Geistesblitz als Gemeinschaftswerk und Auftragsarbeit ist, weshalb ihr Komponist politisch zwischen Monarchie und Revolution steht, warum Rouget de Lisle trotz seines Ruhms verarmt und beinahe in Vergessenheit gerät. Die "Marseillaise" entsteht im Frühjahr 1792 in Straßburg, als Frankreich gerade in den Krieg zieht. In einer aufgeheizten Atmosphäre komponiert Claude Joseph Rouget de Lisle ein Kampflied, das den Nerv der Zeit trifft und sich rasch verbreitet. Doch der Mythos vom genialen Einfall täuscht. Historisch betrachtet greifen viele Einflüsse ineinander: musikalische Vorlagen, politische Parolen und die Mitarbeit anderer. Während das Lied zur Hymne der Revolution wird, bleibt sein Urheber ein moderater Geist zwischen den Fronten, dessen Werk weit über ihn hinauswächst. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Gudrun Gersmann (Professorin für Geschichte der Frühen Neuzeit, Universität Köln) Michel Vovelle: Die Marseillaise. Krieg oder Frieden. München 2005. Weiterführende Links: Planet Wissen: Die Französische Revolution Zeitzeichen 11.12.1792: Der Prozess gegen König Ludwig XVI. beginnt Paris-Blog: Rouget de Lisle Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Vormweg Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak Technik: Anne Bohnen
- Hitlers Testpilotin: "Ehrenarierin" Melitta von Stauffenberg25.06., 06:0025.06.2026, 06:0000:14:51
Melitta von Stauffenberg riskiert als Testpilotin für das NS-Regime ihr Leben. Am 25.6.1941 wird sie deshalb trotz jüdischer Wurzeln für "deutschblütig" erklärt - und dann doch festgenommen. In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog: wie Melitta von Stauffenberg mehr als 2.500 riskante Sturzflüge absolviert, wie die Ingenieurin und Testpilotin trotz jüdischer Vorfahren für das NS-Regime unentbehrlich wird, warum sie nach dem Attentat auf Adolf Hitler selbst ins Visier des Regimes gerät. Wenn Melitta von Stauffenberg ihr Flugzeug aus mehreren tausend Metern Höhe fast senkrecht Richtung Erde steuert, bleibt ihr nur ein kurzer Moment, um die Maschine wieder abzufangen. Solche Sturzflüge gehören zu ihrem Alltag. Die studierte Ingenieurin und leidenschaftliche Pilotin zählt zu den erfahrensten Testfliegern ihrer Zeit. Sie verbindet Forschung und Praxis, entwickelt Flugtechnik und testet ihre Konstruktionen selbst. Doch ihre Karriere fällt in die Zeit des Nationalsozialismus: Während ihre Arbeit der militärischen Aufrüstung dient, gerät sie wegen ihrer jüdischen Vorfahren selbst ins Visier der NS-Rassenpolitik. Weil ihre Fähigkeiten jedoch als unverzichtbar gelten, wird sie 1941 offiziell als "deutschblütig" eingestuft. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Angela Libal, Historikerin Johannes Tuchel, Professor für Politikwissenschaften (em.), ehem. Leiter Gedenkstätte Deutscher Widerstand Thomas Medicus: Melitta von Stauffenberg. Ein deutsches Leben, Berlin 2012 Weiterführende Links: Zeitzeichen: Erziehung im Sinne der NS-Ideologie - Johanna Haarer WDR-Podcast: Riefenstahl - Influencerin des Bösen Zeitzeichen: Anna Seghers, Schriftstellerin (Geburtstag 19.11.1900) Zeitzeichen: Mit der "Roten Kapelle" gegen Hitler - Cato Bontjes van Beek Zeitzeichen: Widerstand im Wasser - Gertrude Ederle durchquert den Ärmelkanal Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Martin Herzog Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse
- Der perfekte Faschist und seine jüdische Frau24.06., 06:0024.06.2026, 06:0000:15:55
Als die Jüdin Lilliana Weinman und der Faschisten Attilio Teruzzi am 24. Juni 1926 heiraten, liegt Rom dem Paar zu Füßen. Doch bald beginnt ein erbitterter Kampf. In diesem Zeitzeichen erzählt Anja Reinhard: wie unterschiedlich Weinman und Teruzzi aufwachsen, was Teruzzi an der Amerikanerin fasziniert, warum eine Scheidung nicht möglich ist und woran eine Annulierung der Ehe scheitert, wie eine Kiste voller Familienpapiere das faschistische Liebesdrama aufdeckt. Die Hochzeit von Lilliana Weinman und Attilio Teruzzi am 24. Juni 1926 in Rom ist ein spektakuläres gesellschaftliches Ereignis. Die gesamte faschistische Funktionselite ist anwesend, Trauzeuge Benito Mussolini inklusive. Die Ehe der gefeierten amerikanischen Opernsängerin und dem hochdekorierten Kriegsveteranen gilt als schillernd - dass Lilliana Jüdin ist, interessiert da noch niemanden. Doch mit dem Machtaufstieg des Faschismus verändert sich auch das Frauenbild. Lillianas Eigenständigkeit, ihr Glamour und ihre Freiheit werden zum Problem. Teruzzi fordert die Scheidung - seine Frau und die katholische Kirche aber denken gar nicht daran, dem zuzustimmen. Was folgt ist ein erbitterter, 18 Jahre andauernder Gerichtsstreit. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Victoria de Grazia, Autorin des Buches "Der perfekte Faschist" Sven Reichardt, Historiker und Faschismusforscher Victoria de Grazia: Der perfekte Faschist. Eine Geschichte von Liebe, Macht und Gewalt. Berlin 2024 Hans Woller: "Geschichte Italiens im 20. Jahrhundert". München 2010 Antonio Scurati: "M. Der Sohn des Jahrhunderts" (Roman). Stuttgart 2020 Sven Reichardt: "Faschistische Kampfbünde. Gewalt und Gemeinschaft im italienischen Squadrismus und in der deutschen SA". Köln 2009 Weiterführende Links: Zeitzeichen: 30. Oktober 1922 - Mussolini wird Italiens Ministerpräsident Stichtag: 19. Januar 1941 - Hitler trifft Mussolini auf dem Obersalzberg Unser Hörtipp: "Zeitenwende 1600 – Musik Macht Epoche" Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Anja Reinhard Redaktion: Sefa Inci Suvak
- Brexit: Als Populismus europäische Geschichte schrieb23.06., 06:0023.06.2026, 06:0000:14:31
Am 23. Juni 2016 stimmen die Briten für den Brexit. Der Entscheidung gehen politische Machtkämpfe, populistische Versprechen, die Angst vor Migration und jahrelange Kulturkämpfe voraus. In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer: wie Premierminister David Cameron mit einem Referendum ein politisches Risiko eingeht und sich dabei verzockt, mit welchem Slogan Nigel Farage und die Brexit-Befürworter Millionen Menschen überzeugen, und warum viele Britinnen und Briten den Austritt aus der EU heute kritisch sehen. Am 23. Juni 2016 stimmt eine knappe Mehrheit der Britinnen und Briten für den Austritt aus der Europäischen Union. 51,9 Prozent votieren für "Leave", 48,1 Prozent für "Remain". Das Referendum spaltet das Land: Jung steht gegen Alt, Schottland und Nordirland gegen England, Stadt gegen Land. Doch der Brexit beginnt nicht erst 2016. Das Verhältnis Großbritanniens zu Europa ist seit dem Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft 1973 von Skepsis geprägt. Politiker wie Margaret Thatcher warnen vor einem europäischen Superstaat, Nigel Farage macht den EU-Austritt zum politischen Projekt. David Cameron will mit der Ankündigung eines Referendums seine konservative Partei befrieden. Stattdessen löst er eine Entwicklung aus, die das Land dauerhaft verändert. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Nicolai von Ondarza, Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin Electoral Commission: Official result of the EU referendum, 24.06.2016. Europäischer Rat / EU-UK Summit: Strategic Partnership / Reset, 19.05.2025. House of Commons Library: Brexit timeline; End of transition period; Trade and Cooperation Agreement Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP): Veröffentlichungen und Expertise von Dr. Nicolai von Ondarza zu EU, Großbritannien und Post-Brexit-Beziehungen. Deutsche Welle (DW): Das Leben nach der EU: Brexit-Verlierer und Gewinner (Dokumentation) Weiterführende Links: Einigung zum Beitritt Großbritanniens zur EG (am 23.06.1971) Charles de Gaulle, frz. Staatspräsident (Todestag 9.11.1970) Vom Versager zum Retter vor den Nazis: Winston Churchill Margaret Thatcher, brit. Regierungschefin (Todestag, 08.04.2013) Wiener Kongress: Als Europas Landkarte neu gezeichnet wurde Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Wolfgang Meyer Redaktion: Sefa Inci Suvak
- Forty Elephants: Eine Frauenbande mischt Londons Unterwelt auf22.06., 06:0022.06.2026, 06:0000:13:45
Am 22.6.1896 wird Alice Diamond geboren: Mit 18 wird sie Anführerin der Forty Elephants, die Frauenbande räumt Luxusläden aus und dominiert lange Londons Unterwelt. In diesem Zeitzeichen erzählt Christopher Heimer: wie Alice Diamond zu ihrem Spitznamen "Diamond Annie" kommt, wie die Bandenchefin London in Reviere aufteilt und ihre Diebinnen mit fast militärischer Präzision organisiert, mit welchen verblüffenden Methoden sie Polizei und Kaufhausdetektive täuschen. Als Alice Diamond am 22. Juni 1896 im Lambeth Workhouse Hospital geboren wird, deutet wenig darauf hin, dass sie einmal die berühmteste Verbrecherin Großbritanniens werden soll. Doch die Tochter eines Kleinkriminellen wächst in einer Welt auf, die von Armut, Wohnungsnot und Gewalt geprägt ist. Schon als junge Frau schließt sie sich den Forty Elephants an: einer außergewöhnlichen Bande, die ausschließlich aus Frauen besteht. Mit Eleganz, Disziplin und ausgeklügelten Tricks stehlen die Mitglieder Schmuck, Pelze und Luxuswaren aus den vornehmen Geschäften Londons. Unter Alice Diamonds Führung entwickelt sich die Gruppe zu einem der erfolgreichsten kriminellen Netzwerke ihrer Zeit. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Paul Schilling, Filmregisseur ("Forty Elephants") Brian McDonald: Alice Diamond and the Forty Elephants, Wrea Green 2015 Emily Jane Burgess: Alice Diamond, giant-queen of the terrors: Female gangsterism, violence and criminal mythmaking in the late-nineteenth and early twentieth-century London ‘underworld‘, Abingdon 2025 Erin Bledsoe: The Forty Elephants, Ashland 2022 Weiterführende Links: Zeitzeichen: Der Gangsterboss, der das Verbrechen organisierte Zeitzeichen: Wie der Fall Vera Brühne zum Justiz-Krimi wurde Zeitzeichen: Boudicca - wie die keltische Rebellin London niederbrannte Zeitzeichen: Warhol-Attentäterin, radikale Feministin - Valerie Solanas Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christopher Heimer Redaktion: Matti Hesse
- Freistadt Christiania: Ein fast wahr gewordener Hippietraum?21.06., 06:0021.06.2026, 06:0000:13:46
Die Hippie-Kommune Christiania ist weltberühmt: Für Autonomie und Drogenverkauf in der Pusher Street. Im Juni 2011 wird das Experiment legalisiert - doch zu welchem Preis? In diesem Zeitzeichen erzählt Merle Schaack: wie aus einer Hippie-Siedlung mitten in Kopenhagen eine selbstverwaltete "Freistadt" entsteht, warum Eigentum, Konsensdemokratie und Gemeinschaft hier radikal neu gedacht werden, wieso Drogenhandel und Gewalt das Experiment immer wieder bedrohen, wie ein Rechtsstreit über Jahre das Ende von Christiania heraufbeschwört, dass eine Stiftung die Rettung für die alternative Lebensform wird. Ein verwunschenes Gelände, auf dem einst Waffen lagerten, wird Anfang der 1970er Jahre zum Experimentierfeld: Menschen ziehen ein, bauen Hütten, schaffen sich eine Welt jenseits klassischer Besitzverhältnisse. Entscheidungen fallen im Konsens, die Gemeinschaft steht über allem. Ein Lebensentwurf zwischen Utopie und Chaos. Doch der Traum gerät unter Druck. Konflikte mit Staat und Polizei, Drogenhandel und organisierte Kriminalität bedrohen die Freistadt. Nach jahrelangem juristischen Ringen kommt es 2011 zum entscheidenden Wendepunkt: Christiania bekommt eine legale Grundlage - und muss sich zugleich an neue Regeln anpassen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Knud Foldschack (Anwalt und "Architekt" der Stiftung "Fonden Fristaden Christiania") Mette Prag (Bewohnerin und Mitglied des Stiftungsvorstands) Nina Pontoppidan (Bewohnerin und Guide) Irma Clausen (ehemalige Bewohnerin) Offizielle Website der Freistadt Christiania Weiterführende Links: Zeitzeichen 26.09.1971: Ausruf der "Freistadt Christiania" Deutschlandfunk Kultur: Europas größtes alternatives Wohnprojekt Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Merle Schaack Redaktion: Matti Hesse
- Der Priester, der den Urknall entdeckte: George Lemaître20.06., 06:0020.06.2026, 06:0000:15:40
Als Lemaître (gest. am 20.6.1966) sein Modell des Urknalls vorstellt, sieht der Papst darin einen Gottesbeweis. In der Wissenschaft wird er erst verspottet - und dann gefeiert. In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger: wie ein katholischer Priester die Urknall-Theorie entwickelt und damit die Kosmologie revolutioniert, warum Lemaître Wissenschaft und Religion strikt trennt - trotz seiner doppelten Berufung, weshalb seine Idee zunächst übersehen wird, während andere Forscher berühmt werden, wie die Entdeckung der kosmischen Hintergrundstrahlung ihm posthum recht gibt, warum der "Anfang von allem" bis heute ein ungelöstes Rätsel bleibt. Ein Universum, das sich ausdehnt, Galaxien, die auseinanderdriften, und ein Anfangspunkt, in dem alles enthalten ist: Georges Lemaître denkt das Weltall radikal neu. Als Priester und Physiker verfolgt er zwei Wege zur Wahrheit, ohne sie zu vermischen. Seine Theorie vom "Uratom" legt den Grundstein für das, was später Urknall genannt wird. Doch die Anerkennung kommt spät. Während andere Forscher Ruhm ernten, bleibt Lemaître lange im Schatten. Selbst als die Kirche seine Ideen als Beweis für Gott deuten will, widerspricht er entschieden. Für ihn bleibt der Glaube unabhängig von der Wissenschaft. Am Ende bestätigt ein kosmisches Echo seine Theorie. Doch die größte Frage bleibt offen: Was geschah vor dem Anfang? Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin: Dr. Susanne Hüttemeister (Astrophysikerin und Leiterin Planetarium Bochum) Weiterführende Links: Zeitzeichen 17.07.1894: Geburtstag von Georges Lemaître Zeitzeichen 23.11.1951: Papst Pius XII.: Urknall ist Schöpfung Unser Hörtipp: WDR 5 Alles in Butter, der Genuss-Podcast Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Ralph Erdenberger Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak
- Als die Bilder tanzen lernten: Filmkünstlerin Lotte Reiniger19.06., 06:0019.06.2026, 06:0000:14:37
Ihre Silhouetten verzauberten die Leinwand, lange bevor Disney Filmgeschichte schrieb. Lotte Reiniger revolutionierte den Animationsfilm. Sie starb am 19. Juni 1981. In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk: wie Lotte Reiniger mit Schere, Pappe und Kamera Filmgeschichte schreibt, warum "Die Abenteuer des Prinzen Achmed" als erster abendfüllender Animationsfilm gilt, und wie aus dem "Silhouettenmädchen" eine international gefeierte Filmkünstlerin wird. Ein schwarzer Fleck erscheint auf der Leinwand, verwandelt sich in einen Zauberer, dann in einen Reiter. Was damals wie Magie wirkt, ist das Werk von Lotte Reiniger. Die 1899 in Berlin geborene Künstlerin entdeckt schon als Kind ihr Talent für filigrane Scherenschnitte. Mit den ausgeschnittenen Figuren entwickelt sie eine völlig neue Kunstform: den Silhouettenfilm. Mit beweglichen Schnittfiguren, die Bild für Bild fotografiert wurden, schafft sie märchenhafte Welten voller Zauberer, Prinzessinnen und Fabelwesen. Ihr Meisterwerk "Die Abenteuer des Prinzen Achmed" feiert 1926 Premiere und gilt heute als erster abendfüllender Animationsfilm der Geschichte – elf Jahre vor Disneys "Schneewittchen". Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Rike Reiniger, Autorin eines biographischen Romans Philipp Hanke, Kurator Filmmuseum Düsseldorf Rike Reiniger: 24 Bilder pro Sekunde - Lotte Reiniger, Pionierin des Trickfilms, Berlin 2026 Rike Reiniger: Berliner Trickfilm-Pionierin Lotte Reiniger: Queere Küsse im Jahr 1929. Berliner Zeitung 12. Mai 2024 Melanie Letschnig: Es war einmal kein Ofen. Über die märchenhaften Silhouettenfilme von Lotte Reiniger. Diplomarbeit, Universität Wien 2006 Weiterführende Links: Film: Die Abenteuer des Prinzen Achmed (Deutschland 1926, Kurz-Animationsfilm) Film: Der Scheintote Chinese (Deutschland 1928, Kurz-Animationsfilm) Lotte Reiniger, Carmen (Deutschland 1933/1934, Kurz-Animationsfilm) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Maren Gottschalk Redaktion: Sefa Inci Suvak
- Soldaten aus den Kolonien: Russland im Ersten Weltkrieg18.06., 06:0018.06.2026, 06:0000:14:33
Die Kolonialmächte des frühen 20. Jahrhunderts schickten auch Menschen aus den Kolonien in den ersten Weltkrieg. Das Zarenreich zwang ab Juni 1916 Muslime in den Dienst. In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember: welche Katastrophe der Erlass des Zaren in Zentralasien auslöst, wie aus einer Rekrutierungsanordnung einer der größten Aufstände des Ersten Weltkriegs entsteht, weshalb der Erste Weltkrieg auch ein kolonialer Krieg ist. Im Sommer 1916 greift das Russische Reich zu einer Maßnahme, die den Kriegsverlauf positiv beeinflussen soll, stattdessen aber eine ganze Region erschüttert: Erstmals werden muslimische Männer aus Zentralasien für den Kriegsdienst des Zarenreichs herangezogen. Die Entscheidung trifft auf eine Bevölkerung, die sich seit Langem von Moskau beherrscht und benachteiligt fühlt. Was als Rekrutierungserlass beginnt, entwickelt sich innerhalb weniger Wochen zu einem Aufstand gegen die russische Herrschaft. Die Gewalt erfasst weite Teile Zentralasiens und fordert auf allen Seiten zahlreiche Opfer. Die Folgen prägen das Verhältnis vieler Menschen in der Region zu Russland bis heute. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Franziska Davies, Osteuropa-Historikerin am Leibniz-Zentrum für Historische Forschung in Potsdam Franziska Davies: Muslims in the Russian Army. New York 2025 Serge A. Zenkovsky: Pan-Turkism and Islam in Russia. Cambridge 1990 Weiterführende Links: Zeitzeichen: Niederlage an der Westfront im 1. Weltkrieg (am 08.08.1918) Zeitzeichen: Transsibirische Eisenbahn - der Wilde Osten auf 9.288 Kilometern Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Heiner Wember Redaktion: Frank Zirpins Technik: Moritz Raestrup