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600 Episoden · neueste 14.10.

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600
  1. Autorin mit Privatmuseum: Das bunte Leben von Gertrude Stein
    27.07., 06:0000:15:50

    Die Schriftstellerin Gertrude Stein (gestorben am 27.7.1946) wird heute immer wieder auf einen Satz reduziert. Dabei hat ihre Geschichte so viel mehr zu bieten. In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Kosfeld: unter welchen Umständen Gertrude Stein in der US-Provinz aufwächst, was ihr berühmter Satz "Rose ist eine Rose, ist eine Rose, ist eine Rose" bedeutet, wie sie Künstler wie Picasso und Hemingway beeinflusst, auf welche Weise sie den Zweiten Weltkrieg überlebt, wie sie ein freies Leben führt und dennoch politisch widersprüchlich bleibt. Gertrude Stein schreibt unermüdlich, sammelt Kunst und wird zur zentralen Figur der Pariser Szene. In ihrer Wohnung treffen sich Maler, Schriftsteller und Musiker. Hier entsteht ein Netzwerk, das die Moderne entscheidend prägt. Ihre Texte brechen mit Konventionen: Wiederholungen, Alltagssprache und ungewohnte Bilder formen einen Stil, der viele fasziniert und ebenso viele überfordert. Während ihre experimentellen Werke lange als schwer zugänglich gelten, wird sie mit einer Autobiografie plötzlich international bekannt und zur literarischen Berühmtheit. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Ulla Haselstein (Professorin für Amerikanistik an der Freien Universität Berlin) Ulla Haselstein: Gertrude Steins literarische Porträts. Göttingen 2019 Alice B. Toklas: Gertrude Stein - Autobiographie. Berlin 2021 Stefana Sabin: Gertrude Stein. Hamburg 1996 Uda Strätling (Hrsg.): Gertrude Stein - Das große Lesebuch. Frankfurt am Main 2017 Weiterführende Links: ARD Hörspiel-Speicher: Vier Heilige als Spanische Landschaft - Nach Gertrude Stein The Metropolitan Museum: Pablo Picassos Bild von Gertrude Stein Hörtipp: Podcast von Bayern 2: Buchgefühl - Lesung und Gespräch Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherin und die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christian Kosfeld Redaktion: Jakob Schiffer und Sefa Inci Suvak

  2. Rembrandt: Vom Star-Maler zum bankrotten Außenseiter
    26.07., 06:0000:14:45

    Rembrandts Karriere in der Amsterdamer Kunstszene ist steil: Er profitiert vom Boom der Stadt, doch sein Eigensinn steht dem Erfolg im Weg. Am 26.7.1656 ist er bankrott. In diesem Zeitzeichen erzählt Anja Reinhardt: wie Rembrandt von Leiden ins florierende Amsterdam zieht, warum sich in seinen Bildern zahlreiche Selbstporträts finden, über den frühen Tod seiner Frau Saskia, womit er das liberale Amsterdamer Bürgertum provoziert. Rembrandt van Rijn ist nicht nur ein begnadeter Maler, er bedient auch perfekt den Geschmack der neuen Eliten im aufstrebenden Amsterdam. Das zahlt sich aus. Allein vom Honorar für seine berühmte "Nachtwache" kann er sich ein stattliches Haus kaufen, das er mit wertvollen Kunstwerken und kuriosen Raritäten füllt. Doch die Zeiten ändern sich, die Kunden wünschen sich gefälligere Bilder. Rembrandts Farbpalette hingegen wird dunkler, die Gesichter verletzlicher, die Bilder sperriger. Was die Kunstwelt heute als späten Rembrandt bewundert, kostet ihn zu Lebzeiten immer mehr Auftraggeber. Am 26. Juli 1656 erklärt er schließlich seine Zahlungsunfähigkeit und verliert infolgedessen seine Sammlungen und sein Haus. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Justus Lange, Leitung, Gemäldegalerie Alte Meister Prof. Dr. Jochen Sander, stellvertretender Direktor des Städel Museums Justus Lange/Timo Trümper: Rembrandt 1632. Entstehung einer Marke. Petersberg 2026 Jochen Sander: Rembrandts Amsterdam. Goldene Zeiten? München 2025 Stephanie S. Dicker/Jochen Sander: Nennt mich Rembrandt. Kreativität und Wettbewerb in Amsterdam um 1630-1655. München 2022 Weiterführende Links: Planet Wissen: Rembrandt Stichtag: 6. April 1990 - Anschlag auf Rembrandts Nachtwache Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de. Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Anja Reinhardt Redaktion: Carolin Rückl

  3. Die Banditenkönigin Indiens: Phoolan Devi
    25.07., 06:0000:14:45

    Sie wurde vergewaltigt, gejagt und eine gefürchtete Rebellin. Nach Jahren im Gefängnis zog sie ins Parlament ein. Am 25. Juli 2001 wurde Phoolan Devi erschossen. In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka: dass Phoolan Devi schon als Mädchen sexualisierte Gewalt erfährt, warum sich vieles in ihrem Leben nicht zuverlässig rekonstruieren lässt, weshalb sie bis heute für viele ein Symbol des Widerstands von Frauen aus unteren Kasten ist. Die Mörder kommen in der Mittagspause. Am 25. Juli 2001 wird Phoolan Devi, Abgeordnete der linken Samajwadi-Partei, vor ihrem Haus in Neu-Delhi erschossen Einer der Täter gibt später an, aus Rache für das Massaker im Dorf Behmai gehandelt zu haben. Dort war Phoolan Devi einst wochenlang festgehalten, gedemütigt und von Männern höherer Kasten vergewaltigt worden. Doch ihr gelingt die Flucht und sie schlägt zurück. Bei ihrem Vergeltungsangriff werden 20 Männer erschossen – bis heute ist umstritten, welche Rolle sie selbst dabei spielte. Das Blutbad begründet ihren Mythos als Banditenkönigin und Rächerin der unteren Kaste. Elf Jahre sitzt sie ohne Gerichtsverfahren im Gefängnis, nach ihrer überraschenden Freilassung wird sie als Symbolfigur der unteren Kasten zweimal ins indische Unterhaus gewählt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Nadja-Christina Schneider, Professorin am Institut für Asien- und Afrikawissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin Phoolan Devi: Ich war die Königin der Banditen - Ein legendäres Leben. Bergisch Gladbach 2002 Mala Sen: Bandit Queen - Die Geschichte der Phoolan Devi. München 1993 Veena Kade-Luthra: Phoolan Devi - Die Legende einer indischen Banditin. Frankfurt/Main 1983 Weiterführende Links: Planet Wissen: Frauen in Indien Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Christiane Kopka Redaktion: Sefa Inci Suvak

  4. Ende der Altsteinzeit: Wie friedlich waren unsere Vorfahren?
    24.07., 06:0000:14:46

    Vor rund 10.000 Jahren endet die Altsteinzeit. Sie prägt bis heute unser Bild vom "wilden Urmenschen". Steckt das "Recht des Stärkeren" wirklich in unseren Genen? In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Pfaff: wie hartnäckig sich das Bild vom brutalen Keulenmenschen hält, warum Charles Darwins Evolutionstheorie oft missverstanden wird, wieso in der Altsteinzeit Zusammenarbeit und Lernen wichtiger sind als körperliche Stärke, weshalb damals Gleichberechtigung und flexible Rollen das Leben bestimmen, wie die Frage nach der wahren Natur des Menschen heute beantwortet werden kann. Das Bild vom gewalttätigen Urmenschen ist tief im kollektiven Gedächtnis verankert. Filme und populäre Darstellungen zeigen Kämpfe um Ressourcen als treibende Kraft der Evolution. Doch die Forschung zeichnet ein anderes Bild: Entscheidend ist über Millionen von Jahren nicht Stärke, sondern Anpassungsfähigkeit, Kooperation und Wissen. Der entscheidende Wendepunkt in der Menschheitsgeschichte findet erst mit dem Ende der Altsteinzeit statt. Vor rund 10.000 Jahren werden die Jäger und Sammler zu Bauern und Viehzüchtern. Damit ändert sich das Zusammenleben grundlegend: Es gibt erste Hinweise auf beginnende Hierarchien, Herrschaft, Privateigentum, auf Überfälle, Krieg, Sklaverei und Patriarchat. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Thorsten Uthmeier (Professor für Ur- und Frühgeschichte, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen) Andreas Pastoors (Professor für Ur- und Frühgeschichte, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen) Thorsten Uthmeier und Doris Mischka (Hg.): Steinzeit in Bayern. Freiburg im Breisgau 2023 David Graeber und David Wengrow: Anfänge – eine neue Geschichte der Menschheit. Stuttgart 2022 Marshall Sahlins: Das Menschenbild des Westens. Ein Missverständnis? Berlin 2017 Marylène Patou-Mathis: Weibliche Unsichtbarkeit – wie alles begann. München 2022 Weiterführende Links: Planet-Wissen: Steinzeit TerraX: Sternstunden der Steinzeit Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Pfaff Redaktion: Matti Hesse Technik: Sarah Fitzek

  5. König Roderich und der Untergang des Westgotenreichs
    23.07., 06:0000:14:41

    Im Juli 711 stirbt der letzte Westgotenkönig Roderich im Kampf gegen ein Heer aus Berbern und Arabern. Es folgen fast 800 Jahre muslimischer Herrschaft auf der iberischen Halbinsel. In diesem Zeitzeichen erzählt Tobias Sauer: warum König Roderich mit seinen Adligen im Streit liegt, welche Schätze die Araber auf der Iberischen Halbinsel suchen, dass Roderichs Witwe sich mit einem Eroberer neu verheiratet, wie sein Tod eine 700-jährige muslimische Herrschaft einläutet. Der Legende nach verbündet sich Julian, Statthalter auf der nordafrikanischen Seite der Straße von Gebraltar, mit den Arabern. Der Grund: Der westgotische König Roderich soll Julians Tochter geschwängert haben. Die Rache endet tödlich: Der König fällt im Juli 711 im Kampf gegen die arabisch-berberischen Truppen. Historiker halten es jedoch für wahrscheinlicher, dass die Araber zu einem Beutezug übers Meer gesetzt haben - ohne Julians Hilfe. Der Tod Roderichts eröffnet ihnen dann unerwartet die Chance, die Herrschaft über die Iberische Halbinsel zu übernehmen. Zumal der Widerstand nicht zu groß ist. Teile der westgotischen Eliten arrangieren sich rasch mit den neuen Machthabern. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Sabine Panzram, Professorin für Alte Geschichte, Universität Hamburg Ibn Abd-el-Hakem: The Islamic Conquest of Spain. Whitefish 2010 Roger Collins: Visigothic Spain, 409 – 711. Malden, Mass. 2004 Roger Collins: The Arab conquest of Spain: 710 – 797. Oxford 1998 Weiterführende Links: Uni Köln: Chronica Muzarabica SWR 2 Wissen: Al-Andalus heute – Spaniens muslimisches Erbe Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Tobias Sauer Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak Technik: Martin Kropp

  6. Goethes dickster Wälzer: Der Tragödie zweiter Teil
    22.07., 06:0000:14:48

    "Faust I" ist Goethes bekanntestes Werk. Aber die Geschichte geht noch 12.000 Verse weiter, in "Faust II". Als Goethe am 22.7.1831 den letzten Vers geschrieben hatte, wollte er das Werk selbst niemals gedruckt sehen. In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler: über die Ursprungsgeschichte des Dr. Faust, welche Rolle Friedrich Schiller bei der Entstehung der Bücher spielt, warum "Faust II" eine Teamarbeit ist, wo sich Künstliche Intelligenz im "Faust II" entdecken lässt. "Das Hauptgeschäft zu Stande gebracht", notiert der schon greise Goethe am 22. Juli 1831 in sein Tagebuch. Mehr als zwei Jahrzehnte nach "Faust I" vollendet er der Tragödie zweiten Teil. Veröffentlichen will Goethe die Fortsetzung des suchenden Fausts und des teuflischen Mephistos nicht: "Da kommen sie und fragen, welche Idee ich in meinem Faust zu verkörpern gesucht. Als ob ich das selber wüsste und aussprechen könnte." Erst nach seinem Tod erscheint "Faust II" und bis heute wird darüber gestritten, ob am Ende Faust oder Mephisto die Wette gewinnt . Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Anne Bohnenkamp-Renken (Literaturwissenschaftlerin und Direktorin des freien deutschen Hochstifts, zu dem auch das Goethe-Haus in Frankfurt gehört) Historisch-kritische Edition von Goethes Faust. DFG-Projekt unter der Leitung von Anne Bohnenkamp-Renken (Freies Deutsches Hochstift), Silke Henke (Goethe- und Schiller-Archiv) und Fotis Jannidis (Julius-Maximilians-Universität Würzburg). Hybride Publikation Karl Otto Conrady: Goethe. Leben und Werk. Düsseldorf/Zürich 1999. Weiterführende Links: ARD Sounds: Faust Forward – Der Teufel steckt im Detail ZeitZeichen - 18. Juni 1788: Goethe kehrt von seiner Italienreise zurück Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Marko Rösseler Redaktion: Frank Zirpins Technik: Sascha Schiemann

  7. Entdeckt die geheime Schrift im Licht: Joseph Fraunhofer
    21.07., 06:0000:14:40

    Am 21.7.1801 stürzt in München eine Werkstatt ein - unter den Trümmern begraben: der Lehrling Joseph Fraunhofer. Er überlebt und wird später zum Pionier der Optik. In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember: wie Napoleon das Leben von Joseph Fraunhofer beeinflusst, dass sein Perfektionismus ihn in die Forschung drängt, was sich hinter den Fraunhofer-Linien verbirgt, wie er zum Ritter von Fraunhofer aufsteigt, über den frühen Tod des Unternehmers und Wissenschaftlers. Als Vollwaise landet Joseph Fraunhofer als Handlanger eines Spiegelmachers in München. Da hockt er in einer fensterlosen Kammer und schuftet für seinen mickrigen Lebensunterhalt. Bis das marode Haus über ihm zusammenbricht - und er wie durch ein Wunder gerettet wird. Sein Schicksal rührt die Münchner, davon will Kurfürst Max profitieren und gibt Joseph eine großzügige Geldsumme. Es ist der Grundstock für seine erste Glasschneidemaschine. Bald produziert er hochwertiges Glas für Brillen, Operngläser, Mikroskope und Fernrohre. Zur Verbesserung seiner optischen Geräte experimentiert Fraunhofer - und wird zum angesehenen Wissenschaftler der Optik. Heute ist er Namenspatron der Fraunhofer-Gesellschaft, die mit 75 Instituten angewandte Forschung betreibt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Andreas Martin Bräu, Biograf Andreas Martin Bräu: Die Gesetze des Lichts. Das erstaunliche leben des Joseph von Fraunhofer. München 2026 Weiterführende Links: Fraunhofer Gesellschaft: Joseph von Fraunhofer Deutsches Museum: Joseph Fraunhofer: Sein letztes Geheimnis Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Heiner Wember Redaktion: Christoph Tiegel und David Rother Technik: Moritz Raestrup

  8. Mungo Park und das Rätsel des Niger
    20.07., 06:0000:14:36

    20. Juli 1796: Mungo Park erreicht den Niger. Der schottische Forscher sucht den Verlauf des legendären Flusses - und riskiert dafür sein Leben. In diesem Zeitzeichen erzählt Melahat Simsek: welchen Einfluss Mungo Parks Entdeckung auf die Entwicklung der Handelsnetzwerke in Westafrika hat, warum Mungo Park von den westafrikanischen Stammesführern misstrauisch beäugt wird, was der amerikanische Schriftsteller T.C. Boyle durch Mungo Parks Erlebnisse über Westafrika lernt, warum Parks Erfolg in Frankreich für Unruhe sorgt. Der junge schottische Arzt Mungo Park setzt alles daran, die Rätsel um den Niger zu lösen. 1794 kann er die kurz zuvor in London gegründete "African Association" für eine Expedition gewinnen. Viel Geld, Ausrüstung und eine Mannschaft bekommt er allerdings nicht. Am 7. März 1796 gerät Mungo Park im heutigen Mali in Gefangenschaft. Man hält ihn für einen Spion, der Handelsrouten auskundschaftet. Fast verdurstet und dem Hungertod nahe kann er nach vier Monaten fliehen. Völlig allein erreicht er sein Ziel. Am 20. Juli 1796 steht Mungo Park als erster Europäer am Ufer des Niger. Wegen der beginnenden Regenzeit muss der Entdecker jedoch den Rückweg antreten. Mehr tot als lebendig erreicht er neun Monate später seinen Ausgangspunkt Pisania. An Heiligabend 1797 ist Mungo Park wieder zurück an der Themse. Im Januar 1805 beauftragt ihn die Regierung mit einer zweiten Expedition, um Quelle und Mündung des Niger zu finden. Mit einer staatlichen Ausrüstung, genug Geld und 70 Soldaten bricht Mungo Park zu seiner zweiten Afrikareise auf, die am Ende selbst zum Rätsel wird. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Dr. Andreas Eckert, Historiker und Afrikawissenschaftler, Berlin Dr. T.C. Boyle, amerik. Schriftsteller und Autor Mungo Park: Reisen ins Innerste Afrika. Dem Geheimnis des Niger auf der Spur, Wiesbaden 2021 T.C. Boyle: Wassermusik, München 2014 Andreas Eckert: Kolonialismus, Frankfurt am Main 2006 Weiterführende Links: Planet Wissen: Übersichtsseite Afrika Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Melahat Simsek Redaktion: Matti Hesse Technik: Christoph Schneider

  9. Nilpferd in Senfsauce: Was in den Kolonien auf den Teller kam
    19.07., 06:0000:14:50

    Das "Kolonialkochbuch" von 1906 soll deutschen Frauen das Leben in den Kolonien erleichtern. Neben Rezepten liefert es Einblicke in den Rassismus fernab des Kaiserreichs. In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk: warum deutsche Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die Kolonien ziehen, worum sich der Frauenbund der deutschen Kolonialgesellschaft kümmert, wodurch in den Speiseplänen der Kolonisten Kohlrabi, Äpfel und Spinat ersetzt werden, welche ungewöhnlichen Zutaten in Fleischrezepten zum Einsatz kommen. Olga Rosenberg, die Autorin des ersten deutschen Kolonial-Kochbuchs, arbeitet als geprüfte Kochlehrerin in Berlin und ist wahrscheinlich nie selbst in die Kolonien gereist. Auftraggeber ihres Kochbuchs ist das Kolonialwirtschaftliche Komitee, das die wirtschaftlichen Interessen von Unternehmern, Siedlern und Wissenschaftlern bündelt, und den Alltag von Kolonisten erleichtern will. Das Fleisch des Flusspferdes gilt laut Kochbuch als etwas grob, aber immerhin noch ganz gut genießbar, namentlich das Rückenfleisch. Die Wangen und der Schwanz gelten als hervorragend schmackhaft, auch die Füße werden gern gegessen. Vom Elefanten gelten die Füße und das Herz als schmackhafte, beliebte Gerichte. Nur ein Rezept stößt bei den Leserinnen und Lesern des Kolonial-Kochbuchs auf Protest: Der Affenrücken wird in einer zeitgenössischen Rezension des Kochbuchs kritisiert, weil man sagt, das muss nicht sein. Vermutlich, weil der Affe und Mensch zu nah verwandt sind. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Regina Frisch, Expertin für historische Kochbücher, Würzburg Olga Rosenberg: Kolonial-Kochbuch, Berlin 1906 Antonie Brandeis: Kochbuch für die Tropen, Berlin 1907 Regina Frisch: Schwarzsauer von einer Ente auf javanische Art. In: Kolonialismus - Imperialismus - Dekolonisation. Beiträge zur Globalgeschichte Nr. 6, herausgegeben von Markus A. Denzel und Mark Häberlein Marianne Bechhaus-Gerst, Mechthild Leutner: Frauen in den deutschen Kolonien, Berlin 2009 Livia Loosen: Deutsche Frauen in den Südsee-Kolonien des Kaiserreichs, Bielefeld 2014 Weiterführende Links: Planet Wissen: Kolonialismus - Europas Kolonien Planet Wissen: Deutsche Geschichte - Deutsche Kolonien Zeitzeichen: 12.06.1931 - Der Kölner Zoo stellt "Neukaledonier" als "Kannibalen" aus Planet Wissen: Wohnen - Die Geschichte der Küche Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Maren Gottschalk Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak

  10. Dies Alliensis - der verfluchte 18. Juli im alten Rom
    18.07., 06:0000:14:47

    Ein schwarzer Tag: der 18. Juli 390 v. Chr. Das Heer wird von den Kelten geschlagen, die Stadt belagert und gedemütigt. Rund um den Tag ranken sich wilde Mythen. In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach: wie der griechische Historiker Plutarch den Überfall der Kelten auf Rom erklärt, wo der Unterschied zwischen Kelten und Galliern liegt, wie die Furcht vor den Kelten noch Jahrhunderte nach dem Überfall politisch genutzt wird, wie der Historiker Titus Livius die römische Geschichte in Zyklen von rund 400 Jahren einteilt. Schon Wochen vor dem 18. Juli 390 v. Chr. verbreitet sich im alten Rom die Nachricht, dass die Kelten aus dem Norden über die Alpen gezogen und mit Riesengeschrei in Italien eingefallen seien. Jeder Römer weiß auch nach Jahrhunderten noch, was sich an jenem heißen Sommertag des 18. Juli 390 vor Chr. etwa 15 Kilometer nördlich von Rom ereignet. Da, wo das kleine Flüsschen Allia in den Tiber mündet. Die Römer sehen sich umringt von Feinden. Schrecken und Panik verbreiten sich. Zu richtigen Kämpfen kommt es gar nicht. Die Römer fliehen Richtung Tiber, wo viele in den Strudeln ertrinken. Andere retten sich ins benachbarte Veji, wieder andere flüchten zurück nach Rom, zu ihren Frauen und Kindern. Die Kelten fallen in Rom ein. Sie verwüsten die Stadt, morden, rauben und setzen vieles in Brand. Die Römer flüchten mit Waffen, Getreide und Gold hoch auf die Burg und das Kapitol. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Simon Lentzsch (Althistoriker, Universität Greifswald) Uwe Walter (Althistoriker, Universität Bielefeld) Simon Lentzsch: Roma Victa. Von Roms Umgang mit Niederlagen. Berlin 2019 Titus Livius: Ab Urbe Condita. Buch IV-VI., Römische Geschichte. Düsseldorf/Zürich 1991 Uwe Walter: Memoria und res publica. Zur Geschichtskultur im republikanischen Rom. Frankfurt 2004 Weiterführende Links: Zeitzeichen: 21.04.753 v. Chr. - Romulus gründet Rom Zeitzeichen 02.10.235 v. Chr.: Pax Romana - 200 Jahre Frieden im Römischen Reich Zeitzeichen: 02.08.216 v. Chr.: Schlacht von Cannae zwischen Karthagern und Römern Zeitzeichen: 60 n.Chr. - Der Boudicca-Aufstand der Kelten gegen Rom Boudicca. Die Keltenkriegerin - Infos und Hintergründe Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Marfa Heimbach Redaktion: Emily Jeuckens und Sefa Inci Suvak Technik: Sarah Fitzek

  11. Spaniens zerbrochener Traum von der freien Republik
    17.07., 06:0000:14:50

    Kämpfer aus aller Welt unterstützen die Spanische Republik nach dem Staatsstreich vom 17.7.1936. Doch die Waffenhilfe von Europas Faschisten für Franco ist zu groß. In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Pfaff: von einer enormen Welle der Solidarität mit der Spanischen Republik, dass das Land schon vor dem Krieg politisch, wirtschaftlich und sozial zerrissen ist, wie Spanien zum idealen Testfeld für den geplanten Luftangriffskrieg der Nazis in Europa wird, wie der Krieg in Kunst und Literatur bis heute weiterlebt. In Spanien herrscht Anfang der 1930er-Jahre eine explosive Stimmung. Verschiedene Gruppen stehen sich gegenüber, Linke und Republikaner sowie Konservative und Militärs. Am 17. Juli 1936 kommt es schließlich zum großen Knall. Unter General Francisco Franco putscht das Militär gegen die republikanische Regierung. Es ist der Beginn eines Bürgerkriegs, bei dem auch Deutschland unter Hitler und Italien unter Mussolini mitmischen. Sie kämpfen auf Seiten der Putschisten und schicken Soldaten- und Fliegerverbände. Der Krieg in Spanien dauert fast drei Jahre, hinterlässt hunderttausende Opfer und eine Diktatur unter Franco. Diese endet 1975, die innere Aussöhnung Spaniens aber lässt da noch lange auf sich warten. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Paul Ingendaay, 18 Jahre Kulturkorrespondent der FAZ in Spanien Paul Ingendaay: Entscheidung in Spanien. München 2026 George Orwell: Mein Katalonien (1938) Alfred Kantorowicz: Spanisches Kriegstagebuch (1948) Hans-Magnus Enzensberger: Der kurze Sommer der Anarchie. Berlin 1972 Weiterführende Links: Stichtag: 20. November 1975 - Francisco Franco stirbt in Madrid Stichtag: 26. April 1937 - Die "Legion Condor" zerstört Guernica Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Pfaff Redaktion: Frank Zirpins

  12. Der Fänger im Roggen: Wie der Krieg Salingers Welterfolg prägte
    16.07., 06:0000:14:43

    Am 16.7.1951 erscheint "Der Fänger im Roggen". Ein Welterfolg, der Generationen prägt. J.D. Salinger schrieb Teile im Krieg - ein Trauma, das den Roman verändert. In diesem Zeitzeichen erzählen Markus Harmann und Joachim Heinz: wie Salingers Kriegserlebnisse den Roman prägen, von seiner Begegnung mit Ernest Hemingway, warum das Buch fast nicht erschienen wäre, wer genau dieser "Fänger im Roggen" eigentlich ist. "Der Fänger im Roggen" ist ein Roman, der Generationen prägt. Erschienen am 16. Juli 1951, wird das Buch bis heute mehr als 65 Millionen Mal verkauft. Und das, obwohl es aufgrund seiner derben Wortwahl zensiert, entstellt und gekürzt wird, wie kaum ein zweiter amerikanischer Roman des 20. Jahrhunderts. Der englische Originaltext enthält 44 Mal das Wort "fuck" und 255 Mal das Wort "goddam". Das Buch handelt von einem 16-jährigen Ausreißer, der durch New York irrt und gegen die Welt der Erwachsenen rebelliert. Der Autor ist J.D. Salinger. Teile des Romans schreibt er im Zweiten Weltkrieg, manchmal direkt an der Front. Nach dem Erfolg dieses ersten und einzigen Romans verschwindet Salinger von der Bildfläche. Sein Werk aber wirkt bis heute nach. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Kenneth Slawenski, Salinger-Biograf Alfred Hornung, Professor für Amerikanistik am Obama Institute for Transnational American Studies an der Uni Mainz Kenneth Slawenski: Das verborgene Leben des J.D. Salinger. Berlin 2012 David Shields/Shane Salerno: Salinger - Ein Leben. München 2013 Jerome D. Salinger: Der Fänger im Roggen. Boston 1951 Jerome D. Salinger: The Magic Foxhole, 1944/45 (Kurzgeschichte) Weiterführende Links: Stichtag: 16. November 1944: Schwerste Schlacht im Hürtgenwald beginnt Stichtag: 6. Juni 1944 - Alliierte landen in der Normandie Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autoren: Markus Harmann und Joachim Heinz Redaktion: Matti Hesse Technik: Thomas Bleul

  13. Fotografie als Widerstand: Lee Millers Blick in die Dunkelheit
    15.07., 06:0000:14:46

    Lee Miller erlebt den Zweiten Weltkrieg als Fotografin. Am 15.7.1941 druckt die US-Vogue ihr Bild "Fire Masks". Ihr Weg führt sie immer tiefer in die Schrecken des Krieges. In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Geuer: wie Lee Miller im Frühjahr 1941 das Foto "Fire Masks" in London aufnimmt, warum die darauf gezeigten zwei Frauen dem Leitspruch "Beauty and Duty" entsprechen, was Lee Miller an die Front zieht, wieso sie sich in Hitlers Badewanne fotografieren lässt. Der Legende nach wird Lee Miller auf den Straßen von New York als Model entdeckt. Das Lächeln vor der Kamera genügt ihr bald nicht mehr. Sie sucht sich den seinerzeit berühmtesten Fotografen Man Ray als Lehrer und trifft durch ihn die Pariser Avantgarde und Surrealisten. Deren Bildsprache überträgt sie in die Fotografie. Mit Willensstärke schafft es Lee Miller, sich als US-Kriegsreporterin zu akkreditieren. Sie dokumentiert die Landung in der Normandie und Befreiung von Konzentrationslagern. Berühmt wird das Foto von ihr in Hitlers Badewanne: mit den noch von Dachau verschmutzten Stiefeln, aufgenommen von David Scherman. Ein inszenierter, stiller Triumph über das Regime. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Evelyn Urban, Institut für Kunst- und Musikwissenschaften, Uni Graz Prof. Dr. Robert Bering, Professor für Rehabilitationswissenschaften an der Uni Köln Lee Miller: Krieg – Mit den Alliierten in Europa, herausgegeben von Antony Penrose. München 2015. Evelyn Urban: Eine Amerikanerin fotografiert das Kriegsende und nimmt ein Bad in Hitlers Wanne: Lee Millers Kriegsfotografien 1945, Masterarbeit. 2023. Antony Penrose: Immer lieber woanders hin – das Leben der Lee Miller. Berlin 2023. Weiterführende Links: Stichtag: 6. Juni 1944 - Die Alliierten landen in der Normandie Zeitzeichen: 01.08.1910: Geburtstag der Fotografin Gerda Taro Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Irene Geuer Redaktion: Frank Zirpins

  14. Killer mit Babyface und Western-Mythos: Billy the Kid
    14.07., 06:0000:14:51

    In der Nacht zum 14.7.1881 wird in einem Schlafzimmer in New Mexico Billy the Kid erschossen. Er wird nur 21 Jahre alt. Seine Revolverhelden-Legende lebt bis heute. In diesem Zeitzeichen erzählt Burkhard Hupe: warum aus Henry McCarty der gefürchtete Revolverheld „Billy the Kid“ wird, ob Billy mit zwölf Jahren wirklich schon seinen ersten Mord begeht, dass die klassischen Showdowns auf der Hauptstraße wohl Hollywood-Erfindungen sind, wie Zeitungen, Groschenromane und Songs seinen Mythos größer machen als sein echtes Leben. Wie viele Menschen Billy the Kid tatsächlich umgebracht hat, ist unklar. Verlässliche Quellen sind rar: Zeitungen drucken im 19. Jahrhundert Sensationen, ohne Fakten genau zu prüfen, und selbst Gerichtsakten sind von Machtinteressen geprägt. Fest steht: Der früh verwaiste Billy verdient seinen Lebensunterhalt bald auch mit Diebstählen und Gewalt. Im „Lincoln County War“ wird er zum Regulator in einem blutigen Konflikt um Land, Vieh, Monopole und politische Macht im Süden der USA. Nach Kriegsende bleibt er der einzige steckbrieflich gesuchte Revolverheld – und auf seinen Kopf werden 5.000 Dollar ausgesetzt, tot oder lebendig. Sein früherer Weggefährte Pat Garrett entscheidet sich für „tot“: In der Nacht vom 13. auf den 14.7.1881 erschießt er Billy in einem Haus bei Fort Sumner. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Michael Hochgeschwender, Universität München Pat F. Garrett: Das wahre Leben von Billy the Kid, SharpInk 2025 Bill O’Neil: Billy the Kid und seine Brüder. Frankfurt 1979 Geo Epoche: Der Wilde Westen, Nr. 68, 09/2014 Weiterführende Links: Zeitzeichen: 1.8.1903 - Todestag der Western-Legende Calamity Jane Zeitzeichen: 18.6.1880 - Schweizer Kaufmann und Auswanderer John Sutter stirbt Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Burkhard Hupe Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse

  15. Als Gerresheims Glasmacher zum Arbeitskampf bliesen
    13.07., 06:0000:15:31

    Vor allem aus Solidarität mit andernorts streikenden Kollegen legen am 13. Juli 1901 auch viele Glasmacher der Gerresheimer Hütte für Wochen ihre Arbeit nieder. Und verlieren am Ende alles. In diesem Zeitzeichen erzählt Marcela Drumm: über den rebellischen Geist der Arbeiter im Düsseldorfer Stadtteil Gerresheim, warum die Werkswohnungen der Hütte alle ein Zimmer ohne Fenster haben, dass die Arbeiter eine eigene Sprache, das "Hötter Platt", entwickelt haben, wie es mit der Gerresheimer Glashütte nach dem Streik weitergeht. Im Juni 1901 ruft der Verband der Glasarbeiter zum landesweiten Generalstreik auf. Die Arbeiter der Gerresheimer Glashütte stehen vor einer schwierigen Entscheidung: Sollen sie aus Solidarität mitstreiken, obwohl es ihnen dank zahlreicher Sozialeinrichtungen vergleichsweise gut geht? Dennoch legt auch in Düsseldorf rund die Hälfte der Flaschenmacher die Arbeit nieder. Der Gerresheimer Fabrikherr Heinrich Heye reagiert rigoros. Streikende müssen samt Familien die Werkswohnungen räumen. Und während wochenlange Konflikt viele Arbeiter ins Elend stürzt, wird am vollautomatischen Flaschenautomat getüftelt, der ihre Arbeit bald überflüssig machen wird. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dorothee Krings, Journalistin und Autorin "Tage aus Glas" Harald Peters, ehemaliger Arbeiter der Gerresheimer Glashütte Peter Schulenberg, Förderkreis Industriepfad Gerresheim Weiterführende Links: Stichtag: 18. Januar 1920 - Betriebsrätegesetz wird verabschiedet Stichtag: 1. Mai 1919 - Der 1. Mai wird Feiertag in Deutschland Rheinische Industriekultur: Glashütte Gerresheim Mediathek-Tipp: Deutsch. Jüdisch. Sicher? – Maccabiah. Sportfest im Krieg Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Marcela Drumm Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak Technik: Christiane Blanke

  16. D.T. Suzuki: Der Mann, der Zen in den Westen brachte
    12.07., 06:0000:14:21

    Was wir mit "Zen" verbinden, ist auch das Werk eines Mannes: D.T. Suzuki (gestorben am 12. Juli 1966) exportierte den Zen-Buddhismus in den Westen - mit Folgen bis heute. In diesem Zeitzeichen erzählt Sabina Zollner: was US-Schriftsteller Jack Kerouac mit der D. T. Suzuki und der Verbreitung des Zen zu tun hat, warum die Ideen von D. T. Suzuki Intellektuelle, Beat-Autoren und Hippies faszinieren, weshalb Suzukis Verständnis von Erleuchtung oft missverstanden wird, wie aus klösterlicher Praxis ein globaler Achtsamkeitstrend entsteht. Daisetz Teitaro Suzuki wächst im Japan des 19. Jahrhunderts auf und findet erst über Umwege zum Zen. Später wird er zu einem der wichtigsten Vermittler zwischen östlicher Spiritualität und westlicher Philosophie. Seine Version von Zen spricht ein Publikum an, das sich nach individueller Erfahrung sehnt. Mit seinen Vorträgen und Schriften begeistert er ein Publikum, das nach Sinn jenseits traditioneller Religion sucht. Damit prägt er die moderne Vorstellung von Spiritualität bis heute. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professorin Inken Prohl (Religionswissenschaftlerin und Japanologin, Universität Heidelberg) Robert Goldmann (Zen-Lehrer, Buddhistische Gesellschaft Berlin) Inken Prohl: Zen für Dummies. Weinheim 2010 Winthrop Sargeant: The Great Simplicity. New York 1957 Eric Cunningham: D. T. Suzuki - A Biographical Summary. Ann Arbor 2015 Weiterführende Links: Das Philosophische Radio: Inwieweit prägt das Denken des Buddhismus die abendländische Kultur? Planet Wissen: Buddhismus SWR: Krank durch Meditation? Die unbekannten Gefahren der Achtsamkeit Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherin und der Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Sabina Zollner Redaktion: Matti Hesse

  17. Vielseitige Pferde: Der lange Ritt der Trakehner
    11.07., 06:0000:15:17

    Friedrich Wilhelm I. will mit der Gründung des Gestüts Trakehnen (am 11.7.1731) für Kavallerie-Nachschub sorgen - und legt in Ostpreußen den Grundstein für erfolgreiche Sportpferde. In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen: warum Preußens König aus wirtschaftlichem Kalkül ein bedeutendes Gestüt gründet, wie Trakehnen zum Zentrum der größten Warmblutzucht Europas wird, warum erst Jahrzehnte später eine gezielte Zucht mit arabischen und englischen Pferden beginnt, wie Gestütsleiter und Züchter im Zweiten Weltkrieg verzweifelt versuchen, Pferde zu retten, welche dramatische Flucht die Tiere am Ende überstehen müssen. Mitten in Ostpreußen entsteht im 18. Jahrhundert im Dorf Trakehnen ein Zentrum preußischer Pferdezucht. Was als pragmatische Entscheidung beginnt, entwickelt sich unter visionären Züchtern zu einer der erfolgreichsten Warmblutlinien Europas: die Trakehner. Die Tiere sind robust, leistungsfähig und elegant – begehrt beim Militär und in der Landwirtschaft. Doch das "Pferdeland" gerät im Zweiten Weltkrieg ins Chaos. Als die Rote Armee vorrückt, beginnt für Menschen und Tiere eine verzweifelte Flucht. Trecks kämpfen sich über vereiste Landschaften und durch Beschuss, viele Tiere überleben nicht. Dennoch gelingt es einigen Züchtern, die Tradition zu retten und die Trakehner-Zucht nach 1945 neu aufzubauen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Erhard Schulte (Trakehner Verband) Erhard Schulte: Ostpreußens Trakehner Zuchtstätten in ihren Blütejahren. Gelting 2019 Patricia Clough: In langer Reihe über das Haff - Die Flucht der Trakehner aus Ostpreußen. München 2006 Weiterführende Links: Planet Wissen: Haustiere - Pferde Planet Wissen: Deutsche Geschichte - Preußen Planet Wissen: Geschichte Preußens - Ostpreußen Unser Social-Media-Tipp: "Diemitdenpferden" heißt ein Social-Media-Kanal der ARD Sportschau. Zu finden ist der auf Instagram und TikTok und bietet spannende Einblicke in das tägliche Training berühmter Reiter und berühmter Pferde. Die Sportschau-Kollegen sind auf den großen Turnieren wie dem CHIO oder Luhmühlen unterwegs und erklären alles rund um den Reitsport und den Alltag im Stall Und um Trakehner geht’s auch. "Diemitdenpferden"- anklicken lohnt sich. 1.ard.de/die-mit-den-pferden Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherin und der Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Klasen Redaktion: Frank Zirpins

  18. Mythos Trümmerfrauen: Wer den Wiederaufbau wirklich stemmte
    10.07., 06:0000:14:32

    Nach Kriegsende liegt Deutschland in Trümmern. Die Alliierten bestimmen am 10.7.1946 per Gesetz den Einsatz von Trümmerfrauen. Doch den Großteil des Schutts räumen andere weg. In diesem Zeitzeichen erzählt Franziska Rempe: dass schon vor Kriegsende in Deutschland Trümmer geräumt werden, wie die Nationalsozialisten feststellen müssen, dass es zu wenige Menschen für die Beseitigung der Trümmermassen gibt, wie in München Trümmerräumeinsätze zu Volksfesten werden, was die Forschung heute zum Bild der "Trümmerfrauen" sagt. Im Mai 1945 liegt ein Großteil des ehemaligen Deutschen Reichs in Trümmern. Rund 400 Millionen Kubikmeter Trümmerschutt hinterlässt der Krieg auf deutschem Boden. Bis heute kennt man die Bilder derjenigen, die sie beseitigt haben sollen: Patente Frauen, die nicht nur zuhause, sondern im ganzen Land aufräumen. Die ersten, die nach dem 8. Mai 1945 in deutschen Städten Trümmer räumen, sind jedoch zum einen deutsche Kriegsgefangene und zum anderen ehemalige NSDAP-Mitglieder, die in den Städten von den neuen deutschen Stadtverwaltungen rekrutiert werden und Trümmer räumen müssen. Da viele Männer im Krieg getötet werden oder noch in Kriegsgefangenschaft sind, machen sich aber auch Frauen daran, die Trümmer des Krieges wegzuräumen. Ein Teil der Frauen übernimmt diese Aufgabe freiwillig, andere werden durch ein Gesetz des Alliierten Kontrollrates verpflichtet. Er erlässt am 10. Juli 1946 in Berlin eine "Anordnung über den Einsatz von Frauen auf Bauten". Ihre offizielle Bezeichnung lautet "Hilfsarbeiterinnen im Baugewerbe". Das Bild der selbstlosen, fleißigen "Trümmerfrau" passt vor allem in Ostdeutschland gut ins Bild - und entwickelt sich zu einem Mythos. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Leonie Treber, Historikerin Leonie Treber: Mythos Trümmerfrauen. Von der Trümmerbeseitigung in der Kriegs- und Nachkriegszeit und der Entstehung eines deutschen Erinnerungsortes, Essen 2014. Harald Hähner: Wolfzeit. Deutschland und die Deutschen 1945–1955, Berlin 2019. Weiterführende Links: Planet Wissen: Nachkriegszeit - Wiederaufbau Planet Wissen: Nachkriegszeit - "Falscher Honig" und andere Nachkriegsrezepte App-Tipp: In der WDR-App "Zeitzeugen 1945" spricht die Berliner Trümmerfrau Helga darüber, wie sie nach 1945 zum Räumen im Tiergarten gezwungen wurde. Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Franziska Rempe Redaktion: Carolin Rückl, Sefa Inci Suvak Technik: Jens Buchheister

  19. Die vielen Väter des Aluminiums - C. Halls Jahrhunderterfindung
    09.07., 06:0000:14:50

    Am 9.7.1886 sichert sich Charles M. Hall ein US-Patent zur Aluminiumgewinnung, während Paul Héroult in Europa zeitgleich dasselbe schafft - ein Millimeter-Finish. In diesem Zeitzeichen erzählt Kay Bandermann: warum Aluminium einige Zeit bis zum Durchbruch braucht, wie kurz nacheinander gleich zwei Patente auf die Aluminium-Gewinnung eingereicht werden, welche Rolle eine Nachricht zwischen Geschwistern im Streit um die Patente spielt, welche Vision Forscher heutzutage von der Aluminium-Produktion haben. Mit etwa sieben bis acht Prozent ist Aluminium nach Sauerstoff und Silizium der dritthäufigste Stoff in der Erdkruste. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts suchen Naturwissenschaftler nach Wegen, um das Metall abzuscheiden oder aus dem Gestein herauszulösen. 1886 gelingt dem College-Studenten Charles Martin Hall in der Kleinstadt Oberlin in Ohio ein entscheidender Durchbruch. Im Holzschuppen hinter dem Elternhaus richtet er ein provisorisches Labor ein. Mit selbstgebauten Batterien zur Stromerzeugung, einer eisernen Bratpfanne und dem Mineral Kryolith gelingt es ihm, das in einer Flüssigkeit gelöste Aluminiumoxid aufzuspalten. Mit einer Handvoll Aluminiumstücken geht Hall zu potenziellen Geldgebern, denn er ahnt, dass sich mit dieser Entdeckung viel Geld verdienen lässt. Sie gründen die "Pittsburgh Reduction Company", wo Hall sein Verfahren weiter verbessert. Jetzt kann Roh-Aluminium in großen Mengen gewonnen werden. Und die Herstellungs-Kosten liegen unter zwei Dollar pro Kilo. Am 9. Juli 1886 reicht Hall das Patent mit der Nummer 400.664 bei den US-Behörden ein. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Jörg Schäfer, Verband Aluminium Deutschland, Düsseldorf Dr. Roman Düssel, Werksleiter TRIMET, Essen Weiterführende Links: Planet Wissen: Werkstoffe - Metallrohstoffe Planet Wissen: Industrielle Revolution und Umweltverschmutzung Zeitzeichen: 24.03.1905: Der Science-Fiction-Pionier Jules Verne stirbt in Amiens Zeitzeichen: 20.04.1808 - Geburtstag von Kaiser Napoleon III. Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Kay Bandermann Redaktion: Emily Jeuckens und David Rother

  20. Mitgefühl mit Sterbenden: Elisabeth Kübler-Ross
    08.07., 06:0000:14:47

    Als Ärztin hört Elisabeth Kübler-Ross Sterbenden zu. Und sie gibt Menschen am Lebensende eine Stimme. Am 8. Juli 1926 wird sie geboren. In diesem Zeitzeichen erzählt Jana Magdanz: wie Elisabeth Kübler-Ross aus ihrem Leben als Drillingsschwester eine prägende Erkenntnis für ihren Lebensweg zieht, wie eine Schwangerschaft ihren beruflichen Werdegang lenkt, dass sich die fortschreitende Industrialisierung nicht zur auf das Zusammenleben, sondern auch das Sterben auswirkt, von den fünf Phasen des Sterbens. In den 1960er-Jahren beobachtet die junge schweizer Ärztin Elisabeth Kübler-Ross in Kliniken, dass Sterbende ihre letzten Atemzüge häufig allein tun, oft in fensterlosen, gekachelten Räumen. Unmenschlich - findet sie. Ihre Idee vom würdevollen Lebensende vertritt sie auch gegenüber ablehnenden Kollegen. Elisabeth Kübler-Ross trifft damals bei Sterbenden und deren Angehörigen auf offene Ohren. Und zugleich auf Unverständnis und Ressentiments bei der Ärzteschaft. Als ihr Vertrag in der Uniklinik Chicago nicht verlängert wird, widmet sie sich ausschließlich ihrer Vortragsarbeit und schreibt gegen das Tabu rund um den Tod an. Ihre Bücher verkaufen sich millionenfach. Sie selbst erkrankt am Ende ihres Lebens schwer, erleidet mehrere Schlaganfälle und wünscht sich sehnlichst den Tod herbei - wie so viele Menschen vor ihr, die sie auf diesem Weg selbst begleitet hatte. Sie stirbt am 24. August 2004 im Alter von 78 Jahren. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Kenneth Ross, Sohn von Elisabeth Kübler-Ross Dr. Raymond Voltz, Direktor der Palliativstation der Uniklinik Köln Weiterführende Links: Planet Wissen: Tod und Trauer - Sterben Planet Wissen: Tod und Trauer - Selbsttötung WDR5 Erlebte Geschichten: Die Palliativ-Medizinerin Ingeborg Jonen-Thielemann Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Jana Magdanz Redakteurin: Sefa Inci Suvak

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