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600 Episoden · neueste 13.10.

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Episoden

600
  1. "Peace People": Zwei Mütter ebnen Nordirlands Weg zum Frieden
    14.08., 06:0000:14:28

    Als im Nordirlandkonflikt bei einem tragischen Unfall Kinder sterben, protestieren am 14.8.1976 Katholiken und Protestanten gemeinsam. Das stoppt die Gewalt - zumindest vorerst. In diesem Zeitzeichen erzählt Veronika Bock: wie der Tod von drei Kindern zwei Frauen dazu bringt, eine Friedensbewegung zu gründen, wie die "Peace People" Katholiken und Protestanten gemeinsam auf die Straße bringen, wie ihr Protest den Nordirlandkonflikt zwar verändert, ihn aber nicht beendet. Am 10. August 1976 erschüttert ein tragischer Unfall Belfast: Ein flüchtendes IRA-Mitglied wird von britischen Soldaten erschossen, sein führerloses Auto rast in eine Familie. Drei Kinder sterben, ihre Mutter wird schwer verletzt. Das Unglück wird zum Wendepunkt. Die Augenzeugin Betty Williams und Mairead Corrigan, die Tante der Kinder, rufen wenige Tage später zu einer Friedensdemonstration auf: Tausende katholische und protestantische Frauen folgen ihrem Appell. In den Wochen und Monaten danach schließen sich Hunderttausende Menschen den Friedensmärschen der "Peace People" an und setzen ein kraftvolles Zeichen gegen die Gewalt der "Troubles". Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Corinna Hauswedell (Friedens- und Konfliktforscherin) Professor Michael Rohrschneider (Professor für Geschichte der frühen Neuzeit, Leiter des Zentrums für historische Friedensforschung, Bonn) Bundeszentrale für politische Bildung: Konflikte und Kriege - Nordirland Auswärtiges Amt: Für Frieden auf der irischen Insel - 25 Jahre Karfreitagsabkommen (Abkommen von Belfast) RTÉ Archives: A Call For Peace In Derry 1972 Weiterführende Links: Zeitzeichen: Beginn der Unruhen in Nordirland (am 03.08.1969) Zeitzeichen: 16 Jahre unschuldig im Gefängnis: die "Birmingham Six" Zeitzeichen: Warum der Osteraufstand Irland geprägt hat Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Veronika Bock Redaktion: Carolin Rückl und David Rother

  2. Die Geburtsstunde des Wagner-Mythos in Bayreuth
    13.08., 06:0000:14:39

    Am 13. August 1876 beginnt in Bayreuth ein kühnes Experiment: Richard Wagner revolutioniert die Oper. Aus dem Festspiel wird ein Weltereignis - mit strahlenden und dunklen Seiten. In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vratz: wie Wagner aus einer vagen Idee ein revolutionäres Festspielhaus entwickelt, welche technischen Neuerungen das Festspielhaus von anderen Bühnen unterscheiden, welche bekannten Musiker zur Premiere anreisen - und welche nicht, mit welcher Oper Wagner das Festspielhaus eröffnet, warum Adolf Hitler nach Wagners Tod Stammgast der Festspiele wird. Im August 1876 herrscht in Bayreuth Ausnahmezustand. Die Kleinstadt mit ihren rund 14.000 Einwohnern empfängt Gäste aus ganz Europa. Neben Kaiser Wilhelm I. ist auch Kaiser Pedro II. von Brasilien anwesend. Auf einem damals noch kahlen Hügel erhebt sich ein Theater, das eigens für Richard Wagners monumentalen "Ring des Nibelungen" gebaut worden ist. Der Komponist verfolgt in Bayreuth eine Idee, die weit über eine gewöhnliche Opernaufführung hinausgeht. Musik, Bühne und Handlung sollen zu einem Gesamtkunstwerk verschmelzen. Die Urteile fallen nach der Premiere unterschiedlich aus, doch schon damals wird deutlich: Bayreuth ist mehr als ein Opernfestival. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professor Stephan Mösch (Theaterwissenschaftler, Karlsruhe) Oswald Georg Bauer: Die Geschichte der Bayreuther Festspiele. Berlin 2016 Stephan Mösch: Bayreuth als Theater - Auf dem Weg zu einer Festspielgeschichte. Kassel 2026 Bernd Zegowitz (Hg.): Die ersten Bayreuther Festspiele 1876 - Eine Anthologie. Würzburg 2022 Weiterführende Links: Zeitzeichen: Grundsteinlegung für das Richard-Wagner-Festspielhaus Zeitzeichen: Uraufführung von Richard Wagners "Parsifal" in Bayreuth Zeitzeichen: Uraufführung von Wagners Oper "Lohengrin" Zeitzeichen: Geburtstag von Cosima Wagner Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherin und der Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Vratz Redaktion: Sefa Inci Suvak

  3. Zerrissene Stadt: Die Berliner Mauer wird errichtet
    13.08., 05:0000:14:48

    Am 13. August 1961 trennt Stacheldraht Familien, Freunde und Nachbarn. Menschen verlieren ihre Freiheit. Können Apps und Avatare helfen, Geschichte lebendig zu halten? In diesem Zeitzeichen erzählt Erik Hlacer: warum die DDR die Grenze zu West-Berlin schließt, wie aus einer Absperrung mit Stacheldraht eine jahrzehntelang bestehende Grenze wird, wie Flucht, Mauertote und Grenzsicherung das Leben in Berlin prägen. Der 13. August 1961 verändert das Leben von Millionen Menschen. Über Nacht riegelt die DDR die Grenze zu West-Berlin ab. Aus Stacheldraht und Straßensperren wird eine Mauer, die Berlin fast 30 Jahre lang teilt. Für viele beginnt eine Zeit voller Angst, Trennung und Flucht. Der Alltag von Elke Rosin und Uwe Rutkowski verändert sich durch den Mauerbau einschneidend. Ihre Erinnerungen zeigen, was der 13. August 1961 für Menschen in Ost und West bedeutet – und warum die Erinnerung an die deutsche Teilung bis heute unterschiedlich ausfällt. Unser Tipp: Die App "OstWest Zeitzeugen" der ARD Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Ines Geipel, Autorin Hans-Hermann Hertle: Die Berliner Mauer. Biografie eines Bauwerkes, Berlin 2015 ZDFzeit: Ein Tag im August – Mauerbau '61 (Dokumentation) Weiterführende Links: Zeitzeichen: Michael Gartenschlägers Kampf gegen die DDR‑Todesautomaten Zeitzeichen: Peter Fechter verblutet an der Berliner Mauer (am 17.08.1962) Zeitzeichen: Transitabkommen BRD-DDR unterzeichnet (am 17.12.1971) Zeitzeichen: Die DDR öffnet ihre Grenzen (am 09.11.1989) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Erik Hlacer Redaktion: Sefa Inci Suvak

  4. Die wahre Kleopatra: Kein Milchbad, keine Schlange
    12.08., 06:0000:14:53

    Mythos Kleopatra: Inbegriff von Schönheit, Männerverführerin, gestorben durch einen Schlangenbiss am 12.8.30 v. Chr. Was über die letzte Pharaonin Ägyptens ist Legende, was historisch belegbar? In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger: warum die Geschichte vom tödlichen Schlangenbiss vermutlich eine Erfindung Kleopatras ist, weshalb weder Eselsmilchbad noch Bob-Frisur historisch belegt sind, wie Bildung, Sprachkenntnisse und politisches Geschick zu Kleopatras Machtmitteln werden, welche Rolle Julius Cäsar und Marcus Antonius für ihre Herrschaft spielen, warum die letzte Pharaonin bis heute als globale Werbeikone funktioniert. Als Kleopatra im August im Jahr 30 vor Christus stirbt, endet nicht nur das Leben einer Königin. Mit ihr verschwindet auch die politische Unabhängigkeit Ägyptens. Kurz darauf wird das Land Teil des Römischen Reiches. Doch die Erinnerung an die letzte Herrscherin des Ptolemäerreichs überlebt. Allerdings wird die historische Figur immer mehr von Mythen überlagert. Antike Autoren und römische Gegner sowie später Theater und Film formen aus Kleopatra eine Legende. Viele Bilder, die heute als typisch gelten, entstehen erst lange nach ihrem Tod. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Ann-Cathrin Harders (Althistorikerin, Universität Bielefeld) Ann-Cathrin Harders: Kleopatra - Ägyptens letzte Königin. München 2025 Weiterführende Links: Zeitzeichen: Geburt von Gaius J. Caesar Zeitzeichen: Octavian wird "Kaiser Augustus" Zeitzeichen: Ägyptens vergessener Rivale: Großmacht der Hethiter Zeitzeichen: Tutanchamuns Grabkammer geöffnet Zeitzeichen: Suche nach Ägyptens Atlantis: Goddio entdeckt Heraklion Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Ralph Erdenberger Redaktion: Matti Hesse

  5. David Bowie und Iggy Pop: Wie Berlin ihr Leben rettete
    11.08., 06:0000:14:29

    Im August 1976 sind David Bowie und Iggy Pop auf der Suche nach sich selbst - von Drogen gezeichnet. West-Berlin wird ihre Zuflucht, wo sie Popgeschichte schreiben. In diesem Zeitzeichen erzählt Rüdiger Weidenfeld-Kramer: warum David Bowie und Iggy Pop 1976 ausgerechnet ins geteilte West-Berlin ziehen, wie aus einer Wohngemeinschaft eine der berühmtesten Künstlerfreundschaften der Popgeschichte entsteht, wie Berlin für die beiden Musiker zum Rückzugsort und kreativen Labor wird. 1976 ziehen David Bowie und Iggy Pop nach West-Berlin – auf der Flucht vor Drogen, Erfolgsdruck und den Schatten ihres Rockstar-Lebens. In der geteilten Stadt finden sie einen Ort, an dem sie weitgehend unbehelligt leben und künstlerisch neu anfangen können. Inspiriert von der Atmosphäre Berlins, der deutschen Elektronikmusik und dem Expressionismus entstehen Werke, die bis heute nachwirken. Bowie entwickelt seinen unverwechselbaren Sound weiter, während Iggy Pop Songs aufnimmt, die bis heute zu seinen bekanntesten gehören. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Thilo Schmied, Musikexperte, Tontechniker, Veranstalter der „Berlin Musictours“ Eduard Meyer, ehemaliger Tontechniker in den Hansa-Studios, der mit David Bowie und Iggy Pop zusammengearbeitet hat Tobias Rüther: Helden. David Bowie und Berlin, Berlin 2011 Andrea Halter: Erlebte Geschichten mit Eduard Meyer, WDR 2017 Weiterführende Links: Der ewige König von Deutschland - Geburtstag von Rio Reiser Landluft und Soundvisionen - Musikproduzent Conny Plank John Peel - der Radio-DJ, der unbekannte Bands zu Stars machte Zehn Songs für die Ewigkeit - "The Queen is dead" Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Rüdiger Weidenfeld-Kramer Redaktion: Frank Zirpins Technik: Nicolas Dohle

  6. Elektrizitätsausstellung 1881: in Paris leuchtet die Zukunft auf
    10.08., 06:0000:14:32

    Am 10. August 1881 eröffnet in Paris ein zukunftweisendes Technik-Spektakel: die erste Internationale elektrische Ausstellung führt praktisch vor, wie Strom den Alltag der Menschheit verändern wird. In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Kosfeld: wie Werner von Siemens in Paris eine elektrische Straßenbahn vorführt, warum Thomas Edison mit seiner Glühlampe noch längst nicht alle überzeugt, weshalb Besucher 1881 erstmals Opernmusik live über Telefonleitungen hören können. 1881 spielt Elektrizität im Alltag der meisten Menschen kaum eine Rolle. Umso größer ist das Staunen, als in Paris erstmals eine Ausstellung ausschließlich dieser neuen Technik gewidmet wird. Im Industriepalast präsentieren Erfinder und Unternehmen aus mehreren Ländern ihre Entwicklungen - von elektrischer Beleuchtung über Generatoren bis hin zu neuartigen Verkehrsmitteln und Kommunikationssystemen. Vieles wirkt damals wie Zukunftsmusik, manches wird schon wenige Jahre später selbstverständlich. Die Internationale Elektrizitätsausstellung markiert einen Wendepunkt: Sie macht einer breiten Öffentlichkeit sichtbar, welches Potenzial in der Elektrizität steckt – und wie grundlegend sie das Leben verändern wird. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Hanswalter Dobbelmann, Leiter des Deutschen Elektrizitätsmuseums in Recklinghausen Ernst Peter Fischer: Das große Buch der Elektrizität, Köln 2011 Frank Dittmann: "Elektropolis - eine Utopie von 1881", In: Paulina Dobroć, Andie Rothenhäusler (Hrsg.): 2000 Revisited – Visionen der Welt von morgen im Gestern und Heute. Karlsruher Studien Technik und Kultur, 2020 Gérard Borvon: First International Exposition of Electricity, Paris 1881 Erich Hinkefuß: Die erste elektrische Weltausstellung. Die Gartenlaube Heft 42, 1881 Weiterführende Links: Zeitzeichen: Der Mann, der Paris komplett renoviert - Georges-Eugène Haussmann Zeitzeichen: Das erste öffentliche Pissoir in Paris (am 19.7.1839) Zeitzeichen: Das beste Netz der Welt - im Pariser Untergrund Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christian Kosfeld Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse

  7. Gesundheit für Millionen: Marta Fraenkels große Mission
    09.08., 06:0000:14:57

    Marta Fraenkel macht vor 100 Jahren Public Health zum Thema für Millionen. Dann zerstören die Nazis ihre Arbeit. Spüren wir die Folgen dieses Bruchs bis heute? In diesem Zeitzeichen erzählt Stephan Beuting: wie die große Ausstellung "GeSoLei" bis heute das Stadtbild von Düsseldorf prägt, warum wir die Nachwirkungen der nationalsozialistischen Gesundheitspolitik bis heute spüren, dass Deutschland bei vielen Gesundheitsthemen in internationalen Vergleichen hinten liegt. Marta Fraenkel ist eine Pionierin der Gesundheitsaufklärung. Als eine der ersten Frauen überhaupt studiert sie Medizin und verhilft anschließend Projekten wie der Düsseldorfer Groß-Ausstellung GeSoLei (Gesundheit, Soziale Fürsorge, Leibesübung) und dem Deutschen Hygiene Museum in Dresden zum Erfolg. Als die Nationalsozialisten 1933 die Macht ergreifen, wird Fraenkel als Jüdin aus dem Museumsdienst entlassen und das Thema Gesundheit instrumentalisiert. So geht eine für die damalige Zeit sehr fortschrittliche Vorstellung von Gesundheitskompetenz verloren. Fraenkel selbst flieht in die USA, wo sie bis zu ihrem Tod am 9. August 1976 im staatlichen Gesundheitswesen wirkt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Doris Schaeffer, Gesundheitswissenschaftlerin, Expertin für Gesundheitskompetenz und Sprecherin NAP-Gesundheitskompetenz Matthis Krischel, Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin Benjamin Kuntz, Matthis Krischel Friedrich Moll, Wolfram Nagel: Marta Fraenkel - Pionierin der gesundheitlichen Aufklärung. Leipzig 2026 Christian Sammer: Gesunde Menschen machen. Die deutsch-deutsche Geschichte der Gesundheitsaufklärung, 1945–1967. München/Berlin 2020 Weiterführende Links: Planet Wissen: Medizin Geschichte des Arztberufs Planet Wissen: Max von Pettenkofer - Hygiene für München Planet Wissen: Vitaminsteckbriefe Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Stephan Beuting Redaktion: Matti Hesse

  8. Der Sternenforscher mit der falschen Nase: Tycho Brahe
    08.08., 06:0000:14:47

    Tycho Brahe hat die Astronomie revolutioniert, in einem der ersten Großforschungszentren der Welt, einem für ihn gebauten Schloss in der Ostsee. Am 8.8.1576 war Grundsteinlegung für "Uraniborg". In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg: dass Tycho Brahe schon als Dreijähriger entführt wird, was eine mathematische Formel mit dem Teilverlust seiner Nase zu tun hat, von einem zahmen Elch und dem kleinwüchsigen Wahrsager Jepp, von der komplizierten Beziehung zwischen Brahe und Johannes Kepler. Eine Supernova im Jahr 1572 entflammt seine Neugier: Seitdem beobachtet und dokumentiert der dänische Astronom Tycho Brahe mit äußerster Sorgfalt und Genauigkeit den Lauf der Sterne. Auf der Insel Ven im dänischen Öresund baut Brahe das Planetarium Uraniborg - benannt nach Urania, der Muse der Astronomie. König Friedrich II. von Dänemark und Norwegen ermöglicht und finanziert ihm dieses Projekt, für das am 8. August 1576 der Grundstein gelegt wird. Uraniborg ist eine gigantische Anlage. Ein quadratisches Schloss mit prachtvollem Garten und zahlreichen Zimmern. Außerdem zwei Observationstürmen, einem Alchemie-Labor und einer riesigen Bibliothek. Uraniborg wird zu einem der ersten Großforschungszentren Europas. Der Wissenschaftler selbst gerät nach seinem Tod immer mehr in Vergessenheit - auch weil Brahe sich zu oft selbst im Weg steht. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Lovisa Danielsson, Tycho Brahe Museum auf der Insel Ven Tycho Brahe: Über den neuen Stern. Ein Loblied auf die himmlischen Wissenschaften. Tübingen 2015 John Robert Christianson: Tycho Brahe and the Measure of the Heavens. London 2020 Weiterführende Links: Zeitzeichen: 24.10.1601 - Todestag des Astronomen Tycho Brahe Zeitzeichen: 27. Dezember 1571 - Astronom Johannes Kepler wird geboren Zeitzeichen: 07.03.2009 - Das Weltraum-Teleskop "Kepler" startet ins All Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Daniela Wakonigg Redaktion: David Rother

  9. König Otto I.: Eine Krönung voller Rätsel
    07.08., 06:0000:14:51

    Am 7.8.936 wird Otto der Große zum König gekrönt. Für manche beginnt mit ihm die Geschichte Deutschlands. Doch wie wahr die Berichte über sein Leben sind, ist fraglich. In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler: wie genau sich das Ostfränkische Reich zusammensetzt, warum der König ausgerechnet in Aachen gewählt wird, vom Mönch Widukind von Corvey, einer der bedeutendsten, aber auch rätselhaftesten Quellen der deutschen Geschichte im Mittelalter. Am 7. August 936 wird der sächsische Herzog Otto in Aachen zum König des ostfränkischen Reichs gekrönt. Zunächst bricht Otto die Macht des Reichsadels und schlägt die Herrschaftsansprüche diverser Familienmitglieder nieder. Krieg ist der Normalzustand während Ottos Regierungszeit und Otto ist ein überaus erfolgreicher Krieger. Unter Ottos Herrschaft wächst der Zusammenhalt des Landes. In seiner Königskrönung sehen manche den Beginn der Geschichte der Deutschen. Unbestritten hat er dazu beigetragen, dass aus dem Ostfränkischen einmal ein Reich der Deutschen wird. Und Kaiser, wie sein großes Vorbild Karl der Große, wird Otto auch noch. Als Otto der Große geht er schließlich in die Geschichte ein. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Mathias Becher, Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität Bonn Widukind von Corvey: Res gestae Saxonicae. Die Sachengeschichte (Lateinisch / Deutsch). Stuttgart 1992 Matthias Becher: Otto der Große. Kaiser und Reich. Eine Biographie. München 2012 Johannes Laudage: Otto der Große. Eine Biographie. Regensburg 2001 Weiterführende Links: Planet Wissen: Die Krönung Ottos I. in Aachen Stichtag: 23. November 912 - Otto der Große wird geboren Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Marko Rösseler Redaktion: Carolin Rückl und Frank Zirpins Technik: Sarah Fitzek

  10. Warum der Neandertaler uns ähnlicher ist, als wir denken
    06.08., 06:0000:14:50

    Im August 1856 werden im Neandertal die ersten Fossilien frühzeitlicher Menschen gefunden. Es zeigen sich viele Ähnlichkeiten zwischen den Neandertalern und uns. In diesem Zeitzeichen erzählt Uwe Schulz: warum der Neandertaler viel intelligenter und sozialer ist als lange angenommen, welche neuen Erkenntnisse unser Bild von ihm grundlegend verändert haben, weshalb bis heute ein Teil des Neandertalers in uns weiterlebt. "Du Neandertaler!" – bis heute gilt das oft als Schimpfwort. Dabei zeichnet die Wissenschaft inzwischen ein ganz anderes Bild unseres nächsten evolutionären Verwandten. Archäologie und Genforschung zeigen, dass Neandertaler vermutlich sprechen können, raffinierte Werkzeuge entwickeln und sich um Kranke und Alte kümmern. Das Bild vom primitiven Höhlenmenschen gilt längst als überholt – und der Neandertaler ist uns näher, als viele lange glauben. Denn bis heute finden sich Spuren von ihm in unserem Erbgut. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Dustin Welper, Paläoanthropologe Svante Pääbo, Paläogenetiker Metin Eren, Experimentalarchäologe, Kent State University Ohio Hoimar von Ditfurth, Wissenschaftsjournalist Weiterführende Links: Zeitzeichen: Die Eiszeitkünstler - Als der Homo Sapiens kreativ wurde Zeitzeichen: Ende der Altsteinzeit - Wie friedlich waren unsere Vorfahren? Zeitzeichen: Göbekli Tepe - ein Social Hub der Jungsteinzeit Radiowissen: Mary Anning - Pionierin der Paläontologie Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Uwe Schulz Redaktion: Jakob Schiffer und Sefa Inci Suvak

  11. Straffreiheit für Vergewaltiger? Franca Violas mutiges Nein
    05.08., 06:0000:14:43

    Der Fall Franca Viola wühlt Italien auf. Die 17-Jährige verweigert die "Wiedergutmachungsehe" - die Heirat ihres Vergewaltigers zur Straffreiheit. 1981 fällt das Gesetz. In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg: wie sich die Sizilianerin Franca Viola gegen die Erzwingung einer Eheschließung wehrt, warum das in den 1960er-Jahren als Sensation gilt, was das italienische Gesetz damals unter "Wiedergutmachungsehe" versteht, warum der Prozess gegen Violas Vergewaltiger zum Signal gegen patriarchale Machtstrukturen wird, wie Feminismus, Medien und gesellschaftlicher Wandel die Gesetzgebung verändern. Nach einer Vergewaltigung gedrängt werden, den Vergewaltiger zu heiraten, damit er nicht in den Knast muss: Bis vor wenigen Jahrzehnten war das in mehreren europäischen Ländern tatsächlich üblich und legal – in einigen Ländern der Welt ist es das sogar bis heute. In Italien ändert sich die Gesetzeslage ab den 1960er-Jahren langsam: Damals lehnt es die 17-jährige Franca Viola ab, ihren Vergewaltiger zu heiraten. Der Fall wühlt die Gesellschaft auf. Doch erst am 5. August 1981 wird die "Wiedergutmachungsehe" abgeschafft. Weitere 15 Jahre dauert es, bis Vergewaltigung rechtlich nicht mehr als "Verstoß gegen die öffentliche Moral", sondern als Verbrechen gegen eine Person klassifiziert wird. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Maria Sole delle Donne (italienische Juristin) Dima Dabbous (MENA-Regionalbeauftragte der Frauen- und Menschenrechtsorganisation "Equality Now") Weiterführende Links: ARD Wissen: Toxische Männlichkeit - Woher kommt die Wut auf Frauen? Arte: Vergewaltigt! Der lange Weg zur Gerechtigkeit Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Daniela Wakonigg Redaktion: Matti Hesse Technik: Alexander Buske

  12. Pow-Wow am Sankt-Lorenz-Strom: Das Ende der Biberkriege
    04.08., 06:0000:14:52

    Mehr als 100 Jahre haben die indigenen Stämme rund um die Großen Seen Nordamerikas Krieg geführt. Am 4.8.1701 schließen sie in Montreal Frieden - vorerst. In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck: warum die sogenannten Biberkriege weit mehr sind als ein Kampf um Pelze, wie indigene Nationen und europäische Kolonialmächte über ein Jahrhundert lang um Macht und Einfluss ringen, weshalb die Friedenskonferenz von Montreal 1701 keinen dauerhaften Frieden bringt. Mehr als 1.300 Delegierte aus fast 40 indigenen Nationen versammeln sich im Sommer 1701 vor den Toren Montreals. Wochenlang wird verhandelt, gestritten, getrauert und schließlich ein Friedensvertrag geschlossen. Vorausgegangen sind über 100 Jahre Gewalt in den Regionen um Nordamerikas Große Seen. Der Pelzhandel spielt dabei eine wichtige Rolle, doch die Ursachen reichen viel weiter: Rivalitäten zwischen indigenen Nationen, koloniale Machtpolitik, eingeschleppte Krankheiten und wechselnde Bündnisse prägen den Konflikt. Der ausgehandelte Frieden beendet den großen Krieg zwar nicht endgültig, markiert aber einen Wendepunkt in der Geschichte Nordamerikas. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Michael Hochgeschwender, Historiker und Amerikanist, LMU München Richard White: The Middle Ground. Indians, Empires, and Republics in the Great Lakes Region, 1650-1815, Cambridge 1991 Heike Bungert: Die Indianer. Geschichte der indigenen Nationen in den USA, München 2020 Weiterführende Links: Zeitzeichen: Sitting Bull - unbeugsamer Chief und sein gewaltsames Ende Zeitzeichen: USA - Indianer erhalten Bürgerrechte (am 02.06.1924) Zeitzeichen: Keine Heldengeschichte im Wilden Westen - der Indian Removal Act Zeitzeichen: Lebensabend im Museum - Ishi, der Letzte seines Stammes Planet Wissen: Indianer / Indigene Völker Nordamerikas Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Almut Finck Redaktion: Frank Zirpins Technik: Annette Skrzydlo

  13. Der Vater der Aufzugbremse: Elisha Graves Otis
    03.08., 06:0000:14:58

    Er stoppte den freien Fall: Elisha Graves Otis (geboren 3.8.1811) erfand die Sicherheitsbremse für Aufzüge. Seine Idee veränderte Städte, Architektur und unseren Alltag. In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger: wie aus einer kaum beachteten Vorführung ein weltberühmter Technik-Mythos wird, weshalb Fahrstühle Hochhäuser und moderne Großstädte überhaupt erst ermöglichen, warum der Aufzug die soziale Ordnung in mehrstöckigen Häusern auf den Kopf stellt, was sich hinter dem "Elevator Pitch" verbirgt, wie das Verhalten im Fahrstuhl zum Gegenstand eigener Benimmregeln wird. Mit seiner Absturzsicherung schafft der US-Mechaniker Elisha Graves Otis die technische Voraussetzung dafür, dass Menschen höheren Gebäuden und ihren Aufzügen vertrauen. Aus den ersten Personenaufzügen entwickelt sich ein Fortbewegungsmittel, das das Bild moderner Großstädte nachhaltig prägt. Doch die Geschichte seiner Erfindung ist mehr als eine Geschichte der Technik. Sie erzählt auch von neuen Formen des Zusammenlebens auf engstem Raum, von unausgesprochenen Verhaltensregeln und von einem Ort, an dem sich Fremde für wenige Sekunden begegnen. Auch deshalb wird der Aufzug zu einem beliebten Schauplatz für Filme, Legenden und urbane Ängste. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Andreas Bernhard (Kulturwissenschaftler) Thomas Oppermann (TÜV Rheinland) Weiterführende Links: ARDalpha: Geschichte des Aufzugs in Bildern ZDF: Wie sicher sind Aufzüge und wie verhalten wir uns in der engen Kabine? Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherin und der Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Ralph Erdenberger Redaktion: Sefa Inci Suvak

  14. Fritz Lang: Der Besessene der bewegten Bilder
    02.08., 06:0000:14:44

    Er gilt als Kino-Genie und als Despot am Set. Als Filmregisseur Fritz Lang am 2.8.1976 stirbt, nimmt er auch das Geheimnis um den Tod seiner ersten Frau mit ins Grab. In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Klug: wie Fritz Lang vom Wiener Jungen zu einem der einflussreichsten Filmregisseure des 20. Jahrhunderts wird, warum sein Monumentalfilm "Metropolis" die UFA an ihre finanziellen Grenzen bringt, weshalb Fritz Lang in Hollywood neu anfängt. Als Jugendlicher entdeckt Fritz Lang im Kino seine Faszination für bewegte Bilder und beschließt, selbst Geschichten für die Leinwand zu erzählen. Mit Filmen wie "Metropolis", "M – Eine Stadt sucht einen Mörder" und den "Dr. Mabuse"-Filmen prägt er das Kino nachhaltig. Seine kompromisslose Suche nach Perfektion macht ihn berühmt, aber auch gefürchtet. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verlässt Lang Deutschland und setzt seine Karriere in Hollywood fort. Bis heute gilt er als einer der bedeutendsten Regisseure der Filmgeschichte. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Rolf Aurich, Deutsche Kinemathek, Berlin LEMO: Fritz Lang Harvard Film Archive: The complete Fritz Lang Weiterführende Links: Zeitzeichen: UFA-Palast in Berlin eröffnet (am 18.09.1919) Zeitzeichen: Alfred Hitchcocks Film "Der unsichtbare Dritte" in Deutschland SWR Kultur: 100 Jahre Metropolis: SWR Symphonieorchester spielt Filmmusik ein Planet Wissen: Hollywood – Mythos und Realität Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Klug Redaktion: Frank Zirpins

  15. Unentdeckt mitten in Berlin: Amerikas Partisanen im Kalten Krieg
    01.08., 06:0000:16:26

    Am 1. August 1956 entsteht Detachment A Berlin. Für den Fall einer sowjetischen Invasion trainiert die geheime US-Einheit Sabotage und Partisanenkampf. In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog: warum mitten im Berliner Grunewald Waffen in geheimen Lagern vergraben werden, weshalb US-Soldaten sich in zivil unter die Berliner Bevölkerung mischen, ob eine geheime Spezialeinheit den Verlauf des Kalten Krieges hätte beeinflussen können. Am 1. August 1956 gründet die US-Armee in West-Berlin die geheime Spezialeinheit Detachment-A. Ihre Mitglieder bereiten sich auf den Ernstfall eines Krieges zwischen NATO und Warschauer Pakt vor: Im Falle eines sowjetischen Angriffs sollen sie hinter den feindlichen Linien Bahnstrecken, Brücken und Wasserkanäle sabotieren. Dafür legen sie in Berlin geheime Waffenlager an, üben konspiratives Arbeiten und tarnen sich als Zivilisten. Jahrzehntelang bleibt die Existenz der Einheit nahezu unbekannt – selbst befreundeten Geheimdiensten. Erst nach dem Ende des Kalten Krieges wird bekannt, welche Rolle Detachment A im Verteidigungsplan der USA für West-Berlin spielen sollte. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: James Stejskal, Militärhistoriker und Autor, Ex-Green-Beret, Ex-CIA, Ex-Detachment-A Erich Schmidt-Eenboom, Historiker, Journalist und Autor, spezialisiert auf Geheimdienste James Stejskal: Special Forces Berlin. Clandestine Cold War Operations of the U.S. Army’s Elite, 1956-1990. Philadelphia 2020 Erich Schmidt-Eenboom und Ulrich Stoll: Die Partisanen der NATO. Stay-Behind-Organisationen in Deutschland 1946–1991, Berlin 2016 Weiterführende Links: Zeitzeichen: NATO-Doppelbeschluss - Frieden schaffen mit noch mehr Waffen Zeitzeichen: Die "Küchendebatte" zwischen Nixon und Chruschtschow Zeitzeichen: Verrat im Kalten Krieg - wie West-Spion Tiedge zur Stasi ging Unser Hörtipp: Podcast „Vor 33“: Was für eine Gesellschaft lässt zu, dass eine rechtsextreme Partei die Macht übernimmt? Der Podcast blickt in fünf Folgen zurück auf die Jahre vor 1933: auf eine Demokratie im Krisenmodus, in der sich Gewalt normalisiert und radikale Antworten immer attraktiver werden. Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Martin Herzog Redaktion: Matti Hesse

  16. Ein Ballonflug zwischen Forscherdrang und Lebensgefahr
    31.07., 06:0000:14:40

    Eine riskante Expedition bringt zwei deutsche Forscher an ihre Grenzen - und verändert das Verständnis der Atmosphäre grundlegend. Mit Folgen für die Klimaforschung. In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg: wie eine Ballonfahrt im Kaiserreich zum wissenschaftlichen Großereignis wird, warum zwei Meteorologen ihr Leben riskieren, um Messdaten aus extremen Höhen zu gewinnen, welche überraschende Beobachtung das damalige Wissen über die Atmosphäre infrage stellt, weshalb bald unbemannte Ballone bald als verlässliche Messinstrumente gelten, wie daraus die Entdeckung einer neuen Atmosphärenschicht entsteht. Zwei Mitarbeiter des Königlich Preußischen Meteorologischen Instituts haben sich vorgenommen, in eine Höhe vorzudringen, in der zuvor noch nie ein Mensch gewesen ist: Arthur Berson und Reinhard Süring. Sie starten von Berlin aus mit einem riesigen Gasballon mit dem Namen "Preußen". Er ist der größte im Kaiserreich. Bis zur Höhe von 9.000 Metern verläuft der Aufstieg einigermaßen problemlos. Dann wird das Schlafbedürfnis immer größer, weil der Sauerstoffgehalt immer mehr abnimmt. Kurz bevor die beiden Männer in Ohnmacht fallen, gelingt es, den Sinkflug einzuleiten. Das rettet ihnen das Leben - und die Messergebnisse. Das ermöglicht ein neues Bild der Atmosphäre, das bis heute Forschung und Klimadebatten prägt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Frank Beyrich (Meteorologe, Reinhard-Süring-Stiftung, Deutscher Wetterdienst) Arthur Berson und Reinhard Süring: Ein Ballonaufstieg bis 10.500 m. Illustrierte Aeronautische Mitteilungen, Heft 4. Berlin 1901 Guy Brasseur: The Air and its Secrets. Les Ulis bei Paris 2025 Weiterführende Links: tagesschau.de: Himmelsstürmer Planet Wissen: Aufbau der Erdatmosphäre WDR: Sprung aus Stratosphäre - Weltrekordsprung aus 39 Kilometern Höhe (2012) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin : Daniela Wakonigg Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Moritz Raestrup

  17. "Nine-Eleven" von 1916: Deutsche Agenten erschüttern New York
    30.07., 06:0000:15:45

    Eine der größten nicht-nuklearen Explosionen der Geschichte ereignet sich am 30.7.1916 auf der Black-Tom-Insel bei New York. Die Freiheitsstatue wird beschädigt - von deutschen Bombenlegern. In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck: von einer der größten nicht-nuklearen Explosionen der Geschichte, welche Rolle deutsche Seeleute, irische Hafenarbeiter und Spione in Nadelstreifen dabei spielen, wieso die Bundesrepublik noch bis 1979 für die Schäden aus dem Jahr 1916 aufkommen muss. In der Nacht zum 30. Juli 1916 bebt in New York buchstäblich die Erde. Auf der kleinen Hafeninsel Black Tom ist ein Munitionsdepot explodiert. Die Folgen sind enorm: Mindestens fünf Menschen verlieren ihr Leben, im Umkreis von 40 Kilometern bersten die Fensterscheiben und auch die Freiheitstatue auf der benachbarten Liberty Island wird erheblich beschädigt - bis heute ist die Fackel für Besucher gesperrt. Dass man auf eigenem Boden so verwundbar ist, trifft die amerikanische Seele tief. Denn schon bald wird klar: Die Explosion ist kein Unfall, sondern Sabotage unter Beteiligung deutscher Geheimagenten. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Heribert von Feilitzsch, deutsch-amerikanischer Historiker mit Schwerpunkt Spionage und Geschichte der Geheimdienste Heribert von Feilitzsch: The Secret War on the United States in 1915. A Tale of Sabotage, Labor Unrest, and Border Troubles. USA 2015 Jules Witcover: Sabotage at Black Tom. Imperial Germany’s Secret in America, 1914-1917. Chapel Hill 1989 Weiterführende Links: Zeitzeichen: 07.12.1941 - Angriff auf Pearl Harbor Zeitzeichen: 11. September 2001 - Die Terroranschläge auf das World Trade Center und das Pentagon Hörtipp: Edo, die größte Stadt der Welt – Tokyo im 18. Jahrhundert: Radiowissen Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Almut Finck Redaktion: Emily Jeuckens und Frank Zirpins Technik: Annette Skrzydlo

  18. Eine Prinzessin als "Erlöserin"? Brasiliens Ende der Sklaverei
    29.07., 06:0000:14:13

    Prinzessin Isabel (geb. 29.7.1846) beendet mit einer Unterschrift die Sklaverei in Brasilien. Doch wer hat die Freiheit von 700.000 Menschen wirklich erkämpft? In diesem Zeitzeichen erzählt Christina Weise: wie Prinzessin Isabel zur Symbolfigur der Abschaffung der Sklaverei wird, welche Rolle der Aktivist André Rebouças dabei spielt, Prinzessin Isabel für die Abschaffung der Sklaverei zu gewinnen, wie eine breite Bewegung Druck auf Politik und Gesellschaft ausübt, weshalb wirtschaftliche Interessen und internationale Einflüsse den Prozess prägen, warum der Mythos der „Erlöserin" heute kritisch hinterfragt wird. Als Prinzessin Isabel im Mai 1888 das "Goldene Gesetz" unterschreibt, jubeln die Menschen in Rio de Janeiro: Brasilien schafft damit offiziell die Sklaverei ab. Die Kronprinzessin wird gefeiert, verehrt und glorifiziert. Doch der Weg zu diesem Moment ist lang und konfliktreich. Jahrzehntelang kämpfen Gegner der Sklaverei für die Freiheit. Viele von ihnen sind selbst ehemals versklavt. Sie organisieren Proteste, helfen versklavten Menschen bei der Flucht und erhöhen den politischen Druck auf Regierung und Parlament. Währenddessen wird Isabel zur Projektionsfigur – zwischen politischem Kalkül, religiöser Überzeugung und den Machtinteressen einer bröckelnden Monarchie. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Paulo Rezzutti (Forscher und Autor zahlreicher Bücher über die brasilianische Kaiserfamilie) Philippe Arthur dos Reis (Historiker mit dem Schwerpunkt Stadtgeschichte, kulturelles Erbe und soziale Bewegungen) Roderick J. Barman: Princess Isabel of Brazil: Gender and Power in the Nineteenth Century. Lanham, Maryland 2002 Ynaê Lopes dos Santos: Racismo brasileiro: uma história da formação do país. São Paulo 2022 Weiterführende Links: Planet Wissen: Sklaverei Arte: Brasilien - Ein Tanz gegen die Sklaverei DLF: Sklaverei in Brasilien - Das Erbe von Rio de Janeiro Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherin und der Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Christina Weise Redaktion: Matti Hesse

  19. Der "Nasenjoseph": Ein Berliner Arzt und die Schönheitschirurgie
    28.07., 06:0000:14:50

    1896 führt der Berliner Arzt Jacques Joseph eine der ersten Schönheits-OPs durch. Er mindert Leid - und zementiert das, was wir heute "Normschönheit" nennen. In diesem Zeitzeichen erzählt Erik Hlacer: wer besonders von den ersten Schönheits-OPs profitiert, von Schönheitsidealen und gesellschaftlichen Normen, warum Joseph eine Professur für plastische Chirurgie an der Berliner Charité ablehnt, dass auch er von der aufkommenden nationalsozialistischen Verfolgung betroffen ist. Im frühen 20. Jahrhundert werden chirurgische Eingriffe von der Medizinwelt verteufelt. Doch ein Mann verändert dieses Denken für immer: der Berliner Schönheitschirurg Jacques Joseph, genannt Nasenjoseph. Als Auszubildender operiert er 1896 die abstehenden Ohren eines Jungen - aus "Schönheitsgründen". Obwohl das Ergebnis begeistert, wird er von seinem Chef wegen des unnötigen Eingriffs ohne Rücksprache entlassen. Es ist der Startschuss für Josephs eigene Karriere. Er eröffnet eine Praxis und entwickelt Operationsmethoden, vor allem für die Modellierung und Verkleinerung der Nase. Damit befreit er seine Patienten von psychischem Leid, bekräftigt jedoch gleichzeitig die Normen, die dieses Leid überhaupt erst erzeugt haben. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Paula-Irene Villa Braslavsky, Soziologin Ronald Gerste, Medizinhistoriker Hans Behrbohm/Walter Briedigkeit: Jacques Joseph - Ein Pionier der plastischen Gesichtschirurgie. Berlin 2006 Fluter: Operation Seele. Wie der deutsche Chirurg Jacques Joseph die moderne Schönheitschirurgie erfunden hat Weiterführende Links: Zeitzeichen: 17. Dezember 1972 - Der deutsche Chirurg Gerhard Küntscher stirbt in Glücksburg Ausgerechnet - Schönheits-OP Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Erik Hlacer Redaktion: Emily Jeuckens und David Rother

  20. Autorin mit Privatmuseum: Das bunte Leben von Gertrude Stein
    27.07., 06:0000:15:50

    Die Schriftstellerin Gertrude Stein (gestorben am 27.7.1946) wird heute immer wieder auf einen Satz reduziert. Dabei hat ihre Geschichte so viel mehr zu bieten. In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Kosfeld: unter welchen Umständen Gertrude Stein in der US-Provinz aufwächst, was ihr berühmter Satz "Rose ist eine Rose, ist eine Rose, ist eine Rose" bedeutet, wie sie Künstler wie Picasso und Hemingway beeinflusst, auf welche Weise sie den Zweiten Weltkrieg überlebt, wie sie ein freies Leben führt und dennoch politisch widersprüchlich bleibt. Gertrude Stein schreibt unermüdlich, sammelt Kunst und wird zur zentralen Figur der Pariser Szene. In ihrer Wohnung treffen sich Maler, Schriftsteller und Musiker. Hier entsteht ein Netzwerk, das die Moderne entscheidend prägt. Ihre Texte brechen mit Konventionen: Wiederholungen, Alltagssprache und ungewohnte Bilder formen einen Stil, der viele fasziniert und ebenso viele überfordert. Während ihre experimentellen Werke lange als schwer zugänglich gelten, wird sie mit einer Autobiografie plötzlich international bekannt und zur literarischen Berühmtheit. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Ulla Haselstein (Professorin für Amerikanistik an der Freien Universität Berlin) Ulla Haselstein: Gertrude Steins literarische Porträts. Göttingen 2019 Alice B. Toklas: Gertrude Stein - Autobiographie. Berlin 2021 Stefana Sabin: Gertrude Stein. Hamburg 1996 Uda Strätling (Hrsg.): Gertrude Stein - Das große Lesebuch. Frankfurt am Main 2017 Weiterführende Links: ARD Hörspiel-Speicher: Vier Heilige als Spanische Landschaft - Nach Gertrude Stein The Metropolitan Museum: Pablo Picassos Bild von Gertrude Stein Hörtipp: Podcast von Bayern 2: Buchgefühl - Lesung und Gespräch Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherin und die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christian Kosfeld Redaktion: Jakob Schiffer und Sefa Inci Suvak

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