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600- San Marino: Standhaft gegenüber Napoleon, jahrhundertelang frei03.09., 06:0003.09.2026, 06:0000:14:26
Der Legende nach gründet Marinus seine Republik am 3.9.301. Er vermacht sie seinen Anhängern unter einer Bedingung: Sich niemals von Kirche und Königen abhängig zu machen. In diesem Zeitzeichen erzählt Burkhard Hupe: was San Marino und Kempen im Allgäu gemeinsam haben, worin der Politiker Giovanni Vito Marcucci eines der Erfolgsrezepte San Marinos sieht, dass die meisten Italiener kaum etwas über den Mikro-Staat im eigenen Land wissen, wodurch der Präsident des nationalen Bankenverbands unter Druck gerät, warum der US-amerikanische Präsident Abraham Lincoln ein Glückwunschtelegramm nach San Marino schickt. Im Jahr 301 flieht der dalmatinische Steinmetz Marinus im Zuge der römischen Christenverfolgung in die schützende Unwegsamkeit des Monte Titano im Gebiet der heutigen Apenninen. Damals ist die Gegend noch karg und arm. Nichts deutet auf den künftigen Wohlstand und Reichtum hin. Marinus errichtet aus dem Kalkstein des Monte Titano zunächst eine Kapelle. Die Urzelle des späteren San Marino. Immer mehr Menschen schließen sich dem gläubigen Steinmetz an und bauen einfache Steinhütten. Der Bischof von Rimini weiht Marinus schließlich zum Diakon, und nachdem dieser dann der Legende nach auch noch den Lieblingssohn der Landesherrin rettet, bekommt er aus Dankbarkeit zunächst den Monte Titano geschenkt und wird später als San Marinus heiliggesprochen. Auf seinem Sterbebett soll Marinus seinen Gefolgsleuten im Jahr 366 den Monte Titano mit der Bedingung vermacht haben, sich niemals von der Kirche oder von Königen abhängig zu machen. Das gelingt San Marino ziemlich gut. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Thomas Weller, Leibniz-Institut für Europäische Geschichte in Mainz Lisa Weiß, Korrespondentin ARD-Studio Rom Friedrich Kochwasser: San Marino - die älteste und kleinste Republik der Welt. Herrenalb/Schwarzwald 1961 Phoenix: Europas Kleinstaaten Teil 5 - San Marino - Berg der braven Bürger. 2014 Weiterführende Links: Planet Wissen: Religion - Heiligenverehrung Planet Wissen: Religion - Christentum Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Burkhard Hupe Redaktion: Carolin Rückl und David Rother
- Großer Brand von London: Eine Katastrophe wird nationaler Mythos02.09., 06:0002.09.2026, 06:0000:14:51
Ab dem 2.9.1666 brennt London vier Tage lang. Die Stadt liegt in Asche, Hunderttausende sind obdachlos - doch in Erinnerung bleiben nicht Chaos und Zerstörung. In diesem Zeitzeichen erzählt Herwig Katzer: wodurch das große Feuer zusätzlich beschleunigt wird, wie Bürgermeister Thomas Bludworth die Lage unterschätzt, mit welcher Entscheidung König Charles II. eine noch weitere Ausbreitung des Feuers verhindert, warum der Augenzeuge Samuel Pepys ein Stück Parmesankäse im Garten vergräbt. In der Nacht zum 2. September 1666 bricht in einer Londoner Bäckerei ein verheerender Brand aus. Drei Tage wütet das Feuer im Herzen der Stadt und legt nicht nur etwa 13.000 Häuser und Gebäude in Schutt und Asche, sondern auch annähernd 90 Kirchen. Fast die gesamte Stadt nördlich der Themse liegt in qualmenden Trümmern. Mehr als 100.000 Menschen verlieren ihr Zuhause und hausen in selbstgebauten Zelten und Hütten vor den Toren der Stadt. Wie durch ein Wunder kommen bei dem Inferno wohl nur wenige Menschen ums Leben - in vielen Berichten ist von sechs oder neun die Rede. Für einen kurzen Moment steht nach der Katastrophe das öffentliche Leben in London still - doch kaum sind die letzten Brandnester gelöscht, beginnen die Aufräumarbeiten - in atemberaubender Geschwindigkeit errichten die Londoner ihre Stadt neu, diesmal aus Stein und Ziegeln und nicht mit leicht entflammbarem Holz. Das ist unsere wichtigste Quelle: Jacob Field: London, Londoners and the Great Fire of 1666. London 2017 Weiterführende Links: Planet Wissen: Metropolen - Geschichte der Stadt London Zeitzeichen: 12.07.1679: König Charles II. genehmigt das Gesetz "Habeas Corpus" Stichtag: 15. Juli 2007 - Vor 345 Jahren: Charles II. konstituiert die Royal Society Zeitzeichen: 18.07.64 n.Chr.: Der Brand von Rom Planet Wissen: Organisationen - Feuerwehr Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Herwig Katzer Redaktion: Carolin Rückl und Frank Zirpins
- Vom Khanat zum Zarenreich: Die russische Eroberung Sibiriens01.09., 06:0001.09.2026, 06:0000:14:45
Am 1.9.1581 zieht der Kosak Jermak Timofejew mit einem Söldner-Trupp los Richtung Sibirien. Aus einem Streit unter Nachbarn wird die Eroberung eines halben Kontinents. In diesem Zeitzeichen erzählt Uli Hufen: wie eine kleine Söldnertruppe den Startschuss für die Eroberung eines halben Kontinents gibt, weshalb Pelze für Moskau wertvoller sind als Gold, warum Zar Iwan IV. den Feldzug zunächst ablehnt und später belohnt, wie Kosaken innerhalb weniger Jahrzehnte bis an den Pazifik gelangen, welche Folgen die Expansion für die indigenen Völker Sibiriens hat. 13 Millionen Quadratkilometer, endlose Wälder, gewaltige Flüsse und enorme Rohstoffvorkommen: Sibirien scheint heute untrennbar mit Russland verbunden. Doch Ende des 16. Jahrhunderts ist die Region noch kein Teil des russischen Reiches. Als der Kosakenführer Jermak im Auftrag der Kaufmannsfamilie Stroganow nach Osten zieht, beginnt eine Entwicklung von historischer Tragweite. Im Mittelpunkt stehen wirtschaftliche Interessen. Das begehrte "weiche Gold" der Pelze treibt Händler, Abenteurer und Herrscher an. Aus einzelnen Forts entlang großer Flüsse wächst ein Netz russischer Macht, das sich innerhalb weniger Generationen bis an den Pazifik ausdehnt. Die Geschichte dieser Landnahme ist zugleich eine Geschichte von Entdeckungen, Härten, Widerstand und kolonialer Gewalt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Sören Urbansky (Historiker) Alexander Etkind: Internal Colonisation. Russia’s Imperial Experience. Cambridge 2011 Marina Mogilner et al.: A New Imperial History of Northern Eurasia, 600-1700. From Russian to Global History. Bloomsbury 2025 Dittmar Dahlmann: Sibirien. Vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Brill 2009 Basil Dmytryshyn: Russia’s Conquest of Siberia 1558-1700. A Documentary Record. Oregon 1985 Sören Urbansky und Martin Wagner: China und Russland. Kurze Geschichte einer langen Beziehung. Berlin 2025 Weiterführende Links: Zeitzeichen 04.04.1558: Kolonisierung Sibiriens beginnt Planet Wisen: Sibirien Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Uli Hufen Redaktion: Sefa Inci Suvak, Christoph Tiegel
- Vitus Bering: Wie der Entdecker Asien klar von Amerika trennte31.08., 06:0031.08.2026, 06:0000:14:50
Getauft wird der Däne Vitus Bering im August 1681. Seine Expeditionen in russischem Auftrag erschließen den Nordpazifik. Die letzte endet tödlich auf einer einsamen Insel. In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath: wie ein dänischer Seemann in russischen Diensten zum Leiter gewaltiger Forschungsreisen wird, warum die Suche nach einer Verbindung zwischen Asien und Amerika Zar Peter den Großen antreibt, weshalb Georg Wilhelm Steller und Vitus Bering auf Alaska-Kurs heftig aneinandergeraten, mit welchem logistischen Kraftakt Tausende Menschen ganz Sibirien durchqueren, wie eine Expedition in den Nordpazifik in einer Katastrophe endet und Geschichte schreibt. Die Namen Beringsee, Beringstraße und Beringinsel sind bis heute bekannt. Der Mann dahinter gerät dagegen lange Zeit fast in Vergessenheit. Dabei führt ihn sein Weg von Dänemark über die russische Marine bis an die Grenzen der damals bekannten Welt. Die Zweite Kamtschatka-Expedition wird Bering berühmt machen. Nach Jahren der Vorbereitung erreicht seine Mannschaft 1741 die Küste Alaskas. An Bord kommt es zum Konflikt zwischen dem vorsichtigen Expeditionsleiter und dem ehrgeizigen Naturforscher Georg Wilhelm Steller. Auf der Rückreise schlagen Stürme, Krankheit und Hunger zu. Die Folgen prägen die Geschichte des Nordpazifiks weit über Berings Tod hinaus. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Gudrun Bucher (Sachbuchautorin, Ethnologin und Historikerin, Universität Tübingen) Heike Heklau (Biologin, stellvertretende Vorsitzende der Georg-Wilhelm-Steller-Gesellschaft, Halle) Gudrun Bucher: Die Entdeckung des Nordpazifiks. Eine Geschichte in 44 Objekten. Wissenschaftliche Buchgesellschaft. Darmstadt 2017 Orcutt Frost: Bering. The Russian Discovery of America. Yale University Press. New Haven/London 2003 Georg Wilhelm Steller: Die Entdeckung Alaskas mit Kapitän Bering. Von Sibirien nach Amerika 1741-1742. Lenningen 2013 Weiterführende Links: Zeitzeichen 19.12.1741: Todestag von Vitus Bering Planet Wissen: Bering-Straße Internationale Georg-Wilhelm-Steller-Gesellschaft e.V. Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Kath Redaktion: Christoph Tiegel, Sefa Inci Suvak Technik: Sarah Fitzek
- Als Rom am größten war: Ein Reich von Britannien bis Persien30.08., 06:0030.08.2026, 06:0000:14:18
Als "bester Fürst" wird Roms Kaiser Trajan verehrt - unter ihm erreicht das Imperium im Jahr 116 seine größte Ausdehnung. Der Erfolg ist nur von kurzer Dauer - und genießen kann Trajan ihn auch nicht. In diesem Zeitzeichen erzählt Helene Pawlitzki: warum Expansion für die Römer als nahezu selbstverständliches Staatsziel gilt, weshalb manche Gebiete für Rom attraktiv sind und andere bewusst außerhalb des Imperiums bleiben sollen, wie Handel, Infrastruktur und Alltagskultur das Leben in den Provinzen verändern, warum die Eroberungen Trajans zwar spektakulär, aber nur schwer dauerhaft zu sichern sind, weshalb Kaiser Trajan noch Jahrhunderte nach seinem Tod als vorbildlicher Kaiser gilt. Als Kaiser Trajan im Jahr 116 den Persischen Golf erreicht, scheint die römische Expansion ihren Höhepunkt gefunden zu haben. Für viele Zeitgenossen erfüllt sich damit ein Anspruch, der tief in der römischen Selbstwahrnehmung verwurzelt ist: die Herrschaft über die bekannte Welt. Doch Größe hat ihren Preis. Die Versorgung der Legionen, die Verwaltung entfernter Provinzen und wiederkehrende Aufstände zeigen die Grenzen römischer Macht. Gerade in dem Moment, als das Imperium seine größte Ausdehnung erreicht, wird deutlich, wie schwierig es ist, ein solches Reich dauerhaft zusammenzuhalten. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. phil. Jörg Fündling (Althistoriker an der RWTH Aachen) Tilmann Bechert (Hg.): Die Provinzen des Römischen Reiches. Einführung und Überblick. Mainz 1999 Jörg Fündling: Kaiser von morgens bis abends. Ein Tag an der Spitze des Römischen Reichs. Darmstadt 2009 Weiterführende Links: Zeitzeichen 08.08.117: Der römische Kaiser Trajan stirbt Zeitzeichen 27.10.97: Kaiser Nerva adoptiert Trajan Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Helene Pawlitzki Redaktion: Hildegard Schulte, Frank Zirpins
- Der erste Rockstar ist ein Country-Musiker: Hank Williams29.08., 06:0029.08.2026, 06:0000:14:39
Mit "Hey, good lookin'" erobert Hank Williams am 29.8.1951 die Spitze der Country-Charts. Der Song macht ihn zum Super-Star. Zwei Jahre vor seinem tragisch frühen Tod. In diesem Zeitzeichen erzählt Christopher Heimer: wie ein Straßenmusiker namens Rufus Payne den jungen Hank Williams musikalisch prägt, warum er Themen wie Herzschmerz, Schuld und Scheitern in den Country bringt, wie seine einfachen Drei-Akkord-Songs Generationen von Rockmusikern beeinflussen, wie viele Coverversionen es von "Hey, Good Lookin'" gibt, weshalb sein Tod auf dem Rücksitz eines Cadillac den Mythos Hank Williams bis heute verstärkt. Der erste Rockstar der Musikgeschichte trägt weder Lederjacke noch Sonnenbrille – er ist ein dürrer Schlaks mit Cowboyhut und weißen Maßanzügen. Hank Williams wird nur 29 Jahre alt, doch er beeinflusst mit seinem Country auf der Akustikgitarre Musiker von Elvis Presley bis Bruce Springsteen. Für Bob Dylan hat er die "Regeln des poetischen Songwritings" verfasst. Als "Hey, Good Lookin'" die Spitze der Billboard-Country-Charts erreicht, steht Hank Williams auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Doch hinter dem Erfolg stehen gesundheitliche Probleme, Alkoholmissbrauch und ein Leben unter Dauerstress. Als der Musiker an Neujahr 1953 stirbt, beginnt die Legendenbildung um sein Leben. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Stefan Kleinkrieg (Musiker, Gründungsmitglied von Extrabreit) Colin Escott: I Saw The Light. The Story of Hank Williams. London 2015 Mark Ribowsky: Hank. New York 2017 Weiterführende Links: ARD Sounds: Southern Discomfort in Hank Williams' Country - Südstaaten-Blues WDR3: Götz Alsmann zu Hank Williams und anderen Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christopher Heimer Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse
- Ein Kino-Pionier verschwindet: Die Tragödie des Louis Le Prince28.08., 06:0028.08.2026, 06:0000:14:38
Am 28.8.1841 wird der Erfinder Louis Le Prince geboren. Jahrzehnte vor Edison filmt er die Welt und verschwindet 1890 im Zug. Was bleibt von dem fast vergessenen Kino-Pionier? In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Seebaum: weshalb Le Prince seine Erfindung zwischen Leeds, Paris und New York entwickelt, weshalb sich die Geburt des Kinos nicht auf einen einzigen Erfinder reduzieren lässt, welche Rolle die Laterna Magica und Panorama-Schauen dabei spielen, warum Le Prince trotz bahnbrechender Erfolge kaum als Film-Erfinder bekannt wird, welche Spekulationen es zu seinem plötzlichen Verschwinden gibt. Nur wenige Sekunden lang sind die Aufnahmen, die Louis Le Prince Ende des 19. Jahrhunderts festhält. Dennoch markieren sie einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zum Kino. Der aus Frankreich stammende Erfinder arbeitet jahrelang daran, Bilder nicht nur festzuhalten, sondern sie auch in Bewegung zu zeigen. Seine Experimente führen ihn durch mehrere Länder und in unterschiedliche technische wie künstlerische Milieus. Während andere Namen später Filmgeschichte schreiben, gerät Le Prince lange in Vergessenheit. Dazu trägt auch bei, dass sein Lebensweg kurz vor einer wichtigen Präsentation eine unerwartete Wendung nimmt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Andrea Haller (DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum) Christopher Rawlence: Warum verschwand Augustin Le Prince? – Die mysteriöse Geschichte des Erfinders der bewegten Bilder. Köln 1991 Nat Segnit: Who Killed Louis Le Prince? In: Harper’s Magazine, April 2022 David Nicholas Wilkinson (Regie): The First Film. Dokumentation. Großbritannien 2015 Weiterführende Links: Planet Wissen: Anfänge des Films Kalenderblatt: Die Brüder Lumière eröffnen das erste Kino Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christian Seebaum Redaktion: Emily Jeuckens und Sefa Inci Suvak
- Der 38-Minuten-Krieg: Sansibar gegen Großbritannien27.08., 06:0027.08.2026, 06:0000:14:37
Am Morgen des 27.8.1896 eröffnet die britische Royal Navy das Feuer auf Sansibar. Der kürzeste Krieg der Geschichte wird 500 Tote und Verletzte fordern und den Inselstaat grundlegend verändern. In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Henning: wie die omanische Herrscherfamilie Bu-Said Sansibar zu einem Handelszentrum im Indischen Ozean macht, warum sich Großbritannien immer stärker in die Machtkämpfe der Sultansfamilie einmischt, welche Rolle Sklavenhandel, Gewürzexport und Kolonialpolitik für den Konflikt spielen, wie Khalid bin Barghash trotz britischer Warnungen nach dem Thron greift, wie genau der kürzeste Krieg der Geschichte abläuft. Weiße Strände und Gewürzplantagen machen Sansibar im 19. Jahrhundert zu einem wohlhabenden Knotenpunkt zwischen Afrika, Arabien und Indien. Omans Herrscherfamilie Bu-Said profitiert vom internationalen Handel und baut ihren Einfluss entlang der ostafrikanischen Küste aus. Gleichzeitig wachsen innerhalb der Familie Rivalitäten, die immer wieder zu Konflikten führen. Als 1896 der amtierende Sultan Hamad stirbt, nutzt sein Neffe Khalid die Gelegenheit und besetzt den Palast. Für Großbritannien ist das inakzeptabel. Die Insel liegt an einer strategisch wichtigen Seeroute, und London betrachtet Sansibar längst als Teil seiner Einflusszone. Es kommt zum Angriff. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Michael Pesek (Afrika-Historiker, Humboldt-Universität zu Berlin) Kevin Patience: Zanzibar and the Shortest War in History. Bahrain 1994 Emily Ruete: Leben im Sultanspalast - Memoiren aus dem 19. Jahrhundert. Hamburg 2013 James Rennell Rodd: Social and Diplomatic - Memories. Charleston 2026 Weiterführende Links: Planet Wissen: Kolonialismus - Europas Kolonien Planet Wissen: Inseltausch - Sansibar gegen Helgoland? ARD: Traumziel Sansibar Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Martin Henning Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak Technik: Thomas Bleul
- 70 Jahre Bravo: Wie ein Heft Jugendkultur prägte26.08., 06:0026.08.2026, 06:0000:14:46
Die Bravo gibt der Jugend Idole, Orientierung und eine eigene Identität - und verdient damit nicht nur selbst viel Geld. Am 26.8.1956 erscheint die erste Ausgabe. In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Halter: wie die BRAVO Jugendliche erstmals selbst darüber entscheiden lässt, welche Stars und Themen wichtig sind, weshalb die Beatles-Tournee trotz finanzieller Probleme zum publizistischen Triumph wird, wie Fotograf Bubi Heilemann den Look moderner Popstars mitprägt, warum das Dr.-Sommer-Team für viele Jugendliche zum vertrauten Ansprechpartner wird, wie die BRAVO zwischen Traumfabrik, Geschäft und Lebenshilfe balanciert. Aus der eher braven "Zeitschrift für Film und Fernsehen" entwickelt sich binnen weniger Jahre ein Medium, das die Wünsche einer neuen Generation erkennt und bedient. Die BRAVO begleitet das Wirtschaftswunder, den Siegeszug von Rock'n'Roll und die Entstehung einer eigenständigen Jugendkultur. Mit Starschnitten, exklusiven Schallplattenbeilagen, großen Konzertaktionen und prominenten Gesichtern schafft die Redaktion eine eigene Erlebniswelt. Gleichzeitig zieht mit der Dr.-Sommer-Beratung eine Form der sexuellen Aufklärung in die Kinder- und Jugendzimmer ein, die für viele Familien damals ungewohnt ist. Am Ende steht die Frage, was die BRAVO für Generationen von Jugendlichen eigentlich war: Zeitschrift, Marktmacht oder Zufluchtsort auf dem Weg ins Erwachsenenleben. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Bubi Heilemann (Fotograf, "Auge der BRAVO") Joey und Angelo Kelly (Musiker) Weiterführende Links: Erlebte Geschichten mit "Dr. Sommer" Martin Goldstein Zeitzeichen: Dr. Sommer beantwortet den ersten Bravo-Brief (am 20.10.1969) Stichtag: Billboard ermittelt die erste Top Ten der Popmusik Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Halter Redaktion: Carolin Rückl, Sefa Inci Suvak
- Ordentlich Dampf auf dem Kessel bei Denis Papin25.08., 06:3425.08.2026, 06:3400:14:49
Ein französischer Entwickler präsentiert am 25. August 1681 in London seinen Dampfkochtopf - der große Knall bleibt aus. In diesem Zeitzeichen erzählen Markus Harmann und Joachim Heinz: wie ein Sicherheitsventil den Dampfkochtopf überhaupt erst alltagstauglich macht, warum Papin als Hugenotte seine französische Heimat dauerhaft hinter sich lässt, weshalb Knochen, Geweihe und sogar Schildkrötenpanzer in seinem Apparat landen, wie aus Forschungen zu Druck und Dampf eine frühe Dampfmaschine entsteht, weshalb Papin lange in Vergessenheit gerät, obwohl sein Erbe bis heute fortlebt. Denis Papin gilt als Arzt, Mathematiker, Physiker und Erfinder zugleich. Seine Laufbahn führt ihn durch die europäischen Wissenschaftszentren seiner Zeit. In London, Venedig, Marburg und Kassel arbeitet er an den großen Fragen von Druck, Vakuum und Technik. Als Papin seinen Dampfdrucktopf vor Gelehrten präsentiert, sorgt die Erfindung für Aufsehen. Doch der Kochtopf bleibt nur ein Teil seines Wirkens. Der Forscher konstruiert Tauchboote, entwickelt Pumpen und schafft mit seiner Kolbendampfmaschine eine technische Grundlage, die weit über seine Lebenszeit hinauswirkt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Bérénice Tarcher (Stadtführerin im französischen Val de Loire) Heinz Jänsch (Physikprofessor, Philipps-Universität Marburg) Sophie Gerber (Kuratorin und Kustodin, Technisches Museum Wien) Denis Papin: A new Digester or Engine for softening Bones. London 1681 William Bray: The Diary of John Evelyn. London 1901 Karsten Porezag, Mitglied der Hessischen Historischen Kommission Darmstadt, arbeitet seit neun Jahren an einer umfangreichen Biografie zu Denis Papin, die 2027 oder 2028 erscheinen soll. Weiterführende Links: Denis Papin im Professorenkatalog der Philipps-Universität Marburg Vorstellung von Papins Dampfkochtopf im Journal des Savants Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autoren: Markus Harmann, Joachim Heinz Redaktion: Emily Jeuckens, Sefa Inci Suvak
- Pluto: Kosmischer Außenseiter und Planet der Herzen24.08., 06:0024.08.2026, 06:0000:14:42
Am 24.8.2006 verliert Pluto seinen Status als Planet. Der Himmelskörper bewegt Fans und Forscher - und entfacht eine anhaltende Debatte, was einen Planeten ausmacht. In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger: warum die Entdeckung des Himmelskörpers Eris die Planetendefinition ins Wanken bringt, weshalb Astronomen in Prag 2006 erbittert über die Zahl der Planeten streiten, wie der junge Farmersohn Clyde Tombaugh Pluto aufspürt, warum ein elfjähriges Mädchen den Namen "Pluto" vorschlägt, welche Überraschungen die Raumsonde "New Horizons" auf dem fernen Himmelskörper entdeckt. Pluto gilt lange als neunter Planet unseres Sonnensystems. Doch als immer mehr ähnliche Objekte im äußeren Sonnensystem entdeckt werden, gerät die alte Ordnung unter Druck. Auf der Generalversammlung der Internationalen Astronomischen Union in Prag wird deshalb über eine neue Definition des Begriffs "Planet" abgestimmt. Plutos Geschichte beginnt schon vor seiner spektakulären Entdeckung durch Clyde Tombaugh im Jahr 1930 und führt zu einer Debatte, die bis heute nicht vollständig verstummt ist. Selbst aktuelle Stimmen aus der Raumfahrt stellen die Entscheidung von 2006 noch infrage. Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin: Prof. Dr. Susanne Hüttemeister (Leiterin des Planetariums Bochum) Weiterführende Links: Planet Wissen: Warum ist der Pluto kein Planet mehr? Zeitzeichen: Der Sternenforscher mit der falschen Nase: Tycho Brahe Zeitzeichen: Wendepunkt in der Wissenschaft: Der Venustransit am 3.6.1769 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Ralph Erdenberger Redaktion: Carolin Rückl, Sefa Inci Suvak
- Aus der "Operation Marriage" entsteht 1946 Nordrhein-Westfalen23.08., 06:0023.08.2026, 06:0000:14:39
Die schmucklose "Verordnung Nr.46" der britischen Militärregierung vom 23.8.1946 ist die Gründungsurkunde von NRW. Eine politisch umkämpfte, aber letztlich kluge Entscheidung... In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen: welche zwei Möglichkeiten vor der Grenzziehung des neuen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen diskutiert werden, warum die Britischen Alliierten den Kölner Rudolf Amelunxen für das Amt des Ministerpräsidenten auswählen, wie die Briten durch die Vereinigung sehr unterschiedlicher Regionen einen bedeutenden politischen und wirtschaftlichen Raum schaffen. Im Juni 1946 treffen sich hohe britische Militärs und Beamte des britischen Kriegsministeriums, des Finanzministeriums und des Außenministeriums in London. Im Sitzungsraum Nummer 25 hängt eine große Deutschland-Karte an der Wand. Die Teilnehmenden möchten besprechen, wie sie die Grenzen des künftigen Bundeslands ziehen werden. "Operation Marriage - Operation Hochzeit" ist der Codename dieser Überlegungen. Zur Diskussion stehen zwei Möglichkeiten: Einmal die "große Lösung", bei der die nordrheinischen Provinzen mit Westfalen zusammengelegt werden, oder die "kleine Lösung", bei der NRW nur aus dem Ruhrgebiet besteht. Am Ende des Tages steht fest: Man möchte die "große Lösung". Der Grund: Wegen des schon bestehenden Verkehrswegenetzes mit Schienen, Flüssen, Schiffskanälen und Straßen sei auch ein großes NRW überlebensfähig. Am 23. August 1946 veröffentlichen die Briten die zwei Seiten lange sogenannte "Verordnung Nr. 46" - quasi die Geburtsurkunde Nordrhein-Westfalens. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Basil Kerski, Präsident des "Haus der Geschichte" in Düsseldorf Das "Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen" Weiterführende Links: Planet Wissen: Übersichtsseite Nordrhein-Westfalen Planet Wissen: Deutsche Geschichte - Nachkriegszeit ab 1945 Planet Wissen: Deutsche Geschichte - Wie Deutschland ab 1945 zur Demokratie wurde Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Klasen Redaktion: David Rother Technik: Sarah Fitzek
- Selbstverbrennung eines Pfarrers in der DDR: radikale Opposition22.08., 06:0022.08.2026, 06:0000:14:45
Am 22. August 1976 stirbt Oskar Brüsewitz an den Folgen seiner Selbstverbrennung. Er wollte die DDR anklagen. Sein Tod löst Debatten aus - mit Folgen für die Opposition. In diesem Zeitzeichen erzählt Uli Hufen: wie Oskar Brüsewitz seinen Freitod inszeniert, dass die Kirche ihn zunächst als Pfarrer für ungeeignet hält, erst die Art der Berichterstattung über seinen Tod zum Skandal führt. Weder Staat noch Kirche wollen aus der Selbstverbrennung von Oskar Brüsewitz einen Skandal machen. Die Kirche hat sich mit dem DDR-Regime arrangiert, die SED-Führung kann keinen Märtyrer gebrauchen. Doch in Westdeutschland lösen Brüsewitz' Tod Schlagzeilen und Proteste aus. Nun sehen sich die DDR-Medien genötigt, den Pfarrer als "abnormal und krankhaft veranlagt" zu diffamieren. Damit erreichen sie genau das Gegenteil, auch in der DDR beginnt der Protest. Unter dem Druck der Ereignisse bekräftigt Erich Honecker die Religionsfreiheit. Damit schafft Oskar Brüsewitz' Tod letztlich neue Freiräume und stärkt eine kirchliche Opposition, die 1989 zum Ende der DDR beiträgt. Unser Tipp: Die App "OstWest Zeitzeugen" der ARD Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Karsten Krampitz, Historiker Sabine Stach, Historikerin Karsten Krampitz: 1976. Die DDR in der Krise. Berlin 2016 Karsten Krampitz: Der Fall Brüsewitz: Staat und Kirche in der DDR. Berlin 2016 Sabine Stach: Vermächtnispolitik. Jan Palach und Oskar Brüsewitz als politische Märtyrer. Göttingen 2016 Weiterführende Links: Zeitzeichen: 30.04.1976: DDR-Widerständler Michael Gartenschläger wird erschossen Zeitzeichen: 13. November 1976 - Wolf Biermann gibt folgenreiches Konzert in Köln Planet Wissen: Das Leben in der DDR - Alltag in der DDR Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Uli Hufen Redaktion: Sefa Inci Suvak
- Mystik, Macht und sexuelle Vorwürfe im Kloster21.08., 06:0021.08.2026, 06:0000:14:36
Im August 1661 stirbt Benedetta Carlini nach 35 Jahren Klosterhaft. Einst als Mystikerin verehrt, wird die mächtige Äbtissin wegen sexueller Übergriffe beschuldigt. In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer: wie die Historikerin Judith C. Brown zufällig auf die vergessene Geschichte von Benedetta Carlini stößt, warum die Kirche Benedetta erst zur Mystikerin und Äbtissin avanciert, sie dann aber 35 Jahre in ein Klostergefängnis verbannt. Der jungen Nonne Benedetta Carlini begegnet angeblich immer wieder Jesus. Mal rettet er sie vor wilden Tieren, dann schenkt er ihr sein Herz. Den katholischen Würdenträgern in der Toskana kommen die Erzählungen zunächst gelegen. Eine Frau mit "Direktverbindung zu Gott" könnte die Bedeutung des Ortes Pescia stärken. Auch das einfache Volk liebt und verehrt sie. Doch je größer ihr Einfluss wird, desto mehr fühlt sich der männliche Klerus bedroht, und sie fordern ihre Überprüfung. Abgesandte des päpstlichen Nuntius bezweifeln nun ihre Erscheinungen. Als eine Mitschwester sie zudem noch wegen sexueller Handlungen bezichtigt, stürzt die einst gefeierte Nonne tief. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Dr. Xenia von Tippelskirch, Geschichte religiöser Dynamiken, Goethe-Universität Frankfurt Judith C. Brown: Immodest Acts. The Life of a Lesbian Nun in Renaissance Italy. New York/Oxford 1985 Judith C. Brown: Lesbian Sexuality in Renaissance Italy. The Case of Sister Benedetta Carlini. Signs 9/4, 1984 Paul Verhoeven: Benedetta. Frankreich/Niederlande/Belgien 2021; deutsche Synchronfassung. Weiterführende Links: Zeitzeichen: Die Welt vor 500 Jahren: Leben in der frühen Neuzeit Zeitzeichen: Europas beste Mittelalter-Diplomatin: Margarete von Österreich Zeitzeichen: Ein Manifest gegen Frauenhass im Mittelalter: Christine de Pizan Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Wolfgang Meyer Redaktion: Sefa Inci Suvak
- Astronom Johannes Kepler verteidigt seine Mutter im Hexenprozess20.08., 06:0020.08.2026, 06:0000:14:43
Hexerei, Folter, Todesangst: Als seine Mutter angeklagt wird, setzt Johannes Kepler Ruf und Karriere aufs Spiel. Kann er sie vor dem Schlimmsten bewahren? In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner: wie ein Brief das Leben des Gelehrten Johannes Kepler aus dem Gleichgewicht bringt, wie Europa in der Frühen Neuzeit durch das Phänomen Hexenwahn geprägt wird, warum die Vorwürfe gegen Keplers Mutter auch für ihn selbst gefährlich sind, wie die familiäre Unterstützung für die Mutter ins Wanken gerät, wie Johannes Kepler vor Gericht die Aussagen gegen seine Mutter zerlegt. Der Gelehrte Johannes Kepler muss sich ab 1615 neben der Mathematik, Astronomie und Physik auch noch der Verteidigung seiner Mutter Katharina widmen, die in Leonberg unter dem Verdacht der Hexerei angeklagt ist. Dort sind schon mehrere Frauen als Hexen verbrannt worden und sie ist nun von einem ähnlichen Schicksal bedroht. Kepler engagiert sich sehr für seine Mutter und zieht damit auch den Ärger der örtlichen Justiz auf sich. Ein übereifriger Beamter beginnt, Hexerei-Beschuldigungen ernster zu nehmen. Schließlich finden sich 24 Zeugen aus dem Städtchen Leonberg, die gegen Keplers Mutter aussagen, dabei auch der örtliche Lehrer, ein ehemaliger Schulkamerad Johannes Keplers. Der berühmte Astronom baut seine Verteidigung so auf, wie er es als Wissenschaftler gewohnt ist: Präzise, logisch und mutig. Im Oktober 1621 erreicht er einen Freispruch und die Freilassung seiner Mutter. Keplers Mutter kann sich nicht lange am Leben in Freiheit erfreuen. Sie stirbt schon ein halbes Jahr später, vermutlich an den Folgen der Haft, in der sie 14 Monate angekettet war. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Ulinka Rublack, Historikerin, Universität Cambridge Ulinka Rublack: Der Astronom und die Hexe. Johannes Kepler und seine Zeit. Stuttgart 2020 Weiterführende Links: Zeitzeichen: 27. Dezember 1571 - Astronom Johannes Kepler wird geboren Planet Wissen: Astronomie Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Martina Meißner Redaktion: Matti Hesse Technik: Moritz Raestrup
- Giftiges Gold: Wie Mutters kleiner Helfer krank machte19.08., 06:0019.08.2026, 06:0000:14:50
Mutti mal locker machen: Das war das erklärte Ziel des Tonikums "Frauengold". Nicht nur der Alkoholgehalt machte das Mittel zur Gefahr für die Gesundheit. Am 19.8.1981 wird "Frauengold" verboten. In diesem Zeitzeichen erzählt Jana Magdanz: wie die Werbung der 1950er- und 1960er-Jahre ein bestimmtes Frauenbild propagiert, weshalb viele Frauen in "Frauengold" mehr als nur ein Arzneimittel sehen, welche Rolle die giftige Pflanze Osterluzei bei der Geschichte des Präparats spielt, warum das Verbot von "Frauengold" zu einem Meilenstein der Arzneimittelkontrolle wird, weshalb das Ende des Mittels auch etwas über gesellschaftlichen Wandel erzählt. "Frauengold" verspricht Wohlbefinden, Ausgeglichenheit und Harmonie. In aufwendig produzierten Werbespots erscheint das Präparat als Antwort auf Belastungen in Ehe, Haushalt und Beruf. Tatsächlich wird das Tonikum aus Kräutern auf Weinbasis hergestellt und enthält einen erheblichen Alkoholanteil. Die Geschichte des Präparats führt in eine Zeit, in der Arzneimittel kaum kontrolliert werden und tradierte Rollenbilder den Alltag vieler Frauen prägen. Erst neue gesetzliche Regelungen und beunruhigende Forschungsergebnisse zu einem Inhaltsstoff führen dazu, dass "Frauengold" 1981 vom Markt verschwindet. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Alexandra Regiert (empirische Kulturwissenschaftlerin, Universität Regensburg) Bettina Wahrig (Professorin i. R. für Pharmazie- und Wissenschaftsgeschichte, TU Braunschweig) Ulrich Hagemann (Apotheker und Biochemiker, ehemals am Institut für Arzneimittel des Bundesgesundheitsamts) Studie zu Mutagenesis: Hohe Kanzerogenität nach nur drei Tagen Gabe von Aristolochiasäure Weiterführender Link: Filmportal: Werbefilm Frauengold Tonikum Episode 2 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Jana Magdanz Redaktion: Frank Zirpins Technik: Sarah Fitzek
- Timbuktu: Wie die Wüstenstadt zum Mythos wird18.08., 06:0018.08.2026, 06:0000:13:58
Jahrhundertelang zieht Timbuktus Reichtum Reisende und Eroberer an. Am 18.8.1826 erreicht Alexander Laing als vermeintlich erster Europäer die sagenumwobene Stadt. Doch Gold findet er keines. In diesem Zeitzeichen erzählt Murat Kayı: wie Mansa Musa seine Pilgerreise im 14. Jahrhundert zur PR-Tour für sein Mali-Reich macht, dass Alexander Gordon Laing zu Unrecht als erster Europäer in Timbuktu gefeiert wurde, über den Wert der jahrhundertealten Handschriften, die in Timbuktu aufbewahrt werden, wie heute Krieg und Klimawandel die historischen Bücher gefährden. Im 14. Jahrhundert reist Mansa Musa, Herrscher aus Timbuktu, mit einer prunkvollen Karawane nach Mekka. Entlang des Pilgerweges verschenkt er Gold in rauen Mengen und weckt somit die Vorstellung in der Bevölkerung, dass Timbuktu ein reiches und prächtiges Paradies sein muss. Da der Weg dorthin durch die Sahara führt, ist Timbuktu für Europäer nahezu unerreichbar. Der schottische Forscher Alexander Gordon Laing will es wissen und macht sich vom heutigen Libyen auf ins sagenumwobene Timbuktu. 3.700 Kilometer reist er diagonal durch die Sahara. Die Reise wird zur Tortur. Er erreicht Timbuktu am 18.8.1826 mit unzähligen Wunden, gebrochenen Knochen und ohne seine rechte Hand - und vom beschriebenen Gold findet er nichts. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Katharina Monz, Institut für Afrikanistik und Ägyptologie, Universität zu Köln Charlie English: Die Bücherschmuggler von Timbuktu. Hamburg 2018. Luke Pepera: Motherland: Von Mansa Musa bis Black Panther: Eine persönliche Reise durch 500.000 Jahre afrikanische Geschichten. Berlin 2025. Johann Leo Africanus: Beschreibung Afrikas. Leipzig 1984. Weiterführende Links: Stichtag: Zerstörung islamischer Mausoleen in Timbuktu Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Murat Kayı Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse
- Als Wunderkind vergessen, als Komponistin verdrängt: Marie Jaëll17.08., 06:0017.08.2026, 06:0000:14:41
Am 17. August 1846 wird Marie Jaëll in einem Dorf im Elsass geboren. Mit musikalischem Ausnahmetalent macht sie Karriere als Pianistin und Komponistin - doch ihre Name gerät später fast in Vergessenheit. In diesem Zeitzeichen erzählt Fabian Elsäßer: dass Marie Jaëll einen Musiker heiratet, der später eifersüchtig auf ihren Erfolg ist, warum die Musikerin zur Sekretärin von Franz Liszt wird, dass sie als erste französische Pianistin alle 32 Beethoven-Sonaten vorträgt, wie sie eine neue Methode zum Lernen des Klavierspiels entwickelt. Marie Jaëll ist ein Wunderkind am Klavier: Schon mit zehn Jahren gibt sie Konzerte im Elsass, ihrer Heimat, und in Süddeutschland. Kritiker loben ihre geniale Technik und "männliche Energie" - das seinerzeit höchste Lob für Pianistinnen. Daneben komponiert Marie Jaëll rund 70 Werke: Klavierstücke, Lieder, eine Oper und große Symphonien. Kritiker vergleichen sie mit Beethoven und Wagner. Doch sie ist auch eine Frau im von Männern dominierten Musikbetrieb und sie gerät nach ihrem Tod in Vergessenheit. Heute werden ihre Werke - nicht nur von jungen Musikerinnen - wiederentdeckt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Raphaela Gromes, Cellistin und Autorin Susanne Wosnitzka, Musikwissenschaftlerin am Archiv Frau und Musik, Frankfurt am Main Raphaela Gromes/Susanne Wosnitzka: Fortissima!: Verdrängte Komponistinnen und wie sie meinen Blick auf die Welt verändern. München 2025. Weiterführende Links: ARD Sounds: Komponistinnen im Fokus Stichtag: Tod des Komponisten Franz Liszt Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Fabian Elsäßer Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins
- Geburtsstunde der KI: Die Dartmouth-Konferenz16.08., 06:0016.08.2026, 06:0000:14:43
Im Sommer 1956 treffen sich 20 Wissenschaftler auf dem Campus des Dartmouth College in den USA. Mit ihren Diskussionen legen sie den Grundstein für künstliche Intelligenz. In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Tiemann: ob moderne KI-Systeme tatsächlich intelligent sind, über Alan Turings berühmte Frage: "Können Maschinen denken?", wie Künstliche Intelligenz 70 Jahre nach Dartmouth die Welt auf den Kopf stellt. "Wir wollen herausfinden, wie Maschinen Probleme angehen können, deren Lösung zurzeit dem Menschen vorbehalten ist", formuliert Mathematiker und Mitinitiator John McCarthy das Ziel der Dartmouth-Konferenz. Zwei Monate lang diskutieren und analysieren Mathematiker, Ökonomen, Informatiker und Psychologen, wie das menschliche Gehirn Informationen verarbeitet - und ob sich diese Prozesse auf Maschinen übertragen lassen. Ihre Vision geht noch weiter: Können Maschinen sich auch selbst optimieren? Ergebnisse gibt es keine, aber die Dartmouth-Konferenz gilt heute als Geburtsstunde der "Künstlichen Intelligenz". Seither arbeiten Wissenschaftler der verschiedensten Disziplinen an der Entwicklung intelligenter Maschinen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Alke Martens (Lehrstuhl für Praktische Informatik und Didaktik der Informatik an der Universität Rostock) Prof. Benjamin Risse (Praktische Informatik Universität Münster) Weiterführende Links: Planet Wissen: Geschichte des Computers Stichtag: Computererfinder Konrad Zuse stirbt Zeitzeichen: Mathematiker Alan Turing wird geboren Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Tiemann Redaktion: Jakob Schiffer und Matti Hesse Technik: Alexander Buske
- Die Sonne rettete sein Leben: Adam Schall von Bell15.08., 06:0015.08.2026, 06:0000:14:37
Als Astronom reist der Kölner Jesuit Adam Schall von Bell nach China - bis zu seinem Tod am 15.8.1666 sieht er die Heimat nie wieder. Am Kaiserhof gelangt er zu Weltruhm - und gerät in tödliche Gefahr. In diesem Zeitzeichen erzählt Lisa Bolten: wie der Kölner Jesuit Johann Adam Schall von Bell zum engsten Berater des chinesischen Kaisers aufsteigt, weshalb seine astronomischen Kenntnisse über Macht und Einfluss am Kaiserhof entscheiden, wie Hofintrigen ihn ins Gefängnis bringen, ein Erdbeben ihm aber sein Leben rettet. 1592 wird Johann Adam Schall von Bell in Köln geboren. Als junger Jesuit verlässt er Europa und reist nach China – mit dem Ziel, den christlichen Glauben zu verbreiten. Doch bekannt wird er dort vor allem als Mathematiker und Astronom. Am Kaiserhof in Peking berechnet er einen neuen, präziseren Kalender und steigt zum Hofastronomen und Berater des Kaisers auf. Seine wissenschaftlichen Erfolge verschaffen ihm hohes Ansehen, wecken aber auch Neid und politischen Widerstand. Als sich die Machtverhältnisse am Hof ändern, gerät Schall von Bell zwischen die Fronten. Aus dem gefeierten Gelehrten wird ein Gefangener. Obwohl seine Berechnungen einer Sonnenfinsternis ihn rehabilitieren, wird er zum Tode verurteilt. Erst ein Erdbeben wendet sein Schicksal. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Dr. Markus Friedrich, Professor für frühe Neuzeit, Universität Hamburg Pingyi Chu: Scientific Dispute in the Imperial Court. The 1664 Calendar Case, In: Taiwanese Journal for Studies of Science, Technology and Medicine, Nr. 6 (1997), S. 1–31 Martin Gimm: P. Johann Adam Schall von Bell S.J. und die Geheimakten zum Gerichtsprozeß der Jahre 1664–1665 in China, Wiesbaden 2021 Stefano Salvia: The Battle of the Astronomers. Johann Adam Schall von Bell and Ferdinand Verbiest at the Court of the Celestial Emperors (1660–1670), In: Physics in Perspective, Bd. 22 (2020), S. 81–109 Jianhua Zhu: Johann Adam Schall von Bell. Ein Kölner des 17. Jahrhunderts in China, In: Achim Aurnhammer, Barbara Beßlich und Stephanie Wodianka (Hrsg.): Deutsch-chinesische Helden und Anti-Helden. Von Ah Q bis Wu Song, Bielefeld 2020 Weiterführende Links: Zeitzeichen: Der Jesuit, der Japan beschrieb - Luis Froís Zeitzeichen: Verändert die Welt mit himmlischer Mathematik - Regiomontanus Zeitzeichen: Wendepunkt in der Wissenschaft - der Venustransit am 3.6.176 Zeitzeichen: Die Vermessung des Universums - Astronom Claudius Ptolemäus Zeitzeichen: Die Sonnenfinsternis des Archilochos (am 6.4.648 v.Chr.) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Lisa Bolten Redaktion: Frank Zirpins