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Episoden
182- Zwei She-Rex mit Lupe05.11., 17:0005.11.2021, 17:0001:05:54
... über Wiederholungen, Pausen und Verzögerung Es gibt diese Momente im Leben, da stehen wir fassungslos vor'm Weltgeschehen und denken: Werden wir Menschen es denn nie lernen? Warum müssen wir die selben Fehler immer und immer wieder machen? Aber bevor wir vollends in Verzweiflung stürzen, schauen wir uns lieber das Phänomen der Wiederholung mal genauer an. Denn Wiederholung in Form von Routinen und Tradition ist nicht per se gut oder schlecht. So kann Wiederholung uns das Gefühl von Vertrautheit und Sicherheit geben. Routinen schaffen eine stabile Basis für Entwicklungen und helfen uns, bei Entscheidungen nicht immer wieder bei Null anfangen zu müssen. Auf der anderen Seite kann Wiederholung auch extrem nerven und einengen. Die alles entscheidende Frage dazu stellt - guess who - richtig: Nietzsche. Ritas Literaturliste: Becker-Lindenthal, Hjördis: Die Wiederholung der Philosophie. Kierkegaards Kulturkritik und ihre Folgen. Berlin 2015. Dörpinghaus, Andreas/ Uphoff, Ina-Katharina: Die Abschaffung der Zeit. Darmstadt 2012. Han, Byung-Chul: Duft der Zeit. Bielefeld 2009. King, Vera/ Gerisch, Benigna (Hrsg.): Zeitgewinn und Selbstverlust. Folgen und Grenzen der Beschleunigung. Frankfurt/Main 2009. Peter, Christoph: Zum Phänomen der Pause und der Wiederholung in der Musik. Stuttgart 1986. Schmidt-Lauff, Sabine: Zeit und Bildung. Annäherungen an eine zeittheoretische Grundlegung. Münster, New York, München, Berlin 2021. 4'33" by John Cage performed by Kyle Shaw (Youtube-Link) Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Sprache Macht Kontext08.10., 17:0008.10.2021, 17:0001:30:06
Wie wir das Weltgeschehen verhandeln Während dieser Pandemie kristallisiert sich so deutlich wie selten heraus, wie wichtig die Kontexte sind, in denen wir sprechen. Wie schnell Sprache und Denken auf Nebengleise geraten. Und wie sich Machtverhältnisse verteilen, aber eben auch verändern. Das alles löst etwas aus. Es geht um die Suche nach Bedeutung, nach Anerkennung und Publikum. Es geht um Macht und Machtverlust. Und das alles wird im Rahmen der Kontexte verhandelt, die das Gesagte in die eine oder andere Richtung lenken.Wir alle kennen die Situation zu gut: Wir können durchaus valide Punkte finden an dem, was unser Gegenüber sagt. Aber mit den Schlüssen, die daraus gezogen werden, fremdeln wir. Plötzlich sehen wir uns einer Person gegenüber, die in einer Parallelwelt zu leben scheint. Wie kommt das? In dieser Folge geht es um Text und Kontext. Darüber wer spricht und wer wo Gehör findet. Und was das mit dem Wunsch nach Macht und Anerkennung zu tun hat. Ritas Literaturliste: Ärzte, Die: Kraft. In: Dunkel. Berlin 2021. Fink, Eugen: Erziehungswissenschaft und Lebenslehre. Freiburg 1970. (Hierin v.a.: Kapitel „Gemeinschaft der Beratung“, S. 183ff.) Fischer-Geboers, Miriam: Zwischen Gewalt und Gewaltlosigkeit. Die Sprache des Menschen. In: Dies./ Wirz, Benno (Hrsg.): Leben verstehen. Zur Verstricktheit zweier philosophischer Grundbegriffe. Weilerswist 2015, S. 207-225. Hradil, Stefan: Anmerkungen zum Armutsdiskurs. In: Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (Hrsg.): Der Bürger im Staat. 4/2012, S. 208-214. Klemperer, Victor: LTI: Notizbuch eines Philologen. Stuttgart 2010. Malthus, Thomas Robert: Das Bevölkerungsgesetz. Berlin 2022. (Im Erscheinen) Noras Literaturliste: Heimann, Ralf: Unerhört - Das Altpapier am 1. Oktober 2021.MDR. Online abrufbar unter https://www.mdr.de/altpapier/das-altpapier-2336.html (Zuletzt abgerufen am 7.10.2021) Lamberty, Pia / Nocun, Katharina: Fake Facts - Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen. Köln 2020. Lamberty, Pia / Nocun, Katharina: True Facts - Was gegen Verschwörungstheorien wirklich hilft. Köln 2021. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Rä-sülli-änz10.09., 17:0010.09.2021, 17:0001:10:22
oder: Dem Grüßaugust seine Krisenbewältigung Hurra, wir sind zurück aus unserer Podcastpause. Und gehen direkt dahin, wo's weh tut. Oder auch dahin, wo es aufhört weh zu tun. Denn Resilienz ist eine Fähigkeit, die uns hilft, nach Krisen wieder klar zu kommen. Resilienz ist inzwischen aber auch zu einem viel bemühten Buzzword geworden. Deshalb wollen wir vor allem klären, was Resilienz überhaupt ist. Wie gewohnt begeben wir uns dabei auf die Suche nach dem Pfeffer im veganen Soja-Hackbraten. Und üben uns in der Hingabe an die Nichtverstehbarkeit des Lebens. Wie an der Stelle der Grüßaugust ins Spiel kommt, müsst ihr euch selbst anhören. Rita hat ihn sich jedenfalls im Folgentitel gewünscht. Ritas Literaturliste: Fröhlich-Gildhoff, Klaus/Rönnau-Böse, Maike: Resilienz. 4. Auflage. München, Basel 2015. Gabriel, Thomas: Resilienz - Kritik und Perspektiven. ZfPäd 51/2005, S. 207-217. Griebel, Wilfried/ Niesel, Renate/ Wustmann, Corina: Bewältigung von Transitionen und Förderung von Resilienz: Mit Risiken und Veränderungen als Familie umgehen lernen. In: Macha, Hildegard et al. (Hrsg.): Handbuch der Erziehungswissenschaft. Band III. Paderborn 2009. Lang, Undine: Resilienz. Ressourcen stärken, psychisches Wohlbefinden steigern. Stuttgart 2019. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Arbeitsglück und Schichtsalat30.07., 17:0030.07.2021, 17:0001:19:42
Macht Arbeit glücklich und was ist eigentlich Erfolg? In der letzten Folge haben wir versucht auszuloten, was eigentlich Arbeit ist. In dieser Folge widmen wir uns der Frage, ob Arbeit uns glücklich macht und wie wir eigentlich Erfolg messen in Bezug auf Arbeit. Außerdem gibt's am Ende der Folge noch eine kleine Verkündung. Das mit dem Arbeitsglück ist so eine Sache. Wie das mit dem Glück an sich auch so eine Sache ist. Während die einen sich glücklich schätzen, überhaupt einer Erwerbstätigkeit nachgehen zu können, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, suchen andere ihr Glück in der Arbeit als solche. Allein daran lassen sich schon bestimmte Merkmale bestimmen. Zum Beispiel in Bezug auf die Zugehörigkeit zu bestimmten Gesellschaftsschichten. Daran knüpft auch an, wie wir Erfolg messen und woran wir ihn festmachen. Ritas Literaturliste: Arendt, Hannah: Vita activa oder Vom tätigen Leben. 5. Auflage. München 2002. Boltanski, Luc/ Chiapello, Ève: Die Arbeit der Kritik und der normative Wandel. Wiederabdruck in: Menke, Christoph/ Rebentisch, Juliane (Hrsg.): Kreation und Depression. Freiheit im gegenwärtigen Kapitalismus. Berlin 2012, S. 18-37. Jaeggi, Rahel: Wie entfremdet sind wir? In: Philosophie Magazin/ Reclam Verlag (Hrsg.): Macht Arbeit glücklich? Stuttgart 2017, S. 54-57. Müller, Ernst: Hannah Arendts Marxkritik. In: Berliner Debatte INITIAL 14 (2003) 2, S. 104-112. Abrufbar unter https://www.linksnet.de/artikel/18404 (Datum des letzten Abrufs: 26.07.2021) Reckwitz, Andreas: Ästhetisierungsgesellschaft: Strukturen, Dissonanzen, Alternativen. In: Ders.: Die Erfindung der Kreativität. Berlin 2012, S. 313-368. Weber, Max: Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus. Noras Literaturempfehlungen: Chapoutot, Johann: Gehorsam macht frei - Eine kurze Geschichte des Managements – von Hitler bis heute. Berlin 2021 Mayr, Anna: Die Elenden - Warum unsere Gesellschaft Arbeitslose verachtet und sie dennoch braucht. Berlin 2020 Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Seht die Vögel!16.07., 17:0016.07.2021, 17:0001:28:33
Gedanken zu Arbeit und Anerkennung Arbeit ist nichts, was uns einfach so passiert. Aber was ist dann Arbeit? Welchen Unterschied machen wir zwischen körperlicher und kultureller Arbeit und wie sieht es eigentlich mit dem Zugang zu Arbeit aus? Wir machen uns Gedanken zum Arbeitsbegriff, warum der immer auch mit Leistung zusammenhängt und welchen Stellenwert Arbeit eigentlich in unserer Gesellschaft hat. Und weil wir in der letzten Folge so intensiv über Hannah Arendt gesprochen haben, knüpfen wir hier an ihre Gedanken an. Denn sie gehört zu den Philosoph:innen, die sich dezidiert mit dem werktätigen Leben auseinander gesetzt hat. Es geht aber auch um das Thema Beschleunigung der Arbeit - und wie das zusammenhängt mit der Frage, wie sich Menschen politisch einbringen können, um das Geflecht der Gesellschaft zusammenzuhalten. Oder einfach ausgedrückt: Arbeiten wir so viel, dass wir keine Zeit mehr haben, um uns um unsere Zukunft und Umstände Gedanken zu machen und entsprechende politische Forderungen zu stellen, um die Bedingungen zu verbessern, da wo es nötig ist? Ritas Literaturliste: Kritische Gesamtausgabe der Werke Hannah Arendts: https://www.arendteditionprojekt.de/ (Datum des letzten Abrufs: 23.06.2021) Arendt, Hannah: Vita activa oder Vom tätigen Leben. 5. Auflage. München 2002. Aßländer, Michael S. / Wagner, Bernd (Hrsg.): Philosophie der Arbeit: Texte von der Antike bis zur Gegenwart. Frankfurt/Main 2017. Fink, Eugen: Der Mensch - jenseits der Arbeit. In: Ders: Zur Krisenlage des modernen Menschen. Würzburg 1989, S. 48-61. [Orig. 1958]Fink, Eugen: Grundphänomene des menschlichen Daseins. Hrsg. von Egon Schütz und Franz-Anton. 2. Auflage. München 1995.Philosophie Magazin/ Reclam Verlag (Hrsg.): Macht Arbeit glücklich? Stuttgart 2017. Sandel, Michael J.: Arbeit, Anerkennung und Gemeinwohl. In: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Aus Politik und Zeitgeschichte, "Im Dienst der Gesellschaft", 71. Jg., 13-15/2021, S. 4 – 11 [https://www.bpb.de/apuz/im-dienst-der-gesellschaft-2021/329314/arbeit-anerkennung-und-gemeinwohl] (Datum des letzten Abrufs 16.07.2021) (https://www.bpb.de/apuz/im-dienst-der-gesellschaft-2021/329314/arbeit-anerkennung-und-gemeinwohl) (Vgl. auch: Ders.: Vom Ende des Gemeinwohls. Wie die Leistungsgesellschaft unsere Demokratien zerreißt. Frankfurt/Main 2020) Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Hannah Arendt02.07., 17:0002.07.2021, 17:0001:02:11
... oder: Nicht handeln ist auch keine Lösung Die erste Philosophin, mit der Nora in Berührung gekommen ist, war Hannah Arendt. Ihre Bücher hat sie bisher allerdings nicht gelesen, aber einige ihrer Gespräche hat sie inzwischen gehört und gesehen. Rita als Philosophin hat sich hingegen eingehender mit Hannah Arendt beschäftigt - und auch mit der Kritik an der politischen Denkerin, die gar nicht Philosophin genannt werden wollte. In dieser Podcastfolge stellt Rita vor allem die Art vor, wie Hannah Arendt gedacht hat. Wir beschäftigen uns mit ihren Thesen zur Arbeit, ihrem Leben, aber auch ihrer Art der Gesprächsführung und Äußerung. Denn Hannah Arendt hat sich vor allem als politische Denkerin verstanden, die sich mit dem Leben der Menschen beschäftigt, mit ihrem Alltag. Auch wenn ihr genau das von ihren Kritiker:innen immer abgesprochen wurde. Wir blicken auf die Kritik an Hannah Arendt zum Eichmann-Prozess und ihrer Theorie der "Banalität des Bösen", auf die Beweggründe, sich mit der vita activa des Menschen zu beschäftigen, also dem tätigem Leben und ihre Art, nicht nur zu denken, sondern auch zu urteilen. Ritas Literaturliste: Kritische Gesamtausgabe der Werke Hannah Arendts: https://www.arendteditionprojekt.de/ (Datum des letzten Abrufs: 23.06.2021) Benhabib, Seyla: Hannah Arendt - Die melancholische Denkerin der Moderne. Erweiterte Ausgabe. Frankfurt/Main 2006. Breier, Karl-Heinz: Hannah Arendt zur Einführung. Hamburg 2011. Jaeggi, Rahel: Wie weiter mit … Hannah Arendt. Hrsg. von: Hamburger Institut für Sozialforschung. Hamburg 2016. Krimstein, Ken: Die drei Leben der Hannah Arendt. Graphic Novel, übersetzt von Hanns Zischler. München 2018. Schilling, Johannes/Klus, Sebastian: Soziale Arbeit. Geschichte - Theorie - Profession. 7. Auflage. München 2018, S. 103 Straßenberger, Grit: Hannah Arendt zur Einführung. Hamburg 2020. Noras Linkliste: Urteil des Bundesgerichtshofs zum Mindestlohn von ausländischen Pflegekräften. Tagesschau.de vom 24. Juni 2021 (Datum des letzten Abrufs 01.07.2021) Nach Diskussionen um Regenbogenbeleuchtung: Eure Regenbögen reichen nicht!. Kolumne der Sportjournalistin Mara Pfeiffer. web.de vom 24. Juni 2021 (Datum des letzten Abrufs 01.07.2021) Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Das Perpendikel des Egoismus18.06., 17:0018.06.2021, 17:0001:03:42
... oder das Spannungsfeld zwischen Egoismus und Sozialität Wieviel Egoismus verträgt eigentlich eine Gesellschaft? Und wieviel Altruismus können wir leben, ohne dass wir dabei selbst auf der Strecke bleiben? Das ist das Spannungsfeld, das wir in dieser Folge ausloten wollen. Dabei fokussieren wir uns vor allem auf den Egoismus und gehen ihm auf den Grund. Vielmehr tut Rita das, denn hinter dem Begriff tut sich ein Abgrund auf, dessen Anblick nur schwer erträglich ist. Deshalb gibt es bei ca. 45 Minuten eine Triggerwarnung. Denn an dieser Stelle besprechen wir eingehender, was hinter den Werken von de Sade steckt. Und da es bei diesen Werken um sexuelle Gewalt geht wollen wir euch schon an dieser Stelle darauf hinweisen, dass ihr da vorspulen könnt. Wir haben euch einen Marker gesetzt in den Shownotes, wo ihr wieder einsteigen könnt. Wenn ihr ganz sicher gehen wollt, dann steigt einfach 10 Minuten später wieder ein bei der Shownote "Die großen Bögen der Geschichte". Ritas Literaturliste: Böhme, Hartmut: Natur und Subjekt. Frankfurt/Main 1988. (Kap.: "Umgekehrte Vernunft. Dezentrierung des Subjekts bei Marquis de Sade".) Kant, Immanuel: Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht. Göttingen 2019. [1784] Lacan, Jacques: Kant mit Sade. 1975 [1963] Überarbeitete Version 2014 von Mai Wegener abrufbar unter https://lacan-entziffern.de/kant-mit-sade/jacques-lacan-kant-mit-sade-uebersetzung/ (Datum des letzten Abrufs: 05.06.2021) Neuhouser, Frederick: Pathologien der Selbstliebe. Freiheit und Anerkennung bei Rousseau. Frankfurt/Main 2012. Rang, Martin: Rousseaus Lehre vom Menschen. Göttingen 1959. Reinhardt, Volker: De Sade oder die Vermessung des Bösen. München 2014. Stirner, Max: Der Einzige und sein Eigentum. Stuttgart 1972. [1844] Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Verstehendes Genießen, genießendes Verstehen04.06., 17:4004.06.2021, 17:4001:21:48
... warum Kontext nix kaputt macht Ein instagram-Projekt soll die Widerstandskämpferin "Sophie Scholl" einer jungen Generation nahbar machen. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Fiktion und historischen Fakten. Auf Kontext und Hintergründe wurde in den ersten drei Wochen nahezu verzichtet. Er würde die Fiktion stören. Eine durchaus problematische Haltung. Es ist so eine Sache mit dem historischen Reenactment. Auf der einen Seite steckt dahinter der Wunsch, Geschichte erlebbar zu machen. So "echt" und "authentisch" wie möglich zu erzählen. Auf der anderen Seite können wir das natürlich nur fragmentarisch. Denn niemand von uns wird einen umfassenden Eindruck aus dieser Zeit haben können. Und so ist es auch beim instagram-Account "Ich bin Sophie Scholl". Es sei ein Experiment, so die Aussage der Redaktion. Pionierarbeit. Was die Größe und die Dauer des Projektes angeht stimmt das. Auch den Versuch, eine historische Person so in unsere Zeit zu holen, dass man mit ihr in den Kommentaren auch interagieren kann, hat noch niemand unternommen. Aber es gibt natürlich eine Basis, auf die zurückgegriffen werden kann. So gibt es jede Menge Diskussionen um das wie, ob, wann und mit welchen Kontexten historisches Reenactment überhaupt stattfinden kann und sollte. Rita und Nora schauen sich in dieser Folge einige Posts und Kommentare des Accounts an, analysieren die Referenzen und Kontexte und fragen, ob das überhaupt gelingen kann? Ist Kontext verzichtbar, wenn es darum geht, gerade eine junge Zielgruppe für die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus zu begeistern? Ritas Literaturliste: Gadamer, Hans-Georg: Hermeneutik I. Wahrheit und Methode. Tübingen 1990. Hinz, Melanie: Reenactment. 18.07.2011, abrufbar unter https://www.bpb.de/gesellschaft/bildung/kulturelle-bildung/60259/reenactment (Datum des letzten Abrufs 28.05.2021) Jaus, Hans Robert: Ästhetische Erfahrung und literarische Hermeneutik. Frankfurt/Main 1982. Lambers, Helmut: Geschichte der Sozialen Arbeit. Wie aus Helfen Soziale Arbeit wurde. 2. Auflage. Heilbrunn 2018, S. 109-140. Malthus, Thomas Robert: Das Bevölkerungsgesetz. Berlin 2021. (Im Erscheinen) Ostrom, Elinor: Was mehr wird, wenn wir teilen. Vom gesellschaftlichen Wert der Gemeingüter. München 2011. Volkenandt Claus: Hermeneutik. In: Pfisterer U. (Hrsg.): Metzler Lexikon Kunstwissenschaft. Stuttgart 2001, S. 167-170. Abrufbar unter https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2F978-3-476-00331-7_68.pdf (Datum des letzten Abrufs 28.05.2021) Noras Linkliste: Bergstermann, Karin: Wie wichtig war Johanna Haarer wirklich? - Teil 1/4. 19.05.2020, abrufbar unter http://saeuglingspflege-blog.de/blog/wie-wichtig-war-johanna-haarer-wirklich-Teil-1/ (Datum des letzten Abrufs 31.05.2021) Hespers, Nora: Sophie Scholl als Insta-Freundin: Das heikle Spiel mit einer historischen Figur. 28.05.2021, abrufbar unter https://uebermedien.de/60159/sophie-scholl-als-insta-freundin-das-heikle-spiel-mit-einer-historischen-figur/ (Datum des letzten Abrunfs 31.05.2021) Hespers, Nora Kann man das Leben im Dritten Reich erklären, indem man Sophie Scholl nachspielt? - Holger ruft an - Der Übermedien-Podcast. 29.05.2021, abrufbar unter https://uebermedien.de/60368/kann-man-das-leben-im-dritten-reich-erklaeren-indem-man-sophie-scholl-nachspielt/ (Datum des letzten Abrufs 31.05.2021) Kleine Pause Podcast - Kritik am Account "Ich bin Sophie Scholl" aus pädagogischer Sicht. Ein insta-TV-Talk. 11.05.2021, abrufbar unter https://www.instagram.com/tv/COvp1LUH1OW (Datum des letzten Abrufs 31.05.2021) Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- In Stein gemeißelt21.05., 17:5521.05.2021, 17:5501:11:06
... über die Philosophie des analogen und digitalen Schreibens Etwas schriftlich niederlegen, darlegen und veröffentlichen ist ein großes Ding. Zumindest, wenn es sich um Bücher handelt oder wissenschaftliche Arbeiten. Aber auch im Digitalen kommunizieren wir täglich - vor allem schreibend. Nora hat ein Buch geschrieben, das gerade veröffentlicht wurde. Rita ringt mit ihrer Dissertation. Und das hat mitunter etwas damit zu tun, was Schreiben eigentlich bedeutet. Also was es bedeutet, wenn wir etwas schriftlich zur Veröffentlichung festhalten, obwohl wir wissen, dass wir damit nur einen Moment der Erkenntnis erfassen können, während sich die Welt ja weiter dreht. Aber eigentlich schreiben wir alle. Täglich. Gerade im Digitalen kommunizieren wir ziemlich viel schriftlich. Wenn wir uns in sozialen Netzwerken veröffentlichen zum Beispiel. In E-Mails. Wir schreiben Einkaufszettel - und manchmal sogar noch Postkarten und Briefe. Die verfassen wir dann oft sogar noch handschriftlich. Aber was macht das Schreiben mit uns? Was dokumentieren wir? Wo gibt es Leerstellen? Und warum würde Rita ihre Dissertation womöglich in Stein gemeißelt abgeben? Fragen über Fragen, die wir wie immer diskutieren, aber nie wirklich klären können. Ritas Literaturliste: Birk, Elisabeth/Schneider, Jan Georg (Hrsg.): Philosophie der Schrift. Tübingen 2009. Brücker, Tobias: Auf dem Weg zur Philosophie: Friedrich Nietzsche schreibt "Der Wanderer und sein Schatten". Paderborn 2019. Derrida, Jacques: Grammatologie. Frankfurt/Main 1983. Derrida, Jacques: Die Schrift und die Differenz. Frankfurt/Main 2000. Eckardt, Andre: Philosophie der Schrift. Heidelberg 1965. Abrufbar unter https://www.vordenker.de/downloads/eckardt_philosophie-der-schrift.pdf (Datum des letzten Abrufs 16.05.2021) Wimmer, Klaus-Michael: Der Andere und die Sprache. Vernunftkritik und Verantwortung. Berlin 1988. Zirfas, Jörg: Anthropologie als Spurensuche. In: ZfE, Beiheft 1/2002, S. 63-72. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- K.L.U.K.07.05., 17:5007.05.2021, 17:5001:05:16
... oder warum es dumm ist, wenn die Klügeren immer nachgeben Was tun, wenn zwei sich streiten und man keinen Bock hat auf ein kompliziertes Aushandeln des Konflikts? Genau: Einmal "Der oder die Klügere gibt nach" in den Raum rufen und - puff - Streit beendet. Nur, wenn die Klügeren immer nachgeben, gewinnen dann nicht am Ende immer die Dummen? Über Dummheit haben wir in Folge 104 gesprochen unter dem Titel "Ignoranzkompetenz" - diesmal geht's darum, was eigentlich klug ist. Oder kluges Handeln. Wann verhalten wir uns eigentlich klug? Und ist das Nachgeben Teil dieses klugen Handelns? Oder ist es nicht hin und wieder auch klug, eben genau nicht nachzugeben, sondern Grenzen zu setzen? Warum wir uns an dem Spruch "Der oder die Klügere gibt nach stören" und was eigentlich gemeint sein sollte, wenn wir sowas sagen, darüber diskutieren Rita und Nora in dieser Folge des WDDD Podcast. P.S. Bitte entschuldigt die Tonqualität. Wir mussten diesmal umständehalber und sehr kurzfristig auf Zoom ausweichen - und Rita muss noch technisch nachgerüstet werden. Ist aber in Arbeit! Ritas Literaturliste: Aristoteles: Nikomachische Ethik. Berlin 1983. Fink, Eugen: Erziehungswissenschaft und Lebenslehre. Freiburg i.Br. 1970. Foot, Philippa: Die Wirklichkeit des Guten. Moralphilosophische Aufsätze. Frankfurt/Main 1997. Habermas, Jürgen: Erläuterungen zur Diskursethik. Frankfurt/Main 1991. (Kapitel „Vom pragmatischen, ethischen und moralischen Gebrauch der praktischen Vernunft“) Luckner, Andreas: Klugheit. Berlin, New York 2005. Nussbaum, Martha: Nicht-relative Tugenden. Ein aristotelischer Ansatz. In: Rippe, Klaus-Peter/Schaber, Peter (Hrsg.): Tugendethik. Ditzingen 1998, S. 114-165 Linkliste: Wer oder was ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt?. Danger Dan und Igor Levit zu Gast bei Jan Böhmermann. ZDF Magazin Royale vom 09. April 2021 (Zuletzt abgerufen am 7. Mai 2021) Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Zappeln im Netz der Sprache23.04., 17:4523.04.2021, 17:4501:03:58
Wie sich Sprache und Wirklichkeit gegenseitig gestalten "Sprache schafft Realität" - ein viel bemühter Satz. Aber stimmt er auch? Denn eigentlich bildet Sprache zunächst eher Wahrnehmung ab. Wir formulieren mit ihr auch eine Realität, die wir uns wünschen. Wir entwerfen uns mit ihr. Aber damit daraus Konsens wird, eine allgemeingültige oder zumindest mehrheitsgültige Realität, muss einiges mehr passieren. Und dann ist da ja auch noch der Umstand, dass wir nicht nur sprechend kommunizieren. Sondern auch in Gesten zum Beispiel. Oder in Räumen. Und dass nicht nur das Codieren zum Akt der Kommunikation gehört, sondern auch das de-codieren. Das heißt: Wir müssen auf vielfältige Arten lesen können - und das können wir - um zu verstehen. Aber wie immer sind all diese Prozesse störanfällig - und spätestens da fängt dann das Zappeln an. Ritas Literaturliste: Das Ende des "linguistic turn"? Stellungnahmen von Wolfgang Barz, Thomas Grundmann, Albert Newen und Christian Nimtz. In: Information Philosophie 1/2017. Abrufbar unter: https://philosophie.uni-koeln.de/sites/cssip/Publikationen/DasEndedeslingusticturn.pdf (Datum des letzten Abrufs: 16.04.2021) Endler, Rebekka: Das Patriarchat der Dinge. Warum die Welt Frauen nicht passt. Köln 2021. Funke, Joachim: Sprache und Denken: Einerlei oder Zweierlei? Einige Überlegungen aus Sicht der Psychologie. Interdisziplinäres Forum - Ringvorlesung Wintersemester 1999/2000 "Sprache und Denken". Gefördert von der Studienstiftung des Deutschen Volkes und der Universität Heidelberg. Vortrag gehalten am 18.11.1999. Abrufbar unter: https://www.psychologie.uni-heidelberg.de/ae/allg/mitarb/jf/Funke1999Sprache&Denken.pdf (Datum des letzten Abrufs: 17.04.2021) Hülsse, Rainer: Sprache ist mehr als Argumentation. Zur wirklichkeitskonstituierenden Rolle von Metaphern. In: Zeitschrift für Internationale Beziehungen. 10. Jahrgang, Heft 2/2003. S. 211-246. Koller, Hans-Christoph: "Alles Verstehen ist daher immer zugleich ein Nicht-Verstehen". Wilhelm von Humboldts Beitrag zur Hermeneutik und seine Bedeutung für eine Theorie interkultureller Bildung. In: Zeitschrift für Erziehungswissenschaft 6/2003, S. 515–531. Gümüşay, Kübra: Sprache und Sein. Wie Sprache unser Denken prägt und unsere Politik bestimmt. Berlin 2020. Nietzsche, Friedrich: Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinn. KSA Band 3. München, Berlin, New York 1999. Wittgenstein, Ludwig: Tractatus logico-philosophicus. Werkausgabe, Band 1. Frankfurt/Main 1984. [Orig. 1921] Danger Dan: Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt. 2021. Abrufbar unter https://youtu.be/Y-B0lXnierw (Datum des letzten Abrufs 18.04.2021)ZDF Magazin Royale, Talk Igor Levit und Danger Dan: Wer oder was ist von der Kunstfreiheit gedeckt? https://youtu.be/8FXQOVnp8lk (Datum des letzten Abrufs 17.04.2021) Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Empathie im Dreieck II09.04., 17:5509.04.2021, 17:5501:22:13
Zwischen Mitgefühl und Übergriff Die Fähigkeit uns in andere hineinzuversetzen, mitzufühlen und mitzuerleben ist zunächst mal nur eine Fähigkeit. Sie ist weder gut noch schlecht. Das wird sie erst durch unser handeln - oder nicht handeln. Manchmal ist Empathie aber sogar hinderlich. Und es kann sogar übergriffig sein, sich in andere hineinzudenken. In dieser zweiten Folge zum Thema "Empathie" wollen wir den Dingen auf den Grund gehen, die zu Störungen führen. Und zwar erstmal im Alltäglichen. Dafür müssen wir Empathie noch nicht einmal missbrauchen, etwa um unser gegenüber zu manipulieren. Es geht darum, einen Umgang mit unserer Empathie zu lernen. Denn es gibt auch ein zu viel an Empathie, das uns selbst überfordern kann. Es ist also eine Frage der Dosis - und die ist sehr individuell. Ritas Literaturliste: Breithaupt, Fritz: Die dunklen Seiten der Empathie. Berlin 2017. Breithaupt, Fritz: Kulturen der Empathie. Frankfurt/Main 2009. Breyer, Thiemo: Grenzen der Empathie. Philosophische, psychologische und anthropologische Perspektiven. Paderborn 2013. Bode, Sabine: Die vergessene Generation - Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen. Klett-Cotta 2004. Müller-Münch, Ingrid: Die verprügelte Generation - Kochlöffel, Rohrstock und die Folgen. Klett-Cotta 2012. Landauer, Gustav: Von der tierischen Grundlage. In: Die Weltbühne, Bd. 2, Nr. 27. Berlin 04.07.1918, S. 3-9 Misselhorn, Catrin: Künstliche Intelligenz und Empathie. Vom Leben mit Emotionserkennung, Sexrobotern & Co. Ditzingen 2021. Noras Linkliste: Ich schäme mich für dich! - Wofür wir dieses doofe Gefühl brauchen. WDDD Podcast Episode 16 vom 20.08.2017 Noras Filmtipp: Willinger, Isa (Buch): Hi, AI – Liebesgeschichten aus der Zukunft Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Empathie im Dreieck I26.03., 19:5526.03.2021, 19:5501:06:56
Mitfühlen, mitdenken, miterleben Was ist eigentlich Empathie? Also philosophisch gesehen. Was gehört dazu, welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit wir von Empathie sprechen. Und ist Empathie nur gut? Oder kann Empathie auch schlecht sein? In dieser ersten Folge zur Empathie legen wir die Grundlagen einer philosophischen Annäherung an das Thema. Achtung: Gefahr der Spiegelneuronenverzappelung! Empathie ist schon eine sehr besondere Fähigkeit. Und sie ist ganz schön komplex. Aber nicht nur Menschen sind fähig, empathisch zu handeln. Auch bei Tieren wird empathisches Verhalten beobachtet. Und wie sieht es eigentlich mit Maschinen aus? Oder mit Dingen? Das Spannendste ist aber vielleicht, dass wir sofort versucht sind, Empathie auch moralisch zu werten. Also "wir" meint in dem Fall Nora, weil Rita das Spielchen natürlich längst durchschaut hat. Außerdem bekommt ihr in dieser Folge schon die ersten Hinweise darauf, worüber wir dann in Teil zwei zur Empathie sprechen werden: The dark side of the moon sozusagen. Aber - öhm - war da nicht was mit Hell-Dunkel-Metaphern?! Damn it. Ritas Literaturliste: Benz-Schwarzburg, Judith: Sind wir auf den Hund gekommen und haben das Schwein vergessen? In Sublin/mes. Philosophieren von unten 6, 2016, S. 63-73. Breithaupt, Fritz: Kulturen der Empathie. Frankfurt/Main 2009. Breyer, Thiemo: Grenzen der Empathie. Philosophische, psychologische und anthropologische Perspektiven. Paderborn 2013. de Waal, Frans: Das Prinzip Empathie: Was wir von der Natur für eine bessere Gesellschaft lernen können. München 2011. Hofmann, Kerstin: In Geschichten verstrickt … Menschen, Dinge, Identitäten. In: Boschung, Dietrich/ Kreuz, Patric A./ Kienlin, Tobias: (Hrsg.): Biography of Objects. Aspekte eines kulturhistorischen Konzepts. Morphomata 31. München 2015, S. 87-123 (hier v.a.: Kap. 3.2) Landauer, Gustav: Von der tierischen Grundlage. In: Die Weltbühne, Bd. 2, Nr. 27. Berlin 04.07.1918, S. 3-9 Misselhorn, Catrin: Künstliche Intelligenz und Empathie. Vom Leben mit Emotionserkennung, Sexrobotern & Co. Ditzingen 2021. Schapp, Wilhelm: In Geschichten verstrickt. Zum Sein von Mensch und Ding. 5. Aufl. Frankfurt/Main 2012 [Orig. 1953] Noras Filmtipp: Willinger, Isa (Buch): Hi, AI - Liebesgeschichten aus der Zukunft Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Verantwortung kost teuer!12.03., 17:0012.03.2021, 17:0001:00:54
oder: Wem antworten wir da überhaupt - und warum? Zwei Künstler:innen - Moshtari Hilal und Sinthujan Varatharajah - sprechen in einem insta-Live über Nazierbe und prägen dabei den Begriff "Mensch mit Nazihintergrund". Sie erzwingen damit einen Perspektivwechsel und verweisen auf eine Verantwortung handelnder Personen, wenn es um die Familiengeschichte im NS geht. Ein spannender Aspekt, diese Verantwortung. Denn es stellt sich natürlich auch die Frage: Was verantworten wir da eigentlich, vor wem, warum? Und können Tiere das eigentlich auch, sich verantworten? Und überhaupt, warum wiegt Verantwortung so schwer? Und warum entlohnen wir diejenigen, die bestimmte Verantwortungen tragen, so fürstlich? Wir landen nicht nur beim Patriarchat und dem Oikos, sondern auch bei den alten Römern, in einer "Life of Brian"-Schleife - und in Sekunden der Sprachlosigkeit. Denn Rita hat, was die Verantwortungsfrage angeht, einen regelrechten Plottwist mitgebracht! Ritas Literaturliste: Apel, Karl-Otto: Diskurs und Verantwortung. Das Problem des Übergangs zur postmodernen Moral. Frankfurt/Main 1990. Birnbacher, Dieter: Verantwortung für zukünftige Generationen. Stuttgart 1988. Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung. 3 Bände. Frankfurt/Main 1980. [1938-1947] Jonas, Hans: Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation. Frankfurt/Main 1984. [1979] Jonas, Hans: Dem bösen Ende näher. Gespräche über das Verhältnis des Menschen zur Natur. Frankfurt/Main 1993, S. 57 Weber, Max: Politik als Beruf. Stuttgart 1992. [1919] Weischedel, Wolfgang: Das Wesen der Verantwortung. Ein Versuch. Frankfurt/Main 1974. Wetz, Franz Josef: Hans Jonas. Eine Einführung. Wiesbaden 1994. Noras Linkliste: Nazierbe - Das Gespräch zwischen Moshtari Hilal und Sinthujan Varatharajah bei instagram (Gesendet 15.02.2021) K-Pop-Band BTS: Empörung über Bayern-3-Moderator - Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 26.02.2021 Tagebau 3-D-Projekt des WDR - Verantwortung und Natur Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Poligogik, Pädatik26.02., 17:0026.02.2021, 17:0001:16:17
... und diskursive Demokratie Beim Begriff "Erwachsenenerziehung" schüttelt es Rita. Aber genau dieses Wort hat Nora dazu gebracht, sich zu fragen, wie viel Pädagogik eigentlich in der Politik steckt. Und was das mit Demokratie und dem Verhältnis von Bürgerinnen und Bürgern zum Staat und seinen Organen macht. Die Beobachtung, die dahinter steckt: Die Entscheidungsträger:innen der Politik in Deutschland, sind vor allem männlich und gar nicht mal so jung. Ihr Führungsstil erinnert eher an eine autoritäre Pädagogik, so wie sie vielleicht die Elterngeneration noch erlebt hat. Was nicht gleichbedeutend ist mit einem an sich autoritären Staat. Es geht um den politischen Führungsstil. Die pädagogischen Konzepte um uns herum haben sich aber stark verändert. Treffen hier vielleicht Welten aufeinander? Und erzeugt ausgerechnet das so viel Reibung? Damit es nicht im Gefühligen bleibt hat Rita sich wie immer gut eingelesen. Denn das Phänomen rund um Macht, politische Führungsstile und Pädagogik hat auch schon andere kluge Köpfe beschäftigt. Ritas Literaturliste: Binder, Ulrich: Die Pädagogisierung des Rechts. In: Zeitschrift für Pädagogik. 60. Jahrgang 2014, Heft 3, S. 409-428. Bröckling, Ulrich: Gute Hirten führen sanft. Über Mediation. In: Mittelweg 36, 2015, S. 171-186. Foucault, Michel: Geschichte der Gouvernementalität I. Sicherheit, Territorium, Bevölkerung. Frankfurt/Main. 2004. [1978] Lessenich, Stephan: Der Sozialstaat als Erziehungsagentur. Aus Politik und Zeitgeschichte 49 – 50, 2012, S. 55 – 61. Abrufbar unter https://www.bpb.de/apuz/150630/der-sozialstaat-als-erziehungsagentur (Datum des letzten Abrufs: 20.02.2021) Mouffe, Chantal: Das demokratische Paradox. Übersetzt und mit einer Einleitung versehen von Oliver Marchart. Wien, Berlin 2018. Pfaller, Robert: Erwachsenensprache. Über ihr Verschwinden aus Politik und Kultur. Frankfurt/Main 2017. Noras Linkliste: Der Fall Andreas Scheuer: Scheuers PKW-Maut-Affäre: Chronik des Scheiterns (Tagesschau.de vom 01.10.2020) Der Fall von der Leyen: Daten offenbar unwiederbringlich gelöscht (Tagesschau.de vom 13.01.2020) Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Milchmädchen und Freunde12.02., 17:3512.02.2021, 17:3501:09:27
... über den Wert von Beziehungen, Ökonomie und Souveränität Wir leisten Beziehungsarbeit, investieren in Freundschaften, machen Abstriche für Partner:innen, und am Ende des Tage fragen wir uns, ob sich das alles gelohnt hat. Wenn wir über Beziehungen sprechen, nutzen wir häufig ökonomisches Vokabular. Warum eigentlich? Was kostet es eigentlich, so einen Podcast zu machen? Was investieren Rita und Nora in dieses Projekt? Ganz ehrlich: So richtig lässt sich das nicht beziffern, selbst dann, wenn wir versuchen würden, all das, was in diesem Podcast steckt, zu quantifizieren. Und trotzdem können wir uns auch nicht so ganz lösen von ökonomischen Bezügen und Beziehungen. Überhaupt ist uns das Vokabular der Ökonomie so in Fleisch und Blut übergegangen, dass wir es auch da nutzen, wo uns eigentliche andere Werte wichtiger sein sollten - und vielleicht auch sind. Aber wir können sie eben nicht so leicht benennen. Wie unsere Beziehungen aussehen, warum wir die Ökonomie da nicht - haha - rausrechnen können, und warum wir Souveränität brauchen in Beziehungen, darum geht's in dieser Ausgabe von "Was denkst du denn?". Ritas Literaturliste Bergmann, Jens: Der Preis der Liebe. In: Brandeins. 2000. Abrufbar unter https://www.brandeins.de/magazine/brand-eins-wirtschaftsmagazin/2000/design/der-preis-der-liebe (Datum des letzten Abrufs: 05.02.2021) Böhme, Gernot: Ethik leiblicher Existenz. Frankfurt/Main 2008, S. 188 – 201 (Kap. „Souveränität und die Ethik des Pathischen“) Houellebecq, Michel: Ausweitung der Kampfzone. Reinbek bei Hamburg 2000. Illouz, Eva: Der Konsum der Romantik. Frankfurt/Main 2007. Kuchler, Barbara/ Beher, Stefan: Soziologie der Liebe. Romantische Beziehungen in theoretischer Perspektive. Frankfurt/Main 2014. Nida-Rümelin, Julian: Homo oeconomicus versus homo ethicus. Über das Verhältnis zweier Grundorientierungen menschlicher Existenz. In: Vossenkuhl, Wilhelm et al. (Hrsg.): Ecce Homo! Menschenbild – Menschenbilder. Stuttgart 2009, S. 49 – 65. Wimbauer, Christine: Geld und Liebe. Zur symbolischen Bedeutung von Geld in Paarbeziehungen. Frankfurt/Main 2003. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Freund:innen der (In)diskretion e.V.29.01., 17:0029.01.2021, 17:0001:04:42
Über Vertrauen, Klatschkultur und Sozialgeräusch Da stehst du nichtsahnend im Laden, sitzt in Bus oder Bahn - und plötzlich führst du ein Gespräch, das du nie führen wolltest und hörst Antworten auf Fragen, die du dir nie gestellt hast - oder deinem Gegenüber je stellen wolltest. In dieser Folge wollen wir dem Phänomen auf den Grund gehen. Es gibt jetzt natürlich mehrere Möglichkeiten, dieses Phänomen zu betrachten. Entweder, die Person dir gegenüber ist schlicht indiskret. Und übergriffig. Oder aber, du scheinst einen vertrauenerweckenden Eindruck zu machen. Vielleicht ist es auch nur der Versuch einer Kontaktaufnahme - oder eben seelische Entlastung. In jedem Fall lädt dieses Phänomen zu einer vielfältigen Betrachtung ein, die uns zu den Ursprüngen des Kaffeklatsches führt (die wahren "Klatschtanten" waren nämlich Männer), zur sozialen Komponente des klatschens und dem manche Menschen störenden Sozialgeräusch. Warum wir bei dem Thema ausgerechnet auch die Mathematik streifen, das erklärt euch Rita im Podcast. Danke an dieser Stelle an unsere Hörerin Kati für den spannenden Themenvorschlag. Ritas Literaturliste: Angehrn, Emil: Vertrauen. In: Fischer-Geboers, Miriam/ Wirz, Benno (Hrsg.): Leben verstehen. Weilerswist 2015, S. 19 - 34 Bergmann, Jörg: Klatsch: Zur Sozialform der diskreten Indiskretion. Berlin/New York 1987. Dunbar, Robin: Grooming, Gossip, and the Evolution of Language. Cambridge 1998. Erikson, Erik H.: Identität und Lebenszyklus: Drei Aufsätze. Frankfurt/ Main 1974. Hartmann, Martin: "Vertrauen. Die unsichtbare Macht". Frankfurt/Main 2020 Nickel, Gregor: Diskret oder Kontinuierlich. In: Extrakte. Pressedienst Wissenschaft. Abrufbar unter https://www.uni-siegen.de/uni/publikationen/extrakte/ausgaben/200805/1.html (Datum des letzten Abrufs: 21.01.2021) Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Ignoranzkompetenz15.01., 17:4015.01.2021, 17:4000:58:06
... und die Jagd nach den Kohlweißlingen der Dummheit In aller Regel finden wir Ignoranz ziemlich doof. Wenn wir jemanden als ignorant bezeichnen, ist das selten als Kompliment gemeint. Dabei brauchen wir eigentlich alle Ignoranz, um durchs leben zu kommen. Denn nur, wenn wir bestimmte Dinge ignorieren, können wir uns andere wiederum genauer anschauen. Trotzdem lohnt es sich, auch die negativ konnotierte Ignoranz mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Rita macht dabei einen Unterschied zwischen Ignoranz als Lebenshaltung, die zusammen mit der Arroganz nicht selten in Borniertheit endet. Und dem Irgnorieren als etwas, das wir vorübergehend machen, nämlich um etwas anderes genauer in den Blick nehmen zu können. Das ist es mitunter sogar sinnvoll, das Drumherum zu ignorieren. Um die Ignoranz herum flattert aber auch die Dummheit. Und während Nora damit eher eine schmerzhafte Beleidigung verbindet, ist die Philosophie da nüchterner unterwegs. Denn Dummheit ist keineswegs als mangelnde geistige Fähigkeit zu verstehen. Vielmehr handelt es sich um eine Form von Unwissenheit. In gewisser Weise können wir damit alle auf bestimmten Gebieten dumm sein. Ohne, dass damit eine Wertung einher geht. Und gerade auf dem Pfad der Dummheit begegnen uns viele kleine Kohlweißlinge, die alle sehr ähnlich aussehen und dennoch nie dieselben sind. Euch schwirrt schon der Kopf? Dann wartet mal die neue Folge ab! Ritas Literaturliste: Abbott, Andrew: Varianten der Unwissenheit. In: Gugerli, David et al. (Hrsg.): Nach Feierabend. Zürcher Jahrbuch für Wissenschaftsgeschichte Band 6. 2010, S. 15 – 33. Bieri, Peter: Wie wäre es, gebildet zu sein? In: Hastedt, Heiner (Hrsg.): Was ist Bildung? Eine Textanthologie. Stuttgart 2012, S. 228–240. du Bois-Reymond, Emil: Über die Grenzen des Naturerkennens. Leipzig 1872. Erasmus von Rotterdam: Das Lob der Torheit. Stuttgart 1986. [Original 1511] Geisenhanslüke, Achim / Rott, Hans (Hrsg.): Ignoranz. Nichtwissen, Vergessen und Missverstehen in Prozessen kultureller Transformationen. Bielefeld 2015. Musil, Robert: Über die Dummheit. In: Gesammelte Werke, Band II. Hrsg. von Adolf Frisé. Erweiterte Neuausgabe. Reinbek 2000, S. 1271 – 1291. Nietzsche, Friedrich: Zweite Unzeitgemäße Betrachtung „Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben“. In: KSA, Band 1. Hrsg. von G. Colli du M. Montinari. Abrufbar unter http://www.nietzschesource.org/#eKGWB/HL (Datum des letzten Abrufs: 07.01.2021) [Original 1874] Solnit, Rebecca: Men who explain things. Abrufbar unter: https://www.latimes.com/archives/la-xpm-2008-apr-13-op-solnit13-story.html (Datum des letzten Abrufs: 07.01.2020) Noras Linktipps: Unter Wetterberichtigung.org erfahrt ihr, was es mit der Initiative der Neuen Deutschen Medienmacher:innen auf sich hat Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Die Anbequemung der Welt01.01., 17:1001.01.2021, 17:1001:06:39
Von Anpassung und Widerstand Anpassung. Eine der Herausforderungen des Jahres 2020. Denn ob wir Bock drauf hatten oder nicht: Wir mussten uns auf die ein oder andere Weise den Umständen anpassen, die sich durch die Corona-Pandemie ergeben haben. Ganz schön schwierige Aufgabe. Aber auch eine Leistung, die wir ohnehin ständig erbringen. Auch, wenn wir das gar nicht merken, weil es nicht so radikal verläuft. Die Frage ist deshalb: Wie viel Anpassung braucht es? In welche Richtung findet unsere Anpassung eigentlich statt? Und was ist der Gegenspieler zur Anpassung. Denn - so viel ist klar - Menschen sind zwar enorm anpassungsfähig, aber wir setzen hier und da auch Grenzen und sagen: Nö, da geh ich nicht mehr mit. Und sagen dann, wenn uns eben nicht passt. Ritas Literaturliste: Frost, Ursula: Anpassung und Widerstand. Reflexionen über Bildung in Zeiten der Unbildung. Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Pädagogik 2008, Heft 1. S. 10-26. Jonze, Spike: Adaption. 2002. Mach, Ernst: Erkenntnis und Irrtum. Kapitel „Anpassung der Gedanken an die Tatsachen und aneinander“. Abrufbar unter http://www.zeno.org/Philosophie/M/Mach,+Ernst/Erkenntnis+und+Irrtum/Anpassung+der+Gedanken+an+die+Tatsachen+und+aneinander (Datum des letzten Abrufs: 29.12.2020) Nida-Rümelin, Julian: Über menschliche Freiheit. Stuttgart 2005. Piaget, Jean: Biologie und Erkenntnis. Frankfurt 1983. Skinner, Burrhus Frederic: Jenseits von Freiheit und Würde. Reinbek 1973. Spencer, Herbert: System der synthetischen Philosophie, Band VI – VIII. Stuttgart 1889. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- WUT!18.12., 17:3518.12.2020, 17:3501:04:10
Was die Emotion leistet, und warum sie in den Diskurs gehört Wut ist ein gewaltiges Gefühl. Und auch irgendwie fremd. Bei einem Wutanfall sind wir außer uns. Wut kann zerstörerisch sein. Sie ist bisweilen irrational. Und trotzdem versuchen wir in diesem Podcast, der Wut auch gute Seiten abzugewinnen.Dazu müssen wir uns die Wut natürlich erstmal genau anschauen. Auch ihre Nachbaremotionen Angst und Enttäuschung. Ist es gut, wenn Menschen gar nicht wütend werden? Und ist es gut, WENN Menschen wütend werden? Wer bestimmt eigentlich, wann Wut "gut" ist und wann nicht. Und was können wir gewinnen, wenn wir Wut im Diskurs legitimieren? Denn - da zitiert Rita die Poetin, Menschenrechtsaktivistin und Publizistin Audrey Lorde: "Wenn ich im Zorn zu euch spreche, habe ich wenigstens mit euch gesprochen. Ich hab euch keine Pistole an die Schläfe gesetzt und euch nicht auf offener Straße niedergeschossen. Das nämlich ist Hass." Ritas Literaturliste: Baer, Udo/ Frick-Baer, Gabriele: Der kleine Ärger und die große Wut. 4. Auflage. Weinheim 2009. Boeree, C. George: Wut: Eine Phänomenologische Skizze. Abrufbar unter: http://webspace.ship.edu/cgboer/wut.pdf (Datum des letzten Abrufs: 11.12.2020) Einsichten. Das Forschungsmagazin der Ludwig-Maximilians-Universität München. Ausgabe 2/2017: Wo Wut regiert. Abrufbar unter https://www.uni-muenchen.de/aktuelles/medien/einsichten/archiv/2017_02.pdf (Datum des letzten Abrufs: 11.12.2020) Fuchs, Thomas: Zur Phänomenologie der Stimmungen. Abrufbar unter: https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/zpm/psychatrie/fuchs/Literatur/PhaenomenologiederStimmungen_pdf.pdf (Datum des letzten Abrufs: 10.12.2020) Lorde, Audre: Vom Nutzen unseres Ärgers. In: Lorde, Audre/ Rich, Adrienne: Macht und Sinnlichkeit. Übersetzt von Renate Stendhal. Berlin 1993. Original abrufbar unter https://academicworks.cuny.edu/wsq/509/ (Datum des letzten Abrufs: 15.12.2020) Purtschert, Patricia: Nicht so regiert werden wollen. Zum Verhältnis von Wut und Kritik. In: Mennel, Birgit/Nowotny, Stefan/Raunig, Gerald (Hrsg.): Kunst der Kritik. Wien, Berlin 2010, S. 149-159 Reemtsma, Jan Philipp: Gewalt als Lebensform. Stuttgart 2016.Szifron, Damián: Wild Tales – Jeder dreht mal durch. 2014. Noras Link- und Literaturtipps: Chemaly, Soraya: Rage becomes her. Hörbuch. Simon & Schuster. 2018 Suchtpotenzial: Payback. Sexuelle Belustigung. 2019 Schick, Sibel: Wut normalisieren. Neues Deutschland. 08.07.2020. Abrufbar unter: https://www.neues-deutschland.de/artikel/1138869.emotionen-und-politik-wut-normalisieren.html (Datum des letzten Abrufs: 15.12.2020) Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
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