
Episoden
182- Das Alter entfalten07.07., 17:0007.07.2023, 17:0001:08:14
... über das Altern in der Leistungsgesellschaft Die Lebenszeit, in der wir uns ungehindert und unbehindert bewegen und entfalten können, ist eigentlich relativ kurz. Trotzdem richtet sich alles an dieser Lebenszeit aus. Was nicht da rein passt, wird institutionalisiert und aus dem Weg geregelt. Verschwindet zumindest temporär aus unserem Alltag. Die Folge ist nicht selten Vereinsamung oder soziale und geistige Verarmung - vor allem im Alter. Wie können wir dem begegnen? Darüber denken Nora und Rita in dieser Folge nach. Denn was passiert eigentlich, wenn unsere Eltern oder Großeltern nicht mehr alleine leben können und betreut werden müssen? Den medizinischen Bedürfnissen kann in einer Pflegeeinrichtung häufig besser entsprochen werden als in der häuslichen Umgebung. Aber was ist mit den sozialen Bedürfnissen? Dem Bedürfnis nach körperlicher oder auch geistiger Bewegung? Nach sozialem Miteinander? Denn auch in der besten Pflegeeinrichtung ist die Gesellschaft ja keine Selbstgewählte. Und bei der allgemeinen personellen Überlastung ist es nicht leicht, auch den individuellen Bedürfnissen zu entsprechen. Hinzu kommen Faktoren wie Alter, Klasse und Geschlecht - und in einer postmigrantischen Gesellschaft auch zunehmend Herkunft. Ritas Literaturliste: Aner, Kirsten / Karl, Ute (Hrsg.): Handbuch Soziale Arbeit und Alter. Wiesbaden. 2010. Blumenberg, Hans: Lebenszeit und Weltzeit. Frankfurt/Main. 2001. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Achter Altersbericht. Ältere Menschen und Digitalisierung - Stellungnahme der Bundesregierung (Bundestagsdrucksache). Berlin. 2020. Doehlemann, Martin: Langeweile? Deutung eines verbreiteten Phänomens. Frankfurt/Main 1991. Ermert, Karl: Demografischer Wandel und Kulturelle Bildung in Deutschland. Abrufbar unter: https://www.kubi-online.de/artikel/demografischer-wandel-kulturelle-bildung-deutschland (Datum des letzten Abrufs: 23.06.2023) Haller, Miriam: Undoing Age: Die Performativität des alternden Körpers im autobiographischen Text. Abrufbar unter https://www.kubi-online.de/index.php/artikel/undoing-age-performativitaet-des-alternden-koerpers-autobiographischen-text (Datum des letzten Abrufs: 23.06.2023) Nowotny, Helga: Eigenzeit. Entstehung und Strukturierung eines Zeitgefühls. Frankfurt/Main 1989. Obermaier, Michael / Molzberger, Rita: Kulturelle Bildung und Tanz unter dem Vorzeichen der Digitalität. Eine explorative Studie mit Senior*innen im Elementaren Tanz. Abrufbar unter https://www.kubi-online.de/index.php/artikel/kulturelle-bildung-tanz-unter-dem-vorzeichen-digitalitaet-explorative-studie-senior-innen (Datum des letzten Abrufs: 23.06.2023) Sontag, Susan: The Double Standard of Aging. In: Allman, Lawrence R. (Hrsg.): Readings in adult psychology, S. 285-294. New York. 1972. Noras Linktipp: Kroyman, Maren: Pflegekraft-Sketch auf instagram. One Ard. Juni 2023 Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Balancieren auf Quantenteilchen02.06., 17:0002.06.2023, 17:0001:15:07
Über Religiosität, Frömmigkeit und Artistenmetaphysik Wenn wir in religiösen Bezügen aufgewachsen sind, dann ist es schwer daraus auszusteigen. Selbst dann, wenn wir selbst nicht religiös sind, Religion nicht leben wollten oder konnten. Denn Religion gehört zu unserem Alltag - und sei es nur in Form von religiösen Gebäuden in unserer Umgebung. Was also macht Religion mit uns? Was ist fromm und was nur frömmelnd? Und wie lagert sich Spiritualität da ein? Eins gleich vorweg: Wir sprechen hier vornehmlich über das Katholischsein, weil Rita und Nora beide katholisch sind. Und wir sprechen über Noras bevorstehenden Kirchenaustritt. Der Gedanke aber ist: Was bleibt, wenn wir den formalen Akt des Austritts begehen? Aus was treten wir da aus und aus was eben nicht? Wozu dient Religion den Menschen? Warum gibt es dieses universelle Streben nach Religion und Zugehörigkeit? Das sind die Fragen, die uns in dieser Folge beschäftigen. Ritas Literaturliste: Breul, Martin/ Langenfeld, Aaron (Hrsg.): Kleine Philosophiegeschichte. Eine Einführung für das Theologiestudium. Paderborn: Brill. 2017. Casale, Rita: Heideggers Nietzsche. Geschichte einer Obsession. Bielefeld: transcript. 2010. Frost, Ursula: Einigung des geistigen Lebens. Zur Theorie religiöser und allgemeiner Bildung bei Friedrich Schleiermacher. Paderborn: Schöningh. 1991.Kantzenbach, Friedrich Wilhelm: Schleiermacher. Reinbek bei Hamburg; Rowohlt. 1967. Kast, Christina: Friedrich Nietzsches Ja zum Leben. Würzburg: Königshausen und Neumann. 2019. Nietzsche, Friedrich: Zur Genealogie der Moral. In: KSA, hrsg. von Giorgio Colli und Mazzino Montinari. Band 5. München/Berlin/New York: de Gruyter. 1999. Schleiermacher, Friedrich Daniel Ernst: Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern. In der Ausgabe von Rudolf Otto. 8. Auflage. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. 2002. [Original 1799] Noras Lesetipp: Florin, Christiane: Trotzdem! Wie ich versuche, katholisch zu bleiben. München: Kösel. 2020. Playlist: Eric Idle: Always look on the bright side of life Die Ärzte: Waldspaziergang mit Folgen Kraftklub: Kein Gott, kein Staat, nur Du R.E.M.: Losing my religion Robbie Williams: Sin Sin Sin Leonard Cohen / K.D. Lang: Hallelujah Bach, Johann Sebastian: Magnificat in D (BWV 243) Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Der sanfte Wellengang des Lebens05.05., 17:0005.05.2023, 17:0001:04:19
Über Hedonismus und Anhedonismus Tendenz zum Anhedonismus - das klingt irgendwie ziemlich nach Spaßbremse. Da stellt sich natürlich die Frage: Bei welchem Spaß bremst man denn da? Denn Hedonismus hat in unserer Gesellschaft nicht den besten Ruf. Gut, dass die Philosophin Rita Molzberger da die Begrifflichkeiten mal grade rückt. Anhedonismus hat nicht nur eine philosophische, sondern auch eine psychologische Dimension. In der geht es nicht darum, an bestimmten Sachen keinen Spaß zu haben, sondern ganz grundsätzlich eine tiefe, innere Freudlosigkeit zu erleben. Eine Dimension, für die weder Rita noch Nora Expertinnen sind. Die in diesem Sinne aber wichtige Hinweise auf die psychische Verfasstheit eines Menschen geben kann.Wir wollen uns in dieser Folge mit der philosophischen Dimension von Hedonismus beschäftigen. Und der Frage: Was ist in diesem Sinne eigentlich Anhedonismus? Und warum hat der Hedonismus heute - anders als in verschiedenen Denkschulen der griechischen Philosophie der Antike - einen so schlechten Ruf? Ritas Literaturliste: Bächli, Andreas/ Graeser, Andreas: „Glück“. In: Grundbegriffe der antiken Philosophie. Ein Lexikon. Stuttgart 2000, S. 97-99. Benjamin, Walter: Exkurs über die Melancholie. Aus ‚Ursprung des deutschen Trauerspiels‘. In: Sillem, Peter (Hrsg.): Melancholie oder Vom Glück, unglücklich zu sein. Ein Lesebuch. Frankfurt/Main 2016, S. 181-203.Boethius, Anicius Manlius Severinus: Trost der Philosophie. Hrsg. von - Marie Luise Gothein. Berlin 1932. Honneth, Axel: Wurzeln des modernen Hedonismus. In: Schöttker, Detlev (Hrsg.): Philosophie der Freude. Von Freud bis Sloterdijk. Leipzig 2003, S. 106-114. Kassel, Rudolf: Untersuchungen zur griechischen und römischen Konsolationsliteratur. München 1958. Schöttker, Detlev (Hrsg.): Philosophie der Freude. Von Freud bis Sloterdijk. Leipzig 2003 Sillem, Peter (Hrsg.): Melancholie oder Vom Glück, unglücklich zu sein. Ein Lesebuch. Frankfurt/Main 2016. Sontag, Susan: Im Zeichen des Saturn. In: Sillem, Peter (Hrsg.): Melancholie oder Vom Glück, unglücklich zu sein. Ein Lesebuch. Frankfurt/Main 2016. S. 204-227. Watzlawick, Paul: Anleitung zum Unglücklichsein. München 2003. Ritas Playlist: Casper: Alles war schön und nichts tat weh. Danger Dan: Eine gute Nachricht. Die höchste Eisenbahn: Der Himmel ist blau (wie noch nie) Kummer feat. Fred Rabe: Alles wird gut. Walk off the earth: Little boxes. Wir sind Helden: Müssen nur wollen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Privilegien-Quartett07.04., 17:0007.04.2023, 17:0001:11:30
Ein Spiel, aus dem wir nicht aussteigen können "Wie privilegiert kann man sein?" - Dieser Satz hat jemanden in einem sozialen Jobnetzwerk zu einem Post veranlasst. Ein Post, in dem durchaus Wut über diesen Satz herauszulesen war. Aber warum fühlen wir uns eigentlich angegriffen, wenn wir auf unsere Privilegien angesprochen werden? Woher kommen diese Abwehr- und Verteidigungsmechanismen? Wir wollen in dieser Folge das Privileg beleuchten und warum es so schwer ist, aus dem Privilegien-Quartett auszusteigen. Aber wenn wir nicht aussteigen können aus unseren Privilegien. Wenn sie sogar mehr werden, je mehr wir darüber reflektieren, je mehr Bewusstsein wir über sie erlangen - was machen wir denn dann damit? Das ist eine gar nicht mal so leichte Frage. Denn sie geht auch mit Schuld (Adorno) und Verantwortung einher. Ritas Literaturliste: Adorno, Theodor W.: Theorie der Halbbildung. In: Busch, Alexander (Hrsg.): Soziologie und moderne Gesellschaft: Verhandlungen des 14. Deutschen Soziologentages vom 20. bis 24. Mai 1959 in Berlin (S. 169-191). 1959. Abrufbar unter https://www.ssoar.info/ssoar/bitstream/handle/document/18760/ssoar-1959-adorno-theorie_der_halbbildung.pdf?sequence=1 (Datum des letzten Abrufs: 02.04.2023) Blumenberg, Hans: Die nackte Wahrheit. Hrsg. von Rüdiger Zill. Berlin 2019. Hering, Sabine: Makel, Mühsal, Privileg? Eine hundertjährige Geschichte des Alleinerziehens. Frankfurt/Main 1998. Lenski, Gerhard: Macht und Privileg. Eine Theorie der sozialen Schichtung. Übersetzt von Hanne Herkommer. Frankfurt/Main 1977. McIntosh, Peggy (1990): White Privilege: Unpacking the Invisible Knapsack. In: Independent School, Winter 1990, 31-36. Abrufbar unter: https://psychology.umbc.edu/wp-content/uploads/sites/57/2016/10/White-Privilege_McIntosh-1989.pdf (Datum des letzten Abrufs: 01.04.2023). Schütte, André: Verwoben und ambivalent. Das Verhältnis von Bildung und Konsum in der Kultur der Moderne. 2018. Abrufbar unter: https://www.kubi-online.de/index.php/artikel/verwoben-ambivalent-verhaeltnis-bildung-konsum-kultur-moderne (Datum des letzten Abrufs: 02.04.2023) Shehadeh, Nadia: Hä, was heißt denn Privilegien? In: Missy Magazine 2017. Abrufbar unter https://missy-magazine.de/blog/2017/08/01/hae-was-heisst-denn-privilegien/ (Datum des letzten Abrufs: 01.04.2023) Noras Literaturtipp: Endler, Rebekka: Das Patriarchat der Dinge - Warum die Welt Frauen nicht passt. Köln 2021. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Mach schnell langsam10.03., 17:0010.03.2023, 17:0001:20:31
... über Beschleunigung, Entschleunigung und Zeitwohlstand Wir leben in rasenden Zeiten. Und viele von uns spüren: Es wäre an der Zeit, mal langsam zu machen. Aber schnell. Klingt paradox - ist es an vielen Stellen auch. Denn es geht nicht nur um die Entschleunigung als solche, sondern auch um die Beschleunigung von Prozessen und vor allem Strukturen, die uns das Entschleunigen überhaupt ermöglichen. Ihr merkt schon. Es ist kompliziert, aber auch ganz schön unterhaltsam, sich damit zu beschäftigen, wo wir welches Tempo brauchen, damit möglichst viele Menschen ein gutes Leben haben können. Ritas Literaturliste: Backhaus, Klaus/ Bonus, Holger (Hrsg.): Die Beschleunigungsfalle oder der Triumph der Schildkröte. Stuttgart 1997. Dörpinghaus, Andreas: Schonräume der Langsamkeit. In: Brinkmann, Malte (Hrsg.): Phänomenologische Erziehungswissenschaft von ihren Anfängen bis heute. Wiesbaden 2019, S. 457–464. (Orig. 2008) King, Vera/ Gerisch, Benigna (Hrsg.): Zeitgewinn und Selbstverlust. Folgen und Grenzen der Beschleunigung. Frankfurt/Main, New York 2009. Nadolny, Sten: Die Entdeckung der Langsamkeit. München 1983. Pfeiffer, Ursula: Kontinuität und Kontingenz. Zeitlichkeit als reflexive Dimension für die Erziehungswissenschaft. In: Schmidt-Lauff, - Sabine (Hrsg.): Zeit und Bildung. Annäherungen an eine zeittheoretische Grundlegung. Münster, New York, München, Berlin 2012, S- 91-112. Rosa, Hartmut: Beschleunigung und Entfremdung. Berlin 2013. Virilio, Paul: Fahren, fahren, fahren. Berlin 1978. Noras Link- und Buchtipps: Führt mehr Zeit zu nachhaltigerem Konsum?. Hörsaal. Deutschlandfunk Nova vom 10.02.2023 (Datum des letzten Abrufs 9.3.2023) Shehadeh, Nadia: Anti-Girlboss - Den Kapitalismus vom Sofa aus bekämpfen. Berlin 2023. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Die Rückseite des Neins03.02., 17:0003.02.2023, 17:0001:07:52
...oder warum 2023 das Neinhorn unter den Jahern ist Zum Jahreswechsel 2023 hatte Nora plötzlich ganz viele "Dieses Jahr sage ich nein"-Posts in ihrem LinkedIn Feed. Und wie soll es anders sein, regte sich Widerspruch. Wenn wir zu etwas Nein sagen, dann müssen wir auch Ja sagen zu etwas. Aber wozu? Welcher Entwurf steht dahinter? Und was, wenn ein individuelles Nein an einem überfordernden System gar nichts ändert, sondern nur Verantwortung verlagert. Ein Gespräch über das Ja und das Nein und das Unseretwegen. So viel Sekunden hat mein Tag nicht, wie ich bräuchte, um mein Nein zu sagen, meine Neine. Peter Licht in Räume räumen Ritas Literaturliste: Adorno, Theodor W.: Negative Dialektik. Frankfurt/Main 2000. Bieri, Peter: Wie wollen wir leben? T. Pölten, Salzburg, Wien 2013. Cramer, Konrad: Philosophie um 1900. In: Mölk, Ulrich (Hrsg.): Europäische Jahrhundertwende: Wissenschaften, Literatur und Kunst um 1900. Göttingen. 1999. Gekürzte Fassung abrufbar unter: https://www.information-philosophie.de/?a=1&t=9245&n=2&y=2&c=99 (Datum des letzten Abrufs: 28.01.2023) Kast, Verena: Friedrich Nietzsches Ja zum Leben. Eine philosophische Interpretation. Würzburg 2019. Neiman, Susan: Warum erwachsen werden? Eine philosophische Ermutigung. Berlin 2015. Nida-Rümelin, Julian / Heilinger, Jan-Christoph (Hrsg.): Moral, Wissenschaft und Wahrheit. Berlin 2016. Peter Licht: Räume räumen. In: Ders.: Melancholie und Gesellschaft. 2008. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Erst zuhören, dann feiern06.01., 17:0006.01.2023, 17:0001:25:48
... über Rituale, Zeremonien und menschliche Verbindungen Mit Ritualen und Zeremonien würdigen wir häufig Übergänge. Bestimmte Punkte im Leben, für die wir innehalten wollen und die deshalb auch einen großen Raum einnehmen dürfen. Wie zum Beispiel, Geburten, Hochzeiten oder auch der Übergang vom Leben zum Tod. Dabei spielten lange Religionen und ihre Institutionen eine entscheidende Rolle. Für viele Menschen tritt das aber aus unterschiedlichen Gründen in den Hintergrund. Trotzdem bleibt der Wunsch, lebensverändernde Ereignisse entsprechend zu würdigen. Und wir haben in einer Zeit des Übergangs - nämlich dem vom Jahr 2022 zum Jahr 2023 - mit einem Gast genau darüber gesprochen. Jonas Ben Chabaane gestaltet als freier Redner Willkommensfeiern, Hochzeiten und Trauerfeiern. Der Tontechniker und Musiker hat darin seine Berufung gefunden. Was ihn dabei antreibt: Menschen zu verbinden - in der Freude, aber auch in der Trauer. Ritas Literaturliste: Belliger, Andréa/ Krieger, David J.: Ritualtheorien. Ein einführendes Handbuch. 5. Auflage. Wiesbaden 2012. Bräunlein, Peter J.: Rituelle Prozesse und kulturelle Transformationen. In: Moebius, Stephan/ Quadflieg, Dirk (Hrsg.): Kultur. Theorien der Gegenwart. Wiesbaden 2011, S. 149-158. Abrufbar unter https://bibliographie.uni-tuebingen.de/xmlui/bitstream/handle/10900/101155/Br%C3%A4unlein_058.pdf?sequence=1 (Datum des letzten Abrufs 29.12.2022) Durkheim, Émile: Die elementaren Formen des religiösen Lebens. Frankfurt 1994. Geertz, Clifford: The Interpretation of Cultures. Selected Essays. New York 1973. Malinowski, Bronisław: Magie, Wissenschaft, Religion. Frankfurt/Main 1973. Turner, Victor W.: Das Ritual. Struktur und Anti-Struktur. Frankfurt/Main 2005. Turner, Victor W.: From Ritual to Theatre. The Human Seriousness of Play. New York 1982. Wulf, Christoph/Althans, Birgit/Audehm Kathrin/Bausch, Constanze/Göhlich, Michael/Sting, Stephan/Tervooren, Anja/Wagner-Willi, Monika/Zirfas, Jörg: Das Soziale als Ritual. Zur performativen Bildung von Gemeinschaften. Opladen 2001. Wulf, Christoph/ Zirfas, Jörg (Hrsg.): Die Kultur des Rituals: Inszenierungen, Praktiken, Symbole. Paderborn 2004. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Radikal moderat20.12., 10:4920.12.2022, 10:4901:21:40
... über den Umgang mit extremen Haltungen Dieser Podcast ist eine Herausforderung. Weil wir uns mit Gedanken konfrontieren, die extrem sind. Grenzüberschreitend. Es geht um extreme Haltungen und radikales Denken. Und es geht um die Frage nach der Legitimation von bestimmten Formen der Gewalt. Und wie, warum und wo wir Grenzen ziehen wollen oder müssen. Denn so eindeutig, wie uns die Antwort häufig scheint, ist sie gar nicht. Dezember 2022. Der Diskurs über Radikalität ist vor allem dadurch geprägt, dass wir alle Erscheinungen in einen Topf werfen und pauschal verurteilen. Und zwar ohne, dass wir uns die Kontexte und Hintergründe anschauen, vor denen sie auftauchen. Da werden die Klimaaktivisten von "Letzte Generation" mal schnell ins Hufeisen gepackt und auf eine Stufe gestellt mit dem gerade ausgehobenen "Reichsbürger"-Netzwerk, dessen Mitglieder wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat, sprich demokratiefeindlichem Terror, vorläufig festgenommen wurden. Und auch bei den Protesten in Iran gibt es immer wieder Versuche, die Protest- und Revolutionsbewegung als radikal und gewalttätig darzustellen, während die eigentliche Gewalt von einem totalitären Regime ausgeht, das seine Bürgerinnen und Bürger willkürlich inhaftiert, foltert und ermordet. Was also ist vor diesen Hintergründen Radikalität? Wie grenzen wir sie ab von Fanatismus, Totalitarismus und Extremismus? Wie weit darf - philosophisch gesehen - radikales Denken gehen? Und warum müssen wir uns dabei die Frage stellen, wie welche Formen von Gewalt in diesem Umfeld legitimiert werden? Ritas These: "Wenn man Radikalität philosophisch ernst nimmt, wird man dabei rauskommen, denkerisch moderat zu sein. Moderat und radikal sind dann nicht mehr das Gegensatzpaar, das man vermutet." Glaubte man Peter Weibel und Boris Groys, so waren die Anschläge auf das World Trade Center eine künstlerische Performance. Zum einen deshalb, weil sie als ein mediales Spektakel, nämlich als weltweit unübersehbare Inszenierung der Verletzlichkeit der Großmacht USA konzipiert waren. Zum anderen darum, weil hierbei die Grenzen von Kunst und Realität entschieden mißachtet wurden. Riskiert wurde hier angeblich ein Ausbruch der Kunst aus der Spähre der Kunst. Nach Weibel nämlich macht es die ganze Obsession eines modernen Künstlers aus, mit künstlerischen Mitteln einen Ausbruch aus dem Kunstsystem zu bewirken, hinein in die Welt, um dort, wie Peter Sloterdijk, ein anderes Mitglied des ästhetischen Kollegs, es formulierte, "das große Ding zu machen". So wurde der Terrorist zu dem Modellfall eines Künstlers, der mit der Selbstaufhebung der Kunst wirklich Ernst gemacht hat. Bei Groys gipfelte diese Diagnose in dem Satz: "Der Terrorist ist ein moderner Künstler unter der Bedingung, dass das moderne Kunstsystem fehlt." Unausgesprochen allerdings blieb das logische Komplement dieses Satzes: Der moderne Künstler ist ein Terrorist unter der Bedingung, daß die Logistik eines entsprechenden Netzwerks fehlt. Man sieht hier exemplarisch, wie sehr die Fixierung auf eine starre Norm der Radikalität sowohl im Bereich der Kunst wie in dem der Politik in schiere Blindheit und schieren Blödsinn münden kann." Aus Seel, Martin: Das Radikale und das Moderate Ritas Literaturliste: "radikal". In: Regenbogen, Arnim/ Meyer, Uwe (Hrsg.): Wörterbuch der philosophischen Begriffe. Hamburg 2013. Bermes, Christian: Radikalität – Etikett oder Gestalt? Zum Ort des Radikalen in der Kultur. In: Konersmann, Ralf/ Westerkamp, Dirk (Hrsg.): Zeitschrift für Kulturphilosophie 2012/2, S. 17-30. Dietrich, Kai: Radikalisierungsprävention und Deradikalisierung als pädagogische Arbeitsfelder. Abrufbar unter https://www.bpb.de/themen/rechtsextremismus/dossier-rechtsextremismus/236720/radikalisierungspraevention-und-deradikalisierung-als-paedagogische-arbeitsfelder/ (Datum des letzten Abrufs: 30.11.2022) Marten, Rainer: Geistige Radikalität. In: Konersmann, Ralf/ Westerkamp, Dirk (Hrsg.): Zeitschrift für Kulturphilosophie 2012/2, S. 69-80. Reemtsma, Jan Philipp: Gewalt und Vertrauen. Grundzüge einer Theorie der Gewalt in der Moderne. In: Ders.: Gewalt als Lebensform. Zwei Reden. Stuttgart 2016, S. 29-55. Seel, Martin: Das Radikale und das Moderate. Erkundungen in einem spannungsreichen Begriffsfeld. In: Konersmann, Ralf/ Westerkamp, Dirk (Hrsg.): Zeitschrift für Kulturphilosophie 2012/2, S. 6-17. Noras Linktipps: "Die Arier". Film von und mit Mo Asumang. 2016. Abgerufen aus der BPB Mediathek. "Mo Asumang und die Welt der Querdenker" Film von und mit Mo Asumang. 3sat Mediathek. Verfügbar bis 14.11.2023 Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Leben mit Leid18.11., 17:0018.11.2022, 17:0001:29:52
... über Antworten, Aushalten und Sinnlosigkeit Wo menschliches Leben ist, ist auch immer Leid. Im Kleinen wie im Großen. Es ist unmöglich, sich vor Leid zu schützen. Egal wie privilegiert wir sind. Leid trifft uns alle. Wie also damit umgehen? Wie können wir Leid lindern? Wann sind wir gezwungen, Leid als existent zu akzeptieren? Und wo sind wir aber auch handlungsfähig? Ein Gespräch mit der Psychologin Dr. Nady Mirian Nadys Literaturtipps: Im Podcast sagt Nady Mirian, dass sie ganz viel von Schopenhauer, Camus, Sartre, Simone Weil und Joan Didion liest. Konkret nennt sie: Foucault, Michel: Wahnsinn und Gesellschaft. Hamburg 1973. Hitchens, Christopher: Love, Poverty, and War. New York 2004 Sonntag, Susan: Das Leiden anderer betrachten. Frankfurt 2017. Sonntag, Susan: "Aids und seine Metapher". Berlin 1997 Ritas Literaturliste: Angehrn, Emil: Das Leiden und die Philosophie. In: Die Ethik Arthur Schopenhauers im Ausgang vom Deutschen Idealismus (Fichte/Schelling). Würzburg 2006, S. 119-132. Abrufbar unter https://edoc.unibas.ch/14399/1/BAU1005251809.pdf (Datum des letzten Abrufs: 08.11.2022) Han, Byung-Chul: Palliativgesellschaft: Schmerz heute. Berlin 2020. Hauskeller, Michael: Durch Leiden lernen. Schopenhauer zwischen Mitleid und Selbstüberwindung. In Schopenhauer Jahrbuch 84, 2003, S. 75-90. Meyer-Drawe, Käte: Lernen und Leiden. Eine bildungsphilosophische Reflexion. In: Nittel, Dieter/ Seltrecht, Astrid (Hrsg.), Krankheit: Lernen im Ausnahmezustand? Berlin, Heidelberg 2013, S. 68-76. Wolf, Burkhardt/ Harrasser, Karin/ Macho, Thomas (Hrsg.): Politik und Technik des Schmerzes. Leiden, Boston 2007. Noras Linkliste: "Ich hab mich durch die Depression selbst kennengelernt". Gespräch mit der Bloggerin Jasmin Faust darüber, wie man Krebs und Depressionen überlebt im Podcast "Mensch, Frau Nora". Oktober 2022 "Depression ist eine sehr, sehr einsame Kiste" Gespräch mit der Bloggerin Jasmin Faust über ihren Klinikaufenthalt und Leben mit Depressionen unter medikamentöser Therapie im Podcast "Mensch, Frau Nora". Mai 2019 Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Akte(n) der Menschlichkeit14.10., 17:0014.10.2022, 17:0001:13:59
... vom Random Act of Kindness und sozialer Phantasie Können wir mit Random Acts of Kindness, also den zufälligen Akten von Mitmenschlichkeit, die Welt retten? Denn nicht weniger wollen wir in diesen anstrengenden Zeiten versuchen. Die Welt um uns rum ein kleines bisschen besser machen, indem wir ihr aufmerksam begegnen für die Not anderer. Klingt pathetisch? Ist es auch. Aber Rita hat gesagt, im Herbst ist das erlaubt. Aber mal im Ernst: Gerade jetzt begegnen uns überall Meldungen von Menschen, die in Not sind oder drohen, in Not zu geraten. Zum Beispiel durch steigende Energie- und Lebensmittelkosten. Einige Menschen begegnen diesen Nöten mit einem Random act of kindness, also einer spontanen und zufälligen Hilfeleistung. Aber es gibt daran natürlich auch Kritik. Denn eigentlich haben wir in einer demokratischen und sozialen Gesellschaft doch Institutionen dafür gegründet, damit Menschen nicht mehr auf zufällige Hilfeleistung angewiesen sind, sondern sich auf eine zumindest in der Basis gesicherte und menschenwürdige Grundexistenz verlassen können. Klappt halt nur nicht immer. Und jetzt? Ritas Literaturliste: Aristoteles: Nikomachische Ethik. Übersetzt von Franz Dirlmeier. Stuttgart 2003. Haupt, Selma/ Hering, Sabine/ Wever, Laura/ Haupt: Kein Platz für mein Ethos. Zum Spannungsverhältnis von Professionalität, Ungewissheit und Subjektivität. In: journal für lehrerInnenbildung, 21 (3), S. 74-83. Abrufbar unter https://www.researchgate.net/publication/355334533KeinPlatzfurmeinEthosZumSpannungsverhaltnisvonProfessionalitatUngewissheitundSubjektivitat (Datum des letzten Abrufs: 27.09.2022) Phillips, Adam/ Taylor, Barbara: Freundlichkeit: Diskrete Anmerkungen zu einer unzeitgemäßen Tugend. Stuttgart 2010. Rousseau, Jean-Jacques: Émile oder Über die Erziehung. Stuttgart 2019. [Orig. 1762] Schmid, Wilhelm: Mit sich selbst befreundet sein. Von der Lebenskunst im Umgang. Frankfurt/Main 2007. Schmid, Wilhelm: Selbstfreundschaft: Wie das Leben leichter wird. Berlin 201 Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- (T)Räume der Kindheit09.09., 17:0009.09.2022, 17:0001:17:00
Von Verstecken, Katzentischen, Ferien und Büchern Nicht alle erinnern sich gerne an ihre Kindheit, aber fast alle hatten Orte, die sich fest in unsere Erinnerung gebrannt haben. Etwas, das wir riechen, fühlen oder schmecken und uns instant zurückversetzt in Kindertage. Es ist, wie eine Tür aufzustoßen in einen anderen Raum. Eine andere Dimension. Etwas, wo wir mal waren. Und so viel ist sicher: Wir alle waren Kinder. Und manche von uns sind es auf die eine oder andere Weise immer noch. Ritas Literaturliste: Augé, Marc: Nicht-Orte. München 2004. Burghardt, Daniel/ Zirfas, Jörg (Hrsg.): Pädagogische Heterotopien. Von A bis Z. Weinheim Basel 2019. Foucault, Michel: Die Heterotopien. Der utopische Körper. Zwei Radiovorträge. Frankfurt/Main 2014. Hasse, Jürgen/ Kozljanič, Robert Josef (Hrsg.): Gelebter, erfahrener und erinnerter Raum. V. Jahrbuch für Lebensphilosophie. München 2010. Hasse, Jürgen/ Schreiber, Verena (Hrsg.): Räume der Kindheit. Ein Glossar. Bielefeld 2019. Langeveld, Martinus Jan: Die Schule als Weg des Kindes. Braunschweig 1966. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Ich nunge dich!12.08., 18:0512.08.2022, 18:0501:12:45
Von der Macht der Anerkennung und Anerkenntnissen Was ist eigentlich Anerkennung und was macht sie mit uns und anderen? Und ja, Macht ist hier durchaus auch als Substantiv enthalten. Denn das Vorenthalten von Anerkennung ist ein Herrschaftsinstrument. Das zu wissen und entsprechend zu berücksichtigen, kann in Konfliktsituationen hilfreich sein. Aber auch uns selbst gegenüber brauchen wir Anerkennung als Werkzeug. Für viele Menschen ist Anerkennung positiv konnotiert. Das hat etwas Lobendes und Wertschätzendes. Aber ist das nicht eigentlich schon einen Schritt zu weit gedacht? Ist Anerkennung nicht erstmal der Moment, in dem wir eine Tatsache als solche zur gemeinsamen Basis eines Diskurses erklären? Das müssen wir noch nicht mal gut finden. Das kann sogar sehr schmerzhaft sein. Eine Art: Ja, ich erkenne an, dass das für dich eine Realität ist. Oder auch: Ja, ich erkenne an, dass das für uns eine Realität ist. Im Hier und Jetzt. In unserem Miteinander. Aber auch in und mit uns selber. Zum Beispiel, wenn sich unser Körper verändert - wodurch auch immer. Eine Form der Akzeptanz. Aber immer auch: ein Prozess. Auf den wir euch in diesem Gespräch mitnehmen wollen. Ritas Literaturliste: Hegel, Georg Wilhelm Friedrich: Werke Teil 3. Phänomenologie des Geistes. Frankfurt/Main 1991. Honneth, Axel: Kampf um Anerkennung. Zur moralischen Grammatik sozialer Konflikte. Frankfurt/Main 1992. Ricken, Norbert/ Balzer, Nicole: Anerkennung als pädagogisches Problem. Markierungen im erziehungswissenschaftlichen Diskurs. In: Schäfer, Alfred/ Thompson, Christiane (Hrsg.): Anerkennung. Paderborn, München, Wien, Zürich 2010, S. 35-87. Schäfer, Alfred/ Thompson, Christiane (Hrsg.): Anerkennung. Paderborn, München, Wien, Zürich 2010 Siep, Ludwig: Anerkennung in der „Phänomenologie des Geistes“ und in der praktischen Philosophie der Gegenwart. Abrufbar unter https://www.information-philosophie.de/?a=1&t=9402&n=2&y=2&c=99 (Datum des letzten Abrufs: 09.08.2022) Taylor, Charles: Multikulturalismus und die Politik der Anerkennung. Mit einem Beitrag von Jürgen Habermas. Frankfurt/Main 1997. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Gebrochene Fußnoten15.07., 17:0015.07.2022, 17:0001:09:01
... von Umbrüchen, Wandlungen und plötzlichen Lebensereignissen Jedes Leben ist beständig im Wandel, ob wir das jetzt wollen oder nicht. An manchen Stellen erleben wir aber auch Bruchlinien. Manches davon sieht nur von außen aus wie ein plötzliches Ereignis. Manches davon tritt plötzlich in unser Leben und reißt Stücke heraus. Und manchmal wünschen wir uns, ein Bruch sorgt möge dafür sorgen, dass wir rauskommen aus unserem Alltagstrott, dass wir uns nochmal völlig neu erfinden können. Von all diesen Brüchen und Wandlungen handelt diese Podcastfolge. Wo habt ihr in eurem Leben Brüche und Wandlugen erlebt? Wie seid ihr damit umgegangen? Welche Brüche habt ihr selbst herbeigeführt und wo hat euch das Leben herausgefordert? Ritas Literaturliste: „Seit Jahrtausenden ist der Grundriß der menschlichen Existenz geprägt gewesen durch die in Arbeit, Kampf, Liebe, Spiel und Tod sich meldende Endlichkeit.“ (Fink 1989: 46) Dekkers, Midas: Von Larven und Puppen. Soll man Kinder wie Menschen behandeln? München 2003 Fink, Eugen: Der Mensch als Fragment. In: Zur Krisenlage des modernen Menschen. Würzburg 1989, S. 29-47. Frost, Ursula: Allgemeine und fragmentarische Bildung. In: Fuchs, Birgitta/ Schönherr, Christina (Hrsg.): Urteilskraft und Pädagogik. Beiträge zu einer pädagogischen Handlungstheorie. Würzburg 2007, S. 197-212. Krause, Sabine/ Breinbauer, Ines Maria/ Proyer, Michelle [Hrsg.]: Corona bewegt – auch die Bildungswissenschaft. Bildungswissenschaftliche Reflexionen aus Anlass einer Pandemie. Bad Heilbrunn 2021 Sabisch, Andrea: Inszenierung der Suche. Vom Sichtbarwerden ästhetischer Erfahrung im Tagebuch. Entwurf einer wissenschaftskritischen Grafieforschung. Bielefeld 2007. Schimek, Bernhard/ Kremsner, Gertraud/ Proyer, Michelle/ Grubich, Rainer/ Paudel, Florentine/ Grubich-Müller, Regina [Hrsg.]: Grenzen.Gänge.Zwischen.Welten. Kontroversen – Entwicklungen – Perspektiven der Inklusionsforschung Bad Heilbrunn 2022. Waldenfels, Bernhard: Bruchlinien der Erfahrung. Phänomenologie Psychoanalyse Phänomenotechnik. Frankfurt/Main 2002. "Die Phänomenologie einer gebrochenen Erfahrung gruppiert sich um zwei Leitmotive, die sich als Pathos und Diastase bezeichnen lassen. Das alte Wort Pathos verweist auf Widerfahrnisse, die uns zustoßen, uns zuvorkommen, uns anrühren und verletzen, keine Grundschicht also, sondern ein Geschehen, in das wir wohl oder übel und auf immer verwickelt sind. Das seltenere Wort Diastase bezeichnet die Gestaltungskraft der Erfahrung, die etwas oder jemanden entstehen läßt, indem sie auseinandertritt, sich zerteilt, zerspringt. (…) Die beiden Leitmotive widersetzen sich aber nicht nur der Annahme einer letztlich fugenlosen Ordnung, sie stehen auch im Gegensatz zu bestimmten Binsenweisheiten der modernen Philosophie." (Waldenfels 2002: 9) ["Binsenweisheiten" hier: Autonomie des Subjekts und Vernunftdenken in Gestalt der Synthesis allein, RM] Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Wäh, wäh, Wandel10.06., 17:0410.06.2022, 17:0401:23:54
Leben zwischen Beharrlichkeit und Veränderung Wir leben in Zeiten des Wandels. Wobei, wann haben wir das eigentlich nicht getan? Und doch gab es Zeiten, die uns weniger aufregend, weniger aufwühlend erschienen sind. Was machen wir also damit, dass sich ständig alles wandelt - und damit auch wir im ständigen Wandel sind? Panta Rhei - alles fließt - sagte schon Heraklit, der alte Grieche. Man steigt halt niemals zweimal in denselben Fluss. Oder doch? Was ist es eigentlich, das sich wandelt und gibt es dabei nicht doch auch Dinge, die unveränderlich sind? Fest steht: Wandel ist bisweilen ganz schön anstrengend. Und auch Nora und Rita haben dabei auch immer mal wieder so ein "wäh, wäh, wäh"-Gefühl. Eine innerliche Bockigkeit, die keinen Bock hat, dass sich schon wieder alles verändert. Oder verändern muss. Manchmal sogar radikal. Auch, weil Wandel nie nur eine Veränderung nach sich zieht, sondern eine Vielzahl von Veränderungen. Und - Achtung - ihr werdet einen völlig neuen Blick auf das Wort "Verwesung" bekommen. Ritas Literaturliste: Barlösius, Eva/ Müller, Peter/ Steffen, Sigmund (Hrsg.): Gesellschaftsbilder im Umbruch. Soziologische Perspektiven in Deutschland. Opladen 2013. Benhabib, Seyla: Der Fremde als Gefahr? Globale Flucht und das Recht auf Schutz. In: Blätter für deutsche und internationale Politik. Berlin 09/2018. Duerr, Hans Peter: Der Mythos vom Zivilisationsprozeß. 5 Bde. Berlin 1988 – 2005. Elias, Norbert: Über den Prozeß der Zivilisation. 2 Bde. Frankfurt/Main 1976. Hopkins, Rob: Stell Dir vor … : Mit Mut und Fantasie die Welt verändern. Innsbruck 2021. Nietzsche, Friedrich: Also sprach Zarathustra – Ein Buch für Alle und Keinen. Abrufbar unter http://www.nietzschesource.org/#eKGWB (Datum des letzten Abrufs: 01.06.2022) Snell, Bruno (Hrsg.): Heraklit – Fragmente. 14. Auflage. Zürich und München. 2007. zur Lippe, Rudolf: Das Denken zum Tanzen bringen: Philosophie des Wandels und der Bewegung. Baden-Baden 2014. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Üben, üben, üben06.05., 17:0006.05.2022, 17:0001:31:20
Über Können, Nichtkönnen und den Weg dazwischen Können wir das Leben üben? Eine vermeintlich simple Frage, auf die sicher viele eine spontane Antwort haben. Und über die man trotzdem unglaublich lange sprechen kann. Denn natürlich hängt die Antwort auch davon ab, was wir denn eigentlich unter Leben verstehen. Welche Ziele wir haben. Und woran wir zum Beispiel ein gelingendes Leben festmachen. Wobei: Wann gelingt denn Leben eigentlich? Ihr merkt schon, das wird wieder eine wilde Gedankenreise in der "Was denkst du denn"-Denkschule. Ritas Literaturliste: Bollnow, Otto Friedrich: Vom Geist des Übens. Eine Rückbesinnung auf elementare didaktische Erfahrungen. Freiburg i. Br. 1978. Brinkmann, Malte: Üben. In: Kade, Jochen et al. (Hrsg.): Pädagogisches Wissen. Erziehungswissenschaft in Grundbegriffen. Stuttgart 2011. Meyer-Drawe, Käte: Diskurse des Lernens. München u.a. 2008. Sloterdijk, Peter: Du musst Dein Leben ändern. Frankfurt/Main 2009. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Verletzlichkeit macht nahbar09.04., 14:3909.04.2022, 14:3901:15:51
Über Vulnerabilität und was wir daraus lernen können Im Grunde wissen wir das alle: Menschen sind nicht unkaputtbar. Und trotzdem laufen viele von uns mit einem gewissen Gefühl der Unverletzlichkeit durch die Welt. Uns wird schon nichts Schlimmes passieren. Und ehrlicherweise könnten wir wahrscheinlich nicht leben, wenn wir die ganze Zeit nur darüber nachdenken würden, dass wir verwundbare und sterbliche Wesen sind. Aber was würde mit uns passieren, wenn wir der Vulnerabilität etwas mehr Raum eingestehen in unserem Leben - und damit in unserer Gesellschaft? Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell das geht. Wie wenige Sekunden liegen können zwischen einem für uns normalen Leben und einem, das aus dem Nichts unsere Anpassung fordert. Das uns vor neue Herausforderungen stellt. Vielleicht auch nur temporär. Verletzungen tun das zum Beispiel. Also Verletzungen, die eine merkliche Einschränkung zur Folge haben. Nora hat gerade so eine Verletzung und nimmt dadurch - wenn auch nur vorübergehend - eine andere Perspektive auf die Welt ein. Gemeinsam mit Rita spürt sie dem Phänomen der Vulnerabilität nach, das natürlich noch weitaus dramatischere Folgen annehmen kann als einen vorübergehend kaputten Fuß. Ritas Literaturliste: Atwood, George E., Stolorow, Robert D.: Contexts of Being: The Intersubjective Foundations of Psychological Life (Psychoanalytic Inquiry Book Series). London 1992. Brown, Brené: Die Macht der Verletzlichkeit. (TED-Talk) Abrufbar unter https://www.youtube.com/watch?v=iCvmsMzlF7o&t=208s (Datum des letzten Abrufs: 06.04.2022) Burghardt, Daniel et al. (Hrsg.): Vulnerabilität. Pädagogische Herausforderungen. Stuttgart 2017. Burkert, Viktoria: Die Ethik des Anderen als Philosophie der Freiheit. In: Farokhifar, Karin/ Neugebauer, Hans-Gerhard (Hrsg.): Befindlichkeiten. Die Anderen und ich. Rheinbach 2017, S. 59-68 Chambers, Robert: Editorial Introduction: Vulnerability, Coping and Policy. IDS Bulletin Vol.20, Issue 2. 1989, pp. 1-7. Als PDF verfügbar unter https://opendocs.ids.ac.uk/opendocs/handle/20.500.12413/9551 (Datum des letzten Abrufs: 06.04.2022) Lévinas, Emmanuel: Die Spur des Anderen. Untersuchungen zur Phänomenologie und Sozialphilosophie. 4. Auflage. Freiburg, München 1999. Zirfas, Jörg/ Dederich, Markus (Hrsg.): Glossar der Vulnerabilität. Erscheint Oktober 2022. Noras Linkliste: Simone Orgel über Gespräch und Verstehen auf Facebook: https://www.facebook.com/mona.orgel/posts/10159308784376028 Melina Borčak über den Beginn der Belagerung von Sarajevo auf Twitter und in einem Essay auf Dialogueperspecitves.org Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Armut11.03., 17:0011.03.2022, 17:0001:06:42
Eine Welt unter neuen Vorzeichen Wir hatten uns das Thema vorgenommen, bevor Russland die Ukraine überfallen hat. Das Thema wäre auch vorher schon eine Herausforderung gewesen. Jetzt ist es uns mit einem Mal noch näher als viele von uns dachten. Es geht darum, wer arm ist und wer reich. Wie wir Teilhabe ermöglichen können. Und wo wir anfangen müssen umzudenken in einer Welt von endlichen Ressourcen. Unseren Reichtum sehen wir grade an den Grenzen zur Ukraine. In Form von Spenden. Aber auch in Form von Hilfsbereitschaft. Zwei Dinge vorweg: Wir haben in dieser Folge einen sehr eurozentrischen Blick auf das Thema. Das liegt zum einen daran, dass uns alle gerade die Situation in der Ukraine sehr nah ist. Zum anderen aber auch daran, dass weder Rita noch Nora Expert:innen sind, wenn es um die Folgen von Kolonialisierung und Globalisierung in anderen Teilen der Welt geht. Nichts weist uns gerade so sehr auf das Thema Armut hin, wie Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. Schon wieder stehen Menschen von heute auf morgen vor dem Nichts. Haben nicht mehr als zwei Rucksäcke oder Taschen und ihr nacktes Leben. Was aber anders ist als vorher: Viele von uns müssen sich vor dem Hintergrund der Konsequenzen Gedanken über ihre eigene Zukunft machen. Die Abhängigkeit von Öl und Gas aus Russland führt schon jetzt dazu, dass die Preise steigen. Für die Einen macht sich das am Spritpreis bemerkbar. Für andere sind es die explodierenden Heizkosten. Und während Politiker fordern, man könne jetzt auch mal frieren, um zu helfen, ist das Frieren für andere schon lange Realität, auch hier in Deutschland. Wir wollen in dieser Folge über Armutsformen sprechen. Darüber, wer besonders von Armut betroffen ist. Wer von Armut in unmittelbarer Zukunft bedroht sein wird und was verdeckte Armut ist. Welche Folgen hat Armut? Und worauf müssen wir uns als Gesellschaft in Zukunft einstellen? Ritas Literaturliste: Baumann, Helge / Seils, Eric: Wie „relativ“ ist Kinderarmut? Armutsrisiko und Mangel im regionalen Vergleich. In: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut WSI Report 11. Düsseldorf 2014. Becker, Irene: Verdeckte Armut in Deutschland. Ausmaß und Ursachen. In: Fachforum Nr. 2. Berlin 2007. Bundeszentrale für politische Bildung: Ausgewählte Armutsgefährdungsquoten. Artikel vom 20.09.2020. Verfügbar unter https://www.bpb.de/kurz-knapp/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61785/ausgewaehlte-armutsgefaehrdungsquoten/#:~:text=Als%20armutsgef%C3%A4hrdet%20gelten%20Personen%2C%20deren,Prozent%20des%20mittleren%20Einkommens%20betr%C3%A4gt. (Datum des letzten Abrufs: 09.03.2022) Butterwegge, Christoph: Armut. 5. aktualisierte Auflage. Köln 2021 Butterwegge, Christoph: Armut in einem reichen Land. Wie das Problem verharmlost und verdrängt wird. Frankfurt/Main 2016. Hübgen, Sabine: Armutsrisiko alleinerziehend. Die Bedeutung von sozialer Komposition und institutionellem Kontext in Deutschland. Opladen, Berlin, Toronto 2020 Promberger, Markus: Der Sechste Armuts- und Reichtumsbericht greift neuere wissenschaftliche Konzepte auf. Stellungnahme des IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) zur öffentlichen Anhörung im Ausschuss für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestags am 21.6.2021. Sanders, Karin (Hrsg.): Armut und Teilhabe. Analysen und Impulse zum Diskurs um Armut und Gerechtigkeit. Wiesbaden 2008. Noras Link- und Lesetipps: Ryba Kahn, Sharon: "[Invisible Wound]" Podcast. AMCHA Deutschland e.V. 2021 (zuletzt abgerufen 11.03.2022) Mayr, Anna: Arbeitslosigkeit muss nicht erklärbar sein". https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/autorin-anna-mayr-arbeitslosigkeit-muss-nicht-erklaerbar-sein Deutschlandfunk Nova, 16.09.2020 (zuletzt abgerufen 11.03.2022) Mayr, Anna: Wir müssen das Nichtarbeiten enttabuisieren. https://www.deutschlandfunk.de/armut-in-deutschland-wir-muessen-das-nichtarbeiten-100.html) Deutschlandfunk, 09.08.2020 (zuletzt abgerufen 11.03.2022) Mayr, Anna: Die Elenden. Warum unsere Gesellschaft Arbeitslose verachtet und sie dennoch braucht. Hanser. Berlin 2020. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Eindeutig mehrdeutig04.02., 17:0004.02.2022, 17:0001:13:40
... vom Umgang mit Ambiguitäten in einer komplexen Welt Was steckt eigentlich hinter dem Wort "Ambiguitätstoleranz"? Warum müssen wir das üben und wo hat diese Form der Toleranz auch ihre Grenzen? An zwei aktuellen Beispielen schauen wir auf das Phänomen und seine realen Auswirkungen. Es geht ums Aushalten von Widersprüchlichkeit, leben unter sich ständig wandelnden Bedingungen, aber auch um Leiden und bisweilen auch Zynismus. Denn wir alle dulden Widersprüchlichkeiten, die bei anderen Menschen Leid erzeugen. Ganz konkret stellt uns der Umgang mit der Pandemie gerade täglich vor eben diese Herausforderung: Ambiguitäten auszuhalten. Wir sehen ständig bei anderen ein Verhalten, das wir persönlich so nicht richtig finden. Gleichzeitig handeln wir aber auch mit uns selber aus, wo wir uns Freiheiten erlauben, obwohl wir wissen, dass es eigentlich besser wäre, das zu lassen. Wir entscheiden das alle hoch individuell. Und das sorgt für Spannungen, aber eben auch die Notwendigkeit, dieses Verhalten bei anderen zu tolerieren. Im Rahmen dessen natürlich, was tolerabel ist. Auch Toleranz hat schließlich ihre Grenzen. Das andere Beispiel ist die Dokumentation über 100 Menschen, die Teil der katholischen Kirche sind und sich geoutet haben, nicht dem Bild zu entsprechen, das die katholische Kirche nunmal von Menschen hat. Homosexuelle, Trans- und Interpersonen haben unter "Wie Gott uns schuf" von ihrem Leid erzählt, innerhalb der Religionsgemeinschaft anders zu sein als das von ihnen erwartet wird. #ComingOutInChurch zeigt deutlich, wie leidensfähig Menschen sind, wenn es um Ambiguität geht. Und das ist erst einmal eine Phänomenbeschreibung. Denn natürlich ist das im Ergebnis eben nicht gut. Und wenn wir auf das Leid schauen, das durch Amts- und Würdenträger:innen der katholischen Kirche in der Welt verbreitet wurde und wird, dann kommen wir auch schnell in den Bereich des Zynismus, wenn von "Ambiguitätstoleranz" die Rede ist. Gar nicht so einfach, das alles in seiner Komplexität zu verbalisieren. Wir versuchen es trotzdem. Ritas Literaturliste: Abplanalp, Esther et al.: Beraten in der Sozialen Arbeit. Eine Verortung zentraler Beratungsanforderungen. Kap. 7: Widerstand in Veränderungsprozessen. Bern 2020, S. 131-154. Baethge, Christopher: Amerika, Blicke. Über den Umgang mit Ambivalenz. In: Merkur, 58. Jahrgang, Heft 660. April 2004, S. 316-324. Bauer, Thomas: Die Vereindeutigung der Welt. Über den Verlust an Mehrdeutigkeit und Vielfalt. 2., durchgesehene Auflage. Stuttgart 2018. De Beauvoir, Simone: Für eine Moral der Doppelsinnigkeit. In: Dies.: Soll man de Sade verbrennen? Reinbek bei Hamburg 1983. [Original 1947] Frenkel-Brunswik, Else: Intolerance of ambiguity as an emotional and perceptual personality variable. In: Journal of Personality 18. 1949. S. 108–143. Abrufbar unter https://doi.org/10.1111/j.1467-6494.1949.tb01236.x (Datum des letzten Abrufs: 26.01.2022) Merleau-Ponty, Maurice: Die Abenteuer der Dialektik. Frankfurt/Main 1974. Vintges, Karen: Zur Ethik bei Simone de Beauvoir. 13.12.2019. Abrufbar unter https://www.bpb.de/apuz/302121/zur-ethik-bei-simone-de-beauvoir (Datum des letzten Abrufs: 26.01.2022) Vives, Marc-Lluís/ FeldmanHall, Oriel: Tolerance to ambiguous uncertainty predicts prosocial behavior. In: Nature Communications 9, 2018. Abrufbar unter https://doi.org/10.1038/s41467-018-04631-9 (Datum des letzten Abrufs: 26.01.2022) Noras Linkliste: Wie Gott uns schuf - Coming out in der katholischen Kirche: Ein Film von Hajo Seppelt, Katharina Kühn, Peter Wozny, Marc Rosenthal. ARD Mediathek. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Wer ist hier sensibel?07.01., 22:1507.01.2022, 22:1501:23:19
Über Empfindlichkeit, Empfindsamkeit und Perspektiven Die Philosophin Svenja Flaßpöhler hat ein Buch über Sensibilität geschrieben und trifft damit einen Nerv. Aber wessen Nerv genau? Und führt die Debatte über Sensibilität zum Kern des Themas? Zumindest im Gespräch mit Richard David Precht unter dem Titel "Sensibilisieren wir uns zu Tode?" geht die Debatte am Thema vorbei, findet Nora. Und auch in den sozialen Netzwerken hat es heftige Diskussionen zum Thema gegeben. Wir versuchen, die Debatte ein bisschen auszuleuchten. Welches gesellschaftliche Phänomen soll hier beleuchtet werden? Und wessen Perspektive und Erfahrungen werden hier für die Analyse zugrunde gelegt? P.S. Ihr müsst die Sendung nicht gesehen haben, um dem Gespräch folgen zu können. Falls ihr die Sendung dennoch sehen möchtet, haben wir sie in den Shownotes für euch verlinkt. Ritas Literaturliste: Breithaupt, Fritz: Die dunklen Seiten der Empathie. Frankfurt/Main 2017. Breithaupt, Fritz: Kulturen der Empathie. Frankfurt/Main 2009. Elias, Norbert: Über den Prozess der Zivilisation. Frankfurt/Main 2010. Flaßpöhler, Svenja: Sensibel: Über moderne Empfindlichkeit und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart 2021. Frost, Ursula: Vom Befreunden des Fremden: Pädagogische Überlegungen zum Anspruch interkulturellen Verstehens. In: Antor, Heinz (Hrsg.): Fremde Kulturen verstehen - fremde Kulturen lehren. Heidelberg 2007, S. 59-69. Pfaller, Robert: Erwachsenensprache: Über ihr Verschwinden aus Politik und Kultur. Frankfurt/Main 2017. Noras Linkliste: Sensibilisieren wir uns zu Tode? in Precht, ausgetrahlt beim ZDF am 28.11.2021, abrufbar unter bis 27.11.2026: https://www.zdf.de/gesellschaft/precht/precht-234.html Empathie im Dreieck - I - Was denkst du denn Folge zur Empathie vom 26.03.2021 (zuletzt abgerufen am 7.1.2022) Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Im Bereich der Körpergrenzen05.12., 21:0505.12.2021, 21:0501:21:51
... über Sport, Leidensfähigkeit und das Überschreiten von Grenzen Menschen, die sich sportlich betätigen, haben häufig auch Ziele. Sie wollen sich verbessern, stärker, schneller, schlanker, muskulöser werden. Dafür loten sie die Grenzen ihres Körpers aus - und verschieben sie. Schmerzen gehören irgendwie dazu. Egal ob Muskelkater oder kleine und große Verletzungen. Das sind Grenzerfahrungen, aber eben selbstgewählte. Wir suchen in dieser Folge ein Vokabular für den Grenzbereich des sporttreibenden Körpers - und Geistes natürlich. Ritas Literaturliste: Anzieu, Didier: "Das Haut-Ich". Berlin 1996 Bommes, Michael: Migration und nationaler Wohlfahrtsstaat. Ein differenzierungstheoretischer Einwurf. Wiesbaden 1999 Eigmüller, Monika / Vobruba, Georg [Hrsg.]: Grenzsoziologie. Die politische Strukturierung des Raumes. Wiesbaden 2016 Foucault, Michel: Wahnsinn und Gesellschaft: Eine Geschichte des Wahns im Zeitalter der Vernunft. Berlin 1973 Magdlener, Elisabeth: Vom Körper-Haben zum Leib-Sein. Am Beispiel des Kontakttanzes. In: Magazin erwachsenenbildung.at 2015. Verfügbar unter https://www.pedocs.de/volltexte/2015/10367/pdf/Erwachsenenbildung242015MagdlenerVomKoerperHaben.pdf (Datum des letzten Abrufs: 01.12.2021) Sauerer, Dominik: Grenzen. In Pädagogische Heterotopien. Von A bis Z. herausgegeben von Daniel Burghardt / Jörg Zirfas. Weinheim 2019 Noras Linkliste: Das große Tabu wackelt - Sexualisierte Gewalt im Sport. Sport Inside Podcast. WDR 2021. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
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