Podcast

SOMMELIER

Silvio Nitzsche

Arts · Health & Fitness · Society & Culture

230 Episoden · neueste 09.10.

Episoden

230
  1. Moritz-Christian Brand – Central Coast im Deep Dive
    22.05., 00:0202:26:18

    Die Geografie des Nebels zwischen Pazifik und Kalk Moritz-Christian Brand, Jahrgang 1990, ist einer jener Sommeliers, bei dem man spürt, dass er die Weinwelt ein klein wenig langsamer und interessanter drehen lässt. Nach dieser Episode wirst Du den Wunsch entwickeln, mit ihm einen langen Abend zu verbringen – weil er Wein versteht, wie ein alter Territoriumsheld sein Land definiert: aus dem Bauch, mit echter Zuneigung, ohne daraus eine Predigt zu basteln. Das ist keine Lebensweise, die er abends in den Spind hängt. Das ist ein Handwerk, das man sich erkämpft, Station für Station, mit den Händen, mit dem Gaumen, mit jenem Sturschädel, den die Besten dieser Zunft alle besitzen. Seine Lehrjahre begann er im Relais & Châteaux Hotel Bayerisches Haus in Potsdam. Was folgte, war eine Dekade Sternegastronomie: Gourmetrestaurant Lerbach unter Dieter Müller, Restaurant Nils Henkel (drei Sterne) in Bergisch Gladbach, die MS Europa, dann München – stellvertretender Chefsommelier im Tantris, schließlich Chefsommelier im Restaurant Atelier des Hotel Bayerischer Hof, ebenfalls drei Sterne. 2017 übernahm er mit seiner Frau Julia das Hotel Stadt Kassel in Rinteln – ein Traditionshaus, das durch diese Übernahme in eine andere Liga trat. Das Restaurant Fachwerk wurde zum Beweis, dass Spitzenqualität keine Metropole braucht. Die Weinkarte wuchs auf über 1.500 Etiketten aus 14 Ländern. Die Branche reagierte: Der German Wine List Award 2022 (VINUM) kürte das Fachwerk zum Sieger in der Kategorie Gutbürgerliche Küche; VINUM vergab zusätzlich die „Weinkarte des Jahres 2022”. Ebenfalls 2022 folgte die Ehrung „Ausgezeichnetes Weinkonzept” durch VDP und Meininger Verlag – ein Preis, der an die Person gebunden ist, nicht ans Haus. Das Deutsche Weininstitut kürte das Fachwerk 2024 zum Sieger in der Kategorie „Gehobene Gastronomie”. Hinzu kommen der Wine Spectator Best of Award of Excellence und die Aufnahme in die Star Wine List – beide als einziges Haus Niedersachsens. Das Rolling Pin Magazin listete Brand regelmäßig unter den 50 besten Sommeliers Deutschlands; die Jeunes Restaurateurs Deutschland nahmen Julia und Moritz Brand 2024 als Mitglieder auf. Man könnte das einen Aufstieg nennen. Moritz würde sagen, das sei das Ergebnis davon, dass man die Arbeit richtig macht. Damit hätte er recht. Heute bringt er uns die Central Coast Kaliforniens – nicht Napa, nicht Sonoma. Eine topografisch zerrissene, klimatisch polarisierte Weinlandschaft, die Burgunder und Rhône-Sorten ebenso beherbergt wie Bordeaux-Varietäten, Küstennebel und Mittelmeerwärme auf 450 Kilometern vereint – und Geduld wie Präzision verlangt. Geografische Lage: Die Central Coast AVA erstreckt sich von der San Francisco Bay bis Santa Barbara County – 450 Kilometer Nord-Süd-Ausdehnung, sechs Counties, darunter Monterey, San Benito, San Luis Obispo und Santa Barbara. Der Pazifik liefert Kühle und Nebel; Santa Lucia Mountains, Gabilan Range und Santa Cruz Mountains kanalisieren diesen Einfluss unterschiedlich. Das Alleinstellungsmerkmal: In Santa Barbara County verlaufen die Bergketten ost-westlich – ein Phänomen ohne Parallele zwischen Alaska und Kap Horn, das kühlem Pazifiknebel erlaubt, tief ins Landesinnere einzudringen. Der San-Andreas-Graben hat die Geologie geformt. Größe des Gebietes: Etabliert am 24. Oktober 1985 als 83. AVA der USA und 47. Kaliforniens. Gesamtfläche: ca. 578.000 Hektar, davon 40.470 Hektar Rebfläche – knapp 15 Prozent der kalifornischen Weintraubenernte. Über 40 Sub-AVAs: Paso Robles mit 11 eigenen Sub-Appellationen, Santa Lucia Highlands, Sta. Rita Hills, Santa Maria Valley, Santa Ynez Valley, Monterey, Santa Cruz Mountains und Edna Valley. Ca. 578 Weingüter sind ansässig. Paso Robles umfasst 16.500 Hektar, Monterey 16.000 Hektar. Eine der differenziertesten Weinregionen der Welt. Klima: Der pazifische Küsteneinfluss ist das Ordnungsprinzip. Im Norden prägen Nebel und moderate Temperaturen den Rhythmus. Der Monterey Bay Thermal Gap zieht Pazifikluft durchs Salinas-Tal und erzeugt einen langen Reifezyklus. Im Santa Lucia Highlands AVA sichern starke Nachtabkühlungen Frische und Säure. Paso Robles: mediterranes Kontinentalklima, diurnale Schwankungen bis 28 Grad Celsius – Vollreife bei erhaltener Struktur. In Santa Barbara ermöglichen die Ost-West-Täler maritime Kühle tief im Landesinneren. Die Sta. Rita Hills verdanken ihren Charakter dem Pazifikwind. Weiter östlich verschiebt sich das Sortenspektrum von Burgunder zu Bordeaux und Rhône. Böden: Der San-Andreas-Graben schuf unterschiedliche Bodenrealitäten. Westseitig dominieren kalkhaltige Meeresböden. In Paso Robles liegt die größte zusammenhängende Kalksteinformation Kaliforniens; über 45 Bodenserien wurden identifiziert. Willow Creek District und Adelaida: Kalkschiefer und Meeressedimentgestein auf drainierten Berghängen. Monterey County: sandige Talböden wechseln mit mineralischen Gesteinsböden der Hochlagen. In den Sta. Rita Hills erzeugen Kreideböden die charakteristische Chalky-Mineralik der besten Pinot Noirs. Topografie: Küstennahe Hänge auf Meereshöhe treffen auf Hochlagen über 700 Meter. Die Santa Lucia Mountains trennen Paso Robles vom Pazifik, sind aber durch den Templeton Gap perforiert: Meeresluft dringt ein und trennt westliche Sub-AVAs thermisch von östlichen. Im Osten Paso Robles’ liegen Weinberge auf 210–640 Metern mit starker diurnaler Amplitude; im Westen steilere Hänge und flachere Böden. Das Salinas-Tal erstreckt sich 160 Kilometer von Nord nach Süd. Santa Barbaras Ost-West-Täler sind der Grund, warum hier Weltklasse-Pinot Noir wächst. Entwicklung: Spanische Franziskanermönche pflanzten die ersten Weinstöcke in den 1700er-Jahren; in Paso Robles nachweislich 1787 um Mission San Miguel Arcángel. Die Prohibition tilgte die Industrie nahezu vollständig. Wiedergeburt in den 1960er- und 1970er-Jahren. 1982 gründeten Jim Clendenen und Adam Tolmach Au Bon Climat am Bien Nacido Vineyard – internationale Etablierung Santa Barbaras als Burgunderproduzentin. 1983 Paso Robles AVA; 1985 Central Coast AVA. 1989 gründeten die Perrin-Familie und Robert Haas Tablas Creek Vineyard – importierte Rhône-Klone, Paso Robles als US-Referenz für Grenache, Mourvèdre, Roussanne und Viognier. Tablas Creek wurde 2020 das weltweit erste Regenerative Organic Certified Weingut. „Sideways” machte Sta. Rita Hills und Santa Ynez Valley international bekannt. Rebsorten: Über 100 Rebsorten. Chardonnay dominiert mit mehr als 50 Prozent der Anbaufläche – von Monterey-Weinen bis zu mineralischen Interpretationen aus Sta. Rita Hills und Santa Lucia Highlands. Pinot Noir prägt die küstennahen AVAs: Sta. Rita Hills, Santa Maria Valley, Santa Lucia Highlands und Green Valley of Santa Cruz Mountains – vier der wichtigsten Pinot-Adressen Nordamerikas. Syrah zeigt in Paso Robles seine würzig-pfeffrige, olivige Seite; im Ballard Canyon Santa Barbaras eine kühlere, floralere. Zinfandel liefert üppige, strukturell überzeugende Weine. Cabernet Sauvignon hat heute die größte Einzelanbaufläche in Paso Robles. Viognier, Roussanne und Grenache Blanc wachsen dort auf der größten Rhône-Weißfläche Kaliforniens. Sauvignon Blanc, Riesling, Gewürztraminer sowie Tempranillo, Albariño, Sangiovese und Nebbiolo komplettieren ein Bild, das in der Neuen Welt ohne Vergleich ist. Die Central Coast ist eine faszinierende Konversation zwischen Ozean, Gebirge, Boden und Sorte. Und Moritz-Christian Brand ist genau der Richtige, um sie für uns zu übersetzen. ⸻ Moritz-Christian Brand Hotel Stadt Kassel Klosterstraße 42 31737 Rinteln Telefon: 057 51 – 950 40 E-Mail: info@hotel-stadtkassel.de Mit herzlichen Grußworten von: Tobias Knewitz, Weingut Knewitz Winzer, Wegbegleiter & Freund Johannes Schellhorn, Bar Freundschaft Wirt, Sommelier & Freund ⸻ Diese Folge von SOMMELIER – Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit wird begleitet von durch Silvio Nitzsche ausgewählten Weinen aus dem Programm der Schlumberger Gruppe, zu der die Handelshäuser Schlumberger, Segnitz, Consigliovini und das Privatkundenportal Bremer Weinkolleg gehören. ⸻ Wir verkosten während der Episode den folgenden Wein aus dem Veritable-Programm: 2022 Cabernet Sauvignon DAOU Vineyards Paso Robles Central Coast Kalifornien Link für Privatkunden: https://is.gd/7ioBgF B2B-Kunden wenden sich bitte direkt mit ihrer Anfrage an das Handelshaus. Wir verkosten während der Episode den folgenden Wein aus dem K&U Die Weinhalle - Programm: 2020 Pinot Noir St. Maria „K&U Sonderedition“ Au Bon Climat Santa Barbara County Central Coast Kalifornien Link für Privatkunden: https://is.gd/Lv5h8Y B2B-Kunden wenden sich bitte direkt mit ihrer Anfrage an das Handelshaus. Wir verkosten während der Episode den folgenden Wein aus dem Lobenberg – Gute Weine-Programm: 2023 Chardonnay RIDGE Vineyards Santa Cruz Central Coast Kalifornien Link für Privatkunden: https://is.gd/Slawmw B2B-Kunden wenden sich bitte direkt mit ihrer Anfrage an das Handelshaus. Wir verkosten während der Episode den folgenden Wein aus dem Weingarten-Eden-Programm: 2018 Esprit de Tablas Red Tablas Creek Paso Robles Central Coast Kalifornien Link für Privatkunden: https://is.gd/c8w505 @americanwine.club https://is.gd/fXdXj1 @ HAWESKO B2B-Kunden wenden sich bitte direkt mit ihrer Anfrage an Veritable Vins & Domaines KG in Hattenheim.

  2. Moritz-Christian Brand – Exclusive Preview
    21.05., 00:0200:10:00

    10 Minuten Weingedanken aus dem Deep Dive Central Coast mit Moritz-Christian Brand Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag. Das Format: SOMMELIER – Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit wird produziert und verantwortet von der: Weinklang GmbH Silvio Nitzsche Bergahornweg 10 01328 Dresden silvio@sommelier.website und wird freundlichst unterstützt und begleitet von der Schlumberger-Gruppe mit den Handelshäusern: • Schlumberger • Segnitz • Consigliovini sowie dem Privatkundenportal Bremer Weinkolleg

  3. Sebastian Russold - Der Sommelier als Systemkritiker
    15.05., 00:2803:17:34

    Anatomie eines Unbequemen Sebastian Russold ist einer der Menschen, die ein System erst vollständig durchdringen, um es dann von innen zu erschüttern. Nicht aus Zerstörungslust. Nicht aus Eitelkeit. Sondern weil sie als Einzige wirklich verstehen, was auf dem Spiel steht — und deshalb als Einzige nicht schweigen können. Was ihn von den meisten seiner Kollegen unterscheidet, ist nicht der Titel — obwohl der Titel außergewöhnlich ist. Bester Jungsommelier Deutschlands 2018, Bester Sommelier Deutschlands 2021 und 2022. Zwei Generationen desselben Sieges, als hätte er beweisen wollen, dass das erste Mal kein Zufall war. Aber der Titel ist nicht der Mensch. Der Mensch ist das, was nach dem Titel kommt. Genuss, Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit — das ist Sebastians eigene Formel. Es ist eine politische Aussage. Eine, die der Branche ins Gesicht sagt: Schönheit ohne Struktur ist Dekoration. Erfahrung ohne Verantwortung ist Selbstbedienung. Und wer Genuss predigt, während er seine Mitarbeiter ausbrennt, hat den Begriff nicht verdient. Diese Trias ist kein Leitbild für eine Website. Sie ist die Weltanschauung eines Mannes, der früh begriffen hat, dass der eleganteste Wein der Welt nichts legitimiert — keinen Sexismus hinter den Kulissen, keine Hierarchie, die Demütigung als Ausbildungsmethode versteht, keine Nostalgie, die sich als Qualitätsstandard verkleidet. Genuss verpflichtet. Sebastian Russold hat das verinnerlicht, während andere es noch buchstabieren. In dieser Episode tut Sebastian Russold etwas, das in seiner Branche ungefähr so üblich ist wie offene Fenster in einem Weinkeller: Er spricht. Er hätte erzählen können von den Möglichkeiten, den Reisen, allem, was dieser Titel ermöglicht hatte. Das hätte man erwarten können — Demut zeigen, Bescheidenheit, nicht kontrovers auffallen in einem konservativen System. Er verweigerte diese Erwartung. Komplett. Ohne Entschuldigungsformel. Was er stattdessen sagte — Sexismus, Rassismus und Mobbing sind in vielen Betrieben noch an der Tagesordnung — ist deshalb so bemerkenswert, weil er es nicht als Außenseiter sagte, nicht als Quereinsteiger, nicht als jemand, der das System nie wirklich bewohnt hat. Er sagte es als Bester Sommelier Deutschlands. Als jemand, dem das System gerade seinen höchsten Titel verliehen hatte. Als jemand, der — hätte er geschwiegen — ungestört von Preisverleihung zu Preisverleihung hätte gleiten können, lächelnd, geschätzt, ungefährlich. Dieser Verzicht auf Ungefährlichkeit ist das Mutigste, was ein Mensch in einem konservativen Beruf tun kann. Sebastian Russold ist kein Rebell um des Aufruhrs willen. Er ist kein Ideologe, der Wein als Vehikel für Weltanschauung missbraucht. Er ist etwas Präziseres und Schwierigeres: ein Mann, der seinen Beruf so tief liebt, dass er ihm die Wahrheit zumuten will. Sebastian Russold Lothringer Straße 22 50677 Köln Telefon: 0160 - 187 74 82 E-Mail: mail@russold-sommelier.com Mit herzlichen Grußworten von: Carine Patrichio, Sommelière Wegbegleiterin & Freundin Maria Rehermann, Sommelière Wegbegleiterin & Freundin Diese Folge von SOMMELIER – Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit wird begleitet von durch Silvio Nitzsche ausgewählte Weine aus dem Programm der Schlumberger Gruppe, zu der die Handelshäuser Schlumberger, Segnitz, Consigliovini und das Privatkundenportal Bremer Weinkolleg gehören. Während der Episode verkosten wir folgende Weine: 2021 Grüner Veltliner „Achelten“ Smaragd, Weingut Rudi Pichler, Wachau, Österreich Link für Geschäftskunden: https://is.gd/JvSE0J Link für Privatkunden: https://is.gd/xcKjqn Sehr gerne empfehle ich die folgenden Weine: 2018 Brunello di Montalcino, Pieve Santa Restituta, Toskana, Italien Link für Geschäftskunden: https://is.gd/uSbGFo Link für Privatkunden: https://is.gd/u29lF2 und den 2024 Rosso di Montalcino, Pieve Santa Restituta, Toskana, Italien Link für Geschäftskunden: https://is.gd/4jVdQn Link für Privatkunden: https://is.gd/lPpzLX 2025 Lugana Le Creete, Ottella di Francesco e Michele Montresor, Venetien, Italien Link für Geschäftskunden: https://is.gd/s77vtY Link für Privatkunden: https://is.gd/QYTysj 2017 Deserteur Grand Zero Riesling, Bibo Runge, Rheingau, Deutschland Link für Geschäftskunden: https://is.gd/BIHQpl Link für Privatkunden: https://is.gd/ujaHAy Bitte folgen Sie uns auf Webpage: sommelier.website Instagram: sommelier.der.podcast Facebook: sommelier.der.podcast Wir freuen uns über jede Bewertung, Anregung und Empfehlung. Das Format: SOMMELIER – Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit. wird produziert und verantwortet von der: Weinklang GmbH, Silvio Nitzsche, Bergahornweg 10, 01328 Dresden, silvio@sommelier.website

  4. Sebastian Russold – Exclusive Preview
    14.05., 00:0200:10:00

    10 Minuten Weingedanken mit Sebastian Russold Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag. Das Format: SOMMELIER – Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit wird produziert und verantwortet von der: Weinklang GmbH Silvio Nitzsche Bergahornweg 10 01328 Dresden silvio@sommelier.website und wird freundlichst unterstützt und begleitet von der Schlumberger-Gruppe mit den Handelshäusern: Schlumberger Segnitz Consigliovini sowie dem Privatkundenportal Bremer Weinkolleg

  5. Gabriele Heins - Ein Leben gegen die Mittelmäßigkeit
    08.05., 00:0201:32:30

    Die Topografie des kulinarischen Denkens Gabriele Heins ist Chefredakteurin eines der prägendsten und einflussreichsten kulinarischen Magazine unserer Republik. Der Titel klingt nach Büro, nach Redaktionskonferenz, nach dem Geruch von kaltem Kaffee und überhitzten Druckern. Und doch eines vorweg: Der Titel lügt, denn vielmehr ist sie eine Architektin von Momenten, eine Kuratorin des Unübersehbaren, eine Frau, die den Unterschied zwischen Leben und Lebensqualität nicht akademisch versteht, sondern physisch – mit allen verfügbaren Sinnen gleichzeitig, gefühlt rund um die Uhr, ohne Grenzen. Ihr Magazin ist kein Heft. Es ist ein Argument. Das Argument lautet: Genuss ist keine Dekadenz, sondern Demokratie. Und wer behauptet, keine Zeit für das Gute im Leben zu haben, hat schlicht die falschen Prioritäten. Du hättest Dir Gabriele Heins sehr wahrscheinlich, falls Du sie nicht persönlich kennst, anders vorgestellt. Vermutlich schärfer. Vermutlich kälter. Eine Frau, die seit 25 Jahren durch die Katakomben des deutschen Gourmet-Journalismus marschiert, Wettbewerbe juriert und Chefköche interviewt, sollte nach der Erwartung vieler die freundliche Wärme einer Schiefergrube ausstrahlen. Nach der Episode weißt Du: Du lagst falsch. Das kommt vor. Gabriele Heins ist seit März 2024 Chefredakteurin des Feinschmecker – Deutschlands stilprägendem kulinarischen Lifestyle-Magazin des Jahreszeiten Verlags – und das ist ungefähr so, als würde man sagen, Keith Richards spiele ein bisschen Gitarre. Technisch korrekt. Fundamental unzureichend. Sie ist in Bremen aufgewachsen, studierte Germanistik, Romanistik, Publizistik und Geschichte in Göttingen, Bordeaux und Hamburg. 1999 wechselte sie zum Jahreszeiten Verlag – zunächst als Reiseredakteurin, später als Ressortleiterin Food, Wein & Lifestyle. Fünfundzwanzig Jahre. Das bedeutet: Sie hat den Feinschmecker nicht übernommen. Sie hat ihn von innen heraus verstanden – Ausgabe für Ausgabe, Verkostung für Verkostung, Druckfahne für Druckfahne – bis zu dem Moment, wo die Leitung des Magazins keine Beförderung mehr war, sondern eine logische Konsequenz. Nicht als Bürotier. Nicht als Konzeptverwalterin. Als Frau, die ihren Beruf als Feldarbeit versteht, als fortlaufende, niemals abgeschlossene Recherche in dem größten und chaotischsten Labor der Welt: dem menschlichen Appetit. Und dabei langweilt sie Mittelmäßigkeit auf eine Weise, die sie körperlich anstrengt. Sie sucht das Echte, das eine Reportage über die Sardinenkonservenfabriken mit derselben Begeisterung vermittelt wie ein Profil über einen Drei-Sterne-Koch. Und irgendwo zwischen der ersten und zweiten Seite, zwischen dem zweiten und dritten Schluck, zwischen dem Ende eines langen Tages und dem Beginn einer neuen Idee – lächelt sie. Gabriele Heins Jahreszeiten Verlag GmbH Harvestehuder Weg 42 20149 Hamburg Telefon: 040 - 27 17 0 E-Mail: jahreszeitenverlag@jalag.de Mit herzlichen Grußworten von: Kersten Wetenkamp – Jahreszeitenverlag / Der Feinschmecker Kollege & Wegbegleiter Antje de Vries – Culinary Identity Agency Köchin, Autorin, Netzwerkerin & Freundin Diese Folge von SOMMELIER – Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit wird begleitet von durch Silvio Nitzsche ausgewählte Weine aus dem Programm der Schlumberger Gruppe, zu der die Handelshäuser Schlumberger, Segnitz, Consigliovini und das Privatkundenportal Bremer Weinkolleg gehören. Sehr gerne empfehle ich die folgenden Weine: Botanical Drink L'Aperitivo, Nonino Distillatori, Italien Link für Geschäftskunden: https://is.gd/lLU9uq Link für Privatkunden: https://is.gd/XjqDJI 2021 Brunello di Montalcino, Tenuta Luce, Toskana, Italien Link für Geschäftskunden: https://is.gd/mPcc85 Link für Privatkunden: https://is.gd/tlioXL 2025 Sauvignon Blanc, Babich Wines, Marlborough, Neuseeland Link für Geschäftskunden: https://is.gd/iC9a5z Link für Privatkunden: https://is.gd/aTUXN2 Bitte folgen Sie uns auf Webpage: sommelier.website Instagram: sommelier.der.podcast Facebook: sommelier.der.podcast Wir freuen uns über jede Bewertung, Anregung und Empfehlung. Das Format: SOMMELIER – Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit. wird produziert und verantwortet von der: Weinklang GmbH, Silvio Nitzsche, Bergahornweg 10, 01328 Dresden, silvio@sommelier.website

  6. Gabriele Heins – Exclusive Preview
    07.05., 00:0200:10:00

    10 Minuten Weingedanken mit Gabriele Heins Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag. Das Format: SOMMELIER – Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit wird produziert und verantwortet von der: Weinklang GmbH Silvio Nitzsche Bergahornweg 10 01328 Dresden silvio@sommelier.website und wird freundlichst unterstützt und begleitet von der Schlumberger-Gruppe mit den Handelshäusern: Schlumberger Segnitz Consigliovini sowie dem Privatkundenportal Bremer Weinkolleg

  7. Carine Patricio – Die Wein-Kosmopolitin
    01.05., 00:0202:51:55

    Eine Sommelière gegen die Logik der Einordnung Carine Patricio ist die Kategorie Weinfachfrau, die einen Raum nicht betritt – sie redefiniert ihn. Doch was macht sie eigentlich so besonders? Das ist recht einfach erklärt, denn sie braucht keine Bestätigung vom Raum. In einer Branche, die traditionell Männern gehörte wie Kolonien ihren Kolonisatoren, hat sie sich nichts erkämpft – sie hat es schlicht eingenommen, mit der Nonchalance von jemandem, dem die Alternative nie als Option erschien. Sie kennt den Unterschied zwischen Anpassung und Unterwerfung, und sie würde sich niemals unterwerfen. Sie spricht viele Sprachen, aber nicht alle akzentfrei – sie spricht sie lebendig. Mit Fehlern, die Charakter haben. Mit genau diesen Akzenten, die ihre Geschichte erzählen. Sie weiß, dass ein Schweigen auf Chinesisch etwas anderes bedeutet als ein Schweigen auf Französisch, und sie beherrscht beide Versionen mit der Selbstverständlichkeit einer Frau, die gelernt hat, zuzuhören, bevor sie urteilt – was in dieser Welt, nebenbei bemerkt, eine radikale Tat ist. Portugiesisches Blut, das nach Granit und Atlantik riecht, durch Pariser Kellergänge gejagt, von Hamburger Hafenwinden aufgeraut und schließlich von der Mosel zu etwas Scharfem, Unbestechlichem, gefährlich Präzisem destilliert. Was dabei herauskam, ist keine Sommelière im herkömmlichen Sinne. Was dabei herauskam, ist ein Urteil mit Beinen. Paris hat ihr beigebracht, dass Sprache Macht ist. Hamburg hat ihr beigebracht, dass Macht nichts mit Lautstärke zu tun hat. Und die Mosel – diese irre, senkrechte, schiefer-verrückte Mosel – hat ihr beigebracht, dass das Beste immer dort wächst, wo es eigentlich unmöglich ist. Sie besitzt keinen wirklichen Heimatort. Sie besitzt Heimatgefühle – plural, widersprüchlich, gleichzeitig. Irgendwo zwischen all ihren Wohnorten und Stationen als Sommelière hat sie aufgehört, sich zu fragen, woher sie kommt, und begonnen, sich zu fragen, wohin sie denkt. Sie lässt sich nicht kategorisieren, was bestimmte Menschen rasend macht. Konservative finden sie zu wild. Progressive finden sie zu unbequem. Was sie besonders macht? Sie hat gelernt, Widersprüche zu bewohnen. Und im professionellen Sinne trinkt sie ihre Weine nicht. Sie verhört sie. Einen Riesling bringt sie zum Reden wie ein Detective einen Verdächtigen – ruhig, methodisch, mit der stillschweigenden Gewissheit, dass die Wahrheit herauskommt, ob der Wein will oder nicht. Und wenn er lügt – zu viel Holz, zu wenig Seele, ein Etikett, das mehr verspricht als die Traube je halten konnte – dann ist ihr Schweigen das vernichtendste Urteil, das ein Winzer je kassieren kann. Carine Patricio Uferallee 19 54470 Bernkastel-Wehlen Telefon: 065 31 – 30 91 E-Mail: info@jjpruem.com Mit herzlichen Grußworten von: Charline Patricio Tochter Marc Almert, Baur au Lac Vins Sommelier-Weltmeister, Wegbegleiter & Freund Diese Folge von SOMMELIER – Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit wird begleitet von durch Silvio Nitzsche ausgewählte Weine aus dem Programm der Schlumberger Gruppe, zu der die Handelshäuser Schlumberger, Segnitz, Consigliovini und das Privatkundenportal Bremer Weinkolleg gehören. Während der Episode verkosten wir folgende Weine: 2022 Saperavi Superiore, Château Mukhrani, Kartlien, Georgien Link für Geschäftskunden: https://is.gd/yaQd4i Link für Privatkunden: https://is.gd/ngu5ub Sehr gerne empfehle ich die folgenden Weine: 2023 L'Aja Bruciata, Rocca delle Macìe, Toskana, Italien Link für Geschäftskunden: https://is.gd/4RlloU Link für Privatkunden: https://is.gd/bElHT6 2023 Ornellaia Bolgheri Rosso Superiore, Ornellaia, Toskana, Italien Link für Geschäftskunden: https://is.gd/QIvI0G Link für Privatkunden: https://is.gd/rVSivK Royal Brut Rosé, Ackerman, Loire, Frankreich Link für Geschäftskunden: https://is.gd/SAbCIB Link für Privatkunden: https://is.gd/KLJtok Bitte folgen Sie uns auf Webpage: sommelier.website Instagram: sommelier.der.podcast Facebook: sommelier.der.podcast Wir freuen uns über jede Bewertung, Anregung und Empfehlung. Das Format: SOMMELIER – Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit. wird produziert und verantwortet von der: Weinklang GmbH, Silvio Nitzsche, Bergahornweg 10, 01328 Dresden, silvio@sommelier.website

  8. Carine Patricio – Exclusive Preview
    30.04., 00:0200:10:00

    10 Minuten Weingedanken mit Carine Patricio Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag. Das Format: SOMMELIER – Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit wird produziert und verantwortet von der: Weinklang GmbH Silvio Nitzsche Bergahornweg 10 01328 Dresden silvio@sommelier.website und wird freundlichst unterstützt und begleitet von der Schlumberger-Gruppe mit den Handelshäusern: Schlumberger Segnitz Consigliovini sowie dem Privatkundenportal Bremer Weinkolleg

  9. Justin Leone – Sonoma im Deep Dive
    24.04., 00:0202:31:57

    Kalifornien mit präziser Stimme, differenziert gedacht Justin Leone ist einer jener Sommeliers, bei denen man nach wenigen Minuten begreift, dass Wein für ihn weder Dekoration noch Disziplinübung ist, sondern eine Form von gelebter Aufmerksamkeit. Wer ihm zuhört, merkt sehr schnell, dass hier kein bloßer Sammler von Jahrgängen, Etiketten und Trophäen spricht, sondern ein Gastgeber mit Weltläufigkeit, Kellerinstinkt und einer ausgesprochen eigenen Handschrift. Der gebürtige Kanadier hat unter einigen der renommiertesten Namen der internationalen Spitzengastronomie gearbeitet – bei Grant Achatz’ Alinea in Chicago, bei Marcus Wareing in London und als Chef-Sommelier im Tantris in München. Dazu kommen Stationen in Burgund, wo er beinahe ein Jahr lang unter Nicolas Potel und bei Domaine de Bellene arbeitete – aus der Überzeugung heraus, dass kein Sommelier glaubwürdig über Herkunft sprechen sollte, ohne selbst Erde an den Händen gehabt zu haben. Auszeichnungen folgten nicht zufällig, sondern fast zwangsläufig: der „Prix Le Montrachet“ als bester Burgunder-Sommelier Deutschlands, 2013 der Titel „Sommelier of the Year, Germany“ durch Rolling Pin sowie in den vergangenen Jahren mehrere internationale Ehrungen rund um Weinliste und Pairing. Heute ist Leone nicht nur Autor von Just Wine, sondern vor allem die treibende Kraft hinter Sticks & Stones – A Terroir Bar by Justin Leone in München, einem Ort, der 2025 bei den World’s Best Wine Lists Awards als globale Gewinneradresse in der Kategorie Best Wine Bar List ausgezeichnet wurde. Wer ihn beschreibt, sollte deshalb vorsichtig sein mit Superlativen: Nicht, weil sie unzutreffend wären, sondern weil sie zu klein wirken könnten für eine Persönlichkeit, die Fachwissen, Energie, Musikalität und Gastgeberqualität so selbstverständlich verbindet. Und heute widmet er sich mit uns einer Region, die nicht die lauteste, wohl aber eine der intelligentesten Weinlandschaften Nordamerikas ist: Sonoma County. Einer Gegend, die sich der bequemen Einordnung mit bewundernswerter Konsequenz verweigert. Sonoma ist nicht bloß die grüne, kühlere, freundlichere Ergänzung zu Napa. Sonoma ist ein Mosaik aus Küste, Gebirge, Tälern, Windschneisen, Nebelzonen und Wärmeinseln – eine Region, die Pinot Noir, Chardonnay, Cabernet Sauvignon, Zinfandel und Sauvignon Blanc nicht nebeneinander duldet, sondern ihnen sehr unterschiedliche, oft erstaunlich präzise Bühnen baut. Wer Kalifornien nur über Macht, Reife und Sonnenlicht versteht, übersieht hier fast alles Entscheidende. Sonoma erzählt die andere Geschichte: von Luft, Spannung, Topografie, Nachhaltigkeit und der Fähigkeit, Widersprüche in Wein zu verwandeln. Geografische Lage: Sonoma County liegt im Norden Kaliforniens, unmittelbar nördlich der San Francisco Bay und nur rund 60 Minuten nördlich von San Francisco. Es ist eine Region, die sich geografisch jeder schlichten Zusammenfassung widersetzt: Über 50 Meilen Küstenlinie treffen hier auf Berge, Flusstäler, offene Ebenen und innere Hügellandschaften. Der Pazifik wirkt nicht nur als Kulisse, sondern als klimatischer Taktgeber; zugleich schaffen Gebirgszüge, Flusssysteme und Einschnitte wie die Petaluma Wind Gap ganz unterschiedliche Temperaturzonen auf engem Raum. Gerade diese geografische Zerrissenheit ist der Schlüssel zur Größe des Countys: Sonoma ist kein geschlossenes Tal wie Napa, sondern ein weit verzweigtes Weinland mit vielen Stimmen, Dialekten und Eigenheiten. Das erklärt, warum man dort kühl geprägte, vom Nebel geschliffene Pinot-Noir-Landschaften ebenso findet wie warme Cabernet-Herkünfte, die im Alexander Valley, Knights Valley oder auf Moon Mountain bemerkenswerte Tiefe entwickeln. Größe des Gebietes: Sonoma County umfasst insgesamt mehr als eine Million Acres Land, nach aktueller Darstellung der Sonoma County Winegrowers sogar rund 1,1 Millionen Acres (ca. 445.000 ha), von denen knapp 60.000 Acres (ca. 24.300 ha) mit Reben bepflanzt sind. Die Region zählt heute 19 eigenständige AVAs, also offiziell abgegrenzte Herkunftsgebiete, sowie über 425 Weingüter und mehr als 1.800 Weinbauern, viele davon aus Familien, die das Land seit Generationen bewirtschaften. Diese Zahlen sind deshalb so wichtig, weil sie das eigentliche Wesen des Countys beschreiben: Sonoma ist groß genug für Vielfalt, aber immer noch kohärent genug, um als Herkunft lesbar zu bleiben. Zugleich ist Weinbau dort nur ein Teil eines größeren landwirtschaftlichen Systems – Sonoma versteht sich ausdrücklich nicht als monokulturelle Weinmaschine, sondern als agrarische Gesamtlandschaft mit hoher Diversität. Klima: Das Klima Sonoma Countys ist eine Schule der Unterschiede. Die pazifische Kühlung ist dabei keine Randnotiz, sondern das große Ordnungsprinzip. Im Russian River Valley strömt der Nebel vom Ozean über die Petaluma Wind Gap und den durch den Russian River geformten Korridor in die Weinberge und kann die Temperatur am Abend um 35 bis 40 Grad Fahrenheit gegenüber dem Tageshöchststand absenken. Im Petaluma Gap selbst sprechen die offiziellen Angaben sogar von täglichen Schwankungen von 40 bis 50 Grad, verbunden mit starkem Wind, kleineren Erträgen und später Reife bei gleichzeitig guter Säureerhaltung. Diese dramatischen Temperaturstürze erklären, warum Sonoma in so vielen Zonen Frische konservieren kann, obwohl Kalifornien im kollektiven Gedächtnis oft nur als Ort von Sonne und Reife abgespeichert ist. Das County lebt klimatisch von diesem ständigen Aushandeln zwischen Wärme und Abkühlung, zwischen Licht und Nebel, zwischen Reife und Verzögerung. Gerade daraus entstehen die Weine, die Sonoma so eigenständig machen. Böden: Auch unter der Oberfläche gibt sich Sonoma keine Mühe, einfach zu sein. Die Böden reichen von alluvialen Flussablagerungen über kalkhaltige und lehmige Partien bis hin zu vulkanisch geprägten Hängen und küstennahen, sandigeren oder stärker vom marinen Einfluss gezeichneten Zonen. In warmen Cabernet-Herkünften wie dem Alexander Valley, Knights Valley oder auf Moon Mountain spielen gut drainierende, oft steinigere und teils vulkanische Böden eine große Rolle; in den kühleren Pinot- und Chardonnay-Zonen des Russian River Valley, Green Valley oder Petaluma Gap kommen Böden hinzu, die in Verbindung mit Nebel und langer Vegetationsperiode andere Texturen und Reifemuster ermöglichen. Sonoma besitzt nicht den einen Bodenmythos, den man wie ein Werbeplakat vor sich hertragen könnte. Genau das macht die Region seriös: Herkunft entsteht hier nicht aus einer einzigen geologischen Schlagzeile, sondern aus der Wechselwirkung vieler Bodenbilder mit Wind, Höhe und Exposition. Topografie: Topografisch ist Sonoma County ein Meisterkurs in Komplexität. Küstennahe, niedrigere Lagen mit starker Nebel- und Windeinwirkung stehen neben Talzonen mit deutlich mehr Wärme und Hanglagen, die durch Höhe, Exposition und Gestein einen ganz anderen Ausdruck erzeugen. Das lässt sich exemplarisch an drei Regionen ablesen: Das Russian River Valley profitiert von der offenen Verbindung zum Pazifik und bringt kühle, oft fein strukturierte Pinot Noirs und Chardonnays hervor; das Petaluma Gap kanalisiert Wind und Nebel durch eine natürlich entstandene Öffnung im Küstengebirge und erzeugt dadurch kleine Erträge, späte Reife und markante Säureprofile; wärmere Gebiete wie das Alexander Valley oder höher gelegene Cabernet-Zonen auf Moon Mountain stehen dagegen für mehr Sonnenwärme, mehr Struktur und andere phenolische Reifemuster. Sonoma ist also keine Region, in der Wein bloß wächst – Sonoma ist eine Region, in der Landschaft unmittelbar Stil diktiert. Entwicklung: Die Geschichte Sonoma Countys ist älter, gebrochener und in vieler Hinsicht interessanter als die vieler glamouröserer Nachbarn. Schon im 19. Jahrhundert wurde dort Weinbau betrieben; moderne qualitative Impulse kamen später in Wellen. Offizielle Sonoma-Quellen erinnern daran, dass Hanzell in den frühen 1950er-Jahren Pinot Noir und Chardonnay nahe dem heutigen Moon Mountain pflanzte, dass Gail und Warren Dutton 1967 frühe Chardonnay-Parzellen im Russian River Valley setzten und Joe Rochioli Jr. 1968 Pinot Noir pflanzte. Auch für die internationale Weinwahrnehmung spielte Sonoma eine wichtigere Rolle, als häufig behauptet wird: Der berühmte Chardonnay von Chateau Montelena beim „Judgment of Paris“ 1976 stammte nicht ausschließlich aus Napa-Frucht; offizielle Sonoma-County-Quellen verweisen darauf, dass 1973 Trauben aus dem Russian River Valley und dem Alexander Valley in diesem Wein landeten. Heute entwickelt sich Sonoma erneut – allerdings unter anderen Vorzeichen. Die Region begegnet Markt- und Nachfrageveränderungen mit strategischer Neuaufstellung; Sonoma County Winegrowers formulierte Anfang 2026 ausdrücklich das Ziel, Partnerschaften zu stärken, Nachfrage aufzubauen und Sonoma County Wine aktiv weiterzuentwickeln. Parallel dazu wird Nachhaltigkeit zur zweiten großen Erzählung: 99 Prozent der Rebfläche sind nachhaltig zertifiziert, und mit der Climate Adaptation Certification arbeitet Sonoma an einer der ersten spezifischen Zertifizierungen dieser Art für die Landwirtschaft. Selbst der Jahrgang 2024 wird in den offiziellen Berichten als außergewöhnlich sauberer, qualitätsstarker Jahrgang beschrieben – mit milden Temperaturen zur Ernte, kühlen Nächten und entsprechend hoher Säurestabilität. Sonoma ist also keine Region im Stillstand, sondern eine Region, die sich unter Druck neu sortiert und dabei womöglich interessanter wird als in ihren bequemeren Jahren. Rebsorten: Wer Sonoma auf eine Rebsorte reduziert, hat den Text nicht gelesen. Und doch gibt es innerhalb dieser Vielfalt klare Schwerpunkte. Aktuell gilt Pinot Noir als wichtigste Rebsorte des Countys nach Wert und gehört mit rund 13.024 Acres (ca. 5.270 ha) zu den entscheidenden Identitätsträgern der Region. Cabernet Sauvignon kommt laut aktuellen Sonoma-County-Angaben auf 12.373 Acres (ca. 5.010 ha) und prägt besonders die wärmeren, sonnenreicheren Zonen wie das Alexander Valley, Knights Valley, Dry Creek Valley sowie höhenbetonte Bereiche auf Moon Mountain und Sonoma Mountain. Auf der weißen Seite dominiert Chardonnay mit mehr als 15.000 Acres (ca. 6.070 ha) klar das Bild; insgesamt liegen in Sonoma derzeit etwas über 19.000 Acres (ca. 7.690 ha) weiße Rebsorten, und Sauvignon Blanc folgt mit 2.949 Acres (ca. 1.190 ha) als zweitwichtigste weiße Sorte. Hinzu kommen Pinot Gris, Viognier, Semillon, Riesling, Gewürztraminer, Muscat Blanc sowie eine lange Liste kleinerer, aber keineswegs irrelevanter Sorten. Offiziell spricht Sonoma County heute von über 66 Rebsorten. Das ist nicht bloß ein Zahlenwitz, sondern eine präzise Beschreibung der regionalen Intelligenz: Sonoma lebt davon, dass dort viele Rebsorten nicht nur wachsen, sondern sinnvoll verortet werden können. Pinot Noir und Chardonnay finden ihre große Bühne in den kühleren, vom Pazifik geprägten AVAs; Cabernet Sauvignon wirkt in den wärmeren Tälern und Bergen keineswegs wie ein Fremdkörper, sondern oft wie ein ausgesprochen regionaler Ausdruck; Sauvignon Blanc wiederum gewinnt in Sonoma eine deutlich ernsthaftere, texturreicher gedachte Rolle, als ihm viele Konsumenten zutrauen. Justin Leone Sticks and Stones Clemensstraße 7 80803 München Telefon: 01 75 222 45 21 E-Mail: jt4wine@gmail.com Mit herzlichen Grußworten von: Markus Klaas, Restaurant Brothers Sommelier, Maître, Wegbegleiter & Freund Marco Franzelin, Waldhotel Sonora Sommelier & Freund ⸻ Diese Folge von SOMMELIER – Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit wird begleitet von durch Silvio Nitzsche ausgewählten Weinen aus dem Programm der Schlumberger Gruppe, zu der die Handelshäuser Schlumberger, Segnitz, Consigliovini und das Privatkundenportal Bremer Weinkolleg gehören. ⸻ Wir verkosten während der Episode die folgenden Weine aus dem Schlumberger-Programm: 2021 Pinot Noir Sonoma Coast, Kistler Vineyards, Sonoma Valley, Kalifornien, USA Link für Geschäftskunden: https://is.gd/Vax8oR Link für Privatkunden: https://is.gd/O8cXpI 2023 Sauvignon Blanc, Merry Edwards Winery, Sonoma Valley, Kalifornien, USA Link für Geschäftskunden: https://is.gd/THkHjD Link für Privatkunden: https://is.gd/AhDUuF Und aus dem Weinprogramm von Kru-Weine verkosten wir den folgenden Wein: 2022 Chardonnay Zephyr Vineyard, Ceritas, Sonoma Coast, Kalifornien, USA Link für Privatkunden: https://is.gd/X3iaCF Geschäftskunden kontaktieren Kru-Weine bitte direkt Und aus dem Weinprogramm der Ludwig von Kapff GmbH / Eggerssohn verkosten wir den folgenden Wein: 2019 Zinfandel Monte Rosso Gnarly Vine, Louis M. Martini, Sonoma Valley, Kalifornien, USA Link für Privatkunden: https://is.gd/sAatnM Geschäftskunden kontaktieren das Handelshaus Eggerssohn bitte direkt. Bitte folgen Sie uns auf Webpage: sommelier.website Instagram: sommelier.der.podcast Facebook: sommelier.der.podcast Wir freuen uns über jede Bewertung, Anregung und Empfehlung. Das Format: SOMMELIER – Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit. wird produziert und verantwortet von der: Weinklang GmbH, Silvio Nitzsche, Bergahornweg 10, 01328 Dresden, silvio@sommelier.website

  10. Justin Leone – Exclusive Preview
    23.04., 00:0200:10:00

    10 Minuten Weingedanken aus dem Deep Dive Sonoma mit Justin Leone Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag. Das Format: SOMMELIER – Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit wird produziert und verantwortet von der: Weinklang GmbH Silvio Nitzsche Bergahornweg 10 01328 Dresden silvio@sommelier.website

  11. Julian Grampp – Jenseits der Weinkonvention
    17.04., 00:5102:47:07

    Das Synonym für natürliche Weinleidenschaft Und dann bist Du Gast von Julian Grampp und merkst ziemlich schnell: Das hier ist keiner von denen, die Wein erklären wie eine Bedienungsanleitung für einen Toaster. Kein „Noten von…“, kein „Anklänge von…“, kein rhetorisches Origami. Julian arbeitet eher wie ein guter Taschendieb – du merkst erst später, dass er dir etwas entwendet hat. In diesem Fall: deine alten Vorstellungen von Wein. Vielleicht sogar deine Beziehung zu dem, was Trinken eigentlich bedeuten kann. Er redet nicht viel über Technik und was genau und wie er es sagt, bleibt. Während andere Sommeliers dich überzeugen wollen – manchmal auch, um am Ende eine teurere Flasche zu verkaufen – hat Julian dieses irritierende Desinteresse daran, ob du ihm zustimmst. Und genau deshalb tust du es. Sein Zugang ist kein Trend, kein Konzept, kein modisches Naturbekenntnis. Es ist stiller Trotz. Gegen das Glatte. Gegen das Berechenbare. Gegen diesen sterilen Perfektionismus, der Wein manchmal so spannend macht wie ein Business-Meeting ohne Ausgang. Er widerspricht nicht – er ignoriert. Und genau darin liegt die Eleganz. Denn bei ihm geht es nie nur um die Flasche. Es geht um den Winzer, um die Reise, um Gefühl. Um Herz. Um Liebe. Und ja, auch um Geld – aber nie nur darum. Man könnte sagen, er ist ein Sommelier jenseits der Konvention. Oder einfach jemand, der keine Lust auf Unsinn hat. Beides stimmt. Er vertraut dem Produkt – fast schon traditionell und gerade deshalb modern. Kein Sicherheitsnetz. Wenn der Wein etwas kann, zeigt er es. Wenn nicht, dann nicht. Und genau das ist es: Julian Grampp nimmt Wein ernst, aber sich selbst nicht zu wichtig. In einer Branche, die gern aus jedem Glas eine Weltanschauung baut und daraus einen Lifestyle formt, bleibt er bei etwas Schwierigerem: Klarheit. Raum für Gespräche. Für echte Beziehungen. Für das, was wirklich passiert. Der leise Revolutionär im Glas? Ja – aber ohne Dramatik. Eher wie jemand, der längst weitergereist ist, während andere noch diskutieren. Hier öffnet dir jemand eine Tür. Und wenn Du es hörst, weißt Du, was ich meine. Julian Grampp Restaurant Neobiota Pantaleonswall 27 50676 Köln Telefon : 0221 - 291 944 94 E-Mail : info@restaurant-neobiota.de Mit herzlichen Grußworten von: Jason Groebe - Weingut Bergkloster, Westhofen Winzer & Wegbegleiter Martina Glauberstein - The Wild Duck, Hannover / Grundwein GmbH Sommelière und Freundin Diese Folge von SOMMELIER – Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit wird begleitet von durch Silvio Nitzsche ausgewählte Weine aus dem Programm der Schlumberger Gruppe, zu der die Handelshäuser Schlumberger, Segnitz, Consigliovini und das Privatkundenportal Bremer Weinkolleg gehören. Während der Episode verkosten wir folgende Weine: 2024 Mandus, Pietra Pura, Apulien, Italien Link für Geschäftskunden: https://is.gd/nNDMHqw Link für Privatkunden: https://is.gd/H3Zyqd Sehr gerne empfehle ich die folgenden Weine: 2021 Chardonnay Geisberg, Weingut Wageck Pfaffmann, Pfalz, Deutschland Link für Geschäftskunden: https://is.gd/j9E3ES Link für Privatkunden: https://is.gd/WVjc6T 2025 By Ott*, Domaines Ott, Provence, Frankreich Link für Geschäftskunden: https://is.gd/hqPGpW Link für Privatkunden: https://is.gd/QlZlPu 2022 Rubesco, Lungarotti, Umbrien, Italien Link für Geschäftskunden: https://is.gd/jvLxWI Link für Privatkunden: https://is.gd/J56B8a Bitte folgen Sie uns auf Webpage: sommelier.website Instagram: sommelier.der.podcast Facebook: sommelier.der.podcast Wir freuen uns über jede Bewertung, Anregung und Empfehlung. Das Format: SOMMELIER – Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit. wird produziert und verantwortet von der: Weinklang GmbH, Silvio Nitzsche, Bergahornweg 10, 01328 Dresden, silvio@sommelier.website

  12. Julian Grampp – Exclusive Preview
    16.04., 00:0200:10:00

    10 Minuten Weingedanken mit Julian Grampp Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag. Das Format: SOMMELIER – Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit wird produziert und verantwortet von der: Weinklang GmbH Silvio Nitzsche Bergahornweg 10 01328 Dresden silvio@sommelier.website und wird freundlichst unterstützt und begleitet von der Schlumberger-Gruppe mit den Handelshäusern: Schlumberger Segnitz Consigliovini sowie dem Privatkundenportal Bremer Weinkolleg

  13. Axel Bode – Aus Liebe zum Wein
    10.04., 00:0202:10:17

    Die große Kunst, nicht aufzufallen und trotzdem präsent zu sein Axel Bode ist kein wandelnder Hyper-Sommelier, sondern eher eine Art lebender Algorithmus, der in Echtzeit entscheidet, welche Flasche Wein nicht nur zu welchem Gast, sondern auch an genau diesem Tag leise, aber präzise funktioniert. In seinem Weinrestaurant Witwenball wird Genuss nicht inszeniert, sondern selbstverständlich gelebt – irgendwo zwischen Essen und Trinken, zwischen Erwartung und dem, was tatsächlich im Glas passiert. Doch seine eigentliche Stärke ist nicht sein schier vinophiles Allwissen, sondern eine bemerkenswert ausgeprägte Form von Menschenkenntnis. Er setzt sie nicht laut ein, nicht demonstrativ, sondern mit einer Ruhe, die keine Gegenrede provoziert und auch nicht notwendig macht. Er scheint mehr Verständnis für Menschen zu haben als viele andere und betrachtet sie konsequent als Gäste, nicht als Prüfsteine, sondern als Teil einer Beziehung, die sich aus Momenten, Gefühl und einer sehr klaren Form von Aufmerksamkeit zusammensetzt. Und so behandelt er beides – Wein und Mensch – mit einer Mischung aus Respekt und Klarheit, die man, ohne Pathos, als elegant bezeichnen kann. Sein Weinverständnis wirkt dabei fast wie eine Naturkonstante. Man könnte widersprechen, aber es hätte ungefähr den gleichen Effekt, wie mit dem Wetter zu verhandeln. Es ist kein persönliches Urteil, sondern eine Entscheidung, getragen von Erfahrung, von Begegnungen mit Winzern, von Reisen durch Regionen, in denen Traditionell und Modern nicht im Widerspruch stehen, sondern sich gegenseitig bedingen. Und genau hier wird es interessant: Er scheint kein besonderes Interesse daran zu haben, für diese Fähigkeit bewundert zu werden. Vielleicht funktioniert sie gerade deshalb so gut, weil sie sich nicht aufdrängt und nie nach Business aussieht, obwohl sie wirtschaftlich präzise gedacht ist. Geld spielt eine Rolle, aber nie die Hauptrolle. Er steht nicht im Raum, um Bedeutung zu behaupten, und doch ist seine Präsenz spürbar, ohne sich aufzudrängen. Er betrachtet Wein auffallend unaufgeregt und zugleich mit einer stillen, fast privaten Emotionalität, die sich nicht erklären muss – eine Haltung, die viel mit Herz und vielleicht sogar mit Liebe zu tun hat, ohne dass diese Begriffe je ausgesprochen werden müssten. Axel Bode wirkt wie die personifizierte, schwarz gekleidete Diplomatie – ein geborener Gastronom, der zum Weinenthusiasten geworden ist und selbst komplexe Situationen mit erstaunlich niedriger Herzfrequenz auflöst. Er muss nichts beweisen, weil nichts bewiesen werden muss. Er ist. Und möglicherweise liegt genau darin seine größte Qualität: Man bemerkt ihn kaum, weil alles funktioniert. Er ist der unsichtbare Architekt eines gelungenen Abends, an dem Lifestyle nicht behauptet, sondern beiläufig entsteht – durch die richtige Flasche, den richtigen Moment, die richtige Entscheidung. Während im Gastraum jemand überzeugt ist, gerade das beste Weinerlebnis seines Lebens zu haben, steht er vermutlich bereits im Hintergrund und organisiert den nächsten Tag im Witwenball. Axel Bode Weinrestaurant „Witwenball“ Weidenallee 20 20357 Hamburg Telefon : 040 – 536 300 85 E-Mail : info@witwenball.com Mit herzlichen Grußworten von: Christian Budde, Oxhoft Weinhandel Weinhändler, Wegbegleiter & Freund Siiri Taipalus, Griesel & Compagnie Wegbegleiterin & Freundin Diese Folge von SOMMELIER – Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit wird begleitet von durch Silvio Nitzsche ausgewählte Weine aus dem Programm der Schlumberger Gruppe, zu der die Handelshäuser Schlumberger, Segnitz, Consigliovini und das Privatkundenportal Bremer Weinkolleg gehören. Während der Episode verkosten wir folgende alkoholfreie Alternative: It's not a SIN Himbeere & Minze alkoholfreie Getränke P.J. Valckenberg Deutschland Link für Geschäftskunden: https://is.gd/t4xedz Link für Privatkunden: https://is.gd/oitVTM Sehr gerne empfehle ich die folgenden Weine: Rosé Brut Special Edition Spring A026, Schlumberger Sektkellerei, Wien, Österreich Link für Geschäftskunden: https://is.gd/FUb6ch Link für Privatkunden: https://is.gd/7CM5CR 2025 Gavi di Gavi, Villa Sparina, Piemont, Italien Link für Geschäftskunden: https://is.gd/O8Q209 Link für Privatkunden: https://is.gd/0WQVW1 2025 Rosenmuskateller - Moscato Rosa, Kellerei Kaltern, Venetien, Italien Link für Geschäftskunden: https://is.gd/jvgZm4 Link für Privatkunden: https://is.gd/7WomIN Bitte folgen Sie uns auf Webpage: sommelier.website Instagram: sommelier.der.podcast Facebook: sommelier.der.podcast Wir freuen uns über jede Bewertung, Anregung und Empfehlung. Das Format: SOMMELIER – Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit. wird produziert und verantwortet von der: Weinklang GmbH, Silvio Nitzsche, Bergahornweg 10, 01328 Dresden, silvio@sommelier.website

  14. Axel Bode – Exclusive Preview
    09.04., 00:0200:10:00

    10 Minuten Weingedanken mit Axel Bode Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag. Das Format: SOMMELIER – Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit wird produziert und verantwortet von der: Weinklang GmbH Silvio Nitzsche Bergahornweg 10 01328 Dresden silvio@sommelier.website und wird freundlichst unterstützt und begleitet von der Schlumberger-Gruppe mit den Handelshäusern: Schlumberger Segnitz Consigliovini sowie dem Privatkundenportal Bremer Weinkolleg

  15. Felix Fuchs – Architekt des Weinmenüs
    03.04., 00:0202:45:28

    Er redet schnell, weil er viel zu sagen hat Felix Fuchs wirkt auf den ersten Blick unkompliziert. Einer, den man schnell versteht – und genau deshalb unterschätzt. Er wirkt nicht wie jemand, der den Raum dominieren muss. Kein großes Auftreten, kein kalkulierter Auftritt, keine inszenierte Wichtigkeit. Und doch passiert etwas, sobald er spricht. Nicht laut, nicht forciert – eher so, dass man automatisch zuhört, ohne genau sagen zu können, warum. Vielleicht, weil bei ihm alles zusammenläuft: Wein, Gefühl, Erfahrung und Tempo. Felix Fuchs gehört zu einer Generation von Sommeliers, die nicht mehr über klassische Autorität funktionieren. Er stellt sich nicht über den Gast, nicht über die Flasche, nicht über den Moment im Restaurant. Stattdessen bewegt er sich mittendrin – zwischen Essen und Trinken, zwischen Genuss und Entscheidung, zwischen dem, was ein Winzer geschaffen hat, und dem, was am Tisch daraus wird. Wach, aufmerksam, schnell im Denken – aber nie hektisch. Er redet schnell, ja. Aber nicht, um zu beeindrucken, sondern weil seine Gedanken genauso funktionieren wie sein Service: direkt, klar, im Vorwärtsgang. Seine Stärke liegt nicht darin, Antworten zu geben, sondern die richtigen Fragen zu stellen. Und manchmal auch einfach zu spüren, wann gar keine Frage nötig ist. Das ist keine Technik, das ist Beziehung. Was ihn besonders macht, ist diese Mischung aus Leichtigkeit und Präzision. Er kann komplexe Dinge einfach erklären, ohne sie zu vereinfachen, und einfache Dinge ernst nehmen, ohne sie aufzublasen. Bei ihm geht es nicht um Etiketten oder um Geld, nicht um Prestige oder reines Business, sondern darum, was passiert, wenn Menschen zusammenkommen – und eine Flasche Wein mehr ist als nur ein Produkt. Er hat keine Angst davor, Dinge anders zu sehen, aber er macht daraus kein Programm. Es geht ihm nicht um Abgrenzung, sondern um Perspektive. Vielleicht kommt das auch daher, dass Wein für ihn nie nur Fachgebiet war, sondern immer auch Lifestyle, immer auch Reisen, immer auch Begegnung. Ein System aus Eindrücken, Orten und Menschen – nicht aus Regeln. Dabei bleibt er erstaunlich bodenständig. Für ihn zählt, was im Glas passiert – und was zwischen den Menschen passiert, die es trinken. Das kann ein leiser Moment sein oder ein intensives Gespräch, aber es ist immer echt. Diese Eigenschaft ist vielleicht das Unaufgeregteste an ihm, aber auch das Modernste. Denn während viele noch versuchen, Wein zu erklären, hat er längst verstanden, dass es um etwas anderes geht: um Herz, um Liebe, um das, was bleibt, wenn das Glas leer ist. Felix Fuchs steht für eine Art von Sommellerie, die sich nicht mehr erklären muss. Er brilliert, weil er ehrlich ist, weil er präzise ist – und weil er verstanden hat, dass der größte Eindruck oft dann entsteht, wenn man gar nicht versucht, Eindruck zu machen. Felix Fuchs Restaurant Tulus Lotrek Fichtestraße 24 10967 Berlin Telefon : 030 - 419 566 87 E-Mail : mail@tuluslotrek.de Mit herzlichen Grußworten von: Anton Wochmanin Freund und Wegbegleiter Santa Rubena - Rubelon, Berlin Weinhändlerin und Freundin Diese Folge von SOMMELIER – Die interessantesten Mundschenke unserer Zeit wird begleitet von durch Silvio Nitzsche ausgewählte Weine aus dem Programm der Schlumberger Gruppe, zu der die Handelshäuser Schlumberger, Segnitz, Consigliovini und das Privatkundenportal Bremer Weinkolleg gehören. Während der Episode verkosten wir folgende Weine: 2024 Mandus Pietra Pura Apulien Italien Link für Geschäftskunden: https://is.gd/jLf78G Link für Privatkunden: https://is.gd/vjwAun Sehr gerne empfehle ich die folgenden Weine: 2015 Pantocrator Bodegas Taron Rioja Spanien Link für Geschäftskunden: https://is.gd/EhTvgJ Link für Privatkunden: https://is.gd/sFeeYm Alma Grande Cuvée Brut A002 Bellavista Lombardei Italien Link für Geschäftskunden: https://is.gd/SNRO8x Link für Privatkunden: https://is.gd/rWF19g 2019 Quinta de Ervamoira Ramos Pinto Douro Portugal Link für Geschäftskunden: https://is.gd/YgYF3Q Link für Privatkunden: https://is.gd/qK7N5O Bitte folgen Sie uns auf Webpage: sommelier.website Instagram: sommelier.der.podcast Facebook: sommelier.der.podcast Wir freuen uns über jede Bewertung, Anregung und Empfehlung. Das Format: SOMMELIER – Die interessantesten Mundschenke unserer Zeit. wird produziert und verantwortet von der: Weinklang GmbH, Silvio Nitzsche, Bergahornweg 10, 01328 Dresden, silvio@sommelier.website

  16. Felix Fuchs – Exclusive Preview
    02.04., 00:0200:10:00

    10 Minuten Weingedanken mit Felix Fuchs Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag. Das Format: SOMMELIER – Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit wird produziert und verantwortet von der: Weinklang GmbH Silvio Nitzsche Bergahornweg 10 01328 Dresden silvio@sommelier.website und wird freundlichst unterstützt und begleitet von der Schlumberger-Gruppe mit den Handelshäusern: Schlumberger Segnitz Consigliovini sowie dem Privatkundenportal Bremer Weinkolleg

  17. Maximilian Wilm – Napa Valley im Deep Dive
    27.03., 00:0202:50:31

    Das Tal, das die Weinwelt veränderte Maximilian Wilm ist einer der SOMMELIERs, die ein Weinbaugebiet nicht verstehen, sondern fühlen möchten. Wer dem gebürtigen Franken bei der Arbeit zusieht, versteht, dass hier kein Karrierist am Tisch steht, sondern jemand, den die Faszination für Wein — seine Herkunft, seine Geschichte, seine sensorische Komplexität — mit einer Ehrlichkeit und Tiefe erfüllt, die sich nicht erzwingen lässt. Max ist Jahrgang 1988, aufgewachsen in der Nähe von Würzburg, und hat früh verstanden, dass ihn die Welt der Gastronomie nicht loslassen wird: Ausbildung zum Restaurantfachmann mit Stationen in Heidelberg und Berchtesgaden verschlug es ihn an die IHK München, wo er die Sommelierausbildung absolvierte. Den nächsten Schritt wagte er nach Wien, in das legendäre Palais Coburg, dessen Weinkeller zu den ikonischsten Europas zählt — ein Ort, der einen entweder demütig oder besessen macht, am besten beides. Es war Hamburg, das ihn schließlich hielt: Ein Urlaub, eine zukünftige Ehefrau, und der Entschluss, zu bleiben. Sieben Jahre lang stand er der Sommelier-Mannschaft am Süllberg vor, im Zwei-Sterne-Restaurant Seven Seas von Karlheinz Hauser — ein Haus, das ihm, wie er selbst sagt, das Vertrauen geschenkt hat, das große Sommeliers erst zu großen Sommeliers macht. 2018, gemeinsam mit Jana und Sternekoch Kirill Kinfelt, eröffnete er das Kinfelts Kitchen & Wine. 2019 gewann er die Sommelier Trophy der Sommelier-Union Deutschland und damit den Titel „Bester Sommelier Deutschlands". 2020 gewann er den DWI Sommelier Cup, 2021 wurde er vom Aral-Schlemmer Atlas als Sommelier des Jahres ausgezeichnet, repräsentierte Deutschland 2023 schließlich bei der Sommelier-Weltmeisterschaft in Paris. Und heute widmet er sich mit uns einer Region, die wie kaum eine andere die Geschichte des Weins in zwei Hälften geteilt hat — in ein Davor und ein Danach: das Napa Valley, Nordkalifornien, das Tal, das 1976 die Weltordnung des Weins in Frage stellte und seither keine Antworten mehr schuldet. Geografische Lage: Das Napa Valley liegt im Norden Kaliforniens, rund 90 Kilometer nordöstlich von San Francisco, eingebettet zwischen zwei parallel verlaufenden Gebirgszügen: den Mayacamas Mountains im Westen und den Vaca Mountains im Osten. Das Tal erstreckt sich von Süd nach Nord über etwa 50 Kilometer und ist dabei nur wenige Kilometer breit — ein schmales, lineares Gebilde, das trotz seiner bescheidenen Ausdehnung zu den komplexesten Weinanbaugebieten der Welt gehört. Im Süden öffnet sich das Tal zur San Pablo Bay hin, dem nördlichen Arm der San Francisco Bay, was dem Carneros-Gebiet eine ausgeprägte marine Kühle verleiht. Im Norden endet das Tal am Fuß des Mount St. Helena, der mit über 1.300 Metern wie ein natürlicher Wächter über Calistoga und das gesamte obere Valley thront. Das Napa Valley liegt geografisch vollständig im mediterranen Klimagürtel der nördlichen Hemisphäre und profitiert dabei von einer einzigartigen Konstellation aus Sonneneinstrahlung, topografischem Schutz und ozeanischem Einfluss. Größe des Gebietes: Das Napa Valley AVA — die übergeordnete amerikanische Weinbauregion, die 1981 als erste AVA Californiens überhaupt anerkannt wurde — umfasst insgesamt rund 18.500 Hektar bepflanzte Rebfläche. Das klingt nach viel, entspricht aber gerade einmal einem Sechstel der Rebfläche des Bordelais — ein Verhältnis, das unmittelbar deutlich macht, mit welcher Konzentration und mit welchem Anspruch hier gearbeitet wird. Innerhalb dieser Fläche sind seit November 2024 insgesamt 18 federally anerkannte Sub-AVAs ausgewiesen, von denen die jüngste — Crystal Springs of Napa Valley — erst kürzlich offiziell bestätigt wurde und damit die erste neue AVA der Region seit über einem Jahrzehnt darstellt. Über 450 Weingüter sind heute im Napa Valley aktiv, 95 Prozent von ihnen in Familienbesitz — ein Gegenbild zur oft angenommenen Konzernlandschaft und ein Beweis dafür, dass hier Identität und Handschrift noch ihren Platz behalten. Klima: Das Klima des Napa Valley ist mediterranen Charakters — heiße, trockene Sommer, milde, regenreiche Winter, und eine Vegetationsperiode, die von einer außergewöhnlich langen Reifezeit profitiert. Was das Valley dabei von anderen Weinregionen mit ähnlichem Makroklima unterscheidet, ist die dramatische Vielfalt seiner Mesoklimate: Der Schlüsselmechanismus ist die sogenannte marine Luftbewegung — kalte Luft, die durch die Golden Gate und über die San Pablo Bay ins Inland gezogen wird und täglich als Nebel und kühle Brise ins südliche Napa Valley einströmt. Dieser Effekt sorgt dafür, dass die Carneros-Region im Süden zu den kühlsten Subregionen Nordkaliforniens gehört, während Calistoga im Norden zu den wärmsten Punkten des gesamten Valleys zählt, mit Spitzentemperaturen, die im Hochsommer regelmäßig 40 Grad Celsius erreichen. Das Entscheidende ist dabei nicht die Tageshitze, sondern die diurnale Temperaturschwankung: Kühle Nächte und abendliche Brisen sorgen dafür, dass die Trauben zwar Reife entwickeln, aber gleichzeitig ihre Säurestruktur bewahren — eine Kombination, die den besten Napa-Weinen ihre charakteristische Balance aus Fruchtfülle und Frische verleiht. Böden: Kaum eine Weinregion der Welt verfügt über eine größere Bodenvielfalt als das Napa Valley — Geologen haben über 100 verschiedene Bodentypen identifiziert, eine Konsequenz der turbulenten tektonischen Geschichte dieser Region über 140 Millionen Jahre. Der grundlegende Unterschied besteht zwischen den Böden der Talsohle und denen der umliegenden Bergregionen: Auf dem Talboden dominieren alluviale Ablagerungen, die der Napa River über Jahrtausende aus den umliegenden Gebirgen herantransportiert hat — Kiesschotter, Lehmböden, Sandböden, je nach Lage unterschiedlich strukturiert. Die Rutherford Bench, vielleicht das berühmteste Terroirkonzept des gesamten Valleys, ist ein solcher alluvialer Schotterfächer am Fuß der Mayacamas Mountains, der für Cabernet Sauvignons von unnachahmlicher Tiefe und einer typischen Staubigkeit bekannt ist, die Weinmacher als „Rutherford Dust" bezeichnen. In den Bergregionen hingegen prägen vulkanische Gesteine das Bild: Obsidian, Basalt, andesitisches Gestein, Lava und Vulkanasche sind die Muttergesteine von AVAs wie Diamond Mountain, Atlas Peak oder Howell Mountain. Diese Böden sind arm, gut drainiert, zwingen die Reben zu tiefem Wurzelwerk und sorgen für Weine von konzentrierter Intensität und feiner Mineralik. Im Süden, in Los Carneros, kommen marine Tonböden hinzu — flach, schwer, ideal für Pinot Noir und Chardonnay. Topografie: Das Napa Valley ist in seiner Grundstruktur ein schmales, von zwei Bergketten eingerahmtes Längstal, dessen Topografie jedoch nichts weniger ist als eine Schule der Vielfalt. Die Mayacamas Mountains im Westen, aus denen Appellationen wie Spring Mountain, Diamond Mountain und Mount Veeder herausragen, formen auf ihren steilen, felsigen Hängen kleine, von Wäldern umgebene Weinbergsparzellen, die aufgrund extremer Neigung und flacher Böden zu niedrigen Erträgen und hochkonzentrierten Früchten führen. Die Vaca Mountains im Osten sind geologisch deutlich jünger und vulkanisch geprägter — ihre bekannteste Unterpellation, Atlas Peak, liegt in Höhen zwischen 230 und fast 800 Metern und produziert Weine von schneidender Struktur. Dazwischen liegt die Talsohle, die sich vom Meeresspiegel im Süden auf rund 110 Meter Höhe in Calistoga im Norden erstreckt — flach genug für Weinbau im großen Maßstab, durch die alluvialen Böden und den starken Tagestemperaturunterschied aber keineswegs ein Ort, dem Terroir fehlt. Die unterschiedlichen Expositionen, Höhenlagen und Windbedingungen in diesem verhältnismäßig kleinen Gebiet ermöglichen eine Stilvielfalt, die europäischen Regionen zigfacher Größe Respekt abringen dürfte. Entwicklung: Die Geschichte des Napa Valley als Weinregion beginnt in den 1830er Jahren mit ersten Pflanzungen durch die Siedler, erlebt im späten 19. Jahrhundert eine erste goldene Epoche mit fast 200 Weingütern — und wird dann von Reblaus, Prohibition und den Weltkriegen dezimiert, bis die Region beinahe in Vergessenheit gerät. Was folgt, ist eine der bemerkenswertesten Wiedergeburten in der Geschichte des Weins: Robert Mondavi, der 1966 das erste bedeutende neue Weingut der Region nach der Prohibition eröffnete, wird zum Katalysator einer ganzen Bewegung. Mit ihm kamen Investitionen in Technik, Eichenfass und Weinbergsphilosophie — und 1976 dann der Moment, der alles veränderte. Am 24. Mai 1976 organisierte der britische Weinhändler Steven Spurrier in Paris eine Blindverkostung, die als „Judgment of Paris" in die Weingeschichte eingehen sollte: Zwölf der besten französischen Wein-Expertinnen und Experten verkosteten acht Cabernet Sauvignons und acht Chardonnays — und platzierten, ohne es zu wissen, in beiden Kategorien einen Napa Valley-Wein auf dem ersten Platz. Der 1973er Stag's Leap Wine Cellars Cabernet Sauvignon schlug Mouton-Rothschild und Haut-Brion, der 1973er Chateau Montelena Chardonnay ließ die besten weißen Burgunder hinter sich. Die Weinindustrie war erschüttert, Frankreich schwieg, und Napa Valley erwachte auf der Weltbühne. Vor dieser Verkostung zählte die Region rund 67 Weingüter — heute sind es über 450. Im Jahr 2026, in dem diese Folge entsteht, jährt sich das Ereignis zum 50. Mal — ein Jubiläum, das die Region mit zahlreichen Veranstaltungen begeht und das einen idealen Anlass bietet, die Frage zu stellen, was aus dem Versprechen von 1976 geworden ist. Doch das Napa Valley steht heute nicht nur auf dem Gipfel seines Ruhms — es steht auch vor ernsthaften Herausforderungen. Wiederkehrende Waldbrände, von denen die Brände der Jahre 2017 und 2020 besonders verheerende Schäden anrichteten, bedrohen nicht nur Weinberge und Gebäude, sondern auch die Qualität der Ernten durch den gefürchteten „Smoke Taint" — eine durch Rauch verursachte sensorische Beeinträchtigung der Beeren. Der Klimawandel verschärft die Situation: steigende Durchschnittstemperaturen, längere Trockenphasen und der Druck auf Wasserressourcen gehören zu den strukturellen Problemen der Region. Gleichzeitig reagieren viele Betriebe mit Investitionen in nachhaltigere Weinbergsbewirtschaftung, Dry Farming, der Suche nach geeigneteren Höhenlagen und resistenteren Klonen — und mit einer neuen Bescheidenheit, die das Napa Valley vielleicht interessanter macht als in seinen selbstgewissesten Jahrzehnten. Rebsorten: Das Napa Valley ist, mehr als jede andere Weinregion Nordamerikas, ein Gebiet, das seine Identität durch eine einzige Rebsorte definiert hat: Cabernet Sauvignon. Die Rotweinkönigin aus dem Bordelais fand in den alluvialen Kiesböden der Talmitte, in den vulkanischen Bergterrassen und dem goldenen Sonnenlicht Nordkaliforniens eine zweite Heimat — und machte sie in wenigen Jahrzehnten zu einer der begehrtesten Adressen der Weinwelt. Doch die Vielfalt geht weit darüber hinaus: Merlot, Cabernet Franc, Malbec und Petit Verdot komplettieren die Bordeaux-Palette und finden in verschiedenen Sub-AVAs jeweils unterschiedlich ausgeprägte Ausdrucksformen. Zinfandel, Californiens rotes Erbe, ist in einigen Teilen des Valleys noch immer präsent und erinnert an die frühe Geschichte des Weinbaus. Bei den Weißweinen ist es vor allem Chardonnay, der nach dem Triumph der Chateau Montelena 1973 in Paris einen beispiellosen Aufschwung erlebte und bis heute die weiße Leitsorte des Valleys darstellt — in einer breiten Stilpalette von butterig-opulent bis kühl-mineral, je nach Appellation und Weinmacherhaltung. Sauvignon Blanc, Pinot Gris und in den kühleren Südregionen auch Pinot Noir ergänzen das Sortiment, wobei gerade Pinot Noir in Carneros eine genuine, ernstzunehmende Heimat gefunden hat. Maximilian Wilm Am Kaiserkai 56 20457 Hamburg Telefon: 040-30068369 E-Mail: info@kinfelts.de Mit herzlichen Grußworten von: Christoph Strahl, Restaurant Vêndome – Bergisch Gladbach Mâitre und Freund Torsten Junker, Wein am Limit - Hamburg Sommelier, Weinhändler & Freund ⸻ Diese Folge von SOMMELIER – Die interessantesten Mundschenke unserer Zeit wird begleitet von durch Silvio Nitzsche ausgewählten Weinen aus dem Programm der Schlumberger Gruppe, zu der die Handelshäuser Schlumberger, Segnitz, Consigliovini und das Privatkundenportal Bremer Weinkolleg gehören. ⸻ Wir verkosten während der Episode den folgenden Wein aus dem Schlumberger-Programm: 2020 Dominus, Dominus Estate Napa Valley Kalifornien USA Link für Geschäftskunden: https://is.gd/15MPRm Link für Privatkunden: https://is.gd/pHY3on 2023 Sauvignon Blanc Spottswoode Winery Napa Valley Kalifornien USA Link für Geschäftskunden: https://is.gd/NgswgJ Link für Privatkunden: https://is.gd/XeBX5A Und aus dem Weinprogramm von Wein am Limit verkosten wir die folgenden Weine: 2024 Charonnay “Watson Ranch” Arnot Roberts Winery Napa Valley Kalifornien USA Link für Privatkunden: https://is.gd/e4fT8u Geschäftskunden kontaktieren Wein am Limit bitte direkt 2021 Cabernet Sauvignon Matthiasson Winery Napa Valley Kalifornien USA Link für Privatkunden: https://is.gd/VR0nju Geschäftskunden kontaktieren Wein am Limit bitte direkt. Bitte folgen Sie uns auf Webpage: sommelier.website Instagram: sommelier.der.podcast Facebook: sommelier.der.podcast Wir freuen uns über jede Bewertung, Anregung und Empfehlung. Das Format: SOMMELIER – Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit. wird produziert und verantwortet von der: Weinklang GmbH, Silvio Nitzsche, Bergahornweg 10, 01328 Dresden, silvio@sommelier.website

  18. Maximilian Wilm – Exclusive Preview
    26.03., 00:0200:10:00

    10 Minuten Weingedanken aus dem Deep Dive Napa Valley mit Maximilian Wilm Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag. Das Format: SOMMELIER – Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit wird produziert und verantwortet von der: Weinklang GmbH Silvio Nitzsche Bergahornweg 10 01328 Dresden silvio@sommelier.website und wird freundlichst unterstützt und begleitet von der Schlumberger-Gruppe mit den Handelshäusern: • Schlumberger • Segnitz • Consigliovini sowie dem Privatkundenportal Bremer Weinkolleg

  19. +++ SIGNATURE EPISODE +++
    20.03., 00:0201:42:08

    Winzer & Produzenten über Sommeliers Während der ProWein 2026 in Düsseldorf haben wir die Gelegenheit genutzt, mit einigen der spannendsten Persönlichkeiten aus dem Kreis der Winzer und Produzenten der SCHLUMBERGER-GRUPPE – sowie deren Repräsentanten – ins Gespräch zu kommen. Im Mittelpunkt stand dabei eine einfache, aber grundlegende Frage: Welche Rolle spielt der Sommelier heute noch in der Welt des Weins? Daraus entwickelten sich vier Fragen, die wir allen Gesprächspartnern gestellt haben: Wie wichtig ist der Sommelier? Brauchst du als Sommelier heute andere Fähigkeiten als noch vor 20 Jahren? Wann hast du zuletzt mit einem Sommelier ein gutes Gespräch bei einem Glas Wein geführt – und mit wem? Mit welchem Sommelier würdest du das gerne einmal tun? Diese Episode ist keine Lobhudelei, sondern eine offene und konstruktive Betrachtung einer Branche im Wandel – mit ehrlichen Einschätzungen, persönlichen Erfahrungen und überraschenden Perspektiven. Zu Wort kommen einige der prägendsten Persönlichkeiten der internationalen Weinwelt: Valerio Petrone von Bellavista & Petra / Terra Moretti Sarah Schmidt von Ornellaia & Luce Christophe Renard von Domaines Ott Johanna Markowitsch vom Weingut Markowitsch Patrick Honnef von Château Mukhrani Felix Prinz Salm vom Weingut Prinz Salm Philipp Graf Neipperg vom Weingut Graf Neipperg Maximin von Schubert vom Weingut Maximin Grünhaus Benedikt May vom Weingut May Thomas Pfaffmann vom Weingut Wageck Markus Bonsels vom Weingut Bibo Runge Andi Punter vom Weingut Weingut Franz Haas Philipp Marandell von Red Moon & ALPL Nora Thiel von Delheim Victoria Deutsch von Schlumberger Sparkling Gabriel Galliker-Etter von Distillerie Etter Luciano Abagnale von Distillerie Nonino Eine Episode über Gespräche, Perspektiven und die Frage, welche Rolle der Sommelier in der Weinwelt von heute und morgen wirklich spielt. Bitte folgen Sie uns auf Webpage: sommelier.website Instagram: sommelier.der.podcast Facebook: sommelier.der.podcast Wir freuen uns über jede Bewertung, Anregung und Empfehlung. Das Format: SOMMELIER – Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit. wird produziert und verantwortet von der: Weinklang GmbH, Silvio Nitzsche, Bergahornweg 10, 01328 Dresden, silvio@sommelier.website

  20. +++ PERSPEKTIVENMOSAIK über SOMMELIERS +++
    19.03., 13:2500:10:00

    Die Preview zu einem Meinungsmedley von der ProWein 2026 Morgen erscheint eine besondere Episode unseres Podcasts. Während der ProWein 2026 in Düsseldorf haben wir mit außergewöhnlichen Winzern, Produzenten und Repräsentanten der Schlumberger-Gruppe gesprochen – und ihnen vier einfache, aber entscheidende Fragen gestellt. Wie wichtig ist der Sommelier heute wirklich? Mit Stimmen von Bellavista, Ornellaia, Domaines Ott, Markowitsch, Mukhrani, Prinz Salm, Graf Neipperg, Maximin Grünhaus, Rudolf May, Wageck Pfaffmann, Bibo Runge, Franz Haas, Red Moon & ALPL, Delheim, Schlumberger Sparkling, Etter und Nonino. Morgen überall, wo es Podcasts gibt. ⸻ Das Format: SOMMELIER – Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit wird produziert und verantwortet von: Weinklang GmbH Silvio Nitzsche Bergahornweg 10 01328 Dresden silvio@sommelier.website und wird freundlich unterstützt und begleitet von der Schlumberger-Gruppe mit den Handelshäusern: Schlumberger Segnitz Consigliovini sowie dem Privatkundenportal Bremer Weinkolleg ⸻

Sie sind Superhelden! Sie sind Sommeliers. Die Experten der Weinwelt, der Worte, der Menschen und des Genusses. Denn sie können einfach alles. Sie sind Gastgeber, Schreiber, Trendsetter, Wissenschaftler, Influencer, Vermittler, Gestalter, Forscher und vieles mehr. Und oft ist es schade, dass man diese Multitalente, die es verstehen, uns in wenigen Minuten zu begeistern, nicht und nirgends länger und intensiver kennenlernen kann. Wie gerne möchte man sie so richtig ausquetschen? Viele von uns denken an kurze und doch prägende Wortwechsel mit diesen versierten Weinprofis, oft jahrelang zurück. Welche Berufsgruppe vermag sonst so nachhaltig zu beeindrucken? Wir präsentieren die Interessantesten unter ihnen und haben mit ihnen gesprochen. In diesem Podcasts schaffen wir es, diese besonderen Charaktere sicht- und greifbar, hörbar und verständlich zu machen und ihnen zu entlocken, was deren Geheimnisse sind. Einmal in der Woche lädt Silvio Nitzsche einen Gast zum mehrstündigen Zwiegespräch und vermag es, höchst persönliche Erfahrungen und echtes Insiderwissen zu einem unterhaltsamen Hörerlebnis zu machen. Silvio Nitzsche betrieb bis zum letzten Jahr über 15 Jahre lang die WEINKULTURBAR in Dresden/Striesen, die vielfach als beste Weinbar Deutschlands ausgezeichnet wurde. Er selbst erhielt nahezu jede branchenrelevante Auszeichnung, wurde mehrfach als „Sommelier des Jahres“ geehrt und erhielt den „Award of Honor“. Damit ist er selbst einer der interessantesten Sommeliers unserer Zeit und geradezu prädestiniert, diesen besonderen Podcast zu hosten. Jeder und jede seiner Gäste bekommt die gleichen Fragen, und doch ist jedes Gespräch anders. Ein Podcast für alle, die Freude am Wein und/oder am Gastgeben haben. Unterstützt und begleitet wird dieses Format von den Weingütern aus dem Programm der Schlumberger Gruppe, die mit den Handelshäusern Schlumberger, Segnitz und Consigliovini sowie dem Bremer Weinkolleg aktiv ist. Die Branchenunterstützung wird in diesen Unternehmen sehr groß geschrieben. Der 2006 verstorbene Hermann Segnitz hat bereits Mitte der achtziger Jahre den „Sommelier des Jahres“ und den „Maitre des Jahres“ ausgelobt und seine tiefe Wertschätzung für diese besonderen Menschen öffentlich kundgetan. Mit diesem Podcast schließen wir an die historische Tradition an und führen sie in zeitgemäßer Form weiter. Sei ein Teil dieses Projekts und folge, like, teile, kommentiere und liebe einfach deinen neuen Lieblingspodcast.