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165- #104: Paprika und Chili anbauen24.01., 10:0024.01.2025, 10:0000:16:49
Ob gelb, grün oder rot, Paprika und Chili sind aus unseren Küchen und Gärten nicht mehr wegzudenken. Sie müssen schon Ende Januar, Anfang Februar vorgezogen werden, denn sie brauchen vier bis sechs Monate von der Aussaat bis zur ersten Ernte. Was es beim Anbau zu beachten gibt, welche Sorten gut im Freiland und welche besser im Gewächshaus gedeihen, das hat sich Podcasthost und Kleingärtnerin Nadine Witt von Kerstin Scharf-Goldammer vom Biohof Scharf in Ollendorf erklären lassen. Aussaat - die Kurzanleitung Bevor ausgesät werden kann, haben Gärtner die Qual der Wahl. Die Auswahl ist bei Paprikasorten groß, bei Chilis riesig. Die Samen kommen in Anzucht-Töpfe mit nährstoffarmer Anzuchterde und werden leicht mit Erde bedeckt. Die Erde gleichmäßig feucht halten. An einem warmen, hellen Ort keimen die Samen nach 10 bis 14 Tagen. Sie wachsen dann im Haus, bis sie groß genug und die Eisheiligen vorbei sind. Bevor sie ins Freie dürfen, müssen die Jungpflanzen abgehärtet werden. Sie dürfen erstmal nur ein paar Stunden ins Freie, bevor sie entgültig in den Garten umziehen.
- #103: Schädlinge im Winterquartier10.01., 10:0010.01.2025, 10:0000:18:28
Unsere Kübelpflanzen stehen vor Frost geschützt im Winterquartier. Doch vor Schädlingen sind sie beim Überwintern leider nicht sicher. Warum Oleander, Zitrone, Physalis und andere Kübelpflanzen im Winterquartier von Schädlingen überfallen werden, wie man diese erkennt, bekämpft und was man vorbeugend tun kann, darüber spricht Kleingärtnerin Nadine Witt mit MDR Garten-Expertin Brigitte Goss in dieser Folge. In erster Linie fehlt den Pflanzen Licht. Wenn sie im Dunklen wachsen, haben sie viel zu weiche Blätter und Triebe. Zudem fehlen gerade bei Kübelpflanzen einfach die Gegenspieler der Schädlinge. Diese hat man sich meist im Herbst mit ins Haus geholt. Woll- und Schmierläuse sowie Schildläuse fallen erst nicht auf und sind dann schwer wieder loszuwerden. Blattläuse saugen gern am zarten neuen Pflanzengewebe. Spinnmilben, obwohl sie so klein sind und Engerlinge, die man sich im Topf mit eingeschleppt hat, können eine Pflanze sogar töten. Thripse befallen vorwiegend Zimmerpflanzen. Betroffene Pflanzen sollten unbedingt behandelt werden. Ob ein Rückschnitt neuer Triebe, Abbrausen oder Behandeln mit verschiedenen Hausmitteln oder gekauften Präparaten mit Raps- oder Orangenöl - Gartenprofi Brigitte Goss erklärt im Podcast, wann welche Maßnahmen notwendig sind. Vorbeugend gilt: Beikräuter aus den Töpfen entfernen, Pflanzenhygiene beachten - und regelmäßig kontrollieren.
- #102: Superfood direkt aus dem Garten28.12., 09:0028.12.2024, 09:0000:20:15
Ob Chiasamen, Quinoa, Açai- oder Goji-Beeren: Superfood sind Pflanzen, die besonders viele Mineralien, Vitamine oder sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe enthalten und als sehr gesund gelten. Doch viele exotische Superfoods haben eine lange Reise hinter sich, bis sie bei uns auf dem Tisch landen. Teilweise sind sie zudem mit Schadstoffen belastet. Zum Glück wachsen viele Nüsse, Gemüse und Früchte in unseren Gärten, die den Vergleich mit weit gereisten Superfoods nicht scheuen müssen. Kohl enhält viel Vitamin C, Folsäure und sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe. Brennnesselsamen stecken voller Antioxidantien. Nüsse enthalten wertvolle Fette. Johannisbeeren und Blaubeeren bringen viele Vitamine mit. Was in Superfood steckt und welche heimischen Alternativen es gibt, darüber hat sich Kleingärtnerin Nadine Witt mit Laura Müller unterhalten, Fachberaterin Lebensmittel und Ernährung von der Verbraucherzentrale Thüringen.
- #101: Kleine Gärten planen und gestalten14.12., 10:0014.12.2024, 10:0000:23:32
Wie lässt sich ein kleiner Garten oder ein sehr schmales Grundstück am besten gestalten? Und wie schafft man es, einen kleinen Garten größer wirken zu lassen? Kleingärtnerin Nadine Witt hat sich darüber mit Tanja Minardo unterhalten, Garten- und Landschaftsarchitektin aus Steinhagen bei Bielefeld. Ganz wichtig: Räume gestalten und den Blick des Betrachters durch den Garten lenken, zum Beispiel durch Sitzgruppen, blühende Sträucher und Hecken, geschwungene Wege und Beete sowie Sichtschutzelemente.
- #100: Was ist ein Garten wert?29.11., 10:0029.11.2024, 10:0000:17:31
Wir feiern die 100. Folge MDR Gartenpodcast!!! Was für ein schöner Grund zu feiern. Der Garten selbst steht in der neuen Podcastfolge im Mittelpunkt. In Deutschland gibt es laut Bundesverband der Kleingartenvereine Deutschlands knapp 900.000 Kleingärten. Und die sind richtig wertvoll - für die Gärtner selber, aber auch für die Gesellschaft, für Tiere, fürs Klima. Dr. Malte Welling hat den Wert von Kleingärten im Rahmen des Projekts "Gartenleistungen" untersucht. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und hat die verschiedenen Aspekte und Gartenfunktion genauer betrachtet. Auch den finanziellen Wert von Gärten hat er berechnet und der ist erstaunlich hoch. Podcasterin und Kleingärtnerin Nadine Witt hat sich mit ihm über den Wert des Gartens unterhalten.
- #99: Verbrennen und Lagerfeuer im Garten11.11., 10:1111.11.2024, 10:1100:20:57
Im Herbst fällt viel Laub und Schnittgut von Sträuchern, Bäumen und Hecken an. Man könnte diese Gartenabfälle in einer Benjeshecke verarbeiten, sie schredden und auf dem Kompost entsorgen oder zum Grüncontainer bringen. Aber wie sieht es mit dem Verbrennen aus? Was erlaubt ist und was nicht, darüber hat Kleingärtnerin Nadine Witt mit Ute Dauert gesprochen. Sie ist Fachgebietsleiterin für die Beurteilung der Luftqualität im Umweltbundesamt und kennt sich mit den Risiken des Verbrennens aus. Grundsätzlich gilt: Das Verbrennen von Laub und Gartenabfällen ist gesetzlich verboten und nur in Ausnahmefällen erlaubt, weil dadurch sehr viele Schadstoffe und Feinstaub freigesetzt werden - genau wie beim Lagerfeuer. Was erlaubt ist und was nicht und wie wir es uns trotzdem an der Feuerschale im Garten gemütlich machen können, das ist Thema in dieser Folge.
- #98: Eine Benjeshecke aus Totholz anlegen01.11., 10:0001.11.2024, 10:0000:19:37
Im Herbst fällt viel Schnittgut im Kleingarten an: Äste von Obst- und anderen Bäumen, Zweige, Sträucher. Dieses Holz muss nicht gehäckselt oder weggebracht werden. Wir bauen daraus lieber einer Totholzhecke, auch Benjeshecke genannt. Woher der Begriff kommt, wie so eine Totholzhecke angelegt wird und wem sie alles Lebensraum bietet, darüber hat Kleingärtnerin Nadine Witt mit Julian Heiermann gesprochen. Er ist Teamleiter Naturschutz- und Umweltinformationen beim Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU). Der Ursprung der Benjeshecke geht zurück auf Feldhecken, wie sie früher in der Landwirtschaft üblich waren. Bauern stapelten ihr Schnittgut als Grenzmarkierung an den Rändern von Weide- und Ackerland. Die Brüder, Landschaftsgärtner und Naturschützer Hermann und Heinrich Benjes haben das Prinzip der Feldhecke in den 1980er-Jahren wiederentdeckt und publik gemacht. Vorteile der Benjeshecke: - Lebensraum für Tiere: Vögel, Igel, Frösche und andere Lebewesen - Zaunersatz - ökologischer Sicht- und Windschutz - nachhaltige Entsorgung von Schnittmaterial - kostengünstig - geringer Pflegeaufwand Eine Benjeshecke sollte mindestens eine Tiefe von einem halben bis einem Meter und eine Höhe von ein bis anderthalb Meter haben. Die Länge ist beliebig und richtet sich nach der Größe des Gartens. Wichtig: grobe Äste mit dünneren Zweigen gut vermischen. Dicke und schwere Äste nach unten legen, damit die Hecke nicht kopflastig wird und umfällt. Schnittgut von Brombeeren, Brennnesseln oder Kanadischer Goldrute sollte nicht in die Benjeshecke, weil sie sich zu stark ausbreiten.
- #97: Igel im Garten18.10., 10:0018.10.2024, 10:0000:16:39
Der Igel ist das Wildtier des Jahres 2024. Diese Auszeichnung sollte Grund zur Freude sein. Aber dem Igel geht es nicht gut, der Bestand sinkt stetig. Das liegt zum einen daran, dass Igel immer weniger Nahrung finden und zum anderen an den vielen lebensbedrohlichen Gefahren, etwa durch Mähroboter und Rasentrimmer. Wer einen verletzten Igel findet, kann sich an Igelvereine wenden. Sie wissen, wie man einem Igel in Not helfen kann. Wichtig: Keine verletzten Tiere einfach vor die Tür stellen! Es braucht genaue Angaben zum Fundort und Zustand des Tieres. Ziel der Vereine ist es, die Tiere gesund zu pflegen und dann wieder auszuwildern. Gartenredakteurin und Kleingärtnerin Nadine Witt hat mit Sandra Reichmann vom Verein Igelherzen Nordthüringen über die stacheligen Tiere gesprochen. Sie kümmert sich mit ihrem Verein ehrenamtlich um verletzte Igel und weiß, wie den Tieren im Garten geholfen kann.
- #96: Kürbis anbauen, ernten und lagern04.10., 10:0004.10.2024, 10:0000:19:39
Herbstzeit ist Kürbiszeit! Weltweit gibt es hunderte Kürbisarten und -sorten - rund 200 davon sind essbar, so wie der beliebte Hokkaido, die restlichen sind leider nur ungenießbare Zierfrüchte. Botanisch gesehen sind Kürbisse kein Gemüse, sondern Beerenfrüchte. Die Spanier haben sie im 16. Jahrhundert aus Lateinamerika nach Europa gebracht. Wie man Kürbisse im Garten anbaut, erntet und lagert, hat sich Gartenredakteurin und Kleingärtnerin Nadine Witt von Kürbisbauer Günther Linzer erklären lassen. Kleine Früchte haben festeres Fruchtfleisch und weniger Fasern sowie einen intensiveren Geschmack als große Früchte. Ein reifer Kürbis klingt beim Klopfen leicht hohl und hat einen verholzten Stiel. Die Erntezeit hängt von der Sorte und den Witterungsbedingungen ab. Nicht ausgereifte Kürbisse schmecken fad und welken, weil sich die Schale nicht vollständig ausgebildet hat. Früchte ohne Stiel können schneller faulen oder austrocknen und sind nicht lagerfähig. Kürbis sollte keine weichen Stellen oder Druckstellen haben. Sie sollten bei Temperaturen über 15 Grad Celsius gelagert werden. Minustemperaturen vertragen auch Dekokürbisse nicht. Kürbisse sind ein ertragreiches Gemüse mit den größten Früchten. Sie sind recht einfach im Anbau, man kann sie vielseitig zubereiten und gut lagern. Wer keinen Platz mehr im Beet frei hat, kann den Kürbis auf dem Kompost anbauen und sich das Düngen sparen. Kürbisse wachsen am besten an einem sonnigen, etwas geschützten Standort. Weil über die großen Blätter viel Wasser verdunstet und auch die Früchte einen hohen Wasserbedarf haben, sollte der Boden gleichmäßig feucht gehalten werden. Kürbisse wachsen auf humusreichen, gleichmäßig feuchten Böden und gehören zu den Starkzehrern und brauchen viele Nährstoffe. Sie sollten erst drei Wochen vor den Eisheiligen vorgezogen werden und dann ausgepflanzt werden, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist. Der Boden sollte im Frühjahr mit Kompost vorbereitet werden.
- #95: Gründüngung20.09., 10:0020.09.2024, 10:0000:11:03
Jetzt im Herbst kann man mit Pflanzen den Boden pflegen und verbessern. Und zwar mit Gründüngung. Viele Pflanzen sind in der Lage, auch schwierige Böden, die sandig oder sehr lehmig sind, langfristig ertragreicher zu machen. Gründüngung ist in vielen landwirtschaftlichen Betrieben ein fester Bestandteil der Kulturfolge und eine wichtige Stickstoffquelle. Auch im Haus oder Kleingarten kann man die wertvolle Bodenpflege durch Gründüngung anwenden. Was sie bewirkt und wieso sie auch im eigenen Garten eingesetzt werden sollte, das hört ihr in dieser Folge. Gartenredakteurin und Kleingärtnerin Nadine Witt unterhält sich mit Isolde Keil-Vierheilig von der Bayerischen Gartenakademie über die Bodenverbesserung mit Pflanzen. Bei der Gründüngung werden spezielle Pflanzen ausgesät, um eine Bodenverbesserung zu erreichen. Genaugenommen handelt es sich nicht um Dünger, sondern eher um einen Bodenpfleger. Zum Dünger wird das Ganze erst dann, wenn die Pflanzen später in den Boden eingearbeitet werden. Das fördert das Bodenleben und den Humusaufbau und macht den Gartenboden fruchtbarer. Vorteile der Gründüngung: - Verbesserung des Bodens - Bodenbedecker: lebendige Alternative zum Mulch - Schützt vor Verschlämmung - Wurzelmasse der Pflanzen lockert und belüftet den Boden - Schwere, tonige Böden werden durch tiefwurzelnde Pflanzen aufgebrochen - Bei schnell wachsenden Gründüngern, wie Senf oder Phacelia, wird auch das Aufgehen von Unkräutern unterdrückt - Schützt in Hanglagen gegen Erosion und Nährstoffauswaschung - Leguminosen, wie Klee oder Wicken reichern Stickstoff im Boden an Wirkung von Gründüngungspflanzen: - Sonnenblume, Lupine oder Ölrettich lockern und durchlüften den Boden - Tagetes und Ringelblumen können Fadenwürmer vertreiben - Leguminosen wie Klee, Wicken oder Lupinen, liefern Stickstoff - Mehrfachnutzen: aus Ringelblume, Malve oder Sonnenblume kann man Tee machen, Senf, Kresse, Feldsalat, Spinat oder Erbsen kann man essen. Sonnenblumen, Malven, Phacelia, Klee oder Senf sind nützlich für Insekten und Nützlinge. Diese Pflanzen eignen sich als Gründünger: - Ackerbohne: Stickstoffsammler, Tiefwurzler, winterhart, Aussaat: März bis Juni - Buchweizen: Bienenweide, rasche Bodenbedeckung, Aussaat: Mai bis August - Feldsalat: winterhart, viel Wurzelmasse, Aussaat: August bis September - Gelbsenf: schnellwachsend, gute Durchwurzelung, Aussaat: März bis September - Hafer: Aussaat: März bis August - Kresse: schnellwachsend, Aussaat: März bis September - Inkarnatklee: winterhart, Stickstoffsammler, Aussaat: März bis August - Lein: gute Bodenlockerung, Aussaat: April bis Juli - Lupinen: Stickstoffsammler, Tiefwurzler, Aussaat: April bis August - Ölrettich: Tiefwurzler, viel Grünmasse, Aussaat: Mai bis September - Persischer Klee: Stickstoffsammler, Bienenweide, Aussaat: April bis August - Phacelia: Bienenweide, Aussaat: März bis September - Ringelblume: hilft gegen Nematoden, Aussaat: März bis August - Sommerwicke: Unkrautunterdrückung, Stickstoffsammler, Aussaat: Mai bis August - Sonnenblume: Tiefwurzler, zieht Schadstoffe aus dem Boden, Aussaat: April bis Juli - Spinat: winterhart, Aussaat: März bis September - Tagetes: hilft gegen Nemathoden, Aussaat: Mai bis August - Winterraps: Tiefwurzler, winterhart, Aussaat: September bis Oktober - Winterroggen: winterhart, gute Durchwurzelung, Aussaat: September bis Oktober - Zottelwicke: winterhart, Stickstoffsammler, Aussaat: September bis Oktober
- #94: Efeu06.09., 10:0006.09.2024, 10:0000:16:08
In jedem Garten sollte Efeu wachsen! Dafür plädiert der berühmte Kriminalbiologe und Insektenexperte Dr. Mark Benecke. Mit ihm hat Kleingärtnerin Nadine Witt über diese Superpflanze gesprochen. Zum Teil verschrien als Grabpflanze, bietet Efeu Nahrung und Wohnung für viele Insekten und Vögel. Efeu ist eine wertvolle Pflanze und wegen seiner Langlebigkeit ein Symbol der Liebe. Wo Efeu her kommt und noch mehr Wissenswertes, das hört ihr in dieser Folge.
- #93: Waschbär-Alarm23.08., 10:0023.08.2024, 10:0000:26:27
Was mache ich, wenn ich einen Waschbären im Garten habe? Diese Frage beschäftigt aktuell Kleingärtnerin Nadine Witt. In ihrem Garten treibt ein Waschbär sein Unwesen und jetzt stellt sich die Frage: Was tun? Waschbären gelten in der EU als invasive Art. Sie übertragen Krankheiten, haben bei uns keine natürlichen Feinde und bedrohen als Allesfresser unser Ökosystem. Waschbären sind zudem nicht ungefährlich. Soll man mit ihnen in wilder Wohngemeinschaft leben oder sie bekämpfen? Darüber spricht Nadine Witt mit Jagdberater Thomas Werneburg in dieser Podcastfolge.
- #92: Pool im Kleingarten09.08., 10:0009.08.2024, 10:0000:25:26
Es ist Sommer, es ist warm, da möchte sich jeder gern mal abkühlen. Viele haben einen Pool im Garten stehen. Aber geht das so ohne weiteres? Wie groß darf der Pool im Kleingarten sein, was passiert mit dem Wasser, wenn es nicht mehr so schön ist und darf der Pool über den Winter stehen bleiben? Diese und noch viel mehr Fragen hat Kleingärtnerin Nadine Witt mit Sven Wachtmann besprochen, er ist Diplom Ingenieur für Gartenbau und Landesgartenfachberater vom Landesverband Berlin der Gartenfreunde. Pools in Kleingartenanlagen haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen, schließlich werden sie relativ günstig angeboten. Laut Kleingartengesetz darf ein Pool nicht größer als 3,60 Meter im Durchmesser und maximal 90 Zentimeter hoch sein und darf nur aufgestellt, nicht eingegraben werden. Bevor ein Pool aufgestellt wird, sollte man den Gartenvorstand fragen und im Unterpachtvertrag bezeihungsweise der Gartenordnung nachschauen. Die Regelungen können unterschiedlich von Kleingartenverein zu Kleingartenverein sein. Ein großer Pool fasst bis zu 9.000 Liter Wasser. Das ist Trinkwasser, das bei Wasserknappheit nicht den Pflanzen zur Verfügung steht. In besonders trockenen Sommern können Wasserentnahmesperren angeordnet werden. Gebrauchtest Poolwasser ist Abwasser und muss laut §54 Wasserhaushaltsgesetz entsorgt werden, sprich abgepumpt und abtransportiert werden. Das Wasser darf nicht einfach abgelassen werden, weil Chlor und andere Rückstände (unter anderem von Sonnencreme) im Wasser sind.
- #91: Laufenten im Garten23.07., 13:2823.07.2024, 13:2800:23:56
Der feuchtwarme Sommer ist ein Paradies für Nacktschnecken. Sie sind zu einer richtigen Plage geworden. Kleingärtnerin Nadine Witt sammelt sie jeden Abend eimerweise aus dem Garten. Wer die Schnecken nicht mit kochendem Wasser übergießen will und auf Schneckenkorn verzichten möchte, für den sind Laufenten vielleicht eine Alternative. Was bei der Haltung der Schneckenfresser alles zu beachten ist und warum das Konzept "Mietente" nicht zu empfehlen ist, das erklärt Markus Kollhoff, Vorsitzender des Sondervereins der Laufentenzüchter Deutschlands e.V. in dieser Folge. Laufenten sind in Privatgärten erlaubt. In Kleingartenanlagen braucht es aber eine Genehmigung, da es sich um Tierhaltung handelt. Die Enten müssen zudem beim Veterinäramt gemeldet werden. Von Mietenten ist dringend abzuraten! Die Tiere brauchen eine gewisse Zeit, um sich einzuleben. Der Erfolg der Schneckenbekämpfung stellt sich meist erst nach einem Jahr ein. Fazit: Laufenten sind nützliche Helfer bei der Bekämpfung von Nachtschnecken, aber sie sind wie Haustiere. Deshalb: Prüfen, ob die Haltung im Garten machbar ist, Stall und Wasserstelle bereit stellen, Garten einfrieden, täglich vor Ort sein und beim Züchter beraten lassen.
- #90: Schlüssellochbeet10.07., 10:1010.07.2024, 10:1000:13:49
Schlüssellochbeete werden seit einigen Jahren in Trockengebieten Afrikas verwendet. Diese Hochbeetform schützt vor Tierfraß, führt den angebauten Pflanzen Nährstoffe zu und reduziert die Wassermenge. Als Basis unter der Erde werden Lagen aus Stroh und Kompost eingearbeitet, die das Wasser besser halten. Im Zentrum des Beetes befindet sich eine Art Korb, in dem die Küchenabfälle und das Brauchwasser der Familie entleert werden können. Somit werden die Pflanzen von unten bewässert. Gerade in Trockenzeiten spart dies viel Wasser. Diese Beetform eignet sich für Permakultur. In Gebieten mit großer Sommerhitze und wochenlanger Trockenheit ist der Schlüssellochgarten hervorragend geeignet. Bauanleitung: Größe: Kreisrunde Fläche – nicht größer als 2 m Durchmesser! Höhe: ein Meter empfehlenswert. Die Außenwand kann aus Steinen, Metall oder anderen Materialien bestehen, die den Druck der nassen Erde Stand halten. Als innerer Korb kann ein Weidengeflecht dienen, aber auch ein festes Gitter oder Hasendraht. Der Korb soll immer höher sein als die Außenwand - Die Innenseite der Außenwand und die Außenseite der „Kompostkorbes“ mit Wellpappe oder Kartonagen auskleiden. Unterboden lockern, darauf kommen dünne Zweige, Kompost, zerkleinerte Kartonagen oder Papier. Die letzten 15 cm werden mit guter Erde aufgefüllt. Z.B. mit Gartenerde oder eine Mischung aus Gartenerde, Kompost und gekaufter Erde
- #89: Rosenpflege28.06., 10:0028.06.2024, 10:0000:11:32
Rosen richtig schneiden Der erste Schnitt erfolgt im März/April, während der Kirschblüte oder wenn die Forsythie blüht. Alle abgestorbenen, kranken oder schwachen Rosen- und Wildtriebe abschneiden. Im Sommer kommen regelmäßig verblühte Blüten herunter. Verwelkte Rosenblüten werden bis kurz vor dem ersten voll ausgebildetem Blatt abgeschnitten. Rosen düngen Im Frühling brauchen Rosen Dünger. Dann wachsen sie besser und bilden mehr und schönere Blüten. Als Starkzehrer haben sie einen erhöhten Nährstoffbedarf. Im Februar und März ist organischer Dünger aus Kompost, Hornspänen oder Humus die richtige Wahl. Im Sommer dann mineralischer Rosendünger. Vorsicht bei Stickstoff – der fördert das Wachstum der Rosen, aber eine Überdosis macht die Rosen anfälliger für Mehltau und Pilzbefall. Magnesium fördert das Blattgrün, Phosphor sorgt für schöne Blüten. Bei übersäuerten Böden hilft Algenkalk, den pH-Wert wieder in Balance zu bringen. Als Dünger eignet sich auch Kochwasser von Gemüsegerichten, wie zum Beispiel Broccoli, Blumenkohl oder Spargel. Nach dem Abkühlen einfach zum Gießen der Rosen verwenden. Rosen richtig gießen Rosen brauchen regelmäßig Wasser. Am besten aus der Regentonne. Vorsicht bei Staunässe! Lieber durchdringend wässern, dafür aber seltener. Am besten in den frühen Morgenstunden oder später am Abend gießen und nicht auf die Blätter, das fördert Pilzbildung. Die Blätter können so auch verbennen. Winterschutz Rosen werden zum Winterschutz am besten mit Erde angehäufelt. Stroh und Laub sind auch gut. Wichtig ist, dass die Veredelungsstelle vor Frost geschützt wird. Sobald es frostfrei ist, wird wieder abgehäufelt.
- #88 Hecken und Zäune11.06., 12:2511.06.2024, 12:2500:18:44
Die Vorgaben im Kleingarten sind eindeutig. Die Außeneinfriedung der Kleingartenanlage sowie Sichtschutzblenden und Sichtschutzpflanzungen innerhalb der Kleingärten an Sitzflächen dürfen eine Höhe von 1,80 Meter nicht überschreiten. Einfriedungen zu den Gemeinschaftsflächen und zu den angrenzenden Kleingärten dürfen nicht höher als 1,20 Meter sein. Wenn die Hecke einen Außenbereich abgrenzt, wie z.B. eine Straße, einen Parkplatz oder das Ende der Gartenanlage, darf die Hecke bis zu zwei Meter hoch wachsen. Je nach Gartensatzung darf der Zaun zwischen den Gärten nicht höher als 80 oder 120 Zentimeter sein. Klingt ganz schön kompliziert. Doch damit ist es nicht getan. Denn auch der Abstand der Hecke zum Zaun ist geregelt, ob sie durch den Zaun wachsen dürfen und viele weitere Dinge. Kleingärtnerin Nadine Witt hat sich von Sven Wachtmann, Landesgartenfachberater vom Landesverband Berlin der Gartenfreunde, erklären lassen, welche Regeln es gibt und wie sich trotz der Vorschriften ein netter Sichtschutz gestalten lässt. So können beispielsweise Kübelpflanzen als saisonaler Sichtschutz dienen.
- #87: Mehrjähriges Gemüse anbauen31.05., 10:0031.05.2024, 10:0000:17:37
Einmal anbauen und immer wieder ernten - das gelingt mit mehrjährigem Gemüse. Gartenexpertin Isolde Keil-Vierheilig von der Bayerische Gartenakademie stellt im Podcast mit Kleingärtnerin Nadine Witt einige Arten vor und gibt Tipps zum Anbau von mehrjährigem Gemüse. Dazu gehören: Rhabarber Meerrettich Grüner Spargel Artischocke Bärlauch Topinambur Weitere tolle Gemüsepflanzen findest du in unseren Bildergalerien zu mehrjährigem Blattgemüse und mehrjährigem Wurzelgemüse.
- #86: Wasser sammeln im Frühjahr14.05., 21:1114.05.2024, 21:1100:20:23
Wasser ist kostbar und in heißen Sommern braucht der Garten besonders viel Wasser. Damit wir unseren Geldbeutel schonen und kein wertvolles Leitungswasser verschwenden, können wir einfach Regenwasser sammeln. Kleingärtnerin Nadine Witt hat sich ein paar Tipps von Florian und Deborah Hucht geholt. Die beiden sind Hobbygärtner, Gartenbuchautoren und Gartenblogger aus Hamburg. Sie sammeln Regenwasser über die Dachflächen von Laube, Schuppen oder Gewächshaus in Regentonnen und einem großen IBC-Container. Der kann mit Holz oder Kletterpflanzen verkleidet werden. So sieht er im Garten gleich schöner aus. Damit das Wasser an die Pflanzen gelangt, muss es aus der Tonne geschöpft werden. Alternativ kann die Regentonne erhöht stehen, sodass das Wasser aus einem Hahn gezapft werden kann. Wer Strom im Garten hat, kann auch eine Wasserpumpe nutzen. Ein Überlauf oder ein einfacher Gartenschlauch in der Tonne sorgen dafür, dass überschüssiges Wasser direkt an die richtigen Stellen im Garten geleitet wird. Wichtig ist nur: Die Regentonne sollte zu sein, damit Tiere nicht hineinfallen oder ertrinken können. Ist das nicht möglich, kann eine Ausstiegshilfe hineingestellt werden. Damit das Wasser langsam in die Erde sickert und die Wurzeln genug Zeit haben, es aufzunehmen, können folgende Tipps helfen: Damit das wertvolle Wasser nicht einfach verdunstet und den Pflanzen stetig zur Verfügung steht, helfen ein paar Tricks: Mulchen: So verdunstet weniger Wasser im Boden und er bleibt immer leicht feucht Ollas eingraben: 5 bis 6 Liter reichen etwa für eine Woche Bevor der Winter anbricht sollten die Ollas unbedingt ausgegraben und geleert werden. Auch die Regentonne muss geleert werden. Sonst würde das Wasser gefrieren. Dabei dehnt es sich aus und die Tonne platzt.
- #85: Mähfreier Mai - Darum ist er so wichtig03.05., 10:0003.05.2024, 10:0000:14:51
Ihr habt bestimmt schon von der Aktion "Mähfreier Mai" gehört - die gibt es in England seit 2009 und seit 2021 auch bei uns in Deutschland. Dank der Deutsche Gartenbau-Gesellschaft (DGG) 1822 e. V. und der Gartenakademie Rheinland-Pfalz, die jedes Jahr zum mähfreien Mai aufrufen, um einen Beitrag für den Naturschutz zu leisten. Das heißt, einen Monat den Rasenmäher stehen und den Rasen wachsen und sich entwickeln zu lassen. Es ist erstaunlich, wie viele Wildkräuter im Rasen sind und wie schön der nach kurzer Zeit blüht. Warum gerade im Mai nicht gemäht werden soll, welche Insekten davon profitieren und wie praktikabel das Nichtmähen im Kleingarten ist, darüber hat Kleingärtnerin Nadine Witt mit Bettina de la Chevallerie gesprochen, der Geschäftsführerin der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 1822 e.V. Der Mai ist der Monat, in dem die meisten Wildpflanzen blühen, Insekten auf Nahrungssuche sind und nach Nistplätzen Ausschau halten. Jeder kann den eigenen Garten in einen Ort der Vielfalt verwandeln - durch Nichtstun.