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Holger ruft an

Übermedien

News · Society & Culture · TV & Film

263 Episoden · neueste 08.10.

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Episoden

263
  1. Holger ruft an .... wegen Hintergrundgesprächen
    17.05., 11:2000:14:07

    Worum geht es in „vertraulichen Runden“ von Politik und Medien wirklich? In Ministerien und Bundesbehörden sind Hintergrundgespräche mit ausgewählten Medien Usus. Der "Tagesspiegel"-Journalist Jost Müller-Neuhof sieht das kritisch, weil weder transparent ist, wer eingeladen wird, noch, worüber genau gesprochen wird – obwohl das, was besprochen wird, oft nicht wirklich vertraulich ist. Im Gegenteil, erklärt Müller-Neuhof im Übermedien-Podcast: "Wir wissen alle, dass diese vertraulichen Gespräche auch darauf angelegt sind, dass die Öffentlichkeit hintenrum doch irgendwie informiert werden soll. Es soll nur nicht so aussehen, als sei es die Bundesregierung oder ein Vertreter der Bundesregierung oder irgendein anderer behördlicher Akteur aus einer Regierungsstelle, der diese Informationen verteilt. Es soll so aussehen, als sei das ein Recherche-Ergebnis von Journalistinnen und Journalisten." Dieses "Geschäft" helfe beiden Seiten, so Müller-Neuhof: Journalisten könnten sagen, sie hätten etwas enthüllt oder als erste berichtet. Und die Politik nutze die Glaubwürdigkeit der Journalisten, um gezielt Information in die Öffentlichkeit zu bringen, ohne selbst als Urheber zu erscheinen. Werden Journalisten hier instrumentalisiert? Was ist über die Hintergrundgespräche überhaupt bekannt? Wer ist dabei? Und welche Rolle spielt eigentlich Kanzerlamtschef Wolfgang Schmidt, der laut Bericht des "Tagesspiegels" seit kurzem nicht mehr zu solchen Runden einlädt? Links: Keine verschwiegenen Runden mehr im Kanzleramt: Scholz-Vertrauter stoppt Treffen mit Journalisten ("Tagesspiegel") Welche Medien informiert der BND?: Der Geheimdienst hat ein Geheimnis weniger ("Tagesspiegel") ZDF-Magazin zur "Cum-Ex"-Steueraffäre und Wolfgang Schmidt

  2. Holger ruft an ... wegen Italien
    08.05., 19:5100:46:40

    Wie gefährlich ist Ministerpräsidentin Meloni für Italiens Medien? Anfang dieser Woche sind zahlreiche Journalist:innen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt Rai in Italien in den Streik getreten, um gegen den Einfluss der Politik auf ihre Arbeit zu protestieren. Seit Oktober 2022 regiert mit Giorgia Meloni von der rechtsradikalen Partei „Fratelli d’Italia“ eine selbsternannte „Postfaschistin“ das Land. Dass ein Regierungswechsel in Italien Einfluss auf wichtige Posten bei der Rai hat, ist nichts Neues, erklärt Sebastian Heinrich, Politikjournalist und Podcaster, diese Woche im Gespräch mit Holger Klein. In der Berichterstattung über Italien entstehe oft der Eindruck, „als würde Meloni etwas vollkommen Unerhörtes tun, indem sie so in die Rai reinregiert“, sagt Heinrich. Dieses Problem gebe es in Italien schon seit Jahrzehnten. Eine Reform der Rai sei aus Heinrichs Sicht „absolut überfällig“. Doch der politische Wille habe immer gefehlt. Nicht erst, seitdem Meloni an der Macht ist. Wie funktioniert das italienische Mediensystem? Wie sieht die Einflussnahme der Politik auf Medien genau aus? Und welche Fehler machen deutsche Medien bei der Berichterstattung über Italien immer wieder? Darüber sprechen Holger Klein und Sebastian Heinrich diese Woche im Übermedien-Podcast. Links: Medien schreiben sich das erste Amtsjahr von Giorgia Meloni schön "Kurz gesagt Italien" – Podcast von und mit Sebastian Heinrich Zensurvorwurf gegen Italiens Regierungschefin (tagesschau.de)

  3. Holger ruft an ... wegen der "AKW-Files"
    03.05., 10:3000:19:40

    Sind die "AKW-Files" nur die nächste Anti-Habeck-Kampagne? Vor einer Woche hat der "Cicero" seine Recherche zu den sogenannten "AKW-Files" veröffentlicht. In den Akten, die das Magazin teilweise freiklagen musste, geht es um Vorgänge im Wirtschafts- und im Umweltministerium vor zwei Jahren und die Frage: Sollten die Laufzeiten der Atomkraftwerke, die zu diesem Zeitpunkt noch am Netz waren, verlängert werden? Wirtschaftsminister Robert Habeck versprach damals – zu Beginn des Ukraine-Krieges und zum Höhepunkt der Gaskrise – eine ideologiefreie Prüfung dieser Frage. Doch die habe es laut "Cicero" eben nicht gegeben – auch wenn die Laufzeiten letztendlich um dreieinhalb Monate verlängert wurden. Empfehlungen und Einschätzungen von Fachleuten in den Ministerien seien entweder nicht nach oben durchgedrungen oder verfälscht worden, so der Vorwurf. Von Täuschung ist im Artikel die Rede, und von einem "filzartigen Netzwerk" der Grünen, das die deutsche Energiepolitik beherrsche. Während die einen, darunter auch "Bild", die "Cicero"-Recherche als große Enthüllung feiern, sind andere der Ansicht, dass hier normale Behördenvorgänge zu einem Skandal aufgebauscht werden. Auch Malte Kreutzfeldt, Energie- und Wirtschaftsjournalist bei "Table Media"m hält die Aufregung um die "AKW-Files" für übertrieben. Was liest er aus den Akten, die der "Cicero" veröffentlicht hat? Wie nimmt er die Mediendebatte darüber wahr? Und warum scheinen Teile der deutschen Medien sich immer wieder auf Habeck einzuschießen? Darüber sprechen Holger Klein und Malte Kreutzfeldt diese Woche im Übermedien-Podcast. Links: Wie die Grünen beim Atomausstieg getäuscht haben ("Cicero"-Recherche) Streit um Atomausstieg – Wer in Berlin wirklich das Sagen hat (FAZ) Der Puls sinkt schon wieder (Analyse in der "Zeit") Warum der "Nicht-Skandal" für Robert Habeck trotzdem gefährlich sein könnte (Kommentar bei "t-online") Malte Kreutzfeldt bei "Table Media"

  4. Holger ruft an ... wegen Videospielen
    26.04., 13:0500:23:44

    Sind Games-Journalisten alle gekauft? Wer selbst keine Videospiele spielt, verwechselt Gaming vielleicht erst mal mit einer Nische für Nerds. Aber von wegen: Gaming ist schon lange ein Milliardenmarkt und eine Kulturtechnik, die genauso seriöse und kritische Berichterstattung verdient wie Literatur, Filme oder Musik. Gerade in dieser Branche aber ist die Nähe zwischen Journalist:innen und den Herstellern, über die sie berichten, oft sehr groß. Wer über ein aktuelles Spiel schreiben will, ist darauf angewiesen, vorab kostenlose Testmuster von den Studios zu bekommen. Und mit den großen Produktionsfirmen will es sich keiner verscherzen, weil sie wichtige Anzeigenkunden für die jeweiligen Magazine sind. Hinzu kommen gesponserte Pressereisen und Geheimhaltungsvereinbarungen mit den Studios, so genannte NDAs. Wie unabhängig sind also Gaming-Medien? Und wie frei können Gaming-Journalist:innen berichten? Dieser Frage ist Maximilian Fischer für seinen Report "Independence Game" nachgegangen. Seine Recherchen zum Thema wurden mit dem Greenhouse Fellowship unterstützt, einem Angebot des Netzwerks Recherche und der Schöpflin Stiftung. Im Übermedien-Podcast spricht Holger Klein mit ihm über die Bedeutung des Videospiel-Journalismus, die Arbeitsbedingungen und darüber, was kleine, publikumsfinanzierte Indie-Medien anders machen. Maximilian Fischer hat Filmwissenschaft und Mediensoziologie studiert. Nach seinem Volontariat an der Burda Journalistenschule und bei der Programmzeitschrift "TV Spielfilm" arbeitet er heute unter anderem als freier Journalist und Referent für Medienkompetenz. Über Videospiele schrieb er für das "GAIN Magazin", die "Berliner Zeitung" und "ZEITjUNG". Links Report: Independence Play – Wie der Videospieljournalismus um seine Unabhängigkeit kämpft Fünfteiliger Podcast zum Report "Game over" – SZ-Artikel über den bröckelnden kritischen Videospielejournalismus Krise der Gaming-Magazine ("taz") Gamespodcast "The Pod"

  5. Holger ruft an ... wegen §353d StGB
    17.04., 11:4500:18:17

    Warum legt man es als Journalist darauf an, angeklagt zu werden? Im Oktober steht der Journalist Arne Semsrott in Berlin vor Gericht. Semsrott hatte auf der Seite „Frag den Staat“ im vergangenen Jahr Gerichtsbeschlüsse eines laufenden Verfahrens gegen die „Letzte Generation“ veröffentlicht. Das ist in Deutschland verboten. Wegen Verstoßes gegen Paragraf 353d droht ihm nun eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr. Das Besondere an diesem Fall ist: Semsrott hat es auf ein Strafverfahren angelegt. Er ist der Ansicht, der Paragraf sei verfassungsrechtlich- und europarechtswidrig und schränke die Pressefreiheit ein. Er habe die Beschlüsse veröffentlicht, weil er überzeugt sei, „dass es ein sehr großes öffentliches Interesse gibt an diesem Verfahren zur 'Letzten Generation“, sagt Semsrott im Übermedien-Podcast. Man die brauche diese Beschlüsse, "um das gut debattieren zu können". Was erhofft er sich von dem Verfahren? Was, wenn er verurteilt wird? Und machen es andere europäische Länder besser? Darüber sprechen Holger Klein und Arne Semsrott diese Woche bei "Holger ruft an…". Transparenzhinweis: Übermedien hat bei einer Klage gegen die Bremer Landesmedienanstalt "brema" mit "Frag den Staat" zusammengearbeitet. Links: Gerichtsbeschlüsse zur "Letzten Generation" – Veröffentlicht bei "Frag den Staat" Anklage gegen Arne Semsrott zugelassen (LTO) Gesellschaft für Freiheitsrechte über das Abhören der "Letzten Generation" Veröffentlicht die Dokumente! Kommentar von Arne Semsrott bei Übermedien

  6. Kommt der Bundeskanzler zu spät zur TikTok-Party?
    12.04., 08:0500:24:28

    Holger ruft an ... wegen Olaf Scholz bei TikTok Jetzt ist also auch Olaf Scholz bei TikTok. Seit Dienstag postet das @teambundeskanzler auf der Social Media-Plattform Videos, die – bis auf ein Statement zu den Dönerpreisen – eher unpolitisch sind. Tatsächlich geht es (bisher) mehr um die Aktentasche des Bundeskanzlers als um Politik. Aber das kann sich ja noch ändern. Während die AfD TikTok schon seit längerem sehr erfolgreich für sich nutzt, scheinen Olaf Scholz und Politiker anderer Parteien erst jetzt so richtig verstanden zu haben, dass sie die Plattform nicht den Rechtspopulisten und Rechtsextremen überlassen können. Im März verkündete SPD-Gesundheitsminister Karl Lauterbach die "Revolution bei TikTok" – auch wenn seitdem nicht viel passiert ist auf seinem Account. Aber kommt Scholz jetzt nicht zu spät? Immerhin stehen in wenigen Monaten mehrere Landtagswahlen an, im Juni ist Europawahl. Darüber spricht Holger Klein diese Woche im Übermedien-Podcast mit Marcus Bösch. Er ist Politikwissenschaftler, Medieninformatiker und schreibt einen regelmäßigen Newsletter darüber, wie man TikTok versteht. Was sagt er zu Scholz' spätem TikTok-Debüt? Wie funktioniert die Plattform eigentlich? Was macht sie so erfolgreich? Und haben Medien die Plattform eigentlich schon verstanden? Links: Die TikTok-Panik der deutschen Politik ("Spiegel") TikTok und X: Die Propagandawaffen der Hamas (Kolumne von Samira El Ouassil) Politische Parteien bei TikTok (WDR 5) Olaf Scholz bei TikTok

  7. Holger ruft an ... wegen Al Jazeera
    05.04., 16:5800:17:13

    Warum soll Al Jazeera in Israel verboten werden? Die arabische Mediengruppe Al Jazeera ist der israelischen Regierung schon länger ein Dorn im Auge. Nun hat das Parlament ein Gesetz beschlossen, mit dem ausländische Medien als Gefahr für die nationale Sicherheit verboten werden können. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat angekündigt, Al Jazeera in Israel abschalten zu lassen. Der Sender mit Sitz in Qatar berichtet ausführlich über das Leiden der Zivilbevölkerung im Gazastreifen, im Gegensatz zu israelischen TV-Sendern. Gleichzeitig verbreitet der Kanal ohne weitere Einordnung Hamas-Propaganda, auch zu den Gräueltaten des 7. Oktober. Al Jazeera erreicht nach eigenen Angaben 430 Millionen Menschen, nicht nur in der arabischen Welt. Der Sender hat weiterhin eigene Reporter vor Ort in Gaza, während ausländische Medien kaum Zugang zum Konfliktgebiet haben. Was erhofft sich die israelische Regierung von einem Verbot? Ist ihr Vorgehen gegen ausländische Medien legitim? Oder handelt es sich um einen gefährlichen Eingriff in die Pressefreiheit? Und wie politisch unabhängig ist Al Jazeera wirklich? Darüber spricht Holger Klein mit dem Politologen Asiem El Difraoui, der sich seit Jahren mit arabischen Medien und islamistischer Propaganda beschäftigt und das Verbot nicht für sinnvoll hält. Die Berichterstattung über den Konflikt in Gaza sei „klar tendenziös“ und der Sender müsse immer wieder kritisiert werden, aber er fülle auch große Informationslücken. Mit seinem freien Ton spiele er für die Bevölkerung in arabischen autoritären Staaten eine wichtige Rolle. Auch warum der Sender 1996 überhaupt gegründet wurde und wie nah er heute der Hamas steht, hören Sie in dieser neuen Folge von „Holger ruft an …“. Dr. Asiem El Difraoui ist Politologe, Dokumentarfilmer und Buchautor. 2015 hat er zusammen mit der Berliner Professorin Carola Richter den Sammelband „Arabische Medien“ herausgegeben, der einen wissenschaftlichen Überblick über arabische Mediensysteme und -entwicklungen gibt. Seine weiteren Forschungsschwerpunkte sind Dschihadismus, Islamismus und Internetpropaganda. El Difraoui ist Senior Associate bei der von ihm mitgegründeten Denkfabrik Candid Foundation, einer Non-Profit-Organisation in Berlin. Links Nach Beschluss der Knesset: Israel will Sender Al Jazeera abschalten - Tagesschau Schützenhilfe für die Hamas: Katarischer Sender Al Jazeera - Tagesschau Al Jazeera und die Hamas: "Der Holocaust war Allahs Rache an den Juden" (€) - FAZ Statement von Reporter ohne Grenzen zum Vorgehen der israelischen Regierung gegen Al Jazeera (Englisch) UN-Untersuchung zu Tod von Journalist in Libanon: Video-Journalist wurde durch israelischen Beschuss getötet - Tagesspiegel

  8. Holger ruft an ... wegen RKI-Files
    28.03., 12:4000:26:25

    Was steckt wirklich in den Corona-Protokollen? Vor etwa einer Woche hat das Onlinemagazin "Multipolar" die sogenannten RKI-Files veröffentlicht und damit neue Debatten um die Pandemiepolitik entfacht. Es handelt sich dabei um die internen Protokolle des Krisenstabs am Robert Koch-Institut (RKI) aus dem Zeitraum von Januar 2020 bis April 2021. "Multipolar" hatte die Freigabe auf Grundlage des Informationsfreiheitsgesetzes juristisch erstritten, das RKI selbst hatte sich lange dagegen gewehrt. Kommt nun der große Skandal ans Licht, den Maßnahmengegner schon lange hinter den politischen Entscheidungen der Pandemie vermuten? Oder steckt gar nicht viel Neues in den fast 2000 Seiten? Warum musste eigentlich ein bisher eher unbekanntes Magazin auf Herausgabe der Protokolle klagen? Wäre das nicht die Aufgabe großer Medien und renommierter Rechercheteams gewesen? Und was sagt es eigentlich über den Willen der Behörden, transparent die umwälzenden Erfahrungen der Coronazeit aufzuarbeiten, wenn das RKI die Veröffentlichung so vehement verweigerte? Über diese und andere drängende Fragen spricht Holger Klein mit dem freien Journalisten Martin Rücker. Er ist auf investigative Recherchen zu Gesundheitsthemen spezialisiert und hat in einem Beitrag für Riffreporter zuletzt Konsequenzen aus den RKI-Files gefordert – und zwar für Journalismus und Politik. Was er damit meint, hören Sie ebenfalls in dieser neuen Folge von "Holger ruft an …". Martin Rücker ist freier Journalist in Berlin. Sein Schwerpunkt sind investigative Recherchen aus den Themenfeldern Gesundheit und Ernährung. Rücker war bis Anfang 2021 Geschäftsführer der Verbraucherorganisation foodwatch, er schreibt unter anderem regelmäßig für die „Frankfurter Rundschau“. <li><a href="https://multipolar-magazin.de/artikel/rki-protokolle-2" target="_blank" rel="noopener">Mehr als tausend Passagen geschwärzt: Multipolar veröffentlicht freigeklagte RKI-Protokolle im Original</a> (Multipolar)</li> <li><a href="https://multipolar-magazin.de/artikel/rki-protokolle-1" target="_blank" rel="noopener">"Es soll hochskaliert werden"</a> (Multipolar)</li> <li><a href="https://www.tagesschau.de/faktenfinder/kontext/rkifiles-corona-100.html" target="_blank" rel="noopener">Die RKI-Files und der Skandal, der keiner ist</a> (tagesschau.de)</li> <li><a href="https://www.riffreporter.de/de/gesellschaft/rki-files-protokolle-krisenstab-corona-transparenz-amtsgeheimnis" target="_blank" rel="noopener">RKI-Protokolle zur Coronapolitik: Der andere Skandal</a> (Kommentar von Martin Rücker bei RiffReporter)</li> <li><a href="https://www.stern.de/panorama/wissen/-multipolar---wer-steckt-hinter-dem-onlinemagazin--34574616.html" target="_blank" rel="noopener">Multipolar – Wer steckt hinter dem Onlinemagazin?</a> (stern.de)</li>

  9. Holger ruft an ... wegen rechten Medienstrategien
    22.03., 16:5300:17:21

    Gehen Medien den Rechten auf den Leim? In dieser Woche gab die Stadt Potsdam bekannt, dass sie ein bundesweites Einreiseverbot gegen den österreichischen Rechtsextremen Martin Sellner erwirkt habe. Der langjährige Sprecher der "Identitären Bewegung" kann also ab sofort von der Bundespolizei an der Einreise in die Bundesrepublik gehindert werden. Tatsächlich waren Sellners diverse Grenzübertritte bereits in der jüngeren Vergangenheit immer wieder zum Gegenstand öffentlichkeitswirksamer Inszenierungen geworden. Ende Januar reiste er etwa nach Passau – laut eigener Aussage, um zu prüfen, ob bereits ein Einreiseverbot gegen ihn vorlag. Am Samstag wurde er bei einem rechtsextremen Treffen in der Schweiz von Polizisten abgeführt und des Landes verwiesen. Immer dabei: die Kamera für den Livestream. Und leider auch oft dabei: Medien. Sie berichten ausführlich über Sellners Ankündigungen oder begleiten seine Versuche gar vor Ort. Die Selbstinszenierungen eines Rechtsextremisten werden so zu einem Medienspektakel. "Sellner hat verstanden, dass Medien und er teilweise dieselben Interessen haben: Aufmerksamkeit", sagt Natascha Strobl im Gespräch mit Holger Klein. Die österreichische Autorin und Rechtsextremismusexpertin warnt Medien daher eindringlich davor, in Sellners Falle zu tappen. Denn so würden sie unweigerlich zur Erfüllung seiner weiteren Ziele beitragen: Markenbildung und Normalisierung. In dieser neuen Folge unseres Podcasts "Holger ruft an …" spricht Strobl nicht nur über den medialen Umgang mit Sellner, sondern auch über die allgemeinen Probleme in der Berichterstattung über die extreme Rechte. Immer wieder gäbe es etwa Home-Storys, Porträts oder Titelinterviews, die vor allem von der journalistischen "Lust am Verbotenen" getrieben seien. Man wolle damit zeigen, was man sich als Medium so traue, meint Strobl. Letztlich müssten diese vermeintlichen Versuche der "Entzauberung" aber immer scheitern. Natascha Strobl, geboren 1985 in Wien, ist Politikwissenschaftlerin und Publizistin. Ihr Buch "Radikalisierter Konservatismus. Eine Analyse" war ein Bestseller und wurde 2021 mit dem Bruno-Kreisky-Preis für das Politische Buch (Anerkennungspreis) ausgezeichnet. Links: Sellner darf nicht mehr nach Deutschland einreisen – tagesschau.de Rechtsextreme Medienguerilla: Wie Medien das Spiel von Martin Sellner mitspielen – Beitrag von Natascha Strobl bei moment.at "Eine sorgfältig vorbereitete Geschichte, die extra für die Medien geschrieben wurde." – Thread von Republik-Redakteur Basil Schöni auf X Polizei-Einsatz um Martin Sellner im Aargau – NZZ.de

  10. Holger ruft an ... wegen Kate
    15.03., 11:5500:23:53

    Was ist das für ein royales Kommunikations-Desaster? Seit Wochen rätselt Großbritannien (und der Rest der Welt) über den Zustand von Prinzessin Kate. Im Dezember hatte sie ihren letzten öffentlichen Auftritt. Wie der Kensington Palast mitteilte, sei sie für eine OP im Krankenhaus gewesen. Klar, dass man sich nach so einem Eingriff erstmal erholen muss. Die Öffentlichkeit hat ein großes Interesse daran, wie es Kate geht und wo sie eigentlich ist. Gerade weil man so wenig weiß, werden in sozialen Medien die verrücktesten Theorien über die Prinzessin gesponnen. Dass das Thronfolgerpaar am vergangenen Wochenende ein dilettantisch bearbeitetes Glückliche-Familie-Foto von Kate ihren drei Kindern postete, machte alles noch schlimmer. Das sei ein absolutes "PR-Desaster" und ein "royaler Clusterfuck", sagt die ARD-Korrespondentin Annette Dittert im Übermedien-Podcast. Wie konnte es so weit kommen? Wie läuft der Informationsfluss zwischen Königshaus und britischer Presse eigentlich genau ab? Welche Kontrolle haben die Royals über die Medien? Und welche Theorie über Kates "Verschwinden" findet Annette Dittert am lustigsten? Darüber sprechen Holger Klein und Annette Dittert diese Woche in einer neuen Folge "Holger ruft an…". Links: Ehemalige "BuzzFeed"-Reporterin über Kate Middleton, Palast-PR und das Misstrauen in die Medien ("Nieman Lab") „Da sind mit Photoshop zwei, drei Fehler passiert“ – dpa-Fotochefin im "Tagesspiegel"-Interview "Newsweek" über das Verbot von Paparazzi-Fotos von Prinzessin Kate Warum ist der größte Skandal um Harry ein Skandal der Medien? (Übermedien-Podcast)

  11. Holger ruft an ... wegen RAF
    08.03., 21:5900:27:14

    Verkulten Medien die RAF immer noch? "Der Hype um die RAF ist immer auch medial vermittelt gewesen", sagt die Historikerin und Terrorismusforscherin Petra Terhoeven in dieser neuen Folge unseres Übermedien-Podcasts "Holger ruft an …". Und tatsächlich bestimmt die 1988 offiziell aufgelöste Terrorgruppe derzeit wieder einmal die Schlagzeilen. Anlass ist die Verhaftung von Daniela Klette. Sie wird zur sogenannten dritten Generation der RAF gezählt und war zusammen mit Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub seit mehr als 30 Jahren untergetaucht. Die Gruppe wird von den Behörden für zahlreiche bewaffnete und brutale Überfälle auf Supermärkte und Geldtransporter verantwortlich gemacht. Am 26. Februar war Klette nun in ihrer Berliner Wohnung festgenommen worden. Seitdem vergeht fast kein Tag ohne Push-Meldung und vermeintliche Neuigkeiten. Der Tagesspiegel ließ es sich etwa nicht nehmen, in einem Text Klettes Mobiliar vorzustellen. "Bettgestell aus Kiefer, Tische, Schränke": Die Wohnung sei insgesamt "unspektakulär" eingerichtet gewesen, zitiert die Zeitung dazu einen "Kenner". Zudem "nicht übermäßig geputzt, aber okay". Forscherin Terhoeven mahnt hingegen zu mehr medialer Zurückhaltung, vor allem wenn der Erkenntnisgewinn wie derzeit noch sehr gering sei. "Medien springen zu leicht über die Stöckchen der Behörden", sagt Terhoeven. Besonders wichtig in der Berichterstattung über die RAF sei zudem, die Täter nicht zu heroisieren, sowie die Taten nicht zu banalisieren und die Opferperspektive ausreichend zu berücksichtigen. Wie Terhoeven vor diesem Hintergrund Schlagworte wie "Rentner-RAF" beurteilt und wie sie die aktuell wieder sehr gefragte Expertise von Journalist und Buchautor Stefan Aust ("Der Baader-Meinhof-Komplex") einordnet, erläutert sie im Gespräch mit Holger Klein. Petra Terhoeven ist Professorin für europäische Kultur- und Zeitgeschichte an der Uni Göttingen. Längere Forschungsaufenthalte führten sie nach Oxford und Rom. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Geschichte von Faschismus und Terrorismus im 20. Jahrhundert, insbesondere der Linksterrorismus und seine politischen und gesellschaftlichen Folgen in der Bundesrepublik und Italien. Derzeit forscht sie zum Umgang der europäischen Gesellschaften mit den Betroffenen terroristischer Gewalt seit den 1970er Jahren. Zum 1. Oktober 2024 übernimmt sie die Leitung des Deutschen Historischen Instituts in Rom. Links: <li><a href="https://www.spiegel.de/panorama/justiz/daniela-klette-die-nette-frau-ivone-spiegel-rekonstruktion-zur-mutmasslichen-ex-raf-terroristin-a-b00a8fc4-e219-41cc-96a7-64a839d0f29d" target="_blank" rel="noopener">"Die nette Frau Ivone"</a> – Der "Spiegel" rekonstruiert, wie die RAF-Terroristin mitten in Berlin ein normales Leben führen konnte</li> <li><a href="https://wem-gebuehrt-unser-mitleid.uni-goettingen.de/" target="_blank" rel="noopener">"Wem gebührt unser Mitleid? Terrorismus-Opfer und Gesellschaft in der Moderne"</a> Forschungsprojekt der Uni Göttingen</li> <li><a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/raf-aufloesung-vor-25-jahren-linksextreme-gewalt-gestern-und-heute-dlf-kultur-fc5302bc-100.html" target="_blank" rel="noopener">Linksextreme Gewalt gestern und heute</a> – Interview mit Petra Terhoeven im Deutschlandfunk 25 Jahre nach der Auflösung der RAF</li>

  12. Holger ruft an ... wegen Krieg in der Ukraine
    01.03., 17:5500:29:51

    Haben zu viele Journalisten beim Thema Ukraine eine Schere im Kopf? Seit vielen Jahren berichtet der Kriegs- und Krisenreporter Moritz Gathmann aus der Ukraine – über den Euromaidan, die russische Annexion der Krim und den Krieg im Osten des Landes. Und auch seit der russischen Invasion vor zwei Jahren fährt er regelmäßig in das Land, um über die Ereignisse an der Front und das Schicksal der Menschen zu schreiben. Mediale Aufmerksamkeit für den Krieg in der Ukraine und Solidarität mit den Ukrainer:innen sind für Gathmann wichtig. Trotzdem sieht er die deutsche Berichterstattung über den Ukraine-Krieg immer wieder kritisch. Zu oft gebe es aus seiner Sicht keine Abgrenzung zwischen Aktivismus und Journalismus. Zu oft werde nur das berichtet, was dem positiven Bild der Ukraine dient. Es gebe viele „weiße Flecken“ in der Berichterstattung, sagt Gathmann im Übermedien-Podcast mit Holger Klein. Welche "weißen Flecken" sind das? Wie hat sich die Arbeit für ihn in den vergangenen Jahren verändert? Was können Medien besser machen? Hat er auch manchmal eine Schere im Kopf? Und wie verarbeitet er das, was er als Kriegsreporter erlebt? Darüber sprechen Holger Klein und Moritz Gathmann, der bereits Ende 2022 bei uns im Übermedien-Podcast zu Gast war. Links: <li><a href="https://uebermedien.de/77678/solidaritaet-mit-der-ukraine-darf-kein-filter-fuer-nachrichten-sein/">Solidarität mit der Ukraine darf kein Filter für Nachrichten sein</a> (Gastbeitrag von Moritz Gathmann bei Übermedien)</li> <li><a href="https://www.stern.de/politik/ausland/krieg-in-der-ukraine--wir-brauchen-durchhaltewillen--meinung--34486554.html">"Wenn wir jetzt wegschauen, endet der Ukraine-Krieg im Desaster"</a> (Kommentar von Moritz Gathmann im "Stern")</li> <li><a href="https://www.stern.de/politik/ausland/ukraine--zehn-jahre-krieg-im-land---ein-persoenlicher-rueckblick-34474820.html">Zehn Jahre Krieg in der Ukraine</a> – Ein persönlicher Rückblick von Moritz Gathmann im "Stern"</li> <li><a href="https://uebermedien.de/91231/machen-medien-wirklich-einen-fehler-wenn-sie-kiew-statt-kyiv-schreiben/">Machen Medien wirklich einen Fehler, wenn sie "Kiew" statt "Kyiv" schreiben?</a> (Interview)</li> <li><a href="https://www.zdf.de/nachrichten-sendungen/heute-in-europa/mariupol-nach-der-eroberung-100.html">Mariupol nach der Invasion</a> – ZDF-Beitrag des Korrespondenten Armin Coerper</li> <li>Kritik am ZDF-Beitrag: Tweets von <a href="https://twitter.com/peteralthaus/status/1752130446651982019">Peter Althaus</a> und <a href="https://twitter.com/ZhukovetsAnna/status/1752310395149185418?s=20">Anna Zhukovets</a></li>

  13. Holger ruft an ... wegen Whistleblowing
    22.02., 17:1100:26:41

    Wäre ein Fall Assange auch in Deutschland möglich? Julian Assange muss weiter bangen. Die womöglich letzten Anhörungen seiner Anwälte vor dem britischen High Court sind diese Woche über die Bühne gegangen, mit einer Entscheidung der Richter wird frühestens im März gerechnet. Im Falle einer Niederlage vor dem Gericht droht dem Wikileaks-Gründer die unmittelbare Auslieferung in die USA. Der Fall Julian Assange bewegt und polarisiert seit vielen Jahren die Öffentlichkeit – und ganz besonders den Journalismus. Denn obwohl Branchenverbände und einzelne Medien deutlich ihre Solidarität bekunden, fällt es vielen Journalistinnen schwer, Assange als einen der ihren zu akzeptieren. "Dieser Mann ist ein Gefährder" war diese Woche etwa ein Kommentar von Stefan Kornelius in der Süddeutschen Zeitung überschrieben. Immer wieder äußern daher Leserinnen und Zuschauer*innen den Eindruck, dass über Assanges Schicksal nicht "richtig" berichtet würde, Medien also die Bedeutung und Schwere des Unrechts an dem Australier nicht deutlich und laut genug herausarbeiten würden. Georg Mascolo hat 2010 als damaliger Chefredakteur des "Spiegel" gemeinsam mit New York Times und Guardian Veröffentlichungen auf Basis von Wikileaks-Enthüllungen verantwortet. Er glaubt, dass Medien durchaus angemessen und intensiv berichten würden. Dennoch spricht auch er im Übermedien-Podcast von einem "Grenzfall", da Assange ein Mensch gewesen sei, der "an Grenzen und darüber hinaus" gegangen sei: "Deshalb gibt es in dieser Sache eben auch Dinge, die man als Journalist auf keinen Fall verteidigen möchte." Welche das sind und warum die Anklage der US-Justiz laut Mascolo dennoch jedes Maß überschreitet und eine Gefahr für die Pressefreiheit darstellt, hören Sie in dieser neuen Folge von "Holger ruft an". Es geht im Gespräch mit Host Holger Klein aber auch um die Frage, ob ein Fall Assange auch in Deutschland möglich wäre. Wie gut also der deutsche Staat diejenigen schützt, die mit geheimen Informationen an die Öffentlichkeit gehen. Denn auch das erst nach langer Verzögerung verabschiedete deutsche Hinweisgeberschutzgesetz schließt Angelegenheiten der nationalen Sicherheit explizit aus der Schutzwürdigkeit aus. Mascolo warnt entsprechend davor, den aktuellen Fall ausschließlich als typisch US-amerikanisches Problem zu sehen: "Journalismus war in Deutschland noch nie wirklich gut geschützt, wenn es um Staatsgeheimnisse ging. Auch bei uns ist das Eis außerordentlich dünn." Georg Mascolo ist Investigativjournalist und Autor. Von 2014 und 2022 leitete er den Rechercheverbund von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung. Davor war er von 2008 bis 2013 Chefredakteur des "Spiegel". In dieser Zeit veröffentlichte das Nachrichtenmagazin in Kooperation mit internationalen Medien Material, das aus Wikileaks-Enthüllungen stammte. Links: Wikileaks-Gründer Assange: Entscheidung über Auslieferung wird noch dauern (tagesschau.de) Hinweisgeberschutzgesetz: Whistleblower-Netzwerk legt Beschwerde bei EU-Kommission ein (Netzpolitik)

  14. Holger ruft an ... wegen Perspektivenvielfalt
    10.02., 12:1800:19:25

    Haben die öffentlich-rechtlichen Sender einen „Links-Drall"? Medien wird immer wieder vorgeworfen, sie würden einseitig und nicht vielfältig genug berichten. Das geht von der Kritik, dass bestimmte Stimmen nicht zu Wort kämen oder bestimmte politische Parteien bevorzugt würden, bis hin zum pauschalen Vorwurf der "Lückenpresse". Zwar zeigt die Forschung, dass Menschen oft einfach das gegenteilige politische Lager als medial überrepräsentiert, das eigene aber als unterrepräsentiert wahrnehmen – spannend und brisant bleibt die Frage nach der Perspektivenvielfalt im Journalismus dennoch. Der Kommunikationswissenschaftler Pablo Jost hat mit weiteren Kollegen von der Uni Mainz eine Studie veröffentlicht, die Antworten liefern will. Darin haben sie die Inhalte öffentlich-rechtliche Nachrichtenformate mit denen privater Medien verglichen, um herauszufinden, wie vielfältig ARD und ZDF berichten: Um welche Themen geht es? Wer kommt zu Wort? Wie werden die politischen Akteure bewertet? Im Gespräch mit Holger Klein gibt Jost erst zwar grundsätzlich Entwarnung: "Es gibt keinen Grund zur Panik, wir haben in Deutschland ein sehr vielfältiges Mediensystem." Dennoch beinhaltet die Studie einige bemerkenswerte Ergebnisse, die unter anderem die "Bild" von einem "Links-Drall bei ARD und ZDF" titeln ließ – mit explizitem Bezug auf die Studie von Jost und seinen Kollegen. Die Forscher haben der Darstellung in "Bild" zwar bereits bei X in Teilen widersprochen. Und doch bleibt die Frage: Gibt es nun Tendenzen in der Berichterstattung, die als unausgewogen, einseitig oder bedenklich einzuordnen sind? Pablo Jost ist Kommunikationswissenschaftler und vertritt derzeit eine Professur für "Empirische Kommunikationswissenschaft" an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Zu seinen Forschungsinteressen gehören die Darstellung gesellschaftlicher Kontroversen in den Medien sowie die Kommunikation politischer Akteure und deren Anpassung an die Veränderungen in den digitalen Medien. Studie: Fehlt da was? Perspektivenvielfalt in den öffentlich-rechtlichen Nachrichtenformaten"

  15. Holger ruft an ... wegen Dschungelcamp
    01.02., 23:5400:27:21

    Wie arbeitet es sich als Perlentaucherin im Trash-TV-Sumpf, Anja Rützel? Anja Rützel ist die Frau, die aus dem RTL-Dschungelcamp ein Ereignis auch für Leute macht, die die Sendung nicht gucken. (Leute wie Holger Klein.) Für den „Spiegel“ sucht sie im Sumpf des Trash-TV nach Perlen für ihre Kolumnen. Wie kommt man zu so einem Job? Ist er ein Traum oder Knochenarbeit oder beides? Würde sie den ganzen Kram noch gucken, wenn sie nicht müsste? Und warum gucken immer noch so viele andere? Im Übermedien-Podcast spricht Anja Rützel darüber, wie sie sich eine Art „Trash-TV-Glotz-Persona“ erschaffen hat und viel mehr Distanzlosigkeit erlaubt, als sonst journalistisch notwendig wäre. An den Texten, die sie über Nacht schreiben muss, merke sie, wie sie älter wird, sagt sie: „Diese zwei Wochen Dschungel, das macht mich fertig einfach.“ Sie erklärt Holger Klein, wie die „konsequent durchdeklinierte Endverklappung“ der Reality-Show-Teilnehmer in den verschiedenen Shows funktioniert: „Idealerweise lernst du dich kennen beim ‚Bachelor‘, bist dann im ‚Sommerhaus der Stars‘, da fängt es dann schon ein bisschen an zu Rumpeln in der Beziehung, dann gehst du nach ‚Temptation Island‘, dort wirst du betrogen oder betrügst, dann trennt ihr euch, und dann gehst du zu ‚Prominent getrennt‘, wo getrennte Showbiz-Paare sich wieder zusammenraufen müssen.“ Neben der „blanken Gaff-Lust“ erfülle das Dschungelcamp noch andere Bedürfnisse: „Für mich ersetzt es die nachbarschaftlichen Kontakte, die mir zu anstrengend werden. Ich selbst bin wahnsinnig neugierig und interessiere mich für Menschen - möchte sie aber nicht so gerne treffen.“ Außerdem verrät Anja Rützel, wer ihrer Meinung nach die diesjährige Staffel „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ gewinnen wird - und wer sie gewinnen sollte. Die Gesprächspartnerin: Anja Rützel schreibt vor allem für den „Spiegel“ über Trash-TV und Pop. In ihrem Podcast "Verbrechen am Fernsehen" urteilt sie mit Gästen über schlechtes Fernsehen. Sie hat Bücher über Einsamkeit, Take That, Trash-TV und die Hunde berühmter Menschen geschrieben und lebt mit ihrem Hund Juri in Berlin.

  16. Holger ruft an ... wegen Zukunftsrat
    27.01., 13:1700:20:39

    Wird der öffentlich-rechtliche Rundfunk jetzt wirklich grundlegend reformiert? In der vergangenen Woche hat der Rat für die zukünftige Entwicklung für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk seine Empfehlungen veröffentlicht, wie ARD, ZDF und Deutschlandradio reformiert werden müssten. Die acht Expertinnen und Experten haben ihre Vorschläge der Rundfunkkommission der Bundesländer übergeben, die darüber in dieser Woche beraten hat. Zentrale Ideen wie die Gründung eine neuen Dachorganisation für die ARD und ein neues Verfahren, den Rundfunkbeitrag festzusetzen, werden aber vorerst nicht umgesetzt. Im Gespräch mit Holger Klein zeigt sich Roger de Weck, ein Mitglied des Zukunftsrates, dennoch zufrieden: „Die Rundfunkkommission hat im Grund genommen die wesentlichen Stoßrichtungen unseres Berichts begrüßt. Das stimmt mich zuversichtlich. Illusionslos, aber hoffnungsfroh.“ Auf die Frage, warum das Gremium keine konkreten Sparvorschläge gemacht habe, antwortet er: „Wir sind bestellt worden als Zukunftsrat, und nicht als Sparrat. Und Sparen ist kein Ersatz ist für eine langfristige Strategie. Aber das, was wir bieten, vorschlagen, empfehlen, kann zu signifikanten Einsparungen führen.“ Zur Zeit gebe es eine Abwärtsspirale, die dazu führe, dass dort gespart wird, so man nicht sparen müsste: beim Programm. Roger de Weck ist Autor und Gastprofessor am College of Europe. Zuletzt erschien bei Suhrkamp „Die Kraft der Demokratie“. De Weck war Generaldirektor der Schweizer Radios und Fernsehen, Chefredakteur der „Zeit“ und Moderator von „Sternstunden Philosophie“ (SRF/3Sat). Weck ist Mitglied des Zukunftsrats. Links Bericht des Rates für die zukünftige Entwicklung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks "Wenig Zukunft, viel Rat" – Kolumne des ZDF-Verwaltungsrates Leonhard Dobusch bei Netzpolitik.org "Die ARD ist nicht wirklich reformfähig" – Interview mit Julia Jäkel und Peter M. Huber in der FAZ Länder rüffeln die ARD und bringen Reformen auf den Weg

  17. Holger ruft an ... wegen Geheimplan
    19.01., 16:2700:32:08

    Wie viel Theater braucht investigative Recherche? Am 10. Januar veröffentlichte das gemeinnützige Medienhaus Correctiv seine Recherche "Geheimplan gegen Deutschland" – und die Reaktionen darauf sind auch eine Woche danach noch nicht abgeklungen. Im Gegenteil: In immer mehr Städten kommt es zu Demonstrationen gegen Rechts, Zehntausende Bürger*innen gehen für die Demokratie auf die Straße. Sie berufen sich dabei auf die von Correctiv aufgedeckten Pläne rechter Kreise, Millionen von Menschen aus Deutschland zu vertreiben. Es sei für das Team überwältigend, dass sie mit ihrer Recherche einen kleinen Teil zur Mobilisierung der demokratischen Mitte beitragen konnten, sagt Anette Dowideit, stellvertretende Chefredakteurin von Correctiv, im Übermedien-Podcast. Mit Holger Klein spricht Dowideit in dieser Folge über Entstehung und Folgen der spektakulären Recherche. Es geht aber auch um die Kritik an dem Text, die nicht nur von Rechts, sondern auch aus der Medienbranche selbst kommt. Gerade das von Correctiv gewählte Stilmittel des Storytellings, also einer szenischen angereicherten Erzählung, setzte das Stück vereinzelt dem Verdacht der dramaturgischen Zuspitzung aus. "Nur so erreicht man Verstand und Herz der Leser", ist Dowideit hingegen überzeugt. "Und der Erfolg der Recherche gibt uns doch auch recht." Man habe aber nicht zugespitzt, sondern nur aufgeschrieben, was war. Die ehemalige Welt-Journalistin erklärt auch, warum die Recherche kurz nach der Veröffentlichung noch als Theaterstück am Berliner Ensemble aufgeführt wurde und wieso die Umweltschutzorganisation Greenpeace an den Recherchen beteiligt war. Anette Dowideit ist seit 2023 stellvertretende Chefredakteurin von Correctiv. Zuvor leitete sie das internationale Investigativnetzwerk bei Axel Springer und das Investigativteam der „Welt“. Sie hat aus ihren Recherchen mehrere Sachbücher gemacht und als TV-Filme und Podcasts umgesetzt. Links Correctiv: Geheimplan gegen Deutschland Tagesschau: Wieder Tausende auf den Straßen ZDF heute: Weidel beendet Zusammenarbeit mit Hartwig

  18. Holger ruft an ... wegen Jahresrückblick
    22.12., 15:3400:48:36

    Über Übermedien: Was war das für ein Jahr – und was passiert nächstes? Die Übermedien-Gründer Stefan Niggemeier und Boris Rosenkranz blicken zurück und voraus: auf ein paar Übermedien-Recherchen des Jahres 2023, auf blinde Flecken in der Medienberichterstattung und nervige Themen – und auf das, was sich bei Übermedien 2024 verändert. Stefan Niggemeier ist Gründer von Übermedien und „BILDblog“. Seit vielen Jahren Autor, Blogger und freier Medienkritiker, früher unter anderem bei der FAS und beim „Spiegel“. Boris Rosenkranz ist Gründer von Übermedien. Er hat in Bochum studiert, war „taz“-Redakteur und Volontär beim NDR, wo er anschließend für verschiedene Redaktionen gearbeitet hat. Seit mehr als zehn Jahren freier Autor und Medienjournalist. Links Voll verliebt in Russland: Der „Bild“-Chefreporter, der am Putin-Jubelbuch mitschrieb Ukrainische Journalisten werfen „Katapult“ vor, sie benutzt und dann fallen gelassen zu haben Benjamin Fredrich tritt wegen „Katapult Ukraine“ zurück, um „Katapult Ukraine“ zu machen "Katapult": Bankrotterklärung kurz vor der Einschulung Geht’s noch? Weshalb haben Medien Hubert Seipels Putin-PR so gerne verbreitet? KI-Interview Michael Schumacher: Zu dumm um wahr zu sein So skrupellos macht „Die Aktuelle“ Geld mit Michael Schumachers Krankheit Aus Solidarität mit Israel verzichtet „Bild“ darauf, über palästinensische Opfer in Gaza zu berichten 🤭 Gruner+Jahr: Der Letzte macht das Heft aus Neuer Chefredakteur und Geschäftsführer bei Übermedien

  19. Holger ruft an ... wegen Fernsehen 2023
    15.12., 12:2200:18:21

    Wieso traut sich das deutsche Fernsehen so wenig? Diese Woche ruft Holger Klein an bei der Fernsehkritikerin Kathrin Hollmer. Sie sprechen über das verhaltene Fernsehjahr, über blutleere Blockbuster und mangelnden Mut, auch mal anzuecken – und über Lichtblicke wie die Serien "Boom Boom Bruno" oder "37 Sekunden". Kathrin Hollmer arbeitet als freie Journalistin in München, unter anderem für die "Süddeutsche Zeitung". Sie war sie Redaktionsmitglied von jetzt.de, dem jungen Magazin der SZ, und hat das Kulturressort der Zeitschrift "Allegra" geleitet. Sie schreibt nicht nur über Filme und Serien, sondern diskutiert auch gern in Jurys darüber, etwa der Nominierungskommission des Grimme-Preises, Kategorie Fiktion. Links Nominierungskommissionen des Grimme-Preises "Männerwelten" ("Boom Boom-Bruno"-Rezension von Kathrin Hollmer, "Die Zeit") Serienkiller-Serien: Der kultige, nette, sexy Frauenmörder von nebenan (Übermedien, Kathrin Holmer) "Deutsches Haus" (Trailer) "German Genius" (Trailer) "37 Sekunden" (Ganze Staffel)

  20. Holger ruft an ... wegen Gil Ofarim
    01.12., 15:4500:28:17

    Übersehen Medien vor lauter Einzelfällen strukturellen Antisemitismus? Vor zwei Jahren berichtete der Musiker Gil Ofarim in einem Instagram-Video darüber, dass er in einer alltäglichen Situation in einem Hotel Opfer einer antisemitischen Beleidigung geworden sei. Die öffentliche Empörung darüber war groß. „Für die jüdische Community war diese Story eine Non Story“, sagt Laura Cazés, Leiterin der der Abteilung Kommunikation und Digitalisierung bei der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Denn die Erfahrung, Antisemitismus zu erleben, sei für Jüdinnen und Juden in Deutschland eine sehr alltägliche. Diese Woche hat Ofarim überraschend zugegeben, dass seine Vorwürfe gelogen waren. Den Schaden werden vor allem auch die tragen, die tatsächlich Anfeindungen erleben. Cazés: „Das Problem ist, dass jüdischen Personen ohnehin schon Antisemitismus als Erfahrung abgesprochen wird.“ Und das gelte vor allem für Personen, die kein öffentliches Sprachrohr haben. Medien sollten aus Sicht von Cazés besser darin werden, Antisemitismus als strukturelle Erfahrung zu vermitteln – und anstatt oft nur emotionalisiert über Einzelfälle zu berichten mehr auf die Datenlage blicken, wie die der Meldestelle Antisemitismus (RIAS) oder der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte. Was können Journalist:innen besser machen, wenn sie über Antisemitismus berichten? Welche Stimmen werden zu wenig gehört? Und was hat sich seit dem 7. Oktober, dem terroristischen Überfall der Hamas auf Israel, für Jüdinnen und Juden in Deutschland verändert? Darüber sprechen Holger Klein und Laura Cazés diese Woche im Übermedien-Podcast. Links: Gewalt, Bedrohungen, Beleidigungen – Meldestelle registriert drastische Zunahme antisemitischer Vorfälle („Der Spiegel“) Deborah Feldman fühlt sich gecancelt, dabei ist sie genau die jüdische Stimme, die deutsche Medien lieben Ohne Sehen kein Verstehen: Warum die grauenhaften Bilder der Hamas-Massaker gezeigt werden müssen Laura Cazés bei Twitter Meldestelle Antisemitismus (RIAS)

Der Übermedien-Podcast, in dem Host Holger Klein jede Woche mit wechselnden Gästen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe spricht. Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik und berichtet seit 2016 über Medien: unabhängig, werbefrei und finanziert ausschließlich durch unsere Community. Unterstützt uns mit einem Abo oder abonniert unseren kostenlosen Newsletter! Mehr dazu auf www.uebermedien.de.