
Episoden
263- Holger ruft an ... wegen Tschernobyl17.04., 09:0617.04.2026, 09:0600:20:53
Wie unterschiedlich haben Medien in Ost und West über Tschernobyl berichtet? Als am 26. April 1986 im ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl ein Reaktorblock explodierte, erfuhr die Öffentlichkeit zunächst nichts davon. Später wurde bekannt: Die Sowjetunion hatte anfangs versucht, die Havarie zu vertuschen. „Für mich war das ein Einschnitt in meinem politischen Erleben“, sagt der Filmemacher Volker Heise, der die Katastrophe von Tschernobyl die Ereignisse von damals in einem neuen ARD-Dokumentarfilm rekonstruiert. Ausschließlich mit Archivmaterial erzählt er die Monate vom Unfall bis Ende 1986 nach und arbeitet auch heraus, wie unterschiedlich Berichterstattung und öffentliche Debatte in Ost und West verliefen. Während die DDR-Medien die Katastrophe weitgehend verschwiegen oder herunterspielten, war sie in der Bundesrepublik allgegenwärtig. Doch auch dort beschönigten Politiker die Lage und logen zum Teil vor laufender Kamera. Warum entscheidet man sich für einen Film ausschließlich aus Archivmaterial? Wie bewältigt man diese Materialfülle – und wie kommt man überhaupt ran? Und welche Parallelen lassen sich zur jüngeren Vergangenheit ziehen, zum Beispiel zur Corona-Zeit? Darüber sprechen Holger Klein und Volker Heise in der neuen Folge „Holger ruft an …“. Der Gast: Volker Heise ist Autor, Regisseur, Dramaturg, Produzent und Dokumentarfilmer. Bekannt ist er unter anderem für die Serien „Schwarzwaldhaus 1902“, „24h Berlin – Ein Tag im Leben“ oder „Zeit der Helden“. Zuletzt erschien sein Dokumentarfilm „Masterplan – Das Potsdamer Treffen und seine Folgen“. Für seine Arbeiten wurde Heise mehrfach ausgezeichnet. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: Tschernobyl 86 – Der Super-GAU (ARD-Mediathek) „Ja, aber du guckst auch!“ Warum Volker Heise uns nochmal alle zu Gaffern eines Geiseldramas macht (Interview) Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.
- Holger ruft an ... wegen Ungarn10.04., 14:0310.04.2026, 14:0300:18:20
Sind Ungarns Medien wieder frei, sollte Viktor Orbán nicht mehr regieren? Wenn am Sonntag in Ungarn ein neues Parlament gewählt wird, kann es gut sein, dass dann Schluss ist für Ministerpräsident Viktor Orbán und seine Fidesz-Partei – nach 16 Jahren an der Macht. Aktuelle Umfragen deuten zumindest darauf hin, dass Orbans Herausforderer Péter Magyar und seine konservative, proeuropäische Tisza-Partei Chancen auf einen Wahlsieg haben. Doch was würde ein Regierungswechsel in Ungarn für die Medienlandschaft bedeuten? Viktor Orbán und seine Partei haben die Medien massiv eingeschränkt – durch Mediengesetze, aber auch durch den gezielten Aufkauf von Zeitungen. Öffentlich-rechtliche Sender und die meisten Verlage sind auf Regierungslinie, unabhängiger Journalismus existiert oft nur noch online, erklärt der Journalist Florian Bayer. Er ist diese Woche zu Gast im Übermedien-Podcast mit Holger Klein. Wie die Medienpolitik von Orbáns Herausforderer Magyar konkret aussehen würde, sei bislang allerdings unklar, sagt Bayer: „Er verspricht zwar, die Medienfreiheit wiederherzustellen. Allerdings gibt es dazu nur wenige konkrete Anhaltspunkte.“ Welche Hoffnung gibt es für Ungarns Medien? Welche Themen bestimmen den Wahlkampf? Warum zieht Orbáns Regierungspropaganda nicht mehr? Und warum ist auch Magyars Umgang mit Journalisten nicht unproblematisch? Darüber sprechen Holger Klein und Florian Bayer in der neuen Folge „Holger ruft an…“. Der Gesprächspartner: Florian Bayer ist freier Journalist in Wien mit Schwerpunkt Politik und Zivilgesellschaft. Als Korrespondent, unter anderem für die „taz“ und das „Luxemburger Wort“, berichtet er aus Österreich und seinen östlichen Nachbarländern. Links: „Orbans Feinde“ – Redaktionsbesuch in zwei regierungskritischen Redaktionen in Ungarn (Florian Bayer in der „taz“) „Späte Wahlkampfhilfe“ (Kommentar von Florian Bayer zum Besuch von J. D. Vance in Budapest, „taz“) Geleakte Gespräche: Ungarns Außenminister soll Lawrow über EU-Verhandlungen zur Ukraine informiert haben („Tagesspiegel“)
- Holger ruft an ... wegen Nachrichtenwüsten02.04., 14:5502.04.2026, 14:5500:21:35
Wer füllt die Lücken, die der Lokaljournalismus hinterlässt? Gast: Thomas Schnedler (Netzwerk Recherche) Seit rund drei Jahren gibt es in der Region um die thüringische Kleinstadt Greiz keine gedruckte Lokalzeitung mehr. Die Zustellung der Ausgaben sei im ländlichen Raum einfach zu teuer, hatte die Funke-Mediengruppe argumentiert, die dort die „Ostthüringer Zeitung“ (OTZ) herausgibt – und erklärte die Gegend zur „Modellregion für die Digitalisierung“. Seitdem kann man die OTZ nur noch als digitale Ausgabe abonnieren. Rund die Hälfte der 300 betroffenen Abonnenten ging diesen Schritt allerdings nicht mit. Thomas Schnedler und Malte Werner haben für „Netzwerk Recherche“ untersucht, was eine solche Umstellung für die Menschen vor Ort bedeutet – und wer die Lücken füllt, die der Rückzug des Lokaljournalismus in solchen Regionen hinterlässt. Was sie im Dialog mit den Bürger:innen vor Ort erfahren haben, verdeutlicht die bisweilen paradoxen Herausforderungen der Lokalzeitungen: Denn während sich viele mehr lokale Recherchen und Hintergründe wünschen, sind offenbar zu wenige bereit, dafür auch zu zahlen. Zudem scheinen viele keinen Unterschied zu machen zwischen einer unabhängigen Redaktion und Amtsblättern, Anzeigenblättern und pseudojournalistischen Portalen, die oft parteipolitische oder geschäftliche Interessen verfolgen. „Es macht etwas mit dem Gemeinwesen vor Ort, wenn solche Stimmen in den Diskurs eingreifen“, sagt Schnedler im Gespräch mit Podcast-Host Holger Klein. Ist das lokaljournalistische Angebot aber vielleicht einfach nicht attraktiv genug für viele Menschen? Ist es überhaupt möglich, die Bedürfnisse älterer Leser und junger Zielgruppen in ein Blatt zu packen? Und welche Möglichkeiten gibt es, den Journalismus in ländlichen Regionen wieder zu stärken? Darüber spricht Holger Klein mit Thomas Schnedler in der neuen Ausgabe von „Holger ruft an“. Der Gesprächspartner: Thomas Schnedler ist Co-Geschäftsführer von Netzwerk Recherche. Er hat dort den Arbeitsschwerpunkt zum Lokaljournalismus mitaufgebaut und leitet zudem das Grow Greenhouse, das Zentrum für gemeinnützigen Journalismus und Medienvielfalt. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: Lückenfüller – Was kommt, wenn die Lokalzeitung geht? (Greenhouse Report) Die Pacman-Strategie: Ralf Heimann über den Lokalzeitungsmarkt (MDR Altpapier) Funke stellt Zustellung der OTZ in unwirtschaftlichen Gebieten ein (Meedia) Die Situation in Greiz (Wüstenradar) Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.
- Holger ruft an ... wegen Verdachtsberichterstattung26.03., 15:0026.03.2026, 15:0000:23:34
Was dürfen Journalisten anderen Medien glauben? Gast: Jonathan Sachse (Redaktionsnetzwerk Deutschland) Am vergangenen Donnerstag veröffentlichte der „Spiegel“ eine Titelgeschichte, die seitdem Schlagzeilen und Debatten bestimmt. Es geht dabei um schwerwiegende Vorwürfe der digitalen sexualisierten Gewalt von Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen. Ulmen hat sich auf Anfrage des „Spiegels“ nicht dazu geäußert, sein Medienanwalt Christian Schertz hat nach Veröffentlichung aber verlauten lassen, dass „unwahre Tatsachen verbreitet würden“. Zudem handele es sich um „unzulässige Verdachtsberichterstattung“. Belege hat Schertz für diese Behauptung bislang nicht geliefert. Aber obwohl man sich in den Redaktionen ziemlich einig scheint, dass die „Spiegel“-Geschichte eine beeindruckende Fülle an Belegmaterial für die Vorwürfe präsentiert, berichteten viele Medien zunächst nur sehr zurückhaltend oder gar nicht über die Recherche. Jonathan Sachse kann das sehr gut nachvollziehen. Er leitet beim Redaktionsnetzwerk Deutschland die Investigation und hat in einem Text erklärt, warum seine Redaktion erst mit einiger Verzögerung über den Fall berichtete. Denn im Falle einer sogenannten Verdachtsberichterstattung müssten auch andere Medien besondere Maßstäbe anlegen. Sachse meint: „Jede Redaktion muss die Vorwürfe eigenständig prüfen. Zudem muss dem Objekt der Berichterstattung, in diesem Fall Christian Ulmen, Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben werden.“ Aber was genau heißt eigentlich „eigenständig prüfen“ und wie weit reicht dieser Anspruch? Wird jede Berichterstattung über eine Verdachtsberichterstattung unweigerlich auch zu einer solchen? Und war die mediale Zurückhaltung in diesem Fall womöglich größer als bei früheren Recherchen zu vergleichbaren Fällen? Darüber spricht Host Holger Klein in dieser Folge unseres Podcasts „Holger ruft an“. Der Gesprächspartner: Jonathan Sachse verantwortet seit dem 1. November 2025 als stellvertretender Chefredakteur netzwerkweite investigative Recherchen beim RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Zuvor war er Gründungsmitglied von Correctiv und arbeitete dort elf Jahre als Senior-Reporter. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: „Du hast mich medial vergewaltigt“: Titelgeschichte des “Spiegel“ Wie wir über den Fall Ulmen-Fernandes berichten: Text von Jonathan Sachse beim RND Das ist eine Frage des Risikos: Medienrechtler über heikle Fälle in der Taz „Redaktionen gehen freiwillig eine unnötige Zensur ein“: Interview im „Medium Magazin“ Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.
- Holger ruft an ... wegen KI-Fakes20.03., 12:1920.03.2026, 12:1900:27:45
Haben Medien im Kampf gegen KI-Fakes schon verloren? Vergangene Woche machte der „Spiegel“ transparent, dass er versehentlich KI-generiertes Bildmaterial in seiner Berichterstattung über den Iran verwendet hatte. Die Redaktion erkannte das erst, als es zu spät war – nachdem die Bilder veröffentlicht worden waren. Ähnlich war es mit einem KI-generierten Video eines angeblichen ICE-Einsatzes in den USA, das in einem Beitrag des „heute journal“ im ZDF landete. Und im Januar druckten mehrere Zeitungen KI-manipulierte Fotos von der angeblichen Gefangennahme des venezolanischen Machthabers Maduro. Wie können sich Redaktionen gegen diese Gefahr wappnen? Darüber spricht Holger Klein diese Woche mit Anika Gruner. Ihr Start-up hat eine Software entwickelt, die Redaktionen dabei helfen soll, KI-manipulierte und KI-generierte Fotos und Videos zu erkennen. Das Team unterstützte auch den „Spiegel“ bei der Identifizierung der KI-Fakes aus Iran. Wie gehen sie dabei vor? Wie problembewusst erlebt sie Redaktionen? Und warum wird es selbst für geschulte Augen immer schwieriger, KI-Fakes zu erkennen? Darüber sprechen Holger Klein und Anika Gruner in der neuen Folge von „Holger ruft an…“. Die Gesprächspartnerin: Anika Gruner ist Mitgründerin und Co-Geschäftsführerin der Neuramancer AI Solutions GmbH, einem bayerischen Deep‑Tech‑Startup für KI‑gestützte Deepfake‑Erkennung und Multimediaforensik. Gegründet hat sie Neuramancer 2024 zusammen mit Anatol Maier, der seine Expertise aus seiner Forschung in diesem Bereich einbringt. Anika ist studierte Medienwissenschaftlerin und sammelte bereits berufliche Erfahrung sowohl beim öffentlich‑rechtlichen Rundfunk (BR) als auch in privaten Medienhäusern (u.a. ProSieben). Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Manipulierte Fotos in Berichten zu Iran entdeckt („Spiegel“) Gefälschte Bilder von Maduro: Wenn Redaktionen der KI-Flut nicht gewachsen sind Die falschen ICE-Videos im „heute journal“ und die katastrophale Reaktion des ZDF Will Smith eating Spaghetti Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.
- Holger ruft an ... wegen Social-Media-Verbot13.03., 11:1513.03.2026, 11:1500:22:20
Woran krankt die Debatte um das Social-Media-Verbot? Gast: Tech-Journalist Sebastian Meineck (Netzpolitik) Es gibt so einiges, was Sebastian Meineck an der aktuellen Diskussion um ein Social-Media-Verbot für junge Menschen stört: „Das ist eine plumpe Debatte, oft völlig losgelöst von fachlich fundierten Positionen“, sagt der Tech-Journalist von „Netzpolitik“ im Gespräch mit Podcast-Host Holger Klein. Daran hätten allerdings auch die Medien ihren Anteil. „Die Berichterstattung folgt häufig einem starren Schema“, bemängelt Meineck. Es werde suggeriert, dass sich zwei starre Lager gegenüberstünden, Befürworter und Gegner eines Verbots. So würde ein komplexes Thema auf eine binäre Frage verengt: Social-Media-Verbot, ja oder nein? In dieser neuen Folge von „Holger ruft an“ spricht Meineck daher über die vielfältigen Positionen dazwischen. So gebe es bereits Ansätze auf EU-Ebene, konkrete schädliche Funktionen wie das süchtig machende Design von sozialen Medien zu regulieren, ohne gleich ein komplettes Angebot für eine große Bevölkerungsgruppe zu verbieten. Außerdem erklärt er, welchen entscheidenden Aspekt viele Meinungsumfragen zu dem Thema vernachlässigen, warum auch erwachsene Menschen von so einem Verbot betroffen wären, und weshalb Sicherheitsbedenken nicht nur etwas für „Datenschutz-Feinschmecker“ sind. Der Gesprächspartner: Sebastian Meineck ist Journalist und seit 2021 Redakteur bei netzpolitik.org. Zu seinen aktuellen Schwerpunkten gehören digitale Gewalt, Databroker, KI und Jugendmedienschutz. Er interessiert sich besonders für Methoden der Online-Recherche; darüber schreibt er einen Newsletter und gibt Workshops an Universitäten. Das Medium Magazin hat ihn 2020 zu einem der Top 30 unter 30 im Journalismus gekürt. Seine Arbeit wurde zweimal mit dem Grimme-Online-Award prämiert. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: Wer schlau fragt, bekommt schlaue Antworten – Artikel von Sebastian Meineck bei „Netzpolitik“ Was Sie über Umfragen wissen müssen – Artikel von Annika Schneider bei Übermedien Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.
- Holger ruft an ... wegen Lokaljournalismus06.03., 07:4706.03.2026, 07:4700:24:18
Stirbt in Köln gerade die Medienvielfalt? Zwei Lokalzeitungen – eine Redaktion. Darauf läuft es in Köln wohl gerade hinaus. Denn vergangene Woche wurde bekannt, dass die „Kölnische Rundschau“ vom DuMont-Verlag übernommen wird. Die Lokalzeitung wird also künftig im selben Haus produziert wie ihr einstiges Konkurrenzblatt, der „Kölner Stadt-Anzeiger“. Der Verlag betont zwar, dass das die „Rundschau“ eine „eigenständige publizistische Marke“ bleiben soll. Doch von Journalistenverbänden kommt Kritik. Die „Kölnische Rundschau“ werde damit zur „Mogelpackung nach dem Modell Zombie-Zeitung“, sagte Andrea Hansen, Landesvorsitzende des Deutschen Journalistenverbands in Nordrhein-Westfalen. Zombie-Zeitung nennt man Publikationen, die nach außen zwar eigenständig wirken, aber nach Zusammenlegung ihre Inhalte von anderen Redaktionen beziehen. „Es passt leider in die Zeit. Die Verlage nennen das 'Konsolidierung', in Wirklichkeit ist es 'Fusionitis' auf dem Zeitungsmarkt“, sagt der Medienjournalist Steffen Grimberg, der diese Woche zu Gast im Übermedien-Podcast ist. Selbst Großstädte wie Köln, wo es bislang noch üblich war, dass es mindestens zwei konkurrierende Angebote gab, würden so nach und nach zu Einzeitungskreisen werden. Warum ist das ein Problem? Was passiert jetzt mit den Mitarbeitern der „Kölnischen Rundschau“? In welcher Stadt gibt es eigentlich noch mehr als eine Lokalzeitung? Und könnte die Politik auch etwas tun, um die Vielfalt des Lokaljournalismus zu retten? Darüber sprechen Holger Klein und Steffen Grimberg in der neuen Folge „Holger ruft an…“. **Der Gesprächspartner: ** Steffen Grimberg ist seit mehr als 25 Jahren Medienjournalist und leitet den Mediendienst der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Von 2000 bis 2012 hat er das Medienressort der „taz“ verantwortet, danach wechselte er zum Medienmagazin „ZAPP“ im NDR und dann ans Grimme-Institut. Anschließend, von 2016 bis 2018, arbeitete er als ARD-Sprecher beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) in Leipzig. **Der Host: ** Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: Was Presse und Brauereien verbindet – Kolumne von Steffen Grimberg in der „taz“ Gemeinnützigkeit ist kein Qualitätssiegel für Journalismus – Analyse von Annika Schneider bei Übermedien Macht Behörden-PR dem Lokaljournalismus das Geschäft kaputt? Podcast mit Hermann von Engelbrechten-Ilow Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de. Korrekturhinweis: In einer früheren Version dieses Podcasts ging unser Gast auf ein nichtkommerzielles Radioprojekt im sächsischen Weißwasser ein. Das Projekt, das von der dortigen Landesmedienanstalt gefördert wurde, wurde jedoch Ende 2025 eingestellt. Wir haben die Passage nachträglich entfernt.
- Holger ruft an ... wegen Alican Uludağ27.02., 12:2827.02.2026, 12:2800:18:15
Was macht man, wenn der eigene Reporter in der Türkei verhaftet wird? „Es ist immer ein Ritt auf der Rasierklinge“, sagt Erkan Arıkan über die Arbeit als Journalist in der Türkei. Der Leiter der türkischen Redaktion der Deutschen Welle (DW) ist in dieser Woche zu Gast im Übermedien-Podcast und spricht dort über die Festnahme seines Mitarbeiters Alican Uludağ. Uludağ wird unter anderem vorgeworfen, in sozialen Medien staatliche Institutionen der Türkei herabgewürdigt und irreführende Informationen verbreitet zu haben. Für Arıkan sind das vorgeschobene Gründe. Er vermutet, dass die eigentliche Ursache für die Festnahme Uludağs Recherchen über den neuen türkischen Justizminister sein könnten. Seit Jahren rangiert die Türkei auf den hinteren Plätzen der internationalen Pressefreiheits-Rankings. Sie zählt zu den Ländern mit den meisten inhaftierten Journalisten weltweit. Wie hat sich die Lage in den vergangenen Jahren verändert? Was bedeutet das für die Arbeit von Medien? Und gibt es Hoffnung, dass sich irgendwann etwas ändert? Darüber spricht Holger Klein mit Erkan Arıkan in der neuen Folge „Holger ruft an…“. Der Gesprächspartner: Erkan Arıkan leitet die türkische Redaktion beim Auslandssender Deutsche Welle. Er hat Rechtswissenschaften sowie Kommunikations-, Sozial- und Politikwissenschaften studiert und als Reporter und Redakteur für verschiedene Fernsehsender gearbeitet. Zudem leitete er die türkische Redaktion bei WDR Cosmo. **Der Host: ** Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. **Links: **Haftbefehl gegen DW-Mitarbeiter in der Türkei erlassen Nur ein Haftbefehl reicht der Türkei nicht (LTO über die Vorwürfe gegen Istanbuls Ex-Bürgermeister Ekrem İmamoğlu) „Jetzt ist es kalt in Silivri“ – Bülent Mumay in der FAZ Mehr über die Türkei und Medien im Übermedien-Archiv Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.
- Holger ruft an ... wegen Auslandsreportagen20.02., 14:3620.02.2026, 14:3600:26:34
Wie einsam ist die Arbeit als Auslandsreporterin? Wenn sie nicht Journalistin geworden wäre, dann wahrscheinlich Therapeutin, sagt Alexandra Berlin. Irgendwann habe sie gemerkt, dass Menschen ihr gerne Dinge erzählen – und genau nach diesen Geschichten suche sie. Als Auslandsreporterin des „Spiegel“ ist sie weltweit unterwegs: in den USA, in der Ukraine, in Israel. In ihrem Job reist sie fast ständig. Doch obwohl sie dabei vielen Menschen begegne, sei sie oft ziemlich einsam, erzählt sie diese Woche im Übermedien-Podcast. In sozialen Medien teilt sie diese und andere Erfahrungen mit ihren Followern. Außerdem erklärt sie dort, wie sie als Journalistin arbeitet. „Mich beunruhigt, wie viele Menschen ein schlechtes Bild von Journalismus haben“, sagt Berlin. Wenn sie ihre Arbeit erklären könne, fühle sie sich weniger hilflos. Warum braucht es eigentlich Auslandsreporterinnen, wenn es doch Korrespondenten gibt? Wie bereitet sie sich auf ihre Reisen vor? Was entgegnet sie, wenn jemand sagt, sie mache Fallschirmjournalismus – sei also nur kurz vor Ort und reise dann wieder ab? Und kann sie sich vorstellen, diesen Job auch in 30 Jahren noch zu machen? Darüber sprechen Holger Klein und Alexandra Berlin in der neuen Folge von „Holger ruft an…“. Die Gesprächspartnerin: Alexandra Berlin ist Reporterin im Auslandsressort des „Spiegel“. Geboren in St. Petersburg, aufgewachsen in Schwaben; Stationen in Riga, Kairo, Paris und Jerusalem. Ihre Reportagen wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem CNN Journalist Award und dem Deutschen Reporter:innen-Preis. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: Alexandra Berlin bei Instagram "Wir haben Albträume von ihnen" – Reportage von Alexandra Berlin aus Minneapolis Wie Derek Black einer rechtsextremen Familie entkam – Reportage von Alexandra Berlin im "Spiegel" Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.
- Holger ruft an ... wegen Gil Ofarim12.02., 14:3212.02.2026, 14:3200:21:46
Wieso hat RTL Gil Ofarim so leicht davonkommen lassen? Gast: Anja Rützel, TV-Kritikerin Er hat also tatsächlich gewonnen: Der Musiker Gil Ofarim wurde am Wochenende vom Publikum der RTL-Sendung „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ zum „Dschungelkönig“ gekürt. Sein Fans jubeln. Andere lässt es verstört und entsetzt zurück. Vor fünf Jahren hatte Ofarim einen Hotelmitarbeiter des Antisemitismus bezichtigt – zu Unrecht, wie sich herausstellte. Ofarim wurde unter anderem wegen Verleumdung und falscher Verdächtigung angeklagt, die Beweislage war erdrückend. Doch zu einem Urteil kam es nicht. Weil Ofarim überraschend einräumte, gelogen zu haben und sich knapp bei dem Hotelmitarbeiter entschuldigte, wurde das Verfahren eingestellt. Dass RTL Ofarim für das Dschungelcamp verpflichtete und ihm offenbar viel Geld dafür zahlte, sorgte schon vor dem Start der Staffel für reichlich Kritik. Es sei ein „Aufmerksamkeitsknaller“ gewesen, sagt die TV-Kritikerin Anja Rützel im Übermedien-Podcast – und kritisiert RTL für den Umgang mit der ganze Sache, vor allem in der Sendung selbst. Zwar präsentierte RTL einen kurzen „Faktencheck“, aber nur online. Sie sei entsetzt gewesen von der Moderation, sagt Rützel. Das Format, von ihr eigentlich geschätzt, habe sich stellenweise selbst verraten. Wie viele andere sei auch sie „komplett irritiert, dass man Ofarim so hat davonkommen lassen.“ Der Musiker hatte in Bezug auf den vermeintlichen Antisemitismus-Skandal Dinge behauptet, die nicht stimmen. „Wie kann man das einfach so stehenlassen?“, fragt Rützel. Dem Fernsehpublikum seien Fakten vorenthalten worden. Sie vergleicht es damit, einfach AfD-Politiker in Talkshows zu setzen und dann zu sagen: Die entlarven sich schon selbst – und die Zuschauer können ja mal im Internet nachsehen, was von dem Gesagten wirklich stimmt. Was genau sie an dieser „Dschungelsamp“-Staffel kritisiert, weshalb der Umgang mit Ofarim ihre Freude an dieser Art Trash-TV und das Format an sich beschädigt hat – und wer am Ende die Gewinner und Verlierer sind, darüber spricht Anja Rützel mit Holger Klein im Übermedien-Podcast „Holger ruft an …“. Die Gesprächspartnerin: Anja Rützel ist freie Journalistin und schreibt vor allem für den „Spiegel“ über Trash-TV und Pop. Im Podcast „Verbrechen am Fernsehen“ urteilt sie mit Gästen über schlechtes Fernsehen. Sie hat Bücher über Einsamkeit, Take That, Trash-TV und die Hunde berühmter Menschen geschrieben und lebt in Berlin. **Links: ** Ofarims Aussagen fallen durch den Faktencheck (lto.de) Der Gipfel des Grotesken (Anja Rützel über die Sendung nach dem Dschungelfinale, „Spiegel“) „Gil Ofarim inszeniert sich wie ein Opfer, obwohl ich das bin“ (Der falsch beschuldigte Hotelmitarbeiter im Interview, „Die Zeit“) Wie arbeitet es sich als Perlentaucherin im Trash-TV-Sumpf, Anja Rützel? (Übermedien-Podcast) Übersehen Medien vor lauter Einzelfällen strukturellen Antisemitismus? (Übermedien-Podcast mit der Publizistin Laura Cazés) Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.
- Holger ruft an ... wegen Sportjournalismus06.02., 13:0706.02.2026, 13:0700:22:18
Warum ist der Sportjournalismus immer noch fest in Männerhand? Frauen im Sportjournalismus bleiben eine Minderheit. Seit Jahren liegt ihr Anteil zwischen zehn und 15 Prozent. Darüber können auch einzelne Entwicklungen nicht hinwegtäuschen. Etwa, dass bei Fußballübertragungen im Fernsehen mittlerweile rund die Hälfte der Moderator:innen weiblich sind. Denn auch diese erfreuliche Zahl hat eine Kehrseite: Männliche Kommentatoren sind immer noch deutlich in der Mehrheit, und auch in Führungspositionen sind kaum Frauen zu finden. Dazu kommt: Gerade in Sportarten wie Fußball erleben Frauen besonders heftige Angriffe. Wenn Kommentatorinnen wie Claudia Neumann am Mikro seien, müssten sie in der Online-Redaktion deutlich mehr Community Manager als sonst einsetzen, sagte 2021 der damalige ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann der dpa. So sehr stiege die Anzahl an Beleidigungen und sexistische Kommentaren in den sozialen Medien. "Obwohl mehr Frauen in den Sportjournalismus kommen, bleibt noch viel zu tun", sagt daher auch Nora Hespers im Gespräch mit Podcast-Host Holger Klein. Welche Hürden Frauen beim Einstieg in den Job erleben, was konkret getan werden könnte und was Hespers selbst als Sportjournalistin erlebt hat, hören Sie in der neuen Folge von "Holger ruft an …". Die Gesprächspartnerin: Nora Hespers ist freie Journalistin, Autorin und Podcasterin. Sie arbeitet u.a. für die Sportredaktionen von WDR und DLF. Seit fünf Jahren moderiert sie den Hintergrundpodcast "Sport inside" vom WDR. **Links: ** Frauenanteil im Sportjournalismus (Zahlen des Verbands Deutscher Sportjournalisten) Strafraum Öffentlichkeit (Nathalie Böckmann in der Taz) Müssen wir uns jetzt wieder beschimpfen lassen? (Interview mit Claudia Neumann im "Journalist") Kaderplanung abgeschlossen (Pressemitteilung des "Kicker") Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.
- Holger ruft an ... wegen Kulturkritik30.01., 13:0030.01.2026, 13:0000:24:06
Sind alle zu lieb geworden? Gast: Johannes Franzen, Kulturjournalist Es gebe keine Verrisse mehr, Kunstkritik sei weichgespült – diesen Vorwurf hört man immer wieder. Der Literaturwissenschaftler und Kulturjournalist Johannes Franzen sagt: Diese Debatte sei ein „Diskurstheater“, das alle zwanzig Jahre neu aufgeführt werde. Das heißt allerdings nicht, dass Kritik an der Kritik grundsätzlich ungerechtfertigt ist. Das eigentliche Problem sei jedoch nicht, dass alle zu nett geworden sind, sondern dass man sich Kritik leisten können muss, meint Franzen, der diese Woche zu Gast im Übermedien-Podcast ist. In vielen Medienhäusern schwänden die Ressourcen. Gleichzeitig trauten sich manche Autor:innen nur noch unter Pseudonym, ein neues Taylor-Swift-Album zu besprechen – aus Sorge, von den Fans der Künstlerin angegriffen zu werden. Warum ist negative Kritik überhaupt wichtig? Gibt es in Zeiten von Social Media überhaupt noch die großen Kritiker wie Marcel Reich-Ranicki? Wieso sind das größte Problem nicht die Algorithmen, sondern die riesigen Marketingbudgets? Und was hat Goethe über Kritiker geschrieben? Darüber sprechen Holger Klein und Johannes Franzen in der neuen Folge von „Holger ruft an …“. Der Gesprächspartner: Johannes Franzen ist Literaturwissenschaftler, Kulturjournalist und Mitarbeiter am Seminar für Deutsche Philologie an der Universität Mannheim. Er veröffentlicht Essays unter anderem in der FAZ, der taz und "Zeit Online" und ist Mitbegründer des Online-Feuilletons "54books". Für Übermedien schrieb er eine Serie über die Mechanismen der Aufmerksamkeitsökonomie. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: Leg dich nicht mit Swifties an (Kolumne von Johannes Franzen bei Übermedien) Kulturkritik in der Krise (Recherche von Kathrin Hollmer bei Übermedien) Warum schreibt niemand mehr Verrisse? (Jonathan Guggenberger in der taz) Vom Magazin zum Algorithmus: Was ist aus der Popkritik geworden? (Ji-Hun Kim in „Der Freitag“) Kunstkritik ohne Kotau: Über den Angriff auf die Ballett-Kritikerin Wiebke Hüster (Kolumne von Samira El Ouassil bei Übermedien) Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.
- Holger ruft an ... wegen Ukraine22.01., 16:4022.01.2026, 16:4000:32:38
Müssen Korrespondenten in der Ukraine inzwischen darum kämpfen, im Nachrichtenchaos noch durchzudringen? Gast: Vassili Golod, ARD-Korrespondent Als Holger Klein den ARD-Korrespondenten Vasilli Golod in Kiew erreicht, trägt Golod mehrere Pullover übereinander. Es sei bitterkalt, sagt er. Russland habe so heftig wie nie zuvor die Energieversorgung in der Ukraine angegriffen, was eine „extreme Belastung für alle hier“ sei – auch für Journalisten: 40 Stunden lang gab es keinen Strom. Im ARD-Studio waren irgendwann sogar die Reserveakkus leer. Wie ist es inzwischen, aus dem Krieg in der Ukraine zu berichten? Und wie sehr müssen Reporter vor Ort um die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit buhlen bei all den vielen Meldungen von Krisen in der ganzen Welt, die Tag für Tag kursieren? Sie müssten die Redaktionen immer öfter überzeugen, mit ihren Themen ins Programm zu kommen, sagt Golod. Weil das, was in der Ukraine passiere, aus der Ferne betrachtet so wirken könne, als sei es „immer das gleiche“. Er wünsche sich mehr Mut von Redaktionen, auch außerhalb der ARD: „Dass sie sagen, wir berichten nicht über die 17. Trump-Äußerung, sondern über das, was tatsächlich in einem Land gar nicht so weit weg von Deutschland passiert.“ Eigene Themen setzen, findet Golod, das wäre wichtig. Und manchmal würde er sich auch einfach mal einen Anruf von Kollegen wünschen, die fragen: Wie geht‘s euch eigentlich? Wie frei können sich die Reporter in der Ukraine derzeit bewegen? Welche Einschränkungen gibt es? Wie gehen sie mit russischer Desinformation um – und wie ist das überhaupt in der Ukraine: Arbeitet auch die dortige Regierung mit Falschbehauptungen? Unter anderem darüber sprechen Holger Klein und Vassili Golod in der neuen Folge des Übermedien-Podcasts „Holger ruft an“. Der Gesprächspartner: Vassili Golod berichtet seit 2022 als Korrespondent aus der Ukraine, seit 2023 leitet er das ARD-Studio in Kiew. Zuvor arbeitete er im WDR-Newsroom als Reporter, Redakteur und Chef vom Dienst unter anderem für „Tagesschau“ und „Tagesthemen“. Während seines Volontariats beim WDR gründete er mit Jan Kawelke den Podcast „Machiavelli – Rap und Politik“, den er seit 2018 moderiert. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: Über das ARD-Studio Kiew (tagesschau.de) „Energieversorgung lahmgelegt“ (Vassili Golodüber die russischen Angriffe) Die neuesten Beiträge von Vassili Golod Instagram-Kanal von Vassili Golod Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.
- Holger ruft an ... wegen 10 Jahre Übermedien15.01., 14:1815.01.2026, 14:1800:38:59
Gäste: Annika Schneider und Boris Rosenkranz Am 13. Januar 2016 wurde Übermedien gegründet. Zehn Jahre später fragt Holger Klein in der Redaktion nach, wie alles begann und warum Boris Rosenkranz und Stefan Niggemeier sich damals entschieden haben, ein unabhängiges Medienmagazin aufzubauen das ausschließlich über Abos finanziert wird, also ohne zusätzliche (zum Beispiel öffentliche) Gelder, und auch ohne Werbung. Mit Redakteurin Annika Schneider und Gründer Boris Rosenkranz spricht er darüber, wie sich Übermedien weiterentwickelt hat, was sich noch verbessern könnte und wie (toll) es ist, eine Community im Rücken zu haben, die Übermedien nicht nur finanziell unterstützt, sondern auch mit wertvollen Hinweise versorgt, aus denen oft Beiträge werden. Außerdem geht es um atemlose Debatten, was man ihnen entgegensetzen kann, und darum, wie eigentlich andere Journalisten auf Übermedien-Kritik reagieren. Die Gesprächspartner: Annika Schneider ist Redakteurin bei Übermedien. Als freie Medienjournalistin hat sie als Moderatorin und Autorin beim Deutschlandfunk und WDR gearbeitet, und als Kolumnistin beim MDR-„Altpapier“. Sie hat Journalistik und Politikwissenschaft in Eichstätt und Erlangen studiert und ihr Handwerk im Lokalen gelernt. Boris Rosenkranz ist Gründer von Übermedien. Er war früher Redakteur bei der „taz“, hat beim Norddeutschen Rundfunk in Hamburg volontiert und für ARD-Redaktionen gearbeitet, vor allem für das Medienmagazin „Zapp“ und „Extra 3″. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: Übermedien wird 10! „Ein historisches Ereignis“ (Video) „Machen Sie bitte weiter so!“ Glückwünsche zum Übiläum Wichtige Nachricht: Übermedien gestartet! (Video) Unser Jubiläumsangebot: 3,99 Euro pro Monat Die Schein-Abstimmungen des ZDF für „Deutschlands Beste“ (Blog von Stefan Niggemeier) ZDF blufft bei Zuschauer-Voting („ZAPP“, Boris Rosenkranz, Archive-Link) ZDF räumt Betrug bei „Deutschlands Beste!“ ein (SZ) Der Kryptobot der „Tagesschau“ (Annika Schneider) Voll verliebt in Russland: Der „Bild“-Chefreporter, der am Putin-Jubelbuch mitschrieb (Übermedien, Doreen Reinhard) Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.
- Holger ruft an ... wegen Nazi-Angriffen19.12., 11:4019.12.2025, 11:4000:22:24
Gast: Peter Dinkloh, Mediensekretär bei ver.di. Am 28. April 2018 greifen zwei bekannte Neonazis Journalisten an, die zu rechtsextremen Umtrieben im thüringischen Fretterode recherchieren. Sie verfolgen die Reporter mit dem Auto, bringen ihr Fahrzeug von der Straße ab und verletzten sie unter anderem mit einem Messer schwer. Fotos belegen den Vorfall. Dennoch benötigt das Landgericht Mühlhausen drei Jahre und eine Verzögerungsrüge, um zu einem Urteil zu kommen. Und das fällt bemerkenswert milde aus: So wird ein Täter wegen gefährlicher Körperverletzung zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt, der andere zu 200 Arbeitsstunden nach Jugendstrafrecht. Einen gezielten Angriff auf Journalisten oder ein politisches Motiv konnte die Richterin erst gar nicht erkennen. „Sie hat davon gesprochen, dass sich hier eben zwei Lager gegenübergestanden hätten und damit die politische Dimension des Falls komplett verkannt“, sagt Peter Dinkloh, der als Gewerkschaftsvertreter den Prozess beobachtet. „Als wäre das einfach ein Konflikt zwischen zwei Jugendgruppen gewesen.“ Aber nicht nur Dinkloh hat Probleme mit diesem Urteil – auch der Bundesgerichtshof hat die Entscheidung mittlerweile als fehlerhaft bewertet. Zwei Tage vor Heiligabend kommt es nun zu einer Neuauflage vor einer anderen Kammer des Landgerichts. Im Gespräch mit Holger Klein spricht Dinkloh über die Hintergründe des Falls: Steckt dahinter ein strukturelles Problem in Thüringen? Warum behindert selbst die Polizei immer wieder Journalisten, die zu Rechtsextremismus recherchieren? Und wie können Medienschaffende besser vor Übergriffen geschützt werden? Der Gesprächspartner: Peter Dinkloh ist Mediensekretär bei ver.di und unterstützt Journalistinnen, ihre Rechte als Vertreterinnen einer kritischen Öffentlichkeit wahrzunehmen. Ein Schwerpunkt dabei ist der Einsatz gegen Rechtsextremismus und für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Vorher hat er als Journalist für Correctiv und Reuters gearbeitet. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: Pressemitteilung von ver.di Pressemitteilung des BGH Angriff auf Journalisten: Nach BGH-Rüge startet der Prozess neu (fr.de) Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.
- Holger ruft an ... wegen Annette Dittert12.12., 11:2312.12.2025, 11:2300:45:41
Gast: Annette Dittert, London-Korrespondentin der ARD Sie war Korrespondentin in Russland, Polen, den USA – aber kein Land hat sie so sehr begeistert wie Großbritannien und insbesondere die Hauptstadt London. Seit mehr als 20 Jahren berichtet die Journalistin Annette Dittert für die ARD über das Vereinigte Königreich. Doch nun ist Schluss: Ende des Jahres hört Dittert auf – um auf andere Weise weiterzumachen. Als sie in London angekommen sei, habe sie sofort gewusst: Hier bleibe ich, erzählt Dittert im Übermedien-Podcast. Inzwischen hat die gebürtige Kölnerin auch die britische Staatsbürgerschaft und ist fest verankert auf ihrem Londoner Hausboot. Mit Holger Klein unterhält sie sich zum Abschied aus dem Fernsehen über die wilden politischen Jahre in England, den Brexit, den Einfluss des Königshauses und ihren Blick auf den Zustand des Landes heute. Sie erzählt, was sie an Großbritannien fasziniert und wieso sie sich in New York gelangweilt hat. Und sie sagt, was sie jetzt so vorhat, also vor allem nachdem sie das Buch fertig geschrieben hat, das im kommenden Jahr erscheinen soll und in dem sie sich auf die Suche „nach der Seele Großbritanniens“ macht. Die Gesprächspartnerin: Annette Dittert, geboren 1962 in Köln, ist Journalistin. Nach kurzem Start bei einer Regionalzeitung berichtet sie seit mehr als 30 Jahren fürs Fernsehen, unter anderem als ARD-Korrespondentin aus Warschau, New York und London. Für ihre Arbeit ist sie mehrfach ausgezeichnet worden. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: Aufzählungs-TextPersönliche Webseite von Annette Dittert Annette Dittert bei Instagram Was ist das für ein royales Kommunikations-Desaster? Annette Dittert über das britische Königshaus und die erkrankte Prinzessin Kate. (Podcast) Was ist das für ein korrupter Sumpf bei der BBC? Annette Dittert über politischen Druck auf die britische Rundfunkanstalt. (Podcast) Wie überlebt man als London-Korrespondentin eine Queen-Beerdigung? Annette Dittert über das Medienspektakel zum Tod von Queen Elizabeth. (Podcast) Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de. Lust auf noch mehr Übermedien-Podcasts? Hier geht's zu „Nice & Nötig“, dem Übermedien-Podcast für gute Ideen mit Annika Schneider
- Holger ruft an ... wegen der Rundfunkreform05.12., 15:2905.12.2025, 15:2900:28:49
Werden ARD und ZDF jetzt besser? Gast: Leonhard Dobusch, Rundfunkexperte Seit diesem Montag gilt der Reformstaatsvertrag. Die Rundfunkkommission der Länder, die die Rahmenbedingungen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland festlegt, will ihn „zukunftsfester, digitaler, effizienter und interaktiver" machen. Aber was bedeutet das konkret für ARD und ZDF? Und ist es nicht problematisch, wenn ganze Programme wegfallen? „Ich sehe die Zukunft nicht in Spartenprogrammen, sondern in öffentlich-rechtlichen Onlineangeboten“, sagt Leonhard Dobusch. Der Rundfunkexperte und ehemalige ZDF-Verwaltungsrat ist diese Woche zu Gast im Übermedien-Podcast. Er spricht mit Holger Klein über die Neuerungen, die der Reformstaatsvertrag mit sich bringt. Dobusch hält die neuen Regeln für „grundsätzlich sinnvoll“, sieht aber zwei große Schwächen: Erstens gebe es keine klare Entscheidung darüber, wie die Finanzierung künftig aussehen soll. Zweitens befürchtet er beim Thema Presseähnlichkeit erhebliche Einschränkungen für die Öffentlich-Rechtlichen. Worin genau sieht er die Probleme? Welche Änderungen findet er gut? Und wie steht es im Vergleich dazu beim ORF in Österreich? Darüber sprechen Holger Klein und Leonhard Dobusch in der neuen Folge von „Holger ruft an“. Der Gesprächspartner: Leonhard Dobusch ist Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Innsbruck und seit Juni 2025 Mitglied des Stiftungsrats des ORF. Von 2016 bis 2022 war er Mitglied im ZDF-Fernsehrat, von 2022 bis 2025 gehörte er dem ZDF-Verwaltungsrat an. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: „Reformstaatsvertrag“ mit Retro-Konzept der „Presseähnlichkeit“ (Leonhard Dobusch bei Netzpolitik.org) Warum gibt es kein öffentlich-rechtliches Netflix? (Interview mit Leonhard Dobusch bei Übermedien) Staatsvertrag zur Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks (PDF) „Nice & Nötig“: Robert Amlung vom ZDF über die Idee eines öffentlich-rechtlichen Netzwerks als Alternative zu Youtube und Co. (Podcast) Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de. Lust auf noch mehr Übermedien-Podcasts? Hier geht's zu „Nice & Nötig“, dem Übermedien-Podcast für gute Ideen mit Annika Schneider
- Holger ruft an... wegen Konstantin Wecker28.11., 08:0028.11.2025, 08:0000:32:49
Wie erklärt man seinen Lesern, dass das Privatleben von Konstantin Wecker die Öffentlichkeit etwas angeht? Vergangene Woche hat die „Süddeutsche Zeitung“ eine große Recherche veröffentlicht, wonach der bekannte Münchner Liedermacher Konstantin Wecker eine Beziehung zu einer Minderjährigen gehabt haben soll. Die Frau, die damals 15 Jahre alt war und heute 30 ist, hatte sich mit ihrer Geschichte an die Redaktion gewandt. Sie wirft Wecker unter anderem manipulatives Verhalten vor. Es gebe ein „sehr großes Gefälle zwischen dem Bild, das Wecker für die Öffentlichkeit aufgebaut hat, und dem Verhalten, das er über eine lange Zeit“ gezeigt habe, sagt SZ-Investigativchef Ralf Wiegand. Er ist diese Woche zu Gast im Übermedien-Podcast und spricht über die brisante Recherche und die unterschiedlichen Leserreaktionen darauf. Es gebe viel Kritik, erzählt Wiegand. Dass die Resonanz von Print- und Digitallesern dabei so weit auseinanderfalle, habe er in dieser Form noch nie erlebt. Von den Printlesern sei zu hören, das Thema sei zu boulevardesk und gehöre nicht in die Öffentlichkeit. Jüngere Leser hingegen, die sich eher digital informieren, hätten kritisiert, die SZ habe den Missbrauch nicht klar genug benannt, wenn sie von einer „Beziehung“ schreibe. Wie geht die Redaktion mit der Kritik um? Wieso hat sich die „Süddeutsche“ entschieden, die Geschichte – auch in dieser Detailtiefe – zu erzählen? Und was unterscheidet diesen Fall von anderen MeToo-Recherchen? Darüber sprechen Holger Klein und Ralf Wiegand in der neuen Folge „Holger ruft an“. Der Gesprächspartner: Ralf Wiegand ist seit Januar 2021 Leiter des Ressorts Investigative Recherche bei der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ). Zuvor arbeitete er bei der SZ im Reportageressort „Buch Zwei“, als innenpolitischer Korrespondent für Norddeutschland sowie als Sportredakteur. Volontiert hat Wiegand im Lokalen, bei den „Fränkischen Nachrichten“ in Tauberbischofsheim. Bevor er 1997 zur SZ wechselte, war er Redakteur beim „Weser Kurier“ in Bremen. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: „Der Mann und das Mädchen“ – Recherche der SZ über den Liedermacher Konstantin Wecker und seine Beziehung zu einer Minderjährigen Bluesky-Thread von Ralf Wiegand zu den unterschiedlichen Leserreaktionen Video mit SZ-Redakteurin Lea Weinmann zu häufigen Leserfragen zur Wecker-Recherche Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de. Lust auf noch mehr Übermedien-Podcasts? Hier geht's zu „Nice & Nötig“, dem Übermedien-Podcast für gute Ideen mit Annika Schneider
- Holger ruft an ... wegen Behörden-PR21.11., 13:0821.11.2025, 13:0800:28:55
Macht Behörden-PR dem Lokaljournalismus das Geschäft kaputt? Geht der Lokaljournalismus vor die Hunde, weil die Polizei heute im Netz ihre Meldungen und Fotos direkt veröffentlicht? Das meinen zumindest die deutschen Verleger. Sie berufen sich dabei auf die rechtliche Vorgabe, dass der Staat keine Presse machen darf. Ihr Argument: Weil Kommunen und Behörden wie Polizei und Feuerwehr zunehmend ihre Social-Media-Aktivitäten ausbauten und dabei weit mehr als reine Informationen verbreiteten, würden sie zu ungleichen Konkurrenten der freien Presse im Kampf um Reichweite im Netz. Außerdem stecke dahinter der Versuch, sich der Kontrolle durch den Journalismus zu entziehen. Aber lässt sich das Verbot für Kommunen, eigene Radiosender oder Zeitungen zu betreiben, so einfach auf Social-Media-Auftritte übertragen? Wie passt das mit der Pflicht zur Öffentlichkeitsarbeit zusammen, die Behörden eben auch haben? Und liegen die Probleme des Lokaljournalismus in Wahrheit nicht ganz woanders – und vor allem: viel tiefer? Diese und viele weitere Fragen zu dem Thema hat Holger Klein diese Woche an Hermann von Engelbrechten-Ilow. Der Rechtsanwalt und Journalist beschäftigt sich mit den verfassungsrechtlichen Aspekten der öffentlichen Meinungsbildung und hat zuletzt im Auftrag des Verbands Deutscher Lokalzeitungen und Lokalmedien (VDL) eine Umfrage unter Verlagen durchgeführt. Der Gast: Hermann von Engelbrechten-Ilow ist Journalist und Rechtsanwalt in Berlin. Er beschäftigt sich mit Medienrecht, Medienpolitik und allgemein mit der Meinungsbildung in der Demokratie. Im Herbert von Halem-Verlag erschien von ihm das Buch „Was läuft da schief im Journalismus?“. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: Wie Kommunen die Presse austrocknen (Gastbeitrag in der FAZ) Ergebnisse der VDL-Umfrage im Detail BGH-Urteil: „Ruhr-Nachrichten“ unterliegen „dortmund.de“ (SZ) Zu viel Reichweite für die Kanzlerin (DLF) Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de. Lust auf noch mehr Übermedien-Podcasts? Hier geht's zu „Nice & Nötig“, dem Übermedien-Podcast für gute Ideen mit Annika Schneider
- Podcast-Tipp: „Nice & Nötig“18.11., 13:4418.11.2025, 13:4400:01:06
Der Übermedien-Podcast für gute Ideen Liebe Hörer:innen von „Holger ruft an…“, wenn ihr Lust auf noch mehr Übermedien-Podcasts habt, dann schaut doch mal rüber zu unserer ersten Staffel von „Nice & Nötig“, dem Übermedien-Podcast für gute Ideen! Darin spricht Übermedien-Redakteurin Annika Schneider mit Menschen, die Medien und den Journalismus besser machen wollen. Wir freuen uns, wenn ihr reinhört und uns Feedback gebt! Hier geht's zu den sechs Folgen der ersten Staffel „Nice & Nötig“ Auf Spotify hören Auf Apple Podcasts hören Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.