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Holger ruft an

Übermedien

News · Society & Culture · TV & Film

263 Episoden · neueste 08.10.

Episoden

263
  1. Holger ruft an ... wegen KI-Webseiten
    14.11., 10:5300:24:54

    Was tun, wenn Chatbots falsche Informationen über dein Leben verbreiten? Sie soll mit dem bekannten Rapper Kontra K liiert sein und sogar Kinder mit ihm haben. Das zumindest behaupten zahlreiche KI-generierte Nachrichtenseiten über die in der Schweiz lebende Journalistin Celina Euchner. Doch alles daran ist falsch. Euchner hatte den Rapper ein Mal getroffen – für ein Interview vor Jahren. Offenbar leiteten KI-Modelle aus der Bildunterschrift zu einem Foto, auf dem Euchner beim Gespräch mit Kontra K zu sehen ist, die falsche Information ab. Die Folge: Immer mehr KI-Nachrichtenseiten berichteten über das angebliche Verhältnis. Die Maschinen hätten "im Grunde ein neues Privatleben über mich" erfunden, sagt Euchner, die kürzlich im Schweizer "Tages-Anzeiger" aufgeschrieben hat, was ihr passiert ist. Ihre Geschichte ist kein Einzelfall. So gab es etwa einen deutschen Reporter, der über Kindesmissbrauch berichtet hatte und vom Chatbot Copilot fälschlicherweise selbst dafür bezichtigt wurde. „Mehr als die Hälfte der Artikel im Moment draußen im Netz sind solcher KI-Schrott (…) und die Chatbots werden trainiert mit diesem Schrott“, erklärt Euchners Kollege Oliver Zihlmann, der diese Woche mit Euchner zusammen zu Gast ist im Übermedien-Podcast. Die beiden haben gemeinsam recherchiert, welche Interessen hinter solchen KI-Nachrichtenseiten stecken. Was sagen die Betreiber der Websites? Wie reagieren die Entwickler der Chatbots? Wie fühlt es sich an, so viele falsche Dinge über sich im Internet zu lesen? Und was kann man dagegen tun? Darum geht es in der neuen Folge von „Holger ruft an …“. Die Gäste: Celina Euchner ist Redakteurin am Digitaldesk von Tamedia. Sie absolvierte die Ringier-Journalistenschule und berichtete von 2021 bis 2023 als US-Korrespondentin für die Schweizer Blick-Gruppe aus New York und San Diego. Sie hat Germanistik und Französisch studiert. Oliver Zihlmann ist promovierter Historiker und Leiter des Recherchedesks von Tamedia. Er recherchiert regelmäßig in Kooperation mit Journalisten weltweit und lehrt Investigative Recherche an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Zürich. Für seine Arbeit wurde er mehrfach prämiert. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: Fake-News-Websites machen mich zur Partnerin eines Promi-Rappers. Und ich kann nichts dagegen tun (Celina Euchner im „Tages-Anzeiger“) „Eine beängstigende Entwicklung“: Wie KI-Artikel das Internet mit Fake News überfluten (Recherche von Oliver Zihlmann und Celina Euchner im „Tages-Anzeiger“ „Sleepless Historian“ und Co.: So wird Youtube mit KI-Schrott überflutet (Video von Mats Schönauer) Alles zum Thema Künstliche Intelligenz bei Übermedien Wie eine KI einen Reporter zum Verbrecher machte („Spiegel“) Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de. Lust auf noch mehr Übermedien-Podcasts? Hier geht's zu „Nice & Nötig“, dem Übermedien-Podcast für gute Ideen mit Annika Schneider

  2. Holger ruft an ... wegen Synchron-KI
    06.11., 12:2300:28:45

    Wieso sollten Synchronstimmen nicht mit KI erzeugt werden? Vor zwei Jahren ist Pumuckl wieder auferstanden. RTL erweckte die Zeichentrickfigur, die in den 80er-Jahren ins Fernsehen kam, wieder zum Leben. Seit kurzem tapst der rothaarige Kobold auch durch einen Kinofilm. Und obwohl der frühere Synchronsprecher Hans Clarin nicht mehr lebt, klingt Pumuckl wie früher – dank Künstlicher Intelligenz. Die einen freut das, andere kritisieren es. Vor allem Synchronsprecher. Einer davon: Sven Plate. Er ist seit vielen Jahren unter anderem die Stimme von Bugs Bunny. Plate macht die KI-Entwicklung Sorge. Weil Filmfirmen immer mehr darauf drängen, das Schauspieler und Synchronsprecher den Einsatz von KI erlauben. Weil Stimmen geklaut und vervielfältigt werden. Was den ganzen Berufsstand bedroht. Plate findet, es sei auch eine ganz grundsätzliche Frage: Soll irgendwann alles auf dieser Welt künstlich erzeugt werden – oder wollen wir Authentizität, auch echte Stimmen. Deshalb haben Plate und seine Kolleginnen und Kollegen eine Petition initiiert, für „eine umfassende und verbindliche Regulierung für den Einsatz von künstlichen Stimmen in den Bereichen Film, Fernsehen und anderen audiovisuellen Medien“. Was echte Stimmen so unverwechselbar macht, wieso er KI kritisch sieht und was noch alles kommen könnte, erzählt Sven Plate in der aktuellen Folge von „Holger ruft an“. Der Gesprächspartner Sven Plate ist Synchronsprecher, Dialogbuchautor und Synchronregisseur. Er ist unter anderem die deutsche Stimme des Trickfilmhasen Bugs Bunny und des US-Schauspielers Wil Wheaton. Auf Instagram, Youtube und Tiktok ist Plate mit seinem Synchronkanal aktiv und tritt auf Conventions auf. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: „Schützt die Kunst vor KI #DeineStimmeFürEchteStimmen“ (Openpetition) Kampagnenvideo: Gegen KI im Synchron Sven Plate auf Instagram Warum Pumuckls Stimme Sorgen auslöst (Tageschau) - Gericht stoppt KI-Stimmenklau (taz) Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.

  3. Holger ruft an ... wegen politischer Influencer
    30.10., 15:0000:21:16

    Wie beeinflussen Influencer den politischen Diskurs? Plattformen wie Instagram oder Tiktok sind natürlich längst Orte, an denen es auch um harte Politik geht, gerade wenn Wahlen anstehen. Was Influencer dort machen, erreicht ein großes, überwiegend junges Publikum. Es wirkt sich also aus auf die politische Meinungsbildung jüngerer Menschen. Die Landesanstalt für Medien NRW (LfM) hat sich deshalb in einer Untersuchung damit beschäftigt, was politische Influencer zur Bundestagswahl 2025 gesendet haben – und was daran mitunter problematisch ist. Holger Klein spricht mit Desiree Steppat von der LfM über Inhalte und Strategien: Insgesamt 98 Accounts haben sich die Medienhüter angesehen. Es gebe vor allem „sehr viel Meinung, sehr viel Emotion“, sagt Steppat. Außerdem würden der politische Betrieb und politische Parteien zuweilen negativ dargestellt. Was „schwierig“ sei, weil das antidemokratische Tendenzen stärken könne. Welche Influencer aus welchem politischen Spektrum erfolgreich sind, wie und worüber sie kommunizieren und wie sich ihre Arbeit von einer journalistischen Hernagehensweise unterscheidet, hören Sie in der aktuellen Folge von „Holger ruft an…“ Die Gesprächspartnerin: Dr. Desiree Steppat ist Kommunikationswissenschaftlerin. Seit 2020 ist sie Referentin für Forschung bei der Landesanstalt für Medien NRW. Hier betreut sie Forschungsprojekte unter anderem zu Themen wie Desinformation, Künstliche Intelligenz im Journalismus und jugendgefährdende Inhalte im Netz. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: Landesanstalt für Medien NRW Political Influencer zwischen Journalismus und Algorithmus (Untersuchung) Die Supermacht der Influencer („taz“) Wie die Ära der „Superinfluencer“ den Journalismus verändern wird Brooklyn Oyoms bei TikTok Louisa Dellert auf Instagram Susanne Siegert auf Instagram

  4. Holger ruft an ... wegen Rundfunkbeitrag
    24.10., 11:4600:23:34

    Kommt jetzt eine Klagewelle gegen ARD und ZDF? Vergangene Woche hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ein Urteil gefällt, das den Gegnern des Rundfunkbeitrags Recht gibt: Wer die Öffentlich-Rechtlichen für zu einseitig hält, kann künftig vor Verwaltungsgerichten gegen die Zahlung des Rundfunkbeitrags klagen. Das ist ein überraschendes Urteil, denn bislang haben Verwaltungsgerichte solche Klagen abblitzen lassen. Sie verwiesen stattdessen auf die Rundfunkräte, die für die inhaltliche Kontrolle der Programme zuständig sind. Doch was bedeutet dieses Urteil nun genau? Und heißt das, dass die Sender bald mit Klagen überflutet werden? Darüber spricht Holger Klein in dieser Woche mit dem Rechtsanwalt und LTO-Chefredakteur Felix Zimmermann. Er sieht in dem Urteil keine Niederlage für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, sondern vielmehr ein Geschenk: „Denn der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird jedes dieser Verfahren gewinnen.“ Warum ist er sich da so sicher? Wie hoch sind die rechtlichen Hürden für eine Klage? Und welchen Vorteil hätte das Urteil für den Fall, wenn eine Partei wie die AfD regiert? Darüber sprechen Holger Klein und Felix Zimmermann in der neuen Folge „Holger ruft an …“. Der Gesprächspartner: Felix W. Zimmermann ist Journalist und Rechtsanwalt mit den Schwerpunkten Presserecht und Prozessrecht. Seit 2022 ist Zimmermann Chefredakteur von Legal Tribune Online (LTO). Zuvor war er Rechtsexperte des ZDF. Vor seiner journalistischen Tätigkeit arbeitete er bei der Presserechtskanzlei Schertz Bergmann Rechtsanwälte. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: Fehlt da was? Perspektivenvielfalt in öffentlich-rechtlichen Nachrichtenformaten – Studie der Uni Mainz Gericht erlaubt Klagen gegen den Rundfunkbeitrag – "Ein Geschenk für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk" – Kommentar von Felix Zimmermann bei LTO Ein rundfunkrechtliches „Solange"? Erste Gedanken zur Entscheidung des BVerwG betreffend die Verfassungsmäßigkeit des Rundfunkbeitrags (Verfassungsblog) Wie wird berechnet und entschieden, wie hoch der Rundfunkbeitrag ist? (Podcast)

  5. Holger ruft an ... wegen KI-Lügen
    17.10., 15:4000:23:05

    Wer haftet für Chatbots, die lügen? Es ist eine Lüge, dass die Organisation Campact sich aus Steuermitteln finanziert. Dennoch hat der KI-Chatbot Grok das behauptet. Grok gehört zur Firma xAI, die auch das Netzwerk X betreibt. Campact ist juristisch gegen sie vorgegangen und hatte vor dem Landgericht Hamburg Erfolg: xAI muss nun dafür sorgen, dass die KI diese falsche Aussage nicht länger verbreitet. Doch woher kommen solche falschen Behauptungen von KI-Chatbots überhaupt? Und wer ist verantwortlich, wenn sie Unsinn ausgeben? Darüber spricht Holger Klein diese Woche mit Falk Steiner. Steiner ist Journalist mit dem Schwerpunkt Digitalpolitik und erklärt: Bei der Technik hinter KI-Chatbots, den sogenannten Large Language Models (LLM), geht es nicht darum, ob etwas wahr oder falsch ist, sondern um Statistik: „Die KI schaut sich an, welche Aussagen es gibt (…), puzzelt sie neu zusammen und sagt dann: Das hier ist wahrscheinlich die korrekte Antwort auf eine Frage.“ Es gehe darum, was angesichts der Algorithmen plausibel erscheint, mit denen die Modelle trainiert wurden. Und wenn bei X viele Nutzer behaupten, dass Campact Steuergelder erhält, übernimmt die KI diese Aussage. Wie kann man falsch gelerntes Wissen aus solchen Modellen wieder entfernen? Was können Einzelpersonen tun, über die die KI falsche Dinge behauptet? Und brauchen wir für KI neue Gesetze – oder gibt es die passenden schon? Darüber sprechen Holger Klein und Falk Steiner in der neuen Folge von „Holger ruft an…“. Der Gesprächspartner: Falk Steiner ist Journalist in Berlin. Er ist als Autor für „heise online“, Tageszeitungen, Fachnewsletter sowie Magazine tätig und berichtet unter anderem über Digitalpolitik im Bund und in der EU.​ Mehr zum Thema: LG Hamburg: xAI darf Unwahrheiten nicht als Fakten verbreiten (Text von Falk Steiner bei heise.de) Macht bei Axel Springer bald KI die ganze Arbeit? (Podcast mit Marvin Schade) Wie stark färbt die „Bild“ auf ChatGPT ab?

  6. Holger ruft an ... wegen Polizeiberichten
    10.10., 16:4200:20:05

    Wann ist es sinnvoll, dass Medien die Herkunft eines Täters nennen? Seit dem 1. Oktober nennt auch die Bayerische Polizei in ihren Pressemitteilungen „grundsätzlich aktiv“ die Nationalitäten von Tätern und Opfern. In anderen Bundesländern, wie etwa Nordrhein-Westfalen, gilt die Regelung schon länger. Ob Medien diese Informationen übernehmen, müssen sie eigentlich sorgfältig prüfen, um keine Vorurteile gegen Minderheiten zu schüren. Der Pressekodex hat dafür genaue Leitsätze formuliert. Dennoch kommt es immer öfter vor, dass auch Medien die Nationalität von Tätern nennen. Laut dem Bayerischen Innenministerium soll dadurch eine „unbeeinflusste und sachliche Meinungsbildung in der Öffentlichkeit“ ermöglicht werden. Innenminister Joachim Herrmann begründete die Entscheidung in einer Anweisung an die Polizei damit, dass die Nationalität von Tatverdächtigen „zunehmend in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit“ rücke. „Bild“ hatte zuerst darüber berichtet. Mit einer solchen Regelung sei „niemandem geholfen“ – außer jenen, „die den gesellschaftlichen Diskurs nach rechts verschieben wollen“, sagt die Kommunikationswissenschaftlerin Christine Horz-Ishak, die in dieser Woche bei Holger Klein im Übermedien-Podcast zu Gast ist. Das öffentliche Interesse an der Herkunft von Tätern entstehe vor allem durch die Berichterstattung selbst, so Horz-Ishak. Aber wie sollten Redaktionen mit dem Vorwurf umgehen, sie würden Informationen bewusst verheimlichen, wenn sie die Herkunft eines Täters nicht nennen? Was sagt der Pressekodex zu diesem Thema eigentlich genau? Und wann ist die Nennung der Herkunft tatsächlich sinnvoll? Darüber sprechen Holger Klein und Christine Horz-Ishak in der neuen Folge von „Holger ruft an…“. Die Gesprächspartnerin: Dr. Christine Horz-Ishak ist Professorin für Transkulturelle Medienkommunikation an der TH Köln. Bei ihrer Forschung widmet sie sich insbesondere den Themengebieten Einwanderungsgesellschaft und Diversität in den Medien sowie der Zukunft der öffentlich-rechtlichen Medien und den damit verbundenen medienpolitischen Fragen. Sie ist Mitgründerin und Herausgeberin des Fachjournals „Global Media Journal – DE“. Links: - Wie die Polizei mithilfe von Medien die Realität verzerrt - Warum dann doch alle über die Herkunft des mutmaßlichen Täters berichten - Nationalitäten-Nennung durch Polizei: Transparent oder riskant? (Bayerischer Rundfunk) - Praxis-Leitsätze zur Richtline 12.1 des Pressekodex

  7. Holger ruft an ... wegen „Der talentierte Mr. F.“
    02.10., 17:2800:32:42

    Wie lässt man einen Hochstapler auffliegen? Die Geschichte klingt fast unglaublich: Samuel F., ein junger Mann aus den USA, stiehlt den Animationsfilm zweier deutscher Studenten, gibt ihn als eigenes Werk aus – und macht damit Karriere auf Filmfestivals. Die Bestohlenen merken es und beschließen, in die USA zu fliegen, um den Dieb zu stellen. Mit dabei: Regisseur Igor Plischke, der daraus den Dokumentarfilm „Der talentierte Mr. F.“ macht. Seit dieser Woche ist er in der ARD-Mediathek zu sehen. Kurios ist nicht nur die Geschichte dieses dreisten Filmraubs, sondern auch die Methode der Filmemacher. Um den Hochstapler zur Rede zur stellen, tricksen sie ihn zunächst aus. Als sie ihn schließlich konfrontieren, reagiert der Dieb überraschend kooperativ – und die beklauten Studenten sind erstaunlich milde mit ihm. „Dass er partizipiert und so offen ist, hätte ich nicht erwartet“, sagt Igor Plischke, der diese Woche im Übermedien-Podcast bei Holger Klein zu Gast ist. Wie rüstet man sich für die Begegnung mit einem Hochstapler? Was, wenn er ganz anders reagiert hätte? Warum behandelt der Film den Dieb so nachsichtig? Und war es gewollt, dass man als Zuschauer am Ende fast Mitleid mit dem Täter empfindet? Zum Gesprächspartner: Igor Plischke wurde 1985 in Bischkek, Kirgisistan, geboren und lebt seit 1992 in Deutschland. Er studierte Literatur- und Theaterwissenschaft sowie Politikwissenschaft. Sein Regiedebüt gab er 2014 mit dem Kurzfilm „Impuls“. Seitdem entstanden zahlreiche Werbefilme, Musikvideos und weitere Kurzfilme. 2019 gründete er gemeinsam mit der Regisseurin, Autorin und Schauspielerin Saralisa Volm die Produktionsfirma „Yad Film“. „Der talentierte Mr. F.“ ist Plischkes erster abendfüllender Dokumentarfilm. Links: „Der talentierte Mr. F.“ in der ARD-Mediathek „Butty“ – Animationsfilm von Julius Drost und Moritz Henneberg

  8. Holger ruft an ... wegen Hass im Netz
    26.09., 12:1900:21:29

    Was hilft gegen Hass im Netz? Die Moderatorin Dunja Hayali wurde kürzlich nach einer ihrer Moderationen im ZDF-„heute journal“ mit extremen Anfeindungen und Drohungen überzogen. Ihre Kollegin Ruth Moschner startete daraufhin die Petition „Schluss mit anonymem Internet-Hass!“, in der sie und andere beispielsweise einen „verpflichtenden Identifikationsnachweis“ für Accounts in sozialen Medien fodern. Ist das eine sinnvolle Idee? Der Journalist und Social-Media-Experte Simon Berlin findet: Nein. Er stehe zu 100 Prozent hinter dem Anliegen der Petition, finde aber die „konkreten Forderungen und Formulierungen problematisch“, vor allem den Identifikationsnachweis, der im Übrigen seit Jahrzehnten immer mal wieder gefordert werde, vor allem von konservativer Seite. Weshalb Berlin das problematisch findet, was er von einer Altersbeschränkung für soziale Medien hält und wieso er für mehr Einflussnahme der Nutzerinnen und Nutzer auf Algorithmen und viel mehr Transparenz seitens der Plattformbetreiber ist, hören Sie in der aktuellen Folge von „Holger ruft an“. Simon Berlin ist Autor für die „Süddeutsche Zeitung“ und versucht, das Internet so zu erklären, dass es seine Eltern verstehen. Gemeinsam mit Martin Fehrensen schreibt er das „Social Media Watchblog“. Der Newsletter beschäftigt sich mit der Macht und Verantwortung der großen Online-Plattformen. Petition „Schluss mit anonymem Internet-Hass!“ Dunja Hayali über Hasskommentare (Insta-Video) Dunja Hayali macht nach Shitstorm Onlinepause („Spiegel“) Hetze gegen englische Fußballer: Twitter schließt Untersuchung zu rassistischen Tweets ab (RND) Hasskommentatoren verzichten im Netz häufig auf ihre Anonymität (Uni Zürich)

  9. Holger ruft an ... wegen Charlie Kirk
    19.09., 16:2700:23:56

    Haben rechte Takes den Mediendiskurs gekapert? Bis vor kurzem wussten in Deutschland wahrscheinlich nur sehr wenige, wer Charlie Kirk war. Seit dem tödlichen Attentat auf den Trump-Anhänger am 10. September hat sich das schlagartig geändert. Dabei galt Kirk auch für Rechtsextreme in Europa als Vorbild, erklärt Rechtsextremismusforscher Miro Dittrich im Übermedien-Podcast. Der Fall Charlie Kirk zeige, so Dittrich, „wie Rechtsextreme es geschafft haben, eine gewisse Deutungshoheit über den medialen Diskurs zu erlangen“. Dazu gehöre etwa die Erzählung, Kirk habe für Meinungsfreiheit und offene Debatten gestanden. In Wahrheit aber gehe es nicht um Meinungsfreiheit, sondern darum, diese anzugreifen, sagt Dittrich. Warum versagen Medien immer wieder bei der Berichterstattung über diese Themen? Warum hat das alles mit Konservativismus nichts mehr zu tun? Und gibt es vergleichbare Figuren wie Charlie Kirk auch in Deutschland? Darüber sprechen Holger Klein und Miro Dittrich in der neuen Folge von „Holger ruft an…“. **Zur Person: ** Miro Dittrich arbeitet als Senior Researcher zum Thema Rechtsextremismus beim Center für Monitoring, Analyse und Strategie (CeMAS). Er erforscht die Schnittstelle von Technologie und Gesellschaft, mit Fokus auf menschen- und demokratiefeindliche Phänomene im digitalen Raum. Mittels qualitativer, quantitativer und OSINT-geleiteter Methoden untersucht er rechtsextreme Propaganda, Vernetzung und Radikalisierung online. Bei CeMAS leitet er das Projekt Digital Seismograph: Monitoring Terrorism. Von 2018 bis 2020 war er für das Projekt „de:hate“ bei der Amadeu Antonio Stiftung verantwortlich. **Mehr zum Thema: ** Extrem offline: Warum Journalismus von der Internetkultur überfordert ist Hasswort "Bürgerlich" (Kolumne) Das Problem ist nicht, dass die AfD in Talkshows eingeladen wird. Sondern dass ihre Erzählungen sie längst dominieren. **Was Miro Dittrich im Podcast empfiehlt: ** Brainrot Morde oder wie man einen Abgrund überwindet (Substack von Berit Glanz) 404 Media Garbage Day - A newsletter about having fun online QAA Podcast

  10. Holger ruft an ... wegen ProSiebenSat.1
    10.09., 12:3100:16:08

    Wie italienisch wird ProSieben nach der Übernahme durch den Berlusconi-Konzern? Nun also doch: Der italienische Konzern Media for Europe (MFE) sichert sich die volle Kontrolle über ProSiebenSat.1. MFE teilte vergangene Woche mit, künftig mehr als 75 Prozent der Anteile an der deutschen Sendergruppe zu halten. Spekuliert wurde darüber schon länger. Mitte September soll die Übernahme final abgewickelt werden. Hierzulande sorgt das für Nervosität. Ziel des Aufkaufs ist es angeblich, einen großen Medienkonzern zu schaffen, der Streamingdiensten wie Netflix oder Amazon Prime Konkurrenz machen kann. MFE ist bereits in Italien und Spanien sehr erfolgreich. Nervosität gibt es in Deutschland auch deshalb, weil MFE von einem Mann mit bekanntem Namen geführt wird: von Pier Silvio Berlusconi, einem Sohn des früheren italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Der hatte MFE Ende der 70er-Jahre unter dem Namen Mediaset gegründet und teils fragwürdiges Programm gemacht. Aber: Wie politisch ist der Sohn? Und für was für eine Art Fernsehen steht MFE heute? Und was bedeutet die Übernahme nun für die deutschen Sender, ihre Redaktionen und für die Zuschauer? Darüber spricht Holger Klein diese woche mit dem Medienjournalisten Timo Niemeier. Er schreibt mit kleiner Unterbrechung seit 2014 für das Medienmagazin DWDL.de und hat als Wahl-Wiener nicht nur die Entwicklungen auf dem deutschen, sondern auch auf dem österreichischen Medienmarkt im Blick. 2025 saß er erstmals in der Unterhaltungs-Jury des Grimme-Preises. (Offenlegung: DWDL.de ist Gesellschafter der Übermedien GmbH.) Links: Freie Bahn für MFE: Berlusconi sichert sich volle Kontrolle über P7S1 (DWDL.de) Machte Berlusconis MFE ein Angebot, das man nicht ablehnen konnte? (DWDL.de, Kommentar) Jetzt gehört ProSieben.Sat1 zum Berlusconi-Konzern („Tagesschau“) Übernahme durch Berlusconi-Konzern: Können Joko und Klaas ProSieben verlassen? (RND) Was heißt eigentlich DWDL? (DWDL.de)

  11. Holger ruft an ... wegen „AI first“
    05.09., 14:0500:29:46

    Macht bei Axel Springer bald KI die ganze Arbeit? Dass Mathias Döpfner, der Chef des Berliner Axel-Springer-Verlags, die „Chancen von KI umarmen“ will, hat er bereits vor zwei Jahren deutlich gemacht. Dieses Jahr dann stellte Springer-Vorstandsmitglied Claudius Senst in einer Mail an die Mitarbeiter einen „Fünf-Punkte-Plan“ vor, an den sich alle halten müssen. „AI first“ lautete die Devise. Das Magazin „Medieninsider“ berichtete damals zuerst darüber. „AI first“ bedeutet zum Beispiel, dass Journalisten zu Beginn einer Recherche immer erst eine KI befragen sollen, bevor sie eine Suchmaschine nutzen. Oder dass Artikel mindestens einmal von einer KI geprüft und „optimiert“ werden. Kann das gut gehen? Schließlich zeigen KI-Modelle gerade bei solchen Aufgaben noch viele Schwächen. Was bedeutet das für die journalistischen Inhalte und die Abläufe in der Redaktion? „Medieninsider“-Gründer Marvin Schade ist diese Woche zu Gast bei Holger Klein im Übermedien-Podcast und spricht darüber, wie der KI-Plan von Springer genau aussieht, woran er zweifelt, und wie KI den Journalismus verändert – mal davon abgesehen, dass sie viele Jobs kosten könnte.

  12. Holger ruft an ... wegen Late Night
    24.07., 12:3300:20:01

    Wie politisch motiviert ist Stephen Colberts Late-Night-Aus – und endet damit eine Ära? Die erfolgreichste Late-Night-Show im US-Fernsehen wird abgesetzt: Im Mai kommenden Jahres muss Stephen Colbert seinen Schreibtisch aus dem Studio räumen. Damit verschwindet einer der schärfsten Kritiker von Donald Trump, und es kommt auch kein Nachfolger. Die legendäre Sendung, die 1993 von David Letterman begründet wurde, wird einfach komplett abgeschafft. Was vor allem einen freut: Donald Trump. Hat der Sender CBS Colbert geopfert, um Trump gütlich zu stimmen? Oder sind tatsächlich finanzielle Gründe die Ursache, wie CBS erklärt? Und ist das nun das Ende einer Ära? „Ein Kernmöbel amerikanischen Fernsehens wird abgeschafft“, sagt Friedrich Küppersbusch. Das sei auch „eine Selbstentfärbung der Sender“, deren Aushängeschild die Late-Night-Shows lange waren. Anders als in Deutschland, wo dieses Format keine derartige Tradition habe wie in den USA. Im Podcast erzählt Küppersbusch, was er über deutsches satirisches Fernsehen denkt, wie er auf die US-Sendungen schaut und weshalb ihn die politische Einseitigkeit der Late-Night-Shows dort befremdet. Jetzt hier hören. Links: Trump-Kritiker Stephen Colbert verliert TV-Show ("Tagesschau") "The Gloves Are Off": Stephen Colbert über seine Absetzung (Youtube) Schlechte Nacht für das Gute-Nacht-Fernsehen ("Spiegel", €) Und bald vergeht auch das Lachen ("Die Zeit", €) Gute Nacht, Late Night? Klaas, Edin und der Epilog für ein ganzes Genre ("DWDL")

  13. Holger ruft an ... wegen Medien und Kampagnen
    17.07., 12:3000:28:52

    Welche Verantwortung tragen Medien beim Angriff auf Frauke Brosius-Gersdorf? Eigentlich sollte die Potsdamer Juraprofessorin Frauke Borsius-Gersdorf vergangene Woche vom Bundestag zur Richterin am Bundesverfassungsgericht gewählt werden, als Kandidatin der SPD. Aber dann ließ die Unions-Fraktion die Wahl platzen. Der Vorwurf, der schon seit Tagen durchs politische Berlin geisterte: Brosius-Gersdorf sei „zu links“. Die Aufregung ist seither groß. Weil das ein bemerkenswerter Vorgang ist – und die Juristin offensichtlich Ziel einer großen Kampagne von konservativer und rechter Seite wurde, bei der viele Falschbehauptungen über sie verbreitet wurden. Welche Rolle spielten dabei Medien? Brosius-Gersdorf kritisierte die Berichterstattung „in Teilen der Medien“ als „unzutreffend und unvollständig, unsachlich und intransparent“. Auch die Journalistin Ingrid Brodnig sagt im Übermedien-Podcast: „Hier ist ein Feindbild aufgebaut worden“, von der politischen Rechten und Medien wie dem rechtsradikalen Wutportal „Nius“. Das Gefährliche sei, wenn die Kampagne in seriöse Medien überschwappt – und das Framing sich dann auch in deren Artikeln findet. Aber wie können Medien dem entgegenwirken? Wie sollten sie mit dem Fall Brosius-Gersdorf umgehen, um sich nicht vor einen Karren spannen zu lassen? Und was können sie künftig tun, um nicht auf rechte Desinformationskampagnen reinzufallen? Ingrid Brodnik ist ist Buchautorin und Kolumnistin der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“. Sie befasst sich mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf unsere Gesellschaft, ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist der Umgang mit Desinformation und Hasskommentaren. Sie hat sechs Bücher verfasst, zuletzt „Wider die Verrohung – Über die gezielte Zerstörung öffentlicher Debatten“. Links: FAQ](https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/brosius-gersdorf-verfassungsgericht-100.html">FAQ): Viele Vorwürfe – und eine Kampagne? ("Tagesschau") Wie](https://www.br.de/nachrichten/bayern/eklat-um-richterkandidatin-wie-die-kampagne-gegen-frauke-brosius-gersdorf-ins-laufen-kam,Ur1TB8E">Wie) die Kampagne gegen Frauke Brosius-Gersdorf ins Laufen kam (BR24) Brosius-Gersdorf](https://www.spiegel.de/politik/deutschland/frauke-brosius-gersdorf-beklagt-unsachliche-und-intransparente-berichterstattung-a-89195854-7a28-4e0b-a298-e678a6e83eb7">Brosius-Gersdorf) kritisiert Berichterstattung einiger Medien als "unsachlich und intransparent" ("Spiegel") Rechts­wis­sen­schaftler](https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/offener-brief-rechtswissenschaftlicher-professoren-verfassungsrichter-umgang-brosius-gersdorf-verfassungsrichterwahl">Rechts­wis­sen­schaftler) und Ex-Ver­fas­sungs­richter kri­ti­sieren Umgang mit Bro­sius-Gers­dorf (LTO) Die](https://www.spiegel.de/wirtschaft/umstrittener-plagiatsjaeger-stefan-weber-rache-eines-verfemten-a-b0426fb5-1dfb-4f12-8fe4-6887a583702c">Die) Rache des Stefan Weber ("Spiegel", 2024)

  14. Holger ruft an ... wegen KI und Medien
    11.07., 14:2400:30:03

    Killt KI die Reichweite unabhängiger Medien? Englische Verleger klagen bei der Europäischen Kommission gegen die Google-KI, die Suchergebnisse zusammenfasst und dafür auch auf Medieninhalte zurückgreift. Die „Independent Publishers Alliance“ befürchtet, dass Medien dadurch Reichweite und Einnahmen verloren gehen, weil das Publikum womöglich weniger auf Artikel klickt. Ist die Sorge begründet? Nimmt KI, etwa auch ChatGPT, Medien die Reichweite weg? Ja, sagt der Journalist und Steady-Geschäftsführer Sebastian Esser. Immer neue KIs nutzten Inhalte von Medien, um damit ihr Produkt zu bauen. Und dafür bekomme fast niemand Geld. Es kämen auch nur wenige Menschen über KI in Medienangebote. Der Protest sei aber gerade, etwa in Deutschland, noch recht leise. Weil Medien eben auch von Google profitieren – und abhängig sind. Und jetzt? Wie wird die KI-Ära unabhängige Medien verändern? Auf welche Ausspielwege können, müssen sie jetzt setzen? Man müsse das vom Ende her denken, sagt Esser: "Will ich der sein, der den KIs Inhalte liefert, damit die damit rummanschen können?" Diese Technologie sei natürlich auch faszinierend. Aber sich wieder von großen Plattformen verarschen zu lassen, das könne man doch vielleicht versuchen zu verhindern. Sebastian Esser ist Journalist und Unternehmer. Er ist Geschäftsführer der Mitgliedschaftsplattform Steady und Mitgründer und Herausgeber von „Krautreporter“, dem mitgliederfinanzierten digitalen Magazin. Jeden Montag erscheint sein Newsletter „Blaupause“ zu Communitys, Memberships und Medien. Links: „Eine existenzielle Bedrohung für unabhängige Nachrichten“ („Süddeutsche Zeitung“, €) Was bedeutet Googles AI Overview für Verlage? (Interview „Medias Res“, ab 12:37) Die neue Medien-Ära und wie du dich auf sie vorbereitest („Blaupause“) Macht Künstliche Intelligenz Journalisten überflüssig? (Übermedien-Podcast) Wie stark färbt die „Bild“ auf ChatGPT ab? (Übermedien)

  15. Holger ruft an ... wegen Iran
    26.06., 13:1500:17:59

    Wessen Perspektiven kommen in den Berichten über Iran zu kurz? Seit Beginn des Krieges zwischen Israel und Iran vor zwei Wochen wurden Hunderte Menschen getötet, Tausende verletzt. Weil die Pressefreiheit in Iran massiv eingeschränkt ist und das Land kaum ausländische Journalisten einreisen lässt, ist eine umfassende Berichterstattung von dort nur schwer möglich. Besonders die persönlichen Schicksale der Menschen geraten in den Medien oft aus dem Blick. „Was ich selten sehe, ist die Perspektive der Menschen vor Ort und der Menschen in Deutschland, die mit Iran verbunden sind", sagt WDR-Redakteurin Parniean Soufiani. Sie produziert für den interkulturellen WDR-Sender "Cosmo" den Podcast „Iran im Herzen". Dieser wurde 2022 während der großen Proteste in Iran ins Leben gerufen und aufgrund der aktuellen Ereignisse neu aufgelegt. Worauf sollten Journalisten achten, wenn sie iranische Quellen zitieren? Warum ist das, was in Iran geschieht, für alle relevant – und nicht nur für Menschen mit iranischen Wurzeln? Und: Sagt man eigentlich noch „der Iran"? Darüber spricht Holger Klein mit Parniean Soufiani in der neuen Folge von „Holger ruft an…". Links: WDR-Podcast "Iran im Herzen" Wie arbeitet eine Korrespondentin, die über ein riesiges Gebiebt berichtet? (Interview mit Katharina Willinger) Was muss man über Irans Propaganda wissen, um nicht darauf reinzufallen? (Podcast mit Gilda Sahebi) Wie sich deutsche Medien von iranischer Propaganda einlullen lassen Ein "Iran-Experte" mit Nähe zum System

  16. Holger ruft an wegen ... Nachrichtenvermeidung
    20.06., 14:3900:24:53

    Warum meiden Menschen Nachrichten – und wie schlimm ist das? 71 Prozent der Deutschen meiden mindestens gelegentlich Nachrichten – über dieses Ergebnis des aktuellen "Reuters Institute Digital News Report 2025" haben in dieser Woche mehrere Medien berichtet. Doch was genau steckt hinter dieser Zahl? Wie besorgniserregend ist sie? Und was bedeutet Nachrichtenvermeidung überhaupt? Über diese und weitere Fragen spricht Holger Klein mit der Medienwissenschaftlerin Julia Behre, die als Co-Autorin der Studie die Ergebnisse für Deutschland ausgewertet hat. Der "Reuters Institute Digital News Report 2025" ist eine Langzeitstudie zur Nutzung digitaler Nachrichtenangebote, die seit 2013 jedes Jahr durchgeführt wird – mittlerweile in 48 Ländern. Für Deutschland kann Behre festhalten: „Das Vertrauen in Nachrichtenmedien ist auf einem hohen Niveau und auch stabil. Einen Vertrauensbruch, von dem ja oft die Rede ist, können wir aktuell nicht beobachten.“ Erstmals wollten die Forschenden auch wissen, wie oft Menschen generative KI-Chatbots nutzen und was sie von Künstlicher Intelligenz in der Nachrichtenproduktion halten. Was Behre und ihr Team herausgefunden haben – und was Medienhäuser daraus ableiten können –, darum geht es in der neuen Folge von "Holger ruft an…" mit Julia Behre. Links: Reuter Digital News Report 2025 – Ergebnisse für Deutschland Interview mit Ellen Heinrichs vom Bonn Institut über Nachrichten in Krisenzeiten "Doomscrolling" und "Digital Detox": Warum Nachrichtenkonsum politisch ist

  17. Holger ruft an ... wegen Sean Diddy Combs
    13.06., 15:3100:26:43

    Welche Details aus dem P. Diddy-Prozess gehören an die Öffentlichkeit? In New York steht derzeit der Rapper und Musikproduzent Sean Combs, besser bekannt als P. Diddy, vor Gericht. Ihm werden Menschenhandel zum Zweck sexueller Ausbeutung, Vergewaltigung und weitere Straftaten vorgeworfen. „Er soll ein regelrechtes System aufgebaut haben“, das er mit Hilfe seiner Mitarbeiter mehr als 20 Jahre aufrecht erhalten habe, berichtet Ann-Kathrin Nezik, die für die „Süddeutschen Zeitung“ den Fall begleitet. In dieser Woche ist sie zu Gast bei Holger Klein im Übermedien-Podcast und spricht über das Medienspektakel rund um den Prozess: darüber, mit welchen ungewöhnlichen Mitteln sich große US-Medien einen Platz im Gerichtssaal sichern, über die Rolle von Tiktok-Influencern, die die Verhandlung begleiten, und inwiefern der Prozess den Medienwandel in den USA sichtbar macht. Wie geht Ann-Kathrin Nezik mit den intimen, erschütternden Aussagen mutmaßlicher Opfer um? Was unterscheidet den Prozess von anderen Metoo-Fällen? Und welche politische Bedeutung hat das Verfahren im Kontext der aktuellen Entwicklungen in den USA? Darum geht es in der neuen Folge von „Holger ruft an“. "Weil er es wollte" – Seite-Drei-Reportage von Ann-Kathrin Nezik in der "Süddeutschen Zeitung" "Es war eine Illussion, zu glauben, dass die Gesellschaft endlich verstanden hat – Kommetar von Ann-Kathrin Nezik in der "Süddeutschen Zeitung" Was hat die Berichetrstattung über #Metoo verändert? (Übermedien-Podcast mit Juliane Löffler) Die Angst vieler Medien vor der Macht der Stars – Annika Joeres über Metoo in Frankreich

  18. Holger ruft an ... wegen Programmbeschwerden
    06.06., 10:0700:30:22

    Was bringen eigentlich Programmbeschwerden? Im Jahr 2024 gingen bei den Kontrollgremien von ARD, ZDF und Deutschlandradio insgesamt 1129 Programmbeschwerden ein. Das sind 60 Prozent mehr als im Vorjahr. Gemessen an der Gesamtzahl der ausgestrahlten Sendungen ist das jedoch immer noch relativ wenig. Wie sind diese Zahlen zu verstehen? Antworten darauf hat der Medienjournalist Stefan Fries, der sich bereits zum zweiten Mal in einer ausführlichen Recherche alle Programmbeschwerden angesehen hat, die bei den Rundfunkräten der öffentlich-rechtlichen Sender eingereicht wurden. Das ist gar nicht so einfach – denn der Umgang der Sender mit den Beschwerden ist sehr unterschiedlich und oft nicht transparent, kritisiert Fries: „Bei einigen Sendern wissen wir gar nicht, worum es geht in den Beschwerden. Bei anderen Sendern, wie dem ZDF zum Beispiel, kriegen wir lange Listen, in denen zumindest steht, wegen welcher Sendung sich beschwert wurde.“ Wie kann man eigentlich eine Programmbeschwerde einreichen? Wie sehen die Beschwerdeverfahren genau aus? Warum beschäftigen sich die Gremien nur mit einem Bruchteil der eingereichten Beschwerden? Und warum 2024 ingesamt nur fünf Beschwerden stattgegeben? Diese Fragen beantwortet Stefan Fries in der neuen Folge von „Holger ruft an“.

  19. Holger ruft an ... wegen Doping
    30.05., 16:0100:40:56

    Schaut der Sportjournalismus beim Thema Doping zu oft weg? Ein Sportjournalist ist in erster Linie Journalist – und nicht jemand, der den Sport promoten soll. So sieht es der Filmemacher und Investigativjournalist Hajo Seppelt. Doch das Selbstverständnis in der Branche ist zum Teil immer noch ein anderes – besonders beim Thema Doping. "Alle Medien, die mit Sport Quote oder Klicks machen oder mehr Zeitungen verkaufen wollen, sind mehr oder minder in dem klassischen Interessenkonflikt: Soll ich das Produkt, mit dem ich Erfolg habe, kaputt machen?", sagt Seppelt im Übermedien-Podcast "Holger ruft an". Hinzu komme, dass Sportverbände, die von Sponsoren abhängig seien, wenig Interesse hätten, dass über Verstöße ihrer Athleten berichtet wird. Das Thema Doping gelte als „geschäftsschädigend“. Kürzlich hat Seppelt mit seinem Team von der ARD-Dopingredaktion aufgedeckt, dass die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) seit Jahren keine Namen von Sportlern mehr veröffentlicht, die wegen unerlaubter Leistungssteigerung gesperrt wurden. Der Grund: Datenschutz. Bislang war das offenbar niemandem aufgefallen. Sportler und ihre Sponsoren nutzen einerseits die mediale Bühne, andererseits soll bei Regelverstößen nichts öffentlich werden? Für Seppelt ein „eklatanter Widerspruch“. Wie arbeitet die Dopingredaktion der ARD? Welchen Stellenwert hat das Thema heute im Vergleich zu früher? Was kritisiert er an der eigenen Branche? Und warum sagt Seppelt ungern seinen Namen, wenn er ans Telefon geht? Darüber hat Holger Klein diese Woche mit ihm gesprochen. Links: Namen unter Verschluss: 76 unbekannte deutsche Doper (Neue Recherche der ARD-Dopingredaktion) Deutschland dopingfrei – eine Illussion (Kommentar von Hajo Seppelt bei sportschau.de) ARD verklagt Anti-Doping-Kämpfer Werner Franke (FAZ, 2006) Podcast "Geheimsache Doping" "Sportschau"-Beiträge aus der Rubrik "Geheimsache Doping" Websiteder Produktionsfirma EyeOpening.Media

  20. Holger ruft an ... wegen Verfassungsschutz
    08.05., 16:4500:24:56

    Warum ist das AfD-Gutachten nicht öffentlich? Vergangene Woche hat das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) die AfD als „gesichert rechtsextremistische Bestrebung“ eingestuft. Auch wenn die Behörde diese Einstufung nach einem Rechtsstreit mit der Partei nun vorerst ausgesetzt hat: Es existiert weiterhin ein mehr als tausendseitiges Dokument mit Belegen für die Verfassungsfeindlichkeit der AfD. Doch dieses bleibt geheim. Das Portal „Frag den Staat“ hat am Mittwoch einen 17-seitigen Auszug aus dem Gutachten veröffentlicht, der offenbar auch anderen Redaktionen vorliegt. Darin finden sich öffentliche antidemokratische und rassistische Äußerungen von AfD-Mitgliedern. „Ehrlich gesagt hat mich überrascht, wie wenig mich das überrascht hat“, sagt Aiko Kempen. Der Investigativ-Reporter von „Frag den Staat“ ist diese Woche zu Gast im Übermedien-Podcast und erklärt, warum es aus seiner Sicht „demokratiestärkend“ wäre, wenn das Gutachten vollständig veröffentlicht würde. Kempen: „Die ganze Diskussion darüber, ob dieses Gutachten fundiert ist, ob es politisch gewollt, gesteuert, in Auftrag gegeben ist, könnte man auf eine andere Ebene ziehen. Man wäre automatisch mehr in einer inhaltlichen Debatte darüber.“ Warum veröffentlichen andere Medien das Gutachten – oder zumindest den Auszug – nicht? Könnte man die Veröffentlichung des Gutachtens einklagen? Und in welcher Rolle sehen sich die Journalisten von „Frag den Staat“, die selbst Belege für die Verfassungsfeindlichkeit der AfD sammeln? Links: Hier sind die ersten Belege zur Verfassungsfeindlichkeit der AfD – "Frag den Staat" veröffentlicht Ausschnitt aus dem Gutachten des Verfassungsschutzes Warum legt man es als Journalist darauf an, angeklagt zu werden? (Podcast mit Arne Semsrott von "Frag den Staat") Das steht im AfD-Gutachten ("Spiegel")

Der Übermedien-Podcast, in dem Host Holger Klein jede Woche mit wechselnden Gästen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe spricht. Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik und berichtet seit 2016 über Medien: unabhängig, werbefrei und finanziert ausschließlich durch unsere Community. Unterstützt uns mit einem Abo oder abonniert unseren kostenlosen Newsletter! Mehr dazu auf www.uebermedien.de.