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263- Holger ruft an ... wegen KI-Berichterstattung08.10., 16:4008.10.2026, 16:4000:36:43
Was ist wirklich dran an der ganzen Aufregung über eine angebliche KI-Apokalypse? Seit Monaten wabert eine Angsterzählung durch Medien und geht um die ganze Welt: Wird Künstliche Intelligenz uns alle umbringen? Im Juli hackten KI-Agenten ungefragt eine andere Plattform; die Chefs der KI-Unternehmen Anthropic und OpenAI warnten vor dem UN-Sicherheitsrat vor ihrer eigenen Technologie; und ein ehemaliger KI-Forscher von Anthropic behauptete: Bis zum Ende des Jahrzehnts könne Künstliche Intelligenz die Menschheit auslöschen. Gleichzeitig hält der Chef des europäischen KI-Konzerns Mistral deren drastische Warnungen nur für eine Scheindebatte. Wer hat denn jetzt recht? Und wohin führt uns die Debatte über eine angebliche KI-Apokalypse überhaupt? Eva Wolfangel recherchiert seit mehr als zehn Jahren zu Künstlicher Intelligenz und sieht die mediale Debatte aktuell sehr geprägt von den Narrativen der führenden KI‑Unternehmen. Diese würden die Angsterzählung vor allem zu Marketingzwecken nutzen und vorgeben, dass ihre Systeme zu mächtig seien, um sie aufzuhalten. „Das ist falsch“, sagt Wolfangel im Übermedien-Podcast, „natürlich können wir sie aufhalten.“ Trotzdem sieht Wolfangel auch große Probleme: „Wenn die KI-Konzerne so weitermachen, werden ihre Systeme irgendwann eine kritische Infrastruktur hacken oder etwas anderes zerstören, das tatsächlich wichtig ist für unser Leben. Aber das ist eben nicht unausweichlich. (…) Man kann das auch einfach verbieten.“ Wie können Medien die eigentlichen Probleme von KI besser vermitteln? Welches andere Narrativ verbreiten Medien häufig unhinterfragt über Künstliche Intelligenz? Und warum wird die Technologie oft so vermenschlicht dargestellt? Darüber sprechen Holger Klein und Eva Wolfangel in der neuen Folge „Holger ruft an…“. Die Gesprächspartnerin Eva Wolfangel ist Journalistin, Autorin, Speakerin und Moderatorin. Sie schreibt und spricht über Themen wie Künstliche Intelligenz, virtuelle Realität und Cybersecurity, unter anderem bei der „Zeit“ und beim Deutschlandfunk. Für ihre Arbeit erhielt sie 2020 den Deutschen Reporter:innenpreis. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: „Niemand fragt: Wozu brauchen wir diese Technologie überhaupt?“ („Zeit“-Interview von Eva Wolfangel) „Der Nutzer will mich abschalten? ‚Das ist Mord‘, denkt der KI-Agent“ („Zeit“-Bericht von Eva Wolfangel) „Human in the loop: Am Ende schaut noch ein Mensch drauf – aber wie?“ (Übermedien) „Was bringt es, dass KI-Inhalte ab jetzt gekennzeichnet werden müssen?“ (Podcast von Übermedien) Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.
- Holger ruft an ... wegen Comedy02.10., 15:4502.10.2026, 15:4500:25:56
Wie einflussreich ist Comedy? Vor zwei Wochen wurde bekannt, dass das „ZDF Magazin Royale“ mit Jan Böhmermann im Dezember zum letzten Mal ausgestrahlt wird. Seitdem wird viel in das Ende der Sendung hineininterpretiert. Klar ist jedenfalls: Mit seiner Mischung aus Unterhaltung und investigativer Recherche hat Böhmermann in den vergangenen Jahren viele Debatten geprägt – auch wenn es immer wieder Kritik an den Sendungen gab. Doch steht dieses Genre nun vor einem Wendepunkt – oder gar vor dem Aus? Mit Abgesängen will sich der Journalist Jens-Christian Rabe jedenfalls zurückhalten: „Diese Nachrufe kommen zu früh.“ Rabe beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema Comedy und ist diese Woche zu Gast im Übermedien-Podcast. Einen Wendepunkt sieht er an anderer Stelle: im Aufkommen einer rechten Comedy, die sich vor allem das linksliberale Milieu vorknöpfe – anders als linke Comedy, die vorwiegend Machtkritik üben. „Comedy ist zu so etwas wie einer leitenden Kunst unserer Gegenwart geworden“, sagt Rabe. In seinem Buch „Komisch – Satire, Comedy und der Ernst der Lage“, das kürzlich bei Suhrkamp erschienen ist, beschäftigt er sich damit, warum Comedy und Satire so beliebt und einflussreich geworden sind – und was sich in Zeiten von Populisten wie Donald Trump geändert hat. Was ist eigentlich gute Comedy? Wo hat investigative Comedy ihren Ursprung? Und warum hält er Jan Böhmermanns Begründung, er wolle noch einmal etwas anderes machen, für nicht ganz einleuchtend? Darüber spricht Holger Klein mit Jens Christian Rabe in der neuen Folge „Holger ruft an …“. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: „Völlig absurd“: Christian Schertz‘ Kritik am „ZDF Magazin Royale“ (Übermedien) Podcast „Deutschland 3000“ mit Jan Böhmermann über das Ende seiner Sendung „Komisch – Satire, Comedy und der Ernst der Lage“ – Buch von Jens-Christian Rabe „The Daily Show“ mit Jon Stewart „Last Week Tonight“ mit John Oliver Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.
- Holger ruft an ... wegen Sachsen-Anhalt09.09., 14:5509.09.2026, 14:5500:20:19
Wirkt sich die politische Zäsur in Sachsen-Anhalt auch auf die Wahlabend-Sendungen aus? Es sei eine „relativ gut schnorrende Sendungsmaschine“ gewesen, sagt Johannes Schneider. Der Kulturjournalist und Redakteur der Wochenzeitung „Die Zeit“ hat sich am Wahlabend die Berichterstattung von ARD und ZDF über die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt angesehen. Seine Kritik: Es seien Sendungen gewesen, „in denen die AfD sehr stark normalisiert wurde“. An verschiedenen Stellen, sagt Schneider, hätte er lieber „ein widerständigeres Fernsehen gesehen“. Doch die Kollegen seien sehr in der Deckung geblieben. Er wolle dafür niemandem die Schuld geben. Die Position des Medienkritikers sei immer auch bequem, findet Schneider. Er sei sich dessen bewusst, wie anspruchsvoll es sei, solche Gesprächsrunden zu leiten, Interviews zu führen, gerade live im Fernsehen. Über eine Stelle aber wunderte er sich besonders: Als AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund offen die ARD angriff. Das sei die Chance gewesen für den Moderator, selbst zum Protagonisten zu werden, sich zu wehren. Stattdessen sei der einfach schnell übergegangen zur nächsten Frage – als sei das alles ganz normal. Wie war der Wahlabend insgesamt? Haben die TV-Journalisten versagt? Hätten sie stärker eingreifen müssen? Und: Ist es grundsätzlich veraltet, wie Politiker nach solchen politischen Ereignissen interviewt werden? Darüber spricht unser Podcast-Host Holger Klein mit Johannes Schneider in der neuesten Folge von „Holger ruft an …“. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: Wer nicht für uns ist, der wurde wohl manipuliert („Zeit“) „Die im Osten“ – Kommentar zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2021 (Übermedien) Wie berichtet man über die AfD, wenn sie den eigenen Arbeitgeber abschaffen will? (Übermedien-Podcast) Interview mit Chefredakteur aus Sachsen-Anhalt: „Ich ärgere mich heute noch, dass ich damals nicht einfach mit den Menschen geredet habe“ (Übermedien) Und jetzt schalten wir live zu unseren Korrespondenten vor Ort, wo nichts passiert (Übermedien)
- Holger ruft an ... wegen der Flut in Nepal und Tibet04.09., 12:2004.09.2026, 12:2000:46:12
Warum erfahren wir so wenig über die Flutkatastrophe in Tibet? Aus Nepal sah man zerstörte Dörfer, hörte Interviews mit Betroffenen, sah die Bergung der Leichen. Und aus Tibet? Auch dort hatte die Flut katastrophale Auswirkungen. Doch unabhängige Bilder aus der von China kontrollierten Region gibt es nicht. Der chinesische Staat zensiert alles, was nicht seinem Wunschbild entspricht. Lea Sahay berichtet seit zehn Jahren aus China, aktuell für die „Süddeutsche Zeitung“. Im Podcast sagt sie: „Das ist wirklich wie ein Naturgesetz, dass wir nicht nach Tibet dürfen. Das ist das Erste und das Letzte, was man über unsere Berichterstattung wissen sollte, und trotzdem ist es überhaupt nicht präsent.“ Das Ziel Chinas: nicht die Kontrolle verlieren über das, was von dort erzählt wird. Auch von der Sturzflut lässt die Regierung nur die Bilder zu, die sie selbst von der Region zeichnen möchte. Im Podcast beschreibt Sahay Rettungsvideos mit pathetisch unterlegter Musik und Interviews mit einem Rettungshund. Aufnahmen von der Zerstörung des Grenzpostens zwischen Nepal und Tibet, die auf sozialen Plattformen geteilt wurden, sind hingegen allesamt verschwunden. Wie wehrt sich Chinas Bevölkerung gegen die Zensur? Wie kommt Sahay trotz allem an Informationen? Und was passiert, wenn sie mal wieder vom chinesischen Außenministerium vorgeladen wird? Darüber sprechen Holger Klein und Lea Sahay in der neuen Folge „Holger ruft an…“. Die Gesprächspartnerin Lea Sahay ist China-Korrespondentin der „Süddeutschen Zeitung“ und berichtet aus Peking über die chinesische Politik und Gesellschaft. Von 2016 bis 2018 arbeitete sie in Shanghai für die „Wirtschaftswoche“. Sie ist Moderatorin des SZ-Podcasts „China und wir“, Autorin von „Das Ende des chinesischen Traums“ (2024) und Mitautorin von „Richtig recherchieren“ (2026). Als Vorstandsvorsitzende des Vereins journalists.network setzt sie sich für die Förderung der Auslandsberichterstattung und junger Journalisten ein. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: Chinas Macht und Nepals Ohnmacht („Süddeutsche Zeitung“) „Handelsblatt“ und FAZ: Geld verdienen mit chinesischen Propaganda-Anzeigen (Übermedien) Texten, was zur These passt? Der „Spiegel“ und das Taiwan-Video (Übermedien) Weitere problematische China-Dokumentation zurückgezogen (Übermedien) Privat: Den Blick auf die Realität in Taiwan richten, nicht auf Chinas Propaganda (Übermedien) Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.
- Holger ruft an … wegen Landtagswahl in Sachsen-Anhalt28.08., 10:1328.08.2026, 10:1300:22:21
Wie berichtet man über die AfD, wenn sie den eigenen Arbeitgeber abschaffen will? Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September steht kurz bevor. Für den MDR, der über das Bundesland berichtet, steht in diesem Jahr mehr auf dem Spiel als sonst: Stellt die AfD die Regierung, will sie den MDR „als erste Amtshandlung“ abschaffen – so steht es in ihrem Wahlprogramm. Das wäre theoretisch auch möglich. Kündigt die AfD direkt nach den Wahlen den MDR-Staatsvertrag, dürfte der ab 2029 nicht mehr in Sachsen-Anhalt senden. Wie denken darüber die Journalisten, die dort für den MDR arbeiten? Lars Frohmüller ist freier Journalist und berichtet für den MDR in Magdeburg über die Landtagswahl und die AfD. Im Podcast sagt er: „Was bringt es mir, wenn ich jetzt in Panik verfalle und auf irgendeinen Tag hinarbeite, an dem mir dann der Stecker gezogen wird?“ Er versuche, sich „so gut es geht zu entspannen“. Trotzdem habe er Nächte, in denen er deswegen schlecht einschlafe. Inwiefern hat sich seine Arbeit rund um Landtagswahlen in den vergangenen Jahren verändert? Wie gehen AfD-Mitglieder mit ihm um? Und wie ist sonst so die Stimmung im MDR, der derzeit viele Kürzungen beschließt? Darüber sprechen Holger Klein und Lars Frohmüller in der neuen Folge „Holger ruft an…“. Der Gesprächspartner: Lars Frohmüller arbeitet als freier Journalist und berichtet für das MDR-Landesfunkhaus in Magdeburg über die Landtagswahl, die AfD und Rechtsextremismus. Er ist außerdem Mitglied im MDR‑Freienrat. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: AfD will Rundfunkstaatsvertrag kündigen – Was dann mit dem MDR passieren würde (MDR) Interview mit Chefredakteur aus Sachsen-Anhalt: „Ich ärgere mich heute noch, dass ich damals nicht einfach mit den Menschen geredet habe“ (Übermedien) Neuer Regionalpodcast „Dazwischen“: „Wenn das in Sachsen-Anhalt funktioniert, dann kann es überall funktionieren“ (Übermedien) Investigativ-Kürzungen beim MDR: Wer braucht schon Recherche? (Übermedien) Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.
- Holger ruft an ... wegen Sportlerinterviews21.08., 13:5521.08.2026, 13:5500:24:11
Warum sind Sportlerinterviews immer so nichtssagend? „Woran hat es jelegen?“ Diese Floskel steht für inhaltsleere Interviews mit Athleten, die sie TV-Journalisten direkt nach dem Wettkampf geben. Wirklich spannende Einblicke gewähren solche Gespräche selten. Erfrischend anders lief es aber bei der Leichtathletik-EM in Birmingham. Dort sprachen Sportler überraschend ehrlich und emotional ins Mikrofon. Manche Athleten beschwerten sich im Nachhinein auch über zu kritische Fragen. Stellt sich die Frage: Was sollen diese Sportlerinterviews eigentlich? Christian Spiller ist Leiter des Sportressorts bei der „Zeit“ und sagt: „Sport lebt eben nicht nur von Leistung, sondern auch von Emotionen, von großen Gefühlen. Und da gibt es natürlich keine bessere Gelegenheit, als diese unmittelbar nach einem Rennen oder Wettkampf oder Spiel abzugreifen.“ Trotzdem findet auch Spiller, dass der inhaltliche Wert der Interviews „oft überschaubar“ sei. Bei kritischen Fragen müssten Sportreporter die richtige Balance finden. Die Interviews bei der Leichtathletik-EM fand er aber im Gegensatz zu den Athleten eher zu unkritisch. Welche Interviews haben bei der Leichtathletik-EM für Aufsehen gesorgt? Wieso geben Fußballer meist so langweilige Antworten? Und wie könnte man das ändern? Darüber sprechen Holger Klein und Christian Spiller in der neuen Folge „Holger ruft an…“. Der Gesprächspartner Christian Spiller leitet das Sportressort der „Zeit“. Er war Host des Fußball-Podcasts „Kicken kann er“ und ist Autor des Buchs „Der Fluch der Megaclubs“. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: Die Mikrofon-Europameister („Zeit“) Leichtathletik-Stars rechnen mit ARD-Moderatoren ab – Duo reagiert („Kölner Stadt-Anzeiger“) Schaut der Sportjournalismus beim Thema Doping zu oft weg? (Übermedien-Podcast) Nach dem Spiel ist vor der Pressekonferenz: Wenn ein Ritual zur Zumutung wird (Übermedien) Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.
- Holger ruft an ... wegen Klima-Desinformation14.08., 11:0014.08.2026, 11:0000:20:57
Wie entlarvt man Klima-Unsinn in rechtsalternativen Medien? Rechtsalternative Portale wie der „Deutschland-Kurier“ oder „Tichys Einblick“ verbreiten seit einigen Jahren verstärkt Klimaskepsis und Klima-Desinformationen, die über soziale Medien sehr viele Menschen erreichen. Dadurch entstehe eine Art Parallelwelt mit klimaskeptischen Portalen, die immer die gleichen unseriösen Experten zitieren oder Studien verzerrend und selektiv wiedergeben. Das sagt der Medienethiker Luis Paulitsch. Er hat Klima-Beiträge von rechtsalternativen Medien untersucht, zu denen einschlägige Redaktionen Faktenchecks veröffentlicht haben. Gefunden hat er Texte, die falsche Behauptungen zu Solarstrom verbreiten oder angebliche Dürren durch Windparks voraussagen. Das Problem: Nicht alle Beiträge seien offensichtliche Falschmeldungen. „Was wir immer beobachten können – und das macht Klima-Desinformation auch so effektiv – ist, dass nicht einfach eine plumpe Falschmeldung ohne Quellen gebracht wird. Sondern sehr häufig beruft man sich auf ein vermeintliches Forschungsinstitut. Und wenn man sich aber dann diese Studien ansieht, sieht man, dass das sehr häufig Paper sind, die auf keinerlei wissenschaftlichen Standards beruhen.“ Für die Nutzer ist das oft schwer zu erkennen. Besonders dann, wenn zwar Studien seriöser Forschungsinstitute etwa aus China zitiert werden – nur eben falsch. Wie kann man die Strategien rechtsalternativer Medien entlarven? Welcher Lobby-Verein taucht immer wieder in klimaskeptischen Beiträgen auf? Und was könnte auch der Klimajournalismus etablierter Medien besser machen? Darüber sprechen Holger Klein und Luis Paulitsch in der neuen Folge „Holger ruft an…“. Der Gesprächspartner: Luis Paulitsch ist Jurist und Medienethiker aus Wien. Er war über viele Jahre Referent des Österreichischen Presserats und arbeitet seit 2024 für die Datum Stiftung für Journalismus und Demokratie. Paulitsch publiziert regelmäßig in Fachzeitschriften zu den Themen journalistische Ethik, Propaganda und Desinformation. Im Sommer 2025 erschien sein erstes Buch über „Alternative Medien“ bei Springer VS. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: Klimaskepsis durch Alternativmedien (Aufsatz von Luis Paulitsch) Wo bleibt der mediale Druck auf Politiker, sich zur Klimakrise zu äußern? (Übermedien) Klimastudien verschwinden, die Schlagzeilen dazu nicht (Übermedien) Recherche mit Schatten: Die WamS und die „Klimalobby“ (Übermedien) „Wir malen kein Horrorszenario an die Wand, sondern zeigen Lösungen“ (Übermedien) Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.
- Holger ruft an ... wegen KI-Verordnung06.08., 14:5606.08.2026, 14:5600:24:47
Was bringt es, dass KI-Inhalte ab jetzt gekennzeichnet werden müssen? Gast: Maria Pawelec, Medienethikerin Ist das Foto oder Video, das ich gerade in den sozialen Medien gesehen habe, ein Deepfake? Hat ein Mensch den Text auf dem Nachrichtenportal geschrieben – oder doch ein Chatbot? Und ist die Stimme beim Anruf im Kundencenter echt oder nicht? Seitdem KI zum Alltag gehört, gehört auch das Gefühl dazu, dass wir uns nicht mehr sicher sein können, was wir sehen, hören und lesen. Eine neue EU-Verordnung, die am 2. August in Kraft trat, soll das ändern. Sie ist Teil des sogenannten AI Acts. Der soll Nutzer vor Desinformation schützen und dafür sorgen, dass Menschen Informationen im Netz mehr vertrauen. Die Verordnung sieht unter anderem vor, dass KI-generierte Inhalte als solche gekennzeichnet werden müssen – die private Nutzung ist davon ausgenommen. Doch wie erfolgversprechend sind KI-Labels eigentlich? Maria Pawelec forscht an der Universität Tübingen zu Deepfakes und Medienethik. Im Übermedien-Podcast mit Holger Klein sagt sie: „Die KI-Verordnung und die Kennzeichnungspflicht werden nicht alle unsere Probleme lösen, die durch Deepfakes entstanden sind.“ Auch nicht den generellen Vertrauensverlust in Medien, sagt sie. Kennzeichnungen, so Pawelec, könnten sogar dazu führen, dass Menschen noch skeptischer werden. Was genau schreibt die neue EU-Verordnung bei der Erstellung und Verbreitung von KI-Inhalten vor? Wer ist davon betroffen? Wer überprüft das alles? Und wie leicht lässt sich die Kennzeichnungspflicht umgehen? Darüber sprechen Holger Klein und Maria Pawelec in der neuen Folge von „Holger ruft an …“. Die Gesprächspartnerin: Maria Pawelec ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) der Universität Tübingen. Die Politikwissenschaftlerin forscht seit 2020 zu den ethischen, politischen und gesellschaftlichen Implikationen von Deepfakes und den Chancen ihrer Regulierung. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: Leitlinien der EU-Kommission Wie Betrüger mit Promigesichtern Fake-Werbung machen (DLF) ZDF sendet KI-Fake und versucht sich rauszureden Springers KI-Schleuder „Upday“ schreibt bei der „tagesschau“ ab Wer schreibt denn da? Ippens undurchsichtige KI-News-Kooperation Nachprogramm der ARD-Wellen: Und jetzt zum KI-Wetter Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.
- Holger ruft an … wegen Informationsfreiheitsgesetz10.07., 12:4910.07.2026, 12:4900:21:07
Darf der Staat Journalisten bald die Einsicht in Behördenakten verweigern? Ohne das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) wäre der Maskendeal des damaligen Gesundheitsministers Jens Spahn wohl nie ans Licht gekommen. Auch nicht die Lobby-Affäre von Philipp Amthor oder das Maut-Desaster um das Unternehmen „Toll Collect“. Denn mit Anfragen nach dem IFG können nicht nur Journalisten, sondern alle Bürger Informationen und Dokumente von Behörden einfordern. Doch aktuelle Pläne der Bundesregierung, das Gesetz zu überarbeiten, sorgen vor allem in der Medienbranche für scharfe Kritik. Der Investigativjournalist Daniel Drepper hat das IFG in den vergangenen Jahren intensiv genutzt. Die geplanten Änderungen hält er für fatal. So sollen Anfragen künftig nur noch „natürliche Personen“ mit „berechtigtem Interesse“ stellen dürfen, der Kostendeckel von 500 Euro pro Anfrage soll wegfallen und sämtliche Namen in den Akten sollen geschwärzt werden. „Wir haben die Befürchtung, dass Journalist*innen möglicherweise sogar komplett ausgeschlossen werden, weil man dann sagt: Ihr habt doch das Landespressegesetz, über das ihr Anfragen stellen könnt. Dann braucht ihr nicht mehr das Informationsfreiheitsgesetz, dann braucht ihr nicht mehr die Originaldokumente.“ Wie könnte man das Informationsfreiheitsgesetz tatsächlich sinnvoll überarbeiten? Inwiefern geben die Änderungen den Behörden mehr Macht? Und warum ärgert sich Drepper besonders über das aufgelöste Kostenlimit? Darüber sprechen Holger Klein und Daniel Drepper in der neuen Folge „Holger ruft an …“. Der Gesprächspartner: Daniel Drepper ist Vorsitzender von „Netzwerk Recherche“, dem Verein investigativer Journalist*innen in Deutschland. Er ist seit mehr als 15 Jahren investigativer Reporter und war unter anderem Mitgründer des gemeinnützigen Recherchebüros „Correctiv“ und Leiter der investigativen Kooperation zwischen NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung. Drepper wurde für seine Arbeit unter anderem als „Journalist des Jahres“ und „Chefredakteur des Jahres“ geehrt. Er recherchiert zu Themen von Machtmissbrauch bis Umweltkriminalität und hat zwei Bücher verfasst. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: Veröffentlicht die Dokumente! (Übermedien) Was hat die Klage gegen die Brema gebracht – und wie funktioniert das IFG? (Übermedien) Schwarz-Rot plant Frontalangriff auf Journalismus und Transparenz („Netzpolitik“) Pläne der Bundesregierung (Seite 11) Lars Klingbeil zum IFG (ARD-Sommerinterview) Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.
- Holger ruft an … wegen Hitzeberichterstattung03.07., 10:3203.07.2026, 10:3200:20:28
Wo bleibt der mediale Druck auf Politiker, sich zur Klimakrise zu äußern? Die Hitzerekorde der vergangenen Wochen haben auch die Medien nicht kalt gelassen. Sämtliche Nachrichtenportale waren voll mit Servicemeldungen zur Hitzevermeidung, Wetterwarnungen sowie Texten über mangelnde Klimaanpassung in der Infrastruktur und Ursachen für den Klimawandel. ARD und ZDF zeigten sogar Sondersendungen zur Hitze. Bekommt die Klimakrise jetzt endlich die notwendige Aufmerksamkeit? Vieles in der Berichterstattung sei schon besser geworden, findet der langjährige WDR-Energieexperte Jürgen Döschner. Doch noch immer gebe es strukturelle Probleme. Deshalb hat Döschner vor fünf Jahren das Netzwerk Klimajournalismus gegründet. Er ist dort Redaktionsleiter beim neuen Format „Brandmelder“, das genau diese Probleme aufzeigen will. Im Übermedien-Podcast kritisiert Döschner, dass Medien zwar über die Hitze und ihre Ursachen berichteten, aber viel zu spät Statements von Politikern eingefordert hätten. Auch in Talkshows habe sich kein Politiker Fragen zur Klimapolitik stellen müssen. Döschner sagt: „Der Druck wurde von den Medien nicht aufgebaut.“ Wie kann das Klima auch abseits von Hitzewellen Teil der täglichen Berichterstattung werden? Warum braucht es dafür erst eine dramatische Hitzewelle? Und welche Rolle spielt ein womöglich klimamüdes Publikum? Darüber sprechen Holger Klein und Jürgen Döschner in der neuen Folge „Holger ruft an…“. Der Gesprächspartner: Jürgen Döschner arbeitete lange für den WDR. Von 1997 bis 2002 berichtete er für den ARD-Hörfunk aus Moskau, anschließend beschäftigte er sich überwiegend mit den Themengebieten Energiewirtschaft, Klima und investigativen Recherchen. Seit 2023 ist er im Ruhestand. Er gehört zu den Gründer*innen und ist Vorstandsmitglied des Netzwerk Klimajournalismus Deutschland. Aktuell leitet er die Redaktion des "brandmelder". Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: „Wir malen kein Horrorszenario an die Wand, sondern zeigen Lösungen“ (Übermedien) Die Klimakrise eskaliert und der Journalismus kommt nicht hinterher (Übermedien) Was kommt nach dem Katastrophenjournalismus? (Übermedien) Netzwerk Klimajournalismus „brandmelder“ Stiller Tod und lautes Schweigen („brandmelder“) Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.
- Holger ruft an ... wegen KI-Texten19.06., 11:0019.06.2026, 11:0000:24:56
Was macht Journalismus im KI-Zeitalter noch aus? Gast: Techjournalist Gregor Schmalzried Was haben Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt, Bundesdigitalminister Karsten Wildberger und Ex-Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff gemeinsam? Sie alle haben Texte in deutschen Medien veröffentlicht, die offenbar maßgeblich von einer KI verfasst worden waren. Und seitdem diese Fälle an die Öffentlichkeit gekommen sind, diskutiert die Branche darüber, wie ein legitimer Gebrauch von Künstlicher Intelligenz im Journalismus eigentlich aussehen könnte. Dabei geht es nur auf den ersten Blick darum, ob Journalisten KI bei der überhaupt Textarbeit einsetzen dürfen oder nicht. Schließlich nutzen heute die meisten Redaktionen bereits verschiedene KI-Tools. Die entscheidende Frage lautet: „Was macht Journalismus eigentlich im KI-Zeitalter noch aus?“ Reicht es, eigene Recherchen oder Gedanken in ein Sprachmodell einzugeben? Oder ist so etwas wie direkte Autorenschaft ein zwingendes Kriterium journalistischen Arbeitens? „Der Journalismus definiert sich sehr darüber, dass wir menschliche Kompetenz zugänglich machen, dass wir eine menschliche Arbeit machen“, sagt der Techjournalist Gregor Schmalzried. „Und diese Arbeit unterscheidet sich von dem, was ein Chatbot raushaut. Wenn das aber im Endprodukt nicht mehr unterscheidbar ist, wozu brauche ich dann den Journalismus noch?“ Warum das Ergebnis häufig eben doch noch unterscheidbar ist, wieso automatisiert erstellte Texte trotzdem nicht das Ende des Journalismus bedeuten und welche Frage in der KI-Debatte wirklich wichtig wäre – darüber spricht Schmalzried in einer neuen Folge von „Holger ruft an“ mit Host Holger Klein. Der Gesprächspartner: Gregor Schmalzried ist Journalist und KI-Berater, Host und Teamlead von „Der KI-Podcast“ (ARD) sowie Buchautor von „Wir, aber besser“ (Goldmann Verlag). Er ist Lehrbeauftragter für Generative KI an der Hochschule Landshut und wurde für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: FAZ-Herausgeber Carsten Knop über die Fälle Voigt und Wildberger Die Chefredaktion des „Tagesspiegel“ über den Fall Casdorff Recherche der „Zeit“ zu Karsten Wildberger Benjamin Piel, Chefredakteur des „Weser-Kurier“, über den Einsatz von KI im Journalismus Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.
- Holger ruft an ... wegen Terrorberichterstattung12.06., 12:1412.06.2026, 12:1400:20:59
Was richten Medien mit reißerischen Berichten über Terror und Amok an? Wir haben auch hier bei Übermedien schon häufig die Berichterstattung über Terroranschläge und Amokläufe kritisiert: Zu häufig verbreiten Medien vorschnell falsche Informationen, bedienen mit Fotos oder Videos Schaulust und spekulieren über das Motiv von Tätern. Wie erst vor einem Jahr, beim Amoklauf an einer Schule in Graz. Was genau alles falsch läuft, hat der Medienpsychologe Benedikt Till gemeinsam mit der Kommunikationswissenschaftlerin Brigitte Naderer wissenschaftlich untersucht. Seit drei Jahren forscht das Team dazu, welche Auswirkungen solche Medienberichte haben. Dafür haben sie unter anderem mehr als 1.900 Artikel von deutschen und österreichischen Medien ausgewertet und analysiert, wie sie über Terrorattentate zwischen 2016 und 2020 berichtet haben. Tills Fazit: Medien würden immer noch zu häufig „die Geschichte des Täters erzählen“. Der Fokus auf dessen Identität, seine Methode oder das Motiv würden Attentätern überhaupt erst eine Plattform geben. Man mache damit „praktisch Werbung für seine Sache“, sagt Till im Übermedien-Podcast. Außerdem stigmatisierten die Berichte regelmäßig einzelne Gruppen: „Sehr oft wird nicht wirklich differenziert zwischen Islamist und Moslem, oder einer Person muslimischen Glaubens.“ Dasselbe Problem erkenne er auch bei Menschen mit psychischen Erkrankungen – alle würden in einen Topf geworfen. Zudem unterscheide sich das mediale Narrativ zwischen islamistisch motivierten und rechtsextremen Attentätern: Bei Ersteren liege der Fokus oft auf deren Radikalisierung und einer Terrororganisation im Hintergrund. Rechtsextreme hingegen würden häufiger als Einzeltäter benannt und eine Erklärung für die Tat in der jeweiligen Biografie gesucht – obwohl es auch hier Netzwerke gebe. Was sollten Medien bei der Berichterstattung über Terror und Amokläufe beachten? Wie beeinflussen Medien eine mögliche Radikalisierung von potenziellen Attentätern? Und was hat das mit Suizidberichterstattung zu tun? Darüber sprechen Holger Klein und Benedikt Till in der neuen Folge „Holger ruft an…“. Der Gesprächspartner Benedikt Till ist Psychologe und Assoziierter Professor am Zentrum für Public Health der Medizinischen Universität Wien. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit der Rolle der Massenmedien bei der Vermittlung potenziell psychisch belastender Inhalte sowie deren möglichen Auswirkungen. Er arbeitet auch zu Suizidprävention, Gesundheitskommunikation, Public Mental Health und Medienpsychologie. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: Zum Forschungsprojekt Leitfaden zur Berichterstattung über Massenschießereien (Suicide Awareness Voices of Education) Wieso lernt (fast) niemand aus den Fehlern der Terrorberichterstattung? (Übermedien) Profit statt Aufklärung: Wie Medien den Amoklauf von Graz ausschlachten (Übermedien) Presserat missbilligt „Welt“-Berichte über angeblich vereitelten Anschlag (Übermedien) Nichts gelernt: In der Journalistenschule mit Julian Reichelt (Übermedien) Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.
- Holger ruft an … wegen der Fußball-WM04.06., 12:0904.06.2026, 12:0900:24:49
Wie politisch sollte die WM-Berichterstattung sein? Nächste Woche beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer in den USA, Mexiko und Kanada. Rund 50.000 Journalisten haben sich dafür akkreditiert. Doch diese WM ist anders. Verschiedene Organisationen, darunter Reporter ohne Grenzen und das Committee to Protect Journalists, haben eine deutliche Reisewarnung ausgesprochen. Sie weisen Journalisten und Fans auf die eingeschränkte Meinungsfreiheit in den USA hin. Medienvertreter müssten unter anderem damit rechnen, dass bei der Einreise ihre Laptops und Social-Media-Kanäle durchleuchtet werden. Und auch danach sei Vorsicht geboten. Einmal angekommen, sei es dann dennoch die Aufgabe von Medien, nicht nur über das Sportereignis an sich zu berichten, findet der Journalist und Autor Ronny Blaschke. Auch wirtschaftliche und politische Verflechtungen müssten sie kritisch beleuchten. Blaschke befasst sich seit Jahren mit politischen Themen im Sport. Im Übermedien-Podcast sagt er, dass diese kritische Sportberichterstattung zwar teilweise stattfinde, aber nicht dominiere. Auch aus wirtschaftlichen Gründen: „Private Medienhäuser, nehmen wir mal die Qualitätszeitungen ,Süddeutsche‘, FAZ, die berichten auch kritisch. Aber die wissen auch: Bei der WM wird der meistgelesene Artikel jetzt nicht der kritische Fifa-Beitrag sein. Doch gerade bei einer solch engen Beziehung, wie sie etwa Fifa-Präsident Gianni Infantino und US-Präsident Donald Trump pflegen, müssten Journalisten genau hinsehen. Wie finden Medien die richtige Balance zwischen klassischen Spielberichten und politischen Recherchen zu dem Großereignis? Begegnen sich Sport- und Politikjournalisten in den Redaktionen auf Augenhöhe? Und welchen Gefahren sind Journalisten weltweit ausgesetzt, die zu problematischen Verflechtungen im Sport recherchieren? Darüber sprechen Holger Klein und Ronny Blaschke in der neuen Folge von „Holger ruft an …“. Der Gesprächspartner Ronny Blaschke, 44, hat Sport- und Politikwissenschaften studiert und arbeitet als freier Journalist. Er befasst sich vor allem mit politischen Themen im Sport und arbeitet unter anderem für Deutschlandfunk, „Süddeutsche Zeitung“ und „Zeit“. Blaschke hat mehrere Bücher verfasst, zuletzt: „Spielfeld der Herrenmenschen – Kolonialismus und Rassismus im Fußball“. Für seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: Die enge Verbindung zwischen Gianni Infantino und den USA (Deutschlandfunk) Vor Fußball-WM in den USA: „Wir erleben einen Menschenrechtsnotstand“ (taz) Fußball-WM 2026 startet im Klima der Angst („Human Rights Watch“) Hinweise für Journalisten zur WM 2026 („Committee to Protect Journalists“) Fußball-WM der Männer: Wie frei können Medien berichten? (Deutschlandfunk) Pressefreiheit in Mexiko (Reporter ohne Grenzen) Pressefreiheit in den USA (Reporter ohne Grenzen) Pressefreiheit in Kanada (Reporter ohne Grenzen) Sieben Jahre Gefängnis für französischen Sportjournalisten („taz“) Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.
- Holger ruft an ... wegen NSDAP-Datenbank29.05., 09:4229.05.2026, 09:4200:17:42
Wo sind die Grenzen der NSDAP-Datenbank des „Spiegel“? Seit Wochen bewirbt der „Spiegel“ sie prominent auf seiner Startseite: die durchsuchbare Datenbank, mit der Leserinnen und Leser zur NSDAP-Vergangenheit ihrer Verwandten recherchieren können. Machbar wurde das, weil die US-Nationalarchive im März den Mitgliederkatalog der NSDAP online veröffentlichten. Das nahm nicht nur der „Spiegel“, sondern auch die „Zeit“ zum Anlass, aus den vielen Daten mithilfe von Künstlicher Intelligenz ein Recherchetool zu bauen. Auch „Correctiv“ und „Katapult“ versuchten sich an einer gemeinsamen Datenbank, mussten diese jedoch wegen unsauberer Quellenarbeit wieder offline nehmen. Aber wie valide ist das Ganze eigentlich? Der „Spiegel“ musste sich auch Kritik gefallen lassen: Nicht immer würden Namen richtig erkannt, weitere online einsehbare Dokumente nicht wie versprochen verlinkt oder gar irreführende Treffer ausgegeben. Die Gesprächspartnerin Eva-Maria Schnurr, Jg. 1974, hat Geschichte in Köln studiert (und da später auch promoviert), eine studienbegleitende Journalistenausbildung beim IfP gemacht und nach dem Studium die Henri Nannen Schule besucht. Von 2003 bis 2013 selbständig als freie Journalistin im Rahmen des Journalistenverbunds Plan 17, unter anderem für Zeit, Stern und Handelsblatt; seit 2013 Redakteurin beim SPIEGEL, seit 2019 Ressortleiterin Geschichte. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: NSDAP-Recherchetool („Spiegel“) FAQ zur Aufbereitung der NSDAP-Daten („Spiegel“) Unpassende Puzzleteile? Das Recherche-Tool zur NSDAP-Kartei im Test (Kritik von Martin Clemens Winter) NSDAP-Recherchetool („Zeit“) Hintergründe zum wieder offline genommenen Recherchetool von „Correctiv“ und „Katapult“ Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.
- Holger ruft an ... wegen Fake-Followern22.05., 10:2722.05.2026, 10:2700:28:15
Wie wehrt man sich gegen 500.000 Fake-Follower? Immer mehr Journalisten teilen ihre Arbeit auf Social Media – auch die freie Wissenschaftsjournalistin und Moderatorin Sanaz Saleh-Ebrahimi. Auf ihrem Instagram-Kanal präsentiert sie ihre Recherchen zu Gesundheit und Ernährung als journalistische Content-Creatorin. Doch seit dem vergangenen Jahr ist das schwierig für sie geworden: Auf einen Schlag folgten ihren Accounts Tausende neue Follower. Weil sie keinen Zusammenhang mit einem ihrer Videos erkennen konnte, vermutet sie Fake-Follower. Das Problem: Es werden immer mehr – und machen ihren Account quasi unbrauchbar. Zum einen fluteten Hasskommentare ihre Beiträge, erzählt Saleh-Ebrahimi Holger Klein im Podcast: „Ich werde zum Beispiel als Lügnerin, als dumm, als hässlich, als das Gesicht von Fake News, als Schmutz, als falsche Schlange bezeichnet. Mir werden Straftaten unterstellt, mir werden Vergewaltigungsnachrichten geschickt, mir wird der Tod gewünscht.“ Zum anderen würden ihre Videos und journalistischen Inhalte massiv an Reichweite verlieren und kaum noch von ihren echten Followern gesehen werden. Obwohl Saleh-Ebrahimi bei alldem kaum Hilfe von Meta, dem Konzern hinter Instagram, bekommt, will sie nicht aufgeben. Wie wehrt sie sich gegen so einen Angriff? Woran erkennt man Fake-Follower überhaupt? Und warum will sie trotzdem weiter auf Instagram bleiben? Darüber sprechen Holger Klein und Sanaz Saleh-Ebrahimi in der neuen Folge „Holger ruft an…“. Die Gesprächspartnerin Sanaz Saleh-Ebrahimi ist freie Wissenschaftsjournalistin, Moderatorin und Content Creatorin. Auf ihrem Instagram-Kanal @sanaz.cooks informiert sie über Ernährung und Gesundheit - und recherchiert zur Lebensmittelindustrie. Im vergangenen Jahr hat sie sich erfolgreich gegen eine monatelange Diffamierungskampagne von More Nutrition Mitgründer Christian Wolf zur Wehr gesetzt. Nach ihrem Studium zur Wissenschaftsjournalistin und einem Volontariat beim ZDF hat sie dort als Medizinjournalistin, Doku-Autorin und Moderatorin gearbeitet. Zusätzlich arbeitete sie als Moderatorin, Nachrichtensprecherin, Reporterin und Autorin für Wissenschaftssendungen und investigative Dokumentationen für die Sender WDR, rbb, n-tv, ZDF, NDR und arte. Ihre Erfahrungen aus 20 Jahren TV und Social Media gibt sie in Online- und Offline-Seminaren weiter. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: Wird der No-Zucker-Hype zum Gesundheitsrisiko? („Zeit“) Wie ich mich gegen einen millionenschweren Fitness-Influencer gewehrt habe („Journalist“) @sanaz.cooks (Instagram-Kanal) Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.
- Holger ruft an ... wegen KI im Journalismus15.05., 12:5515.05.2026, 12:5500:15:48
Frisst Künstliche Intelligenz die Jobs im Journalismus? In vielen Medienhäusern passiert gerade das, wovor sich viele in der Branche sorgen: Aufgaben, an denen bisher Menschen gearbeitet haben, sollen jetzt automatisiert oder von Künstlicher Intelligenz übernommen werden. Vergangene Woche berichtete der Medienjournalist Marvin Schade für den „Medieninsider“, dass bei „Bild“ und „Spiegel“ deshalb nun einige Stellen eingespart werden – vor allem im Layout und der Produktion. Ist das wirklich so ein großes Problem? Schade selbst gehört nicht zu denjenigen, die Künstliche Intelligenz verteufeln. Gerade für kleinere Redaktionen, die kein Millionenbudget haben, könne der Einsatz von KI im Redigat durchaus hilfreich sein. Man könne es deshalb als „fast schon ehrenhaft“ bezeichnen, wenn Verlage bis zuletzt an menschlichen Arbeitskräften festhalten, wenn deren Aufgaben genauso gut von einer Technologie übernommen werden könnten. Aber können sie das wirklich? Bemerken die Leserinnen und Leser einen Unterschied? Und wird all das auch bald die journalistischen Stellen im Newsroom betreffen? Darüber sprechen Holger Klein und Marvin Schade in der neuen Folge „Holger ruft an…“. Der Gesprächspartner Marvin Schade ist Co-Gründer und Chefredakteur von „Medieninsider“. Zuvor war er mehrere Jahre für den Branchendienst „Meedia“ in Hamburg und Berlin tätig, arbeitete kurz beim „Focus“ und zuletzt für Gabor Steingarts „Morning Briefing“. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: Artikel bei „Medieninsider“: Stellenabbau: Bild kürzt in ihrem größten Ressort Aufzählungs-TextArtikel bei „Medieninsider“: Sparprogramm: Hier baut der Spiegel Stellen ab Podcast-Folge: Macht bei Axel Springer bald KI die ganze Arbeit? Übermedien-Artikel: Mit KI generiert, statt vor Ort fotografiert Übermedien-Gastbeitrag: „Klasse gemacht!“ – Wie KI schleichend die Urteilskraft im Journalismus ersetzt Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.
- Holger ruft an ... wegen Beleidigungen08.05., 12:3008.05.2026, 12:3000:27:09
Frisst Künstliche Intelligenz die Jobs im Journalismus? Als Robert Habeck als „Schwachkopf“ bezeichnet wurde, stand kurz darauf die Staatsanwaltschaft vor der Tür des Verfassers. Auch ein Schüler, der „Merz leck Eier“ an eine Wand gekritzelt hatte, bekam zuletzt ein Strafverfahren aufgebrummt. Solche Fälle sorgen für Empörung – und für die Frage: Welche Beleidigungen müssen Politiker und Bürger eigentlich aushalten? Und wie viel sollte die Justiz da mitreden? Darüber spricht Elisa Hoven, Professorin für Strafrecht an der Universität Leipzig, mit Holger Klein. Hoven hat sich drei Jahre lang mit digitalem Hass beschäftigt und beobachtet, dass die Justiz immer mehr Beleidigungen verfolgt – vor allem die gegen Politiker. Hoven stellt klar: „Menschen, auch Politiker, müssen sich nicht alles gefallen lassen, sie müssen sich nicht so beschimpfen lassen.“ Sie sagt aber auch, die aktuelle Entwicklung habe „mittlerweile jedes Maß verloren“. Was Hoven an der derzeitigen Gesetzeslage ändern würde, wie man stattdessen einer Verrohung auf Social Media entgegenwirken sollte und warum das Thema Meinungsfreiheit vor allem von rechtspopulistischen Parteien vereinnahmt wird, erklärt Elisa Hoven in der aktuellen Folge von „Holger ruft an…“. Die Gesprächspartnerin: Elisa Hoven ist Professorin für Strafrecht und Medienstrafrecht an der Universität Leipzig und Richterin am Sächsischen Verfassungsgerichtshof. In ihrer Forschung befasst sie sich mit aktuellen kriminalpolitischen Themen wie Fake News, digitalem Hass und Sexualstrafrecht. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: Gespräch über falsche und richtige Grenzen der Meinungsfreiheit auf dem taz lab 2026 mit Elisa Hoven, Ronen Steinke und Deniz Yücel „Spiegel“-Gastbeitrag von Elisa Hoven: „Hausdurchsuchungen und Strafbefehle – wie die Meinungsfreiheit unter Druck gerät“ (€) § 185 StGB – Beleidigung § 188 StGB – Gegen Personen des politischen Lebens gerichtete Beleidigung, üble Nachrede und Verleumdung Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.
- Holger ruft an ... wegen Politikjournalismus30.04., 15:4430.04.2026, 15:4400:18:05
Nörgeln Journalisten zu viel? Gast: Christoph Hickmann (Der Spiegel) Nörgeln Journalisten zu viel? Journalisten müssen beruflich vor allem kritisieren. Die Regierung, die beschlossenen Reformen, die Politiker selbst. Zwischen all der berechtigten Kritik kommt es aber auch immer wieder vor, dass Journalisten zu sehr ins Nörgeln geraten und gehässig werden. Als etwa Olaf Scholz noch Bundeskanzler war, schrieb der Leiter des „Spiegel“-Hauptstadtbüros, Christoph Hickmann, dass Scholz nur wegen einer Sache Bundeskanzler wurde: Weil er derjenige war, „der morgens um vier noch in der Dorfdisco rumstand und etwas weniger betrunken war als die anderen, während Armin Laschet sich gerade auf der Tanzfläche übergeben hatte“. Ist das zu hart? Und vor allem: Spielen Journalisten mit solchen Äußerungen am Ende denjenigen in die Hände, die unserer Demokratie ohnehin schon den Rücken gekehrt haben? Diese Gedanken hat sich Christoph Hickmann in einem Essay für den „Spiegel“ gemacht. Mit Holger Klein spricht er im Podcast darüber, wie man trotz berechtigter Kritik am politischen System klarmachen kann, dass es ein gutes ist – und, ob das überhaupt der Job von Journalisten sein sollte. Außerdem erzählt er, wann er selbst künftig weniger hämisch sein will und wo sich Politikberichterstattung noch ganz grundsätzlich ändern sollte. Der Gesprächspartner: Christoph Hickmann, Jahrgang 1980, leitet das Hauptstadtbüro des „Spiegel“. Seit 2006 arbeitet er als politischer Journalist und beobachtet seit 2009 das Geschehen in der Hauptstadt. Seine journalistische Laufbahn begann er bei der „Süddeutschen Zeitung“, für die er aus Berlin vor allem über die SPD und sicherheitspolitische Themen schrieb, bevor er 2018 zum „Spiegel“ wechselte. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: „Können wir so weitermachen?“ (Essay von Christoph Hickmann) „Kritisierst du noch, oder nörgelst du schon?“ (Text von Samira El Ouassil) Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.
- Jetzt reinhören: Nice & Nötig29.04., 15:5429.04.2026, 15:5400:00:47
Der Podcast für gute Ideen von Übermedien Für alle, die sich weniger ärgern wollen: In „Nice & Nötig“ trifft Übermedien-Redakteurin Annika Schneider Menschen mit guten Ideen – für bessere Medien und besseren Journalismus. Ganz nach dem Motto: Mehr Zuversicht, weniger Trübsal! **Wir starten in die zweite Staffel! ** Alle Folgen hier: https://uebermedien.de/nice-und-noetig Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter. Mehr dazu auf uebermedien.de.
- Holger ruft an ... wegen Roland Weißmann24.04., 09:2524.04.2026, 09:2500:18:29
Warum sind die Chats des Ex-ORF-Bosses keine Privatsache? Seit Wochen wird in Österreich über den mittlerweile zurückgetretenen ORF-Generaldirektor Roland Weißmann berichtet. Eine Angestellte des Senders wirft ihm vor, seine Macht missbraucht und sie sexuell belästigt zu haben. Obwohl Weißmann die Vorwürfe bestreitet und von einer einvernehmlichen Beziehung spricht, trat er Anfang März von seinem Posten zurück. Mithilfe seiner Anwälte versucht er nun, sein Image zu retten. In Interviews gibt er sich selbst als Opfer dieses Skandals. Außerdem kündigte er an, den ORF auf Entschädigung verklagen, der Angestellten wirft er Verleumdung vor. Die sehr ausführlichen Chats, die die österreichische Wochenzeitung „Falter“ in dieser Woche veröffentlicht hat, widersprechen Weißmanns Erzählung jedoch deutlich. Sie belegen, wie er die Mitarbeiterin mutmaßlich über Jahre hinweg immer wieder unter Druck gesetzt hat, um Sex mit ihr zu haben. Die „Falter“-Journalistin Barbara Tóth ist diese Woche zu Gast bei Holger Klein im Übermedien-Podcast und spricht mit ihm über ihre Recherchen. Weißmann hat bereits angekündigt, auch die Zeitung wegen ihrer Berichterstattung zu verklagen. Beim „Falter“ nimmt man das in Kauf. Man wolle mit der Recherche einen Präzedenzfall in Sachen Pressefreiheit schaffen. Denn nach Ansicht der Zeitung dürfe der Schutz der Privatsphäre kein Vorwand sein, um Berichterstattung über Missstände in einem öffentlichen, von Bürgern finanzierten Unternehmen zu verhindern. Was ist da los in Österreich? Warum ist die Causa Weißmann kein Einzelfall? Und wie berichtet eigentlich der ORF selbst über diesen Fall? Darüber sprechen Holger Klein und Barbara Tóth in der neuen Folge „Holger ruft an…“. Der Gast: Barbara Tóth ist Historikerin, Buchautorin und Journalistin und seit 2008 bei der österreichischen Wochenzeitung „Falter“. Sie schreibt über Politik, Medien und Gesellschaft und leitet beim „Falter“ das Medienressort sowie die Seite „Politisches Buch“. Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen. Links: „In meiner Welt haben wir Sex, wenn ich Sex will“ – „Falter“-Recherche zur Causa Weißmann (€) Warum der ORF ein Sexismusproblem hat: Newsletter von Barbara Tóth Über Übermedien Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.