Podcast

Einfach natürlich Gärtnern

W. Neudorff GmbH KG

Health & Fitness · Leisure

160 Episoden · neueste 08.10.

Episoden

160
  1. Blütenmeer mit Dahlien
    10.04., 04:0000:23:14

    Knollenpflanzen für Garten und Balkon - so einfach! Blütenmeer mit Dahlien Mehr Infos zum naturgemäßen Gärtnern gibt es unter www.neudorff.de Und eine direkte Nachricht könnt Ihr gern senden an s.klingelhoefer@neudorff.de Dahlien fehlen in keinem Bauerngarten. Sind sie sowas wie alteingesessene Europäer unter den Gartenpflanzen? Nicht ganz, die sind eher feurige Latina-Gäste. stammt ursprünglich aus Mexiko und schon von den Azteken geschätzt Fun Fact: Man hat sie zuerst als Nutzpflanze angebaut (Knollen als Ersatz für Kartoffeln) Später haben sie mit ihren auffälligen Blüten Europa erobert und sich von der Küchenzeile ins Blumenbeet hochgearbeitet Also, mehr Leidenschaft als Tradition Wie steht es um das Sortiment? Unendliche Palette, gibt weltweit zehntausende registrierte Dahlien-Sorten in allen Farben des Regenbogens bis auf Blau sogar mit verschiedenen Laubfarben, aber keine mit Duft Wie soll man da den Überblick behalten? Unterteilung in 15 verschiedene Klassen, die sich hauptsächlich in Blütenform und Blütenfüllung unterscheiden Von einfachen Dahlien (mit einem einzelnen Ring flacher Blütenblätter) über Anemonenblütige und Halskrausendahlien, Balldahlien, Pompondahlien (kleine runde vollgefüllte Blüten ohne Scheibe) bis Kaktusdahlien (Blütenblätter der gefüllten Blüten sind nach hinten aufgerollt) Und was sagt die Natur dazu? Sind die alle was für Bienen? Nein! Einfache Sorten: sehr bienenfreundlich, haben offene Blüten, wo die Bienen an den Nektar kommen. Gefüllte Sorten: eher naja, da gibt’s für Blütenbesucher nix zu holen. Tipp: Naturgärtner greifen zu ungefüllten, naturnahen Sorten. Sehen immer noch klasse aus und machen die Natur happy, nicht zuletzt, weil sie auch in der blütenarmen Zeit im Spätsommer noch blühen. Wie setze ich Dahlien richtig in die Erde? Vollsonniger Platz, windgeschützt Loch im Beet graben, so tief, dass die Knolle am Ende mit 5 cm Erde bedeckt ist Beim Pflanzen Augen/Austrieb nach oben schweren Boden mit Sand und Kompost verbessern, leichten Boden mit Kompost Azet StaudenDünger mit dazu geben Locker mit Erde bedecken, angießen nur bei trockener Erde Bei großen Sorten gleich Stützstab daneben stecken + rechtzeitig anbinden Pflanzabstände (wichtig für gesundes Wachstum): Hohe Sorten (mannshoch): 80-100 cm Mittelhohe Sorten (hüfthoch): 60-70 cm Niedrige Sorten (kniehoch): 30-40 cm Wann sollen die Dahlien in die Erde? Mitte bis Ende April, spätestens im Mai (Blüte Ende Juni bis zum Frost) nicht auf Eisheilige warten, weil der letzte Frost i.d.R. nicht so tief in den Boden dringt Aber fast noch besser: Vorziehen Wie das? Vorziehen = Turbo fürs Wachstum Ab März/April Knollen in Töpfen im Haus vorkeimen lassen Vorteil: frühere Blüte, Vorsprung vor den Schnecken Abhärten vor dem Auspflanzen! Okay, die Dahlien sind im Boden. Wie muss ich sie pflegen? Regelmäßig gießen (auf den Boden, nicht über die Blüten) Düngen: Beim Pflanzen Azet StaudenDünger mitgeben) Und: Leg die Gartenschere nicht zu weit weg! Warum? Für extra lange Blütenstiele und große Blüten -> Seitenknospen wegmachen Immer wieder Verblühtes entfernen -> viele neue Blüten Geht da auch was im Topf, wenn man nur einen Balkon hat? Na klar! Mindestens 10 Liter Topf-Volumen, gute Drainage wichtig (Dahlien mögen keine nassen Füße) Die ganz hohen Sorten gehen ehrlicherweise nur im Beet gut Ab Juni mit Flüssigdünger Azet BlumenDünger versorgen Und im Winter ? Nach dem ersten Frost: Stängel 10 cm über der Knolle abschneiden, Knollen ausgraben, Erde entfernen, faulige Stellen abschneiden, etwas abtrocknen lassen (nicht waschen) In eine Kiste mit Sand oder Sägemehl legen, kühl, dunkel und frostfrei lagern, z.B. im Keller oder in der Garage Tipp: Beschriften nicht vergessen, sonst pflanzt du im Frühjahr „Überraschungs-Dahlien“ Und wenn Schädlinge an die Dahlien wollen? Nicht ganz unwahrscheinlich. Ziemlich sicher kommen Schnecken um die Pflanzen stetig hacken, Schneckenkorn, Kupferband oder absammeln Wühlmäuse: Gefährdeter Teil: Knollen Lösung: Schutzkäfige aus Draht ins Beet setzen Ansonsten Quiritox WühlmausFalle nehmen Blattläuse: Neudosan Neu Blattlausfrei Nützlinge fördern: Marienkäfer sind Dahlien-Bodyguards Dahlien als Schnittblumen kenne ich auch. Was gibt es da zu beachten? Haben hohle Stängel, deswegen nach dem Schneiden sofort in Wasser stellen, damit sie keine Luft ziehen Richtiger Schnitt-Zeitpunkt für gefüllte Sorten: äußerer Blütenkranz von der Knospe gelöst, Mitte fest; Haltbarkeit: ca. 1 Woche 3 Tipps Ungefüllte Sorten sind gut für Insekten Vor Schnecken schützen Anbinden, ausschneiden und reichlich düngen

  2. Stauden für den Balkon
    27.03., 04:0000:22:00

    Mehrjährige Blumen sind einfach praktischer Stauden für den Balkon Eine direkte Nachricht könnt Ihr gern senden an s.klingelhoefer@neudorff.de Mehr Infos zum naturgemäßen Gärtnern gibt es unter www.neudorff.de Warum sind Stauden eine gute Wahl für Balkone, besonders für Anfänger? Bei richtiger Auswahl robust und pflegeleicht, überstehen auch Trockenheit und Hitze Perfekt für alle, die wenig Zeit oder Erfahrung haben Sind Stauden auch eine klima- und geldbeutelfreundliche Wahl gegenüber einjährigen Pflanzen? Ja! Stauden = mehrjährig und damit langlebiger Stauden kommen jedes Jahr wieder – man muss keine neuen kaufen Brauchen i.d.R. weniger Wasser und Dünger, spart Ressourcen Spart auch Ressourcen in der Produktion (kühle Anzucht, kein Zusatzlicht, Transport, …) Was ist auf dem Balkon anders als im Staudenbeet im Garten? Weniger Platz Begrenzter Wurzelraum Wind und Hitze Überdachung oder Regenschutz Worauf sollte ich als Anfänger bei der Auswahl von Balkonstauden achten? Nicht zu groß, nicht zu ausladend, möglichst standfest Eher ungeeignet: Stauden, die nur kurz blühen: lange wenig dekorativ (Türkenmohn, Bart-Iris, Lupinen) Hohe oder breit wachsende Stauden: Platzprobleme (Staudensonnenblume, Ziest, Waldgeißbart) Tiefwurzelnde Stauden: wachsen in Töpfen schlecht (Pfingstrosen, Kugeldistel, Rittersporn) Giftige Stauden (Eisenhut, Fingerhut, Maiglöckchen) Gut geeignet: Robuste Stauden, die Pflegefehler verzeihen Je nach Standort welche für sonnige oder schattige Plätze aussuchen Kombinationen? langfristig schwierig, nicht für Anfänger Welche Balkon-Stauden würdest du Anfängern empfehlen? Auf jeden Fall welche, die auch für Bienen und Nützlinge gut sind! Tipp: Mit unserem Pflanzenfinder für Balkonpflanzen findest du schnell bienenfreundliche und standortgerechte Pflanzen. Fünf für einen sonnigen Balkon Lavendel (Lavandula), Hohe Fetthenne (Sedum telephium), Kaukasus-Storchschnabel (Geranium renardii), Berg-Astern (Aster amellus, Spätsommerblüher, wenn die Bienen Nahrung brauchen), Kaskaden-Thymian (Thymus longicaulis, geht sogar im Balkonkasten) Fünf für einen schattigen Balkon Kriechender Günsel (Ajuga reptans, 41 Wildbienen, 10 Schmetterlinge!), Pfennigkraut (Lysimachia nummularia, im Balkonkasten überhängend), Duft-Veilchen (Viola odorata), Zwerg-Glockenblume (Campanula cochleariifolia) Joker, wenn bei dir normalerweise wirklich alles eingeht Segge (Carex morrowii, nicht bienenfreundlich, aber unverwüstlich) Wann kann ich den Balkon mit Stauden bepflanzen? Geht im Prinzip das ganze Jahr, am besten im Frühjahr ab Mitte März Welche Töpfe soll ich nehmen? Je größer, desto besser; möglichst hell wegen Verdunstung Am liebsten aus natürlichem Material wie unglasiertem Ton (nicht immer winterhart) oder Terrakotta Kunststoff mit Wasserspeicher günstig auf dem Südbalkon wegen Gießaufwand Mindestens 30 cm tief, damit die Wurzeln genug Platz haben Das wird schwer, oder? Standfestigkeit und Gewicht v.a. bei hochwachsenden Pflanzen wichtig wegen Umkippen Tipp: Quadratische Kübel kippen nicht so leicht Am besten Pflanzenroller drunter, damit du sie bewegen kannst Verhältnis Topf zu Pflanze: ca. 1:3 Wie pflanzt man richtig? Staudentöpfe in Wasser stellen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen Abzugslöcher im Topf mit Tonscherbe abdecken Gefäß zu 1/3 mit NeudoHum PflanzErde füllen Pflanzen austopfen, Ballen ggf. etwas aufreißen In die Erde setzen, so dass die Oberkante 1-2 cm unter dem Gefäßrand sitzt Mit PflanzErde auffüllen, andrücken, gründlich gießen Hast du für uns Tipps zur Pflege von Balkonstauden? Stichwort Gießen und Düngen. Nicht übergießen, lieber gründlich und erst, wenn die Erde abgetrocknet ist Im ersten Jahr ca. 4 Wochen nach dem Pflanzen mit Azet StaudenDünger oder Azet RosenDünger düngen oder Dünger gleich mit in die PflanzErde mischen. Nach dem Düngen immer gut gießen (Bodenleben aktivieren) Wann und wie muss man Balkonstauden schneiden? Verblühtes immer wieder entfernen (Nachblüte möglich) Im Frühjahr ggf. kräftig zurückschneiden (Lavendel nur 1/3, gibt mal extra Podcast) Da kommt noch ein weiterer Aspekt ins Spiel, den du kennen solltest: Viele Stauden ziehen im Winter ein (oberirdische Pflanzenteile sterben ab, Staude ruht bis zum nächsten Frühjahr) Problem: oft wenig dekorativ im Winter. Lösung: Balkon mit Stauden und immergrünen Gehölzen gestalten Oder wintergrüne Stauden pflanzen: Purpurglöckchen (Heuchera), Bergenie (Bergenia), … Normale Kübelpflanzen brauchen Winterschutz, selbst wenn sie einigermaßen winterhart sind. Balkonstauden auch? Hilft auf jeden Fall Im Winter auf eine Holzplatte oder auf Styropor (Bodenkälte) an die Hauswand stellen (Schutz vor Regen und Wind) Hübscher: Töpfe in Holzkisten stellen und Zwischenräume mit Laub auffüllen (hat man auf dem Balkon manchmal nicht) Grüne Teile ggf. mit einem leichten Vlies vor Sonnenstrahlen schützen (Frosttrocknis) Nur gießen, wenn Erde ziemlich trocken ist Wie machen Stauden das eigentlich, dass sie jedes Jahr wieder kommen? Unterschiedlich, bei vielen: Hemikryptophytie (halb-versteckte-Pflanze) Überwinterungsknospen an/knapp unter der Erdoberfläche; bleiben lebensfähig, auch wenn die oberirdischen Teile absterben Ermöglicht Stauden, die lebenswichtigen Wachstumsknospen geschützt zu halten Sieht aus, als wenn die Stauden verschwinden und im Frühjahr wieder erscheinen Gibt auch noch Chamaephyten (knapp über dem Boden, viele Polsterstauden wie, z.B. Blaukissen), Geophyten (unterirdisch, z.B. Schneeglöckchen) 3 Tipps Die richtige Staude für den Standort aussuchen Im Topf nicht am Platz sparen Einheimische und bienenfreundliche Stauden bevorzugen

  3. Vertikutieren - ach so!
    13.03., 04:0000:18:50

    Rasen vertikutieren - oder auch nicht? Die große Frage Vertikutieren – ach so! Mehr Infos zum naturgemäßen Gärtnern gibt es unter www.neudorff.de Und eine direkte Nachricht könnt Ihr gern senden an s.klingelhoefer@neudorff.de Angenommen ich will meinen Rasen vertikutieren: Was passiert da überhaupt? Grasnarbe wird mit scharfen Messern angeritzt, um Moos, Unkraut und Rasenfilz zu entfernen Kommt aus dem Englischen: „vertical“ und „cut“ = senkrecht schneiden = vertikutieren Braucht man dafür ein spezielles Gerät? Ja, das Gerät heißt – wenig überraschend – Vertikutierer. Gibt handbetriebene Modelle, die aussehen wie ein Rechen mit scharfen Zinken anstrengend, aber für kleine Rasenflächen in Ordnung Für größere Flächen besser motorbetriebene Vertikutierer Sieht aus wie Rasenmäher mit einer Walze und flexiblen Messern Teuer und steht viel rum. Kann man ausleihen im Baumarkt – oder beim Nachbarn Wie vertikutiert man richtig? Idealer Zeitpunkt frühestens im Mai, so zwei Wochen nach der Frühjahrsdüngung Also nicht anstecken lassen, wenn der Nachbar schon im März loslegt Rasen sollte sich vom Winter erholt und mit Wachstum begonnen haben Boden darf nicht zu nass oder staubtrocken sein. Zuerst den Rasen kurz mähen und das Schnittgut entfernen Dann mit dem Vertikutierer gleichmäßig einmal längs und einmal quer über den Rasen gehen Den Boden nur leicht anritzen – etwa 2-3 mm tief. Es ist KEINE Bodenbearbeitun Zu tiefe Schnitte beschädigen die Graswurzeln Anschließend den gelockerten Filz und das Moos gründlich entfernen, sonst entsteht gleich wieder Rasenfilz Wie pflegt man den Rasen nach dem Vertikutieren? Der Rasen sieht nach dem Vertikutieren meistens ziemlich mitgenommen aus TerraVital RasenSanierer hilft, Lücken zu schließen. Spezialmischung mit Rasensamen, Neudorff Terra Preta Bodenverbesserer und organischem Dünger Speziell zum Ausbessern größerer Lücken nach dem Vertikutieren Passt zu jedem Rasen Und natürlich weiter düngen im gewohnten Rhythmus. Wann und wie oft sollte man seinen Rasen düngen? Zwei- bis dreimal im Jahr düngen Wie empfehlen auf jeden Fall einmal im Frühjahr (März/April) mit organischem Dünger Azet RasenDünger zu düngen Und einmal im Herbst (bis Ende Oktober) mit Azet HerbstRasenDünger Bei viel Unkraut und für perfekt gepflegten Rasen empfehlen wir eine weiter Düngung im Mai/Juni mit Azet RasenDünger Da sind wir bei einem guten Punkt. Bevor du mit dem Vertikutieren loslegst: Schau erst mal nach, ob dein Rasen wirklich ein Vertikutier-Problem hat. Vielleicht ist ein guter, organischer Dünger die bessere Lösung. Oder es liegt an etwas ganz andere Die eigentliche Frage ist doch: Warum ist dein Rasen in einem Zustand, der Vertikutieren nötig macht? Muss ich denn gar nicht jedes Jahr vertikutieren? DANKE für diese Frage. Die Antwort lautet NEIN Ist nur nötig bei viel zu viel Moos, Unkraut oder Rasenfilz. Und bei diesen Problemen kann man besser die Ursache behandeln, dann erledigt sich das Vertikutieren von selbst. Woher kommen denn Moos, Unkraut und Rasenfilz? Rasenfilz entsteht so: Beim Mähen bleiben meistens kleine Grasstücke zurück, die sich nicht immer vollständig zersetzen – vor allem, wenn das Bodenleben nicht aktiv genug ist. Reste verfilzen (= Rasenfilz), speichern Wasser und Nährstoffe, die den Graswurzeln dann fehlen. Ergebnis: Schwache Rasengräser und noch mehr Platz für Unkraut und Moos. Unkraut breitet sich vor allem aus, wenn ich den Rasen nicht oder zu wenig dünge, oder mit dem falschen Dünger Was hilft dagegen? Vertikutieren hilft nicht dauerhaft und mineralische Dünger auch nicht. Mineralische Dünger machen mit ihren Salzen den Mikroorganismen das Leben schwer. Lösung: Biologische Aktivität im Boden fördern, damit Mikroorganismen die Pflanzenreste zu Humus zersetzen. Regelmäßiges Düngen mit organischem Dünger wie dem Azet RasenDünger fördert das Bodenleben und hilft, dass erst gar kein Rasenfilz entsteht. Rasengräser werden stark und können dann auch mit Moos und Unkraut konkurrieren. Ist das immer die Lösung? Nein, saurer Boden behindert auch das Wachstum der Rasengräser und fördert gleichzeitig Moos. Lösung: pH-Test machen (Neudorff PH-Bodentest), um herauszufinden, ob der Boden kalkbedürftig ist, ggf. Azet Rasenkalk ausbringen Kann auch an zu schattiger Lage liegen Rasengräser brauchen viel Sonnenlicht Im Schatten langsames Wachstum Begünstigt Lückenbildung Moos und besser angepasstes Unkraut kann sich ausbreiten Selbst Schattenrasen eignet sich nur für lichten Schatten! Besser Stauden pflanzen Oder an zu kurzem Mähen in der Wachstumszeit Macht Boden anfälliger für Trockenheit Trockener Boden schwächt Wurzeln und beeinträchtigt Wachstum Trockenheitsverträgliches Unkraut breitet sich aus Zudem: Gras verzweigt sich nicht (erst ab ca. 4 cm) Hängt das auch vom Boden ab? Auf jeden Fall! Auf schweren Böden (feucht knetbar, trocken fast wie Beton) fließt Wasser schlecht ab Boden verdichtet sich leicht und es kommt zu Staunässe Erschwert Wurzelwachstum der Graswurzeln verhindert Nährstoffaufnahme schwächt Rasen Moos und besser angepasstes Unkraut (z.B Kriechender Hahnenfuß, Gundermann oder Sauerampfer) kann sich ausbreiten** Ursache: Es fehlt Humus Abhilfe: jährlich Neudorff Terra Preta BodenVerbesserer ausbringen Stimmt also auch der Mythos nicht, dass Vertikutieren den Boden belüftet? Vertikutieren entfernt zwar Filz, aber es belüftet den Boden nicht. Dafür gibt es eine spezielle Maßnahme: das Lüften oder Aerifizieren. Wann und wo sollte man den Boden lüften? Lohnt sich immer dort, wo nach Regen Pfützen stehen bleiben Mit einer Grabegabel oder einem speziellen Rasenlüfter den Oberboden ca. 10 cm tief durchlöchern Anschließend besanden mit gewaschenem Quarzsand 3 Tipps: Nur vertikutieren, wenn viel Moos, Unkraut oder Rasenfilz vorhanden sind Boden lediglich 2-3 mm anritzen Regelmäßig düngen und Bodenleben fördern, ist besser als Vertikutieren!

  4. Zitruspflanzen pflegen
    27.02., 04:0000:18:50

    Zitrone, Kumquat und Co. - so gedeihen sie bei euch Zitruspflanzen pflegen Sag mal – wenn du an die Amalfi-Küste, Mallorca, die Cosa del Sol, Kreta oder Korfo denkst – an was denkst du da? An Sonne und Urlaub und den Duft von Zitronen und Orangen. Da sind wir schon bei unserem Thema für heute, „Zitruspflanzen“. Die sind echt toll, aber auch ein bisschen zickig, wenn sie nicht das bekommen, was sie wollen. Wenn du ihnen jedoch das gibst, was sie brauchen, belohnen sie dich mit herrlich duftenden Blüten und frischen Früchten. Fun Fact: Wusstest du, dass Zitruspflanzen gleichzeitig Blüten und Früchte tragen können? Das liegt daran, dass sie mehrmals im Jahr blühen und die Früchte lange brauchen, um zu reifen. Das klingt verlockend! Aber was genau brauchen sie denn? Im Sommer vor allem viel Licht und Wärme, aber gleichzeitig mögen sie es, wenn ihre Wurzeln im Sommer eher kühl bleiben (keine schwarzen Töpfe benutzen) Keine Zugluft Spezielle Zitruserde und Zitrusdünger Frost vertragen sie gar nicht. Wenn du das hinbekommst und sie bedarfsgerecht gießt, ist das häufigste Problem – gelbe Blätter – auch schon gelöst. Gießen – da kommen wir zu einem wichtigen Thema. Wie macht man das richtig? Wichtigste Regel: im Sommer den Ballen niemals austrocknen lassen, an heißen Tagen täglich gießen Staunässe vermeiden (feine Haarwurzeln faulen) Am besten in einen Topf mit Drainage pflanzen, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann Untersetzer nach dem Gießen immer leeren Handwarmes Wasser ist ideal, damit Wurzeln aktiv bleiben. Muss kein Regenwasser sein. Das ist ja ein Ding! Man braucht kein weiches Wasser? Ja, das mit dem weichen Wasser ist tatsächlich nicht mehr aktuell. Im Gegenteil: Zitruspflanzen haben einen hohen Kalziumbedarf, zu wenig kann gelbe Blätter und Laubverlust verursachen. Problem oft ein anderes: zu viel Phosphat im Dünger Kann zu Eisenmangel führen, weil Phosphat Eisen im Boden bindet Wie erkenne ich einen Eisenmangel? Zwischen Adern der jungen Blätter Aufhellungen, Hauptadern noch länger grün. Was tun? Mit speziellem Zitrusdünger während der Wachstumszeit von März bis Oktober düngen Azet Zitrus- & MediterranpflanzenDünger Azet DüngeSticks Für Zitrus- Und Mediterranpflanzen Flüssiger Azet Zitrus- & Mediterran PflanzenDünger Akutbehandlung: Neudorff Ferramin Eisendünger, sorgt innerhalb von wenigen Tagen für eine intensive Grünfärbung; wird mit 3 ml pro Liter Wasser auf die Blätter gespritzt Wie sieht es mit der Erde aus? Auch da gibt es spezielle Erden für Zitruspflanzen. Durchlässig und strukturstabil (torffreie NeudoHum Zitrus- und Mediterranpflanzenerde). Umtopfen, wenn die Wurzeln aus den Drainagelöchern wachsen Zeitraum zum Umtopfen: zwischen März und Juni, damit die Wurzeln noch anwachsen Wie überwintert man Zitruspflanzen am besten? 2 Methoden: Hell und warm (ab 15 Grad): regelmäßig Gießen und gelegentlich Düngen, weil Pflanzen wachsen weiter Kühl und dunkler (5 bis 10 Grad): Pflanzen gehen in Ruhemodus mit reduziertem Wasserbedarf, verlieren aber oft viele Blätter. Nicht die Nerven verlieren. Mehr gießen hilft nicht! Interessant! Aber was, wenn ich nur wenig Platz habe? Kleinere Zitruspflanzen auf der hellen Fensterbank bei 15 bis 18 Grad überwintern Egal wie: Du musst Gleichgewicht zwischen Licht, Temperatur und Wasser finden. Falls die Triebe zu lang werden, im Frühjahr einfach gnadenlos zurückschneiden (kostet ein paar Blüten (entstehen an den Triebspitzen)) Warum sagtest du am Anfang, Zitruspflanzen seien zickig. Was meinst du damit? Das füllt ganze Bücher! Besonders weil Zitruspflanzen im Winter gerne mal ihre grünen Blätter verlieren, ohne dass Schädlinge im Spiel sind. Es gibt sogar einen Begriff dafür: Winter-Leaf-Drop (WLD) Grund ist oft, dass die Wurzeln bei kalten Temperaturen nicht genug Wasser nachliefern können, während die Blätter durch Sonneneinstrahlung arbeiten wollen. (Gängige Empfehlung: kalt (5-10 Grad) und hell überwintern) Was ist dabei das Problem? Unter 12,5 Grad C kommt die Wurzelaktivität bei Zitruspflanzen fast vollständig zum Erliegen An kühlen Tagen im Winterquartier mit viel Sonne erwärmen sich die Blätter trotzdem und wollen arbeiten. Wurzeln sind noch inaktiv und können nicht genug Wasser und Nährstoffe nachliefern. Führt zu Wasserstress im grünen Teil der Zitruspflanze. Pflanze beginnt, Blätter abzuwerfen, um die Dysbalance auszugleichen. Treibt in der Regel wieder aus, aber braucht dafür ihre Reserven auf. Wenn im Sommer nicht alles gut läuft, können im nächsten Winter auch die Zweige sterben usw. Grad der Empfindlichkeit kommt ein bisschen auf die Veredelungsunterlage an. Was kann man gegen WLD tun? Lauwarmes Wasser zum Gießen verwenden (ca. 25 Grad), um die Wurzelaktivität zu steigern An sonnigen Tagen Krone schattieren, um die Erwärmung der Blattflächen zu dämpfen Wurzelballen auf Zimmertemperatur halten oder Pflanzen bei der Überwinterung absonnig und schattiert bei 5 bis 10 Grad aufstellen Auf keinen Fall mehr gießen, wenn die Erde feucht ist, dann faulen die Wurzeln Und dann gibt es häufig auch sogenannte Konditionierungsprobleme. Was ist denn das? Zitruspflanzen verlieren kurz nach dem Kauf manchmal ihre Blätter. Liegt oft an einem Temperaturschock, weil sie vom Gärtner in ein kühleres oder wärmeres Klima gebracht werden Eingewöhnten Pflanzen haben das nicht mehr Wie immer: kein Gesetz Wenn deine Pflanze unter anderen Bedingungen gut wächst: NICHTS ändern! Sind Zitruspflanzen anfällig für Schädlinge? Es geht. Meistens Schild- und Wollläuse oder Spinnmilben Nützliche Insekten gehen gut: CM-Australische Marienkäfer gegen Wollläuse oder PP-Raubmilben gegen Spinnmilben Bei Zitruspflanzen als Zierpflanzen: Spruzit Schädlingsfrei, Promanal Neu Schild-und Wolllausfrei Welche Zitruspflanzen gibt es? Zitronen, Orangen, Mandarinen, Limetten, Grapefruits, Zitronatzitronen (die mit der dicken Schale), Kumquats, Bitterorangen Raritäten wie „Buddhas Hand“, Yuzu Vorsicht: Manche haben Dornen! Welche Sorten würdest du Anfängern empfehlen? Kalamondin: super pflegeleicht, Kreuzung aus Mandarine und Kumquat klassischer Zitronenbaum, wenn man den mediterranen Touch mag 3 Tipps Nicht nur mit Regenwasser gießen Dünger mit wenig Phosphat benutzen Je kälter der Standort beim Überwintern, desto dunkler muss der Standort sein

  5. Lasst uns Chilis anbauen
    13.02., 04:0000:21:28

    Auf zu mehr Schärfe im Leben Lasst uns Chilis anbauen! Mehr Infos zum naturgemäßen Gärtnern gibt es unter www.neudorff.de Und eine direkte Nachricht könnt Ihr gern senden an s.klingelhoefer@neudorff.de Woher kommt eigentlich der Hype um Chilis? Grund 1: soziale Medien "Chili-Challenges" auf TikTok und YouTube bei denen Teilnehmer extrem scharfe Chilis essen (nicht nachmachen, kann Notarzteinsatz nach sich ziehen!) Grund 2: Trendgewürz und Trendprodukte Unverzichtbare Zutat z.B. in der mexikanischen, indischen und thailändischen Küche und sogar in Desserts (Chili-Schoko-Kombinationen) Chili Crips Würzsoße, Chili-Chips wie „Takis“ ebenfalls ein großes Ding in Sozialen Medien und darüber hinaus Grund 3: Gesundheitliche Aspekte Chilis wird nachgesagt, dass sie den Stoffwechsel ankurbeln, entzündungshemmend wirken, krampflösend sein können. Woher kommen überhaupt Chilis? aus Mittel- und Südamerika wurden dort schon vor über 6.000 Jahren, manche Quellen sagen sogar schon vor über 8.000 Jahren kultiviert. Kein Social Media-Phänomen ;-) Christoph Kolumbus brachte die ersten Chilis nach Europa. Damals nannte man sie noch „Pfeffer“, weil man Schärfe nur von Pfefferkörnern kannte. Was ist scharf an Chilis? Hab ich mich auch gefragt. Antwort bei der New Mexican State University. Die sagt: Schärfe wird durch Capsaicin verursacht, im Fruchtfleisch befindet, nicht in den Kernen. Höchste Konzentration von Capsaicin im weißen Teil der Chili, an dem die Samen hängen. Samen (Kerne) selbst produzieren kein Capsaicin, können aber den Stoff vom umgebenden Gewebe aufnehmen. Der Ruf, dass die Kerne besonders scharf seien, ist falsch. Sie gelten nur als scharf, weil sie in direktem Kontakt mit dem capsaicinreichen Plazenta-Gewebe stehen. Bei der Messung der Schärfe (z.B. in Scoville-Einheiten) wird in der Regel das Capsaicin im Fruchtfleisch berücksichtigt, nicht der Gehalt in den Kernen. Wie misst man denn den Schärfegrad von Chilis? Scoville-Skala (SHU) misst, wie viel Capsaicin (ein Stoff, der für die Schärfe verantwortlich ist) enthalten ist reicht von 0 (z.B. Gemüsepaprika) bis über 2 Mio Scoville-Einheiten (z.B. Chili-Sorte Carolina Reaper). Ursprünglich durch den Apotheker Wilbur Scoville entwickelt. Er verdünnte Chilipulver, bis die Schärfe nicht mehr spürbar war. Verdünnungsfaktor = Scoville-Wert Vereinfachte Skalen fassen Werte z.B. von 0 (nicht scharf) bis 10 (maximal scharf) zusammen Wie nehmen wir Schärfe wahr? Schärfe ist kein Geschmack, sondern ein Reiz. Capsaicin und andere scharfe Substanzen aktivieren die Schmerz-Wärme-Kälte-Rezeptoren in der Mundschleimhaut Alarm ans Gehirn, Körper reagiert mit Schwitzen und stärkerer Durchblutung. Daher das Gefühl von „Brennen“, obwohl physisch nichts zerstört wird. Menschen reagieren unterschiedlich auf Schärfe – das liegt an der Anzahl der Schmerzrezeptoren im Mund. Mit regelmäßigem Chili-Konsum gewöhnt sich der Körper an die Schärfe und man kann mehr vertragen. Warum ist Schärfe gesund – oder auch nicht? Manche Studien legen den Schluss nahe, dass scharfes Essen positive Effekte auf das Herz-Kreislauf-System und die Verdauung haben kann. Gut belegt ist, dass die scharfen Stoffe in Chilis den Speichelfluss und die Durchblutung der Magenschleimhaut anregen. Die Ausschüttung von Endorphinen (=körpereigene „Notfall-Schmerzmittel“) nach dem Verzehr von scharfen Speisen sorgt für ein euphorisches Gefühl. Nebenwirkungen: zu viel kann zu Magenschmerzen, Sodbrennen führen Starke Reizungen beim Kontakt mit Augen oder offenen Wunden möglich Sehr starke Schärfe kann zu Atemnot, Problemen mit dem Kreislauf und dem Blutdruck führen und sogar lebensbedrohlich werden. Mit Maß würzen – sonst schmeckt’s auch nicht mehr. Für Babys und Kleinkinder sind mit Chili gewürzte Speisen nichts. Sortenwahl: Worauf sollte man achten? Sorte sollte mit dem deutschen Klima zurechtkommen und robust sein Frühreifende Sorte mit kurzer Reifezeit (50-80 Tage) wählen Gut für den Freilandanbau in Deutschland und pflegeleicht: Jalapeño (mittel), Serrano (mittel bis scharf), Cayenne (scharf) oder Bulgarian Carrot (mild) Die extrem scharfen Sorten wie Ghost Pepper und Carolina Reaper benötigen viel Wärme und viel Pflege; wachsen bei uns schlecht Wie komme ich zur eigenen Chili-Pflanze? Aussaat: Ab Februar in Anzuchtschalen (NeudoHum Aussaat- & KräuterErde) auf der Fensterbank; leicht mit Erde bedecken, gut befeuchten; Keimtemperatur 22 bis 28 Grad C Keimung: nach 10 bis 14 Tagen, dann kühler stellen (18 bis 20 Grad C) und ggf. Pflanzenlampen verwenden Pikieren: Pflanzen in größere Töpfe umsetzen, sobald sie 4-5 cm groß sind (ca. nach drei Wochen, Mischung aus NeudoHum Aussaat- & KräuterErde und NeudoHum Tomaten- und GemüseErde) Umtopfen: Ab einer Größe von etwa 15 cm in NeudoHum Tomaten- und GemüseErde Eine Pflanze reicht eigentlich schon, um den Bedarf zu decken Wie geht’s dann mit den Pflanzen im Garten oder auf dem Balkon weiter? Rauspflanzen erst nach den Eisheiligen (sehr frostempfindlich!) sonniger, windgeschützter Platz mit mindestens 6 Stunden direkter Sonne täglich; Gewächshaus wäre ideal bei Topfkultur: Töpfe mit mind. 5, besser 10 Liter Volumen, Drainage ist wichtig Erde: NeudoHum Tomaten- und GemüseErde Bis zum ersten Blattpaar in die Erde setzen, andrücken, Gießrand formen, angießen Und die Pflege? Regelmäßig gießen, aber Staunässe vermeiden. Während der Blütezeit einmal pro Woche z.B. mit BioTrissol VeggieDünger düngen. Wenn die Jungpflanzen 15 cm hoch sind, Spitze mit den Fingern ausknipsen, um Verzweigung anzuregen Die erste Blüte („Königsblüte“) ausbrechen – genau wie bei Paprika Blühende Pflanzen schütteln, um Bestäubung zu unterstützen Höher werdende Sorten anbinden Bekommen Chilis Schädlinge? Blattläuse und Spinnmilben sind häufige Probleme. Mit Neudosan AF Neu Blattlausfrei oder Spruzit Schädlingsfrei behandeln Oder Nützlinge einsetzen, erhältlich über Bestell-Sets. Wann und wie erntet man Chilis? Je nach Sorte färben sich die Chilis von grün zu gelb, orange oder rot. Grüne Chilis sind weniger scharf (noch unreif, wie bei Paprika) Ernten, solange die Schoten noch fest sind und nicht schrumpelig Mit einer Schere oder einem scharfen Messer abschneiden (nicht abreißen), Handschuhe tragen Lagern am besten offen im Kühlschrank – oder haltbar machen Haltbarmachen: Wie bewahrt man die Schärfe? Einfrieren: einfachste Methode; waschen, trocken tupfen, Stiele entfernen; ganz oder in Stücke geschnitten einfrieren; mit oder ohne Kerne ist Geschmackssache; bis 10 Monate haltbar; nach dem Auftauen wie frische Chilis verwenden Trocknen: max. 60 Grad im Ofen oder Dörrautomat; geht gut z.B. bei Cayenne, dann zu Pulver mahlen, dunkel und trocken aufbewahren In Öl einlegen: Chilis in sterilisierte Gläser geben, mit Öl bedecken, im Kühlschrank mehrere Monate haltbar, Schärfe geht teilweise ins Öl über Einkochen: Chili-Soßen oder Chutneys (durch Erhitzen haltbar machen) Bei allen wichtig: Chilis sauber und trocken verarbeiten, hygienisch lagern 3 Tipps Sonniger, windgeschützter Standort Geeignete Chili-Sorte mit kurzer Reifezeit Pflanze zum Verzweigen anregen für mehr Ernte

  6. Kletterpflanzen im Garten
    30.01., 04:0000:17:07

    Lasst Pflanzen in die Höhe wachsen! 95 Kletterpflanzen im Garten Mehr Infos zum naturgemäßen Gärtnern gibt es unter www.neudorff.de Und eine direkte Nachricht könnt Ihr gern senden an s.klingelhoefer@neudorff.de Ich habe gehört, dass Kletterpflanzen super für den Garten sind. Wie kann man sie einsetzen? Kletterpflanzen sind eine prima Möglichkeit, seinen Garten zu verschönern und zu begrünen. „Verstecken“ unschöne Stellen Schaffen Struktur durchs Bewachsen von Obelisken, Bögen, Spaliere Bewachsen perfekt Schuppen, Pergolen oder Zäune Brauchen Kletterpflanzen immer ein Gerüst o.ä.? Kletterpflanzen = Oberbergriff für alle Pflanzen, die nach oben streben; nutzen verschiedene Strategien Typ 1: Selbstklimmer Haftwurzeln (kleine Wurzeln) krallen sich an rauen Oberflächen fest (z.B. Efeu, Kletterhortensie) Kletterpflanzen mit Haftscheiben** bilden Triebe oder Blätter scheibenförmig um, können sogar an glatten Wänden hochwachsen (z.B. Wilder Wein Parthenocissus tricuspidata) Das ist ja interessant! Welche Typen gibt es noch? Typ 2: Ranker Bilden Blätter in „Ärmchen“ um, die sich um dünne Drähte oder Gitter winden (z.B. Weinrebe oder Jungfernrebe Parthenocissus quinquefolia) oder in Unebenheiten einhaken (keine Bauschäden zu erwarten) Blattstielranker (z.B. Clematis-Arten) winden den ganzen Stiel um dünne Gegenstände. Typ 3: Schlinger drehen sich wie Lianen mit ihren Trieben spiralförmig um stabile Stützen oder andere Pflanzen (z.B. Geißblatt, Hopfen) Hauptsproß „fühlt“, wo es langgeht Starkschlinger wie Blauregen oder Baumwürger können schwere Schäden anrichten, wenn sie z.B. am Regenrohr hochwachsen – nur eingeschränkt empfehlenswert! Da bleibt man besser bei der zierlichen Clematis! War’s das schon? Typ 4: Spreizklimmer Verhaken steife Triebe, Dornen oder Stacheln im Rankgitter (z.B. Kletterrosen, Feuerdorn) Tipp: Kletterhilfe (Gitter) gut befestigen, sonst Absturzgefahr Da sind jetzt schon einige Pflanzennamen gefallen. Welche Kletterpflanzen sind denn heimisch? Efeu (Hedera helix) = Haftwurzelkletterer Standort: schattig bis halbschattig, ideal für dunkle Ecken im Garten Wuchs: Schnellwachsend, immergrün, bis 20 m hoch Waldrebe (Clematis vitalba) = Blattstielranker Standort: sonnig bis halbschattig, humoser Boden mit gutem Wasserablauf Wuchs: Bis 10 m hoch, sommergrün, klettert schnell, bildet hübsche fedrige Samenstände Wald-Geißblatt (Lonicera periclymenum) = Schlingpflanze Standort: halbschattig bis schattig; frische, auch schwere, nährstoffreiche Böden Wuchs: bis 5 m, sommergrün, starker Duft morgens und abends Wenn man nicht jahrelang warten will, bis was Grünes an der Wand hochkrabbelt: Gibt’s auch Pflanzen, die in Rekordzeit loslegen? Klar gibt’s die. Schneller als Hopfen (Humulus lupulus) wächst wahrscheinlich nichts. Standort: Sonnig bis halbschattig, feuchte, nährstoffreiche Böden Wuchs: bis 1 m pro Woche! Bis 8 m hoch, sommergrüne Staude; Achtung: kann sich selbst durch Samen verbreiten Alternative: einjährige Kletterpflanzen sind die „Fast Fashion“-Version wachsen schnell und sterben nach einer Saison ab – ideal für Ungeduldige Beispiele Kletternde Kapuzinerkresse (Tropeolum peregrinum): Wächst schnell; bunt und essbar, max. 4 m Trichterwinde (Ipomoea tricolor): Blüht wunderschön und reichlich, aber jede Blüte hält nur einen Tag, max. 4 m Duftwicke (Lathyrus odoratus): Gute, duftende Schnittblume; max. 3 m Alle drei brauchen ein Rankgitter. Tipp: einjährige Kletterpflanzen in große Kübel pflanzen und direkt vor kahle Wände stellen, um sofort eine mobile Begrünung zu haben. Schon cool, wenn kahle Wände hinter einem Vorhang aus Kletterpflanzen verschwinden. Was ist mit diesen Horrorgeschichten, dass Kletterpflanzen das Mauerwerk zerlegen? Wenn Putz und Mauerwerk ok sind, können viele (nicht alle!) Kletterpflanzen an der Hauswand wachsen, ohne Schaden anzurichten. Problematisch: Selbstklimmer (z.B. Efeu) und Starkschlinger (z.B. Blauregen), neigen dazu, in Ritzen und Spalten zu wachsen Vorsicht mit Haftwurzel/Haftscheiben-Kletterern bei alten Häusern oder beschädigtem Putz! Insbesondere Efeu oder Wilder Wein könnten in Risse eindringen. Weiterer Nachteil: Nach Entfernen der Kletterpflanze bleiben die Haftorgane kleben (Optik) Egal, welche Kletterpflanze: Unbedingt Dachflächen und Dachrinnen freihalten! Nie Kletterpflanzen auf Mauerkronen wachsen lassen, damit die Abdichtung nicht beschädigt wird. Sichere Alternative: Rankpflanzen, die nicht direkt an der Wand haften, sondern sich an einer Kletterhilfe festhalten, z.B. Clematis oder Rankende Jungfernrebe (Parthenocissus vitacea) Welche Kletterpflanzen helfen den nützlichen Insekten und Vögeln im Garten? Efeu (Hedera helix): blüht spät, bietet Nistmöglichkeiten, ältere Pflanzen sind späte Nektar- und Pollenquelle für Bienen, Wespen, Schwebfliegen und Schmetterlinge, Beeren sind Vogelfutter Kletterrosen/Rambler (Rosa): einfachblühende (!) Rosen locken Bienen und Schmetterlinge an, Hagebutten sind Vogelfutter (Rambler = spezielle Kletterrosen, die besonders wüchsig sind; typisch sind lange, biegsame Triebe, die bis zu 10 m lang werden können; meist einmalblühend; attraktiv, weil sie z.B. oben in einem Baum große Blütenteppiche bilden können.) Geißblatt (Lonicera periclymenum): zieht nachtaktive Insekten an, willkommene Nistmöglichkeit Wilder Wein (Parthenocissus tricuspidata/quinquefolia/vitacea): liefert viel Pollen und Nektar, Blüten bei Wildbienen beliebt, ernährt mit seinen Beeren rund 20 heimische Vogelarten; Nistplatz für Vögel, spektakuläres Herbstlaub Gewöhnliche Waldrebe (Clematis vitalba): Nektarpflanze für 18 Wildbienen, vier Schmetterlings- vier Schwebfliegen und 41 Raupen-Arten! Versteck und Nistplatz für Vögel Was muss ich tun, damit meine Kletterpflanzen gesund und vital bleiben? Schneiden: Am besten im Frühling vor dem Austrieb zurückschneiden. Stark wachsende Pflanzen wie Efeu oder Wilder Wein eventuell auch im Sommer nochmal stutzen (Dach freihalten!) Alle paar Jahre u.U. Verjüngungsschnitt (alle Triebe 30 bis 60 cm zurückschneiden) Gießen: In den ersten Jahren nach der Pflanzung regelmäßig gießen, besonders bei Trockenheit. Vorsicht bei Fassadengrün: im Traufschatten landet kein Regen. Mulchen hält Boden kühl und Feuchtigkeit im Boden. Auf Unterpflanzung verzichten wegen Wurzelkonkurrenz Düngen: 1x Düngen im Frühling reicht i.d.R. aus, z.B. mit Azet Baum-, Strauch- & HeckenDünger. Schädlingskontrolle: Ab und zu auf Schädlinge wie Blattläuse oder Mehltau achten, besonders bei Rosenarten. Heimische Pflanzen sind aber oft sehr widerstandsfähig. Nicht vergessen: Rankhilfen prüfen Rank- und Kletterhilfen regelmäßig kontrollieren, besonders bei schweren Pflanzen 3 Tipps Kletterpflanzen wählen, die von Typ und Vitalität zum Einsatzort passen Geeignete Kletterhilfe zur Verfügung stellen Regelmäßig bändigen und Dachflächen und Dachrinnen unbedingt von Bewuchs freihalten

  7. Mehr Vögel im Garten
    16.01., 04:0000:18:20

    So lockt ihr Vögel an Schöner Garten im Winter Mehr Infos zum naturgemäßen Gärtnern gibt es unter www.neudorff.de Und eine direkte Nachricht könnt Ihr gern senden an s.klingelhoefer@neudorff.de Kann ich denn wirklich was tun, damit im Winter der Garten schöner aussieht? Ist doch alles so kahl! Auf jeden Fall kannst du was tun. Viele Gärten sehen im Winter wirklich trostlos aus. Dabei kann man viel machen, damit der Garten auch im Winter schön ist und nicht nur nackt und kahl aussieht. Wichtig: Hingucker schaffen. Im Sommer sind das meistens bunte Blüten. Im Winter gibt’s die nicht. Da gewinnt die Struktur** des Gartens an Bedeutung. Wie kann ich denn Struktur im Garten schaffen? Pflanzenauswahl: immergrüne Sträucher, laubabwerfende Bäume mit interessanter Rinde und Pflanzen mit besonderem Wuchs Gartenstrukturen wie Pergolen oder Skulpturen Oder auch ein Rosenbogen Gleichzeitig geht es im Winter darum, den Garten für das kommende Jahr produktiv zu halten: Böden mit Mulch oder Kompost bedecken Nützlichen Insekten und anderen Tieren, die wir gerne im Garten haben wollen, ein Winterquartier bieten Das Tolle ist: Das ergänzt sich prima! Zäune gehören wahrscheinlich auch dazu? Genau! Ein Zaun, der im Sommer eingewachsen ist, kommt im Winter plötzlich ganz groß raus. Bei Maschendraht ist der Effekt nicht so toll Aber ein Staketenzaun oder einer aus Holzpfosten kommt richtig gut zur Geltung. Was hat es mit den Immergrünen auf sich? Immergrüne Gehölze sind Pflanzen, die das ganze Jahr über ihre Blätter – oder Nadeln - behalten. Sind das ganze Jahr über eine attraktive Kulisse und Lebensraum für viele Tiere. Beispiele: Eibe, Buchsbaum und Stechpalme. Warum gerade die? Eibe wächst langsam und ist sehr schnittverträglich; macht wenig Arbeit. Du kannst sie in fast jede Form bringen, die dir gefällt. Das sieht dann auch unter einer Schneedecke noch schön aus. Futterlieferant für über 25 Vogelarten. Während der Blüte ernähren sich viele Bienen von ihr. Buchs: formbar, dichtes Laubwerk -> bringt schöne Textur in den Garten. Im wahrsten Sinne des Wortes ein Evergreen: eine der ältesten Zierpflanzen in europäischen Gärten. Schon die alten Römer fanden ihn gut. OK, die Sache mit dem Buchsbaumzünsler ist natürlich blöd. Die Stechpalme kenne ich von meiner Weihnachtsdeko. Mit Trieben das Haus dekorieren Vögel fressen die roten Beeren Mahonie sieht so ähnlich aus, habt aber blaue Früchte (Vogelfutter, Blüten=Insektenfutter) Und wie pflege ich die Immergrünen im Winter? Immergrüne verdunsten über das Laub auch im Winter Wasser. An frostfreien Tagen ab und zu gießen. Besonders, wenn die Sonne scheint. Insbesondere bei denen im Topf dran denken Das klingt ja schon mal sehr vielseitig. Und was ist mit Gehölzen, die das Laub verlieren? Gehölze mit hübschem Wuchs: Felsenbirne streckt die Äste vasenförmig in den Himmel Zierapfel (essbar!), vor allem die breit-wachsende Sorten Tina: bleibt mini (max. 2 Meter), die Äste wachsen nahezu horizontal, fast wie ein kleiner Bonsai (max. 2 Meter breit) Red Jade: breit-hängende Krone, weiß Blüte, rote Äpfelchen, wird 4-5 Meter hoch, drei Meter breit Korkenzieherhasel: stark verdrehte Zweige; je älter desto schöner; nicht schneiden, nur Wildtriebe entfernen Du hattest auch was von schöner Rinde gesagt. Was kann ich mir denn darunter vorstellen? Zimtahorn: Rinde schält sich in Streifen ab, das Pflanzengewebe darunter ist zimtfarben. wächst trichterförmig ziemlich robust, wunderschöne Laubfärbung im Herbst Hängebirken: weiße Rinde reflektiert das Licht und bringt Helligkeit in den winterlichen Garten. Hartriegel, gibt es in knallroter, oranger oder auch gelb-grüner Rinde Hast du ein Lieblingsgehölz für den Winter? Hartriegel ist ein echter Tausendsassa. Enorm frosthart, total robust und anspruchslos und dazu noch ein Vogelschutzgehölz, das im Sommer tollen Sichtschutz bietet. Der darf eigentlich in keinem Garten fehlen. Apropos Vögel: Viele bleiben im Winter da. Meisen, Rotkehlchen und Amseln und andere sogenannte Standvögel bleiben im Winter hier. In dichten Hecken oder Vogelhäuschen können sie sich bei schlechter Witterung verkriechen. Immergrüne Kletterpflanzen wie Efeu am Haus sind super, denn direkt am Haus ist es relativ warm und richtig gut geschützt. Gut für Vögel und nützliche Insekten. Sogar Fledermäuse nutzen diesen Unterschlupf. Sieht auch schöner aus als ein nackiger Wilder Wein. Macht im Herbst nicht so viel Laub im Garten. Jetzt ist ja gerade Herbst. Kann ich jetzt schon was tun, damit der Garten im Winter schön ist? Mach nicht zu viel. Samenstände sehen mit Raureif wunderschön aus. Außerdem kommen viele Vögel und picken dran. Lass deine Astern stehen, deinen Sonnenhut und deine Fetthenne. Rosen nicht zurückschneiden, Vögel fressen Hagebutten. Dann muss ich die Vögel gar nicht so viel füttern? Wenn das Richtige im Garten wächst, kannst du dir das sparen. Zieräpfel: schmecken erst, wenn der Frost reingefahren ist. natürlicher Nahrungsvorrat für Vögel für den Spätwinter. Berberitze: Beeren bleiben lange am Strauch. gibt immergrüne Arten so stachelig, dass die höheren Vögel katzensichere Brutplätze bieten. Feuerdorn: Früchte sind lange sauer und werden von den Vögeln erst spät gefressen. Das Gehölz an sich ist unverwüstlich. Wenn ich das bis hierhin richtig zusammenfasse: Immergrüne wie die Eibe oder der Buchs sorgen das ganze Jahr über für Struktur, Gehölze mit farbiger Rinde sorgen im Winter für zusätzliche Farbakzente. Und Bäume und Sträucher, die Beeren tragen, sind gut für alle, die im Garten wohnen. Genau. Ein strukturreicher Garten ist für uns Menschen und für die Tiere gut. Neben Pflanzen können auch Steine, Skulpturen und nützliche Elemente den Garten bereichern. Sie schaffen zusätzliche Blickfänge und du kannst sie sehr harmonisch integrieren. 3 wichtigsten Tipps: Pflanzt Pflanzen, die den Garten Struktur geben. Baut Gartenelemente, die im Winter auch ohne Begrünung schön sind. Denkt an die Tierwelt.

  8. Weihnachtsstern retten
    02.01., 04:0000:15:32

    Wie kommt der Weihnachtsstern gut ins nächste Jahr?? Weihnachtsstern retten Mehr Infos zum naturgemäßen Gärtnern gibt es unter www.neudorff.de Und eine direkte Nachricht könnt Ihr gern senden an s.klingelhoefer@neudorff.de Die Advents- und Weihnachtszeit können sich viele ohne einen Weihnachtsstern gar nicht vorstellen. Woher kommt er überhaupt? Kaum zu glauben, aber die Geschichte hat mit Mittelamerika und Hollywood zu tun und mit einem Deutschen, der ihn überhaupt erst zu einem Weihnachtssymbol gemacht hat. Jetzt bin ich aber gespannt, was du zu erzählen hast! Ursprung: Mexiko (Hochebenen). Um 1800 brachten Forschungsreisende ihn nach Europa (botanische Gärten). Aber der Durchbruch passierte in den USA. 1828 nahm der amerikanische Botschafter Joel Robert Poinsett eine Pflanze mit nach Hause, daher auch der Name „Poinsettie“. Die Amerikaner waren begeistert, und die Poinsettie verbreitete sich schnell. In den wärmeren Regionen der USA verwilderte der Weihnachtsstern und wuchs als bis zu 5 Meter hoher Strauch. Dann ist der Weihnachtsstern also – um den Dreh nach Hollywood zu finden – wild in Kalifornien gewachsen? Ja, genau. Der deutsche Auswanderer Paul Ecke fand die Pflanze auch schön. Anfang des 20. Jahrhunderts verkaufte er zur Weihnachtszeit geschnittene Weihnachtsstern-Stiele auf dem Sunset Boulevard in Hollywood. Sein Sohn sorgte durch Werbung und PR dafür, dass der Weihnachtsstern einen festen Platz in der amerikanischen Weihnachtstradition bekam. Ab den 1950er Jahren gelang es den Züchtern, die Pflanze auch als kleine Zimmerpflanze anzubieten. Der Rest ist Geschichte. Heute werden jährlich 30 Millionen Weihnachtssterne in Deutschland verkauft. Was für eine Story! Aber manchmal geht der Weihnachtsstern so schnell ein. Woran liegt das? Meistens daran, dass er im Handel keinen guten Platz hatte. Der Weihnachtsstern mag es hell, warm (15 bis 22 Grad) und vor allem ohne Zugluft. Auf Temperaturen unter 12 Grad oder Zugluft reagiert er mit Blattfall – manchmal auch erst Tage später. Gut einpacken auf dem Nachhauseweg und daheim an einen optimalen Standort stellen! Wenn die Blätter gelb werden und dann abfallen, steht der Weihnachtsstern zu nass. Er darf nicht austrocknen, aber fast noch schlimmer ist zu viel Wasser. Staunässe vermeiden. Worauf sollte man noch beim Einkaufen achten? Darauf, dass die Blüten noch geschlossen sind. Das verstehe ich nicht. Die Blüten sind doch immer auf! Das, was man landläufig beim Weihnachtsstern als „Blüte“ bezeichnet, ist in Wahrheit bunt gefärbtes Laub, sogenannte Hochblätter oder Brakteen. Der Weihnachtsstern nutzt sie in seiner Heimat, um bestäubende Insekten anzulocken. Die wahren Blüten sind die kleinen Knubbel in der Mitte. Bei frischen Weihnachtssternen sind sie gelbgrün gefärbt, bei alten eher bräunlich. Du sagtest, wilde Weihnachtssterne sind Sträucher. Heißt das, das auch die Topfpflanzen mehrjährig sind? Richtig, Weihnachtssterne sind mehrjährig, auch wenn sie oft wie Wegwerf-Pflanzen behandelt werden. Wie rette ich einen Weihnachtsstern bis ins nächste Jahr? Zuerst muss er die Advents- und Weihnachtszeit überstehen. Auf Licht, Temperatur (15 bis 22 Grad), Zugluft und vor allem aufs Gießen achten (die meisten Weihnachtssterne sterben an Zugluft und zu viel Wasser). Irgendwann sind die grüngelben Blüten in der Mitte der bunten Hochblätter verblüht. Er verliert die roten Hochblätter und geht in die Ruhephase. Im Februar/März um die Hälfte zurückschneiden, 6 bis 8 Wochen bei 15 bis 18 Grad und weniger Wasser ruhen lassen. Hört sich nicht gerade prachtvoll an … Das wird wieder! Im April/Mai umtopfen in sehr durchlässige Erde (NeudoHum Kakteen & SukkulentenErde) mit Drainageschicht. Pflanze heller und wärmer stellen, regelmäßig gießen und Staunässe immer noch vermeiden. Der Weihnachtsstern wird bald neue, grüne Blätter treiben. Im Sommer, sobald die Temperaturen dauerhaft über 15 Grad liegen (sonst Blattfall!), an einen geschützten, hellen Standort ohne direkte Sonne und Zugluft nach draußen stellen. Wieder regelmäßig gießen und immer noch darauf achten, dass keine Staunässe auftritt. Alle zwei Wochen mit dem flüssige Azet BlumenDünger düngen. Wie bekommt der Weihnachtsstern wieder rote Blätter? Das hat mit der Tageslänge zu tun. Die farbigen Hochblätter entstehen bei längeren Nächten (mehr als 12 Stunden Dunkelheit). Weihnachtssterne sind Kurztagspflanzen, wie auch der Weihnachtskaktus (Schlumbergera) und Usambaraveilchen (Saintpaulia). Viele Balkonpflanzen sind hingegen Langtagpflanzen, die Blüten anlegen, wenn die Tage länger als 12 Stunden sind. Das mit dem Kurztag dürfte in Deutschland so ab Ende September der Fall sein … Im Prinzip ja, aber schon geringe Lichteinflüsse können das Verfärben beim Weihnachtsstern stören. Besser: ab September jeden Tag acht Wochen lang für 12 bis14 Stunden tiefe Dunkelheit sorgen. Am besten mit einem großen lichtundurchlässigen Karton abdecken (jeden Morgen entfernen) Und dann? Sobald neue Blüten erscheinen und sich die Blätter verfärben, kannst du mit dem Verdunkeln aufhören. Wieder an einen geeigneten Platz in der Wohnung stellen (hell, warm, ohne Zugluft) und wie im letzten Jahr gießen. Wahrscheinlich wird der Weihnachtsstern nicht ganz so aussehen wie im ersten Jahr. Aber es ist einen Versuch wert. Was ist mit Mini-Weihnachtssternen, haben die auch ein Leben nach dem 24.12.? Ja, Mini-Sterne können auch nach Weihnachten weiterleben. Aber man braucht dafür schon ein bisschen Fingerspitzengefühl. Die Pflege entspricht der der großen Weihnachtssterne: hell, warm, vor Zugluft geschützt, und moderat gießen. Staunässe ist Gift! (Video: https://www.youtube.com/watch?v=sw2PfqBqAEI) Der kleine Topf erschwert das Gießen aufgrund des begrenzten Erdvolumens. Am besten täglich prüfen, ob Wasser benötigt wird; besonders in warmen Räumen oder an Heizungen. Wässern durch Tauchbad ist ideal; gut abtropfen lassen. Eine Umstellung auf größere Töpfe oder mehrere Sterne in einer Schale kann die Pflege erleichtern.** 3 Tipps: Auf Temperatur, Zugluft und Wasserversorgung achten. Während des Sommers umtopfen, düngen und an einem geeigneten Standort pflegen. Dunkelheit simulieren, um die Pflanze wieder zum Blühen zu bringen.

  9. Werkzeuge für den Garten
    12.12., 04:0000:18:39

    Welche Geräte brauche ich wirklich? Gartenwerkzeuge – Was brauche ich? Mehr Infos zum naturgemäßen Gärtnern gibt es unter www.neudorff.de Und eine direkte Nachricht könnt Ihr gern senden an s.klingelhoefer@neudorff.de Heute sprechen wir über Gartengeräte – das passt ja super zu Weihnachten!! Was sind die Must-haves für jeden Naturgärtner? Grabelgabel zum Lockern und Umgraben des Bodens, ohne die Bodenstruktur zu stark zu stören Damit kannst du die Erde rund um alles Mögliche lockern, ohne die Wurzeln zu beschädigen Pflanzkelle Sieht aus wie eine kleine Spielzeugschaufel für alles, bei dem kleinere Mengen Erde bewegt werden müssen perfekt zum Einpflanzen von Setzlingen oder Bepflanzen von Kästen und Kübeln Gartenschere unverzichtbar für das Schneiden von Pflanzen schneidet verblühte Rosen oder dünne Äste ab Astschere für das Beschneiden von dickeren Ästen zum Beispiel bei der Pflege von (Obst)Bäumen Gießkanne für das gezielte Bewässern Gießen von Topfpflanzen, vom Gemüsebeet, von Neuanpflanzungen Rechen zum Zusammenrechen von Laub für die Vorbereitung der Beete Schubkarre erleichtert den Transport schwere Säcke, Grünschnitt, … Spaten zum Ausheben von Pflanzlöchern zum Umsetzen von Pflanzen zum Teilen von Stauden, … nicht zum Umgraben! Unkrautstecher nützlich zum gezielten Entfernen von tiefwurzelndem Unkraut Löwenzahn, Hahnenfuß, … Und mein ultimativer Gartenwerkzeug-Tipp: ein Hori Hori Gartenmesser. Was ist denn das, ein Hori Hori Gartenmesser? multifunktionales japanisches Gartengerät: langes Messer mit einer robusten, leicht gebogenen Klinge hat eine scharfe und eine gezackte Seite sowie eine spitze Spitze. Damit kann man Pflanzen und verpflanzen kleine Löcher graben Wurzeln durchtrennen auch mal einen Zweig abschneiden den Boden lockern Hori Hori ist Pflanzkelle, kleiner Spaten und Säge in einem Gerät! Worauf achten beim Kauf von Gartenwerkzeugen? Edelstahl ist langlebig und rostet nicht so leicht. Griffe aus Eschen-Holz haben eine gute Qualität. Die richtige Größe/Länge wählen gerade bei Scheren und Geräten mit Stiel „Grundgarten“ vs. „Topfgarten/Hochbeet“ Probe für Spaten etc: gerade hinstellen, Ellbogen 90 ° anwinkeln – Spaten muss genau drunter passen Werkzeuge mit ergonomischen Griffen schonen die Gelenke (Gartenschere!) Wenn mehrere Menschen gärtnern: höhenverstellbare Stiele Einfach zu reinigende Geräte kann man leichter sauber halten. Manche Anbieter haben 1 Stiel und mehrere Geräte dazu. Platzsparend und preiswert. Größe des Gartens und Art der Gartenarbeit bei der Anschaffung berücksichtigen (Balkongarten vs. Schrebergarten vs. Ziergarten) Auf jeden Fall mal in die Hand nehmen und fühlen, ob man gut damit zurecht kommt bzw. wie die Geräte ausbalanciert sind. Wie pflege ich Garten-Werkzeug, damit es lange hält?? Gut, dass du das ansprichst. Die richtige Pflege verlängert die Lebensdauer von Gartenwerkzeugen erheblich! Hat bestimmt jeder schon mal erlebt, was passiert, wenn man einen Rechen oder eine Schere im Garten für Wochen vergessen hat. So bleiben Gartengeräte lange schön: Möglichst nach jeder Benutzung die Werkzeuge von Erde und Pflanzenresten befreien und trocknen lassen Die sauberen Werkzeuge einem trockenen und gut belüfteten Ort aufbewahren, um Rost zu vermeiden Scheren und Messer regelmäßig schärfen und bewegliche Teile ölen Holzgriffe mit Öl behandeln, um Risse zu vermeiden. Vor dem Winter alles gründlich reinigen, trocknen und noch mal ölen. Dann ab damit in den Schuppen oder die Garage Im nächsten Frühjahr Geräte mit Holzstiel wässern – dann brechen sie nicht Welche zusätzlichen Utensilien sind für naturnahes Gärtnern hilfreich? Natürliche Schnur ohne Plastik zum Anbinden von Pflanzen Materialien: Jute, Baumwolle, Sisal, Kokosfaser, Bindebast (natur) Staudenhalter zum Stützen hoher Pflanzen Materialien: Holz, Hasel, Weidenrute, Metall (langlebig) Pflanzgefäße aus Ton oder Holz Behälter zum Kompostieren Wassertonnen Nistkästen, Insektenhotels oder Vogelhäuser zur Förderung der Biodiversität Auf was kann man beim naturnahen Gärtnern gut verzichten? Ich brauche zum Beispiel so gut wie nie eine Hacke gemulchter Boden bleibt auch ohne locker Außerdem braucht man finde ich … keine übermäßig spezialisierten Geräte kann man bei Bedarf ausleihen keine überdimensionierten Geräte Bsp. riesige Rasenmäher, keine billigen, minderwertigen Werkzeuge gehen schnell kaputt keinen Vertikutierer lieber den Rasen gut pflegen keine Gartenfräse zerstört die Bodenstruktur nicht viel Deko Das ist jetzt eine wahre Listical-Episode geworden! Was sind denn deine Top 3 Geschenkideen, wenn es um Gartenwerkzeug geht? Eine richtig gute Gartenschere Hori Hori Messer Grabegabel (aber die haben viele bestimmt schon, die den Podcast länger hören)

  10. Permakultur - so geht`s einfach
    28.11., 04:0000:19:03

    Weniger Gartenarbeit bringt mehr Vielfalt - ein tolles Konzept! Permakultur – was ist das? Eine direkte Nachricht könnt Ihr gern senden an s.klingelhoefer@neudorff.de Mehr Infos zum naturgemäßen Gärtnern gibt es unter www.neudorff.de Ich habe gehört, dass Permakultur eine großartige Möglichkeit ist, um nachhaltiger zu gärtnern. Hast du schon mal darüber nachgedacht? Tatsächlich, ja. Permakultur ist im Trend – ein cooles Konzept, bei dem man auch mal anders über Sachen nachdenken kann. Was ist Permakultur? Definition: Permakultur ist eine nachhaltige Art, Gärten und Lebensräume zu gestalten. Der Begriff setzt sich aus 'permanent' und 'agriculture' zusammen Grundidee: In der Permakultur denkt und plant man in natürlichen Kreisläufen. Statt die Natur zu bekämpfen, arbeitest du mit ihr zusammen, was zu einer langfristigen und nachhaltigen Lebensweise führt. Was sind die Vorteile? Der Ansatz „Kooperation statt Konkurrenz“ senkt den Stresslevel erheblich! Mit der Zeit wird der Garten immer pflegeleichter, was deine Energie schont. Der Garten federt extremes Wetter besser ab Mit dem passenden Mix kannst du über einen längeren Zeitraum hinweg ernten. Ein schöner, naturnaher Garten entsteht fast wie von selbst. Du lernst viel über natürliche Kreisläufe und Zusammenhänge. Und ganz nebenbei tust du noch etwas für die Umwelt. Wie Magie! Wie schafft Permakultur das? Vielfalt! Statt nur eine Pflanzenart anzubauen (wie in Monokulturen), werden verschiedene Pflanzen zusammen gepflanzt. Das fördert die Biodiversität und macht das System stabiler. Kreisläufe! In der Permakultur wird versucht, geschlossene Nährstoff- und Energiekreisläufe zu schaffen. Zum Beispiel durch Kompostierung. Bodenpflege! Ganz wichtig dabei ist, dass der Boden durch verschiedene Techniken fruchtbar gehalten wird. Technik heißt hier auch: einfach mal in Ruhe lassen. Hört sich gut an. Wer hat sich das ausgedacht? „Erfunden“ haben das Konzept zwei Männer in Australien in den 1970er Jahren, Bill Mollison und David Holmgren. Mollison bekam 1981 den Alternativen Nobelpreis. Beide lebten längere Zeit bei indigenen australischen Bewohnern und lernten dort den respektvollen Umgang mit der Natur Sie haben sich ziemlich viel von dem abgeguckt, was die Ureinwohner machen. Und wenn man Permakultur ernst nimmt, ist es sogar eine ganzheitliche Philosophie. 3 ethische Grundsätze: Earth Care: Sorge für die Erde Die Erde als Ganzes ist wertvoll. Unabhängig davon, ob wir aus allen Bestandteilen einen Nutzen ziehen. Selbst der Engerling ist wichtig, weil er anderen Tieren als Nahrung dient! Es geht auch um Ressourcen-Schonung People Care: Sorge für die Menschen Die Bedürfnisse aller Menschen sollten berücksichtigt werden Fair Share: Setze Grenzen für Konsum und teile fair Ressourcen fair verteilen, Konsum begrenzen, um die Bedürfnisse zukünftiger Generationen zu sichern. Trauen wir uns die Frage „Was ist genug“ Es geht darum Pflanzen, Tiere, Landschaft und menschliche Bedürfnisse so miteinander kombinieren, dass sie sich gegenseitig unterstützen und nützliche Beziehungen zueinander aufbauen. Ein schöner Gedanke, oder? Muss so ein Permakultur-Garten auch anders aufgeteilt sein als ein „normaler“ Garten?? Idealerweise besteht so eine Permakultur aus 5 Zonen oder Ringen, die sich um den Menschen als Mittelpunkt gruppieren: Haus Küchen- und Kräutergarten Gemüsegarten und Kleintierhaltung Obstgehölze, Nüsse Weideland Wildnis, Ruheraum für Mensch und Natur Natürlich geht nicht überall alles. Man kann ja gucken, was geht. Das sind große ethische Themen! Geht das für meinen Garten auch eine Nummer kleiner? Na klar. Permakultur ist ein Prozess. Es geht auch ohne Nutztierhaltung. Und du musst nicht gleich die Welt retten. Aber dein Garten kann auch ein Mosaikstück bei all diesen Aspekten sein. Von der Natur lernen ist ein wichtiger Baustein der Permakultur Das Wichtigste: Nimm dir Zeit, genau hinzuschauen. Permakultur ist nichts Schnelles. Sie wächst mit der Zeit, wenn du dich dafür entscheidest. Die größte Herausforderung liegt im Umdenken. Wie fange ich an? am besten mit kleinen Projekten, die nicht überfordern. Über viele haben wir schon mal einen Podcast gemacht. Gut zum Einsteigen in die Permakultur ist zum Beispiel Eigenen Kompost herstellen und ausbringen Den Boden mulchen und nur oberflächlich lockern, Überhaupt Boden: mal genauer angucken. Ist er sandig oder tonig, sehe ich Regenwürmer oder auch nicht Nützlinge fördern Regenwasser sammeln Naturhecke als Windschutz pflanzen Mehrjährige Kulturen wie Meerrettich und Rhabarber anbauen Standortangepasste Pflanzen pflanzen Auch eine Kräuterspirale ist ein top Permakultur-Projekt Oder wie wäre es mit einem Hügelbeet? Jetzt bin ich verwirrt. Von solchen Projekten erzählst du schon, seit wir uns kennen. Wo ist der Unterschied zwischen Permakultur und einfach natürlich Gärtnern? Beide teilen das Ziel, im Einklang mit der Natur zu arbeiten Grundprinzip beim Natürlich-Gärtnern: natürliche Methoden keine mineralischen Düngemittel und nur Pflanzenschutzmittel, die die Umwelt schonen Pflanzen stärken, so dass wenig Pflanzenschutzmittel gebraucht werden Grundprinzip bei der Permakultur noch stärkeres Denken in Kreisläufen, möglichst viele verschiedene Lebensräume bieten. Ziel ist ein sich selbstregulierendes Ökosystem – auf ganz verschiedenen Ebenen Bezieht auch Tierhaltung mit ein, z.B. Pferdemist oder Laufenten, die sich um Schnecken kümmern Alles ist möglich und kann ein individueller Baustein sein. Beispiele Permakultur im Garten für Fortgeschrittene: Infiltrationsgräben (Swales): entlang von Höhenlinien angelegt, um Regenwasser aufzufangen und zu versickern, z.B. entlang von Hecken (spart Bewässerung) Waldgärten (mehrschichtiger Anbau) Pilze anbauen Gemeinschaftsgärten 3 Tipps: Das darf in keinem Permakultur-Garten fehlen ein gut funktionierender Komposthaufen mehrjährige, nektar- und pollenreiche Pflanzen Boden mulchen

  11. Obst am Spalier
    14.11., 04:0000:20:46

    Überraschend einfach, Obst am Spalier zu ziehen Spalierobst Eine direkte Nachricht könnt Ihr gern senden an s.klingelhoefer@neudorff.de Mehr Infos zum naturgemäßen Gärtnern gibt es unter www.neudorff.de Spalierobst verwandelt selbst den kleinsten Garten in ein fruchtbares Paradies. Heute erfahren wir, wie man die hübschen Bäumchen erfolgreich kultiviert. Was ist denn überhaupt Spalierobst? Spalierobst nennt man Obstbäume, die flach, also 2dimensional, an einem Gerüst gezogen werden. Oft steht es direkt vor einer Wand, kann aber auch frei stehen Übrigens hat Spalierobst seinen Ursprung in den Klostergärten des Mittelalters Was ist denn der Vorteil von Spalierobst? geringe Spätfrostgefahr an der warmen Wand gute Bestäubung vor der Wand, weil Bestäuber auch die Wärme lieben leichte und reiche Ernte super-Aroma, weil die Sonne alle Früchte gut bescheint heute gut für kleine Gärten, kann als Sichtschutz dienen Unterschlupf für Insekten, nährende Blüten für Insekten Welche Obstarten eignen sich für Spaliere? Am leichtesten zu ziehen sind Äpfel und Birnen, das ist unser Thema heute. passen sich gut der Spalierform an, da sie in ihrer natürlichen Wuchsform nicht allzu stark eingeschränkt werden Gibt es da spezielle, bewährte Sorten? Wir brauchen kompakte Bäume, die leicht in Form gehalten werden können. Am besten eignet sich die sog. Spindelform, oder auch der Busch Die untersten Zweige sollten etwa in Kniehöhe sein spezielle Sorten gibt es nicht, aber wichtig ist die Wahl der richtigen Unterlage. Frag einfach in der Baumschule nach den passenden Sorten (Befruchter!) und kleinbleibenden Spindelbüschen (siehe Podcast „Apfelbaum pflanzen“) Wo ist ein guter Standort für ein Spalier? Während Birnen an Süd- oder Südwestwänden am besten gedeihen, fühlen sich Äpfel an Südostwänden wohler. Sogar Pfirsiche und Aprikosen kannst du an einer warmen Süd- oder Südwestwand ernten! Boden: locker, feuchtigkeitsspeichernd und humusreich mit guter Drainage Bewässerung sollte möglich sein, besonders in der Anwachsphase und bei Trockenheit. Wie groß wird ein Spalierbaum? So groß, wie du ihn werden lässt! Höhe: meist 2-2,5 Meter; Breite: oft 3-6 Meter Was braucht man für ein Spalier? Eine stabile Stützstruktur wie Pfosten oder Holzbalken, im Abstand von 2-3 m Eine Spannvorrichtung mit Holzlatten oder Drähten mit 40 -60 cm Abstand Bindeschnüre aus natürlichen Fasern Organischen Dünger wie unseren Azet Beeren- & ObstDünger und scharfe Werkzeuge für den jährlichen Schnitt Obstbäume? Besteht ein Spalier aus mehr als einer Pflanze? Es kann aus mehreren Pflanzen bestehen. Es gibt Einzelbaum-Spaliere und Mehrbaum-Spaliere (Obsthecken). Letztere eignen sich hervorragend als Sichtschutz oder Struktur für längere Gartenbereiche. Bei Einzelbaum-Spalieren empfiehlt sich ein Abstand von etwa 3 Metern zwischen den Bäumen, wenn mehrere nebeneinander gepflanzt werden. Wie kommt der Baum in Form? Der Mitteltrieb geht immer gerade nach oben. Die pflegeleichteste Form für Anfänger bei einem Einzelbaum-Spalier ist die „waagrechte Palmette“. Bei ihr werden meist 3-4 Seitentriebe waagrecht nach links und rechts geführt. Beim U-Spalier, das mit weniger Platz auskommt, werden die Seitentriebe am Ende nach oben geführt.Natürlich gibt’s noch mehr Formen, aber das sind die gängigsten Die neuen Triebabschnitte musst du immer wieder anbinden, damit sie in Form bleiben Es dauert ein Jahr, bis die Grundform fertig ist, beim Start mit einem jungen Obstbäumchen. Tipp: Vorbereitete Spalierbäume aus der Baumschule sind ideal für Einsteiger. Was schneide ich wann? Dazu hilft es, das Fruchtholz zu erkennen, an dem später die Früchte hängen. Denn du schneidest ja, wenn noch kein Laub am Baum ist: Fruchtholz ist dunkler als einjährige Triebe dicke, rundliche Knospen (im Gegensatz zu grünen, schlankeren Knospen) bei Apfel oft kurzes Holz „Fruchtspieße“, kann bei Birnen länger sein (Fruchtruten“) bildet sich an waagrechten Zweigen – deswegen sind Spaliere so fruchtbar. Wann geht es also los? Der Hauptschnitt erfolgt bei Äpfeln im Spätwinter und bei Birnen nach der Ernte. Ergänzend gibt es den Sommerschnitt, um die Fruchtbildung zu fördern und die Form zu erhalten. Äpfel sind generell schnittverträglicher als Birnen und können stärker zurückgeschnitten werden. Ziel des Schnitts: Die Form des Spaliers erhalten, evtl. vergrößern Fruchtholz (mehrjähriges Holz) fördern, dafür unproduktives junges Holz (Richtung Wand bzw. steil nach oben wachsenden) entfernen bzw. lang wachsende Triebe (Wasserschosser) einkürzen zu dichtes Fruchtholz auslichten Schnitttechnik: Immer knapp über einer nach außen gerichteten Knospe schneiden sauberer, glatter Schnitt keine Stummel stehen lassen Das mit dem Erziehen und Schneiden hört sich aufwändig an … Ist es nicht, wenn man dranbleibt. Greif regelmäßig zur Schere! Wann kann man das erste Mal ernten? Bei vorgezogenen Spalierbäumen aus der Baumschule kann man oft schon im ersten oder zweiten Jahr nach der Pflanzung mit einer kleinen Ernte rechnen. Geht Spalierobst auch auf dem Balkon? Mit speziellen kleinwüchsigen Sorten, einem großen Kübel, guter Erde, regelmäßigem Gießen und gutem Winterschutz. 3 Tipps Warum nicht mal probieren? Für den Anfang erzogenes Spalierobst kaufen Regelmäßiges Schneiden fördert die Fruchtbildung und erhält die Struktur

  12. Insekten lieben diese Pflanzen
    31.10., 04:0000:21:13

    So wird euer Garten noch viel lebendiger Insektenpflanzen für den Herbst Mehr Infos zum naturgemäßen Gärtnern gibt es unter www.neudorff.de Und eine direkte Nachricht könnt Ihr gern senden an s.klingelhoefer@neudorff.de Der Herbst steht vor der Tür und bringt nicht nur bunte Blätter, sondern auch Herausforderungen für unsere kleinen, summenden Freunde. Während wir gemütlich Kürbissuppe schlürfen, haben Insekten ganz andere Sorgen, oder? Ja, das stimmt. Im Herbst wird es mühsam für Insekten. Die Nahrung wird knapper. Dabei brauchen sie gerade jetzt noch eine extra Portion Energie, um die kalte Zeit zu überstehen. Wusstest du, dass ein Bienenstock von Honigbienen über den Winter locker mehr als 10 kg an Nahrung futtert? Was fressen Insekten überhaupt? Das kommt drauf an, über welche Insekten wir reden. Bleiben wir bei Bienen, Schmetterlingen und manchen Käfern. Für die sind das magische Lebenselixier Pollen und Nektar. Pollen = Superfood für Insektenlarven Winzige Körner, die von den Staubblättern blühender Pflanzen produziert werden Reich an Eiweiß, Fetten, Vitaminen und Mineralstoffen Wichtige Nahrung für die Larven Nektar: = Energiebombe für erwachsene Insekten Flüssigkeit, die hauptsächlich aus Zucker besteht Liefert schnelle Energie, zum Beispiel fürs Fliegen Nektar lockt die Insekten zur Blüte, dabei sammeln sie den Pollen ein Honig wird aus Nektar gemacht; Energiewintervorrat für die Bienen Welche Insekten sind im Herbst aktiv? Wildbienen und Hummeln: sammeln länger als Honigbienen Schwebfliegen: Erwachsene ernähren sich von Pollen und Nektar, Larven fressen Blattläuse; harmlos, stechen nicht Späte Schmetterlinge: Admiral, Tagpfauenauge, Zitronenfalter überwintern als erwachsene Tiere Libellen: z. B. Herbst-Mosaikjungfer Geeignete Nektar- und Pollenspender für den Herbst: Stauden Astern (Aster sp.) Blühen je nach Art bis November Verblühte Blüten entfernen verlängert die Blütezeit Beliebt bei Bienen und Schmetterlingen (und Schnecken) Fetthenne (Sedum ssp): Blüht bis Oktober Sehr pflegeleicht, ideal für trockene Standorte oder faule Gärtner Dichte Blütendolden ziehen viele Insekten an Herbst-Sonnenbraut Blüht bis Oktober Blüht gelb, orange oder sogar bräunlich Außerdem noch Glockenblumen Einfach blühende Dahlien Herbst-Anemone (auch im Schatten) Sonnenhut (Echinacea) Sonnenauge Bartblume Geeignete Nektar- und Pollenspender für den Herbst: Sommerblumen Ringelblume (Calendula) Blüht bis Oktober Welke Blüten entfernen, um die Blütezeit zu verlängern Nebeneffekt: Machen den Boden fruchtbar, Samen leicht selbst zu nehmen Kapuzinerkresse (Tropaeolum) Blüht oft bis zum ersten Frost Essbar, sowohl Blüten als auch Blätter Zieht viele Bestäuber an Sonnenhut (Rudbeckia): Blüht bis Oktober Robust und langblühend Verwelkte Blüten entfernen, um die Blütezeit zu verlängern Geeignete Nektar- und Pollenspender für den Herbst: Sträucher Heidekraut (Calluna vulgaris) Blüht bis November Pflegeleicht, nur Sorten helfen, die keine Knospenblüher sind (Blüte bleibt geschlossen, ökologisch wertlos, blühen aber TOLL lange) Efeu (Hedera helix) Blüht bis November Besonders wertvoll, da es spät im Jahr blüht Anziehungspunkt für viele Insekten, inklusive einer spezialisierten Wildbiene (Efeu-Seidenbiene; hat sich von Südeuropa Richtung Norden ausgebreitet) Bartblume (Caryopteris) Blüht weit in den Oktober hinein reichlich Nektar und Pollen blaue Blüten haben hohe Anziehungskraft! Geeignete Nektar- und Pollenspender für den Herbst: Gründüngung und andere nützliche Pflanzen Weißklee (Trifolium repens) Besonders für Honigbienen, Hummeln und Schmetterlinge Zuckerkonzentration ca. 50%! kann schon nach 8 Wochen blühen Blutweiderich (Lythrum salicaria) Besonders an Gartenteichen, zieht Schwebfliegen, Bienen und Schmetterlinge an Oregano (Origanum vulgare) Insektenfutter aus dem Kräutergarten Pflanzen, die im Herbst wenig Nutzen haben Exotische Zierpflanzen, wie Kirschlorbeer Bieten wenig bis keine Nektar- oder Pollenquellen Gefüllte Blüten, wie die von gefüllte Dahlien, gefüllten Rosen Zu viele Blütenblätter, Nektarquellen schwer erreichbar oder gar nicht vorhanden Immergrüne Hecken, wie Thuja Bieten keinen Nektar oder Pollen Sterile Pflanzen, wie sterile Ziergräser Setzen keine Samen und produzieren oft keinen Nektar 3 Tipps Spätblühende Pflanzen anpflanzen, die Nektar und Pollen bieten Auf Vielfalt setzen Ab Oktober keine Stauden mehr zurückschneiden (Überwinterungsplätze für Insekten)

  13. Alles voller Himbeeren
    17.10., 04:0000:16:06

    Leckeres Beerenobst bis in den Herbst Alles voller Himbeeren Mehr Infos zum naturgemäßen Gärtnern gibt es unter www.neudorff.de Und eine direkte Nachricht könnt Ihr gern senden an s.klingelhoefer@neudorff.de Himbeeren kennen ja die Auskenner aus dem Wald – sind das ausgebrochene Garten-Himbeeren, oder sind die wirklich heimisch bei uns? Ja, sie sind tatsächlich heimische Sträucher, was ja nur für wenige Obstarten gilt Sind verwandt mit den Rosengewächsen, zu denen auch Apfel und Mandel, aber auch Erdbeere und sogar Stauden zählen Fun-fact: Wild- und Honigbienen stehen total auf die Blüten, obwohl die so unscheinbar sind! Jetzt habe ich gehört, es gibt Sommer-Himbeeren und Herbst-Himbeeren. Werden die zu unterschiedlichen Zeiten reif? Ja, ganz genau. Sommer-Himbeeren bilden Blüten und Früchte an den Trieben aus dem Vorjahr. Sie werden reif im Früh- und Hochsommer. Herbsthimbeeren dagegen entwickeln sich schneller, sie fruchten im Jahr des Austriebs, dafür sind die Früchte natürlich später reif, also im Herbst. Je nach Sorte kannst du zwischen August und Oktober ernten. Die gute Nachricht für Himbeer-Fans: Du kannst, allein durch die Sortenwahl, von Juni bis Oktober ernten. Wachsen Himbeeren so wie die im Wald? Im Prinzip ja. Nur, dass die Kultursorten nicht nur größere Früchte tragen, sondern auch höher werden. Mit 1,5 bis 2 m Höhe kannst du rechnen. Die Himbeeren treiben aus den Wurzeln aus, und viele Sorten machen auch unterirdische Ausläufer. Das heißt, sie können 0,5 bis 1 m entfernt von der Hauptpflanze neue Triebe aus dem Boden schieben. Tatsächlich sind Himbeeren übrigens keine Beeren, sondern Sammelfrüchte, die sich aus vielen kleinen, miteinander verwachsenen Steinfrüchten zusammensetzen Was für einen Standort mögen die denn? Sie mögen es gern sonnig und windgeschützt, aber ein bisschen Schatten vertragen sie schon auch. Der Boden sollte humusreich sein und kann leicht sauer sein, also pH so um 5,5 bis 6 Was sie gar nicht mögen, ist Staunässe, also auch sehr feste Böden. Wer so einen Boden hat, kann ihn aber mit viel Kompost und Sand lockerer bekommen Und vorher sollten keine anderen Himbeeren, Taybeeren (Kreuzung aus Brom- und Himbeere) oder Brombeeren dort gestanden haben OK, Standort ist gefunden, wie geht es jetzt weiter? Mit der Pflanzung. Am besten ab Oktober bis zu den ersten Frösten Vorher hast du dir natürlich die Sorten ausgesucht. Du kannst von gelb über Rosa bis Dunkelrot alles bekommen. Oder du suchst nach stachellosen Sorten Und natürlich überlegst du dir, wann du ernten möchtest, und spielst mit den verschiedenen Ernteterminen. Und wählst entsprechen Sommer- oder Herbsthimbeeren. Und dann sorgst du für ein stabiles Spalier Warum brauche ich denn sowas? Und wie soll denn so ein Spalier aussehen? Wenn die Früchte dranhängen, auch wenn sie ja nicht so riesig werden, werden die weichen Triebe ganz schön belastet und hängen über. Außerdem gelangt durch das Anbinden mehr Luft an die Blätter, was Pilzkrankheiten verhindern hilft. Du brauchst stabile Pfosten von 1,8 bis 2 m Länge, z.B. Vierkanthölzer, außerdem Bodeneinschlaghülsen. Oder du hast wie wir Freunde, die an Akazienhölzer kommen. Die verrotten nicht und können direkt in den Boden geschlagen werden. Dann brauchst du noch gummierten Gartendraht. Davon brauchst du reichlich, denn am besten befestigst du die Drähte in 30, 100 und 170 cm Höhe, und spannst sie richtig fest. So, jetzt habe ich die Pflanzen, Spalier steht – jetzt geht’s in die Erde, richtig? Genau! In der Reihe pflanzt du alle 40 bis 50 cm eine Himbeere. Und dann geht es wie immer beim Pflanzen Pflanzen gut wässern. Besonders Himbeeren sind empfindlich bei Trockenheit Loch graben Gute Erde rein, z.B. unsere torffreie NeudoHum BeerenobstErde Dann gleich organischen Dünger mit rein, wie unseren Azet Beeren- & ObstDünger Pflanze einsetzen, dabei sollten die unteren Grundknospen ca. 5 cm hoch mit Erde bedeckt sein Aushub, mit der Erde vermischt, wieder ins Loch geben, dabei Gießrand lassen Leicht andrücken, gründlich gießen – fertig OK. Und dann gucke ich beim Wachsen zu? Oder muss ich noch was tun?? Klar, wie immer gibt’s auch ein paar Pflegetipps Wie schon gesagt: Himbeeren mögen keine Trockenheit. Sie sind blöderweise Flachwurzler, das macht sich im trockenen Sommer schnell bemerkbar Darum am Anfang erstmal gut feucht halten. Und dann den Boden immer schön mulchen, damit die Feuchtigkeit im Boden bleibt. Düngen solltest du Anfang März mit unserem organischen Azet Beeren- & ObstDünger. Eine zweite Düngung ist bei Sommer-Himbeeren nach der Ernte im Juni oder Juli sinnvoll Bloß nicht hacken zwischen den Himbeeren, wegen Flachwurzler und so. Unkräuter lieber mit der Hand rausziehen. Mulchen, was das Zeug hält bzw. der Garten hergibt. Ich werfe auch Heckenschnitt vom Liguster dorthin, Rasenschnitt, Unkraut ohne Samen u.a. Und wann muss ich die schneiden?? Sprechen wir erstmal über die Sommer-Himbeeren Mitte bis Ende Mai schneidest du Ruten raus, so dass nur noch 10-12 Triebe pro Meter stehen bleiben. Und zwar ganz tief am Boden abschneiden. Nach der Ernte im Sommer schneidest du alle Ruten, die in diesem Jahr getragen haben, direkt am Boden ab. Zu lange Ruten kannst du im November kurz über dem obersten Spanndraht einkürzen Herbsthimbeeren sind da einfacher Hier dünnst du auch aus wie bei den Sommerhimbeeren. Lässt aber 20 Ruten pro laufendem Meter stehen. Nach der Ernte schneidest du alles runter. Kriegen Himbeeren eigentlich auch Schädlinge und Krankheiten? Ja, ganz verschont bleiben sie nicht. Es gibt die Himbeerrutenkrankheit, oder Rutensterben. Verursacher sind Pilze, die blau-violette Flecken an den einjährigen Ruten hervorrufen. Die Ruten sterben ab. Vorbeugend organisch düngen, Mulchen – und befallene Ruten sofort rausschneiden und vernichten. Sommerhimbeeren können vom Himbeerkäfer befallen werden. Knospen und Blätter sind angefressen, in den Beeren sitzen Maden. Umgehen kann man ihn durch Herbsthimbeeren, oder Ende April das Schädlingsschutznetz auf den Boden legen. Das verhindert, dass die Käfer aus dem Boden schlüpfen und die Eier an die Früchte legen. Netz bis nach der Ernte liegen lassen. Herbsthimbeeren können von der Kirschessigfliege befallen werden, die Larven fressen in den Früchten, die dann matschig werden. Vermeiden lässt es sich – durch Sommer-Sorten. Oder indem ihr vor der Ernte ein Netz über die Ruten legt. 3 Tipps Gute Sortenwahl für lange Erntezeit Den Schnitt nicht vergessen Mulchen mit allem, was geht

  14. Pflanzen wir einen Apfel
    03.10., 04:0000:25:51

    Ein Apfelbaum im eigenen Garten - lecker! Apfelbaum pflanzen Mehr Infos zum naturgemäßen Gärtnern gibt es unter www.neudorff.de Und eine direkte Nachricht könnt Ihr gern senden an s.klingelhoefer@neudorff.de Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen. Lass uns heute darüber sprechen, was es zu beachten gilt, wenn man einen Apfelbaum pflanzen will. Irgendwie gehört in meiner Vorstellung zumindest einer in einen Naturgarten. Einen Apfelbaum pflanzen ist eine fantastische Idee! Blüte im Frühjahr, Schatten im Sommer, Ernte im Herbst, Struktur im Winter. Magnet für viele Tiere -> fördert Biodiversität, Wildbienen Einmal angewachsen, macht ein Apfelbaum wenig Arbeit Ich bin gespannt! Wie geht man das Projekt an, dass es auch Früchte trägt? Den richtigen Standort aussuchen und am besten gleich zwei Bäume pflanzen Apfelbäume brauchen viel Sonne (mind. 6 Stunden pro Tag) durchlässiger, humus- und nährstoffreicher Boden in kühlen Regionen Sorten wählen, die später blühen (Spätfrost) Platzbedarf hängt von Baumform ab, von der Sorte und der Unterlage, auf die veredelt wurde Welche Baumformen gibt es denn? Hochstamm: Äste beginnen über Kopfhöhe; Platzbedarf: 60 bis 80 qm Vorteil: große Ernte, viel Schatten, Lebensraum für viele Tiere, langlebig Nachteil: braucht richtig viel Platz, schwierig bei der Pflege Halbstamm: Äste fangen in Schulterhöhe an; Platzbedarf: ca. 30 qm Vorteil: leichter zu pflegen, leichte Ernte, trotzdem Schatten Geht es nicht auch etwas handlicher? Buschbaum (Niederstamm): Äste ab Hüfthöhe; Platzbedarf: ca. 10 qm Spindelbaum/Säulenbaum/Zwergbusch o.ä.: ca. 1 qm. Ist auch gut fürs Spalier geeignet Die passen ja sogar auf den Balkon! In der Tat. Mit Spindeln (schwachwachsende Veredelungen) kannst du sogar im Kübel auf dem Balkon Äpfel ernten. wachsen extrem schmal mit sehr kurzen Ästen bringen für die Größe sehr viel Ertrag, weil die Äste fast nur aus Fruchtholz bestehen. Manche brauchen ihr Leben lang eine Stütze. Faustregel: Je größer der Baum wird, den du pflanzt, desto später trägt er die ersten Früchte. Hängt die Größe auch von der Sorte ab? Nein. Apfelbäume sind veredelte Obstgehölze. Die Größe hängt von der Unterlage ab. In der Baumschule fragen! Achtung: Größenbeschreibungen und Benennungen sind im Handel uneinheitlich. Genau erkundigen, welche Wuchseigenschaften der Baum mitbringt Was bitte ist denn eine Veredelung beim Apfelbaum?! Beim Veredeln kombiniert man zwei verschiedene Pflanzen miteinander Ziel: bessere Früchte, Widerstandfähigkeit gegen Krankheiten oder eben bestimmte Wuchseigenschaften Die Unterlage ist der untere Teil des Baums, der im Boden wurzelt Das Edelreis ist ein Zweig von einem anderen Baum, der z.B. die leckeren Früchte trägt Beide werden so zugeschnitten, dass sie genau aufeinanderpassen und dann eng verbunden, damit sie zusammenwachsen Gründe sind Manche Stecklinge wachsen nur zögerlich an. Man gewinnt 1 Kulturjahr, weil die Bäume schneller verkaufsfähig sind. Über die „Unterlage“ kann ich Wuchsstärke des Baums regulieren. M9 ist die bekannteste bei Äpfeln. Fun-fact: Kopulation mit Gegenzunge Warum empfiehlst du, am besten gleich zwei Bäume zu pflanzen? Apfelbäume sind Fremdbefruchter. Ohne zweiten Baum einer anderen Sorte, die zur gleichen Zeit blüht, keine befruchteten Blüten -> keine Früchte Nützliche Insekten braucht’s natürlich auch Wenn viele Blüten ein paar Wochen nach der Blüte samt Stiel abfallen, hat es mit der Bestäubung nicht geklappt. Gibt auch Bäume, auf die gleich mehrere Sorten veredelt sind Wo du es sagst: Apfelsorten gibt es reichlich, zumindest auf dem Wochenmarkt. Dabei findet man im Handel nur die Spitze des Eisbergs. Es gibt unendlich viele verschiedene Sorten mit unterschiedlicher Reifezeit, unterschiedlichem Geschmack, verschiedenen Lagereigenschaften (allein in Deutschland ca. 2.000 Sorten). Manche Sorten haben mittlerweile sogar rotes Fruchtfleisch Wie findet man bei der großen Auswahl die richtige Sorte? Es gibt Sorten, die sich besser für den Hausgarten eigenen als Supermarktsorten wie Gala, Braeburn und Elstar (empfindlich gegen Pilzkrankheiten) Empfehlenswerte robuste Sorten: „ Re“-Sorten (Retina, Rewena, Resista), „Pi“-Sorten (Pinova, Piros), Santana, Rubinola, Topaz, … Möglichst Sorten aussuchen, die sich gegenseitig befruchten (steht oft auf dem Etikett) Kurz lagerfähig: Santana, Rubinola Lagerfähig: Topaz, Resista Empfehlung: Beraten lassen und mehrere sich ergänzende Bäume pflanzen mit gestaffelter Reifezeit Nicht jeder verträgt Äpfel. Gibt es Hoffnung für Allergiker? Alte Sorten sind oft besser für Allergiker: Alkmene, Roter Boskoop, Goldparmäne, …. besitzen weniger vom Allergie- Protein Mal d1 Allergiker sollten trotzdem einen Test machen und ihren Arzt fragen! Wie pflanze ich einen Apfelbaum? Bäume ohne Ballen („wurzelnackt“): November bis April Die Wurzeln schon Stunden vorher in einen Eimer Wasser stellen Rasen an der Pflanzstelle großzügig abstechen (beseitigt Wasser- und Nährstoffkonkurrenz), Unkraut entfernen, Steine rauslesen Spoiler: ein junger Apfelbaum wird früher Äpfel tragen als ein größerer, der schon einen kräftigen Stamm hat Und wie geht es weiter? Großes Loch graben, doppelt so breit und tief wie die Wurzeln; mindestens zwei Spaten tief Den Boden unten im Pflanzloch lockern, damit’s die Wurzeln leichter haben Stützpfahl (2 Meter lang) auf der Seite, von der meistens der Wind kommt, tief in den Boden schlagen Das hört sich anstrengend an. Wie geht es weiter? Azet Beeren- & ObstDünger ins Loch geben Aushub mit NeudoHum PflanzErdev (1:2) mischen Baum reinhalten, so dass am Schluss die Veredelungsstelle (Knubbel) handbreit über dem Boden liegt Und gleich den Pfahl mit einstellen und noch reinhauen in den Boden Grube mit der Erdmischung auffüllen. Dabei am Stamm rütteln, damit die Erde zwischen die Wurzeln rieselt Erde festtreten, Gießrand formen mit richtig viel Wasser gießen, damit die Erde sich in jede Ritze setzt Ist man dann fertig? Stamm in Form einer Acht am Pfahl befestigen (Kokosstrick) Pflanzbereich mit Mulchkompost abdecken (Abstand zum Stamm lassen) die nächsten Monate viel und regelmäßig gießen, auch im Herbst und Winter Wie geht es mit der Pflege weiter? Kontinuierlich wässern im ersten Jahr und in Trockenperioden Im März düngen mit Azet Beeren- & ObstDünger Baumscheibe mulchen mit Kompost, 2x pro Jahr (nicht direkt an den Stamm) Über den Juni-Fruchtfall, Alternanz, Apfelwickler, und den Schnitt vom Apfelbaum machen wir besser mal eigene Episoden 3 Tipps Apfelbäume pflanzen! Passende Baumform und richtige Sorte wählen Es den Wurzeln im Pflanzloch gemütlich machen

  15. Gemüse anbauen im Herbst
    19.09., 04:0000:15:24

    Was geht im Gemüsebeet im Herbst? Herbstgemüse Eine direkte Nachricht könnt Ihr gern senden an s.klingelhoefer@neudorff.de Mehr Infos zum naturgemäßen Gärtnern gibt es unter www.neudorff.de Heute tauchen wir ein in die Welt der Herbstaussaat. Richtig gehört! Auch im September und Oktober können wir noch verschiedene Gemüsesorten im Garten anbauen und uns auf die Ernte freuen. Stimmt doch Sabine, oder? Genau so ist das. Manche Gemüsesorten wachsen sogar besser, wenn sie im Herbst ausgesät werden und schmecken besser. Das liegt daran, dass kühle Temperaturen und kürzere Tage dazu führen, dass das Gemüse mehr Zucker einlagert, das sorgt für intensiveres Aroma. Manches Gemüse überdauert sogar den Winter. Es ist wie eine Postkarte an uns selbst für das kommende Gartenjahr. Das klingt fast ein bisschen nach Magie. Die Natur hat unheimliche Fähigkeiten. Heute entzaubern wir keine Geheimnisse. Wir kümmern uns ganz praktisch darum, welche Gemüsesorten man im Herbst noch aussäen kann. Welche Gemüsesorten eigenen sich denn für die Aussaat im September und Oktober? Im Herbst bauen wir viel Blattgemüse an – mit Fruchtgemüse wird das nichts mehr. Wichtig: Sorten für den Herbstanbau nehmen, z.B. Feldsalat: Elan, Vit, Verte de Cambrai Spinat: Thorin, Bordeaux, Dolphin Asiasalate/Blattsenf: Mizuna, Moutarde Rouge Metis, Wasabino Winterkopfsalat: Baquieu (überwintert, Ernte im Frühjahr) Wintersteckzwiebeln: Shakespeare (im Herbst stecken, Ernte im Juni) Knoblauch: Thermidrome, Thüla (im Herbst stecken, Ernte im Juli) Pflücksalat und Mangold (Babyleaf) kann auch noch mal funktionieren Wintererbse? verträgt Temperaturen bis minus 15 Grad C Ernte ab Mai sammeln mit Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft Geheimtipp: Winterportulak keimt am besten bei <12 Grad erste Ernte schon nach 6-8 Wochen junge Blätter roh essen, ältere Blätter kochen Und wie mach ich das mit dem Aussäen? Wie gewohnt: Reihen ziehen, Samen so tief in die Erde legen, wie auf der Samentüte angegeben, festdrücken, angießen, feucht halten, verziehen etc. alles wie bei anderen Aussaaten im Herbst besser aufpassen mit dem Gießen, hat man manchmal nicht so im Blick … Das Verrückte: Viele der Gemüsesamen würden im Sommer gar nicht so gut keinem! Geht der Anbau von Gemüse im Herbst im normalen Beet genauso gut wie im Hochbeet? geht beides, aber das Hochbeet hat schon viele Vorteile: erwärmt sich besser bessere Drainage leichter zu bearbeiten Sonnenenergie lässt sich durch Frühbeeet-Aufsatz leichter einfangen (so gewinnt man ca. 4 Wochen Anbauzeit in den Winter hinein). Bei Frost kann ich das Gemüse leichter mit Vlies oder Reisig abdecken. Nachteile vom Hochbeet begrenzter Raum ist im Herbst und Winter nicht so wichtig. Allerdings: So lange Gemüse drin wächst, kann ich es nicht neu füllen für die kommende Saison. Was mache ich mit einem Grundbeet im Herbst? Empfehlung: Gründüngung einsäen Was ist Gründüngung und warum ist sie wichtig? Gründüngung sind Pflanzen, die man nicht erntet, sondern in den Boden gräbt verbessert die Bodenstruktur reichern den Boden mit Nährstoffen an sorgen dafür, dass der Boden nicht nackt in den Winter geht Welche Pflanzen eignen sich? Gelbsenf, Phacelia, Inkarnatklee wachsen schnell. Lein und Luzern lockern schwere Böden. Apropos Stickstoff: Muss ich meine Herbstaussaaten gar nicht düngen? nicht, wenn du die Vorkulturen regelmäßig mit Neudorff Azet TomatenDünger gedüngt hast organischer Dünger mit Langzeitwirkung rettet das Herbstgemüse über die Zeit Herbstaussaaten sind fast alle eher Mittel- oder Schwachzehrer bei Wachstumsproblemen und/oder sehr mildem, sonnigen Herbst: flüssig nachdüngen mit Azet HochbeetDünger Herbstzeit ist auch Erntezeit! Welche Gemüsearten kann man spät im Jahr noch ernten? Im September können geerntet, z.B.: Rosenkohl, Grünkohl (den ganzen Winter über) Chinakohl Brokkoli Endivien Kohlrabi Kartoffeln zum Lagern Möhren Knollensellerie Mangold Stangenbohnen Fenchel Lauch (den ganzen Winter über) Kürbisse Gurken reifen besser aus, wenn man die neuen Blüten ausknipst Rote Bete: unbedingt vor dem ersten Wintereinbruch ernten und vieles mehr Im Oktober erntereif sind außerdem z.B.: Pastinaken (den ganzen Winter über) Herbstblumenkohl Lauch Steckrüben Im November ist Kohlzeit! Rosenkohl, Brokkoli, Herbstblumenkohl, Grünkohl, Chinakohl 3 Tipps Für Keimung und Wachstum brauchen Gemüsepflanzen Wärme und Licht an den Herbst angepasste Gemüsesorten wählen mit Vlies in kalten, frostigen Nächten abdecken

  16. Zimmerpflanzen selbst vermehren
    05.09., 04:0000:19:16

    Einfach mal Stecklinge machen Stecklinge von Zimmerpflanzen machen Eine direkte Nachricht könnt Ihr gern senden an s.klingelhoefer@neudorff.de Mehr Infos zum naturgemäßen Gärtnern gibt es unter www.neudorff.de Was ist eigentlich ein Steckling? Pflanzenteile, die wir abschneiden und in Erde oder Wasser stecken, um eine neue Pflanze wachsen zu lassen. Nachgezogene Pflanzen haben exakt die gleichen Eigenschaften, wie Pflanze, von der man den Steckling nimmt. Das hört sich an wie eine wunderbare Methode, mehr Zimmerpflanzen haben zu können, ohne ständig neue kaufen zu müssen. Genau, das ist der große Vorteil. Man kann seine Lieblingspflanzen quasi klonen und muss nicht ständig ins Gartencenter laufen. Von welchen Zimmerpflanzen kann man Stecklinge machen? Viele eignen sich. Ganz leicht geht es bei Efeutute oder Zebrakraut. Monstera hat manchmal schon Luftwurzeln. Die werden zu echten Wurzeln, wenn sie in die Erde oder in Wasser kommen. Geldbaum und Birkenfeige lassen sich auch gut mit Stecklingen vermehren. Schöner Nebeneffekt vom Stecklinge schneiden: Die Pflanzen wachsen hinterher dichter. Wie macht man das jetzt konkret? Man braucht ein sehr scharfes, sauberes Messer. Damit schneidet man einen etwa 10 cm langen Trieb ab. 3 Blattpaare sind ideal. Gibt es einen Trick, wie man den Schnitt am besten setzt? Idealerweise einen halben Zentimeter unterhalb eines Blattknotens. Hab meinen „Gärtner-Joker“ in einem Produktionsbetrieb befragt. Der meint, schräg ist nur bei verholzten Trieben gut. Weiche Sachen lieber gerade, damit weniger faulen kann. Ich hab’s rausgenomme. Der Blattknoten ist die Stelle, wo die Blätter vom Stängel wegstehen. Dort bilden sich am schnellsten neue Wurzeln. Verstanden. Was ist noch wichtig? Der Stängel sollte nicht total weich sein, weil er dann leicht fault. Verholzt ist auch nicht gut, weil er dann schlechter Wurzeln schlägt. Keine Triebe mit Blüten oder Blütenknospen nehmen. Oder die Blüten entfernen (sonst hätte ich von meiner Lantane keine Stecklinge bekommen!) Stecklinge nicht lange liegen lassen. Und wie geht’s weiter? Die unteren Blätter abmachen, oben zwei Blattpaare stehen lassen. Den blattlosen Teil in Erde stecken. Saubere Töpfchen und nährstoffarme Erde (NeudoHum Aussaat- und KräuterErde) benutzen. Den Steckling mit den Fingern andrücken, damit die Erde Kontakt zum Trieb hat. Angießen. Ab jetzt immer feucht halten. Hohe Luftfeuchtigkeit ist gut – „gespannte Luft“ Tüte drüber oder Zimmergewächshaus Neudofix WurzelAktivator fördert das Wurzelwachstum unter die Aussaat-Erde mischen oder in Wasser anrühren und die Stecklinge damit angießen Gibt es noch andere Methoden? Ja. Man kann die Stecklinge auch in ein Wasserglas stellen, das man hell und warm platziert. Und dann wächst da eine neue Pflanze? Genau, aber es ist Geduld gefragt Nach einigen Wochen sollten sich Wurzeln bilden. Sobald diese kräftig genug sind, kann der Steckling in NeudoHum AussaatErde umgepflanzt werden. Was sollte ich sonst noch beachten? Licht und Temperatur spielen eine große Rolle: Der Steckling sollte an einem warmen und hellen, aber nicht direkt sonnigen Ort stehen. Beim Bewurzeln im Wasserglas Wasser regelmäßig wechseln, um Infektionen mit Pilzen und Bakterien zu vermeiden. Sobald die Jungpflanzen einen schönen Wurzelballen haben, in normale Erde umtopfen. Der beste Zeitpunkt, um Stecklinge zu bewurzeln: Frühsommer (April bis Juni) wenn das Wachstum richtig loslegt Gibt es typische Anfängerfehler? Oh ja, die gibt es. zu viele Blätter am Steckling kostet die junge Pflanze viel Energie Und bitte immer nur gesunde Mutterpflanzen verwenden! Je besser das Ausgangsmaterial, desto besser das Ergebnis. Mutterpflanzen sollten gut ernährt sein und schädlingsfrei. Und man kann statt der Kopfstecklinge, über die wir gerade gesprochen haben, auch Stammstecklinge: ein Triebstück nehmen (Drachenbaum, Yucca) Blattstecklinge: Blattstiel wird mit dem ganzen Blatt dran in die Erde gesteckt (Usambaraveilchen) Blatt-Teilstecklinge: aus dem Blatt werden Stücke geschnitten, die man in die Erde steckt (Bogenhanf - kann ewig dauern, aus den Stecklingen wachsen Pflanzen mit grünen Blättern nach, Knollenbegonien). Aber darüber sprechen wir besser in einer Extra-Episode. 3 Tipps: Auf Hygiene achten Nie austrocknen lassen Kein Dünger

  17. Eigenes Saatgut ernten
    22.08., 04:0000:19:40

    Einfach Samen selbst ernten Eigenes Saatgut ernten und lagern Mehr Infos zum naturgemäßen Gärtnern gibt es unter www.neudorff.de Und eine direkte Nachricht könnt Ihr gern senden an s.klingelhoefer@neudorff.de Erntest du eigentlich eigene Samen? Ja klar, das spart jede Menge Geld. Ich kann meine Lieblingssorten behalten. Meistens ernte ich so viel Saatgut, dass ich auch noch etwas an Freunde verschenken kann. Welche Pflanzen eignen sich gut? Eigenes Saatgut ernten funktioniert nur bei Pflanzen, die befruchtungsfähige Blüten bilden; über die freuen sich auch die Insekten. Am besten geeignet sind samenfeste Sorten. Aus deren Samen entstehen Pflanzen, die der Elternpflanze sehr ähnlich sind. Für gute Qualität Saatgut nur von den kräftigsten und gesündesten Pflanzen nehmen, so wie Gärtner es seit Jahrhunderten bei der Auslese-Züchtung machen. Gut geeignet sind Selbstbestäuber. Sie bleiben sortenfest (Bohnen, Erbsen, Salat, Mangold,…) Welche Pflanzen eignen sich nicht? Gefüllte oder sterile Blüten können kein Saatgut bilden – aber das ist eher ein Fall für den Blumengarten. Schwierig ist es bei Pflanzen, die vor der Blüte geerntet werden. Bei z.B. Salat, Karotten, Kohlrabi, Radieschen, Zwiebeln muss man etwas Ernte opfern, z.T. lange warten und die Pflanzen blühen lassen, um an Samen zu kommen. Eigenes Saatgut ernten ist nicht anzuraten bei Kürbis, Zucchini, Melone und Gurke. Warum rätst du davon bei Kürbis, Zucchini und Co ab? Da entstehen total schnell Mischlinge ungewisser Qualität, wenn die verschiedenen Gemüsearten nah beieinanderstehen. Die Verkreuzungen können in der nächsten Generation Bitterstoffe bilden, die nicht nur furchtbar schmecken, sondern auch ungesund sind. Warum ist es da so leicht, dass Mischlinge entstehen? Das sind alles Gemüsearten, die Hilfe von außen (Insekten/Wind) brauchen, damit der Pollen auf die Narbe kommt. Bei dieser Fremdbestäubung kann es leicht zu einer Mischung mit fremdem Erbgut kommen. Das kann in der nächsten Generation die Eigenschaften verändern. Saatgut gewinnen ist auch schwierig bei Hybrid-Sorten. Was sind Hybrid-Sorten und was bedeutet das überhaupt? Hybrid-Sorten entstehen durch die gezielte Kreuzung zweier Elternpflanzen aus Inzuchtlinien mit dem Ziel, eine Pflanze mit den besten Eigenschaften beider Eltern zu erzeugen. Die Kreuzung bringt oft Resistenzen gegen Krankheiten, hohe Ertrag und Gleichförmigkeit mit. Hat das etwas mit Gentechnik zu tun? Nein, das hat nichts mit Gentechnik zu tun, sondern ist normales Züchtergeschäft. Die „F1“ (1. Filialgeneration) ist besonders kräftig und produktiv. F1-Hybride können i.d.R. Samen bilden, aber sind nicht samenfest. Das bedeutet: Samen von F1-Pflanzen wird die nächste Generation mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht die gleichen Eigenschaften wie die F1 besitzen. Wie erkenne ich, dass Saatgut reif ist? Blüten sind verblüht. Samenstände verfärben sich von grün nach braun oder gelb (Bsp. Bohnen) Samen werden hart und fest (Bsp. Erbsen) Bei manchen Pflanzen (Bsp. Radieschen) kann man die Samen in der Kapsel rasseln hören. Bei anderen fallen aus den Samenständen (Bsp. Salat, Spinat, Zwiebel). Fruchtgemüse (Bsp. Tomate) ist voll ausgereift und fühlt sich weich an. Was muss ich beim Ernten beachten? Samen erst ernten, wenn die sie vollständig ausgereift sind. Unreife Samen keimen nicht. Am besten an einem trockenen, sonnigen Tag spät in der Saison ernten, weil Samen reifen lassen geht auf Kosten des Ertrags! Wie kann ich verhindern, dass reifer Samen ungewollt aus dem Blütenstand fällt? Rechtzeitig vor dem Ausfallen eine Papiertüte oder ein Tüllsäckchen über den Samenstand stülpen und zubinden oder den ganzen Samenstände kurz vor der Reife komplett abschneiden und im Haus nachtrocknen lassen. Warm und trocken auf Zeitungspapier legen (beschriften!), Samen, die nicht von allein ausfallen in eine Schüssel ausschütteln. Und wie geht’s dann weiter? Samen richtig gut trocknen vor dem Èinpacken (mindestens 1 Woche drinnen) Durchsieben und Fremdkörper rauslesen, denn Schmutz und Feuchtigkeit können zu Schimmel führen. Ist das bei allen Pflanzen so? Natürlich macht das beliebteste Gemüse im Hobbygarten eine Ausnahme ;-) Bei Tomaten hängen die Samen im Fruchtfleisch – und das muss weg Wie gewinne ich Saatgut von meinen Tomaten? 1-2 Tomaten (reicht locker) so lange an der Pflanze hängen lassen, bis sie überreif sind Früchte mitten in der Saison liefern das beste Saatgut. Tomaten am „Bauch“ durchschneiden Samen rauskratzen in einem Sieb abspülen samt gelartiger Hülle auf Küchen- oder Filterpapier streichen sehr gut trocknen lassen in Stücke schneiden, verpacken Tipp: Manche Hobbygärtner platzieren die Tomatenkerne einzeln mit Abstand auf Klopapier und lassen sie da trocknen. Das ist wie ein selbstgemachter Aussaatteppich. Muss man das Fruchtfleisch nicht entfernen? Da sprichst du die klassische Methode an. Die soll auch keimhemmende Stoffe abbauen. Fruchtfleisch von überreifen Früchten rauskratzen in ein Glas mit Wasser geben, mehrere Tage täglich spülen so lange, bis das Fruchtfleisch weg ist meistens sind das so um die drei Tage Tomatensamen auf Küchenpapier streichen und trocknen lassen Wie lagert man Saatgut am besten? trocken, kühl und dunkel, z.B. in Umschlägen aus Papier Früher hat man gerne Filmdosen genommen, aber die gibt’s ja nicht mehr luftdichte Gefäße insgesamt eher schwierig: Restfeuchte kann zu Schimmel führen Silica Gel Kissen bei einem Einkauf entdeckt? Dazulegen! Damit man den Überblick nicht verliert: mit einem wasserfesten Stift beschriften (Sorte + Erntejahr) Keimfähigkeit nimmt mit der Zeit ab Zwiebeln nur 1 Jahr; Karotten 2 Jahre; Kohlgemüse, Erbsen und Bohnen bis zu 4 Jahre; Tomaten mindestens 5 Jahre Geht das auch mit Blumensamen? Ja, das ist bei Schmuckkörbchen, Kapuzinerkresse, Wicken, Tagetes, … wirklich leicht. 3 Tipps: samenfeste Sorten anpflanzen nur reife Samen ernten kühl, trocken und dunkel aufbewahren

  18. Stauden einfach pflegen
    08.08., 04:0000:18:07

    Was brauchen die Blumen eigentlich das Jahr über? Stauden pflegen Eine direkte Nachricht könnt Ihr gern senden an s.klingelhoefer@neudorff.de Mehr Infos zum naturgemäßen Gärtnern gibt es unter www.neudorff.de Was sind Stauden? langlebige, krautige Pflanzen, die jedes Jahr wieder kommen unfassbare Vielfalt (Formen, Farben, Strukturen) macht den Garten lebendig gibt’s in allen Farben des Regenbogens, viele duften sogar heimische Arten sind oft gut für Bienen und nützliche Insekten, weil sie Nektar und Pollen haben Sicherlich muss man Stauden gut pflegen, dass sie immer wieder kommen! Ein bisschen Pflege schadet nicht. Je nachdem, was man anpflanzt, macht die Pflege mehr Arbeit oder weniger. Wildstauden sind meistens ziemlich pflegeleicht, Prachtstauden brauchen mehr Zuwendung Aber: die Vielfalt ist riesig, die Pflege kann sich unterscheiden! Wie sieht es mit dem Düngen aus? Du hast schon viel gelernt! Düngen ist wichtig, damit die Stauden kräftig und gesund wachsen und genügend Nährstoffe für prächtige Blüten haben. Am besten organischen Dünger verwenden, wie den Neudorff Azet StaudenDünger kombiniert Sofort- und Langzeitwirkung (bis zu 3 Monaten) macht die Pflanzen widerstandsfähig gegen Trockenheit, Krankheiten und anderen Stressfaktoren mit MyccoVital für das Wurzelwachstum und Mikroorganismen für vitalen Boden Anwendungszeitraum: Februar bis September. das erste Mal mit beginnendem Austrieb düngen ein weiteres Mal kurz vor/nach der Blüte Dünger geben eigener Kompost ist natürlich nie verkehrt Brauchen alle Stauden gleich viel Dünger? natürlich nicht Astern, Lilien, Ehrenpreis und Kugeldisteln: 100 g Primeln, Pfennigkraut, Christrosen, Tränendes Herz, Fetthenne und Ziergräser: 150 g Pfingstrosen, Eisenhut, Mädchenauge, Iris, Rittersporn, Sonnenhut, Frauenmantel: 200 g Wie macht man das mit dem Zurückschneiden richtig? Zurückschneiden fördert Wachstum und Blühfreude und hält die Pflanzen gesund Der wichtigste Rückschnitt ist im Vorfrühling vor dem Neuaustrieb (Schneeglöckchen blühen) Wie, hängt von der Staude ab. Generell gilt: scharfes Messer oder Gartenschere benutzen am besten an einem trockenen Tag abgestorbene Blätter und Halme tief zurückschneiden; der Austrieb kommt bei den meisten Stauden aus dem Wurzelbereich – da kann man nichts kaputt machen. Bei manchen Stauden wie z.B. Geranium ‚Rozanne‘ kratzt man einfach mit den Fingern oder einem Laubrechen die Triebe vom letzten Jahr weg Gräser kann man auch mit der Heckenschere schneiden die meisten Bodendecker müssen nur wenig oder gar nicht geschnitten werden. z.B. Vinca: was rauswächst kommt ab – wie beim Friseur. Warum schneidet man die Stauden nicht schon im Herbst zurück? spart Arbeit Kleintiere können sich im Winter von den Samen ernähren Manche Samenstände sehen gut aus Insekten verstecken sich eventuell in den hohlen Stängeln Und unter dem Jahr? Schneidet man da gar nicht? Abgestorbene oder beschädigte Pflanzenteile schneidest man natürlich weg Auch verwelkte Blütenköpfe kann man entfernen, um die Blütezeit zu verlängern Polster- und Steingartenstauden nach der Blüte um die Hälfte zurückschneiden. Sie wachsen dann buschiger nach und bleiben kompakt Muss man Stauden jedes Jahr teilen? Teilen hält die Stauden jung und verhindert zu dichte, ausufernde Bestände. Jedes Jahr teilen ist nicht nötig. Faustregel: alle drei bis fünf Jahre Merksatz: Wir teilen nie, wenn die Stauden blühen; der beste Zeitpunkt häufig im Frühling, wenn alles kurz vor Wachstum getrimmt ist, aber die Wurzeln noch kein „Grün“ versorgen müssen. Aber dazu gibt es schon eine Extra-Folge. Was ist mit Staudenstützen? Insbesondere Stauden mit großen Blüten und hohen Stängeln brauchen eine Stütze. Sie neigen im Sommer dazu, umzukippen. Ursachen: Wind, Regen, Gewicht der Blüten Sieht schlecht aus und schadet den Pflanzen Am besten so früh wie möglich die Stütze anbringen, also wenn die Stängel deutlich zu wachsen beginnen Wie stützt man Stauden am besten? Was gibt es dafür? Traditionell steckt man einen Stab oder mehrere Stäbe neben die Staude in den Boden und bindet die Triebe daran an. Bast oder so, in Form einer Acht. Rechtzeitig anfangen! Bei Rittersporn z.B. sobald er 20 cm hoch ist Größe: 2/3 der Stängelendhöhe – dann fällt die Stütze gar nicht mehr auf, wenn es drauf ankommt. Bei schwachstieligen Pflanzen wie Flockenblume steckt man die Stäbe kreisförmig in den Boden und schlingt eine Schnur drumrum. Passionierte Staudengärtner stecken Haselreiser kreuzweise um die Stauden und biegen sie nach innen Gibt auch schöne Staudenhalter aus Metall. Einfach mal schauen. Wichtig: richtig tief in die Erde stecken. Sonst fällt die Stütze samt Staude um Benötigen Stauden Winterschutz? die meisten nicht, ein Kriterium sind die Winterhärtezonen Stauden in kalten, feuchten Wintern mit wenig Schnee brauchen mehr Schutz Immergrüne Stauden droht Frosttrocknis Was tun Beet mit Reisig abdecken Laub ins Beet fegen im Herbst die Stauden NICHT zurückschneiden Niemals Plastikfolie verwenden, Winterschutz im Frühjahr rechtzeitig entfernen Fällt dir als Gartenprofi noch etwas ein, was unsere Hörer unbedingt wissen sollten? Stichwort: Remontierende Stauden Manche Stauden blühen noch mal, wenn man sie nach der Blüte zurückschneidet: Rittersporn, Lupinen, Katzenminze, Zier-Salbei bis auf den Grund zurückschneiden + düngen Stichwort: Entspitzen/Chelsea Chop Blütenjunkies knipsen z.B. bei Sonnenbraut, Rudbeckia und Phlox daumenlang die noch grüne Wachstumsspitze zurück Pflanzen verzweigen sich besser, bleiben kompakter, machen mehr Blüten Zeitpunkt: wenn die Pflanze 2/3 der Endhöhe erreicht hat; bei Astern z.B im Juni. Profis machen das nicht bei allen Trieben auf einmal, sondern mit zeitlichem Abstand, um die Blütezeit zu verlängern Stichwort: Gießen Junge Stauden brauchen Wasser, um sich zu etablieren; bei trockenem Wetter regelmäßig im Wurzelbereich morgens oder abends gießen Prachtstauden und Stauden für Feuchtbereiche bei anhaltender Trockenheit wässern Stichwort Unkraut Unkraut jäten, solange der Staudenbewuchs nicht flächendeckend ist nicht hacken, das beschädigt die Wurzeln; offenen Boden besser mit Mulch abdecken Stichwort Schnecken haben viele Stauden zum Fressen gern: Funkien, Rittersporn, Sonnenhut bis sie groß genug sind mit Ferramol Schneckenkorn schützen 3 Tipps Dünge im Frühjahr vor dem Austrieb und ein zweites Mal im Sommer kurz vor/nach der Blüte Schneide die Stauden erst im Frühjahr zurück Versehe hohe Stauden oder welche mit schwachen Stielen rechtzeitig mit einer Stütze

  19. Echter Mehltau - warum??
    25.07., 04:0000:17:10

    Weißer Pilzrasen auf den Blättern - was tun? Echter Mehltau im Garten Mehr Infos zum naturgemäßen Gärtnern gibt es unter www.neudorff.de Eine direkte Nachricht könnt Ihr gern senden an s.klingelhoefer@neudorff.de Was ist Echter Mehltau überhaupt? Das ist eine klassische Frage für Anfänger 😀. Echter Mehltau ist eine Pilzerkrankung, die viele Pflanzen befällt. Ist der Name für eine ganze Familie von Pilzen. Es gib Hunderte verschiedene Echte Mehltau-Pilze Nicht gleich super-gefährlich, aber die Pflanzen werden schwächer. Tut man nichts dagegen, sterben sie irgendwann ab. Fun-fact: es gibt Marienkäfer-Arten, die sich vom Pilzrasen ernähren. Dazu gehört der Gelb-schwarze 22-Punkt-Marienkäfer Wie sieht Echter Mehltau aus? weißer, pudriger Belag vor allem auf der Oberseite der Blätter, auch auf Stängeln und Blüten lässt sich abwischen Wie wächst der Echte Mehltau-Pilz? auf der Blattoberfläche der Pflanze dringt in die oberste Hautschicht ein 4 Phasen: Lebenszyklus von Echtem Mehltau 1. Im Herbst bildet der Pilz sogenannte Dauerformen (Sklerotien), die den Winter auf befallenen Pflanzen oder im Boden überdauern. 2. Sobald es im Frühjahr wärmer wird, keimen die Dauerformen und bilden neue Pilzfäden, die Hyphen genannt werden. 3. Die Hyphen wachsen auf der Blattoberfläche der Pflanze und dringen in die obersten Hautzellen ein. Dort entziehen sie der Pflanze Nährstoffe. 4. Weiterverbreitung: An den Hyphen bilden sich winzige Sporen, die Konidien genannt werden. Diese Sporen können vom Wind auf andere Pflanzen übertragen werden und dort neue Infektionen verursachen. Wie überwintert der Echte Mehltau? Der Echte Mehltaupilz ist ein cleverer Überlebenskünstler. Er hat gleich zwei Strategien entwickelt Sklerotien (Dauerformen) kann man sich vorstellen wie kleine, feste Überwinterungspakete bestehen aus dicht gepacktem Myzelgewebe, das mit einer Schutzschicht umgeben ist. entstehen im Herbst, wenn die Tage kürzer und kühler werden fallen auf befallene Pflanzenteile oder den Boden überstehen Trockenheit, Kälte und Frost sobald das Wetter wieder günstiger für den Echten Mehltau wird, keimen sie und bilden neue Pilzfäden (siehe oben) Myzel: Myzel = der Körper des Pilzes Netz von feinen Fäden, die sich auf der Pflanze und im Boden ausbreiten kann im Boden überleben Voraussetzung: Feuchtigkeit und milde Temperaturen Ich habe gehört, dass der auch Schönwetterpilz heißt. Warum?? nicht, weil er gerne sonnige Gartenpartys feiert tritt in der Regel bei sonnigem, trockenem und warmem Wetter auf der Clou: er bringt das Wasser, das er braucht, in seinen Sporen mit. Deshalb reicht ihm der Tau aus Sporen keimen bei Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad Celsius am besten. Hyphen, also die Fäden des Pilzes, wachsen bei warmen Temperaturen schneller und können die Pflanze besser durchdringen. Bildung neuer Sporen, die für die Verbreitung des Pilzes sorgen, wird durch warme Temperaturen begünstigt. Bei trockener Luft können die Sporen besser fliegen Welche Pflanzen sind besonders gefährdet? Die Pilze sind meistens auf bestimmte Pflanzen spezialisiert. Wenn Zucchini betroffen ist, braucht man keine Angst haben, dass der Salat vom gleichen Mehltau krank wird. Gemüse: Auberginen, Bohnen, Erbsen, Feldsalat, Fenchel, Gurken, Kürbisse, Melone, Paprika, Salat, Spinat Kräuter: Basilikum, Petersilie, Salbei Obstgehölze: Erdbeere, Himbeere, Johannisbeere, Heidelbeere, Weinreben Stauden: Astern, Phlox, Rittersporn Ziergehölze: Hainbuche, Kirschlorbeer, Ahorn, Rosen Wie lässt sich vorbeugen? Pflanzen gut ernähren mit organischem Dünger Neudorff Azet-Dünger mit Langzeitwirkung belebt den Boden mit unzähligen winzig kleinen Bodenlebewesen organischer Dünger fördert gesundes Wurzelwerk, was zu kräftigen Blättern führt, die widerstandsfähiger gegen Pilzerkrankungen sind passender Standort genügend Abstand zwischen den Pflanzen luftig, aber nicht zugig Boden so, wie er den Pflanzen gefällt Sortenwahl wenn möglich resistente Sorten wählen resistente Pflanzen können mit dem Pilz in Kontakt kommen, zeigen aber keine oder nur geringe Symptome immer die erste Wahl beim naturgemäßen Gärtnern, weil sie echt viel Ärger sparen steht auf Samentüte/Etikett Hygiene Kranke Pflanzenteile so schnell wie möglich in der Biotonne entsorgen Kann man die Pflanzen noch irgendwie stärken? Stärkungsmittel wie Neudorff BioKraft Grundstoff Schachtelhalm wirkt nicht direkt gegen den Pilz, sondern stärkt die Abwehrkräfte der Pflanze Grundstoff Schachtelhalm enthält Kieselsäure, die die Zellwände der Pflanzen stärkt Vorbeugend anwenden: Gründlich von oben und unten tropfnass benetzen Keine Wartezeit bis zur Ernte Und was, wenn man merkt, dass der Echte Mehltau kommt? Bekämpfen mit Armisan Pilzfrei für Obst, Gemüse und Zierpflanzen biologisches Pflanzenschutzmittel vegan, nicht bienengefährlich Wirkstoff Kaliumhydrogencarbonat Entzieht Sporen und Hypen das Wasser Stoppt Wachstum durch Erhöhung des pH-Werts auf dem Blatt anwenden, sobald erste Symptome sichtbar werden vollständig nass spritzen Gibt es für einzelne Pflanzen auch anwendungsfertig gemischt 3 Tipps Echter Mehltau ist ein Schönwetterpilz Gut ernährte Pflanzen bekommen ihn nicht so schnell Frühe Behandlung kann einen Befall gut eindämmen

  20. Pilze im Rasen
    11.07., 04:0000:17:30

    Was wächst denn da im Gras - und warum? Pilze im Rasen Eine direkte Nachricht könnt Ihr gern senden an s.klingelhoefer@neudorff.de Mehr Infos zum naturgemäßen Gärtnern gibt es unter www.neudorff.de Manchmal erscheint im Rasen so ein mysteriöser Kreis von Pilzen und der Rasen geht kaputt. Was ist das? Du meinst weiße, 2 bis 5 cm große Pilze, die ringförmig auf dem Rasen angeordnet sind? Die nennt man Hexenringe. Eine Hexe habe ich jetzt in meinem Garten noch nicht beobachtet. Hinter dem Phänomen stecken Pilze. Ca. 60 verschiedene Pilzarten können Hexenringe bilden, meistens im Wald. Was man sieht, sind nur die Fruchtkörper. Der größere Teil des Organismus wächst unterirdisch. Das kann man sich vorstellen wie ein Geflecht von Pilzfäden, das Myzel. Dieses Geflecht ist wasserundurchlässig. Der Rasen bekommt im Inneren des Hexenrings kein Wasser und stirbt deswegen ab. Manche Pilze, die Hexenringe machen, sind giftig. Auch deshalb sollte man sie wieder loswerden. Warum tauchen die Hexenringe überhaupt im Rasen auf? Ein Pilzspore landet auf dem Rasen und keimt. Daraus wächst im Boden ein Geflecht von Pilzfäden – das Myzel – , erst mal gleichmäßig in alle Richtungen. Das Myzel verbraucht die Nährstoffe um sich herum. Es wächst am Rand besser als in der Mitte, weil es dort neue Nahrung findet. Es bildet sich ein immer größerer Kreis. Wo das Myzel an die Oberfläche kommt, bilden sich die Fruchtkörper, das, was wir als Hutpilz sehen. Manche Pilzarten bilden wasserabweisendes Myzel, so dass der Rasen vertrocknet Der ganze Hexenring ist also ein einziger Organismus Ein unbehandelter Hexenring kann Jahrhunderte alt werden. Liegt es auch am Boden oder an der Pflege, dass die auftreten? Wo der Boden nährstoffarm und eher sandig ist, kommen Hexenringe häufiger vor. Denn da muss das Myzel richtig weiträumig nach Nahrung suchen. Auch verfilzter Rasen erhöht die Wahrscheinlichkeit für Hexenringe, denn die Pilze siedeln sich gerne auf dem Filz an und ernähren sich von ihm. Pilze im Rasen allgemein tauchen in schattigen Bereichen häufiger auf als in der Sonne. Das hört sich so an, als ob man gut gegensteuern könnte! Stimmt genau. Auf fruchtbaren, lockeren Boden in der Sonne, wo der Boden fix abtrocknet, machen sich die Hexenringe und andere Hutpilze nicht so schnell breit. Beim Anlegen von Rasen den Boden gründlich vorbereiten und alle Baumwurzeln raussammeln. Eventuell im Boden eine Drainage zu legen, damit das Wasser abläuft. Also gelöcherte Rohre im Boden versenken, ca. 80 cm tief. Da die Pilze häufig bei Kaliummangel auftreten, sollte man im Herbst einen kaliumreichen Dünger wie unseren Azet HerbstRasendünger verwenden Auch wenn zu oft gekalkt wird, kann der Rasen anfälliger werden für Pilze. Kann allerdings auch bei zu saurem Boden passieren – also lieber alle 2 Jahr mit pH-Bodentest den pH-Wert testen Und wie kommt man zu einem fruchtbaren Boden? Mindestens zwei Mal im Jahr mit dem organischen Azet RasenDünger düngen. Im Herbst zusätzlich mit dem organischen Azet HerbstRasenDünger. Jährlich Neudorff Terra Preta BodenAktivator ausbringen. Wie kriege ich den Hexenring wieder los? Mit einer Grabegabel direkt in den Bereich der Hexenringe stechen und anheben, nahe bei den Hutpilzen. So reißt die Verbindung zum Myzel ab. Danach den Rasen gründlich wässern, damit die Graswurzeln wieder Wasser bekommen. Ab jetzt regelmäßig organisch düngen, das ist auch gut für die hilfreichen Lebewesen im Boden. Im ersten Jahr 3 x pro Jahr, danach 2 x im Jahr ist Pflicht. Was mache ich, wenn der Rasen bereits braune Stellen wegen der Hexenringe hat? Befallene Rasenflächen abstechen und entfernen. Nicht kompostieren! Lücken mit RasenErde auffüllen und je nach Größe mit Rasenreparatur LückenLos nachsäen. Wächst am besten im späten Frühjahr oder im Spätsommer. Wichtig ist, dass mehr Humus in den Boden kommt. Z.B. mit dem Neudorff TerraPreta BodenVerbesserer Und wenn das auch nicht hilft? pH-Bodentest machen bei niedrigen pH-Wert (unter 5,5) den Boden mit Azet RasenKalk kalken. Das mögen Hutpilze nicht. Nicht alle Pilze machen diese Ringe. Manche stehen auch allein. Sind die anders? Einzelne Hutpilze treten meistens da auf, wo der Boden sehr feucht und noch Reste von Baumwurzeln im Boden sind. Die Pilze freuen sich über die gute Nahrung und zersetzen das tote Holz. Meist haben sie lustige Namen wie Schwindlinge oder Tintlinge. Und was mache ich bei den einzeln stehenden Pilzen?? Die sind einfach loszuwerden. Allerdings lieber nicht essen! Einfach mit dem nächsten Schnitt runtermähen und kompostieren Auf die Weise können sie sich nicht weiter ausbreiten – kommen aber trotzdem erstmal immer wieder, weil das Myzel im Boden bleibt. 3 Tipps Den Rasen regelmäßig organisch düngen Den Boden verbessern Dran bleiben

Hier geht es um das praktische und einfache Gärtnern mit der Natur für Gartenanfänger und auch für Fortgeschrittene. Im Gespräch stellen wir einfache Möglichkeiten vor, wie man selbst kompostieren kann, oder wie man am einfachsten ein eigenes Gemüsebeet anlegt. Schritt für Schritt, mit vielen Tipps und Tricks. Das Gärtnern mit der Natur steht dabei im Vordergrund: wie nutze ich die Kräfte der Natur, wie fördere ich die biologische Vielfalt im Garten, und wie gelingt es, vitale, gesunde Pflanzen zu bekommen, und leckeres Gemüse und Obst selbst anzubauen. Wir möchten Mut machen, einfach mal anzufangen mit dem Gärtnern - es ist gar nicht so schwer, und macht einfach Spaß!