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249- #diepodcastin & der Nobelpreis: Isabel Rohner & Regula Staempfli über die grosse Narges Mohammadi, Update zum frauenverachtenden Kinderbuch, "Frauenallergie" & digitaler Totalitarismus.08.10., 12:2808.10.2023, 12:2800:59:06
“Wenn die ganze Welt schweigt, kann auch eine Stimme mächtig sein.” Malala Yousafzai #diepodcastin & der Nobelpreis: Isabel Rohner & Regula Staempfli über die grosse Narges Mohammadi, Update zum frauenverachtenden Kinderbuch, “Frauenallergie” & digitaler Totalitarismus. laStaempfli freut sich mit der Rohnerin über den Nobelpreis für Narges Mohammadi. Die iranische Menschenrechtsaktivistin, die schon 1998 im iranischen Kerker sass und seitdem immer wieder, ist im Iran seit 2019 in Haft und erneut verurteilt, weil sie sich für “Frauen, Leben und Freiheit” aus dem Gefängnis heraus eingesetzt hat. Sie lebt ein Leben für Frauen, Demokratie, Menschenrechte und Menschenwürde für uns alle. Es ist erschütternd: Ihren Ehemann und ihre Zwillinge hat sie seit über zehn Jahren nicht mehr gesehen; Den Nobelpreis kriegt sie nun endlich ” für ihren Kampf gegen die Unterdrückung von Frauen im Iran und ihren Kampf, um Menschenrechte und Freiheit für alle zu stärken“ , wie dies die Vorsitzende des Komitees, Berit Reiss-Andersen, in ihrer Begründung, meinte. Dies an die Adresse aller rechten Verharmloser von Gewalt an Frauen und an die Adresse der linken Hamas-, Kopftuch-, Iranversteher, die Feminismus und Menschenrechte nicht vertreten, sondern als neue Ideologie- und Identitätpolitik gegen die Demokratie weltweit proklamieren. WOMAN LIFE FREEDOM: #diepodcastin kämpft dafür. Die Rohnerin bringt als gute Nachricht die Woche ein Update mit: Vor zwei Wochen hat sie in “Die Podcastin” über das frauenverachtende und gewaltverharmlosende “Kinderbuch” “Rosi sucht Geld” berichtet, mit dem das Bezirksamt Berlin-Mitte Kindern ab 6 Jahren Prostitution erklären (!) wollte. Nach der “Die Podcastin”-Folge kam viel in Bewegung: Mehrere Zeitungen und Medien haben über den Fall berichtet, viele auch mit Zitaten aus “Die Podcastin” (u.a. Berliner Zeitung, Tagesspiegel, EMMA) und viele, viele Menschen sind aktiv geworden und haben sich gegen dieses “Kinderbuch” und gegen diese realitätsfreie Prostitutionspropaganda positioniert. Die Bezirksbürgermeisterin kündigte an, das Buch von der offiziellen Hauptstadtseite zu nehmen (was dann nach einem weiteren Schreiben von Regula Stämpfli und Isabel Rohner inzwischen auch geklappt hat – es leben die digitalen Kompetenzen!). “Die Podcastin” bedankt sich für die breite Unterstützung und die vielen bestärkenden Zuschriften! Ein wichtiger Erfolg! Hier der Link zu einem sehr schönen Artikel von EMMA: https://www.emma.de/artikel/die-podcastin-skandal-aufgedeckt-340603 laStaempfli erzählt von der einzigen Wahlveranstaltung “Frau und Politik” im Wahljahr 2023 für die Schweiz bei “Die Mitte Frauen”. Der Anlass in Baden war gut besucht, spannend und voller Elan für die Frauen in der Schweiz, für die Mitte Frauen. laStaempfli hat in ihrem Vortrag mal wieder die wichtigsten Eckpunkte für “Frauen und Wahlen” gebracht: Es gibt 3 Hürden. Mobilisierung, Nomination und Wahl (alles von laStaempfli 1991 formuliert in “Nehmen Sie Platz, Madame” – einige unserer Hörerinnen waren damals noch gar nicht geboren…). Bei der Mobilisierung verlieren die Frauen aufgrund sexistischer Enteignung von Frauen als Frauen den politischen Gestaltungswillen. Bei der Nomination verlieren die Frauen als Frauen die besten Listenplätze aufgrund von Filz, Unsichtbarkeit von Frauen als Frauen, mangelnde Förderung, hierarchische Parteistruktur etc. Bei der Wahl verlieren Frauen als Frauen durch frauendiskriminierende Medienmechanismen. Dies ist alles bekannt und nachzulesen u.a. in: https://www.srf.ch/audio/kontext/nahmen-sie-platz-madame?id=10203846 Isabel Rohner macht auf ihre anstehende Veranstaltung aufmerksam: Am 28.10., 19 Uhr, stellt sie in Osnabrück beim Bezirksverein “Wir in Atter” ihr Buch “Kalte Sophie” vor und gibt im Gespräch mit Moderatorin Pia Rixner Einblicke in ihr Schaffen und Schreiben. Infos und Anmeldungen hier: https://www.wir-in-atter.de/event-details/kalte-sophie-von-der-autorin-isabel-rohner Die Rohnerin: “Manchmal hilft nur noch Humor! Kennt ihr die neue heimtückische Krankheit, die gerade massiv um sich greift: die Frauen-Allergie??” Betroffene können ganz plötzlich das Wort “Frau” nicht mehr sagen und schreiben – und verwenden seltsam schwurbelige Neuschöpfungen wie “Menschen mit Uterus” (Spiegel online, Zeit) und “menstruierende Menschen” (Deutschlandfunk). Die Rohnerin fragt sich: Was würde wohl passieren, wenn diese “Menschen mit Frauen-Allergie” doch einmal “Frau” sagen oder schreiben würden??? Unkontrollierbares Niesen? Heftige Flatulenzen?? Oder könnten sie dann nicht mehr aufhören, “Frau” zu sagen – und würden auch plötzlich überall nur noch Frauen sehen und ihre Probleme wahrnehmen? In jedem Fall würden ihre Texte und Forderungen verständlicher. Man man nämlich benennen können, worum es geht, um verstanden zu werden. Oder mit den Worten der Rohnerin: “Es gibt Themen und politische Forderungen, die ausschließlich Frauen betreffen. Bei frauenpolitischen Themen Frauen nicht mehr zu nennen, bedeutet, dass die Interessen von Frauen nicht berücksichtigt werden.” Als neuesten Fall von akuter “Frauen-Allergie” hat sie Pro Familia mitgebracht, die es auf einer neuen Homepage über ihre Position zum Thema Schwangerschaftsabbruch schaffen, kein einziges Mal das Wort “Frau” zu verwenden. laStaempfli führt hier schriftlich präzise aus, was sie zum Schluss der Sendung ansprach in Bezug auf das Verschwinden des Wortes “Frau”.: “Der Großteil aller Codes konstruiert mittels Black BoxMethoden riesige demokratie- und menschenfeindliche Datenlöcher. Die Codes sind seit Jahren von einer klitzekleinen, globalen Elite darauf trainiert, die WIRKLICHKEIT durch Algorithmen zu ersetzen und zwar so, dass einzelne Begriffe, Wörter, Referenzen, Zusammenhänge, Bilder, Identitäten entlang den Programmen laufen und nicht entlang dem demokratischen Willen, der realen Menschen und der realen Umwelt. Dass nun Frau als Begriff gelöscht wird, ist kein Zufall, sondern ENTSPRICHT DER FORM DER CODES, die gesetzte Hyperlinks als realer definiert als die reale Welt. Anders gesagt: Frauen sind im Netz schon längst unter Prostituierten, Leihmüttern und sonstigen Dienstleisterinnen via weiblicher Körper codiert: Es geht nun darum, die Codes auch in der Alltagssprache umzusetzen und genau das passiert mit Begriffen wie “Mensch mit Uterus” oder “Mensch mit Bonusloch.” Die codierte Gegenwart. und programmierte Zukunft dient nicht dem Wohl aller, sondern sind als Instrumente dazu angelegt, die Welt entlang der Codes zu reproduzieren und nicht die Welt die Codes schreiben zu lassen. Für die Massen bedeutet Digitalisierung, anders als damals das universelle Versprechen von Freiheit, Gleichheit und Solidarität, eine hinter Codes versteckte Versklavung. Joseph Weizenbaum nannte dieses einmal sehr treffend: «Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft» oder im englischen Original noch präziser: «Computer Power and Human reason. From Judgement to Calculation» (Weizenbaum 1977).6 Welt und Wirklichkeit werden im digitalen Raum nicht vorgeführt, sondern inszeniert: Zum Schaden von uns allen. Das Bild stammt von der Fotografin/Künstlerin/Podcasterin laStaempfli und ist ihr Oberschenkel.
- #diepodcastin liest: Isabel Rohner & Regula Stämpfli empfehlen Sofi Oksanen, Gertraud Klemm, Anne Rabe, Beatrice Frasl, Mosthari Hilal, Christine Finke.29.09., 19:5029.09.2023, 19:5000:45:10
#diepodcastin liest: Isabel Rohner & Regula Stämpfli empfehlen Sofi Oksanen, Gertraud Klemm, Anne Rabe, Beatrice Frasl, Mosthari Hilal, Christine Finke. “Nichts verscheucht böse Träume schneller als das Rascheln von bedrucktem Papier.” Cornelia Funke “Die Podcastin” spricht mal wieder über Bücher! Und LaStämpfli und Rohnerin haben einen ganzen Strauß an Empfehlungen dabei: laStaempfli bringt Sofi Oksanen, Hundepark. Roman. Kiepenheuer & Witsch. Sofi Oksanen gehört zu den herausragendsten Figuren zeitgenössischer Literatur, ihre Romane verschlinge ich regelmässig. Ich habe sie an der Buchmesse 2012 mal getroffen: Sie ist gross, schön, umwerfend elegant, selbstsicher und schüchtern zugleich, eine wirkliche Mischung zum Verlieben. Ihr Debütroman aus dem Jahr 2003 Stalins Kühe erzählt vom Estland: ein Land unter der Sowjetdiktatur, das mit der Finnlandisierung den Rassismus brachte, der alle Estinnen als Prostituierte verunglimpfte. 2005 schreibt Sofi Oksanen gewaltig über die Gewalt an Frauen und auch über die Gewalt in Frauenbeziehungen. International wurde sie mit Fegefeuer, einem Theaterstück und späteren Roman bekannt, vor allem in Deutschland. Sie zeigt, wie die Kategorisierung der Menschen die Menschen kaputt macht: Alt gegen Jung, Estin gegen Russin, Alteingesessen gegen Migration, Mann gegen Frau. Oksanen wurde von ihrem Verlag rausgeschmissen als sie es wagte, über das Marketing von ihr als Frau zu beklagen -der Verlag wird dies ewig bereuen. Ich liebe den Roman: Die Sache mit Norma, umwerfend. Ein aktuelles Sachbuch dazu von der Initiative, in welcher laStaempfli Mitglied ist: Verlag & HG: “Stoppt Leihmutterschaft.” “Die neuen Gebärmaschinen. Was die globale Leihmutterschaft mit Frauen und Kindern macht. Ist auf Amazon erhältlich und muss unbedingt gekauft werden; es ist ein internationaler Überblick mit hervorragenden Essays, übersetzt vom fabelhaften Erwin Landrichter. – Die Rohnerin bringt Gertraud Klemm: “Hippocampus”. Kremayr & Scheriau, 2019. Die Rohnerin hat vor ein paar Wochen schon jubelnd über Klemms Roman “Einzeller” berichtet. “Hippocampus” ist noch besser! Klemm erzählt darin die Geschichte einer bereits älteren Frau, die den Nachlass einer Jugendfreundin ordnet. Diese war eine durchaus bekannte, wenn auch “umstrittene”, weil feministische Schriftstellerin, der in der patriarchalen Gesellschaft und Medienlandschaft viel und oft und immer wieder Unrecht getan wurde. Die Hauptfigur wühlt sich durch deren Leben – und beschließt, sie zu rächen. Mit Kunstinstallationen! Die Rohnerin schwärmt vom Windel-Denkmal und schließt: “Ein kluges, böses, wunderbares Buch. Selten habe ich mich im Denken und in der Weltsicht einer Hauptfigur so wiedergefunden.” – Die Rohnerin fährt weiter mit Christine Finke: “Allein, alleiner, alleinerziehend. Wie die Gesellschaft uns verrät und unsere Kinder im Stich lässt.” Bastei Lübbe, 2016. Gerade in Zeiten, wo in der Politik offen und laut darüber nachgedacht wird, Unterhaltszahlungen von Männern (in den allermeisten Fällen sind Frauen alleinerziehend!) zu verringern und alleinerziehenden Müttern durch die Blume oder auch ohne Blume vorgeworfen wird, sie würden “nicht mehr arbeiten wollen”, ist dieses Buch ein Muss! Denn eine solche Haltung geht komplett an der Realität Alleinerziehender vorbei. Gut die Hälfte (!) der Väter zahlt nämlich überhaupt keinen Unterhalt – und das Leben alleinerziehender Mütter besteht einzig und allein aus Arbeit. Nur leider ist diese zum Großteil nicht bezahlt. Christine Finkes Buch ist hoch politisch, sehr gut geschrieben und KONKRET: Sie nimmt uns mit in ihren Alltag mit drei Kindern. In Geldsorgen, Betreuungsprobleme, Ferien ohne jede Erholung, Überlastungen, Krankheitstage, Bettnässen. Sie führt uns die erschreckende Unwissenheit von Lehrpersonen vor Augen, die Unvereinbarkeit von Elternabenden mit Betreuung, die Lücken bei Unterstützungsinstrumenten. Die Rohnerin empfiehlt dieses Buch allen Männern. Sie empfehlt es allen Frauen. Sie empfiehlt es allen empathischen Menschen, die in ihrem Alltag kaum einen Gedanken an das Leben Alleinerziehender verwenden müssen. Und sie empfiehlt es allen Politikerinnen und Politikern. Alleinerziehende haben keine Lobby. Aber sie haben eine ganz Latte konkreter und politisch zu lösender Probleme. laStaempfli bringt Anne Rabe „Die Möglichkeit von Glück“ Klett-Cottta. Anne Rabe studierte bis 2010 an der UdK, der Universität der Künste Berlin, „Szenisches Schreiben“, kriegte enorm jung „mit dem Mann, den ich liebe“ zwei Kinder und das ist soo umwerfend wichtig: Denn die meisten Frauen, die ich kenne, reden nie von den Kindern. Sie schreibt Songs für „Lauter schöne Frauen.“ Wer Deutschland poetisch und in kritischer demokratischer Rückschau und Vorausschau erleben will, muss diesen Roman lesen. Es ist DAS BUCH DER STUNDE, WEIL ES SOVIEL ERKLÄRT. DEN AUTORITARISMUS DER DEUTSCHEN, DIE GEWALT GEGEN KINDER – die laStaempfli bis heute auffällt und die sie immer fragen lässt: Lieben die Deutschen eigentlich ihre Kinder? Ein Buch, das erschütternd poetisch, historisch, politisch vermittelt, welche Linien der Gewalt sich durch deutsche Biografien ziehen. Es ist wirklich das beste Buch des Jahres 2023. laStaempfli bringt “Hässlichkeit” von Moshtari Hilal, Hanser Verlag: Es geht um eine Reise in die Tiefen der Menschlichkeit. Das Buch „Die Hässlichkeit“ von Moshtari Hilal ist umwerfend. Die Autorin ist ein Multitalent: Künstlerin, Schriftstellerin mit afghanischem Hintergrund, wohnt in Hamburg und in Berlin. Sie ist Co-Founder der „Afghan Visual Arts and History”, leitet ein Forschungsprojekt zu „Conflict with Care“. 2022 veröffentlichte sie einen Gesprächsband über globales Leben, zusammen mit der politischen Geografin Sinthurjan Varatharjah. Beide haben dafür den Preis der Lessing Akademie in Wolfenbüttel gekriegt. Hilal ist eine dieser umwerfend begabten jungen Frauen, die von den Medien gesehen und gefördert werden – mal abwarten, was mit ihr passiert ist, wenn sie mal 45 Jahre alt ist. Hilal schreibt über die Geschichte der plastischen Chirurgie, dass bspw. Nasen-OPs sich nicht um die Nase drehen, die korrigiert werden muss, sondern es darum geht, die Existenz der Person, die diese Nase trägt, abzulehnen. Erst kürzlich meinte Laura Berman, die jüdisch-amerikanische Intendantin des Theaters Hannover zur „Die Zeit“ lachend: „Wo ich aufgewachsen bin, haben einige Väter ihren Töchtern zum 16. Geburtstag eine Nasen-OP geschenkt, damit sie ihre ‚jüdischen Nasen‘ loswerden.“ Well – here we are, mitten in Hilals Buch und ihrer poetisch-wütenden Abrechnung mit westlichen Schönheitsidealen. – Die Roherin empfiehlt Beatrice Frasl: “Patriarchale Belastungsstörung”. Haymon Verlag, 2022. Vielen Hörerinnen und Hörern ist Beatrice Frasl bestimmt als Macherin des Podcasts “Große Töchter” ein Begriff. Jetzt hat sie mit “Patriarchale Belastungsstörung. Geschlecht, Klasse, Psyche” ein höchst lesenswertes Sachbuch vorgelegt. Frauen stehen in unserer patriarchalen Gesellschaft besonders unter Druck: durch Mehrbelastungen, Gewalterfahrungen, Schönheitsideale und und und. Das hat Auswirkungen auf die Psyche – doch darauf reagieren weder das Gesundheitssystem in Österreich (ihre Schilderungen sind schockierend…), noch die Gesellschaft adäquat. Es fehlt die Infrastruktur und es fehlt das politische Bewusstsein. Frasls Buch ist ein Appell zu handeln. Denn nicht zu handeln, können wir uns nicht leisten. Abschließend der Hinweis: Weihnachten steht vor der Tür! Verschenkt und lest Bücher von Frauen! Auch Regula Stämpfli und Isabel Rohner haben einige Bücher geschrieben, die sich immer wieder zum Lesen, Verschenken und Durchdenken lohnen! Mehr Infos: www.isabelrohner.com www.regulastaempfli.eu Das Bild dieser Bücher-Folge von #diepodcastin wurde aufgenommen von Joachim Lapp in Sevilla – Herzlichen Dank dafür! Bearbeitet von laStaempfli 2023.
- #diepodcastin brisant: Isabel Rohner & Regula Staempfli über Hedwig Dohms Google-Doodle, digitalisierter Frauenhass & Prostitutionspropaganda für 6Jährige & über grossen Kampf der Frauenheldinnen.23.09., 15:2223.09.2023, 15:2200:53:28
Isabel Rohner bringt Zitat von Hedwig Dohm: „Ich brauche niemanden zu fragen, was in der Frauenbewegung das Richtige ist. Ich weiß es. Der, dem ein Dachziegel auf den Kopf fällt, weiß, dass das Dach schadhaft ist.“ Hedwig Dohm (1831-1919) #diepodcastin brisant: Isabel Rohner & Regula Staempfli über Hedwig Dohms Google-Doodle, digitalisierter Frauenhass & Prostitutionspropaganda für 6Jährige & über grossen Kampf der Frauenheldinnen. Isabel Rohner bringt die Heldin zuerst: Hedwig Dohm (1831-1919) hatte diese Woche ihren 192. Geburtstag – und Google hat die Pionieren der Frauenbewegungen in Deutschland mit einem “Doodle” geehrt. Das ist auf der einen Seite super, denn so war Dohm am 20. September über die Grenzen Deutschlands präsent. Zum anderen zeigt der von Google hierzu veröffentlichte Text auch gleich mehrere Grundprobleme unsere digitalisierten Code-Welt: Der deutsche Text war nämlich offensichtlich eine automatisch generierte Übersetzung des englischen Textes – und die Leserinnen und Leser erfahren darin Erstaunliches. Hedwig Dohm wird nämlich mal eben von Google zum Mann gemacht: “Dohm wurde an diesem Tag im Jahr 1831 in Berlin, Deutschland, als Sohn (sic!) einer Familie mit achtzehn Kindern geboren.” Wo es im Englischen noch heißt “Dohm was born into a family …” kann sich die deutsche Übersetzung bei einem berühmten Menschen gar kein anderes Geschlecht denken, als das männliche. #diepodcastin brisant: Isabel Rohner & Regula Staempfli über Hedwig Dohms Google-Doodle, digitalisierter Frauenhass & Prostitutionspropaganda für 6Jährige & über grossen Kampf der Frauenheldinnen. Hier das Google-Doodle 20. September 2023. Fotografiert von Regula Stämpfli. laStaempfli thematisiert an diesem Beispiel das Versagen der öffentlichen Institutionen im Zeitalter digitaler Automation: Die Wenigsten wissen, dass Digitalisierung NIE neutral, sondern durch Vorurteile und Leerstellen geprägt sind. Dazu kommt, dass soziale Medien auf Gefühle abonniert sind, respektive codiert und so die Demokratie durch IDEOLOGIE, die bei Usern und Userinnen Dopamin und Adrenalin triggert, zersetzt. DIE MENSCHEN sind viel besser als ihr automatisierter Digitalruf: Wir werden systematisch durch die sozialen Netzwerke, das Versagen der öffentlichen Institutionen aufeinander gehetzt. Medien & Gleichstellungstellen bspw. verwechseln dann linke Aktivistentrends und rechte Nazipropaganda mit der Wirklichkeit: So wird die Demokratie von innen aufgerieben. https://regulastaempfli.eu/wp-content/uploads/2020/09/datenloch-swissfuture-methodenderzukunft.pdf Die Gurke der Woche, nein des Monats – nein des Jahres vergibt Isabel Rohner an die Gleichstellungsbeauftrage des Bezirks Berlin-Mitte. Auf deren Homepage (Link unten) steht nämlich das Kinderbuch “Rosi sucht Geld” kostenfrei zum Download, das Kindern (!) Prostitution (!) “erklären” soll. Prostitution wird darin als völlig normal dargestellt und mit folgenden Sätzen verharmlost: “Die Männer wollen ihren Penis in meine Vagina stecken. Ein paar Mal rein und raus – und fertig. Mehr ist da gar nicht dran.” Oder an anderer Stelle: “Wenn Rosi auf der Straße arbeitet, ist sie eine Prostituierte. Die Männer, zu denen sie ins Auto steigt, nennt man Freier. Ansonsten sind sie Väter, Nachbarn und Kollegen.” “Mama macht Liebe mit Papa, aber die Männer bei Rosi machen nicht Liebe, sondern Sex wie im Fernsehen.” Dazu Zeichnungen, u.a. von einem Mann mit erigiertem Penis über einer liegenden Frau – und das für Kinder ab 6 Jahren. “Die Podcastin” ist entsetzt. Hier wird der frauenverachtende Fleisch- und Sklavinnenmarkt “Prostitution” (wir haben schon mehrmals darüber berichtet) völlig verharmlost. Mädchen lernen, dass es normal ist, dass ihre Väter (!) und Nachbarn (!) Frauen kaufen – und Jungs, dass sie später auch selber Frauen kaufen können. Die Rohner fragt entsetzt: In was für einer Gesellschaft wollen wir leben? Hier werden Kinder indoktriniert – und das ausgerechnet von einer Gleichstellungsbeauftragten. laStaempfli bringt die Folgen der Prostitution: Aus dem Buch Elke Mack und Ulrich Rommelfanger: “Sexkauf. Eine rechtliche und rechtsethische Untersuchung der Prostitution, 2023: Zerstörte Darmflora wegen Einläufen, entzündeten Magen-Darm-System durch Samenschlucken, Analsex etc. Kiefer-Mund-Entzündungen, oft Kieferbrüche, Halsweh, Hüftschmerzen durch stundenlange schwere Gewichte auf sich tragen, Suchtzerstörungen und Krankheiten, Schlafmangel, psychische Störungen u.v.a. mehr. https://www.ensuite.ch/menschenfleischarbeit-piff-paff-puff/ Das Entsetzen über die Gleichstellungsbeauftragten Mitte Berlin erschüttert laStaempfli. Sie erinnert an den Totalitarismus nationalsozialistischer und kommunistischer Systeme, die IMMER BEI DEN KINDERN BEGINNEN. 6jährige Kindern einzureden, Frauenkauf, Menschenfleischhandel sei normal und Pornografie (im Text heisst es ja “wie im Film” sei richtige Sexualität, ist so menschenverachtend, dass es laStaempfli den Atem verschlägt. Sie war NICHT vorbereitet auf dieses Gefühl der Ohnmacht in totalitären Systemen, wenn ausgerechnet eine Gleichstellungsstelle den Missbrauch von Frauen gegen Geld propagiert. laStaempfli holt an diesem Beispiel aus und erklärt den Zusammenhang mit der Weltpolitik und dem Schutz der Demokratie. Dabei erwähnt sich auch die völlig dumme Metapher des “Kranken Mann” – Isabel Rohner und Regula Stämpfli führen anschliessend eine dieser grossen sprechenden Denkgespräche. Eine gute Nachricht gibts dann doch noch: Diese Woche fand in der Bundespressekonferenz eine Informationsveranstaltung des Vereins Frauenheldinnen statt zum geplanten sogenannten “Selbstbestimmungsgesetz”. In drei Panels mit juristischem, medizinischem und frauenpolitischem Fokus und namhaften Expertinnen und Experten wurden die Probleme des vorliegenden Gesetzesentwurfs, der demnächst ins Parlament gehen soll, aufgezeigt und Debatten versucht, zu versachlichen. Die Veranstaltung richtete sich dabei gezielt an die Mitglieder des Bundestages, die dem Angebot gerne folgten und in den Austausch gingen u.a. mit Prof. Judith Froese (Professorin für Öffentliches Recht, Uni Konstanz), Alexander Korte (Leiter Jugendpsychiatrie Universitätsklinik München), Monika Barz (em. Professorin für Sozialwissenschaften und Frauen- und Geschlechterforschung), Manuela Schon (Expertin für geschlechtsspezifische Gewalt), Monne Kühn (autonomes Frauenhaus Uelzen), Rona Duwe (Autorin), Sabeth Blank (Detrans), Chantal Louis (Journalistin) und Eva Engelken (Kommunalpolitikerin). Das Folgenbild ist von Isabel Rohner fotografiert, Berlin 2023. Links: – Isabel Rohner Biografie über Hedwig Dohm “Spuren ins Jetzt”: https://www.ulrike-helmer-verlag.de/buchbeschreibungen/isabel-rohner-spuren-ins-jetzt/ – Das Kinderbuch “Rosi sucht Geld” gibts auf dieser Seite zum Download: https://www.berlin.de/ba-mitte/politik-und-verwaltung/beauftragte/gleichstellung/artikel.105220.php – Der Verein Frauenheldinnen: www.frauenheldinnen.de
- #diepodcastin mit Janis Joplin: Isabel Rohner & Regula Stämpfli on Rebellion, Dohm-Trio, Volleyballerinnen Türkei, Trauriger Jahrestag, vermeintliches Babyglück: Stoppt Menschenfleischverkauf.17.09., 15:4817.09.2023, 15:4800:51:49
#diepodcastin mit Janis Joplin: Isabel Rohner & Regula Stämpfli on Rebellion, Dohm-Trio, Volleyballerinnen Türkei, Trauriger Jahrestag, vermeintliches Babyglück: Stoppt Menschenfleischverkauf. “Lasst euch, wenn es um euch geht, auf keine faulen Kompromisse ein. Ihr seid alles, was ihr habt.” Janis Joplin (1943-1970) Hier ein Buchtipp von laStaempfli: Sex Revolts. Gender, Rock und Rebellion von Joy Press und Simon Reynolds. Das Buch wurde schon in den 1990er Jahren geschrieben und 2020 wieder neu aufgelegt und ist erschütternd gut. Ein Highlight der Woche war für die Rohnerin ein Auftritt ihres Hedwig Dohm Trios in Uetze (Region Hannover) – und ein Anlass für sie, die Arbeit der Kommunalpolitikerinnen und -politiker zu erwähnen, die sich in ihren Gemeinden / Kommunen / Städten um die Alltagspolitik kümmern, über die medial so wenig berichtet wird. Und wer weiß: Vielleicht gibt’s ja bald einen Hedwig Dohm-Platz in Uetze…! Viele Mitglieder des Gemeinderates jedenfalls zeigten sich spontan angetan von der Idee, diese wichtige Wegbereiterin unserer Demokratie auch in ihrer Gemeinde zu würdigen laStaempfli bringt gute Nachrichten: Die Volleyballerinnen in der Türkei gewinnen die EM und wirbeln die Ultrareligiösen auf: Nationalstolz transportiert manchmal feministische Messages. Die Rohnerin bringt auch good News: Das EU-Parlament hat sich diese Woche für ein Prostitutions-Verbot und das Nordische Modell ausgesprochen, das Freiertum bestraft und Prostituierten beim Ausstieg aus dieser frauenverachtenden Milliarden-Branche unterstützt. In einem Parlamentsbeschluss fordern die Abgeordneten (234 Abgeordnete waren dafür, 175 dagegen, leider auch zahlreiche Enthaltungen) einheitliche Regelungen in der EU, da die aktuelle Situation zu Menschenhandel, sexueller Ausbeutung und organisierter Kriminalität führe. Wir erinnern uns: Deutschland ist inzwischen das Bordell Europas! Allerdings hat das EU-Parlament bereits 2014 eine solche Resolution gefasst (der sog. “Honeyball-Bericht”) und die Mitgliedsstaaten aufgefordert, gegen Prostiution aktiv zu werden und das nordische Modell umzusetzen. “Die Podcastin” ist gespannt, ob diesmal mehr Mitgiedstaaten den (noch zu erarbeitenden) EU-Leitlinien folgen werden. Hier ein Lesetipp von laStaempfli zum Menschenfleischverfkauf https://www.ensuite.ch/menschenfleischarbeit-piff-paff-puff/ laStaempfli und Isabel Rohner bringen den traurigen Jahrestag: Am 15. September vor einem Jahr starb Jina Masha Amini in Iran in Polizeigewahrsam. Sie wurde zu Tode geprügelt, weil sie ihren Zwangsschleier den Gewaltmännern gemäss, nicht ordentlich trug. So begann die Iranrevolution, die nun auch die westlichen Postfeministinnen ab und zu unterstützen, aber bis heute eher still bleiben in ihrem Protest. Die Podcastin erinnert daran, was alles im Iran ein Verbrechen ist, wenn es von Frauen gemacht wird: Velofahren, ohne Verwandten reisen, in der Öffentlichkeit nicht den Vorschriften gemäss verhüllt zu sein, Tanzen, Singen, eine Tätowierung wie “Frau. Leben. Freiheit” zu tragen, einen Menschen ausserhalb der Ehe zu lieben und und und. Siehe dazu auch https://x.com/AlinejadMasih/status/1701607618433982869?s=20 Es geht im Feminismus der #DiePodcastin immer darum: Freiheit als Frau in der Öffentlichkeit zu leben, sichtbar zu sein und angstfrei sagen zu können, was gilt. Dies ist 2023 leider auch in westlichen Demokratien keine Selbstverständlichkeit mehr. Die Rohnerin berichtet: Das Redaktionsnetzwerk Deutschland RND jubelte diese Woche “Babyglück für Johannes Arlt. Dänische Leihmutter: Homosexueller Bundestagsabgeordneter ist Vater geworden!” Liebe Medien: Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten! Würdet ihr auch über andere Umgehungen von Verboten so jubelnd berichten? Beispiel Kinderehe? “Eheglück für xy! Afghanische Kinderbraut: xy hat geheiratet!” Nicht??? Dann denkt mal darüber nach, warum ihr das bei Leihmutterschaft anders seht. Hier der Link zur Leihmutterschaftssendung “Nachtcafé” mit laStaempfli erwähnt Indien und den grossen Einfluss indischer Denkerinnen im Westen mit der Unterwanderung der westlichen Demokratiemodelle, inklusive der Mittäterschaft von vielen progressiven Kräften. Hierzu gibt es einen Artikel von laStaempfli, weil der Zusammenhang in der #DiePodcastin nicht ganz klar wurde: https://www.ensuite.ch/die-neuen-patriarchinnen-wie-postkolonialistinnen-misogynieren/ *misogynieren: Ein neues Wort von laStaempfli: *misogynieren = Handeln, erzählen und das Verhalten einer Person mit der Absicht, unbewusst oder bewusst, Frauenfeindlichkeit, Unsichtbarkeit von Frauen und Frauendiskriminierung zu fördern. Misogynieren verbreitet Klischées, Stereotypen, diskriminierende Werturteile gegenüber Frauen sowie das Ignorieren und Herabwürdigen der Frauengeschichte, deren Rechte und Beiträge in allen gesellschaftlich, wissenschaftlich, kulturell und politischen Bereichen. Wichtige Links: https://timesofindia.indiatimes.com/home/sunday-times/all-that-matters/men-havent-always-ruled-the-way-we-imagine-gender-in-history-is-wrong-angela-saini/articleshow/99876235.cms?from=mdr https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cber_den_physiologischen_Schwachsinn_des_Weibes https://timesofindia.indiatimes.com/home/sunday-times/all-that-matters/men-havent-always-ruled-the-way-we-imagine-gender-in-history-is-wrong-angela-saini/articleshow/99876235.cms?from=mdr https://www.theguardian.com/world/2023/jun/22/narendra-modi-does-yoga-in-new-york-as-us-state-visit-gets-under-way https://www.rosalux.de/news/id/42148/witwenverbrennung-in-indien Weitere Links: – Isabel Rohner in der WDR-Sendung “Bücher”: https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/buecher/auf-meinem-nachttisch/isabel-rohner-100.html – Isabel Rohner in der RBB-Sendung “Zwei auf eins” zum Thema “Kopf” (demnächst hier im Archiv, letztes Drittel der Sendung): https://www.radioeins.de/programm/sendungen/zwei_auf_eins/archiv.html – RND über die in Deutschland verbotene “Leihmutterschaft” jubelnd zum “Babyglück”: https://www.rnd.de/panorama/johannes-arlt-homosexueller-spd-bundestagsabgeordneter-ist-vater-geworden-U47I72GRVZCW7KITZQTKNRMMYU.html?utm_medium=Social&utm_source=Twitter#Echobox=1691518911 – Das Projekt über “Freier” der Fotografin Bettina Flitner: https://www.bettinaflitner.de/portfolio-1/freier-johns DAS BILD ein DETAILAUSSCHNITT VON REGULA STÄMPFLI: ALICE BAILLY 1872-1938, LE THÉ 1914. IN DER AUSSTELLUNG “ANEKDOTEN DES SCHICKSALS”, KUNSTMUSEUM BERN 2023.
- #diepodcastin erinnert an 720 Tage: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über Lore Maria Peschel-Gutzeit, Hulda Zwingli, Violaine Vanoyeke, Geschlechterapartheid, sexistische Enteignung & Deepfake-Porno.10.09., 12:4310.09.2023, 12:4300:50:43
#diepodcastin erinnert an 720 Tage: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über Lore Maria Peschel-Gutzeit, Hulda Zwingli, Violaine Vanoyeke, Geschlechterapartheid, sexistische Enteignung & Deepfake-Porno. Am 2.9.2023 ist Lore Maria Peschel-Gutzeit gestorben, eine DER wichtigsten Juristinnen in der deutschen Rechtsgeschichte. Als Justizsenatorin von Hamburg war sie Teil der Gemeinsamen Verfassungskommission, auf die 1994 die Erweiterung von Art. 3 des Grundgesetzes zurückgeht: “Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männer und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.” 1968 erkämpfte Peschel-Gutzeit die familienbedingte Teilzeit für Beamtinnen (und Beamte) im Bundesbeamtengesetz (“Lex Peschel”), 1978 formulierte sie die Klage gegen den Stern wegen sexistischer Werbung. Sie kämpfte gegen Pornografisierung und Diskriminierung von Frauen in der Öffentlichkeit. Sie war Vorsitzende des Juristinnenbundes von 1977-1981 und seine Ehrenpräsidentin – und arbeitete bis zuletzt, mit über 90, noch in der eigenen Kanzlei. Jetzt gilt es, ihre Verdienste sichtbar zu halten – so wie es aktuell in der Schweiz mit der verstorbenen Bundesrichterin Margrit Bigler-Eggenberger geschieht. laStaempfli bringt voller Begeisterung Hulda Zwingli for ever: Die Frauen sind im Kunsthaus und sie sind nicht einmal nackt. 1481 Ausstellungen eröffnete das Kunsthaus Zürich insgesamt, NUR 60 DAVON EINZELAUSSTELLUNGEN VON FRAUEN. Die neue Direktorin Ann Demeester ist in der 110 Jährigen Geschichte des Hauses die erste Frau an dessen Spitze. Das anonyme Künstlerkollektiv Hulda Zwingli stellt genial aus und für ein Jahr im Kunsthaus Zürich, siehe https://www.kunsthaus.ch/sammlung/recollect/ Das Künstlerinnenkollektiv Hulda Zwingli war es auch, das Isabel Rohner auf die Geschichte der französischen Schriftstellerin Violaine Vanoyeke hingewiesen hat: Seit 2020 hat sie nämlich auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise eine Statue! 1,85 Meter hoch, aus 600 Kilo Marmor zeigt die Statue Violaine Vanoyeke in purer Lebenskraft. Das Interessante dabei: Die Schriftstellerin hat die Statue selber in Auftrag gegeben – und lebt noch! So funktioniert Sichtbarkeit im Leben und darüber hinaus auch für Frauen. laStaempfli und die Rohnerin bringen mehrere Beispiele ZUR THEORIE DER SEXISTISCHEN ENTEIGNUNG (copyright von #diepodcastin & Regula Staempfli). laStaempfli buchte Tickets und Hotel – ihr Partner kriegte alles billiger; die Hotelzimmer sind für Männer immer besser, überall werden Frauen enteignet: KI bringt zutiefst sexistische Enteignung auf Plattformen. Frauen werden schlechter gerated, sie kriegen schlechtere Jobangebote, sie verdienen weniger, sie müssen mehr zahlen usw. Das neuste Beispiel bringt Ingrid Brodnig mit dem PORNO-DEEPFAKE – da werden bekannten Frauen Gesichter von Pornodarstellerinnen aucodiert, um sie völlig zu entmenschlichen. #diepodcastin, die Rohnerin wird über diesem Bericht sarkastisch und verweist darauf, wie absurd, hinterhältig und völlig entwürdigend es ist, von Frauen bei solchen Pornos oder sog. Sexarbeit dann von “FREIWILLIGKEIT” zu sprechen. Würden derart rassistische Filme wie die sexistischen Pornos überall im Netz verbreitet, es gäbe einen Riesensturm: So sehen Google und X kaum Handlungsbedarf – siehe Profil 10.9.2023. Dazu hat laStaempfli auch einen neuen Artikel im Kulturmagazin ensuite und einen neuen Begriff kreiert, also ein Verb: misogynieren. Die Rohnerin erinnert daran, dass die Taliban in Afghanistan den Mädchen seit 720 (!) Tagen das Recht auf Bildung verweigern. Seit 720 Tagen dürfen Mädchen ab dem 5. Klasse nicht mehr zur Schule. Seit 260 Tagen sind die Universitäten für Frauen geschlossen. Vor unseren Augen werden Talente, Träume, Leben von Mädchen und Frauen in Afghanistan zertreten.Isabel Rohner weist darauf hin, dass diese Schicksale nicht anders bewertet werden dürfen, weil es sich um Frauen in Afghanistan handelt. Frauen müssen überall – wie in den vergangenen 20 Jahren auch in Afghanistan! – das Recht haben, ökonomische unabhängig zu leben, Zugang zu Bildung zu haben, mobil zu sein. Die Rohnerin zählt auf, was sie in der vergangenen Woche erleben durfte: von Auftritten der 19jährigen Schlagzeugerin Mélissa Hardegger und der Schweizer Musikikone Marie Louise Werth bis zu Treffen mit der Pionierin der feministischen Ökonomie Elisabeth Stiefel und dem 2. Rang ihrer Nichte beim Halbmarathon. Keines dieser Frauenleben ist unter den Taliban möglich! Links: – Die Statue von Violaine Vanoyeke: https://www.nzz.ch/feuilleton/friedhof-pere-lachaise-der-touristen-magnet-hat-eine-neue-attraktion-erhalten-ld.1753659 – Zur Pornografisierung des Alltags Regula Stämpfli in 2007: Die Macht des richtigen Friseurs, “Die Liebe in Zeiten der Grausamkeiten.” Sollte bald neu aufgelegt werden. -Zum Hotelzimmer, das für Männer reserviert ist: Isabel Rohner Gretchens Rache. -Zu Frankreich und Vergewaltigungskultur von laStaempfli https://www.ensuite.ch/metooinceste-und-frankreichs-vergewaltigungskultur/ -Sexistische Enteignung in MediaTOO unbedingt nachhören: https://www.srf.ch/audio/medientalk/sechs-frauen-werfen-republik-reporter-sexuelle-belaestigung-vor?id=12443572 *misogynieren = Handeln, erzählen und das Verhalten einer Person mit der Absicht, unbewusst oder bewusst, Frauenfeindlichkeit, Unsichtbarkeit von Frauen und Frauendiskriminierung zu fördern. Misogynieren verbreitet Klischées, Stereotypen, diskriminierende Werturteile gegenüber Frauen sowie das Ignorieren und Herabwürdigen der Frauengeschichte, deren Rechte und Beiträge in allen gesellschaftlich, wissenschaftlich, kulturell und politischen Bereichen. Bild ist von Regula Stämpfli ARTSY Juni 2023, von laStaempfli copyright.
- #diepodcastin mit Geopolitik & Feminismus: Isabel Rohner & Regula Stämpfli im feministischen Wochenrückblick mit Schwerpunkt sog. Selbstbestimmungsgesetz.26.08., 13:0426.08.2023, 13:0401:03:17
#diepodcastin mit Geopolitik & Feminismus: Isabel Rohner & Regula Stämpfli im feministischen Wochenrückblick mit Schwerpunkt sog. Selbstbestimmungsgesetz. “Die Podcastin” nimmt zu Beginn wieder eine große Vorkämpferin in den Blick, diesmal Susan B. Anthony (1820-1906) eine Pionierin der amerikanischen Frauenbewegungen. Schöne Diskussion über Pionierinnen. Erkenntnis der Woche ist für die Rohnerin, dass sich hinter “KI”, also der “Künstlichen Intelligenz”, offenbar in vielen Fällen schlicht “Klaus-Ingo” verbirgt: ein mindestens 50jähriger Mann im fleckigen Unterhemd. Sie hat ein konkretes Beispiel für die sexistische Bias mitgebracht, auf deren Basis die Algorithmen arbeiten: Eine Bekannte (30 Jahre alt) hat mit einem Kollegen eine “KI” zur Generierung von Bewerbungsfotos verwendet. Vorgabe für die KI: Bewerbungsfotos für eine Marketingstelle in einem Konzern, Stil Business casual. Beide Vorgabentexte waren genau gleich, einziger Unterschied war, dass sie das Kreuz bei “weiblich” machte und ihr Kollege bei “männlich”. Für 25 Euro und 14 eigenen Fotos kreierte “Klaus Ingo” daraufhin 200 “Bewerbungsfotos”. Resultat: Der männliche Kollege hätte rund 20 der Fotos verwenden können (und tut dies mit einem nun auch auf LinkedIn). Die Bekannte jedoch kann kein einziges der Fotos nutzen – ein Großteil der Fotos zeigen sie im Bikini (!), mit nacktem Bauch und übergroßen Brüsten. laStaempfli zu BRICS siehe Geopolitik: BRICS Staaten Verteidigung der Demokratie und des Westens und das katastrophale Versagen der Medien punkto Relevanz und Themen zur Stärkung der Demokratie. https://kleinreport.ch/news/propaganda-fur-antidemokraten-schweizer-medien-der-brics-gipfel-102493/ laStaempfli empfiehlt SRF: Eine Extrasendung des Medientalks SRF zur sexuellen Belästigung durch einen Starjournalisten. Er soll über Jahre junge Journalistinnen mit seinem Starimage verführt und missbraucht haben.https://www.srf.ch/audio/medientalk/sechs-frauen-werfen-republik-reporter-sexuelle-belaestigung-vor?id=12443572 Das sogenannte “Selbstbestimmungsgesetz” wurde am 23.8. vom Kabinett beschlossen. Damit geht der Entwurf nun in den parlamentarischen Prozess (und kann auch dort noch verhindert werden!). Die Rohnerin zeigt sich erstaunt, dass die Ampel sich dies vor den anstehenden Wahlen in Bayern und Hessen traut. Politisch hält die Rohnerin dies für extrem unklug. Auch wenn sich im Vergleich zum 1. Referentenentwurf einiges geändert hat im Text, das Vorhaben bleibt HOCH PROBLEMATISCH: 1. Das Gesetz (wenn es so in Kraft treten würde) bedeutet einen Paradigmenwechsel im Recht. Der Geschlechtseintrag basiert dann nicht mehr auf dem Geschlecht “weiblich” oder “männlich”, sondern allein auf einem Sprechakt und einem Gefühl. Frauen gelten dann nicht mehr als Frauen, weil sie weiblich sind – sondern alle sind Frauen, die einen weiblichen Vornamen (vergl. § 2 Abs 3) haben. Das ist die Auflösung der Kategorie “Frau” – und ein Problem für unser Grundgesetz (“Männer und Frauen sind gleichberechtigt.” Art. 3). 2. Das Gesetz richtet sich NICHT an Transpersonen, sondern an alle Menschen, die in Deutschland leben. ALLE haben das Recht, einmal im Jahr (!) ihren Geschlechtseintrag ändern zu lassen. 3. Der Gesetzesentwurf bietet immer noch immenses Missbrauchspotential. Doppelte Geschlechtsidentität bei Doppelbürgern? Nicht bedacht! Oder bei Kindern von 0-14, wo die Eltern diese Eintragungen nach Gutdünken vornehmen können. Was ist bspw. in den Fällen, wo ein Elternteil eine Entführung plant – und sich und dein Kindern auf diesem Weg neue Identitäten verschaffen kann, die eine Suche erschweren? Was ist mit den Eltern, die aufgrund von starren Vorstellungen von “Geschlecht” solche Eintragungen vornehmen? A la: Mein Sohn spielt gern mit Puppen – er muss ein Mädchen sein! Meine Tochter liebt Fußball – sie muss ein Junge sein? Wie sollen Kinder geschützt werden?? 4. Bei Kindern ab 14 widerum werden die Rechte der Eltern beschränkt. Wenn diese Kinder beschließen, ihren Geschlechtseintrag ändern zu wollen, brauchen sie eigentlich die Zustimmung der Erziehungsberechtigten. Erhalten sie diese jedoch nicht – weil die Eltern keine überstürzte Entscheidung unterstützen oder eine psychologische Begleitung möchten – haben diese Kinder das Recht, ihre Eltern über ein Familiengericht bei dieser Entscheidung entrechten zu lassen. 5. Das Gesetz ist frauenfeindlich (s. Punkt 1). Hausrecht und Offenbarungsverbot stehen hier nach wie vor potentiell im Widerspruch. Wie sollen Frauengefängnisse, Frauenhäuser oder auch eine Frauensauna ihr Hausrecht wahren können, wenn sie dazu doch die ursprüngliche Geschlechtlichkeit des Gegenübers offenbaren müssen? Die Frauenquote – eine Krücke, die dazu da ist, Nachteile, die Frauen erleben, weil sie Frauen sind, zu beheben – wird ausgehebelt. 6. Statistiken bspw. zu Straftaten oder Gewalt verlieren an Aussagekraft. Jetzt sind Demokratinnen und Demokraten gefragt! Wendet euch an eure Abgeordneten. Und lasst euch nicht davon abschrecken, dass die AfD hier in der Debatte sehr aktiv sein wird. Nur weil die Falschen das Richtige sagen, wird das Richtige nicht falsch. (Regula Stämpfli) Und nochmals ganz deutlich: Bei diesem Gesetz geht es NICHT um Transsexuelle, die unsere Unterstützung brauchen!! Wenn es um sie ginge, hätte die Ampel längt das bestehende Transsexuellengesetz schlank novellieren können. Die Podcastin wirbt seit über einem Jahr dafür! Regula Stämpfli ist über die Leerstellen im öffentlichen Diskurs entsetzt: ES FEHLT DIE STAATSRECHTLICHE DIMENSION, völlig. Keine einzige Expertin ausser in den Kreisen um #diepodcastin thematisiert den engen Zusammenhang zwischen digitaler Auflösung der Wirklichkeit und diesem ersten, neuen Gesetzesentwurf der Ampel-Regierung. Dabei ist mit dem sog. Selbstbestimmungsgesetz ein Paradigmenwechsel der gefährlichsten Art festgelegt: Sprechakte, die Ideologie entscheiden über Verfassungsrecht, rechtsethische Tradition, über Familienrecht, über BürgerInnen-rechte, über Faktisch und Nicht-Faktisch. Dass dies niemanden auffällt, ist der EIGENTLICHE DEMOKRATIEPOLITISCHE SKANDAL. Es geht nicht um Medizin, Biologie oder Besserstellung von Transsexuellen, ES GEHT DARUM, DIE DEMOKRATIE AUF DIE IDEOLOGIE DER SPRECHAKTE WIDER ALLE GRUNDRECHTE DURCHZUSETZEN. In dieser Epoche definieren Codes und Automatismen unser tägliches Leben und nicht unsere Grundrechte, unser politisches Handeln sowie unseren Alltag. Dieses antidemokratische Aushebeln soll und muss den Beteiligten vor die Füsse fallen. Das sogenannte Selbstbestimmungsgesetz markiert einen bemerkenswerten Wendepunkt, indem erstmals in einem Beschluss einer Nachkriegsregierung wiederum Sprachregelungen,d.h. Ideologie, Gesetz werden sollen. #HannahArendtLectures. Das Bild zur Folge stammt von einer Fotografie von Regula Stämpfli des Bildes der grossen Tamara de Lempicka. Links: – Gesetzesentwurf zum sogenannten “Selbstbestimmungsgesetz”, wie er vom Kabinett beschlossen worden ist: https://www.bmfsfj.de/resource/blob/229616/b4f835d1a1da28f1ef51552846f1e20a/gesetzentwurf-kabinett-data.pdf Das grosse Demokratieloch sowohl im Podcast als auch in Schrift und deutsch/englisch: http://ta-swiss-futurepodcast.online/introduction-big-democracy-data-gap-von-regula-staempfli Auf der Homepage findet sich Englisch und Deutschversion als Audio und hier der Text: https://regulastaempfli.eu/wp-content/uploads/2020/09/datenloch-swissfuture-methodenderzukunft.pdf
- #diepodcastin rechtsethisch: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über Tilla Durieux, "Sexkauf" - die neue Studie, falsche Drogenpolitik & angepasste Frauen.18.08., 13:1418.08.2023, 13:1400:53:35
#diepodcastin rechtsethisch: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über Tilla Durieux, “Sexkauf” – die neue Studie, falsche Drogenpolitik & angepasste Frauen. Heute musst die Rohnerin die Folge fast ganz allein stemmen und sie tat dies mit Bravour: laStaempfli ist an der Wiener Leitung gescheitert, wir bitten wegen Stimmüberschneidungen um Entschuldigung. “Ich halte es für zynisch, die Existenz von Geschlecht zu hinterfragen, während zeitgleich Abermillionen von Frauen wegen ihres Geschlechts weltweit genitalverstümmelt, zwangsverschleiert, entrechtet, pränatal abgetrieben und unterbezahlt werden.” Gertraud Klemm Die österreichische Schriftstellerin Gertraud Klemm (“Einzeller”, “Hippocampus”) bringts in ihrem Artikel im Standard diese Woche auf den Punkt (Link unten). Und wird direkt von einem schweizerischen “Medienmann” auf Twitter zurechtgewiesen, das sei ja wohl “unterkomplex”. Vielen Dank für dieses Mansplaining ohne Substanz, finden Regula Stämpfli und Isabel Rohner. Die Rohnerin war diese Woche in der Tilla Durieux-Ausstellung in Berlin. Tilla Durieux (1880-1971) war eine der wichtigsten und erfolgreichsten Schauspielerinnen im deutschsprachigen Raum – und sie wurde über ihre ganze lange Schaffensphase hinweg von Künstlerinnen und Künstlern ihrer Zeit immer wieder gemalt, fotografiert und in Bronze gegossen. Besonders beeindruckend fand Isabel Rohner die Statue “Tilla Durieux als Lady Macbeth” von Mary Duras (1898-1982): Was für eine Kraft die fast 60jährige Durieux hier ausstrahlt! Das erinnert uns daran, wie sehr Darstellungen, Denkmäler, Statuen von Frauen und von älteren Frauen im öffentlichen Raum fehlen. Frauenstatuen, die tatsächlich für konkrete Frauen stehen – und nicht wie bspw. die zugegeben wunderschöne “Primavera”-Statue der Hochschule Flensburg nur für einen nackten Frauenkörper und den “Frühling”. Die Rohnerin fand die Geschichte um die Verbannung dieser Statue aus dem Foyer der Hochschule aufgrund “ihrer breiten Hüften” völlig falsch. Sie wünscht sich aber gerade in Hochschulen mehr sichtbare wissenschaftliche weibliche Vorbilder – gern angezogen. Vergessen die Frauen aus lauter Verständnis für andere Gruppen (in diesem Fall Dealer und Junkies in Berlin) ihre eigenen Interessen? Eine spannende Diskussion von LaStämpfli und der Rohnerin über falsche Drogenpolitik und angepasste Frauen. Links: – Gertraud Klemms kluger Artikel im Standard: https://www.derstandard.at/consent/tcf/story/3000000182602/frau-zwischen-barbie-flinta-und-terf – Tilla Durieux im Kolbe-Museum Berlin: https://georg-kolbe-museum.de/programm/ausstellungen/tilla-durieux/ – Der Fall der Primavera an der Hochschule Flensburg: https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Kunst-oder-anstoessig-Diskussion-um-Primavera-an-Flensburger-Uni,skulpturenstreit100.html – Tagesspiegel über die Frauen rund um den Görlitzer Park (leider paywall): https://www.tagesspiegel.de/berlin/die-politiker-lassen-uns-hier-allein-jetzt-sprechen-die-frauen-aus-dem-kiez-am-gorlitzer-park-10292662.html Das Buch: Sexkauf, Eine rechtliche und rechtsethische Untersuchung der Prostitution von Elke Mack und Ulrich Rommelfanger. Bild von Isabel Rohner, Tilla Durieux von Mary Duras.
- #diepodcastin über QueenBees: Isabel Rohner & Regula Stämpfli zu Charlotte Salomon,zu Frankreichs Laizismus, Fussball WM, Gertraud Klemm-Empfehlung und zur Frage: Was ist Feminismus anhand von Movie-Schwerpunkten (Oppenheimer & Barbie) & weibliches Begehren.06.08., 12:4006.08.2023, 12:4000:45:21
#diepodcastin über QueenBees: Isabel Rohner & Regula Stämpfli zu Charlotte Salomon,zu Frankreichs Laizismus, Fussball WM, Gertraud Klemm-Empfehlung und zur Frage: Was ist Feminismus anhand von Movie-Schwerpunkten (Oppenheimer & Barbie) & weibliches Begehren. Die Podcastin beginnt dieses Mal mit einem Zitat der Historikerin Gerda Lerner, das sich alle Frauen auf ihre Fahnen schreiben sollten: “Wohin du auch gehst: Dein Job ist es, ein, zwei andere Frauen mitzunehmen. Wenn du das nicht tust, ist mir ganz egal, wohin du gehst.” Regula Stämpfli und Isabel Rohner sprechen über das sogenannte “Queen Bee”-Syndrom: Die Logik, dass eine Frau in einem Bereich völlig ausreichend ist. Eine Meinung, die manchmal auch von den Frauen selber vertreten wird. Ein Beispiel von sprechendem Denken, das die ganze Folge prägen wird! Die Rohnerin hat gestern Tagesschau geschaut und konnte es bei der Sportberichterstattung fast nicht glauben: Über 5 Minuten ging es ausschließlich um Frauen und ihre sportlichen Erfolge! Das erinnerte sie schmerzlich daran, wie normal es für uns alle ist, in Sportberichterstattungen ausschließlich von Männern und Männersport zu hören. In Frankreich hat unterdessen das Verwaltungsgericht das Kopftuchverbot im Sport bestätigt. Wir erinnern uns: In Frankreich gilt seit 2004 ein Kopftuchverbot in staatlichen Institutionen, auch an Schulen – mit überaus positiven Folgen für die Gesellschaft, wie eine großangelegte Studie 2022 herausgearbeitet hat: Das Kopftuchverbot förderte die Bildungserfolge der Mädchen und Frauen, förderte die Integration, förderte Freundschaften und Beziehungen über die Religionen hinweg. Seit 2016 hatte auch der Französische Fußballverband eine entsprechende Klausel in seinem Reglement. Diese wurde nun vom Verwaltungsgericht bestätigt. Im Interesse des Sports. Und im Interesse der Frauen und Mädchen. Eine gute Nachricht! Anne Rabe hat einen Superessay über Missbrauch von Teenagern in Ferienlagern geschrieben. Die Eltern geben die Kinder ab, es sei ein Ferienlager ohne strenge Reitlehrer und ohne fixen Zeitplan, quasi ein Paradies für Kinder – well ein Paradies für Täter. Die, nicht schweigen, sondern ihre sexuelle Gewalt als Normalität, als Kult, als Geste, als Stil inszenieren wie laStaempfli anhand der Pop-Kultur und des Genie-Gestus ausführt. https://www.54books.de/die-taeter-schweigen-nicht/ laStaempfli bringt ihre Kritik zu #BarbieTheMovie und die Rohnerin kontert genial: Weil es so wenige Filme gibt, in denen selbst die Minimalanforderung, dass zwei Frauen miteinander reden, nicht erfüllt werden, sind wir wie ausgehungert, wenn es endlich einen sog. Frauenfilm gibt. Dennoch bringt laStaempfli hier im Text ihre wichtigsten Kritikpunkte: Es ist eine asexuelle pinke Puppenironie nicht eines Matriarchates, sondern eines Jungfrauenchates – ein klassischer Prinzessinnentraum. Es geht um Frauen, die sich weigern, erwachsen zu werden. Und die Tatsache, dass Barbie ausgerechnet ins Originalpatriarchat zurück will, ist so absurd wie die Musik grottenschlecht ist. Aus der Kritik entwickelt sich sprechendes Denken zwischen Isabel Rohner und Regula Stämpfli vom Feinsten. Die Rohnerin hat einen Buchtipp mitgebracht: Gertraud Klemms “Einzeller” ist ein Roman wie ein Rausch! Klemm erzählt die Geschichte einer Frauen-WG von Frauen jeden Alters und aller feministischen Strömungen. Während die fünf Frauen in der WG diskutieren und sich fetzen, erstarkt draußen, in der wirklichen Welt die reale Rechte und gewinnt an politischer Macht. Eine Metapher für den Feminismus im 21. Jahrhundert – virtuos geschrieben, stellenweise wahnsinnig lustig und absurd komisch, gleichzeitig gnadenlos und schmerzhaft wahr. Links: – Studie (2022) über die Effekte des französischen Kopftuchverbots an Schulen: https://fowid.de/meldung/frankreich-effekte-des-kopftuchverbots-schulen – Urteil des Verwaltungsgerichts in Frankreich zum Kopftuchverbot im Fußball: https://www.nzz.ch/international/frankreich-verbietet-den-hijab-auf-dem-fussballplatz-ld.1745158 – Gertraud Klemm “Einzeller”: https://www.kremayr-scheriau.at/bucher-e-books/titel/einzeller/ Den Film über Simone Veil “Ein Leben für Europa”, den laStaempfli so liebt, gibt es – oh Schande, nicht zu streamen. Es ist eine Katastrophe, dabei ist der Film umwerfend gut. Wer weiter weiss, soll sich melden. Das Bild ist von Charlotte Salomon “Paulinka Bimbam” – ihre Stiefmutter, Paula Lindberg. Zu Charlotte Salomon, die wir alle kennen sollten FemBio von Luise F. Pusch: siehe https://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/charlotte-salomon/ In München ist noch die herausragende Ausstellung zu dieser umwerfenden Künstlerin zu sehen. Der Bildausschnitt wurde in der Ausstellung fotografiert von Regula Stämpfli.
- #diepodcastin über BarbieTheMovie: Isabel Rohner über einen Film, den sie gesehen hat & Regula Stämpfli nicht, Focusonline-Gurke, Fabian Wolff, Lanz-Precht-Podcast, Dehumanisierung bei Pantisano.30.07., 12:4730.07.2023, 12:4700:55:44
#diepodcastin über BarbieTheMovie: Isabel Rohner über einen Film, den sie gesehen hat & Regula Stämpfli nicht, Focusonline-Gurke, Fabian Wolff, Lanz-Precht-Podcast, Dehumanisierung bei Pantisano. “Die Frauen von heute sind die Gedanken ihrer Mütter und Großmütter. (…) Millionen von Frauen, die längst tot sind, sprechen heute durch uns.” Matilda Joslyn Gage (1826-1898) Die Rohnerin beginnt mal wieder mit einem Zitat einer der Riesinnen, auf deren Schultern wir stehen. Nach Matilda Joslyn Gage – feministische Publizistin, Herausgeberin, Abolitionistin – wurde übrigens von der Wissenschaftshistorikerin Margaret Rossiter 1993 der “Matilda-Effekt” benannt: die systematische Ausblendung, Verleumdung und Ignorierung wissenschaftlicher Leistungen von Frauen. Die Rohnerin & laStaempfli sind ab der ersten Minute sprechend denkend voll in Form und diskutieren das Zitat über Fortschritt, die Freiheit, frei zu sein, Millenials und Zoomers und deren Desillusionierung. Dann bringt als good News laStaempfli den Lanz-Precht-Podcast mit einer ersten Frau: die Forensikerin Nahla Saihmeh. Sie arbeitetet an den übelsten Gewalttaten im Lande. Ärgerlich ist nur, dass Lanz ausgerechnet zu Beginn der Sendung einen Mord einer Frau ins Spiel bringt, wo FRAUEN DOCH IM PROMILLEBEREICH morden – also wirklich. Doch die gute Nachricht der Sendung ist die Erkenntnis für über eine Million Hörerinnen und Hörer bei Lanz/Precht: Dem Bösen, der Verletzung, der Grenzüberschreitung etc. gehen IMMER DEHUMANISIERUNGEN voraus – also Entmenschlichung durch Beschimpfung. Hier hatte laStaempfli die Assotiation zu Alfonso Pantisano, dem ersten Queer-Beauftragen in Berlin. Er nannte Frauen generell TERFS und beschimpft Journalistinnen als “Hündinnen”. Und er wurde trotzdem zu Berlins Queerbeauftragten ernannt. Stellen wir uns nur einmal vor: Ein Queerbeauftragter beschimpft eine Zeitschrift, ausschliesslich von schwarzen Menschen betrieben, nennen wir sie Omar, und der neu Beamte Flopisano hätte Mitarbeiter von Omar als TEBlacks und “leckende Katzen” beschimpft. Hätten ihn dann SPD und CDU ernannt? Nein. Offenbar geht Frauenbeschimpfung weil Frauen, Frauen sind. Die Rohnerin bringt: Die GOLDENE SCHRUMPELGURKE DER WOCHE, diesmal für Focus Online: Nachdem die SZ eine Kolumne des syrischen Autors Mohamad Alkhalaf veröffenticht hat, in der er schildert, dass er sich an Eis schleckende Frauen in der Öffentlichkeit erst gewöhnen musste, diskutiert Focus Online allen Ernstes mit einem Juristen die Frage: “Wir durch Eis schleckende Frauen die Religionsfreiheit anderer verletzt?” “Die Podcastin” stellt erneut fest: Frauenrechte gelten auch im Deutschland des 21. Jahrhunderts als verhandelbar. laStaempfli bringt Fabian Wolff als Struktur für Medienzirkus in Deutschland. Hintergrund: Fabian Wolff gehörte zu den beliebtesten Essayisten als Jude zu Judentum und Israel. Es stellt sich heraus: Alles Fake. Was lernen wir daraus: 1. Sprecherposition als Jude nur dann beliebt, wenn Judentum und Israel scharf kritisiert werden. 2. Wieviele Jüdinnen hat Fabian Wolffs Exklusivposition bei vielen linksliberalen Medien nicht nur verletzt, sondern verhindert? Zu denken, dass es grosse Essayistinnen gibt, die WIRKLICH was Kluges übers Jüdisch-Sein in Deutschland erzählen könnten und von einem Fabian Wolff quasi zu Schweigen gebracht wurden, weil Männer gerne Männer engagieren? 3. Sich per Sprechakt als Jude zu deklarieren und aus dieser Position heraus, antisemitische und antiisraelische Positionen einzunehmen, ist ein Skandal. Weshalb wird dann nicht diskutiert, dass Männer, die sich nur per Sprechakt (nicht Transsexuelle) zur Frau deklarieren und in dieser Sprecherinnenposition ausschliesslich Frauen beschimpfen, ebenfalls nicht nur ein Skandal, sondern übelste Diskriminierung ist? Die Rohnerin erinnert kurz an den aktuellen Stand in Sachen “sog. Selbstbestimmungsgesetz”: Das Bundesinnenministerium hat vor der Behandlung im Kabinett ein Veto eingelegt, da die Sicherheitsbehörden grundlegende Bedenken am geplanten Gesetz haben. Da sich der Gesetzesentwurf eben nicht nur an Transsexuelle richtet, sondern ALLEN einmal im Jahr die Möglichkeit eröffnen will, den Namen und den Geschlechtseintrag rückwirkend zu ändern, bietet es immenses Missbrauchspotential. Kriminelle könnten damit schlicht abtauchen. Und die Rohnerin stellt fest: Wäre es den zuständigen Ministerien tatsächlich jemals um betroffene Transsexuelle gegangen, sie hätten das bestehende Transsexuellengesetz längst schlank novellieren können. Aber um Betroffene ging es nie, sondern um die Abschaffung von Frauen durch Sprechakt. Das fällt der Ampel nun krachend auf die Füße. So wie geplant, wird das Gesetz nicht kommen. BARBIE laStaempfli hat den Film nicht gesehen, ist aber klar: Menschen sind in der Lage, Ereignisse, Taten, Filme, Bücher etc. zu beurteilen, ohne dass sie es erlebt haben müssen: laStaempfli wird aber den Film sicher auch noch sehen. Sie nimmt hier die theoretische Position ein: “Barbie ist die schändlichste Figur, aus dem Post-Nazideutschland getrimmte Puppe, eine Männerfantasie von einer Frau in die USA transportiert, um kleine Mädchen als Sexobjekte, dumme Blondinen und dienende Muttchen, die immer perfekt aussehen müssen, zu trimmen. Barbie dekonstruiert das Patriarchat nicht, es re-installiert es für die Firma Mattel; eine Firma, bei der bei den Herstellungsbedingungen der Puppen und Accessoires nie nachgefragt wird. Zudem fehlen positive Männerbilder, kurzum : Barbie ist ein Plastik-Nostalgiestück, gut gehört im Kapitalozän, die Macht der ikonischen Bilder verstärkend, Horror als Bild, als Fantasie und als Realität in den Kinderstuben. Es folgt zudem ein kleiner Exkurs über Mutter- und Männerrollen. Auch die Rohnerin sieht in der Puppe Barbie ein schädliches Konditionierungsinstrument für Mädchen – im Gegensatz zu LaStämpfli hat sie sich den Film von Regisseurin und Drehbuchautorin Greta Gerwig jedoch angesehen und ist davon sehr angetan: Der Film ist ein kluger, satirischer, feministischer Film, der am Beispiel von Barbie gesellschaftliche Machtstrukturen reflektiert und Frauen in ihrer Vielfalt (!) und gegenseitigen Solidarität (!) feiert. In dem Film geht es nicht um Männer, es geht um Frauen. Es geht noch nicht einmal um den männlichen Blick. Es geht um Frauen. Damit zeigt ausgerechnet “Barbie”, was in der Filmindustrie bislang fehlte: Frauen. Frauen, die sich um Frauen kümmern. Frauen, die mit Frauen sprechen. Frauen, die gemeinsam die Welt reflektieren und neu entwerfen. Macht Mattel damit Kohle? JA! Ist Barbie ein feministischer Film? JA! Wird also mit Feminismus Geld gemacht? In diesem Fall JA! Soll man daraus ableiten, dass man lieber keine feministischen Filme machen sollte und lieber weiterhin All-Male-Filme, die überhaupt kein Problem damit haben, Geld zu schäffeln? OH PLEASE NO! Und last but not least: Den Bechdel-Test besteht Barbie. Links: – Focus Online hat die Goldene Schrumpelgurke verdient: https://www.focus.de/experts/experte-erklaert-wird-durch-eis-schleckende-frauen-die-religionsfreiheit-anderer-verletzt_id_199906699.html Regula Stämpfli über Fabian Wolff: https://www.kleinreport.ch/news/neuer-falscher-skandal-der-deutschen-presse-nicht-jude-fabian-wolff-hat-sein-coming-out-102284/ Die Forensikerin Nahlah Saimeh bei Lanz-Precht-Podcast zum nachhören: https://lanz-precht.podigee.io/#latest-episode-player Barbie-Trailer, von dem auch das Bild stammt, verfremdet von laStaempfli: https://www.youtube.com/watch?v=MDyQjSOPewE Bild copyright von laStaempfli über ihr eigenes Barbie.
- #diepodcastin ueber den Ursprung der Welt: Isabel Rohner & Regula Staempfli zu Heide Simonis, Liv Strömquist, Plasticozän statt Anthropozän & Deleila Piasko.15.07., 12:3615.07.2023, 12:3600:53:20
#diepodcastin ueber den Ursprung der Welt: Isabel Rohner & Regula Staempfli zu Heide Simonis, Liv Strömquist, Plasticozän statt Anthropozän & Deleila Piasko. “Eine Frau wird immer erst ins Amt gehoben, wenn es zuvor einen Mann kräftig aus der Kurve getragen hat.” Isabel Rohner erinnert zu Beginn an das Leben der ersten Ministerpräsidentin in Deutschland, Heide Simonis, die am 12. Juli 2023 mit 80 Jahren gestorben ist. Von 1993-2005 führte sie die Landesregierung in Schleswig-Holstein an. Es folgt eine Diskussion über die Verdinglichung der Welt am Beispiel des Zitates, über den Ausschluss von Frauen als Kollektiv und den Zusammenhang mit Individuum: Sprechendes Denken vom Feinsten mal wieder bei Isabel Rohner & Regula Stämpfli. Geschichtsvergessen berichtet mal wieder der Tagesspiegel “Gen Z legt den BH ab” (14.7.2023) – kein Wort zu den BH-Verbrennungen in den 1960er und 1970er Jahren, kein Wort zur jahrhundertelangen Geschichte der Frauenkörpereinengung. Nein, der Tagesspiegel tut so, als würde die Geschichte erst im Juli 2023 beginnen. Schwach. Die Rohnerin nimmt dies zum Anlass, auf die Graphic Novel von Liv Strömquist “Der Ursprung der Welt” von 2017 hinzuweisen: in einer bunten Collage zwischen Text und Zeichnungen nimmt sie die Leserinnen und Leser mit in die Geschichte der Vulva, von ihrer Tabusierung bis zur Emanzipation, von Kirchengeschichte bis Hexenprozesse, von Sklavendiskursen bis zu Marketing-Sprech. Dabei wird übrigens auch thematisiert, dass die heutigen Debatten um eine Neuinterpretierung der Geschichte (alle wichtigen Frauen müssen ja irgendwie doch Männer gewesen sein…!!?!!) alter Quark ist: Der Forscher Elis Essen-Möller (1870-1956) war schon zur Jahrhundertwende der bekloppten Meinung, Königin Christina von Schweden (17. Jahrhundert) könne ja keine Frau gewesen sein – sie habe sich ja nie für Heirat, Kinder und Mode interessiert! Diese zutiefst sexistische “Expertenmeinung” führte übrigens 1965 sogar zur Exhumierung von Königin Christinas Überresten. Und, oh Wunder: ihr Skelett war eindeutig WEIBLICH! laStaempfli ärgert sich über Anthropozän, dieses neue Geo-Epochen-Gedöns von Männern, die einfach behaupten, der Mensch, also wörtlich der Mann, sei nun der Nabel der Welt und zerstöre die Welt. Ein informelles Männergremium hat es geschafft, wiederum Menschheitsgeschichte zu schreiben. Wikipedia meint: “Der Ausdruck Anthropozän (zu altgriechisch ἄνθρωπος ánthropos, deutsch ‚Mensch‘ und καινός kainós, deutsch ‚neu‘) entstand als Vorschlag zur Benennung einer neuen geochronologischen Epoche: nämlich des Zeitalters, in dem der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde geworden ist. Seitdem wird er auch unabhängig von der Geologie für das Konzept einer anthropogen überformten Erde in kulturellen Kontexten verwendet.” Andros ist der Mann, Mann als Masstab usw. #diepodcastin ist ja schon mitten in der Diskussion der Geschichtsvergessenheit, deshalb passt dies sehr gut: laStaempfli schlägt präziser “Technozän” vor und die Rohnerin “Plastikozän” oder “Plasticocene” – die Verwandlung der Lebewesen in Plastik. Die Entdeckung der Woche ist für Isabel Rohner die Schweizer Schauspielerin Deleila Piasko: Vielen schon in ihrer Rolle als “Lisa Fittko” in der Netflix-Serie “Transatlantic” bekannt, hat sie jetzt in der ZDF-Serie “Der Schatten” die Hauptrolle bekommen. Und sie ist sensationell! “Der Schatten” erzählt die Geschichte einer Journalistin, der von einer Bettlerin prophezeiht wird, dass sie an einem bestimmten Tag einen Mann umbringen wird. Einen Mann, den die Journalistin zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal kennt – doch von dem Moment an geschehen immer mehr seltsame Dinge. Eine Serie über die Schatten der Vergangenheit und die Schatten eigener Wahrnehmung. Die Serie basiert übrigens auf dem Buch von Melanie Raabe, wurde von Stefanie Veith fürs TV adaptiert, und Regie führte Nina Vukovic. Zum Schluss hat die Rohnerin noch eine ganz persönliche gute Nachricht: Am 5. Juli fand nämlich ihre Berlin-Premiere mit “Kalte Sophie” statt – und war ein rundum beglückendes Ereignis. Fast die Hälfte des Publikums waren “Die Podcastin”-Hörerinnen und Hörer. Links: – Interview von 2004 mit der damaligen Ministerpräsidentin Heide Simonis: https://www.emma.de/artikel/heide-simonis-ich-bin-ein-frauenpolitischer-blindgaenger-264120 – “Der Schatten” in der ZDF-Mediathek: https://www.zdf.de/serien/der-schatten – “Kalte Sophie” bestellen: https://www.ulrike-helmer-verlag.de/buchbeschreibungen/isabel-rohner-kalte-sophie/ -laStaempfli hat über Siegerjournalismus geschrieben: https://www.ensuite.ch/1440909-2/ -laStaempfli hat über Sall Grover geschrieben & darüber weshalb uns ein kommendes Urteil aus Australien interessieren muss: https://regulastaempfli.eu/wp-content/uploads/2023/07/WEW_26_024_GROVER.pdf Bild Anonymous artist, Sheel-na-gig, 2021 Ireland. Project Sheela, Dublin, Ireland aus dem Ausstellungskatalog “Feminine power – the divine to the demonic” vom Britischen Museum, verfremdet von laStaempfli.
- #diepodcastin mit PrinzessPornokritik: Isabel Rohner & Regula Stämpfli mit neuer feministischer Theorie, dann "The Idol" als Sexismus pur, England verbietet Pubertätsblocker für junge Menschen und sog. "Leihmutterschaft" im Nachtcafé ARD Mediathek.01.07., 12:5001.07.2023, 12:5001:02:30
#diepodcastin mit PrinzessPornokritik: Isabel Rohner & Regula Stämpfli mit neuer feministischer Theorie, dann “The Idol” als Sexismus pur, Medienkritik FUNK, England verbietet Pubertätsblocker für junge Menschen und sog. “Leihmutterschaft” im Nachtcafé ARD Mediathek. “Die Werbung, die Medien, der Film, alle bieten den Körper der Frau als Ware an, die der Mann kaufen oder mit Gewalt nehmen kann. (…) Man kauft nicht nur das Auto, man kauft den Frauenkörper.” Dacia Maraini, italienische Schriftstellerin Good News aus England: Pubertätsblocker gegen Genderdysphorie verboten. Endlich. Nach einem jahrzehntelangen Kampf endlich Erfolge in der irreversiblen Umwandlung von jungen Menschen:“In England dürfen Pubertätsblocker, die die sexuelle Reifung von Jungen und Mädchen vorübergehend stoppen, nur noch im Rahmen von klinischen Studien verordnet werden. Dies hat der National Health Service (NHS) des Landes beschlossen. Den betroffenen Patienten mit Genderdysphorie wird primär zu einer psychologischen Behandlung geraten. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die sich in ihrem biologischen Geschlecht nicht zuhause fühlen, ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.” Quelle: Das deutsche Ärzteblatt. & erstaunlich, dass DARÜBER SRF, ARD, ZDF, ORF NICHT BREITFLÄCHIG INFORMIEREN. Die Goldene Schrumpelgurke geht diese Woche an “funk”, das Jugendangebot von ARD und ZDF, das in der Bewerbung seines Betrags über “rechte Politik” wirklich alles in den Topf warf, was nicht bei 3 auf den Bäumen war: FDP, CDU, CSU und der vom Verfassungsschutz (!) als “Rechtsextremist” eingestufte Björn Höcke – alle gleichermaßen “rechts”. Ganz offensichtlich hat die zuständige Redaktion genau die politische Grundbildung selber dringend nötig, für die der öffentlich rechtliche Rundfunk doch eigentlich Millarden zur Verfügung hat… Regula Stämpfli und Isabel Rohner nehmen das Thema “Disneyisierung / Prinzessisierung / Pinkisierung” von Mädchen durch ihre Erziehung vom letzten Mal nochmals auf und denken weiter. Die Podcastin kommt zum Schluss: “Die Prinzessisierung der Mädchen steht im krassen Gegensatz zur gleichzeitigen Pornografisierung der Jungs. Während Mädchen durch Filme, Bücher, Märchen eine sehr romantische Vorstellung von Liebe erlernen, in der sie als Prinzessinnen auf den Prinzen warten, der sie erlöst, lernen Jungs, dass Mädchen und Frauen verfügbare Sexobjekte sind, die mann nicht zu respektieren braucht. Die Romantisierung der Mädchen wird dabei von der Musikbranche im weiblichen Fankult kommerzialisiert – denken wir nur an die vielen Boygroups, die genau dieses Muster aufnehmen. Was passiert aber, wenn diese Vorstellungen “Sehnsucht nach dem Prinzen” und “Porno” aufeinandertreffen? Spoiler: Die Fascho-Porno-ästhetisierende Metal-Group Rammstein bietet grad Anschauungsunterricht dazu. laStämpfli war am 30.6.2023 zu Gast im SWR-Nachtcafé. Und auch wenn weite Teile ihrer Beiträge dem Schnitt zum Opfer gefallen sind, steht sie in der Sendung für den Blick der Realität: Die sog. “Leihmutterschaft” ist nämlich in weiten Teilen Europas verboten und steht den UN-Richtlinien gegen Frauenhandel und Kinderhandel entgegen. Zur Leihmutterschaft hat laStaempfli 20 Thesen formuliert, die sie auf www.regulastaempfli.eu aufschalten wird. Hier nur soviel: “Sklaverei ist ein System, in dem Menschen andere Menschen auf Zeit besitzen, vermieten, vererben, verschenken und verkaufen können.” Und: Samen und Eizelle sind Informationen, sie SIND NICHT DAS BABY. Ein Kind entsteht in 40 Wochen, unter dem Herzen einer Frau getragen und von einer FRAU unter immer noch grossen Gefahren zur Welt gebracht. Die Mutter ist immer DIE FRAU, DIE DAS KIND GEBOREN HAT. laStaempfli hatte im Nachtcafé einen unglaublich schweren Stand; hat die Situation aber gut gemeistert. Die Serie “The Idol” ist Sexismus, Pornografisierung des Alltags & Rückgängigmachen der MeToo-Erfahrung und Erfolge pur. Andrea Diener genial in der FAZ siehe Weitere Links: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/143851/Genderdysphorie-England-schraenkt-Verordnung-von-Pubertaetsblockern-ein Nachtcafé: “Kinder um jeden Preis” siehe https://www.ardmediathek.de/video/nachtcafe/kinder-um-jeden-preis/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzE4ODIyMDA Vortrag von laStaempfli vor dem französischen Parlament zur Leihmutterschaft (Das Parlament hat anschliessend die Leihmutterschaft wieder verboten) https://www.youtube.com/watch?v=0_rKLx9L424 Das Bild wurde von Regula Stämpfli in Baden-Baden entdeckt und stammt von Aizpiai.
- #diepodcastin mit Körpergefühl: Isabel Rohner & Regula Stämpfli on Island, Barbara Hannigan im sprechenden Denken zu "Gewalt an Frauen" - darunter Rap, Rammstein & Botox.24.06., 12:5524.06.2023, 12:5500:57:55
#diepodcastin mit Körpergefühl: Isabel Rohner & Regula Stämpfli on Island, Barbara Hannigan im sprechenden Denken zu “Gewalt an Frauen” – darunter Rap, Rammstein & Botox Gleichzeitig haben Isabel Rohner und Regula Stämpfli die nächsten Woche mit ihren Büchern und Expertisen viele Auftritte: Und nochmals. Kalte Sophie ist DIE SOMMERLEKTÜRE – 100.000 fach kaufen, dringend! “Frauen sollten nicht besser sein müssen als Männer, um als menschliche Wesen betrachtet zu werden.” Golda Meir (1898-1978), ehem. Ministerpräsidentin Israels laStaempfli war in Reykjavík in der Symphonie und hat die erschütternd schöne, Barbara Hannigan erlebt. Die Ausnahmekünstlerin ist eine der weltbesten Sopranistinnen und eine der weltbesten DirigentInnen https://www.barbarahannigan.com/. Sie interpretiert grandios zeitgenössische und klassische Musik: Ihr Konzert letzte Woche in der isländischen Symphonie brillierte grad zu Beginn mit der zeitgenösssischen Inszenierung “I am not your Tale to be told “von der Golfam Khayam https://www.golfamkhayam.com/ Hannigans Konzert und die Uraufführung von Golfam Khayams Stück, auf französisch von Marjane Satrapi übersetzt, war Magie pur und erreichte alle Herzen der Menschen. Titelgeschichten über die zwei Frauen sind DRINGEND erwünscht. Und wenn laStaempfli und die Rohnerin schon dabei sind: Raphaela Gromes ist auch so eine umwerfende Künstlerin. Sie betritt wie Hannigan die Bühne und die Welt erstrahlt in Hoffnung, Lyrik und grosser Lebensfreude. Schmelz. Appropos Island: laStaempfli empfiehlt wärmsten Anne Siegel: The Anne Siegel https://www.instagram.com/theannesiegel/?hl=de Folgt ihr auf Instagram und kauft https://www.annesiegel.org/product-page/wo-die-wilden-frauen-wohnen Im Anschluss an laStaempflis Islandbericht zum gewachsenen Selbstbewusstsein punkto eigener Körperlichkeit diskutieren Isabel Rohner und Regula Stämpfli über die grossen Wirkungen von Frauen- und Menschenbildern auf kleine Kinder, Mädchen, junge Frauen und ältere Frauen, denen bei den ersten Falten von FREUNDINNEN (ächz) Botox empfohlen wird. laStaempfli hat darüber einen philosophischen Artikel verfasst: Im Jahr 2005.https://www.emma.de/artikel/politisch-korrekt-die-scham-ist-vorbei-263718 Von der körperlichen Vielfalt in Island gehts zur Vereinheitlichung von Frauenkörpern in Deutschland und der Schweiz. Die Rohnerin berichtet, dass sie gleich mehrfach von Freundinnen erfahren hat – und sie selbst hat das auch schon erlebt -, dass Ihnen nahegelegt wurde, sich Falten wegspritzen zu lassen. Hält die Gesellschaft richtige Frauen nicht mehr aus? Hält sie echte Frauengesichter nicht mehr aus? Und was hat das alles potentiell auch mit Herkunft und materiellen Möglichkeiten zu tun? Die Podcastin im sprechenden Denken vom Feinsten. Die Rohnerin in einer exzellenten Medienkritik: Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Daniel Günther, hielt es für eine gute Idee, auf dem Volksfest der Kieler Woche den Prostitutionswerbe-Song “Layla” zu singen. Stellen wir uns das mal von einer Ministerpräsidentin vor! Die Medien würden sich auf sie stürzen – und zwar ganz persönlich: “Was sagen ihre Kinder dazu?!” “Hat sie eine Nähe zum Milieu?!” – ganz anders bei einem Ministerpräsidenten. Die Rohnerin träumt: “Wie toll wäre es, wenn ein Ministerpräsident nicht von der Normalität von Frauenhandel singen würde – sondern von der Normalität von Frauen an den Machtpositionen von Politik, Wirtschaft, Tech-Branche?” Darüber hätten die Medien bestimmt sehr kritisch berichtet… Regula Stämpfli hat zur Recherche der NZZ eine Medienkritik verfasst, in welcher sie das zeitgenössische Storytelling im politischen Journalismus und das unkritische Hinterfragen der JournalistInnen als strukturell hervor hebt und erklärt: Hier der Link https://www.kleinreport.ch/news/fiktion-oder-biographie-stars-zeiten-codierter-narrative-102054/ Es geht um “Nicht fühlen, was ist, sondern sagen, was ist.” Bergs Fall erinnert daran, dass Sprechakte eben keine Wirklichkeit abbilden, sondern Stories, Erzählungen, Fiktionen bleiben. Der neuen Generation von Journalisten und Journalistinnen sollte dies wieder einmal erklärt werden: Wer meint, das Geschlecht, die Biologie sowie die eigene Identität sei nur eine von vielen möglichen Stories, meint wohl auch, die eigene Biographie völlig unabhängig von Wahrheit und Wirklichkeit erfinden zu können.” Anknüpfend an letze Podcastin, in der Isabel Rohner und Regula Stämpfli darüber geredet haben, dass wenn alle Nazi schreien, der Nationalsozialismus, dessen Geschichte verharmlost wird; ein neuer Tweet von Jan Böhmermann, der von Gerd Buurmann hervorragend in strafrechtlichen Kontext gestellt wurde. Hier https://twitter.com/Buurmann/status/1671899398396059651 In der Folge vom 10.6.2023 haben Regula Stämpfli und Isabel Rohner über Gewalt an Frauen gesprochen. Die Rohnerin hat die seit langem bekannten Zahlen wiederholt: Jede 3. Frau erfährt im Lauf ihres Lebens Gewalt. Jede 3. Frau! Doch wo bleiben die Erhebungen zu den Tätern? Denn das heißt nichts anderes, dass ungefähr jeder 3. Mann im Lauf seines Lebens gewalttätig wird. Nur wenige Tage später wurden die Ergebnisse einer Befragung von “Plan International” veröffentlicht, bei der jeder 3. Mann zwischen 18 und 35 Jahren genau das bestätigte: Jeder 3. Mann wurde bereits einmal gewalttätig – und findet das auch überhaupt nicht schlimm. Der Medienaufschrei war groß, doch leider nicht wegen dieses Ergebnisses, sondern wegen der – durchaus kritisierbaren – Befragungsmethode. Es bleibt jedoch dabei: Gewalt gegen Frauen ist ein Männerproblem. Und dagegen müssen wir gesellschaftlich und politisch endlich angehen. Die Podcastin” ist übrigens Anfang Juni 3 Jahre alte geworden! Seit 3 Jahren berichten Regula Stämpfli und Isabel Rohner ziemlich wöchentlich über ALLES aus feministischer Perspektive. Unabhängig, selbst finanziert und selbst motiviert. Und last but not least: Es gibt neue Live-Termine bei der Rohnerin und LaStämpfli! Isabel Rohner ist mit ihrem neuen Roman “Kalte Sophie” unterwegs: – 5. Juli 2023, 19.30 Uhr im Otherland in Berlin-Kreuzberg (in Kooperation mit der Krimibuchhandlung Hammett): https://www.otherland-berlin.de/de/event-details/moerderisch-vielseitig-autorin-isabel-rohner-im-gespraech-mit-julia-kropf.html?day=20230705×=1688585400,1688585400 – 3. September 2023, 12 Uhr in der DenkBar in St. Gallen – 28. Oktober 2023 in Osnabrück (Infos folgen) laStaempfli ist am Swiss Telecommunication Kongress in Bern 27. Juni 2023 https://events.asut.ch/media/asut-Seminar/Prospekt_Swiss_Telecommunication_Summit_2023.pdf?r=399167829 Thesen dazu hat laStaempfli auf www.regulastaempfli.eu gestellt und am Freitag, 30. Juni 2023 im SWR/ARD Nachtcafé zum Thema: “Kinder um jeden Preis?”. Das Bild stammt von Isabel Rohner – Graffiti Berlin.
- #diepodcastin über Gewalt: Isabel Rohner & Regula Staempfli über die sog. Selbstbestimmung, Rammstein, die Nazi-Etiketten gegen Frauen mit dem Ziel, sie verstummen zu lassen & den grassierenden Weltverlust nach Hannah Arendt.10.06., 13:1410.06.2023, 13:1400:46:41
#diepodcastin über Gewalt: Isabel Rohner & Regula Staempfli über die sog. Selbstbestimmung, Rammstein, die Nazi-Etiketten gegen Frauen mit dem Ziel, sie verstummen zu lassen & den grassierenden Weltverlust nach Hannah Arendt. “Solange Männer nicht aktiv als Verbündete auftreten, werden wir die Gewat gegen Frauen und Mädchen niemals beenden.” Eve Ensler Wie kommt es, dass bei Gewalt gegen Frauen oder auch im Fall Rammstein nie der Scheinwerfer der Aufmerksamkeit auf die Täter gerichtet wird? Regula Stämpfli und Isabel Rohner diskutieren und analysieren – und wünschen sich dasselbe auch von den Medien. Und auch in Sachen Berichterstattung rund um das sogenannte “Selbstbestimmungsgesetz” (ein purer Euphemismus, denn das Gesetzesvorhaben, wie es aktuell auf dem Tisch liegt, wird weder den betroffenen Transsexuellen gerecht, noch allen anderen. Im Gegenteil: Rechte von Mädchen, Frauen und Eltern werden beschränkt! Geschlecht wird zum Sprechakt, fern von Realität) wünscht sich “Die Podcastin” mehr differenzierte Debatte.Isabel Rohner und laStaempfli bringen den Artikel von Dorothee Bär in der FAZ vom 5.6.2023 mit: https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/warum-die-cdu-gegen-das-selbstbestimmungsgesetz-der-ampel-ist-18941366.html Die CSU-Politikerin erwähnt darin den Bundesverfassungsgerichtsentscheid aus dem Jahr 2011, dass „Dauerhaftigkeit und Eindeutigkeit des Personenstands berechtigte Anliegen des Gesetzgebers sind und dass deshalb ein Auseinanderfallen von biologischer und rechtlicher Geschlechtszugehörigkeit möglichst vermieden werden sollte.” Deshalb muss die Änderung des Personenstands gut begründet sein. Verfassungsrechtlich verbürgte Rechte müssen gewahrt werden und Missbrauch verhindert. Die Rohnerin erklärt nochmals den Gesetzesentwurf auf unglaublich klare und kluge Art und Weise: #diepodcastin will ein neues Gesetz für Transmenschen, aber keines, das Demokratie, Bürgerrechte und Gleichstellung völlig auf den Kopf stellt. Schockierend auch, was die Rohnerin diese Woche auf der Startseite der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung entdeckt hat: In einem Argumentationspapier, das in der Publikationsreihe “Impulse gegen Rechtsextremismus” (“!) veröffentlicht und aus dem Fördertopf “Gegen rechts” (!) finanziert wurde, werden alle Frauen, die es wagen, sich kritisch gegen das sog. Selbstbestimmungsgesetz zu äußern, pauschal als rechts etikettiert und in die Nähe von Rechtsextremisten gerückt. Sie werden als “Terfs” bezeichnet (das neue “Hexe”) und ihnen wird versucht, den Mund zu verbieten. Damit macht ausgerechnet die FES das, wovor die UN-Sonderberichterstatterin für Gewalt gegen Frauen und Mädchen, Reem Alsalem, in ihrer Stellungnahme vom 22.5.2023 warnt. Die Podcastin hat in der letzten Woche hierüber ausführlich berichtet. Die FES agiert hier zutiefst antidemokratisch und frauenfeindlich. Debatten gehören zur Demokratie! Meinungsfreiheit gehört zur Demokratie! Diese gilt auch für Frauen. Doch was passiert eigentlich mit unserer Demokratie, wenn nun alle kritischen Frauen plötzlich als “rechts” oder gar “rechtsextrem” gelten? Und was macht es mit den wirklichen Rechtsextremen, die frei vor sich hin werkeln können – denn der Fokus der Linken liegt ja auf den kritischen Frauen… laStaempfli bringt in die Diskussion den Mensch-Maschinen-Aspekt, dass WIRKLICH RELEVANTE THEMEN zugunsten von sexistischer Enteignung, Frauenhass und Empörungswellen geopfert werden. In dem Zusammenhang auch die Berichte zur sexuellen Gewalt zu Rammstein/Till Lindemann.Mehrere Frauen haben von sexueller Gewalt, Einschüchterung und Belästigungen durch Rammstein-Frontmann Lindemann berichtet. Das System lief offensichtlich so wie bei Eppstein: Die Frau an der Seite von Lindemann rekrutiert seinen Geschmack. Kayla Shyx berichtet in einem extrem erschütternd gut gemachten Video am 5. Juni von ihren Erfahrungen backstage. Unbedingt das Video gucken: https://www.youtube.com/watch?v=9YLsMXyo3Uc&t=1554s Schon länger haben Isabel Rohner und Regula Stämpfli auf die sexuelle Gewalt, die Porno-Fascho-Moden in der Rockmusik, auf den grassierenden Sexismus in der Musikszene hingewiesen, aber nein: Die Medien berichten lieber über die Angriffe von extremen Minderheiten gegen Frauen und diskutieren öffentlich, ob Frauen sich überhaupt noch Frauen nennen dürfen. Die WählerInnen quittieren die Angriffe auf Frauen mit dem Verlust der Linken – schockierend klar, nur berichten Politologen und Medien nicht darüber, weil Frauen als Wählerinnen meist zu uninteressant scheinen: https://www.tagesschau.de/ausland/europa/spanien-neuwahl-100.html Die Rohnerin macht auch noch auf den Titel des Focus aufmerksam: 45 Frauen sind abgebildet, die alle Opfer von häuslicher Gewalt geworden sind. Und die Zahlen – die sich seit Jahren nicht ändern – sind schockierend: Jede 3. Frau erfährt in ihrem Leben Gewalt, jeden 3. Tag wird in Deutschland eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Auch hier gilt: Lasst uns endlich über die Täter sprechen! Wie kommt es, dass auch die neue Generation von Jungs/Männern genauso gewalttätig gegen Frauen ist wie die Generation ihrer Väter? Wir haben ein gesellschaftliches Problem. Und es ist KEIN Frauenproblem. laStaempfli empfiehlt die Recherche von der NZZ zum “Transkind”, das überall im deutschsprachigen Raum als Erfolgsstory herumgereicht wird und erinnert daran, dass hier das Phänomen wirken könnte, das in den 1990er und Nullerjahren mit “Toddler und Tiaras” zelebriert wurde: Kinder werden von ihren Eltern missbraucht, um Kasse zu machen. #diepodcastin fragt auch nach, weshalb in aller Welt die Recherche der NZZ nicht schon längst früher und kritisch platziert wurde. https://www.nzz.ch/feuilleton/draglesung-mit-transkind-julana-wird-vom-jungen-zum-maedchen-ld.1738732 Hier noch ein Artikel von Regula Stämpfli weshalb es entscheidend und wichtig ist, als linke Intellektuelle linke Totalitarismen massiv zu kritisieren: https://www.denknetz.ch/wp-content/uploads/2021/08/Staempfli_Europa_Bankensprech_Sehnsuchtsort.pdf Das Bild stammt von laStaempfli und ist ein Graffita aus Reykjavik – wo Regula Artist in Residence ist und neue Wörter kreieren und vielleicht, hoffentlich, wieder zum Bücherschreiben zurückfindet. #LetWomenSpeak in Wien und in Genf. Wer hätte in den 1980er Jahren daran gedacht, dass Frauen das Reden über Frauen und als Frauen im Jahr 2023 verboten wird? Links: – Das antidemokratische und frauenfeindliche Papier der Friedrich-Ebert-Stiftung, dass alle Frauen, die sich kritisch zum sog. Selbstbestimmungsgesetz äußern, pauschal als rechts labelt: https://library.fes.de/pdf-files/pbud/20336.pdf – Die Stellungnahme der UN-Sonderberichterstatterin Reem Alsalem ALLOW WOMEN AND GIRLS TO SPEAK: https://www.ohchr.org/en/press-releases/2023/05/allow-women-and-girls-speak-sex-gender-and-gender-identity-without
- #diepodcastin bei Reem Alsalem: Isabel Rohner & Regula Stämpfli zu grossen Frauen wie Lida Gustava Heymann, Anne Rabe, Katja Oskamp, Reem Alsalem, Mahlagha Jaberi, Jutta Allmendinger & 621 Tage Geschlechterapartheid in Afghanistan.03.06., 12:3603.06.2023, 12:3600:51:28
#diepodcastin bei Reem Alsalem: Isabel Rohner & Regula Stämpfli zu grossen Frauen wie Lida Gustava Heymann, Anne Rabe, Katja Oskamp, Reem Alsalem, Mahlagha Jaberi, Jutta Allmendinger & 621 Tage Geschlechterapartheid in Afghanistan. “Wie schön die Welt sein könnte, wenn die Männer anstelle von Gewalt und Dummheit Geist und Menschlichkeit setzen würden.” Lida Gustava Heymann (1868-1943) Die Rohnerin erinnert mit diesem Zitat mal wieder an die Wichtigkeit der Akteurinnen der historischen Frauenbewegungen für unsere Demokratie heute – wir stehen auf den Schultern von Riesinnen. Machen wir sie sichtbar! Anne Rabes neuer Roman „Die Möglichkeit von Glück“ kommt in die dritte Auflage und die Schriftstellerin transformiert gerade die alte Ostdebatte in eine neue, kritische und demokratisch förderliche Erzählung unserer gemeinsamen Geschichte. Grossartig und Gratulation an die Drehbuchautorin „Warten auf den Bus“ und Schriftstellerin. https://www.deutschlandfunk.de/alte-neue-ostdebatte-auf-ewig-ossis-und-wessis-dlf-3deccb41-100.html & https://www.ardaudiothek.de/episode/gespraeche/die-ddr-ihre-geschichte-und-die-folgen-endlich-richtig-erzaehlt/mdr-kultur/12707465/ laStaempfli meint: Auch die Kulturdebatte könnte aufgemischt werden durch den grossartigen Roman und Krimi von Isabel Rohner, Die Kalte Sophie. Es ist der Beitrag zur Stunde über Kulturkuchen und sexistische Enteignungen in Gegenwart und Vergangenheit. Die “Frau der Woche” ist für Isabel Rohner Reem Alsalem – ein Name, den wir uns alle merken sollten: Reem Alsalem ist seit 2021 UN-Sonderberichterstatterin zu Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Am 22. Mai hat sie erneut eine bemerkenswerte und wichtige Stellungnahme veröffentlicht, die sich direkt an die Medien und Gesellschaften insb. im “Global North” richtet: “Allow women and girls to speak on sex, gender and gender identity without intimidation or fear: Lasst Mädchen und Frauen ohne Diskriminierung, Einschüchterung und Angst über Sex, Geschlecht und Geschlechtsidentität reden!” Dies sagt Dr. Reem Alsalem, die UN-Sonderberichterstatterin zu Gewalt, insbesondere Gewalt gegen Frauen und Kinder, hier mit Fokus Mädchen. «Der Strafverfolgung kommt eine entscheidende Rolle zu, wenn es darum geht, Zusammenkünfte von Frauen zu schützen und die Sicherheit und das Recht von Frauen auf Versammlungs- und Redefreiheit zu gewährleisten.» Frauen können diese Grundrechte nur ausüben, «ohne dass sie eingeschüchtert, genötigt oder effektiv zum Schweigen gebracht werden». laStaempfli hat dies grad wieder selber auf Twitter erlebt und weiss, wie hart es ist, durchzuhalten. Mädchen und Frauen als «Nazis», «Genozid-Propagandistinnen», als «Extremistinnen» zu brandmarken sind Instrumente, um Frauen massiv einzuschüchtern und sie davon abzuhalten, ihre Ansichten zu äussern. «Solche Taten beeinträchtigen die würdevolle Teilhabe von Frauen und Mädchen an der Gesellschaft erheblich.» Fazit #diepodcastin: Klare Worte aus der UNO, klare Worte einer studierten Politologin, klare Worte zu den Menschenrechten, die auch für Mädchen und Frauen gelten, an die Adresse der westlichen Demokratien, Medien und Kulturinstitutionen. Weder SRF, ARD, ZDF oder ORF berichteten bis zum Redaktionsschluss über den Aufruf der UN-Sonderberichterstatterin Reem Alsalem. Weil es sie wohl selber betrifft? Diskussion zu Biopolitik/Körperpolitik als politischen Protest und mediale Öffentlichkeit: Diskussion von Isabel Rohner und Regula Stämpfli zu Mahlagha Jaberi Protest gegen Hinrichtungen im Iran. Diskussion von Isabel Rohner und Regula Stämpfli zu Mahlagha Jaberi Protest gegen Hinrichtungen im Iran. Die Rohnerin bringt eine neue Studie: Das Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) hat die 4. Ausgabe der “Vermächtnisstudie” veröffentlicht und dabei erstmals auch den “Mental Load” von Männern und Frauen in Beziehungen gemessen. Die Rohnerin findet das wichtig und interessant: Denn auch die “unsichtbare”, gedankliche Familienarbeit (Planung und Orga von Familie und Freizeit) liegt zu einem überwältigenden Teil bei den Frauen. laStämpfli problematisiert (Neoliberalismus, Drama der heterosexuellen Frauen mit Kindern, Alltag, Wirklichkeit) – ein spannendes Gespräch! Zum Schluss teasert laStaempfli noch die Neudefinition zu Gender mit einer neuen politphilosophischen Theorie an: Digi-Genderism. Bild der heutigen Folge von Isabel Rohner, Porto, 2023. Noch mehr Links https://www.ohchr.org/en/press-releases/2023/05/allow-women-and-girls-speak-sex-gender-and-gender-identity-without https://www.kleinreport.ch/news/lasst-madchen-und-frauen-ohne-diskriminierung-einschuchterung-und-angst-uber-sex-geschlecht-und-geschlechtsidentitat-reden-101889/ Übersetzung des Statements von Reem Alsalem durch Christine Finke: https://mama-arbeitet.de/politik/transaktivisten-hetzkampagnen-gegen-frauen – Link “Kalte Sophie” beim Helmer Verlag: https://www.ulrike-helmer-verlag.de/buchbeschreibungen/isabel-rohner-kalte-sophie/
- #diepodcastin liest rohner: Regula Staempfli im Talk mit der Krimiautorin Isabel Rohner über KALTE SOPHIE.25.05., 09:3325.05.2023, 09:3300:42:54
#diepodcastin liest rohner: Regula Staempfli im Talk mit der Krimiautorin Isabel Rohner über KALTE SOPHIE. Sie hat es wieder getan: Die grosse Rohnerin präsentiert ihren fünften Band der genialen Reihe “feministische Krimis”. Es geht auch bei der “Kalte Sophie” um alles: Poesie, Wortwitz, Schalk, Frauen, Männer, Kunstbetrieb, Frauengeschichte, Weltstories, Kanon. Die Rohnerin schafft die süffigsten Dialoge, bietet feministischen Kanon, bildet weiter und schreibt extrem spannend. Isabel Rohner gelingen Sex,Crime, Feminism und Art auf ganz eigene Art und Weise. laStaempfli ist ein bisschen neidisch und hundertfünfzig Prozent dankbar dafür, dass sie mit Isabel Rohner nicht nur eine der inspirierendsten Gesprächspartnerinnen hat, sondern dass #diepodcastin mit einer literarisch großen Schriftstellerin gemacht wird. “Kalte Sophie” ist nicht nur der Name der fünften Eisheiligen – es ist auch der Titel des neuen Romans von Isabel Rohner, erschienen im Ulrike Helmer Verlag. Nach “Schöner morden” (wenn Literatur plötzlich real wird – und umgekehrt), “Taugenixen” (wie sähe ein Agatha Christie-Roman heute aus?) , “Gretchens Rache” (über Frauen im Theaterbetrieb) und “Schwarze Petra” (über Klischees am Theater) geht es in “Kalte Sophie” um Hate Speech – und zwar heute und vor 200 Jahren. Der Roman entlarvt dabei gewohnt humoristisch die patriarchalen Abgründe von Kunstwelt und Wissenschaft. Ähnlichkeiten mit realen Personen und Begebenheiten sind dabei wahrscheinlich, völlig zufällig… Teaser: Seit ihrem letzten TV-Auftritt, bei dem sie ein T-Shirt mit der Aufschrift “WOMAN” getragen hat, hat die Krimiautorin Linn Kegel einen Shitstorm am Hals. Ihr Verleger tobt, das Handy klingelt in einer Tour – da kommt der Vorschlag von Freundin Bettina Heidenreich gerade recht, sich nach Osnabrück zur Galerieeröffnung einer Tante zu retten. Diese will nach drei durch den Tod der Ehemänner beendeten Ehen nun endlich beruflich durchstarten – und zwar mit einem kunsthistorischen Coup: Bei ihrer Vernissage will sie das Gemälde “Kalte Sophie” des berühmten Malers Ferdinand Bramsche zeigen, dass über 200 Jahre lang als verschollen galt. Als jedoch bei der Vernissage zuerst das Gemälde und dann auch noch eine Kunsthistorikerin spurlos verschwinden, wittert Linn Kegel nichts Gutes und nimmt die Verfolgung auf. Doch die Boulevardpresse ist ihr auf den Fersen und auch die Männerbewegung der Incels (“Involuntary Celibates”) treibt ihr Unwesen… So: Ihr Hunderttausenden von Followerinnen. Kauft das Buch und spread the word! Termine (genauere Angaben bei www.isabelrohner.com): – 5. Juli 2023: Isabel Rohner liest in der Buchhandlung Otherland in Berlin-Kreuzberg (in Kooperation mit der Krimibuchhandlung Hammett und zusammen mit Moderatorin Julia Kropf) – 28. Oktober 2023: Isabel Rohner liest bei “Wir in Atter” in Osnabrück Links: – https://www.ulrike-helmer-verlag.de/buchbeschreibungen/isabel-rohner-kalte-sophie/#cc-m-product-14703252432
- #diepodcastin im Gespräch, von Isabel Rohner: Diesmal mit Donna Krasniqi über Engagement, YouTube, Frauenrechte, Mutterschaft & das Glück, Donnasdottir zu sein.20.05., 11:3720.05.2023, 11:3701:04:00
“DIE PODCASTIN über Engagement. Isabel Rohner im Gespräch mit Donna Krasniqi” “Politisches Engagement” lautet diesmal das Thema von “Die Podcastin im Gespräch”. Wir freuen uns sehr, die Youtuberin und Frauenrechtsaktivistin Donna Krasniqi zu Gast zu haben. “DIE PODCASTIN über Engagement. Isabel Rohner im Gespräch mit Donna Krasniqi”. Hier ist Donna im Hyde Park Corner in London. Im Netz ist Donna Krasniqi als “Donnasdottir” bekannt. Viele kennen und schätzen ihren Youtube-Kanal, auf dem sie Themen mit Gästen bespricht und in den Mittelpunkt rückt, die medial viel zu wenig Raum bekommen: – Kritik an Leihmutterschaft – Kritik an Prostitution – Kritik an sogenannten “Selbstbestimmungsgesetzen”, die drohen, zu lasten von Frauen- und Kinderrechten zu gehen Im Gespräch mit Isabel Rohner erzählt sie, warum sie sich schon als Kind und Jugendliche für die Rechte von Mädchen und Frauen eingesetzt hat. Wie es dazu gekommen ist, dass sie ihren Youtube-Kanal gestartet hat und welche Rolle dabei ihre Mutterschaft spielte. Sie erzählt von der internationalen Frauenbewegung, die sich rund um die sog. “Selbstbestimmungsrechte” gebildet hat – und von der weltweiten Initiative #LetWomenSpeak. Am Tag des Gesprächs kam sie gerade aus London zurück, wo sie im Hyde Park für #LetWomenSpeak gesprochen hat. Und: Donna gibt unseren Hörerinnen und Hörern konkrete Tipps, wie sie sich engagieren können. Folgt Donna Krasniqi auf Twitter, Instagram und Youtube! Ihr findet sie jeweils unter Donnasdottir! Übrigens war Isabel Rohner auch schon Donnas Gast bei Youtube. Link unten. Links: – Donnasdottir auf Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCR7Zx-d-Djb-bRYmv10Up8Q – Isabel Rohner zu Gast bei Donna Krasniqi: https://www.youtube.com/watch?v=dRInWdcO8cU Donnasdottir auf Twitter siehe https://twitter.com/donnasdottir Es gibt einen Talk mit Isabel Rohner auf YouTube mit Donnasdottir https://www.youtube.com/watch?v=dRInWdcO8cU
- #diepodcastin puscht: Isabel Rohner & Regula Staempfli über die grosse Luise F. Pusch, Simone Veil, Elfriede Jelinek, Jasmin Shakeiri, die LOLA, Holy Spider, den Frauenstreik.13.05., 13:0313.05.2023, 13:0300:49:38
#diepodcastin puscht: Isabel Rohner & Regula Staempfli über die grosse Luise F. Pusch, Simone Veil, Elfriede Jelinek, Jasmin Shakeiri, die LOLA, Holy Spider, den Frauenstreik und eine Empfehlung für Raphaela Gromes Femmes. “Für nichts wird soviel Reklame gemacht wie für Männer.” (Luise F. Pusch) Die Podcastin ist im Rennen um den Deutschen Podcastpreis! Wer uns beim Publikumsvoting unterstützen möchte, kann hier für uns abstimmen: https://www.deutscher-podcastpreis.de/podcasts/die-podcastin-der-feministische-wochenrueckblick/ Macht das gerne, macht das oft und über alle Browser und Geräte – das Rennen ist ein sehr ungleiches: Es sind kaum independent Podcasts von Frauen im Rennen – und überhaupt ist der Podcast immer noch eine Männerbastion. Umso schöner, wenn ihr uns unterstützt! Die Rohnerin spricht über die Verfügbarkeit von weiblicher Nacktheit im öffentlichen Raum: ob am Beispiel des Parks in Dessau, wo sich eine verrenkte Nackte neben Marx räkelt oder am Beispiel der omnipräsenten Kampagne von Heidi Klum, die aktuell gefühlt an jeder Kreuzung großformatig ihre Tochter zum Verkauf anpreist. Hier reproduzieren sich menschenverachtende Bilder und patriarchale Machtgefälle. laStaempfli ist hin und weg von “Simone Veil – le voyage du siècle”, Ein Leben für Europa. Dies sollte DER Film für alle Schulen werden.Hier der Link zum Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=-m7H6CzFF8I Am 12, Mai war die Verleihung des Deutschen Filmpreises, Lola und laStaempfli ärgert sich, dass der beste Film “Holy Spider” zwar viel nominiert, aber letztlich nur die bronzene Lola für den besten Film gekriegt hat während “Das Lehrerzimmer” und “Im Westen nichts Neues” als typisch DEUTSCHE FILME alles abgeräumt haben. Hier der Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=9z3yGHCrYho dDas “typisch deutsch” bringt laStaempfli dazu, zu erinnern, dass NICHT DIE DEUTSCHEN VON DEN ALLIIERTEN BEFREIT WURDEN, sondern Europa von den Deutschen und ihrem nationalsozialistischen Regime befreit wurden. Diese Neuerzählung, die laStaempfli überall auch im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg hört, zuletzt am 11. Mai von Svenja Flasspöhler, ist nationaler Geschichtsrevisionismus. Deshalb ist die Generation Boomer Deutschland so versessen darauf, pazifistisch zu bleiben, weil sie ja schliesslich sich selbst durch die “Gnade der Spätgeborenen” sich quasi selber befreit haben. Siehe dazu auch Text von laStaempfli zur Geschichte bei Hannah Arendt. Der Gänsehautmoment bei dem deutschen Filmpreis war aber Jasmin Shakeiri siehe Tweet Ausschnitt: https://twitter.com/daniela_sepehri/status/1657107987675111425?s=20 Für den 14. Juni ist in der Schweiz wieder ein “Frauenstreik” angekündigt – doch er soll nicht mehr “Frauenstreik” heißen, das könnte ja Menschen ausschließen! Daher lautet die große Überschrift nun “feministischer Streiktag” und mehrere Organisatorinnen verzichten bei ihren Ankündigungen ganz auf das Wort “Frau” und wenden sich stattdessen an “FLINTA”, “FINTA” oder “FINTAQ”. Die Rohnerin: Leute! Der 14. Juni ist für die Frauen in der Schweiz ein historischer Tag! Bereits 1991 und 2019 sind sie für frauenpolitische Forderungen auf die Straßen gegangen – übrigens hat Regula Stämpfli den Frauenstreik in die Schweiz gebracht! -, Frauen jetzt aus dem “Frauenstreik” zu streichen ist nicht nur geschichtsvergessen, es ist auch politisch dumm. Frauen haben andere Anliegen als bspw. intersexuelle Menschen. Wenn ihr nicht mehr wisst, wer am Frauenstreiktag im Mittelpunkt stehen soll, schwächt ihr alle. laStaempfli erzählt als DIE Inspiratorin für Christiane Brunner der Gewerkschaft in der Schweiz über den Background des Frauenstreiks aus den Jahren 1990 und 2019 dazu. laStaempfli freut sich auch riesig über die Lola für den besten Dokumentarfilm: Elfriede Jelinek: Die Sprache von der Leine lassen. Herausragender Frauen-Literaturfilm. Dann: Femmes von Raphaela Gromes, Booklet von Susanne Wosnitzka KAUFEN, es ist himmlisch inspirierend schön. – Eure Stimme für “Die Podcastin”: https://www.deutscher-podcastpreis.de/podcasts/die-podcastin-der-feministische-wochenrueckblick/ Das Bild ist von Tree of Life von Mariann Johansen-Ellis.
- #diepodcastin im Gelächter: Isabel Rohner & Regula Stampfli in einer DADA-Folge mit Transmännern Napoleon und Henry VIII, falsch verstandenen Orgasmusbildern, den homoerotischen Männermachtkartellen heterosexuellen Ursrpungs, Unisex-WC & die Lust, Frau zu sein.30.04., 12:3630.04.2023, 12:3600:53:37
#diepodcastin im Gelächter: Isabel Rohner & Regula Stampfli in einer DADA-Folge mit Transmännern Napoleon und Henry VIII, falsch verstandenen Orgasmusbildern, den homoerotischen Männermachtkartellen heterosexuellen Ursrpungs, Unisex-WC & die Lust, Frau zu sein. Mit messerscharfen Analysen und Humor gegen das Patriarchat – das war nicht nur der Leitsatz von Hedwig Dohm (1831-1919) und das Motto von Isabel Rohners Romanen, auch “Die Podcastin” nimmt sich das in der aktuellen Folge vor. Den Beginn machen Regula Stämpfli und Isabel Rohner mit der Analyse des nun vorliegenden Referentenentwurfs zum sogenannten “Selbstbestimmungsgesetz”. Hier hilft nur noch Humor! “Die Podcastin” hat dabei schon vor einem Jahr die Novellierung des bestehenden Transsexuellengesetzes gefordert. Das Grundproblem des vorliegenden Entwurfs ist dabei, dass er sich eben nicht an Transsexuelle richtet (keine Entführung der Zielgruppe), sondern für alle Menschen in Deutschland gilt. Die Rohnerin fasst den Entwurf in aller Kürze zusammen: – Der Entwurf unterscheidet zwischen “Geschlecht = Geschlechtsidentität” und “biologischen Gegebenheiten” (S. 46) (= das, was bislang “Geschlecht” war). Die “Geschlechtsidentität kann von JEDEM VOLLJÄHRIGEN MENSCHEN ohne weitere Voraussetzungen 1 x im Jahr geändert werden (S. 4) – im Kriegsfall und bei der medizinischen Versorgung spielt diese jedoch keine Rolle. Dann sollen weiterhin die biologischen Gegebenheiten zählen, also das, was bislang Geschlecht war… – Der Entwurf sieht für Institutionen und Privatpersonen ein Offenbarungsverbot vor (= man darf das ursprüngliche Geschlecht nicht verraten). Ein Zuwiderhandeln wird mit bis zu 10.000 Euro bestraft. ES SEI DENN, die Äußerung ist als Kompliment gemeint (S. 61). Auch ist eine Offenbarung nicht möglich, “über etwas, das ohnehin bekannt ist.” (S. 57) – Das Hausrecht gilt bei Frauenhäusern, Frauensaunen, Umkleiden weiterhin – diese müssten dann aber wohl mit den “biologischen Gegebenheiten” argumentieren, also dem, was bislang Geschlecht heißt – und nicht mehr mit “Geschlecht”, da damit ja dann “Geschlechtsidentität” gemeint ist (was ist das eigentlich??). Fazit: Dieser Entwurf ist alles Mögliche – aber er ist mit Sicherheit nicht rechtssicher. Hier kämen – würde dieser Entwurf tatsächlich Gesetz – auf Gerichte viele, viele Prozesse und Klärungsbedarfe zu…Und überhaupt: Denkt man diese Logik zu Ende, hieße das, dass sich alle Frauen, die aufgrund ihres Frauseins Diskriminierung erfahren, dafür entschieden hätten! Das ist an Absurdität kaum zu überbieten – und das Lachen bleibt im Halse stecken. laStaempfli: Es gab am 18. April in der NZZ einen sehr aufregenden Artikel: War Elisabeth I. nonbinär und Jeanne d’Arc in Wirklichkeit ein Mann? Die Transaktivisten, also nicht unsere tollen Freundinnen und Transfrauen, sondern die T. Bückners unserer Tage und die Böhmermanns, also diese Fraktion, will prominente Frauen aus Mythologie und Geschichte tilgen und als Transfrauen deuten. Eigentlich sollen Frauen verschwinden, wie gesagt, diese radikale Minderheit der Porno-Tumblr Community. Marlene Dietrich war bspw. keine Frau, sondern eigentlich ein Transmann: “While she was clipping from mainstream newspapers, she created a world within that scrapbook of entirely butch and androgynous women. She not only created an all-female world, but a world organized by her desires. ” (Queering of Art) Es geht tatsächlich darum, zugunsten einer Ideologie, die im Netz als extreme Links-Rechtsfraktionen Tumblr und 4Chan entstanden ist und zum Mainstream wurde, die Geschichte völlig neu zu schreiben. Also nicht Herstory zu ergänzen, sondern ein Fantasieprodukt zur Erfahrung und Wirklichkeit und Vergangenheit zu erklären. laStaempfli deshalb: Queering of History. Napoleon, Henry VIII, Charles Lindbergh, Louis XIV, Neil Armstrong – ALLES TRANSMÄNNER. Die Rohnerin: “Sprechen wir über Klos!” Mehrere Berlin Theater haben ENDLICH ein Problem gelöst, das uns ALLE seit JAHREN umtrieb: Die endlosen Schlangen vor den Männerklos! (“Ironiedetektor an!”) Im Hebbel-Theater am Ufer gibt es jetzt keine Männerklos und Frauenklos mehr, sondern die Toiletten werden “unisex” nach Toilettenart unterschieden: Es gibt “Toiletten mit Kloschüsseln” und “Toiletten mit Kloschüsseln und Urinalen”. Die Rohnerin findet: Ich will selber entscheiden, wann ich wessen Penis zu sehen bekomme! Daher ist sie – und viele, viele andere Frauen – “Team Kloschüssel”. Hier zeigt sich: “Unisex” bedeutet schlicht “Mehr Klos für Männer”. Es ist reine Mathematik. Die Frauen allerdings müssen ihre Klos jetzt auch mit Männern teilen. laStaempfli: DASS „SHE SAID“ KEINEN OSCAR KRIEGTE, IST EIN SKANDAL: MARIA SCHRADER REGIE. Hey an alle: Schreibt millionenfach Rezensionen. Wussten Sie, dass das Duo Lanz & Precht für ihren Podcast pro Jahr über eine Million Euro an Gebühren bekommen? Ein guter Anlass mal wieder darüber nachzudenken, wie sehr unsere Medienlandschaft eine andere wäre, würde der Öffentlich Rechtliche Rundfunk Männer und Frauen gleich behandeln, ihnen gleich viel Raum und Geld zur Verfügung stellen und sie bei Themen gleich berücksichtigen…Isabel Rohner & Regula Stämpfli im sprechenden Denken.
- #diepodcastin erklärt Demokratie: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über die Freude der Woche: Männer solidarisieren sich mit #IranRevolution in Paris, über Frauenverachtung des designierten Queer-Beauftragten in Berlin, den überall beworbenen Männerroman über BILD, über "Left is not Woke" und die grosse Marina Abramovic.23.04., 12:4223.04.2023, 12:42
#diepodcastin erklärt Demokratie: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über die Freude der Woche: Männer solidarisieren sich mit #IranRevolution in Paris, über Frauenverachtung des designierten Queer-Beauftragten in Berlin, den überall beworbenen Männerroman über BILD, über “Left is not Woke” und die grosse Marina Abramovic. “Diejenigen, die Frauen aus Missgunst verleumdet haben, sind Kleingeister, die zahlreichen Frauen begegnet sind, die klüger waren als sie. Von dieser Sorte kenne ich eine ganze Menge.” Dieses Zitat stammt nicht aus dem Jahr 2023, sondern ist bereits über 600 Jahre alt: Christine de Pizan schrieb dies im “Buch von der Stadt der Frauen” (1404/1405). Der Aviva Verlag gibt das Werk pünktlich zur Leipziger Buchmesse nächste Woche übrigens neu übersetzt wieder heraus. Link unten. Was für eine Folge: Wir lernen hier sehr viel über das Funktionieren der Demokratie! Freude der Woche von laStaempfli: Vor der Botschaft der islamischen Republik in Paris haben verschleierte Männer getanzt, angeführt von der grossen Comiczeichnerin und Autorin Marjane Satrapi. Unbedingt Persepolis lesen!!!! Hier auf Twitter einsehbar: https://twitter.com/ShouraHashemi/status/1649679375921553408. Demokratiediskussion: Die Rohnerin führt aus – und erklärt Missverständnisse punkto was ist, und was geplant – Missverständnisse auch der laStaempfli: “Ob es in Berlin bald eine Koalition von CDU und SPD geben wird, steht noch nicht fest – und doch wurde eine Personalie bereits durchgestochen: Laut Tagesspiegel soll Alfonso Pantisano der neue “Queerbeauftragte” werden – ein Mann, der Frauen auf Twitter schon mal als “Hündinnen” und “Terf” beschimpft hat. Die Podcastin hat daraufhin bei SPD und CDU in Berlin nachgehört. Eine Rückmelddung gab es übrigens nur von der CDU Berlin – wobei es selbstverständlich ist, dass über Personalien erst gesprochen wird, wenn die Koalition auch wirklich feststeht. Bei der SPD herrscht Schweigen. Dabei steht doch auf S. 6 des Berliner Koalitionsvertragsentwurfs: “Berlin ist und bleit die Stadt der Frauen.” Aha. Doch noch andere Fragen bleiben bislang unbeantwortet: Was bedeutet eigentlich “queer”? Welche Rolle spielen Frauen in den unter “queer” gesammelten Gruppen? Und was sollte ein “Queerbeauftragter” aus Sicht der Parteien leisten, um diese Frauen und Mädchen zu unterstützen und zu fördern? Und warum geht die Presse automatisch davon aus, dass die Stelle mit einem Mann besetzt wird? Die Diskussion geht dann weiter zu den Eckpunkten des Selbstbestimmungsgesetzes, das es noch gar nicht gibt. laStaempfli schätzt die PHILOSOPIN Susan Neiman, kritisiert deren politische Positionen sehr. Neiman hat „Links ist nicht Woke“ geschrieben, ein für die Linke wichtiges Buch; sie ist aber nicht konsequent genug. Das Buch ist ein Ärgernis, weil sie in ihrer Kritik in vielen Punkten recht hat, aber den linken Totalitarismus, der WOKE zum Strukturproblem der antiliberalen Demokratiewirkung, nicht erkennt. Richtig liegt sie im Universalismus, im Fortschrittsgedanke und in der Verwerfung der Beliebigkeit, die Wokies dazu verleiten, China für die bessere Demokratie als die USA zu halten. Falsch liegt sie, weil sie die Sprechaktpolitik und den direkten Zusammenhang mit der Digitalisierung nicht erkennt. laStaempfli fährt weiter mit dem BILD-Buch “Noch wach” , doch die Rohnerin verteilt die Schrumpelgurke : “Gab es jemals so eine Omnipräsenz auf Cover, Titelseiten, Feuilletons jemals bei einer Autorin? Nein. Das erzählt uns leider viel über die Medien- und Verlagswelt 2023.” laStaempfli findet das Buch die beste Kritik zur Mediengesellschaft, also eigentlich völlig selbstentlarvend zeigend: “Noch wach ist kein MeToo-Buch, sondern ein Männer-Medien-Machtbuch der heutigen Zeit, das alles entlarvt was in der deutschen Demokratie schief läuft. FRAUEN SPIELEN IN DIESEM BUCH KEINE ROLLE.” Wie grundsätzlich nicht im Feuilleton. laStaempfli wird das Buch ausführlich besprechen, wie auch das Neiman-Buch. Freude der Woche ist für laStaempfli auch Marina Abramovic: Sie ist in Essen mit einer Gastprofessur; laStaempfli wird hinreisen, da es da neun Tage Live Performances gibt. Sie hat die tolle Rubrik der “Die Zeit” bespielt: “Was ich gern früher gewusst hätte”. Links: – Neuauflage von Christine de Pizans “Buch von der Stadt der Frauen” im Aviva Verlag: https://www.aviva-verlag.de/programm/das-buch-von-der-stadt-der-frauen/ – Tagesspiegel-Ankündigung zur Personalie Pantisano: https://www.tagesspiegel.de/berlin/ein-queerpolitischer-aufbruch-alfonso-pantisano-wird-erster-queerbeauftragter-in-berlin-9665249.html Hier noch der us-american podcast mit Neiman: https://www.cbc.ca/radio/ideas/susan-neiman-left-is-not-woke-1.6799887 Bildausschnitt von “Marilyn Monroe” von Kiki Kogelnik. Hier eine Kritik von laStaempfli 2017 zu Abramovics “Durch Mauern gehen”
- #diepodcastin fordert Quellen: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über J.K. Rowling, Elisabeth Kopp, Mary Quant & damit die grossen globalen Themen von Diskurs, Demokratie & Sichtbarkeit.15.04., 12:4215.04.2023, 12:4200:54:55
#diepodcastin fordert Quellen: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über J.K. Rowling, Elisabeth Kopp, Mary Quant & damit die grossen globalen Themen von Diskurs, Demokratie & Sichtbarkeit. “Die Podcastin” würdigt Elisabeth Kopp (1936-2023): Die erste Bundesrätin der Schweiz (1984-1989) ist letzte Woche verstorben. Isabel Rohner erinnert sich an ihr Zusammentreffen mit ihr für das Buch “50 Jahre Frauenstimmrecht” (Limmat Verlag). “Ich hätte viel dafür gegeben, nicht immer die Erste und Einzige sein zu müssen”, sagte Kopp im Interview damals. Eine Pionierin ist gegangen. laStaempfli bringt das Thema der Mediendemokratie am Beispiel von Baerbock & Scholz: Der Spiegel und Die Welt übertreffen sich darin, dass unsere wirklich entscheidende weltpolitische Lage wie ein Dschungelcamp dargestellt und lächerlich gemacht wird. Dies ist demokratisch gesehen verheerend, meint laStaempfli. Die Rohnerin hat ein entlarvendes Beispiel aus der Rubrik “fehlender Alltagsfeminismus” mitgebracht – und einen ersten Appell an die Hörerinnen und Hörer: Wo auch immer es geht, macht Frauen genauso sichtbar, wie ihr Männer sichtbar macht – und wendet bei Frauen nicht völlig andere Kriterien und Erwartungshaltungen an, als bei den Männern. “Die Podcastin”, Isabel Rohner und Regula Stämpfli, wundert sich über die neueste Berichterstattung der Leitmedien: Im Kontext der Ankündigung, dass “Harry Potter” als Serie verfilmt werden soll, haben Tagesspiegel, Deutschlandfunk etc. völlig unkritisch das Label der radikalen Transaktivisten übernommen und Rowling “transfeindlich” genannt – ohne jeden Beleg (den gibt es auch nicht). Die Rohnerin hat sich bereits an die Redaktionen gewendet und um Quellen und Belege gebeten – und das rät die Podcastin allen Hörerinnen und Hörern (Appell Nr. 2!). Hier wird der Ruf einer Feministin, die sich seit Jahren KONKRET für die Rechte von Mädchen und Frauen einsetzt, zerstört. Das ist Sexismus in bösester Form – und Sexismus ist Enteignung. Wollt ihr wissen, was Rowling vorgeworfen wird? Hier der Text ihres Tweets vom 19. Dezember 2019: “Dress however you please. Call yourself whatever you like. Sleep with any consenting adult who’ll have you. Live your best live in peace and security. But force women out of their jobs for stating that sex is real?” laStaempfli bringt die Ankündigung der Filmfestspiele von Cannes ein Männeralbtraum, obwohl es eine neue Präsidentin des Festivals gibt: Iris Knobloch, die in Paris lebende Tochter der langjährigen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland. laStaempfli expliziert wie sexistische Enteignung alle betrifft, aber Frauen oft das Rennen machen, wenn Stand, Herkunft, Kapital und Klasse stimmen. laStaempfli nimmt den Tod von Mary Quant (1930-2023) zum Anlass, um mit der Rohnerin Mode sowie die Erscheinungsform von Frauen in der Öffentlichkeit zu disktutieren. Die Podcastin, Isabel Rohner und Regula Stämpfli denken sprechend darüber nach und die Rohnerin bringt die immer noch gültige Theorie von Hedwig Dohm zum Thema und ja: Anhand der Bilder “Before Sharia and after” hält die Podcastin fest: Dem Schrott, Perlenkette und Burka gleichzusetzen, sei sofort einzuhalten. Mode als politische Vorgabe erleben wir in aller Brutalität im Iran. Bild stammt von laStaempfli: Plakat KHM in Wien, das sehr gut zur Zweiaugen-Theorie der Rohnerin passt. Links: Die V& A Ausstellung in London 2019-2020. Mit schönen Bildern. https://www.vam.ac.uk/exhibitions/mary-quant Die Welt über Annalena Baerbock: https://www.welt.de/politik/deutschland/video243499771/Steuerverschwendung-So-viel-geben-Baerbock-Habeck-und-Co-fuer-Styling-und-Fotos-aus.html Der Spiegel über die Reality TV Inszenierung von Baerbock und Scholz: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/olaf-scholz-vs-annalena-baerbock-koch-und-koechin-a-78c4accd-fb7b-43d4-9eee-66038e8ee116 Zu den Vorwürfen an J.K. Rowling, der ausgezeichnete Podcast: https://podcasts.apple.com/us/podcast/the-witch-trials-of-j-k-rowling/id1671691064 Vor allem die dritte Folge ist extrem aufklärerisch. – Interview von Isabel Rohner & Irène Schäppi mit Elisabeth Kopp im Buch “50 Jahre Frauenstimmrecht”: https://www.limmatverlag.ch/programm/titel/889-50-jahre-frauenstimmrecht.html – Isabel Rohners neuer Krimi “Kalte Sophie” erscheint im Mai. Hier vorbestellen: https://www.ulrike-helmer-verlag.de/buchbeschreibungen/isabel-rohner-kalte-sophie/ Regula Stämpflis Trumpism punkto Reality TV siehe https://www.amazon.de/Trumpism-Ein-Ph%C3%A4nomen-ver%C3%A4ndert-Welt/dp/3905896796