
Episoden
201- Alexander Kluge, Lars Klingbeils Rede, Collien Fernandes, Energiekrise, Irankrieg, Oliver Pocher31.03., 10:5331.03.2026, 10:5304:41:01
Werbung: Incogni Hol dir deine persönlichen Daten zurück mit Incogni! Nutzt den Code ZWANZIGER über den Link unten und erhaltet 60% Rabatt auf das Jahresabo: https://incogni.com/zwanziger Salon Komm' in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl, auch bei Apple Podcasts und Spotify). Alle Infos dazu: neuezwanziger.de Links Tickets für den Sommersalon! Lars Klingbeils Rede Shownotes Wolfgang und Stefan erörtern die gesellschaftliche Stimmung im Frühjahr 2026, die durch politische Forderungen nach kollektiver Opferbereitschaft geprägt ist. Sie diskutieren das Paradoxon einer angestrebten Stärkung des Standorts Deutschland bei gleichzeitiger, oft nicht laut ausgesprochener Verarmung breiter Bevölkerungsschichten. Der Diskurs über Wohlstand wird dabei kritisch vor dem Hintergrund tatsächlicher Belastungen reflektiert. 00:01:33 Alexander Kluge Der Tod des Filmemachers und Schriftstellers Alexander Kluge kurz nach Jürgen Habermas bietet Anlass für eine Würdigung seiner intellektuellen Flexibilität. Wolfgang ordnet Kluges nächtliche Fernsehformate als frühen Vorläufer der heutigen Podcast-Kultur ein, in der persönliches Nachfragen und eine spezifische Gesprächsatmosphäre im Zentrum standen. Stefan hebt hervor, dass Kluge Konzepte von "Personal Media" bereits zu einer Zeit verkörperte, als das Massenfernsehen noch von großen Shows dominiert wurde. 00:05:00 Salon-Hinweise Wolfgang skizziert die Themen der kommenden Salon-Ausgabe, die sich mit neuen Formen der Herrschaft im digitalen Zeitalter beschäftigt. Im Fokus stehen Adrian Daubs Werk über das Silicon Valley sowie Peter Sloterdijks Analyse über das Zeitalter der „gewöhnlichen Leute“ und deren Verhältnis zu großen Führungsfiguren. Die Diskussion soll die Verschiebung politischer Regierungsmodi beleuchten. 00:05:42 Collien Fernandes Stefan und Wolfgang analysieren die Dynamik der Berichterstattung über den Fall Collien Fernandes und ziehen Parallelen zur juristischen Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in Frankreich. Sie kritisieren die Verrohung in sozialen Medien, wo Opfern häufig eine Mitschuld unterstellt wird, während für mutmaßliche Täter die Unschuldsvermutung als höchstes Gut verteidigt wird. Zudem thematisieren sie die anwaltliche Macht in Deutschland und die politische Debatte um die Vorratsdatenspeicherung von IP-Adressen. 00:32:27 Energiekrise Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Irankrieges äußern sich in massiv steigenden Energiepreisen und drohenden Versorgungsengpässen. Wolfgang und Stefan blicken zurück auf die Versuche der Bundesregierung, durch Abkommen mit Ländern wie Katar eine Brückentechnologie für fossile Brennstoffe zu sichern. Sie kritisieren den verschleppten Ausbau erneuerbarer Energien und die fortbestehende Abhängigkeit von geopolitisch instabilen Regionen sowie US-amerikanischen Energiekonzernen. 01:06:33 Landtags- und Kommunalwahlen Stefan schlägt eine neue Analyse der deutschen Parteienlandschaft vor, die nicht mehr in Einzelparteien, sondern in zwei Lagern denkt: ein rechtes Lager aus Union und AfD sowie ein progressives Lager aus SPD, Grünen und Linken. Anhand der Wahlergebnisse in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Bayern verdeutlichen sie die historische Kontinuität und die aktuellen Verschiebungen innerhalb dieser Blöcke. Wolfgang merkt an, dass diese Lagerbildung zwar analytisch hilfreich sei, realpolitische Koalitionen aber durch inhaltliche Zerrissenheit erschwert werden. 01:24:28 Lars Klingbeils Rede Die wirtschaftspolitischen Vorschläge des SPD-Vorsitzenden Lars Klingbeil werden von Wolfgang und Stefan einer detaillierten Prüfung unterzogen. Sie kritisieren, dass Klingbeil Entlastungen für die "arbeitende Mitte" durch Einsparungen bei Renten und Sozialleistungen für Geringverdiener gegenfinanzieren will, anstatt Vermögen und Erbschaften stärker zu belasten. Stefan präsentiert Gegenrechnungen zur demografischen Stabilisierung durch Migration und kritisiert die geplante Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung für Ehepartner als kontraproduktiven Zwang. 02:55:16 Sommersalon am 22. August Wolfgang und Stefan kündigen ihren Sommersalon für den 22. August im Saalbau Bornheim in Frankfurt an. Sie erläutern die Modalitäten des Ticketverkaufs über ihre Website und verweisen auf das Archiv für Salon-Abonnenten auf Steady, Apple und Patreon. Das Format soll wie gewohnt aktuelle Nachrichtenanalysen mit vertiefenden Hintergrundgesprächen verbinden. 03:20:03 Oliver Pocher Das Geschäftsmodell von Oliver Pocher dient als Fallstudie für den Niedergang des klassischen Privatfernsehens und den Aufstieg der digitalen Aufmerksamkeitsökonomie. Wolfgang beschreibt, wie Pocher private Krisen und Konflikte durch eine eigene App und gezielte virale Provokationen direkt monetarisiert, ohne auf Sender angewiesen zu sein. Stefan analysiert die emotionale Leere dieses Vorgehens, das sich ausschließlich an den Metriken von Algorithmen und finanziellen Erträgen orientiert. 04:05:17 Irankrieg Abschließend diskutieren Wolfgang und Stefan den medialen Diskurs über die Eskalation im Iran. Sie lehnen eine religiöse Aufladung des Konflikts ab und kritisieren satirische oder journalistische Ansätze, die völkerrechtswidrige Angriffe als notwendige Befreiung des iranischen Volkes durch Donald Trump umdeuten. Beide betonen die Gefahr, geopolitische Interessen mit moralischen Argumenten zu verschleiern und warnen vor einer Eskalationsspirale, die keine Rücksicht auf die Zivilbevölkerung nimmt.
- Live in Frankfurt: Jürgen Habermas, Iran und die AfD, neues Hollywood21.03., 05:3321.03.2026, 05:3300:09:07
Wir treffen euch in Frankfurt Werbung: Präsentiert von Incogni. Hol dir deine persönlichen Daten zurück mit Incogni! Nutzt den Code ZWANZIGER über den Link unten und erhaltet 60% Rabatt auf das Jahresabo: incogni.com/zwanziger Komm' in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl, auch bei Apple Podcasts und Spotify). Alle Infos dazu: neuezwanziger.de Livesalon Wolfgang und Stefan geben einen Ausblick auf kommende Buchbesprechungen, darunter Werke von Peter Sloterdijk und Adrian Daub. Zudem erwähnen sie die aktuellen Besprechungen zu den Büchern von Ulrike Herrmann und Bianca Heinicke im Rahmen des Salons. Abschließend verweisen sie auf die bestehenden Abo-Modelle des Podcasts. Nächste Lektüre Peter Sloterdijk: Der Fürst und seine Erben Adrian Daub: Was das Valley herrschen nennt 00:06:09 Livesalon Nach der Begrüßung des Publikums in Frankfurt am Main schildert Wolfgang seine Eindrücke einer Monet-Ausstellung im Städel Museum. Daran anknüpfend thematisieren Wolfgang und Stefan temporäre Einschränkungen der städtischen Uber-Infrastruktur. Sie führen diese Ausfälle auf das Ende des Ramadan und die damit verbundene Abwesenheit vieler Fahrer zurück. 00:11:49 Nachlese Jürgen Habermas Stefan analysiert eine SWR2-Radiosendung mit Rahel Jaeggi, Philipp Felsch und Peter Neumann zum philosophischen Erbe von Jürgen Habermas. Er konstatiert, dass die Diskussionsteilnehmer den herrschaftsfreien Diskurs in der Sendung lediglich simulieren und sich in formelhaften Sprechakten verlieren. Wolfgang ergänzt, dass Habermas zwar Beiträge zur Transhumanismus-Debatte geliefert, ökonomische Machtverhältnisse jedoch unzureichend kritisiert habe. Abschließend verweist Stefan auf Niklas Luhmanns Text "Die Soziologie der Moral" als soziologischen Gegenentwurf zum Habermasschen Vernunftbegriff. 00:52:36 Iran und die Angebote der AfD Wolfgang und Stefan untersuchen die politischen Diskurse zum Nahostkonflikt anhand diverser Audio-Clips. Zunächst spielen sie Aussagen von Nick Fuentes und Marjorie Taylor Greene ein, die Donald Trumps Vorgehen aus einer antisemitischen Perspektive kritisieren. Anschließend kontrastiert Wolfgang ein Interview von Joachim Gauck mit Aussagen von Tino Chrupalla, der sich bei Markus Lanz gegen militärische Interventionen positioniert. Wolfgang stellt die These auf, dass die AfD durch die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts an Zustimmung gewinnen könnte, merkt jedoch an, dass es innerhalb der Partei Konflikte mit Transatlantikern wie Markus Frohnmaier gibt. 01:49:53 Neues Hollywood Stefan präsentiert Beispiele für KI-generierte Videoclips und Trailer, die die Ästhetik klassischer Blockbuster nachahmen. Er zeigt auf, wie Künstliche Intelligenz genutzt wird, um Gesichter in bestehende Filmszenen einzufügen oder ganze Sequenzen auf Basis von Prompts zu generieren. Wolfgang argumentiert, dass rein KI-generierten Filmen die physische räumliche und schauspielerische Präsenz fehle. Stefan entgegnet, dass die Technologie dennoch die Produktionsbedingungen für konsumorientierte Mainstream-Filme drastisch verändern wird.
- Ulrike Herrmann: Geld als Waffe12.03., 06:0012.03.2026, 06:0000:09:31
Werbung: Präsentiert von Incogni. Hol dir deine persönlichen Daten zurück mit Incogni! Nutzt den Code ZWANZIGER über den Link unten und erhaltet 60% Rabatt auf das Jahresabo: incogni.com/zwanziger Komm' in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl, auch bei Apple Podcasts und Spotify). Alle Infos dazu: neuezwanziger.de Diese Salonausgabe: bei Steady 00:00:00 Vorstellung und erste Kritik an "Geld als Waffe" Wolfgang und Stefan leiten den zweiten Teil ihres Salons mit dem Buch "Geld als Waffe" ein. Wolfgang kontrastiert Herrmanns aktuelle militärpolitische Thesen mit ihrem Vorgängerbuch "Das Ende des Kapitalismus", in dem sie noch für ein radikales wirtschaftliches Schrumpfen zur Klimarettung argumentierte. Er bezeichnet das neue Werk als widersprüchlich und kritisiert, dass die Autorin geopolitische Konflikte mit Russland und China ohne ausreichende ökonomische Fundierung beschreibe. Stefan greift bisherige Podcast-Schwerpunkte zur Geoökonomie auf und nimmt für das Vorgespräch die Position des Stichwortgebers ein. 00:04:54 Hinweise zum Salon-Abo und Ausblick Die beiden Hosts weisen darauf hin, dass die vollständige, über zweistündige Diskussion zu Ulrike Herrmann im kostenpflichtigen Teil des Podcasts erscheint. Stefan zählt die Plattformen Steady, Apple und Patreon als Möglichkeiten auf, den Salon zu abonnieren und Zugriff auf das Archiv sowie Zusatzfunktionen wie Kapitelmarken zu erhalten. Abschließend erinnert Wolfgang an den bereits veröffentlichten ersten Teil der Episode über "Bibis Beauty Palace" und kündigt den bevorstehenden Live-Salon in Frankfurt an.
- Irankrieg, Salon-Lektüren: Bibis Buch, Zupančič : Das Ende, Carla Hinrichs, Oyamada: Das Loch, Epstein-Class06.03., 12:0006.03.2026, 12:0000:44:13
Wolfgang und Stefan treffen sich vorm Salon Werbung: Präsentiert von Incogni. Hol dir deine persönlichen Daten zurück mit Incogni! Nutzt den Code ZWANZIGER über den Link unten und erhaltet 60% Rabatt auf das Jahresabo: incogni.com/zwanziger Wege in den Salon Komm' in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl, auch bei Apple Podcasts und Spotify). Alle Infos dazu: neuezwanziger.de Salonausgabe: Februar Salon Shownotes 00:00:00 Smalltalk Wolfgang korrigiert eine frühere Aussage zu russischen Studierenden und nennt die Auflagen für ein Studium in Deutschland, darunter das erforderliche Sperrkonto, Visa-Regularien und den fehlenden BAföG-Anspruch. Er stellt die These auf, dass die leichtere Aufnahme dieser Personen den russischen Staat durch einen Fachkräfteverlust schwächen würde. Stefan schließt mit einem Verweis auf geplante finanzielle Kürzungen im hessischen Bildungssystem an. 00:07:21 Irankrieg Stefan zieht Parallelen zwischen dem Angriff der USA und Israels auf den Iran und einer früheren amerikanischen Militäroperation in Venezuela. Anhand von Ausschnitten des New York Times-Podcasts The Daily geben Wolfgang und Stefan Diskussionen über Regimewechsel und den Tod von Ali Khamenei wieder. Wolfgang spielt eine Sequenz aus der ZDF-Sendung logo! ein, in der Armin Laschet Fragen von Kindern zum Kriegsgeschehen beantwortet. Zudem zitieren sie den spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez, der die militärische Intervention als völkerrechtswidrig einstuft, und verweisen auf Bundeskanzler Friedrich Merz, der diese Haltung bei seinem Besuch im Weißen Haus nicht teilte. 00:33:27 Salon-Lektüre Wolfgang und Stefan gliedern die anstehenden Ausgaben ihres kostenpflichtigen Formats "Salon". Der erste Teil behandelt das Buch "Wie man Geschichte schreibt, denn dein Leben verändert die Welt" von Bianca Heinicke. Im zweiten Teil erörtern sie Ulrike Herrmanns Buch "Geld als Waffe", das sich mit Kriegswirtschaft und Aufrüstung befasst. Als weitere Themen nennen sie die drohende Ausreise indischer Studierender, das Buch der Angeklagten Carla Hinrichs sowie mediale Perspektiven auf Künstliche Intelligenz in China. 00:40:23 Termine Wolfgang listet seine bevorstehenden Bühnenauftritte auf. Die genannten Daten umfassen Veranstaltungen in Idar-Oberstein am 10. März, in Duisburg am 11. März und in Hamburg am 26. März.
- Social Media Verbot, Epstein-Klasse, Krieg, Reichtumspolitik, Berlinale, Bibi, AfD Nostalgie28.02., 07:0028.02.2026, 07:0004:49:33
Surplus Der Podcast wird unterstützt von surplusmagazin.de/dnz. Viel Spaß beim Lesen! Alles hören Komm' in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl, auch bei Apple Podcasts und Spotify). Alle Infos dazu: neuezwanziger.de Shownotes Die Episode ordnet die tagesaktuellen politischen und gesellschaftlichen Ereignisse aus dem Februar 2026 ein. 00:00:51 Berlinale Wolfgang und Stefan sprechen über die politische Dimension der diesjährigen Berlinale. Wolfgang stellt fest, dass das Festival durch die öffentlichen Debatten eine hohe Diskursrelevanz erhalten hat. Er fasst die medialen Reaktionen zusammen und argumentiert, dass ein internationales Filmfestival exakt der richtige Ort für das Aufeinandertreffen konträrer Positionen sei. 00:05:05 Merz "ausgequetschte Zitrone" Anhand eines Zitats von Friedrich Merz aus dem "Machtwechsel"-Podcast analysieren Wolfgang und Stefan die aktuelle Steuerdebatte. Merz bezeichnet die Belastung der oberen Einkommen als "ausgequetschte Zitrone" und fordert mehr Leistungsbereitschaft. Wolfgang und Stefan kontrastieren diese Aussage mit der systematischen Ungleichbehandlung von Einkommens- und Kapitalertragsteuer. Sie stellen die These auf, dass Merz' Rhetorik gezielt Vermögensmillionäre mit Beziehern höherer Lohneinkommen vermischt, um strukturelle Steuerreformen abzuwehren. 00:25:05 Surplus Wolfgang und Stefan thematisieren die neue Ausgabe des Wirtschaftsmagazins "Surplus". Schwerpunktthema der Publikation ist der ökonomische und politische Machtkampf um Künstliche Intelligenz. surplusmagazin.de/dnz 00:26:36 Krieg in der Ukraine Die Diskussion widmet sich der europäischen Unterstützung für die Ukraine und den Auftritten auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Ein Audioclip von Herfried Münkler dient als Ausgangspunkt für eine Debatte über die Rolle von Agrarsubventionen bei einem möglichen EU-Beitritt der Ukraine. Im Anschluss betrachten Wolfgang und Stefan die sicherheitspolitischen Reden von Friedrich Merz und US-Senator Marco Rubio, deren zivilisatorische Rhetorik sie als historischen Synkretismus einordnen. Anhand von Berichten der ARD-Korrespondentin Rebecca Barth und Auszügen aus Ernst Jüngers "In Stahlgewittern" illustriert Wolfgang abschließend die Diskrepanz zwischen politischem Diskurs und der Realität an der Front. 01:29:26 Salon-Hinweise Stefan und Wolfgang geben einen Ausblick auf die kommenden Ausgaben ihres "Salon"-Formats. Sie rekapitulieren die vergangene Episode zum Buch von Patrick Kaczmarczyk über die Wirtschaftspolitik des Westens. Für die nächste Ausgabe kündigen sie eine Besprechung von Ulrike Herrmanns neuem Buch "Geld als Waffe" an. 01:33:03 Die Epstein-Klasse, frei nach der Rutger-Bregman-Frage Das Kapitel behandelt die Veröffentlichung der Gerichtsdokumente im Fall Jeffrey Epstein. Wolfgang und Stefan untersuchen, wie und warum sich ein Netzwerk von Milliardären und Politikern um den verurteilten Sexualstraftäter bilden konnte. Anhand von Audioclips der New York Times und Einschätzungen von Adam Tooze zu Larry Summers diskutieren sie die psychologischen Mechanismen innerhalb dieser Elite. Stefan zitiert eine These von Richard David Precht, wonach extremes Kapital soziale Normen auflöst. Wolfgang verteidigt diese Form der strukturellen Elitenkritik zudem gegen Vorwürfe aus der Hörerschaft, sie bediene antisemitische Narrative. 02:42:42 Social Media - Verbot Wolfgang und Stefan debattieren über Vorstöße aus der Politik für ein Social-Media-Verbot für Jugendliche sowie die Pläne zur verpflichtenden Altersverifikation. Anhand eines Beispiels aus dem Podcast "Haken dran" zeigen sie auf, wie Verifizierungsdienste massenhaft biometrische und technische Nutzerdaten abgreifen. Stefan argumentiert, dass datensparsame Alternativen existieren, diese aber politisch von den Tech-Konzernen nicht gewollt seien. Wolfgang sieht in der Debatte einen bevormundenden Ansatz, der grundlegende Ursachen für die Isolation von Jugendlichen ausblendet. 03:47:29 Name-Tag von Meta Die Moderatoren besprechen die Pläne des Meta-Konzerns, eine Gesichtserkennungsfunktion namens "NameTag" für KI-Brillen einzuführen. Ein Audioclip des Magazins "The Verge" erläutert, dass Meta die Funktion bewusst in einer politisch unruhigen Phase veröffentlichen will, um mediale Kritik zu minimieren. Stefan und Wolfgang analysieren das Vorhaben als massiven Eingriff in den öffentlichen Raum und sehen darin eine Konvergenz von Überwachungskapitalismus und staatlichen Interessen. 03:57:53 Bibis neues Business Wolfgang widmet sich der Rückkehr der Influencerin Bianca Claßen (ehemals BibisBeautyPalace) in die Öffentlichkeit. In eingespielten Audioclips spricht Claßen über ihre Abkehr vom reinen Konsum-Content und ihre Suche nach dem inneren Selbst mithilfe von Praktiken wie Breathwork. Wolfgang und Stefan interpretieren diese Aussagen als strategische Vorbereitung für ein neues Geschäftsmodell im Bereich Selbstoptimierung. Ergänzend dazu spielen sie Clips des Investors Christian Angermayer ein, um die zunehmende Kommerzialisierung von Mental-Health-Angeboten und Psychedelika durch die Tech-Elite nachzuzeichnen. 04:42:12 AfD Nostalgie Stefan greift eine Aussage des sachsen-anhaltischen AfD-Politikers Ulrich Siegmund auf. Dieser fordert ein Rückgewinnungsprogramm für ausgewanderte Fachkräfte und verspricht ihnen ein "gutes altes Deutschland". Stefan analysiert dieses Versprechen als historischen Widerspruch, da eine solche idealisierte westdeutsche Vergangenheit in Sachsen-Anhalt nie existiert habe. Er ordnet die Rhetorik als rein nostalgische Projektion ein. 04:45:09 Salon-Anmerkung Zum Abschluss der Episode erinnern Wolfgang und Stefan erneut an den kommenden "Salon" zu Ulrike Herrmanns Buch. Sie erklären kurz die Unterstützungsmöglichkeiten für den Podcast über Plattformen wie Steady, Apple und Patreon und verabschieden sich von den Zuhörern.
- Noch einmal zu Epstein, Verschwörungen und Gewalt im Alltag, SALON-Einblick11.02., 16:3611.02.2026, 16:3600:52:43
Alles hören Komm' in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl, auch bei Apple Podcasts und Spotify). Wenn du Salon-Stürmer bist, lade weitere Hörer von der [Gästeliste] Stefan und Wolfgang reden nochmal über die Epstein-Files und die alltägliche Gewalt wie sie die Dunkelfeld-Studie der Bundesregierung zeigt. Anschließend veröffentlichen wir 20 Minuten aus dem aktuellen Salon.
- Epstein Files, Erbschaftssteuer, Salon-Literatur06.02., 13:3206.02.2026, 13:3201:11:55
Alles hören Komm' in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl, auch bei Apple Podcasts und Spotify). Wenn du Salon-Stürmer bist, lade weitere Hörer von der [Gästeliste] Wolfgang und Stefan diskutieren die mediale Aufarbeitung und die politischen Strategien hinter der Veröffentlichung der sogenannten Epstein-Files. Sie thematisieren die Rolle der US-Demokraten und der deutschen Medienlandschaft sowie die Verwicklungen prominenter Persönlichkeiten wie Bill Gates und Bill Clinton. Stefan kritisiert in diesem Zusammenhang zudem die intellektuelle Integrität von Joscha Bach aufgrund dessen früherer Finanzierung durch Epstein.
- Carney, Merz, Macron im Investorscall, KI in Davos, Holocausterinnerung, Militärbischof zur Friedensschrift30.01., 18:4030.01.2026, 18:4004:35:09
Wolfgang und Stefan besprechen den Januar 2026 Alles hören Komm' in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl, auch bei Apple Podcasts und Spotify). Wenn du Salon-Stürmer bist, lade weitere Hörer von der [Gästeliste] 00:00:00 Es war Januar Wolfgang und Stefan beginnen die Episode mit einem Rückblick auf den Monat Januar. Sie führen erste Themen ein, die den gesellschaftlichen Diskurs des beginnenden Jahres 2026 prägen. 00:00:52 Würths Weisheit Wolfgang thematisiert ein Interview des Unternehmers Reinhold Würth in der Augsburger Allgemeinen zur Arbeitsmoral in Deutschland. Würth kritisiert darin eine Verschiebung der Work-Life-Balance hin zur Freizeit und warnt vor einem wirtschaftlichen Verfall. Stefan hält dagegen, dass Deutschland derzeit eine sehr hohe Beschäftigungsrate und Stundenleistung aufweist. Sie diskutieren zudem die mediale Präsenz von Uschi Glas, die sich ebenfalls kritisch zur aktuellen Arbeitsmoral geäußert hat. 00:05:36 Weltstress besiegen Stefan referiert eine Beobachtung von Jeff Bezos zum Thema Stress, der laut Bezos primär durch unerledigte, bewältigbare Aufgaben entstehe. Er überträgt dies auf den politischen Diskurs und argumentiert, dass Stress auch dadurch entstehe, dass einfache Wahrheiten nicht ausgesprochen werden. Wolfgang ergänzt, dass dieses "uneigentliche Sprechen" insbesondere auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos zu beobachten sei. 00:08:18 Wortfindungsstörungen in Nürnberg Stefan berichtet von seinem Besuch der ehemaligen Reichsparteitagsgelände in Nürnberg und der dortigen "Trittfestmachung" der Zeppelintribüne. Er skizziert die deutsche Erinnerungskultur in Phasen: von der "kommunikativen Beschweigung" der Nachkriegszeit über die Schockpädagogik bis zur heutigen Spurensuche. Anhand eines Clips von Ralf Konersmann diskutieren sie die Bedeutung von Genealogie für das Verständnis der Gegenwart. 00:34:53 Davos – Carneys Schaufenster Wolfgang analysiert die Rede des kanadischen Premierministers Mark Carney in Davos, der das Ende einer "leidlichen Fiktion" in der Weltordnung ausruft. Carney fordert eine neue Ehrlichkeit der "Mittelmächte" und eine strategische Autonomie in Bereichen wie Energie und Finanzen. Wolfgang und Stefan setzen dies in Beziehung zum "America First"-Modell der Trump-Administration und dem Agieren des US-Handelsministers Howard Lutnick. 02:16:29 Salon-Anmerkungen Wolfgang gibt einen Ausblick auf den kommenden Salon, in dem das Buch "Zerfall der Weltordnung" von Patrick Kaczmarczek besprochen wird. Er erläutert die verschiedenen Abonnement-Möglichkeiten über Plattformen wie Steady, Patreon und Apple. 02:19:39 KI-Gespräche in Davos Stefan analysiert die KI-Debatten in Davos anhand von Beiträgen von Yuval Noah Harari, Alex Karp (Palantir) und Demis Hassabis (Google DeepMind). Harari warnt davor, dass KI als "Agent" die Herrschaft über alles Sprachliche, von Gesetzen bis zur Religion, übernehmen könnte. Karp und Hassabis diskutieren derweil die Schließung von technologischen "Loops", in denen Software sich ohne menschliches Zutun selbst verbessert und auf dem Schlachtfeld Fakten schafft. 03:31:08 Europäer in Davos Wolfgang beleuchtet die Positionen von Ursula von der Leyen und Friedrich Merz zur europäischen Souveränität. Von der Leyen betont die Notwendigkeit militärischer Aufrüstung und verweist auf europäische "Defense-Unicorns". Merz ruft das Zeitalter der Großmachtpolitik aus und kündigt eine Erhöhung der deutschen Verteidigungsausgaben auf 5 % des BIP an. Wolfgang ordnet diese Bestrebungen mithilfe der Großraumtheorie von Carl Schmitt und Brandon Sims ein. 04:08:56 Militärbischof zur evang. Friedensschrift Wolfgang präsentiert Ausschnitte aus einem Interview mit dem evangelischen Militärbischof Bernhard Felmberg zur neuen Friedensdenkschrift der EKD. Felmberg verteidigt darin den Begriff der "rechtserhaltenden Gewalt" und die Rolle der Kirche bei der Gewissensbildung. Stefan und Wolfgang kritisieren die Position der Kirche zu Waffenlieferungen und Präventivschlägen als widersprüchlich. 04:24:12 Person des Monats Stefan ernennt Markus Beckedahl zur Person des Monats. Er würdigt dessen Arbeit für Netzpolitik.org und das Zentrum für Digitalrechte sowie sein zivilgesellschaftliches Engagement für digitale Freiheitsrechte. 04:27:33 Adam Tooze empfiehlt das Lesen Wolfgang spielt einen Clip ein, in dem der Historiker Adam Tooze auf die Frage einer Studentin antwortet, welche Fähigkeit für den akademischen Erfolg entscheidend sei. Tooze betont die Wichtigkeit einer langanhaltenden, ernsthaften Aufmerksamkeit gegenüber Texten ("sustained attention"). 04:29:55 Salon-Hinweise Zum Abschluss der Episode wiederholen Wolfgang und Stefan die Hinweise auf den kommenden Salon und die neue Gestaltung ihrer Webseite. Sie verabschieden sich mit einem Ausblick auf weitere Diskussionen zur Erbschaftssteuer.
- Auszug vom Salon zu THE MERITOCRACY TRAP16.01., 10:0016.01.2026, 10:0000:24:22
Alles hören Komm' in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl, auch bei Apple Podcasts und Spotify). Wenn du Salon-Stürmer bist, lade weitere Hörer von der [Gästeliste] Notiz Daniel Markovits, The Meritocracy Trap, 2019 Im Zentrum der Diskussion steht Daniel Markovits' These, dass die Meritokratie zu einem Mechanismus mutiert ist, der Reichtum und Chancen innerhalb einer neuen, super-ordinären Arbeiterklasse konzentriert und eine Kastenbildung durch exzessive Bildungsinvestitionen vorantreibt. Die Gastgeber analysieren, wie diese neue Elite, anders als frühere Aristokratien, ihre Privilegien durch extreme Selbstausbeutung legitimiert, was zu einer toxischen Dynamik aus Burnout bei den Gewinnern und systematischem Ausschluss der Mittelschicht führt. Dieser strukturelle Verschluss wird als wesentlicher Treiber für den modernen Populismus identifiziert, da die Aufstiegsversprechen der Leistungsgesellschaft für die breite Masse zur Illusion verkommen sind.
- Komplexes Völkerrecht, Jake Paul vs. Anthony Joshua, KI-Kinder, Salon-TEASER08.01., 18:1408.01.2026, 18:1400:57:25
Stefan und Wolfgang treffen sich vorm Salon Alles hören Komm' in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl, auch bei Apple Podcasts und Spotify). Wenn du Salon-Stürmer bist, lade weitere Hörer von der [Gästeliste] Diskutiert mit uns hier 00:00:00 – Vor dem Salon Der Salon beginnt mit einem Blick auf die aktuelle Nachrichtenlage, angefangen bei den Haftungsfragen des Gelsenkirchener Tresorraum-Einbruchs bis hin zur politischen Aufarbeitung des Berliner Stromausfalls und der Kritik an Kai Wegners Freizeitgestaltung während der Krise. Die Gastgeber analysieren zudem die neue geopolitische Ehrlichkeit der USA unter Trump, die unverhohlen ökonomische Interessen in Venezuela artikuliert, und demaskieren den Schaukampf zwischen Jake Paul und Mike Tyson als Symptom einer durchinszenierten Leistungsgesellschaft. Schließlich wird der Bogen zu den transhumanistischen Fantasien der Tech-Elite gespannt, exemplifiziert an Alexander Wangs Wunsch nach Hirn-Computer-Schnittstellen zur Sicherung kognitiver Dominanz. 00:52:39 – Salon für Dezember 2025 Wolfgang und Stefan leiten zum Hauptteil des Salons über und geben einen kurzen Ausblick auf die Themenvielfalt der Episode. Zudem stellen sie die neue Diskurs-Plattform des Podcasts vor, die eine unabhängigere Hörerkommunikation ermöglichen soll. 00:54:57 – Salon-Hinweis für März Wolfgang kündigt einen gemeinsamen Konzertbesuch mit der Community für März 2026 in der Alten Oper Frankfurt an. Geplant ist der Besuch eines Auftritts des Isidore String Quartets, das Werke von Haydn und Dvořák spielen wird. 00:55:56 – Daniel Markovits, The Meritocracy Trap, 2019 Im Zentrum der Diskussion steht Daniel Markovits' These, dass die Meritokratie zu einem Mechanismus mutiert ist, der Reichtum und Chancen innerhalb einer neuen, super-ordinären Arbeiterklasse konzentriert und eine Kastenbildung durch exzessive Bildungsinvestitionen vorantreibt. Die Gastgeber analysieren, wie diese neue Elite, anders als frühere Aristokratien, ihre Privilegien durch extreme Selbstausbeutung legitimiert, was zu einer toxischen Dynamik aus Burnout bei den Gewinnern und systematischem Ausschluss der Mittelschicht führt. Dieser strukturelle Verschluss wird als wesentlicher Treiber für den modernen Populismus identifiziert, da die Aufstiegsversprechen der Leistungsgesellschaft für die breite Masse zur Illusion verkommen sind. Erwähnungen: Branko Milanović, Michael Sandel, Francis Fukuyama, Alexander Wang, Peter Thiel, Mark Zuckerberg, Karl Marx, Friedrich Engels, Thorstein Veblen, Pierre Bourdieu, Barack Obama, Donald Trump, Hillary Clinton, George W. Bush, Bill Clinton, Chelsea Clinton, Julia Friedrichs, Christoph Butterwegge, Oliver Stone, Michael Douglas, Gordon Gekko. 02:57:21 – Die meritokratische Falle in 1 Minute Wolfgang fasst die Kernbotschaft des Buches prägnant zusammen: Die Meritokratie ist eine Falle, die echte Gleichheit durch einen gnadenlosen Wettbewerb ersetzt, der letztlich sowohl die erschöpften Gewinner als auch die abgehängten Verlierer beschädigt. 02:59:24 – Ben Shattuck, Die Geschichte des Klangs, 2024 Wolfgang rezensiert Ben Shattucks Erzählung, die zwei Liebesgeschichten über Jahrzehnte hinweg verwebt, verbunden durch das Motiv des Sammelns von Volksliedern und die Frage, ob Liebe besser als flüchtige, intensive Erinnerung oder als gelebte Realität bewahrt wird. Die Novelle kontrastiert die melancholische Schönheit festgehaltener Momente auf Wachswalzen mit der Tristesse eines angepassten Lebens und wirft die Frage auf, was von einem Leben bleibt, wenn man sich gegen die Leidenschaft entscheidet. Erwähnungen: Paul Mescal, Josh O'Connor, Thomas Edison, Jane Austen, Édouard Manet. 03:10:49 – C.J. Chivers, In Ukraine, a New Arsenal of Killer A.I. Drones Is Being Born, 2025 Stefan stellt eine investigative Reportage über die rasante Evolution der semi-autonomen Drohnenkriegsführung in der Ukraine vor, in der westliche Tech-Größen wie Eric Schmidt das Konfliktgebiet als Labor für KI-gesteuerte Waffensysteme nutzen. Diskutiert wird der technologische Sprung zu visuellen Positionierungssystemen, die herkömmliche Störsender nutzlos machen und konventionelle Militärinfrastruktur obsolet werden lassen könnten. Die Gastgeber debattieren das "Gatling-Paradoxon" – die trügerische Hoffnung, dass tödlichere Technologie zu mehr Abschreckung führt – und die Verwischung der Grenzen zwischen Silicon Valley, Hollywood-Ästhetik und automatisiertem Töten. Erwähnungen: Eric Schmidt, Nazar Bigun, Brian Streem, Daniel Suarez, Paul Virilio, Steven Spielberg, Richard Gatling. 03:24:36 – Uwe Volkmann, Die unpolitische Gewalt, 2025 Wolfgang diskutiert Uwe Volkmanns Kritik am Bundesverfassungsgericht, dem vorgeworfen wird, sich durch juristischen Formalismus – etwa bei der Triage-Gesetzgebung oder der Schuldenbremse – der politischen Verantwortung zu entziehen. Es wird debattiert, ob der strikte Rechtspositivismus eine notwendige Demokratiesicherung darstellt oder ob er zu einer Dysfunktionalität führt, bei der existenzielle Fragen in Zuständigkeitsdebatten zerrieben werden, anstatt materielle Gerechtigkeit zu schaffen. Erwähnungen: Paul Laband, Gustav Radbruch, Christian Lindner. 03:50:45 – ungleichheit.info Stefan empfiehlt eine Webseite zur Datenvisualisierung, die die extreme Diskrepanz der Vermögensverteilung eindrücklich darstellt und aufzeigt, wie systematisch Großparteien das Thema Ungleichheit in ihren Wahlprogrammen ignorieren. Dies dient als Aufhänger für ein Plädoyer zur Renaissance der unabhängigen Blogosphäre und persönlicher Webseiten, um der Dominanz zentralisierter Plattformen etwas entgegenzusetzen. Erwähnungen: Martina Liel, Reese Witherspoon, Dua Lipa. 03:57:20 – Hito Steyerl, Medium Hot. Bilder in Zeiten der Hitze, 2024 Wolfgang bespricht Hito Steyerls Essaysammlung zur Ästhetik und Politik von KI-Bildern, insbesondere das Phänomen des "Haxenpornos" – verzerrte, nicht-explizite Nacktheit als Resultat prüder Content-Filter. Die Diskussion beleuchtet, wie KI-Modelle "gemeine Bilder" (mean images) erzeugen, die einen statistischen Durchschnitt abbilden und dabei gesellschaftliche Normen und koloniale Strukturen reproduzieren. Erwähnungen: James Bridle, Édouard Manet, Yann LeCun. 04:05:47 – Benjamin Riley, Large Language Mistake, 2024 Stefan führt eine Kritik an Large Language Models ein, die die Gleichsetzung von sprachlicher Kompetenz mit echter Intelligenz infrage stellt und argumentiert, dass Sprache primär ein Kommunikationswerkzeug und nicht der Gedanke selbst ist. Der Text postuliert, dass LLMs als "Maschinen toter Metaphern" lediglich vorhandene kulturelle Skripte recyceln, ohne die für echte Innovation notwendige kognitive Tiefe zu besitzen. Erwähnungen: Dario Amodei, Mark Zuckerberg. 04:11:21 – Vauhini Vara, What If Readers Like A.I.-Generated Fiction?, 2024 Das Segment beleuchtet ein Experiment, bei dem eine KI beauftragt wurde, einen Text von Han Kang stilistisch zu imitieren, wobei Testleser die geglättete KI-Version oft dem emotional roheren Original vorzogen. Die Gastgeber diskutieren die Implikationen für die Literatur und hinterfragen, ob die "Authentizität" eines Autors für den Lesegenuss notwendig ist oder ob KI-Assistenz die literarische Varianz legitim erweitern könnte. Erwähnungen: Han Kang, Stephen King, J.K. Rowling, Ernest Hemingway, Gwyneth Paltrow. 04:26:58 – Nils Schniederjann, Nicht besser als die EKD: Die Kriegsrhetorik der deutschen Katholiken, 2024 Wolfgang analysiert einen Artikel, der die Deutsche Bischofskonferenz für ihre kriegsbefürwortende Haltung kritisiert, die eher Regierungslinien folgt als der diplomatischen Friedanstradition des Vatikans. Diskutiert wird der Riss zwischen den deutschen Bischöfen und dem universalistischen, pazifistischeren Ansatz von Papst Franziskus sowie die Frage nach der Relevanz der Kirche, wenn sie lediglich säkulare Sicherheitsstrategien theologisch verbrämt. Erwähnungen: Papst Leo XIII., Papst Johannes XXIII., Papst Franziskus, Wladimir Putin. 04:34:22 – Musik: Quatuor Arod spielt Haydn Wolfgang empfiehlt die Einspielung von Joseph Haydns Streichquartetten Op. 76 durch das Quatuor Arod und lobt deren dynamischen, transparenten Klang, der durch die Verwendung historischer Bögen erzielt wird. Die Rezension hebt hervor, wie das Ensemble den Gesprächscharakter der Gattung und die Balance zwischen kontemplativer Tiefe und tänzerischer Derbheit meistert. Erwähnungen: Joseph Haydn, André Rieu. 04:38:09 – Ankündigung: Patrick Kaczmarczyk Stefan und Wolfgang kündigen die Lektüre für den nächsten Salon an: Patrick Kaczmarczyks Analyse zum Zerfall der westlichen Weltordnung und dem Aufstieg des globalen Südens. Literaturliste Daniel Markovits: The Meritocracy Trap penguin.co.uk Ben Shattuck: Die Geschichte des Klangs hanser-literaturverlage.de C.J. Chivers: In Ukraine, a New Arsenal of Killer A.I. Drones Is Being Born nytimes.com Uwe Volkmann: Die unpolitische Gewalt faz.net Ungleichheit.info ungleichheit.info Hito Steyerl: Medium Hot. Bilder in Zeiten der Hitze diaphanes.net Benjamin Riley: Large Language Mistake theverge.com Vauhini Vara: What If Readers Like A.I.-Generated Fiction? newyorker.com Nils Schniederjann: Nicht besser als die EKD: Die Kriegsrhetorik der deutschen Katholiken freitag.de Musik: Quatuor Arod spielt Haydn warnerclassics.com Ankündigung: Patrick Kaczmarczyk – Zerfall der Weltordnung: Die Ignoranz des Westens und der Aufstand des globalen Südens westendverlag.de
- Ukraine, Bürgergeld, Springer-Journalismus, DLF Jahresrückschau, Meinungsfreiheit, superreiche Familien, reich bleiben26.12., 19:1226.12.2025, 19:1205:09:24
Wolfgang und Stefan besprechen den Dezember 2025 Alles hören Komm' in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl, auch bei Apple Podcasts und Spotify). Wenn du Salon-Stürmer bist, lade weitere Hörer von der [Gästeliste] Shownotes Wolfgang und Stefan ziehen Bilanz zum Jahresende 2025 und analysieren die politische Lage in Deutschland sowie internationale Entwicklungen unter dem Einfluss der neuen US-Administration. Im Fokus stehen der Krieg in der Ukraine, die Transformation der Medienlandschaft und strukturelle Fragen der Sozial- und Steuerpolitik. 00:00:00 Es war Dezember 2025 Das Kapitel beginnt mit einem Rückblick auf die Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten und einem Ausblick auf die Rede von Bundeskanzler Friedrich Merz. Wolfgang und Stefan diskutieren die aktuelle politische Stimmung zum Jahreswechsel und die Herausforderungen für den Journalismus. Sie thematisieren die Notwendigkeit, ernste Themen trotz des festlichen Rahmens kritisch zu beleuchten. 00:02:43 Ukraine Wolfgang thematisiert den 28-Punkte-Plan der Trump-Regierung und einen Stimmungsumschwung in der öffentlichen Debatte hin zu Verhandlungen. Stefan kritisiert die späte Auseinandersetzung mit den Absichten Wladimir Putins, während Audio-Clips von Oberst Markus Reisner die prekäre militärische Lage an der Front und Szenarien wie das finnische oder koreanische Modell erläutern. Marie-Agnes Strack-Zimmermann plädiert in einem eingespielten Streitgespräch weiterhin für militärische Stärke und die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern. 01:07:22 Der Bürgergeld-Diskurs Das Kapitel behandelt die Reform des Bürgergelds hin zur „Neuen Grundsicherung“ und die damit verbundene Verschärfung von Sanktionen. Stefan und Wolfgang analysieren die Debatte als „Gefühlspolitik“ der CDU, da sie laut Experten wie Stefan Sell kaum finanzielle Einsparungen für den Haushalt erzielt. Sie diskutieren zudem die soziale Disziplinierung durch das System und die Praxis, Mieten zur Sicherung direkt an Vermieter zu überweisen. 01:47:58 Salon-Hinweise Wolfgang verweist auf aktuelle Inhalte im zahlungspflichtigen Salon, darunter Analysen zu Werken von Branko Milanović und Michael Sandel. Ein zentrales Thema für das kommende Jahr ist die Auseinandersetzung mit der Leistungsgesellschaft anhand des Buches The Meritocracy Trap von Daniel Markovits. Stefan erläutert zudem technische Details zum Abonnement des Archivs über Steady und Apple Podcasts. 01:52:47 Springer-Journalismus Wolfgang und Stefan besprechen den Wechsel von Robin Alexander und Dagmar Rosenfeld in die Unabhängigkeit mit ihrem Podcast „Machtwechsel“. Sie analysieren die strategische Bedeutung dieses Schritts für das Haus Axel Springer und die allgemeine Transformation von Personal Branding im modernen Journalismus. Wolfgang kommentiert zudem die Nachfolge durch Gordon Repinski und dessen inhaltliche sowie stilistische Positionierung gegenüber der SPD. 02:13:46 DLF Jahresrückblick: Bröckelnde Gewissheiten Die Sprecher analysieren eine Diskussionsrunde des Deutschlandfunks mit Anne Will, Robin Alexander und Ulf Buermeyer. Im Zentrum steht die These eines „Epochenbruchs“ durch Donald Trump und die Debatte um die Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland. Stefan kritisiert die zunehmende Entkoppelung des medialen Elitendiskurses von der sozialen Lebensrealität der jüngeren Generation. 03:12:55 Meinungsfreiheit Wolfgang dokumentiert Fälle von „Debanking“, bei denen Banken wie die GLS oder Sparkassen Konten von Organisationen wie der Roten Hilfe oder der DKP kündigen. Thematisiert werden zudem US-Einreiseverbote gegen die Führung der NGO HateAid im Kontext des EU Digital Services Act sowie Sanktionen gegen den Richter Nicolas Guillou vom Internationalen Strafgerichtshof. Die Sprecher diskutieren die Bedrohung der Meinungsfreiheit durch extraterritoriale Rechtsausübung und politische Instrumentalisierung des Finanzsystems. 03:46:58 1 Jahr Merz - Bilanz Wolfgang und Stefan ziehen Bilanz zur Kanzlerschaft von Friedrich Merz und dessen außenpolitischem Auftreten gegenüber den USA. In einem Audio-Clip bezeichnet Robin Alexander die Aussage von Merz, „America first“ sei akzeptabel, als fatal für den europäischen Zusammenhalt. Stefan analysiert zudem die internen Machtstrukturen der CDU sowie das Verhältnis der Partei zur AfD im Vorfeld kommender Landtagswahlen. 04:39:35 Die Familie bei den Superreichen Anhand einer Preisverleihung an LVMH-Chef Bernard Arnault diskutiert Wolfgang die Inszenierung der Familie als ideologischen Rückzugsort der wirtschaftlichen Elite. Ivanka Trump betont in ihrer Laudatio die Bedeutung familiärer Disziplin und Loyalität für den geschäftlichen Erfolg. Stefan setzt dies in Kontrast zu historischen Familienbildern der Bundesrepublik und der gegenwärtigen sozialen Belastung von Familien. 04:52:06 Wie man superreich bleibt Das Abschlusskapitel beleuchtet das „Tax Avoidance Playbook“ der reichsten Amerikaner nach Ausführungen von Professor Ray Madoff. Das Modell „Buy, Borrow, Die“ ermöglicht es, durch Kredite auf Aktienvermögen die Einkommensteuer zu umgehen und Vermögen über Generationen zu sichern. Stefan diskutiert darauf aufbauend die Notwendigkeit einer reformierten Vermögensteuer und die Bewertung von Immobilienvermögen in Deutschland.
- Salon-Geschenk: 6 Thesen zu Branko Milanović' The Great Global Transformation23.12., 07:0023.12.2025, 07:0000:31:17
Alles hören Komm' in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl, auch bei Apple Podcasts und Spotify). Wenn du Salon-Stürmer bist, lade weitere Hörer von der [Gästeliste] Shownote zur globalen Transformation Milanovićs Werk dient als Grundlage für eine tiefgehende Analyse der Verschiebung vom Neoliberalismus zum nationalen Marktliberalismus. Zentrale Themen sind der Aufstieg der asiatischen Mittelschicht, die Stagnation der westlichen Arbeiterschicht und die Entstehung einer neuen globalen Elite, der „Homoplutia“. Diskutiert werden die geopolitischen Konsequenzen dieser ökonomischen Verschiebungen, die strukturellen Ursachen für den Nationalismus und die Unwahrscheinlichkeit einer demokratischen Wende in China durch bloßes Wirtschaftswachstum.
- Live in Frankfurt: Virtuelle Kommunalpolitik & Reale Matrixmedien20.12., 10:1420.12.2025, 10:1400:27:24
Wolfgang und Stefan treffen euch in Frankfurt Alles hören Komm' in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl, auch bei Apple Podcasts und Spotify). Wenn du Salon-Stürmer bist, lade weitere Hörer von der [Gästeliste] Shownotes Wolfgang und Stefan zeichnen diese Episode live vor Publikum in der Käs in Frankfurt auf. Im Zentrum stehen eine Analyse der modernen Kommunalpolitik am Beispiel von Frankfurt und Dortmund sowie eine kritische Betrachtung des Verhältnisses von Mensch und Maschine in der aktuellen Medienlandschaft. 00:00:00 Vor dem Salon Wir kündigen das nächste Buch für den Lesezirkel an: "The Meritocracy Trap" von Daniel Markovits. Sie beziehen sich dabei auf frühere Diskussionen zu Michael Sandel und Branko Milanovic und erörtern die Relevanz der Meritokratiekritik für das politische Personal der Gegenwart. 00:06:04 Wege in den Salon Es folgt ein kurzer Hinweis auf die Unterstützungsmöglichkeiten für den Podcast. Wolfgang und Stefan erläutern die Zugänge zum "Salon" über Steady, Patreon und Apple Podcasts. 00:07:26 Live-Salon Die Show beginnt mit dem Auftritt in Frankfurt und einer Begrüßung des Publikums. Stefan und Wolfgang tauschen sich über ihre Haltung zu Weihnachtsmärkten aus und stellen die Agenda des Abends vor. 00:11:23 Virtuelle Kommunalpolitik Stefan analysiert die Gefahren für Amtsinhaber in der Kommunalpolitik am Beispiel des Frankfurter Oberbürgermeisters Mike Josef und der Wahl in Dortmund. Er beleuchtet den Einfluss von lokalem Reichtum, wie im Fall des Unternehmers Jochen Opländer und des Kandidaten Martin Krämer, und vergleicht dies mit dem Phänomen des "Bahnbabo" Peter Wirth. Stefan plädiert für eine "virtuelle Politik", die sich von bürokratischen Zwängen löst, und zieht Vergleiche zur Sicherheitsinszenierung in Quedlinburg sowie zum imperialen Selbstverständnis Wiens. 01:15:01 Reale Matrix Wolfgang widmet sich dem Verhältnis von Mensch und Technologie, beginnend mit kontroversen Aussagen des Palantir-Gründers Alex Karp zur deutschen Migrations- und Sicherheitspolitik. Er diskutiert den Einsatz von KI in der Kriegsführung in der Ukraine sowie in der Unterhaltungsindustrie, wo Endemol-Verantwortliche über KI-generierte Inhalte sprechen. Abschließend kritisiert Wolfgang die Finanzierung von inhaltsleeren "Laber-Podcasts" durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und stellt diesen Entwicklungen journalistische Einsparungen gegenüber.
- Gabor Steingarts Führerkult, Salon-Teaser für Branko Milanovic, Aladin El-Mafaalani, EKD-Friedensdenkschrift12.12., 17:4012.12.2025, 17:4001:17:38
Wolfgang und Stefan treffen euch in Frankfurt Alles hören Komm' in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl, auch bei Apple Podcasts und Spotify). Wenn du Salon-Stürmer bist, lade weitere Hörer von der [Gästeliste] 00:00:00 – Vor dem Salon Wolfgang und Stefan eröffnen die Episode mit einer Vorschau auf das Hauptthema, das Buch von Branko Milanović. Sie preisen das Werk als spektakuläre Analyse, die geopolitische Veränderungen durch statistische Fakten statt durch psychologische Deutungen einzelner Akteure erklärt. Die Diskussion deutet an, dass dieses Buch dazu einlädt, etablierte politische Narrative, etwa über die Ära Merkel, neu zu bewerten. 00:02:46 – Gabor Steingart, Interview bei Paul Ronzheimer In einer ausführlichen Kritik analysieren die Moderatoren ein Gespräch zwischen Paul Ronzheimer und Gabor Steingart. Steingarts neoliberale Thesen zur Bildung als reinen Wirtschaftsfaktor, zur Umstellung der Rente auf Aktienmärkte und seine Vision eines entfesselten „Nachtwächterstaates“ werden dekonstruiert. Besonders kritisch betrachtet wird Steingarts Offenheit für eine Kooperation mit der AfD zur Durchsetzung ökonomischer Reformen sowie seine Metapher von „Kern und Kruste“ der Gesellschaft. Wichtige Erwähnungen: Ferdinand von Schirach, Markus Söder, Gerhard Schröder, Friedrich Merz, Angela Merkel, Matthias Döpfner, Bert Rürup, Robert Habeck, Peter Altmaier, Alice Weidel. 01:02:59 – Termine Stefan berichtet von seinem Auftritt bei Markus Lanz, wo er mit Andreas Peichl über die Stagnation der Reallöhne seit 1983 diskutierte. Es folgt ein Hinweis auf kommende Veranstaltungen, darunter ein Gespräch in Erlangen über die „Kinderwüste“. 01:07:00 – Salon-Literatur Ein kurzer Abriss der Themen, die im weiteren Verlauf der Sendung besprochen werden. Neben der Friedensdenkschrift der EKD stehen Romane von Rie Kudan und gesellschaftspolitische Analysen zum Kulturpass und zur Vermögensungleichheit auf dem Programm. Wolfgang äußert bereits hier seine Empörung über das Papier der Evangelischen Kirche. 01:13:34 – Branko Milanović, The Great Global Transformation Milanovićs Werk dient als Grundlage für eine tiefgehende Analyse der Verschiebung vom Neoliberalismus zum nationalen Marktliberalismus. Zentrale Themen sind der Aufstieg der asiatischen Mittelschicht, die Stagnation der westlichen Arbeiterschicht und die Entstehung einer neuen globalen Elite, der „Homoplutia“. Diskutiert werden die geopolitischen Konsequenzen dieser ökonomischen Verschiebungen, die strukturellen Ursachen für den Nationalismus und die Unwahrscheinlichkeit einer demokratischen Wende in China durch bloßes Wirtschaftswachstum. 03:30:21 – Branko Milanović in 1 Minute Eine prägnante Zusammenfassung der Kernargumente von Milanovićs Buch, insbesondere bezüglich der globalen Einkommensverteilung und der politischen Folgen der wirtschaftlichen Machtverschiebung. 03:32:17 – EKD, Friedensdenkschrift 2025 Wolfgang unterzieht die neue Friedensdenkschrift der EKD einer vernichtenden Kritik. Er bemängelt die Abkehr vom christlichen Pazifismus hin zur Legitimation von militärischer Aufrüstung und „rechtserhaltender Gewalt“. Das Dokument wird als theologischer Überbau für staatliche Machtinteressen und Wehrpflicht interpretiert, der das Individuum dem Gemeinwohl unterordnet und Asylrechte für Kriegsdienstverweigerer einschränkt. 04:04:27 – Aladin El-Mafaalani, Misstrauensgemeinschaften Das Buch wird als soziologisch unzureichend kritisiert, da es versucht, Vertrauen und Misstrauen ohne den Einbezug sozioökonomischer Faktoren zu erklären. Die Moderatoren bemängeln die Vermischung von Vertrauen und Vertrautheit sowie die Ausblendung der Rolle von Geld als funktionales Äquivalent für Vertrauen. Die Analyse von „Misstrauensgemeinschaften“ wird als oberflächliche Betrachtung digitaler Phänomene gewertet. 04:32:35 – Christopher Hechler, Das Ende des Kulturpasses ist ein Offenbarungseid Der Artikel thematisiert das Auslaufen des Kulturpasses und kritisiert die Misswirtschaft bei dessen Umsetzung, insbesondere das Verhältnis von Verwaltungskosten zu ausgezahlten Geldern. Es wird diskutiert, wie bürokratische Hürden den Erfolg des Projekts schmälerten und warum die Unterscheidung zwischen „guter“ Hochkultur und „schlechter“ Popkultur bei der Bewertung der Nutzung fehl am Platz ist. 04:37:47 – Jörg Häntzschel, Die potemkinsche Mediengruppe Besprechung eines Enthüllungsartikels über Wolfram Weimers Medienimperium. Es wird aufgezeigt, wie durch hochpreisige Events wie den „Ludwig-Erhard-Gipfel“ Relevanz simuliert wird, während die publizistische Reichweite der zugehörigen Magazine marginal bleibt. 04:40:35 – Rie Kudan, Tokyo Sympathy Tower Rezension des Romans über einen futuristischen Gefängnisturm in Tokio, in dem Kriminelle unter paradiesischen Bedingungen leben sollen. Das Buch verhandelt Themen wie erzwungene Positivität, Sprachmanipulation und den Einsatz von KI in der Architektur und Literatur, wird jedoch als teilweise zu konstruiert und verkopft empfunden. 04:45:59 – Sven Kalisch, Born rich or die tryin’ Vorstellung eines Substack-Artikels, der die Vermögensungleichheit und die Mechanismen der Erbengesellschaft in Deutschland empirisch fundiert darlegt. Der Text wird als gelungene Synthese aktueller Daten gelobt, die Mythen der Leistungsgesellschaft dekonstruiert und die strukturelle Natur von Reichtum aufzeigt. 04:55:33 – Johannes Martin Kränzle, Schuberts Winterreise Wolfgang empfiehlt enthusiastisch die neue Einspielung der „Winterreise“ durch Johannes Martin Kränzle und Hilko Dumno, die durch emotionale Tiefe und nuancierten Vortrag besticht. Stefan ergänzt dies mit einer etwas eigenwilligen Empfehlung für eine Johann-Strauss-Compilation von André Rieu.
- Live in Düsseldorf: Adam Tooze zur KI-Blase, Elena Esposito zu KI-Missverständnissen, Markus Gabriels KI-Gott, Christian05.12., 07:0005.12.2025, 07:0000:12:03
Alles hören Komm' in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl, auch bei Apple Podcasts und Spotify). Wenn du Salon-Stürmer bist, lade weitere Hörer von der [Gästeliste] Shownotes Wolfgang und Stefan diskutieren in einer Live-Aufzeichnung aus Düsseldorf die gesellschaftlichen und ökonomischen Auswirkungen künstlicher Intelligenz. Anhand von Einspielern der Wissenschaftler Adam Tooze, Elena Esposito, Markus Gabriel und Christian Uhle analysieren sie das Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichem Hype, technologischer Realität und menschlichem Selbstverständnis. 00:00:00 Live aus der Filmwerkstatt: Latenz und Kommunikation Die Episode beginnt mit einer Einführung in das Thema Latenz und latente Räume. Wolfgang und Stefan besprechen den Dokumentarfilm "Marlene" (1984) von Maximilian Schell über Marlene Dietrich als Beispiel für scheiternde Kommunikation und Intention. Sie ziehen Parallelen zur Interaktion zwischen Menschen und intelligenten Maschinen, bei denen die inneren Zustände des Gegenübers oft verborgen bleiben. 00:08:30 Adam Tooze: Automatisierung und Arbeitsmarkt Anhand eines Audio-Clips von Adam Tooze erörtern Wolfgang und Stefan die ökonomischen Versprechen der KI-Befürworter. Es geht um die Automatisierung von Routinearbeiten und die potenzielle Ersetzung von Arbeitsplätzen. Die Moderatoren diskutieren die These der "Bullshit-Jobs" und hinterfragen, ob Effizienzsteigerungen tatsächlich zu Entlassungen führen oder ob menschliche Arbeit in vielen Bereichen unverzichtbar bleibt, insbesondere in der Kulturindustrie und komplexen Verwaltungsprozessen. 00:15:57 Die Gefahr der KI-Blase Im zweiten Teil der Analyse zu Adam Tooze geht es um makroökonomische Szenarien. Tooze skizziert die Möglichkeit eines massiven Vermögensverlustes, sollte die KI-Blase platzen, da die erwarteten Produktivitätssprünge ausbleiben könnten. Wolfgang und Stefan analysieren die Machtverschiebungen im Silicon Valley, die Konkurrenz zwischen Tech-Giganten wie Google und Nvidia sowie die Diskrepanz zwischen Börsenbewertungen und realwirtschaftlichen Umsätzen. 00:37:40 Elena Esposito: Mustererkennung statt Verstehen Die Soziologin Elena Esposito legt in ihrem Einspieler dar, dass künstliche Intelligenz nicht versucht, menschliches Denken zu imitieren, sondern stattdessen Muster in Daten erkennt. Wolfgang und Stefan diskutieren diesen Unterschied zwischen maschineller und menschlicher Intelligenz. Sie beleuchten Espositos These, dass Maschinen gerade deshalb effizient sind, weil sie Inhalte nicht "verstehen" müssen, und übertragen dies auf organisatorische Abläufe. 00:53:25 Superintelligenz und Kommunikation Esposito äußert sich skeptisch gegenüber der Angst vor einer übermächtigen "Artificial General Intelligence" (AGI), da Maschinen keinen eigenen Willen besitzen. Die Moderatoren vertiefen daraufhin das Thema der menschlichen Kommunikation und der Rolle von Gefühlen als "Reflexionssperren" für das Unaussprechbare. Sie kontrastieren die menschliche Mitteilung mit der Ausgabe von KI-Systemen. 01:00:00 Digitale Avatare und Ethik Ein Ausschnitt aus der SRF-Sendung "Sternstunde Philosophie" mit Yves Bossart thematisiert einen südkoreanischen Fall, bei dem eine Mutter mittels VR-Technologie auf den Avatar ihrer verstorbenen Tochter trifft. Wolfgang und Stefan kritisieren die mediale Inszenierung und emotionale Ausbeutung dieses Experiments. Sie hinterfragen die Sinnhaftigkeit solcher Simulationen für die Trauerarbeit. 01:03:50 Markus Gabriel: Die Vorhersehbarkeit von Emotionen Der Philosoph Markus Gabriel argumentiert in einem Clip, dass KI-Systeme menschliche Emotionen besser vorhersagen können als Menschen selbst. Wolfgang und Stefan widersprechen dieser "Bankrotterklärung des Humanisten". Sie debattieren darüber, ob statistische Mustererkennung mit echter emotionaler Intelligenz gleichzusetzen ist und kritisieren Gabriels Faszination für die vermeintliche Überlegenheit der Systeme. 01:14:20 Christian Uhle: Simulation und Authentizität Christian Uhle hält im Kontrast zu Gabriel dagegen und betont den Wert des Authentischen. Er stellt die Frage, ob es für ein gelingendes Leben ausreicht, wenn sich etwas "echt anfühlt", oder ob die tatsächliche Begegnung zählt. Wolfgang und Stefan unterstützen Uhles Position und führen Beispiele aus der Arbeitswelt an, wie etwa die Rolle eines Notars, bei denen die menschliche Verbindlichkeit und Haftung durch KI nicht ersetzbar sind. 01:21:40 Subliminale Beeinflussung und der gläserne Mensch Markus Gabriel führt aus, dass Tech-Konzerne durch subliminale Datenerfassung mehr über die Gesellschaft wissen als die Soziologie. Die Moderatoren ordnen diese Aussagen als bekannte Kritikpunkte der Überwachungskapitalismus-Debatte ein. Sie diskutieren die These, dass KI-Systeme menschliches Verhalten modellieren, und stellen die Frage, ob dies tatsächlich ein tieferes Verständnis des Menschen bedeutet. 01:31:30 Die Zukunft der menschlichen Arbeit Christian Uhle plädiert dafür, die durch KI gewonnene Zeit in zwischenmenschliche Bereiche wie Pflege, Kunst und Bildung zu investieren. Wolfgang und Stefan begrüßen diesen pragmatischen Ansatz, weisen aber darauf hin, dass die aktuelle Investorenlogik im Silicon Valley nicht primär auf soziale Verbesserungen abzielt. Sie diskutieren den Widerspruch zwischen technologischen Utopien und der realen Unterfinanzierung von Care-Arbeit. 01:41:40 Theologische Überhöhung: KI als Gott Zum Abschluss wird Markus Gabriels Metapher diskutiert, die KI sei mit traditionellen Gottesvorstellungen vergleichbar. Er schlägt vor, die KI durch unvorhersehbares Verhalten ("Muu" sagen) zu verwirren. Wolfgang und Stefan kritisieren diese Mystifizierung der Technologie scharf. Sie werten dies als eine Form der Unterwerfung unter die Narrative der Tech-Milliardäre und plädieren stattdessen für eine nüchterne politische und soziale Gestaltung der Technologie.
- Schirachs Sicht, El-Mafaalanis Vertrauen, Social Media Schaden, Wirtschaftsweise, Kritik an Weimer, Palantir-Phantasie28.11., 19:2028.11.2025, 19:2004:52:32
Shownotes Die Episode widmet sich ausführlich einer kritischen Analyse der medialen Omnipräsenz und der Argumentationsmuster von Ferdinand von Schirach. Zudem diskutieren Wolfgang und Stefan über die Vertrauenskrise in Institutionen, wirtschaftspolitische Kontroversen und aktuelle Recherchen zu politischer Einflussnahme. 00:00:00 Es war November Stefan und Wolfgang beginnen mit einer Betrachtung des Konsumverhaltens bei Lebensmitteln, wobei sie das Spannungsfeld zwischen Geschmack und Tierwohl erörtern. Zudem thematisieren sie die Lärmbelastung in der Gastronomie und deren Auswirkungen auf die Aufenthaltsqualität. 00:00:57 Ernährungs- & Reiseberichte Stefan berichtet von seinem Besuch der Sagrada Família in Barcelona und hebt das Lichtkonzept von Antoni Gaudí hervor. Die Moderatoren tauschen sich über die touristische Erschließung und die Atmosphäre europäischer Kulturdenkmäler aus. 00:08:56 Ferdinand von Schirach In diesem ausführlichen Segment analysieren Wolfgang und Stefan mehrere Medienauftritte von Ferdinand von Schirach. Sie kritisieren seine Weigerung, sich aufgrund seines Familiennamens zur israelischen Regierungspolitik zu äußern, und hinterfragen seine Vorschläge zur Reform der Demokratie, wie etwa eine siebenjährige Kanzlerschaft. Zudem diskutieren sie Schirachs Thesen zu Wahrheit in der Politik und seine Haltung zu sozialen Problemen im Vergleich zu seinen Forderungen nach "großen Lösungen" statt politischem "Flickenteppich". 02:09:45 Salon-Hinweise Wolfgang und Stefan kündigen die Lektüre des Buches "The Great Global Transformation" des Ökonomen Branko Milanović an, das sich mit globaler Ungleichheit und geoökonomischen Verschiebungen befasst. 02:16:16 Social Media ist net negative Stefan zitiert Daten zu den immensen wirtschaftlichen Schäden durch Online-Betrug und stellt die These zur Diskussion, ob Social Media mittlerweile als "netto negative" Technologie zu bewerten sei. Es wird erörtert, ob die Gewinne der Plattformbetreiber die gesellschaftlichen Kosten noch rechtfertigen. 02:24:17 Gedenkstätten Das Gespräch dreht sich um das aktualisierte Gedenkstättenkonzept des Bundes. Die Moderatoren kritisieren die Fokussierung auf die NS- und DDR-Diktatur bei gleichzeitiger Auslagerung der deutschen Kolonialgeschichte in andere Verantwortungsbereiche. 02:29:10 Vertrauen und Recht bei Aladin El-Mafaalani und Anne Brorhilker Anhand eines Podcast-Auftritts von Aladin El-Mafaalani diskutieren Stefan und Wolfgang den Unterschied zwischen Vertrauen und Glauben in gesellschaftliche Systeme. Sie kontrastieren dies mit den Schilderungen der ehemaligen Staatsanwältin Anne Brorhilker zur Cum-Ex-Aufarbeitung und stellen die These auf, dass der Staat wohlhabenden Akteuren zu viel Vertrauen entgegenbringt, während andere Bevölkerungsgruppen strenger kontrolliert werden. 03:48:22 Wirtschaftsweisenkontroverse Thema ist das Herbstgutachten des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Stefan und Wolfgang analysieren den Dissens zwischen Veronika Grimm und der Ratsmehrheit, insbesondere Achim Truger. Diskutiert werden Grimms Minderheitenvotum gegen Vermögenssteuern und Trugers Gegenargumente bezüglich der Unternehmensbesteuerung und der wirtschaftlichen Folgen von Grimms Vorschlägen. 04:17:22 Menschenjagd im Krieg Stefan referiert über Berichte, wonach während des Bosnienkriegs wohlhabende Europäer gegen Bezahlung an einer "Menschenjagd" in Sarajevo teilgenommen haben sollen. Die Moderatoren ordnen diese Recherchen historisch ein. 04:21:27 Palantir Phantasien Anhand eines Interviews mit Shyam Sankar, CTO von Palantir, besprechen Wolfgang und Stefan die Verflechtung von Technologieunternehmen mit dem US-Militär und der Unterhaltungsindustrie. Sie analysieren, wie ideologische Inhalte über Technologie und Filme transportiert werden. 04:27:46 Kritik an Weimer Die Moderatoren greifen Berichte von Portalen wie Apollo News und Nius auf, die dem Verleger Wolfram Weimer vorwerfen, Zugang zu politischen Entscheidungsträgern verkauft zu haben. Sie beleuchten die Reaktion von Friedrich Merz auf diese Vorwürfe und die Dynamik innerhalb des konservativen Medienlagers.
- ZERSTÖRUNGSLUST - Aktuelle Salonlektüre16.11., 06:0016.11.2025, 06:0000:15:49
Werbung: Präsentiert von Incogni. Hol dir deine persönlichen Daten zurück mit Incogni! Nutzt den Code ZWANZIGER über den Link unten und erhaltet 60% Rabatt auf das Jahresabo: incogni.com/zwanziger Kleines Sonntagsfeuilleton. Ihr findet den vollständigen Salon zum Buch ZERSTÖRUNGSLUST von Carolin Amlinger, Oliver Nachtwey in unserem Salon.
- Haftbefehl, Nina Chuba, Zerstörungslust, Salon-Lektüre07.11., 06:0007.11.2025, 06:0000:38:35
Shownotes, Literatur, Live-Termine 2026: https://steady.page/de/neuezwanziger/posts/df09c582-1b71-4fb3-90b1-a0d09d96b0cf
- Merz' Stadtbild, Ahrens/Bender AfD-Pessimismus, Hüther/Rürup Industriepolitik, Reichtum30.10., 06:0030.10.2025, 06:0004:41:22
Alles hören Komm' in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl, auch bei Apple Podcasts und Spotify). Wenn du Salon-Stürmer bist, lade weitere Hörer von der [Gästeliste] Es war Oktober Wolfgang und Stefan analysieren Friedrich Merz' Äußerungen zum "Stadtbild" und die daraus resultierende Rassismusdebatte. Außerdem erörtern sie die psychologischen und medialen Gründe für den Erfolg der AfD und befassen sich mit der prekären Lage der deutschen Wirtschaft sowie der Notwendigkeit einer neuen Industriepolitik. 00:01:44 Werbung: Märkte, Mächte, Emissionen mit Adam Tooze In diesem Werbeblock empfehlen Stefan und Wolfgang den Podcast "Märkte, Mächte, Emissionen" der Heinrich-Böll-Stiftung, den sie als Fans des Wirtschaftshistorikers Adam Tooze selbst hören. Sie heben eine aktuelle Folge hervor, die sich mit Chinas Klimazielen und dem Solarboom in Pakistan beschäftigt. 00:00:56 Stadtbild Frankfurt Wolfgang berichtet von seinen Beobachtungen in Frankfurt und widerspricht der These von Richard David Precht, dass die Gesellschaft von lauten, nach Aufmerksamkeit suchenden Individuen geprägt sei. Stattdessen beobachtet er den Modetrend des "Normcore", der auf Unauffälligkeit und Zurückhaltung setzt. Anschließend analysieren Wolfgang und Stefan die Äußerungen von Friedrich Merz zum "Stadtbild", die als rassistisch kritisiert wurden. Stefan beschreibt die schrittweise Eskalation der Debatte, von Merz' ursprünglicher Aussage über seinen Verweis auf die Sicherheit von Töchtern bis hin zu einer Demonstration von Frauen vor der CDU-Zentrale. Wolfgang ergänzt die Diskussion durch die Wiedergabe von Audio-Clips aus dem Internet, in denen Personen mit Migrationshintergrund Merz' Position unterstützen und eine härtere staatliche Gangart befürworten. Sie diskutieren, ob diese Haltung primär von Rassismus oder von einem zugrunde liegenden Sozialdarwinismus geprägt ist. 00:57:21 Erik Ahrens und Justus Bender erklären die AfD Wolfgang und Stefan arbeiten anhand von Ausschnitten aus zwei verschiedenen Podcasts die Thesen von Erik Ahrens (ehemaliger AfD-Stratege) und Justus Bender (FAZ-Journalist) zum Erfolg der AfD heraus. Beide stellen fest, dass die Wähler der Partei von einem tiefen Pessimismus, Zukunftsangst und dem Gefühl der Orientierungslosigkeit geprägt sind, was Ahrens als "politisierte Depression" bezeichnet. Bender führt aus, dass diese Wähler einen starken Ordnungsdrang und eine hohe Empfänglichkeit für Ängste (Neurotizismus) aufweisen. Ahrens nutzt die Analogie des "Meeresgrunds", auf dem die AfD all jene auffängt, die aus der Gesellschaft herausfallen. Bender erklärt, dass die AfD in den sozialen Medien nicht durch strategische Brillanz, sondern durch Authentizität erfolgreich sei, da ihre Vertreter ihre Emotionen ungefiltert kommunizieren. Ahrens schlägt als Gegenstrategie vor, die AfD und ihre Anhänger nach deren eigenen sozialdarwinistischen Maßstäben als "Asoziale" und "gescheitert" zu konfrontieren. 02:39:15 Salon-Hinweise Wolfgang und Stefan weisen auf den nächsten Salon hin. Dort werden sie das Buch "Zerstörungslust: Elemente des demokratischen Faschismus" von Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey diskutieren. Wolfgang kündigt an, sich in diesem Rahmen auch mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) und der Debatte um eine mögliche Neuauszählung der Bundestagswahlstimmen zu beschäftigen. 02:42:39 Bert Rürup und Michael Hüther fragen nach Industriepolitik Anhand von Ausschnitten aus dem Podcast "Handelsblatt Economic Challenges" diskutieren Wolfgang und Stefan die Analyse der Ökonomen Bert Rürup und Michael Hüther zur deutschen Wirtschaftslage. Diese konstatieren, dass sich Deutschland seit 2023 im dritten Rezessionsjahr in Folge befindet, was es in der Geschichte der Bundesrepublik noch nicht gegeben habe. Gleichzeitig verzeichnen die DAX-Konzerne Rekordgewinne, was auf ihre Emanzipation vom nationalen Standort zurückzuführen sei, da sie ihre Gewinne überwiegend im Ausland erwirtschaften. Die Ökonomen diagnostizieren eine fortschreitende Deindustrialisierung in Deutschland, insbesondere in energieintensiven Branchen, da die großen Konzerne ihre Produktionsstätten verlagern und die heimischen Zulieferer zurückbleiben. Kritisiert wird auch das von Wirtschaftsministerin Kerstin Griese (CDU) beratene Gutachten zur "Wachstumsagenda", das die Realität der deutschen Wirtschaft ignoriere und auf eine veraltete Ordnungspolitik setze. Abschließend wird die geringe volkswirtschaftliche Rendite von Rüstungsausgaben im Vergleich zu Investitionen in Infrastruktur, Betreuung oder Bildung thematisiert. 04:06:56 Reichtum Wolfgang und Stefan thematisieren Reichtum und die damit einhergehende Entkopplung von der Lebensrealität der meisten Menschen. Sie spielen Clips aus dem US-amerikanischen "All-In-Podcast" ein, in dem Milliardäre über ihre Erfahrungen in der First Class von Emirates sprechen und sich darüber beklagen, dass der Staat sich immer nur um die Probleme der Konsumenten, nicht aber um die der großen Fondsmanager kümmere. Dem gegenübergestellt werden Ausschnitte mit Bernie Sanders, der die Machtansprüche von Tech-Milliardären kritisiert, und Jabari Brisport, der die wachsende Kluft zwischen Lebenshaltungskosten und dem Vertrauen in die Demokratie in New York beschreibt. Richard David Precht schlägt bei Markus Lanz eine Mikrosteuer auf Finanztransaktionen als Umverteilungsinstrument vor. Abschließend plädiert Scott Galloway für eine radikale Umverteilung durch hohe Steuern auf Konzerne und Spitzenverdiener, um gesamtgesellschaftliche Aufgaben zu finanzieren.
- Salon-Einführung: Wir lesen Prechts Angststillstand26.10., 07:0026.10.2025, 07:0000:20:36
Precht in aller Munde. Zu recht? Wir haben ANGSTSTILLSTAND von Richard David Precht gelesen und möchten, dass Du in den Salon kommst, um diese und hunderte weitere Buch- und Lektürebesprechungen zu hören. Also, komm' in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl, auch bei Apple Podcasts und Spotify).