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226- #206 Ataraxia. Warum Gelassenheit eine Form von Stärke ist.20.05., 00:0120.05.2026, 00:0100:31:59
Wie du zwischen Krisen und Nachrichten bei dir bleibst. „Das höchste Glück des Menschen liegt in der Seelenruhe.“ (Epikur) Krisen, Konflikte, schlechte Nachrichten: Vieles in unserer Zeit bindet unsere Aufmerksamkeit und zerrt an unserer inneren Ruhe. Umso aktueller wirkt ein antiker griechischer Begriff: Ataraxia. Gemeint ist eine Haltung der Seelenruhe, Unerschütterlichkeit und heiteren Gelassenheit, wie sie Stoiker und Epikureer als Voraussetzung und Zeichen für ein glückliches Leben verstanden haben. In dieser Folge sprechen Albert und Jan darüber, warum Ataraxia nichts mit Gleichgültigkeit zu tun hat, weshalb wir lernen müssen, zwischen dem Beeinflussbaren und dem Unverfügbaren zu unterscheiden und wie man auch in schwierigen Zeiten bei sich selbst bleiben kann. Es geht um innere Stabilität, den Umgang mit Sorgen und Ängsten und die Frage, warum die wahre Stärke vielleicht gerade darin liegt, nicht alles erzwingen zu wollen. Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Epikur, Sokrates, Seneca, Epiktet, Demokrit, Buddha, Viktor Frankl, Konfuzius Weiterführende Links: „Auf der Suche nach Gelassenheit“ Deutschlandfunk-Kultur-Beitrag über Reizüberflutung, innere Unruhe und die Frage, warum Gelassenheit in einer beschleunigten und digitalisierten Welt zu einer immer wichtigeren Fähigkeit wird. Der Artikel beleuchtet außerdem, wie permanente Erreichbarkeit, Aktivismus und Selbstoptimierung unsere innere Balance beeinflussen können. „Gelassen und sicher im Stress“ Spektrum-Leseprobe zum Thema Resilienz und Stresskompetenz. Der Psychotherapeut Gert Kaluza beschreibt darin, wie Menschen lernen können, mit Belastungen gelassener umzugehen, ihre innere Widerstandskraft zu stärken und im Alltag bewusster zwischen Anspannung und Regeneration zu balancieren. Im Mittelpunkt stehen dabei Selbstreflexion, mentale Haltung und praktische Strategien für mehr innere Stabilität. Das „Pudelkern-Buch“ bei Amazon bestellen und gerne bewerten.
- #205 Zufall. Das Leben passiert, während wir noch planen.13.05., 00:0113.05.2026, 00:0100:33:42
Über Gelassenheit, Perspektivwechsel und die Kunst, das Ungeplante anzunehmen. „Zufälle sind unvorhergesehene Ereignisse, die einen Sinn haben.“ (Diogenes von Sinope) Wir planen, organisieren und versuchen, unser Leben möglichst gut im Griff zu haben. Und doch passiert vieles gerade dann, wenn wir nicht damit rechnen: Eine verpasste Fähre führt zu einer unerwarteten Begegnung, ein Umweg verändert einen ganzen Tag, ein scheinbares Unglück eröffnet plötzlich neue Möglichkeiten. Der Zufall begleitet unser Leben ständig. Mal als glückliche Fügung, mal als schmerzhafte Vereitelung unserer Pläne. In dieser Pudelkern-Folge sprechen Albert und Jan darüber, warum gerade das Unverfügbare eine wichtige Rolle für ein gelingendes Leben spielt. Dabei geht es um die philosophische Frage, ob der Zufall eher Bedrohung oder Bereicherung ist und warum viele antike Philosophen davor warnten, äußere Ereignisse vorschnell als Glück oder Unglück zu bewerten. Denn oft zeigt sich erst später, was ein Ereignis wirklich bedeutet. Die Folge kreist um Themen wie Gelassenheit, Perspektivwechsel und die Kunst, aus allem etwas Gutes zu machen. Oder wie die Daoisten sagen würden: nicht gegen den natürlichen Gang der Dinge kämpfen, sondern lernen mitzuschwingen. Vielleicht liegt genau darin eine wichtige Erkenntnis für das Leben: offen zu bleiben für das, was ungeplant geschieht. Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Epikur, Sokrates, Epiktet, Seneca, Konfuzius, Laotse, Hartmut Rosa, Hans Erich Nossack, Buddha, Cicero, Viktor Frankl, Johann Wolfgang von Goethe Weiterführende Links: „Faktor Glück“ Psychologie Heute-Artikel über die Rolle von Zufall, Haltung und äußeren Umständen für unser Glücksempfinden – und warum erfülltes Leben oft weniger planbar ist, als wir glauben. Der Beitrag beleuchtet außerdem, weshalb Beziehungen, Sinn und persönliche Einstellungen langfristig wichtiger für Zufriedenheit sind als bloßer Erfolg oder Kontrolle. „Unverfügbarkeit“ Buch von Hartmut Rosa über die These, dass sich die wirklich wichtigen Dinge des Lebens, Resonanz, Beziehung, Lebendigkeit oder Glück, nicht vollständig planen oder kontrollieren lassen. Das „Pudelkern-Buch“ bei Amazon bestellen und gerne bewerten.
- #204 Das Leben ist kein Business Case. Was Wirtschaft mit unserem Leben macht.06.05., 00:0106.05.2026, 00:0101:05:48
Interview mit dem ehemaligen McKinsey-Berater und Philosophen Dr. Carsten Lotz. „Der andere ist kein Konkurrent, die Zeit ist nicht knapp, und die Welt ist kein Business Case.“ (Dr. Carsten Lotz) Wirtschaft durchdringt unser gesamtes Leben. Sie strukturiert unsere Arbeit, unsere Städte und längst auch unser Denken. Wir rechnen, vergleichen, optimieren. Wir fragen nach Nutzen, Effizienz und Rendite. Selbst Freundschaft wird zur „Beziehungsinvestition“, Freizeit zur „Quality Time“. Doch was passiert, wenn wir uns dieser Logik zumindest hin und wieder entziehen? In dieser Folge sprechen Albert und Jan mit dem Philosophen, Theologen und ehemaligen McKinsey-Partner Carsten Lotz über die Ökonomisierung unserer Lebenswelt. Über ein Denken, das uns Wohlstand gebracht hat und gleichzeitig droht, unsere Sicht auf das Leben zu verengen. Carsten Lotz kennt beide Seiten: 17 Jahre lang arbeitete er bei der weltgrößten Unternehmensberatung in der „Herzkammer der Wirtschaft“, bevor er sich bewusst entschied, auszusteigen und sich wieder ganz dem Nachdenken zu widmen. Seine These: Wirtschaft ist ein mächtiges Werkzeug, aber kein geeignetes Weltbild für alle Bereiche des Lebens. Denn sie vernachlässigt die Dimensionen eines gelingenden Lebens: Muße, Beziehung und Sinn. Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Aristoteles, Laotse, Niklas Luhmann, John Stuart Mill, Hartmut Rosa Weiterführende Links: „Wir müssen effizient sein“ Beitrag in Psychologie Heute über die These der Soziologin Vera King, dass sich der gesellschaftliche Effizienzdruck längst auf nahezu alle Lebensbereiche ausgedehnt hat und unser Denken, Fühlen und Handeln zunehmend prägt. „Ökonomische Psychologie“ Eintrag im Spektrum Lexikon der Psychologie über ein interdisziplinäres Forschungsfeld, das untersucht, wie Menschen wirtschaftliche Situationen wahrnehmen, bewerten und entscheiden und warum sie dabei oft nicht rein rational handeln. „Wirtschaft als erste Philosophie“ Carsten Lotz‘ aktuelles Buch. Website von Carsten Lotz.
- #203 Bhagavadgita. Wie können wir ohne Angst handeln und mit innerer Freiheit gut leben.29.04., 00:0129.04.2026, 00:0100:38:39
„Das Werk zu tun sei dein Beruf, nicht kümmre dich’s, ob es gelang, begehre nie der Taten Frucht.“ (Bhagavadgita) Diese Pudelkern-Folge widmet sich einem der bedeutendsten Weisheitstexte der indischen Antike, dem zentralen Lehrgedicht des Hinduismus: der Bhagavadgita. Entstanden im alten Indien, erzählt sie kein fernes Märchen, sondern ein zutiefst menschliches Drama: Arjuna steht vor einer Entscheidung, zweifelt, verzweifelt fast und sucht Orientierung. Mitten auf dem Schlachtfeld des Lebens beginnt ein Gespräch mit dem Gott Krishna über Verantwortung, Angst, Sinn und inneren Frieden. Albert und Jan sprechen darüber, warum die Bhagavadgita bis heute so aktuell ist: Wie kann man handeln, ohne sich vom Erfolg abhängig zu machen? Wie findet man den eigenen Weg, statt ständig andere zu kopieren? Was hilft gegen Überforderung, Druck und Entscheidungsangst? Und warum liegt wahre Freiheit vielleicht nicht darin, alles kontrollieren zu wollen, sondern das Richtige zu tun und dann loszulassen. Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Buddha, Konfuzius, Seneca, Mark Aurel, Demokrit, Zhuangzi, Sokrates, Goethe, Albert Schweitzer, Paramahansa Yogananda Weiterführende Links: „The Bhagavad Gita and The Stoics: 5 Key Timeless Lessons“. Artikel bei Daily Stoic über die Parallelen zwischen Bhagavad Gita und stoischer Philosophie, etwa Gelassenheit, Pflichtbewusstsein, Selbstführung und die Konzentration auf den eigenen Handlungsbereich. „Bhagavadgītā. Das Lied der Gottheit“ Das ist die in der Folge von Albert empfohlene Reclam-Ausgabe zum Originaltext übersetzt von Robert Boxberger mit Erläuterungen zum Text und einem Nachwort zur Wirkungsgeschichte der Gita. „Die Philosophie der Bhagavad Gita – Der Geist der wahren Entsagung“ Artikel bei Yoga Vidya über die zentrale Lehre der Bhagavad Gita: inneres Loslassen, Gleichgewicht im Handeln und die Verbindung von Pflicht, Gelassenheit und spiritueller Entwicklung mitten im Leben.
- #202 Luft. Warum uns das Unsichtbare trägt. Interview mit Prof. Dr. Jens Soentgen.22.04., 00:0122.04.2026, 00:0100:42:01
„Die Luft ist fast nichts, aber dieses fast nichts verbindet alles.“ (Prof. Dr. Jens Soentgen) Luft ist das Selbstverständlichste der Welt und vielleicht gerade deshalb das Übersehenste. Sie umgibt uns ständig, trägt unsere Stimmen, unsere Gerüche, unsere Stimmungen und jeden einzelnen Atemzug. In dieser Folge sprechen Albert und Jan mit dem Chemiker, Philosophen und Umweltforscher Jens Soentgen über ein Element, das wir kaum beachten und ohne das wir keine Minute leben könnten. Im Gespräch wird deutlich: Luft ist weit mehr als ein Gasgemisch aus Sauerstoff und Stickstoff. Sie ist Verbindungsraum zwischen Menschen, Tieren, Pflanzen und Welt. Sie trägt Sprache, Erinnerungen, Atmosphäre und beeinflusst unser Wohlbefinden stärker, als uns oft bewusst ist. Warum beruhigt bewusstes Atmen? Weshalb tut uns frische Luft so gut? Und was verlieren wir, wenn wir uns immer mehr in klimatisierte Innenräume zurückziehen? Die Folge verbindet Naturwissenschaft und praktische Philosophie. Es geht um Atemtechniken, die Bedeutung von Gerüchen, die Weisheit alter Traditionen von Yoga bis Stoa und um die Frage, wie wir durch mehr Luftbewusstsein gelassener, gesünder und verbundener leben können. Eine Folge über das Unsichtbare, das uns trägt und darüber, warum es klug sein kann, öfter das Fenster zu öffnen, rauszugehen und einmal tief durchzuatmen. Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Aristoteles, Seneca, Marsilio Ficino, Patanjali, Herder Weiterführende Links: Luft. Eine Entdeckungsreise zwischen Erde und Himmel. Das aktuelle Buch von Jens Soentgen über das unterschätzte Element Luft. Pranayama, klassische Atemübungen aus der Yoga-Tradition zur Beruhigung, Konzentration und Regulation des Nervensystems. Shinrin Yoku / Waldbaden: japanischer Ansatz, der die positive Wirkung von Natur, Waldluft und bewusster Wahrnehmung auf Körper und Psyche untersucht.
- #201 Warum Beziehungen der Schlüssel zu einem gelingenden Leben sind.15.04., 00:0115.04.2026, 00:0100:31:35
„Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“ (Martin Buber) Wir denken bei Beziehungen oft an die großen Verbindungen unseres Lebens: Freundschaft, Familie, Partnerschaft. Doch ein Großteil unseres Alltags besteht aus flüchtigen Begegnungen. Ein kurzer Blick, ein Lächeln, ein paar Worte. Und genau darin könnte etwas Wichtiges liegen. In dieser Pudelkern-Folge sprechen Albert und Jan darüber, warum gerade diese kleinen Momente einen großen Einfluss auf unser Lebensgefühl haben und weshalb ein gelingendes Leben auch von dem Gefühl der Verbundenheit zu unseren Mitmenschen abhängt. Dabei wird deutlich: Beziehungen finden auf unterschiedlichen Ebenen statt. Von zufälligen Begegnungen bis hin zu engen Freundschaften und alle lassen sich bewusst gestalten. Entscheidend ist eine innere Haltung der Zugewandtheit und Gelassenheit. Denn Resonanz entsteht nicht durch Planung, sondern durch Offenheit für das Unvorhersehbare. Die zentrale Frage lautet daher: Wie begegne ich anderen und was verändert sich, wenn ich jede Begegnung ein Stück positiver gestalte? Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Konfuzius, Seneca, Epikur, Mencius, Martin Buber, Martin Heidegger, Hartmut Rosa Weiterführende Links: „Fünf Freunde“ Psychologie Heute-Artikel von Birgit Schreiber über die Bedeutung von Freundschaften für Gesundheit, Wohlbefinden und ein gelingendes Leben und warum stabile soziale Beziehungen einen entscheidenden Einfluss auf Lebensqualität und sogar die Lebenserwartung haben können. „Deutschlands beste Busfahrerin“ Link zu der in der Folge erwähnten BR-Reportage zur besonders sym- und empathischen Busfahrerin aus Oberfranken. Das „Pudelkern-Buch“ bei Amazon bestellen und gerne bewerten.
- #200 Warum wir mehr Chaos brauchen, als wir denken.08.04., 00:0108.04.2026, 00:0100:29:01
„Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.“ (Friedrich Nietzsche) Wir lieben Ordnung. Struktur, Kontrolle. Ein durchgeplanter Alltag gibt Sicherheit und Orientierung. Doch das Leben hält sich selten daran. Zwischen Planung und Zufall, Kontrolle und Kontrollverlust, Stabilität und Umbruch erleben wir immer wieder Phasen, die sich eher nach Chaos als nach Klarheit anfühlen. Und genau darin könnte etwas Wichtiges liegen. In dieser Pudelkern-Folge sprechen Albert und Jan darüber, warum Chaos nicht nur ein Störfaktor ist, sondern eine zentrale Quelle für Lebendigkeit, Kreativität und persönliches Wachstum sein kann. Es geht um die Frage, wie viel Unordnung ein gutes Leben braucht und warum wir lernen sollten, dem Chaos nicht nur zu widerstehen, sondern es als Teil unseres Lebens zu begreifen. Denn vielleicht entsteht das Neue gerade dort, wo wir die Kontrolle verlieren. Vielleicht liegt im Ungeordneten nicht das Problem, sondern der Anfang von etwas, das wir vorher noch gar nicht sehen konnten. Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Platon, Friedrich Nietzsche, Karl Jaspers, Weiterführende Links: „Das Chaos meistern“ Spektrum der Wissenschaft-Artikel von William L. Ditto und Louis M. Pecora darüber, was Chaos in wissenschaftlichem Sinne bedeutet und warum es nicht nur unberechenbar, sondern auch überraschend nützlich sein kann, etwa weil sich durch kleine Eingriffe chaotische Systeme gezielt beeinflussen und sogar stabilisieren lassen. „Creativity“ Stanford Encyclopedia of Philosophy: Überblicksartikel von Elliot Samuel Paul und Dustin Stokes darüber, was Kreativität eigentlich ausmacht, warum sie mehr ist als nur „Neues hervorbringen“ und welche Rolle Faktoren wie Imagination, Originalität und Kontext dabei spielen. „Wildness as a Critical Border Concept“ ResearchGate-Artikel über Nietzsches Verständnis von Wildheit als Gegenpol zu Ordnung und Kontrolle und darüber, warum das Ungezügelte und Unvorhersehbare eine wichtige Rolle für Entwicklung, Kreativität und ein lebendiges Leben spielt. Das „Pudelkern-Buch“ bei Amazon bestellen und gerne bewerten.
- #199 Überforderung. Warum wir Kontrolle suchen und Kraft im Loslassen finden. Interview mit Prof. Dr. Eva Asselmann.01.04., 00:0101.04.2026, 00:0100:45:38
„Überforderung entsteht durch den Mix aus Anforderungen, Erwartungen und Optionen.“ (Prof. Dr. Eva Asselmann) Überforderung ist längst kein Ausnahmezustand mehr, sie ist zum Grundrauschen unserer Zeit geworden. Wir leben sicherer und komfortabler denn je und fühlen uns gleichzeitig erschöpfter und getriebener. In dieser Folge sprechen Albert und Jan mit der Psychologin Prof. Dr. Eva Asselmann über das „Zuviel“ unserer Zeit: Tempo, Reizüberflutung, Kontrollverlust und die Frage, warum wir uns trotz aller Möglichkeiten oft ohnmächtig fühlen. Eva erklärt, warum Überforderung kein individuelles Versagen ist, sondern ein strukturelles Phänomen. Nicht äußere Krisen sind das Problem, sondern die Verdichtung von Anforderungen und Erwartungen. Im Zentrum steht dabei ein Gefühl: der Verlust von Kontrolle über das eigene Leben. Im Gespräch geht es um Beschleunigung, die Illusion von Kontrolle und die Folgen von chronischem Stress, aber auch um einen Perspektivwechsel: weg vom Anspruch, alles im Griff zu haben, hin zu mehr Selbstwirksamkeit. Die Philosophie liefert die Tiefenschärfe: von stoischer Gelassenheit bis zu Senecas Warnung vor Zerstreuung. Eine Folge über Maß, innere Führung und die Frage, wie wir im Zuviel bei uns bleiben können. Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Sokrates, Seneca, Bljuma Zeigarnik, Byung-Chul Han Weiterführende Links: „Überforderung des Individuums“ Beitrag beim Deutschlandfunk über die These, dass moderne Freiheit und Individualisierung nicht nur neue Möglichkeiten schaffen, sondern auch zu wachsender psychischer Belastung führen, weil Verantwortung, Selbststeuerung und Lebensgestaltung zunehmend beim Einzelnen liegen. „Viele finden Leistung belastend“ Beitrag bei Psychologie Heute über die These, dass Leistung heute häufig als Druck erlebt wird, obwohl sie auch als sinnstiftende und positive Erfahrung verstanden werden kann, wenn sie anerkannt und richtig eingeordnet wird. „Too much.“ Eva Asselmanns aktuelles Buch darüber, was ein verkanntes Gefühl über unsere Gesellschaft verrät. Website von Eva
- #198 Warum Gegensätze zum Leben gehören und wir lernen müssen, sie auszuhalten.25.03., 00:0125.03.2026, 00:0100:29:02
„Gegensätze fügen sich zusammen, und aus dem Widerstreit entsteht die schönste Harmonie.“ (Heraklit) Wir lieben klare Antworten. Richtig oder falsch. Gut oder schlecht. Entweder, oder. Doch das Leben hält sich selten daran. Zwischen Nähe und Freiheit, Stärke und Verletzlichkeit, Sicherheit und Veränderung erleben wir uns oft gleichzeitig in widersprüchlichen Gefühlen und Haltungen. Diese Ambivalenzen können verunsichern und sind doch kein Fehler, sondern ein Wesensmerkmal des menschlichen Lebens. In dieser Pudelkern-Folge sprechen Albert und Jan darüber, warum Gegensätze nicht aufgelöst, sondern verstanden und integriert werden wollen. Wir sollten diese Spannungen aushalten und immer wieder neu auszubalancieren. Es geht um die Kunst, zwischen verschiedenen Polen zu leben, ohne daran zu zerbrechen und darum, wie aus Gegensätzen nicht Zerrissenheit, sondern Lebendigkeit entstehen kann. Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Aristoteles, Heraklit, Zhuangzi, Epiktet, Platon, Empedokles, Hegel Weiterführende Links: „Harmonie durch Gegensatz“ Essay von Renate Knoblauch auf Treffpunkt Philosophie über die Idee, dass echte Harmonie nicht im Gleichklang, sondern im Zusammenspiel von Gegensätzen entsteht. „Intelligente Gefühle“ Online-Interview der Frankfurter Rundschau mit Jan Slaby, Juniorprofessor für Philosophie an der FU Berlin über die enge Verbindung von Emotion und Verstand und die Idee, dass Gefühle eine eigene Form von „Intelligenz“ besitzen, die unser Handeln und unsere Wahrnehmung der Welt prägt. Das „Pudelkern-Buch“ bei Amazon bestellen und gerne bewerten.
- #197 Sonderfolge Podcasthon: Nicht genesen Kids e.V. Wenn aus einem Schicksalsschlag Hilfe für viele wird.20.03., 00:0120.03.2026, 00:0100:38:40
„Das Leben hat einen Sinn und behält ihn unter allen Umständen, auch im Leiden." (Viktor Frankl) Diese Sonderfolge von Der Pudel und der Kern entsteht im Rahmen der internationalen Initiative Podcasthon, bei der Podcasts weltweit ihre Reichweite nutzen, um auf gemeinnützige Organisationen aufmerksam zu machen. In dieser Episode sprechen Jan und Albert mit Magdalena Riepl, Vorstandsmitglied des Vereins NichtGenesenKids e.V., über Engagement, Resilienz und die Kraft von Gemeinschaft. Magdalena berichtet von ihrer Tochter Elli, die nach einer Corona-Infektion schwer an ME/CFS, einer besonders schweren Form von Long-Covid erkrankte und heute vollständig bettgebunden ist. Die Erkrankung stellt nicht nur das Leben eines Kindes, sondern das einer ganzen Familie auf den Kopf: Schule, Freundschaften, Alltag, vieles ist plötzlich nicht mehr möglich. Gleichzeitig schildert Magdalena eindrücklich, wie Familien oft zusätzlich mit bürokratischen Hürden kämpfen müssen, etwa bei medizinischer Versorgung, Hilfsmitteln oder Anerkennung der Erkrankung. Aus dieser Erfahrung heraus entstand der Verein NichtGenesenKids e.V. Er vernetzt betroffene Familien in ganz Deutschland, bietet Austausch, fachliche Einordnungen zu medizinischen und sozialrechtlichen Fragestellungen, Online-Veranstaltungen und Orientierung im Umgang mit den Herausforderungen des Alltags. Das zentrale Anliegen: Eltern und Kinder sollen wissen, dass sie mit ihrer Situation nicht allein sind und gemeinsam Wege finden, mit einer extrem belastenden Krankheit umzugehen. Philosophisch eingeordnet wird das Gespräch von Albert, der aufzeigt, wie antike Philosophen mit Leid, Schicksalsschlägen und menschlicher Verbundenheit umgingen. Dabei wird deutlich: Engagement für andere, Solidarität und Gemeinschaft können eine entscheidende Kraftquelle sein, gerade in Situationen, die sich nicht einfach lösen lassen. Über Podcasthon Podcasthon ist eine internationale Initiative, bei der Podcasterinnen und Podcaster weltweit ihre Plattform nutzen, um gemeinnützige Organisationen sichtbar zu machen. Ziel ist es, soziale Projekte zu unterstützen, Aufmerksamkeit zu schaffen und Menschen zum Engagement zu inspirieren. Mehr Informationen: https://podcasthon.org/de Unterstützen: NichtGenesenKids e.V. NichtGenesenKids e.V. ist eine gemeinnützige Selbsthilfeorganisation für Familien mit Kindern und Jugendlichen, die an Post-Covid, Post-Vac oder ME/CFS erkrankt sind, sowie für alle, die selbst betroffen sind oder Betroffene begleiten. Der Verein bietet Vernetzung, Beratung, Informationsmaterial und Online-Formate für Betroffene und Angehörige. Der Verein ist vollständig ehrenamtlich organisiert. Unterstützen oder informieren: https://nichtgenesenkids.de Spenden helfen u. a. dabei, Informations- und Aufklärungsarbeit zu leisten, Online-Veranstaltungen für betroffene Familien zu finanzieren, medizinische und sozialrechtliche Fragestellungen verständlich einzuordnen, Gemeinschaft und Austausch für Eltern und Kinder zu ermöglichen. Spenden an NichtGenesenKids e.V. IBAN: DE22 7505 0000 0027 7981 56 Sparkasse Regensburg Oder über die Paypal-ID: spenden@nichtgenesenkids.de
- #196 Sonderfolge Podcasthon: Kultur Konvoi. Musik, Engagement und die Kraft der Verbundenheit18.03., 00:0118.03.2026, 00:0100:41:03
"Es gibt eine Musik ohne Töne, das ist die Freude." (Konfuzius) Im Rahmen der internationalen Initiative Podcasthon widmet sich diese Pudelkern-Sonderfolge den Themen Musik, Engagement und der Kraft der Verbundenheit. Zu Gast sind Rüdiger Linhof, Bassist der Band Sportfreunde Stiller, und Carmen Höfflin, ehemalige Bundesliga-Fußballerin u.a. beim SC Freiburg. Gemeinsam engagieren sie sich im Kultur.Konvoi, einer Initiative, die humanitäre Hilfe für die Ukraine mit kulturellen Begegnungen verbindet. Was als spontane Reaktion auf den russischen Angriffskrieg begann, ist inzwischen zu einem Netzwerk aus Hilfstransporten, Solidaritätsaktionen und kulturellen Projekten geworden. Besonders eindrucksvoll sind musikalische Live-Schaltungen aus der Ukraine: Musiker spielen aus Studios oder Schutzräumen und ihre Songs werden gleichzeitig in deutsche Stadien oder auf Festivals übertragen. Für einen Moment entsteht eine Verbindung über tausende Kilometer hinweg. Musik wird zu einer gemeinsamen Sprache der Hoffnung. Im Gespräch zeigt sich, dass Engagement nicht nur Hilfe für andere bedeutet, sondern auch dem eigenen Leben Sinn und Richtung geben kann. Albert greift diese Erfahrung philosophisch auf und erinnert daran, dass schon Platon, Aristoteles und Konfuzius Musik als eine Kraft verstanden, die Menschen verbindet und Harmonie stiftet: in der Seele des Einzelnen ebenso wie in der Gemeinschaft. So wird diese Folge zu einer Einladung: die verbindende Kraft von Musik neu zu entdecken und vielleicht selbst einen kleinen Schritt zu gehen, um für andere da zu sein. Über Podcasthon Podcasthon ist eine internationale Initiative, bei der Podcasts weltweit ihre Reichweite nutzen, um gemeinnützige Organisationen sichtbar zu machen und Menschen zum Engagement zu inspirieren. Mehr Informationen: https://podcasthon.org/de Kultur.Konvoi unterstützen: Der Kultur.Konvoi verbindet humanitäre Hilfe mit kulturellen Begegnungen. Neben Hilfstransporten organisiert die Initiative Projekte, die Menschen in der Ukraine sichtbar machen und ihnen eine Stimme geben, etwa durch musikalische Live-Schaltungen zu Festivals, Sportveranstaltungen oder Konzerten. Mehr Informationen und Möglichkeiten zur Unterstützung: https://www.kulturkonvoi.com/ Spendenkonto des Kultur.Konvoi bei der GLS Bank: European Utopia e.V. IBAN: DE02 4306 0967 1112 6290 00 BIC: GENODEM1GLS
- #195 Warum Existenzangst zum Menschsein gehört und wie wir lernen können, mit ihr umzugehen.11.03., 00:0111.03.2026, 00:0100:31:19
„Du hast Macht über deinen Geist, nicht über die äußeren Ereignisse." (Marc Aurel) Wir leben in Westeuropa in Zeiten relativer Sicherheit. Trotzdem kennen viele Menschen das Gefühl der Existenzangst. Die Sorge, die eigene wirtschaftliche Grundlage zu verlieren oder durch eine Fehlentscheidung plötzlich vor dem Nichts zu stehen, kann tief verunsichern. Oft geht es dabei nicht nur um Geld, sondern um etwas Grundsätzlicheres: um das Gefühl von Sicherheit, Kontrolle und Selbstvertrauen. Und nicht selten mischen sich zur Angst auch Schuldgefühle, wenn wir glauben, durch eigene Fehler in eine schwierige Lage geraten zu können. In dieser Pudelkern-Folge sprechen Albert und Jan über die philosophische Perspektive auf Existenz- und Verlustangst sowie die damit verbundene Unsicherheit. Sie zeigen, warum äußere Sicherheiten immer brüchig bleiben und weshalb viele Philosophen raten, das Fundament eines guten Lebens nicht im Besitz oder in einer vermeintlichen Sicherheit, sondern in der inneren Haltung zu suchen. Es geht darum, wie man mit Verlusten umgehen kann, warum Selbstvergebung so wichtig ist und weshalb gerade Krisen manchmal helfen können, sich auf das Wesentliche im Leben zu besinnen. Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Epiktet, Seneca, Karneades, Konfuzius, Buddha, Hans-Erich Nossack, Janis Joplin Weiterführende Links: „Die Ängste der Deutschen – Grafiken und Zahlen im Überblick“ Themenseite des R+V-Infocenters mit aktuellen Grafiken und Daten zur Langzeitstudie „Die Ängste der Deutschen“, die zeigt, welche politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Sorgen die Bevölkerung besonders beschäftigen und wie sich diese Ängste über mehr als 30 Jahre entwickelt haben. „Existenzangst: Ursachen, Symptome und was dagegen hilft“ Artikel auf Karrierebibel.de darüber, warum Existenzangst häufig aus Sorgen um Job, Sicherheit oder Zukunft entsteht, wie sie psychologisch wirkt und welche Strategien helfen können, mit diesen Ängsten konstruktiv umzugehen. Das „Pudelkern-Buch“ bei Amazon bestellen und gerne bewerten.
- #194 Warum tiefe Freude nicht im Konsum, sondern im Sinn entsteht.04.03., 00:0104.03.2026, 00:0100:28:34
„Wahre Freude ist eine ernste Sache." (Seneca) Freude gilt als etwas Leichtes, fast Selbstverständliches: ein Lächeln, ein schöner Moment, ein kurzer Höhenflug. Und doch ist sie im Alltag vieler Menschen erstaunlich selten geworden. Zwischen Pflichtgefühl, To-do-Listen und dem ständigen Blick auf das, was noch fehlt, gerät sie aus dem Fokus. Dabei ist Freude kein oberflächlicher Luxus, sondern eine Grunddimension eines gelingenden Lebens. Sie zeigt sich nicht nur im Genuss, sondern oft gerade dort, wo wir ganz bei einer Sache sind, uns verbunden fühlen oder in einer Aufgabe aufgehen. In dieser Pudelkern-Folge sprechen Albert und Jan darüber, was Freude philosophisch eigentlich ist: Ist sie Zufall oder Übung? Warum sabotieren wir freudvolle Momente durch Grübeln, Multitasking und Leistungsdenken? Und weshalb vertieft sich Freude häufig dort, wo Sinn, Mühe und Zugehörigkeit zusammenkommen? Eine Folge über die Kunst, Freude zu kultivieren, ohne ihr krampfhaft hinterherzulaufen. Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Sokrates, Seneca, I Ging, Kaibara Ekiken, Demokrit, Goethe Weiterführende Links: „Die Kunst des Loslassens – Wege zu einem glücklichen Leben“ Interview mit Albert auf ndr.de über unser Buch, in dem er über die Bedeutung von Loslassen, Akzeptanz und innerer Freiheit spricht und erklärt, wie diese Haltung zu mehr Lebensfreude führen kann. „Freude“ Artikel auf Pal Verlag über das Phänomen Freude, was sie aus psychologischer und lebenspraktischer Sicht ausmacht, wie sie im Alltag kultiviert werden kann und warum sie eine zentrale Rolle für ein erfülltes Leben spielt. Das „Pudelkern-Buch“ bei Amazon bestellen und gerne bewerten.
- #193 Schmerz. Interview mit dem Schmerzpatienten und Podcaster Jürgen Krauß.25.02., 00:0125.02.2026, 00:0100:58:59
„Schmerz ist unvermeidlich. Leiden ist optional." (Haruki Murakami) Schmerz ist eine der unmittelbarsten Erfahrungen des Menschseins und doch sprechen wir selten offen darüber. Was geschieht, wenn er nicht mehr vergeht, wenn er sich in den Alltag einschleicht und zur dauerhaften Belastung wird? In dieser Pudelkern-Folge sprechen Albert und Jan mit Jürgen Krauß, der seit vielen Jahren mit chronischen Schmerzen lebt, über das Aushalten, das Annehmen und die Suche nach einem guten Leben unter veränderten Bedingungen. Seine Geschichte erzählt von Brüchen, von Verzweiflung und davon, wie sich mit der Zeit ein anderer, tragfähiger Blick auf das Leben öffnen kann. Im Gespräch geht es um die feine Linie zwischen Schmerz und Leiden, um die Frage, was wir tragen müssen und wo wir Gestaltungsspielräume behalten. Die praktische Philosophie liefert dabei Orientierung: von der stoischen Unterscheidung zwischen dem, was wir beeinflussen können und dem, was wir tragen müssen, über Epikurs Gedanken zum Schmerz bis hin zu buddhistischen Einsichten über Krankheit und Vergänglichkeit. Eine Folge darüber, wie wir lernen können, auch unter schwierigen Bedingungen ein gutes Leben zu führen und warum gerade im Leiden oft Wachstum liegt. Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Sokrates, Epiktet, Seneca, Epikur, Heraklit, Konfuzius, Buddha, Thich Nhat Hanh, Aischylos, Homer Weiterführende Links: „Chronische Schmerzen: Die Suche nach neuen Therapien“ Spektrum der Wissenschaft-Artikel über aktuelle Ansätze in der Schmerzforschung, personalisierte Behandlungen und die Herausforderung, chronische Schmerzen wirksamer und ganzheitlicher zu therapieren. „Meine Schmerzen und ich“ Artikel in Psychologie heute über psychologische Strategien im Umgang mit chronischen Schmerzen und darüber, wie Einstellungen und Selbstwahrnehmung beeinflussen, wie wir Schmerz erleben und bewältigen. „Schmerzenssache“ Der Podcast Jürgen Krauß zu Erfahrungen und dem Umgang mit chronischen Schmerzen.
- #192 Glaubenssätze 5. Was uns antreibt und was uns begrenzt.18.02., 00:0118.02.2026, 00:0100:33:18
„Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere.“ (Groucho Marx) Glaubenssätze wirken leise, aber nachhaltig. Sie bestimmen, wie wir Entscheidungen treffen, wie wir Beziehungen gestalten – und wie frei wir uns innerlich fühlen. Oft übernehmen wir sie früh im Leben, ohne sie je bewusst zu prüfen. Manche schützen uns, andere engen uns ein. Besonders wirksam sind jene inneren Überzeugungen, die mit Anpassung, Leistung und Selbstwert verknüpft sind. In dieser Folge schauen wir auf zwei verbreitete negative und zwei stärkende Glaubenssätze und fragen: Welche Haltung zum Leben steckt dahinter? Wo helfen sie uns, wo begrenzen sie uns? Und wie können wir lernen, unsere inneren Überzeugungen beweglicher und lebensdienlicher zu gestalten? Andere wissen besser, was gut für mich ist. Wenn ich Nein sage, enttäusche ich andere. Ich bin mehr als meine Leistung. Ich kann meine Meinung ändern. Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Carl Rogers, Viktor Frankl, Konfuzius, Sokrates, Sartre, Simone de Beauvoir Weiterführende Links: „Persönlichkeit: Wir können uns aktiv verändern — ein Leben lang“ Spektrum der Wissenschaft-Artikel, der darlegt, dass Persönlichkeit nicht starr ist, sondern sich durch Erfahrung, Lernen und Selbstreflexion lebenslang entwickeln kann. Mit Blick auf psychologische Forschung, neurobiologische Mechanismen und praktische Alltagsperspektiven. Das „Pudelkern-Buch“ bei Amazon bestellen und gerne bewerten.
- #191 Stolz. Zwischen Selbstachtung und Hochmut.11.02., 00:0111.02.2026, 00:0100:27:42
„Halte dich nicht für mehr, als du bist; aber schätze, was du bist." (Epiktet) Stolz ist ein Gefühl, das zwischen Selbstachtung und Überheblichkeit pendelt. Er kann uns stärken, wenn wir uns über das freuen, was uns gelungen ist, wenn wir Verantwortung übernehmen und zu uns stehen. Gleichzeitig ist Stolz ambivalent: Er kann kippen in Eitelkeit, Hochmut oder Kränkbarkeit und dann Beziehungen belasten, Lernen verhindern und Konflikte verschärfen. Kaum ein Gefühl ist so schillernd und zugleich so missverständlich. In dieser Pudelkern-Folge sprechen Albert und Jan über Stolz als emotionale, moralische und soziale Kraft. Sie fragen, wann Stolz Ausdruck eines gesunden Selbstwertgefühls ist und wann er uns blind macht. Ausgehend von antiken Denkern zeigen sie, warum Stolz Maß und Reflexion braucht, wie er mit Demut zusammengedacht werden kann. Eine Folge über Selbstachtung, Integrität und die Kunst, sich zu freuen, ohne abzuheben. Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Aristoteles, Seneca, Plutarch, Goethe, König Salomo Weiterführende Links: „Ein angeborenes menschliches Gefühl?“ Artikel im Wissen-Ressort von Deutschlandfunk Kultur darüber, wie Stolz als universelles Gefühl zwar angeborene Wurzeln haben kann, aber zugleich stark kulturell geprägt und unterschiedlich interpretiert wird. „Stolz. Das Chef-Gefühl?“ Text aus dem Wissen-Ressort der Süddeutschen Zeitung darüber, wie Stolz als zentrales menschliches Gefühl wirkt, welche Funktionen er in sozialen und beruflichen Kontexten hat und warum er sowohl motivieren als auch problematisch sein kann, mit Blick auf psychologische Forschung und gesellschaftliche Bedeutungen. „Ist Bescheidenheit positiv?“ Studienzusammenfassung der Psychologie Heute darüber, wie Bescheidenheit als Persönlichkeitseigenschaft wahrgenommen wird, welche psychologischen Vor- und Nachteile sie hat und wie sie sich von Selbstwert und Stolz abgrenzt.
- #190 Langeweile. Unangenehm, aber aufschlussreich. Interview mit der Autorin und Pop-Soziologin Dr. Silke Ohlmeier.04.02., 00:0104.02.2026, 00:0100:48:00
„Wenn man der Langeweile Beachtung schenkt, wird es unglaublich interessant." (Jon Kabat-Zinn) Langeweile gilt oft als belangloses Gefühl oder als persönliches Versagen. Doch was, wenn sie ein ernstzunehmendes Signal ist? In dieser Pudelkern-Folge sprechen Albert und Jan mit der Soziologin und Langeweile-Forscherin **Dr. Silke Ohlmeier **über ein Gefühl, das unangenehm ist und gerade deshalb viel über unser Leben verrät. Silke erklärt, warum Langeweile nicht einfach „nichts zu tun haben“ bedeutet, sondern entsteht, wenn wir tätig sein wollen, es aber nicht können: wenn Sinn, Selbstwirksamkeit und innere Stimmigkeit fehlen. Im Gespräch geht es um situative und chronische Langeweile, um ihre psychologischen und gesellschaftlichen Ursachen und um die Frage, warum Langeweile ungleich verteilt ist. Die Philosophie liefert dabei Tiefenschärfe: von der existenziellen Leere bei Kierkegaard und Heidegger bis zur stoischen Kunst, Unvermeidliches auszuhalten. Eine Folge über Sinnverlust und Sinnsuche, über Muße und Überforderung und darüber, warum Langeweile kein Makel ist, sondern ein Hinweis darauf, dass etwas Wesentliches fehlt. Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Søren Kierkegaard, Immanuel Kant, Blaise Pascal, Friedrich Nietzsche, Johann Wolfgang von Goethe, Karls Jaspers, Martin Heidegger, Albert Camus, John Eastwood, Andreas L. Elpidorou Weiterführende Links: „Langeweile ist ein sehr kostbarer Zustand“ Beitrag bei Deutschlandfunk darüber, warum Langeweile nicht nur ein unangenehmes Gefühl ist, sondern ein wertvoller, reflexiver Zustand, der uns helfen kann, über Sinn, Aufmerksamkeit und Lebensgestaltung nachzudenken. „Hallo, Langeweile!“ Artikel aus Psychologie Heute über die verschiedenen Facetten von Langeweile, ihre Bedeutung für Aufmerksamkeit, Kreativität und Lebensbalance sowie darüber, warum Langeweile mehr ist als einfach nur „nichts zu tun haben“. „Lageweile ist politisch.“ Silke Ohlmeiers aktuelles Buch darüber, was ein verkanntes Gefühl über unsere Gesellschaft verrät.
- #189 Longevity. Länger oder intensiver leben?28.01., 00:0128.01.2026, 00:0100:27:57
„Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben." (Cicero) Longevity ist einer der meist gehypten Gesundheitstrends unserer Zeit: Biohacking, Schlaftracking, Kältetherapie, Nahrungsergänzung und die Hoffnung auf ein möglichst langes, gesundes Leben. Doch hinter dem Trend steckt eine tiefere Frage: Geht es wirklich um Lebensverlängerung oder um die Angst vor Vergänglichkeit? Zwischen sinnvoller Selbstfürsorge und krampfhafter Optimierung verläuft eine schmale Linie, auf der sich entscheidet, ob Longevity Lebenskunst oder Lebensangst wird. In dieser Pudelkern-Folge sprechen Albert und Jan über Maß und Mitte im Umgang mit dem eigenen Körper. Sie blicken auf antike Weisheiten von Epikur, Seneca und den Stoikern und fragen, was ein gutes Leben jenseits von Kontrollillusionen ausmacht. Es geht um Akzeptanz der Endlichkeit, um Gelassenheit gegenüber Krankheit und Alter und um die Einsicht, dass nicht die Länge des Lebens entscheidend ist, sondern seine Qualität und Sinnhaftigkeit. Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Bias von Priene, Epikur, Seneca, Epiktet, Marc Aurel, Aristoteles, Viktor E. Frankl Weiterführende Links: „Longevity: Langlebigkeit, Gesundheit und ewiges Leben“ Onlineartikel bei Deutschlandfunk Kultur über Trends und Debatten rund um Longevity, regenerative Medizin, Biotech-Innovationen und Vorstellungen von Gesundheit sowie ein längeres Leben. „Was du heute tun kannst, um 20 Jahre länger und gesünder zu leben“ Strive Magazine-Artikel über praktische Lebensgewohnheiten und wissenschaftlich unterstützte Strategien zur Förderung von Gesundheit und Langlebigkeit. „Bryan Johnson: Wie ein Milliardär das Altern besiegen will“ BR-Artikel über den Tech-Unternehmer Bryan Johnson und seine ambitionierten Versuche, das Altern zu verlangsamen oder zu überwinden, inklusive seiner wissenschaftlichen und technologischen Ansätze.
- #188 Abschiede. Interview mit dem Journalisten und Bestsellerautor Klaus Brinkbäumer.21.01., 00:0121.01.2026, 00:0100:49:43
„Durch Leiden lernen wir." (Aischylos) Abschiede gehören zum Leben und doch sind wir selten wirklich auf sie vorbereitet. In dieser Pudelkern-Folge sprechen Albert und Jan mit dem Journalisten und Autor Klaus Brinkbäumer über das Loslassen: vom Abschied aus identitätsstiftenden beruflichen Positionen – in seinem Fall als Spiegel-Chefredakteur, vom Ende von Zugehörigkeit und vom Tod der eigenen Eltern. Ausgangspunkt ist Brinkbäumers Buch „Zeit der Abschiede“, in dem er sieben Jahre beschreibt, die sein Leben grundlegend verändert haben. Schmerzhaft, klärend und in manchen Fällen befreiend zugleich. Im Gespräch geht es um Trauer jenseits von Zeitplänen, um Identität nach dem Bruch und um die Frage, was wir aus Verlusten lernen können. Die Philosophie liefert dabei Orientierung: von der Vergänglichkeit bei Seneca und Epiktet bis zur Idee der Grenzerfahrung bei Karl Jaspers. Eine Folge über Trauer als Teil des Lebens und darüber, wie Abschiede schmerzen und trotzdem neue Freiräume öffnen können. Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Solon von Athen, Epikur, Epiktet, Seneca, Heraklit, Sokrates, Konfuzius, Aischylos, Buddha, Thich Nhat Hanh, Karl Jaspers Weiterführende Links: „Aufhören, Loslassen, Neustart“ Deutschlandfunk Kultur-Onlineartikel über das Abschiednehmen und darüber, wie Loslassen, Reflexion und Neustart miteinander verknüpft sind. „Zeit der Abschiede Sieben Jahre des Loslassens und Wiederfindens.“ Klaus Brinkbäumers aktuelles Buch über die Umbruchphase seines Lebens. „Das kluge, lustige, gesunde, ungebremste, glückliche, sehr lange Leben“ – Buch von Klaus Brinkbäumer und Samiha Shafy über Wege zu einem erfüllten, langen Leben und die Haltung, mit der wir Lebenszeit sinnvoll gestalten und nutzen.
- #187 Simone de Beauvoir. Die Vordenkerin für Freiheit und Gleichberechtigung.14.01., 00:0114.01.2026, 00:0100:37:56
„Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es." (Simone de Beauvoir) Diese Folge ist einer der einflussreichsten Denkerinnen des 20. Jahrhunderts gewidmet: Simone de Beauvoir. Als Philosophin des Existentialismus, aber vor allem als radikale Denkerin des selbst gewählten Lebens, schrieb sie über Freiheit, Verantwortung, Liebe, Arbeit, Alter und Selbstverwirklichung. Für Beauvoir ist das gute Leben kein Ziel, das man erreicht, sondern ein Projekt, das man immer wieder neu entwirft: durch Entscheidungen, durch Mut und durch die bewusste Übernahme von Freiheit für sich selbst und für andere. Albert und Jan sprechen darüber, was Beauvoirs Denken heute bedeuten kann: Wie leben wir, wenn wir uns selbst als offenes Projekt begreifen? Warum ist Verantwortung keine Last, sondern die Voraussetzung von Glück? Wieso fliehen Menschen vor radikaler Freiheit? Und weshalb ist ein gelingendes Leben für Beauvoir niemals nur privat, sondern immer auch sozial und politisch: unbequem, riskant, aber genau darin würdevoll und lebendig. Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Laotse, Zhuangzi, Konfuzius, Platon, Aristoteles, Sokrates, Epikur, Marc Aurel, Seneca Weiterführende Links: „Simone de Beauvoir: ‚Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es“ Artikel im Ärzteblatt zur zentralen These Simone de Beauvoirs über die gesellschaftliche Prägung von Geschlechterrollen. „Über Simone de Beauvoir: Dank ihr können wir heute über Tabuthemen reden“ Artikel bei Deutschlandfunk über Simone de Beauvoirs Wirken und ihren Einfluss auf das Verständnis von Freiheit, Identität und Geschlechterrollen.