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52- Alles Böse: Bundesweiter Stromausfall, Staatsstreich und Entführungspläne07.01., 19:0007.01.2023, 19:0000:51:28
Bundesgesundheitsminister Lauterbach sollte entführt werden Zwei Kalaschnikow-Sturmgewehre, vier Glock-19-Pistolen und Munition liegen in dem Auto, mit dem der Frührentner Thomas O. am 13. April 2022 vom Hof des Globus-Markts in seinem Wohnort Neustadt fahren will. Den Wagen mitsamt der brisanten Fracht hat er soeben von einem vermeintlichen gleichgesinnten Mann bekommen, doch weit kommt der 55-Jährige mit den frisch erworbenen Waffen nicht: Die Polizei nimmt ihn fest, noch ehe er vom Parkplatz gerollt ist. Die Ermittler sagen: Thomas O. plante mit weiteren Gegnern der Corona-Regeln einen Staatsstreich. Dazu wollten die „Vereinten Patrioten“ den Bundesgesundheitsminister entführen, einen Doppelgänger des Kanzlers oder des Bundespräsidenten das Ende der Republik verkünden lassen und das Land mit einem bundesweiten Stromausfall für Wochen ins Chaos schicken. Doch Sicherheitsbehörden hatten den Wahl-Pfälzer schon im Blick, als er im Dezember 2021 erstmals potenzielle Komplizen in einer Grillhütte in Benndorf (Kreis Mayen-Koblenz) um sich scharte. Mittlerweile lässt die Justiz genauer erkennen, wie die Verdächtigen bis zu Putin vordringen und ihn so als Verbündeten gewinnen wollten. Und sie deutet an, für welche Anschlagsziele in der Pfalz sich der Neustadter Thomas O. interessiert haben soll. Im Podcast sprechen die RHEINPFALZ-Redakteure Uwe Renners und Christoph Hämmelmann außerdem darüber, wie die Verschwörer-Gruppe ideologisch einzuordnen ist – und wie sie zu einigen Eigenheiten der Reichsverfassung von 1871 stand. Denn die sollte als Grundlage für einen neuen deutschen Staat dienen. Doch sie kennt kein Wahlrecht für Frauen, verlangt aber einen Kaiser als Staatsoberhaupt.
- Alles Böse: Polizisten mit Kopfschuss ermordet05.12., 09:5305.12.2022, 09:5301:01:04
39-Jähriger zu lebenslanger Haft verurteilt Das Landgericht Kaiserslautern hat den 39 Jahre alten Andreas S. wegen zweifachen Mordes verurteilt. Für das Gericht wiegt seine Schuld besonders schwer. In der Nacht auf den 31. Januar starben bei einer Verkehrskontrolle auf der Kreisstraße zwischen dem Mayweilerhof und Ulmet bei Kusel eine 24 Jahre alte Polizeianwärterin und ein 29 Jahre alter Polizist. Das Gericht in Kaiserslautern ist davon überzeugt, dass Andreas S. die Tat allein zu verantworten hat. Er habe die Beamten getötet, weil er fürchtete, „seiner Passion beraubt“ zu werden – der Jagd. Die Strafkammer sieht bei dem Doppelmörder die besondere Schwere der Schuld als gegeben an. Der Vorsitzende Richter verlas eine ganze Reihe von Anhaltspunkten für diese Auffassung. Unter anderem sagte er, Andreas S. „hat seine Beute“, in diesem Fall die beiden Beamten, „erlegt, wie er Tiere erlegte“, „per Kopfschuss, wie immer“. Der Halbsatz „Kopfschuss, wie immer“, zog sich durch die gesamte Urteilsbegründung. Dabei handelt es sich um ein Zitat aus einer Chat-Nachricht, die Andreas S. beim Wildern verschickt hatte, um mit seiner Kopfschusstechnik zu prahlen. Die Ermittler hatten sie auf seinem Handy gefunden, sie wurde im Gerichtssaal verlesen. Urteil noch nicht rechtskräftig Das Urteil gegen Andreas S. ist noch nicht rechtskräftig. Er kann Revision einlegen. Darüber entscheidet dann der Bundesgerichtshof. Die Verteidiger von Andreas S. hatten schon vor dem Urteil mehrfach angedeutet, Revision einlegen zu wollen. In dem Verfahren war neben Andreas S. auch der 33 Jahre alte Florian V. angeklagt. Er hatte seit Oktober 2021 bei nächtlichen Beutezügen die Aufgabe, getroffenes Wild, das Andreas S. aus dem Auto heraus mit teurer Thermozieltechnik anvisierte und per Kopfschuss erlegte, zum Auto zu ziehen und einzuladen. Für leichte Rehe erhielt er dafür zehn Euro, für schwere Rehe, Hirsche und Wildschweine 20 Euro das Stück. Auch in der Tatnacht half der Gelegenheitsarbeiter nach eigenen Angaben und nach Überzeugung des Gerichts auf diese Weise dem Profi-Wilderer Andreas S.. Die Strafkammer sah Florian V. als überführt, sich der Beihilfe zur Wilderei schuldig gemacht zu haben. Da er aber wesentlich zur Aufklärung der Tat beigetragen habe, verhängte das Gericht keine Strafe gegen ihn. Florian V. hatte der Polizei am Abend nach der Tat gesagt, wo die Tatwaffen und die Tatkleidung versteckt sind, sowie auf einen Staubsauger aufmerksam gemacht, mit dem die Wilderer das Tatfahrzeug gereinigt hatten. Florian V. nahm das Urteil an und verließ das Gericht als freier Mann. Für die Untersuchungshaft wird er entschädigt.
- Alles Böse: Der Jaguar-Prozess22.08., 05:0022.08.2022, 05:0001:03:21
Ein Unfall, der viele Menschen in der Pfalz bewegte In der neueste Folge des RHEINPFALZ-Podcasts „Alles Böse“ geht es um einem Fall, der die Pfalz ganz besonders bewegt hat. Und um die Schuld eines jungen Mannes, der eigentlich nur mit seinem Auto über eine Pfälzer Landstraße fahren wollte. Doch er beschleunigte seinen 381-PS-Jaguar auf eine viel zu hohe Geschwindigkeit, kam auf die Gegenspur, rammte einen entgegenkommenden Mitsubishi von der Fahrbahn. In diesem Kleinwagen starben zwei junge Frauen und ein Kleinkind, nur ein Baby in seiner Sitzschale hat überlegt. Im Gespräch mit dem stellvertretenden Chefredakteur Uwe Renners berichtet Gerichtsreporter Christoph Hämmelmann vom Prozess um einen Horror-Unfall, in dem selbst der Staatsanwalt und die Vorsitzende Richterin mit den Tränen kämpften.
- Alles Böse: Die Bürgerwehr18.07., 05:3018.07.2022, 05:3000:39:54
Möchtegern-Ordnungshüter in Ludwigshafen In einer neuen Folge des RHEINPFALZ-Podcasts „Alles Böse“ geht es um eine Ludwigshafener Bürgerwehr, die von rechtsradikalen Hooligans angeführt wurde. Gegründet hatte sie sich in den ersten Wochen des Jahres 2016 – nachdem vor allem Zuwanderer aus Nordafrika und dem arabischen Raum sich in Köln während der Silvester-Feierlichkeiten massenhaft an Frauen vergriffen hatten. Gruppen selbst ernannter Möchtegern-Ordnungshüter fanden sich daraufhin auch in anderen Städten zusammen. Doch in Ludwigshafen waren sie besonders hartnäckig -und besonders viele, bei Facebook schlossen sich den Initiatoren schnell um die 1500 Menschen an.
- Alles Böse: "Papa, nicht die Mama totmachen“02.05., 06:0002.05.2022, 06:0000:38:59
Wie ein Pfälzer mit 53 Messerstichen seine Frau tötete Wie im Blutrausch stach vor gut zehn Jahren ein Pfälzer auf seine Frau ein – bis die kleinen Kinder des Paars dazukamen und ihn stoppten. Doch da war es schon zu spät, ihre Mutter hatte tödliche Verletzungen erlitten. Im Podcast „Alles Böse“ rollt die RHEINPFALZ diesen besonders erschreckenden Fall noch einmal auf. Für ein paar Sekunden war es ganz still im Frankenthaler Gerichtssaal. Gerade hatte der Angeklagte aus der Vorderpfalz mit zitternder Stimme berichtet, wie er Monate zuvor mit einem großen Küchenmesser auf seine Frau eingestochen hatte. Wieder und wieder. Bis der dreijährige Sohn des Paares in der Tür stand: „Papa, nicht die Mama totmachen.” Und der andere, sechsjährige Sohn erkannte: „Die Mama ist schon tot.” Wie es so weit gekommen war, das wollte der damals etwa 40 Jahre alte Angeklagte in seinem Prozess dann durchaus erklären. Er erzählte von Monaten voller widersprüchlicher Signale seiner Frau: Wie sie sich von ihm trennte, auszog und dann doch wieder zuließ, dass er beinahe jeden Tag in ihrem neuen Appartement war. Wie sie ihm sagte, dass sie ihn liebte. Und wie sie mit ihm wieder in eine gemeinsame Wohnung zog. Doch andererseits, behauptete der Mann, habe sich bei ihren Freundinnen über ihn gelästert. Und ihn mit Sticheleien gereizt. Und Textnachrichten von anderen Männern bekommen, aus denen er schloss, dass sie ihm untreu war. Zermürbt habe ihn das ewige Hin und Her, sagte er. Und traurig gemacht. Bis hin zu einem – wohl eher symbolischen – Suizidversuch. Und zwei Kurzaufenthalten in der Psychiatrie. Noch im Prozess schien ihm sogar denkbar, dass seine Frau irgendwie an einem gegen ihn geschmiedeten Komplott beteiligt gewesen war. Er erzählt dem Richter eine dunkle Geschichte von einem dunklen BMW, der ihn verfolgt habe, als er auf Bitten seiner Frau bei McDonald's für die Familie Essen holen wollte. Und von ihrer merkwürdigen Reaktion, als er unverrichteter Dinge nach Hause zurückkehrte. Was seine Frau zu all dem gesagt hätte, versuchte das Gericht durch Zeugen herauszufinden. So wurde zumindest klar: Dass sie ihrem Mann untreu sei, das hatte sie immer abgestritten. Und dass er sie im Streit einmal brutal geschlagen hatte, schien sie kaum jemandem erzählt zu haben. Eine Bekannte des Paars berichtete: Sie dachte, die beiden hätten eine nahezu perfekte Beziehung. Also ahnte sie auch nicht, was passieren würde, als sie den Anfang des letzten, des tödlichen Streits miterlebte. Auslöser war eine Bemerkung ihres vierjährigen Sohns, die dem Angeklagten wiederum einer seiner Söhne zugetragen hatte. Was die Kinder da wirklich gesagt hatten, war hinterher nicht mehr zu rekonstruieren. Deutlich wurde im Prozess aber, was im Kopf des Angeklagten daraus geworden war. Demnach hatte der Nachbarsjunge mitbekommen, dass seine etwa zehn Jahre jüngere Frau hinter seinem Rücken wieder eine Trennung plante. Also begann er mit ihr am Abend einen Streit, der in den frühen Morgenstunden des Folgetags erneut aufflammte. Und dann griff er zu einem Küchenmesser, mit dessen 23 Zentimeter langer Klinge er 53-mal zustach. Wegen Totschlags im Affekt wurde er daher schließlich zu sieben Jahren Haft verurteilt. Christoph Hämmelmann hat damals für die RHEINPFALZ berichtet. Im Podcast-Gespräch mit dem stellvertretenden Chefredakteur Uwe Renners erzählt er nun, wie ein psychiatrischer Gutachter die Schreckenstat erklärte. Und er erläutert, wie die Redaktion mit solchen Fällen umgeht. Schließlich bedeuten sie für Journalisten eine Gratwanderung: Sie müssen die Öffentlichkeit informieren, aber auch Rücksicht auf die betroffenen Familie nehmen.
- Alles Böse: Das Blitzer-Trio04.04., 06:0004.04.2022, 06:0000:40:34
Warum Anhänger-Blitzer doch nicht unverwüstlich sind In einer neuen Folge des RHEINPFALZ-Podcasts „Alles Böse“ geht es um ein Verbrechen, das weltweit so nur ein einziges Mal begangen worden ist: Ein Pfälzer Jungmänner-Trio zerstörte im März 2020 einen Anhänger-Blitzer. Diese Tempomessgeräte gelten eigentlich als nahezu unverwüstlich, eine Panzer-Hülle soll sie vor Sabotage schützen. Im Gespräch mit dem stellvertretenden RHEINPFALZ-Chefredakteur Uwe Renners berichtet der Gerichtsreporter Christoph Hämmelmann, wie drei junge Pfälzer an der A65 bei Haßloch (Kreis Bad Dürkheim( so einen Apparat trotzdem unbrauchbar machten, wie sie von der Polizei überführt wurden und warum ihnen nun eine horrende Schadensersatz-Rechnung droht, in der es nicht nur um den Wert des kaputten Blitzers geht. Der Podcast ist kostenlos auf rheinpfalz.de, Spotify, Apple Music und allen gängigen Podcastplattformen zu hören.
- Alles Böse: Der Polizistenmord in Ulmet28.02., 06:0028.02.2022, 06:0001:13:02
Viele Fragen sind noch offen Den 31. Januar 2022 wird Georg Altherr nicht vergessen. Der Saarland-Korrespondent unserer Zeitung war einer der ersten Medienvertreter, die am frühen Montagmorgen in Ulmet in die Nähe des Tatortes fuhren, um über den Mord an zwei Polizisten zu berichten. Selbst für erfahrene Berichterstatter wie Altherr kein Termin, der spurlos an einem vorbeigeht. In der neuen Folge unseres Podcasts „Alles Böse“ berichtet Altherr im Gespräch mit dem stellvertretenden Chefredakteur Uwe Renners über das, was er an diesem Tag erlebt hat und die Berichterstattung in den folgenden Wochen. Altherr hat zusammen mit Redakteuren aus der Lokalredaktion in Kusel und der Mantelredaktion über den Fall berichtet und dabei die große Anteilnahme der Bevölkerung am Tod der 24-jährigen Polizeianwärterin und des 29-jährigen Polizeibeamten erfahren. Ebenso hat er aber auch im Umfeld der mutmaßlichen Täter recherchiert. Dabei sind Fragen aufgekommen, die bis heute nicht beantwortet sind. Zum Beispiel der Vorwurf eines Jagdpächters, der behauptet, dass im Jahr 2017 ein Polizist dem mutmaßlichen Mörder bei der Wilderei unterstützt haben soll. Nach Aussagen verschiedener Jäger ist Andreas S. zudem mindestens dreimal beim Wildern im saarpfälzischen Raum erwischt und auch angezeigt worden. Den Jägern zufolge führte die Wilderei allerdings in keinem der drei Fälle zu Konsequenzen für Andreas S., denn dieser habe jedes Mal Personen beigebracht, die ihm ein Alibi gaben. Weder die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern noch die Staatsanwaltschaft Saarbrücken äußerten sich auf Anfrage der RHEINPFALZ zu diesem Sachverhalt. Darüber und wie die Polizei die mutmaßlichen Täter noch am gleichen Tag dingfest machen konnte, erzählt Altherr in gut 70 Minuten.
- Alles Böse: Mord an Schülerin nach 16 Jahren aufgeklärt31.01., 05:5031.01.2022, 05:5000:46:38
DNA-Analyse überführt Täter Der RHEINPFALZ-Podcast „Alles Böse“ ist zurück aus der Winterpause: In der neuen Folge geht es um den Mord an einer Schülerin im Raum Speyer, der erst nach 16 Jahren aufgeklärt wurde. Die Gymnasiastin war 1988 einem Sommermorgen aufgebrochen, um zu den Bundesjugendspielen zu radeln. Doch dort war sie nie angekommen. Einen Tag später entdeckte ihre Mutter die Leiche der 16-Jährigen in einem Roggenfeld in der Nähe einer Landstraße. In der neuen Podcast-Folge erklären Christoph Hämmelmann und Uwe Renners, wie die Ermittler gut anderthalb Jahrzehnte später einen Metzger aus dem Raum Worms als Täter aufspürten. Und sie sprechen mit dem Anwalt, der diesen Mann dann in Frankenthal vor Gericht verteidigt hat: Frank K. Peter, einem Vorderpfälzer, der auch Ratgeber-Bücher für Kollegen geschrieben und schon viele spektakuläre Fälle übernommen hat. Derzeit vertritt er vor Gericht den Trierer Amokfahrer, und im Frankenthaler Babymord-Prozess hat er der Mutter des vom eigenen Vater getöteten Kindes juristisch beigestanden. Im Podcast-Gespräch blickt er auf das Verfahren um die ermordete 16-Jährige aus dem Speyerer Umland zurück und stellt sich den Fragen der Journalisten. Die wollen von ihm wissen, warum er trotz eines ersten Geständnisses seines Mandanten und eines erdrückenden Beweises am Ende des Verfahrens einen Freispruch forderte. Außerdem fragen sie ihn, ob er als Verteidiger überhaupt wissen will, ob ein Mandant die ihm zur Last gelegte Tat begangen hat – und wie er damit umgeht, wenn er im Gerichtssaal mit dem Leid der Opfer oder ihrer Hinterbliebenen konfrontiert wird. Abrufbar ist „Alles Böse“ im Webplayer auf rheinpfalz.de sowie auf gängigen Plattformen wie Spotify, Google Podcasts, Apple Podcasts oder Castbox. Ebenso kostenlos wie die neue Folge des journalistischen Formats zum Hören sind dort auch deren Vorgänger verfügbar. Die beschäftigen sich zum Beispiel mit Pfälzer Neonazis. Und mit dem BASF-Explosionsunglück im Oktober 2016, durch das fünf Menschen starben.
- Alles Böse: Täter unter Strom12.12., 21:4012.12.2021, 21:4000:34:14
Pfälzer Polizei mit Elektroschockern im Einsatz Rheinland-pfälzische Streifenpolizisten haben eine Stromstoß-Waffe, die ihren Kollegen in den meisten anderen Bundesländern nicht zur Verfügung steht. Doch der Taser ist umstritten. In der neuen Folge des Podcasts „Alles Böse“ sprechen RHEINPFALZ-Redakteure über die Vorteile der Geräte – und über das Risiko für Getroffene. Eigentlich sollen von der Elektroschock-Pistole nicht nur die Polizisten profitieren, denen sie gefährliche Rangeleien ersparen kann. Befürworter sagen: Taser können auch Gewalttäter vor Schlimmerem bewahren – weil sie mit einem lähmenden Stromstoß gebändigt werden, der normalerweise keine ernsthaften Schäden anrichtet. Kritiker hingegen bezweifeln, dass die Geräte so harmlos sind. Im Gespräch mit dem stellvertretenden Chefredakteur Uwe Renners berichtet der RHEINPFALZ-Journalist Christoph Hämmelmann, wie die Taser-Einführung vorab diskutiert wurde. Er erklärt, warum der Tod eines nach so einem Einsatz gestorbenen Randalierers aus Pirmasens nicht auf den Stromstoß zurückgeführt wurde. Und er beschreibt, wie Polizei-Spezialkräfte mit einem Stromstoß schon 2010 eine Geiselnahme in Frankenthal beendeten.
- Alles Böse: Wenn die Polizei abdrückt29.11., 06:3029.11.2021, 06:3000:29:02
Eine Kugel reicht oft nicht Im laufenden Jahr haben rheinland-pfälzische Polizisten noch niemanden erschossen. Aber von 2015 bis 2020 kam im Schnitt jährlich ein Mensch durch Kugeln der Beamten ums Leben. Kritiker melden hinterher dann immer wieder Zweifel am Vorgehen der Einsatzkräfte an. Denn wenn die feuern, dann drücken sie meistens gleich mehrfach ab. Und meistens zielen sie dabei auf Angreifer, die eine Stichwaffe benutzen und somit scheinbar schwächer bewaffnet sind. In einer neuen Folge des Podcasts „Alles Böse“ unterhält sich der stellvertretende RHEINPFALZ-Chefredakteur Uwe Renners mit dem Gerichtsreporter Christoph Hämmelmann über einen derartigen Fall, der sich im Oktober 2018 im Raum Grünstadt ereignete. Außerdem beschreiben die beiden Journalisten, wie die Beamten auf solche Situationen vorbereitet werden. Hämmelmann spricht dabei auch über ganz persönliche Erfahrungen, denn er hat vor einigen Jahren selbst bei einem Schießtraining der Polizei mitgemacht.
- Alles Böse: Hitlers Hengste15.11., 06:0015.11.2021, 06:0000:36:08
Nazikunst in Bad Dürkheim Nach der Razzia in Bad Dürkheim zogen sich die Ermittlungen rund um den Fall dann noch jahrelang hin. Und wem die Bronze-Statuen nun gehören, ist sogar erst im Sommer 2021 endgültig festgeschrieben worden. In einer neuen Podcast-Folge berichtet RHEINPFALZ-Gerichtsreporter Christoph Hämmelmann im Gespräch mit dem stellvertretenden Chefredakteur Uwe Renners unter anderem, was er über ebenfalls bei dem Bad Dürkheimer NS-Kunstfan entdeckte tonnenschwere Granit-Friesstücke herausgefunden hat. Außerdem geht es um einen noch weitgehend intakten Weltkriegspanzer, den die Kunstfahnder während ihrer Ermittlungen zu den verschwundenen Kunstwerken von der Bundeswehr aus dem Keller einer Millionärsvilla an der Ostsee holen ließen.
- Alles Böse: Die BASF-Katastrophe II.02.11., 05:4002.11.2021, 05:4000:30:32
Vor Gericht Zum zweiten Mal in Folge geht es im RHEINPFALZ-Podcast „Alles Böse“ um das Explosionsunglück bei der BASF, durch das vor fünf Jahren fünf Menschen starben und weitere zum Teil schlimm verletzt wurden. Im Gespräch mit dem stellvertretenden Chefredakteur Uwe Renners beschreibt der Gerichtsreporter Christoph Hämmelmann, wie Frankenthaler Richter im Prozess um die Katastrophe immer deutlicher den Chemiekonzern ins Visier nahmen. Als strafrechtlich einzig greifbaren Schuldigen verurteilten sie zwar am Ende nur den Arbeiter, der mit seiner Flex versehentlich die falsche Pipeline angeschnitten und so eine unheilvolle Kettenreaktion in Gang gesetzt hatte. Doch zugleich bescheinigten sie der BASF eine „kausale Mitverantwortung“ – ein Vorwurf, gegen den sich der Ludwigshafener Standort-Chef Uwe Liebelt erst jetzt zum fünften Jahrestag des Unglücks öffentlich gewehrt hat. Im Podcast erfahren die Hörer, wo die Juristen mit ihrer Kritik am Unternehmen ansetzten. Und was die Richter am Verhalten des Konzerns während des Verfahrens besonders irritierte. In der schon vor zwei Wochen veröffentlichten Vorgänger-Folge hatte RHEINPFALZ-Redakteur Hämmelmann berichtet, was die überlebenden Opfer den Richtern über ihre Erlebnisse in der Flammenhölle erzählten. Und erläutert, wie Ermittler an der völlig verwüsteten Unglücksstelle herausfanden, wie es zu dem Inferno gekommen war. Abrufbar ist „Alles Böse“ im Webplayer sowie auf gängigen Plattformen wie Spotify, Google Podcasts, Apple Podcasts oder Castbox. Ebenso kostenlos wie die aktuellen Folgen des journalistischen Formats zum Hören sind dort auch deren Vorgänger verfügbar. Die beschäftigen sich zum Beispiel mit dem Doppelmord an zwei Teenager-Mädchen in der Südpfalz, der trotz zweier Prozesse gegen einen mutmaßlichen Täter bis heute unaufgeklärt ist. Und mit einem Betrüger aus dem Raum Grünstadt, der sich Frauen mit irrwitzigen Geld-Versprechen ins Bett lockte.
- Alles Böse: Die BASF-Katastrophe17.10., 06:0017.10.2021, 06:0000:39:56
Fünf Menschen sind 2016 durch das Flammeninferno gestorben In der neuen Folge des RHEINPFALZ-Podcasts „Alles Böse“ geht es um ein Unglück, das vor genau fünf Jahren Ludwigshafen erbeben ließ: Am 17. Oktober 2016 kam es gegen 11.30 Uhr am BASF-Nordhafen zu gewaltigen Explosionen. Polizeiautos, Krankenwagen und Feuerwehrfahrzeuge rasten anschließend zur Unglücksstelle, die weiträumig abgesperrt wurde. In den Wohngebieten entlang des Werks heulten Luftschutzsirenen, schwarze Rauchsäulen ballten sich dem Chemie-Areal. Den Sachschaden dort schätzten Ermittlern später auf „mindestens 500 Millionen Euro“. Doch vor allem: Fünf Menschen – vier Feuerwehrmänner und ein Matrose – sind durch das Flammeninferno gestorben, einige weitere werden für den Rest ihres Lebens unter den Folgen ihrer Verletzungen leiden müssen. 2019 hat das Landgericht in Frankenthal die Katastrophe strafrechtlich aufgearbeitet. Denn dort musste sich ein Arbeiter verantworten, der mit seiner Flex versehentlich ins falsche Rohr geschnitten und so eine verhängnisvolle Kettenreaktion ausgelöst hatte. Im Gespräch mit dem stellvertretenden Chefredakteur Uwe Renners berichtet der Gerichtsreporter Christoph Hämmelmann nun, was die überlebenden Opfer den Richtern über ihre Erlebnisse in der Flammenhölle erzählten. Und er erläutert, wie Ermittler an der völlig verwüsteten Unglücksstelle herausfanden, wie es zu dem Inferno gekommen war.
- Alles Böse: Wer hat die Mädchen getötet?04.10., 06:0004.10.2021, 06:0000:37:56
Zweiter Prozess mit überraschendem Urteil An dieses Verbrechen erinnern sich viele Pfälzer auch noch nach 40 Jahren: Im Juli 1981 wurden bei Bellheim (Kreis Germersheim) zwei Teenager-Mädchen getötet. Als ihr mutmaßlicher Mörder musste sich später ein angeblicher Hellseher vor Gericht verantworten. Doch am Ende wurde er freigesprochen, der Fall ist daher bis heute unaufgeklärt. Nun rollt ihn die RHEINPFALZ in einer mehrteiligen Podcast-Serie wieder auf. Dafür haben der stellvertretende RHEINPFALZ-Chefredakteur Uwe Renners und der Gerichtsreporter Christoph Hämmelmann unter anderem alte Justiz-Unterlagen ausgewertet.
- Alles Böse: Angeblicher Hellseher als Doppelmörder angeklagt - Teil II20.09., 06:0020.09.2021, 06:0000:36:26
Der erste Prozess Es regnet in Strömen, als Landauer Richter am 14. Mai 1984 für einen Ortstermin in einem Waldstück bei Bellheim stehen. Denn dort sind knapp drei Jahre zuvor die Leichen zweier Teenager gefunden worden. Und nun wird ihrem mutmaßlichen Mörder der Prozess gemacht. Doch der 44-jährige Maurermeister aus der Region beteuert seine Unschuld. Und er behauptet, er wisse, wer die wahren Täter seien. Nur ihre Namen will er noch nicht nennen. Einstweilen sagt er nur: „Ich werde alle überzeugen, dass ich mehr auf dem Kasten habe als die Polizei.“ Blutspuren im Mercedes Die allerdings hat jede Menge Indizien gegen ihn zusammengetragen. Im verdreckten 220er-Diesel-Mercedes des Angeklagten etwa entdeckten Ermittler Blutspuren, von denen ein Gutachter sagt: Sie stammen mit 99,9976-prozentiger Sicherheit von einem der beiden Opfer. Außerdem hat sich der Maurermeister nach der Tat selbst verdächtig gemacht, indem er mit Bekannten und sogar mit Polizisten immer wieder über das Verbrechen sprach. Und dabei mit angeblichem Wissen über den Doppelmord prahlte, das er seinen hellseherischen Fähigkeiten verdanke. Doch dabei klang er immer wieder wie jemand, der in Wirklichkeit über seine eigene Untat spricht. Und noch verräterischer schien, was er nach seiner Festnahme im Gefängnis einem anderen Insassen erzählte. Dieser Ex-Kaufmann aus Ludwigshafen berichtete den Ermittlern hinterher nicht nur, dass sich der Südpfälzer in der Unterhaltung der Bluttat bezichtigt habe. Der Mithäftling hatte aus diesem Gespräch auch Informationen über bestimmte Verletzungen des einen Opfers, von denen außer dem engsten Ermittlerkreis eigentlich nur einer wissen konnte: der Täter. Am Ende haben Landauer Richter den Maurermeister trotzdem freigesprochen. Aber erst nach einem zweiten Prozess. Und mit dem Hinweis: „Es verbleiben weiterhin beachtliche Verdachtsmomente.“ Der erste Prozess hingegen hatte mit einem Schuldspruch geendet: Die Richter hatten den Südpfälzer als nur teilweise schuldfähigen Totschläger eingestuft, ihn deshalb zu elf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Und dazugesagt: Wenn er diese Strafe verbüßt hat, soll er auf unbestimmte Zeit in einer psychiatrischen Klinik untergebracht werden. Experiment mit Springmaus Für den Podcast „Alles Böse“ haben der stellvertretende RHEINPFALZ-Chefredakteur Uwe Renners und der Gerichtsreporter Christoph Hämmelmann unter anderem alte Prozess-Unterlagen ausgewertet. In einer schon vor zwei Wochen veröffentlichten Folge berichten sie ihren Hörern, wie grausam die beiden Teenager-Mädchen im Sommer vor 40 Jahren nach ihrem Besuch er Offenbacher Disco „Europa“ getötet worden waren, wie aufwendig die Ermittlungen anschließend verliefen – und wie der Maurermeister schließlich zum Verdächtigen wurde. In der neuen und zweiten Folge über diesen Fall erklären die beiden Journalisten nun zum Beispiel, welches Motiv die Landauer Richter dem Angeklagten in ihrem Urteil nach dem ersten Prozess unterstellten. Und sie verraten, warum ein Gutachter für das Verfahren sogar Experimente mit einer mongolischen Wüstenspringmaus unternahm.
- Alles Böse: Doppelmord bis heute nicht geklärt06.09., 05:0006.09.2021, 05:0000:51:24
Zwei Teenager-Mädchen 1981 getötet An dieses Verbrechen erinnern sich viele Pfälzer auch noch nach 40 Jahren: Im Juli 1981 wurden bei Bellheim (Kreis Germersheim) zwei Teenager-Mädchen getötet. Als ihr mutmaßlicher Mörder musste sich später ein angeblicher Hellseher vor Gericht verantworten. Doch am Ende wurde er freigesprochen, der Fall ist daher bis heute unaufgeklärt. Nun rollt ihn die RHEINPFALZ in einer mehrteiligen Podcast-Serie wieder auf. Justiz-Unterlagen ausgewertetDafür haben der stellvertretende RHEINPFALZ-Chefredakteur Uwe Renners und der Gerichtsreporter Christoph Hämmelmann unter anderem alte Justiz-Unterlagen ausgewertet. In der ersten Folge berichten die beiden Journalisten, wie das 14- und das 17-jährige Opfer ihren letzten Abend verbrachten und was ihnen der Täter dann antat. Und sie beschreiben, wie die Polizei gut anderthalb Jahre lang vielen Spuren nachging – wobei sie lange übersah, wie sich wie sich ein gut 40 Jahre alter Maurermeister aus der Region zusehendes verdächtig machte. Denn er prahlte mit seinem angeblichen Hellseher-Wissen über das Verbrechen. Und dabei klang er oft wie jemand, der über seine eigene Untat spricht. Vermeintliche ProphezeiungDoch wirklich aufmerksam wurden die Ermittler auf ihn erst, als ein Jahr nach dem Doppelmord noch eine junge Südpfälzerin getötet wurde – und es so schien, als habe er diese Tat in einer vermeintlichen Prophezeiung angekündigt.
- Alles Böse: Der Koranverteiler19.07., 04:5519.07.2021, 04:5500:26:32
Chef-Islamist vor Gericht In der neuen Folge des RHEINPFALZ-Podcasts „Alles Böse“ geht es um einen bundesweit berüchtigten Chef-Islamisten, der in Mannheim gleich zweimal unangenehme Erlebnisse hatte: Im Juli 2015 wurden der Chef der Koranverteiler-Kampagne „Lies!“ und seine Mitstreiter auf dem Marktplatz verprügelt. Und als er Monate später im Prozess gegen zwei der mutmaßlichen Schläger als Opfer aussagen wollte, ließ die Richterin auch noch sein Handy beschlagnahmen Denn es war der Verdacht aufgekommen, dass er andere Zeugen möglicherweise mit Fotos von dem Vorfall beliefert und so ihre Aussagen beeinflusst hatte. Im Gespräch mit seinem stellvertretenden Chefredakteur Uwe Renners erzählt der RHEINPFALZ-Gerichtsreporter Christoph Hämmelmann nun, wie der Prozess dann ausging. Und er erläutert, wieso die Ermittler den unverhofften Einblick in die Kommunikation eines Hasspredigers auch der Kritik zweier Ludwigshafener Anwälte an der vorangegangenen Ermittlungsarbeit verdankten.
- Terrorpüppchen aus der Südpfalz05.07., 06:0005.07.2021, 06:0000:23:38
Handy-Video zeigt aufgeschlitzte Kehlen Germersheim/Zweibrücken. In der neuen Folge des Podcasts „Alles Böse“ geht es um einen Südpfälzer, der sich als Terror-Befürworter in Zweibrücken verantworten musste. Im Prozess zeigte sich: Es gab eine Verbindung zu dem Jungen aus Ludwigshafen, der dort ein Selbstmordattentat auf den Weihnachtsmarkt verüben wollte. Und: Der Angeklagte war mit einer Frau verheiratet, die islamistische Propaganda-Püppchen für Kleinkinder verkaufte. Das Gesicht der Zweibrücker Staatsschutz-Richterin gefror zur Maske. Und der türkischstämmige Angeklagte aus der Südpfalz glotzte mit gefurchter Stirn kreuz und quer durch den Verhandlungssaal, statt auf den Bildschirm zu schauen. Dabei lief dort gerade ein Video, das auf seinem Handy gespeichert gewesen war. Es zeigte einen IS-Henker im syrisch-irakischen Kriegsgebiet, der Gefangenen wie am Fließband die Kehlen aufschlitzt. Werbung für den IS Ein Fall für die Justiz war dieser Film Ende 2019, weil ihn der 32-Jährige aus dem Kreis Germersheim nicht nur empfangen, sondern auch weitergeleitet hatte. Das Gesetzbuch fordert: Bis zu ein Jahr Haft soll bekommen, wer solch gewaltverherrlichendes Zeug unters Volk bringt. Außerdem gab es noch ein Video, mit dem der Angeklagte sich strafbar gemacht hatte. Es sparte zwar blutige Grausamkeiten aus. Aber es machte Werbung für den IS. In seinem Prozess allerdings behauptete der 32-Jährige: Er habe die Grausamkeit der islamistischen Terrorbande und nie gebilligt. Und nur nach der Aufmerksamkeit gegiert, die ihm ihr Stoff im Internet bescherte. Wenn man ihm selbst, aber auch seiner Mutter und seinem Anwalt glauben durfte, war er also gar kein Beinahe-Terrorist. Sondern eher ein – ganz gegen die eigenen religiösen Regeln – dauerbekiffter Wichtigtuer, der im wahren Leben ständig scheitert. SEK stürmt Wohnung Doch die Behörden beobachteten ihn jahrelang mit Argwohn: Eines Morgens stürmte ein Spezialeinsatzkommando (SEK) seine Wohnung, weil Nachbarn ihn angeblich mit einer Kalaschnikow gesehen hatten. Und im Mai 2018 rückten Ermittler im Auftrag des Generalbundesanwalts an. Denn der ließ nach Hintermännern des Jungen suchen, der Ende 2016 als Zwölfjähriger auf dem Ludwigshafener Weihnachtsmarkt einen Selbstmordanschlag begehen wollte. Dieser Junge hatte sich in einer Chat-Gruppe des Südpfälzers herumgetrieben, in der sich nach RHEINPFALZ-Informationen noch weitere junge Möchtegern-Terroristen tummelten: Lorenz K. aus Wien, der mit 19 Jahren wegen seiner Verstrickung in den Ludwigshafener Fall eine neunjährige Haftstrafe kassierte. Sowie Kevin T. aus Neuss, der sich mit dem Österreicher im Bombenbau versucht hatte und als 22-Jähriger zu gut drei Jahren im Gefängnis verurteilt wurde. Angeblich geläutert Der 32-Jährige aus der Südpfalz hingegen präsentierte sich im Zweibrücker Gerichtssaal nicht nur als vergleichsweise harmlos, sondern auch als geläutert: Der Radikalität wollte er schon vor mehr als zwei Jahren abgeschworen haben. Doch dazu wollten nicht alle Indizien passen. Seine Frau zum Beispiel veröffentlichte noch bis Oktober 2018 bei Facebook und Instagram Fotos selbstgebastelter Püppchen, die Kunden zum Stückpreis von gut zehn Euro bestellen konnten. Diese Figürchen glichen bis in die Wollhaarspitzen den Modellen einer Kölnerin, die mit ihrem Sortiment im Sommer 2018 international Schlagzeilen gemacht hatte: Ihre kleinen „Jundullah“ (Soldaten Gottes) ließen den Verfassungsschutz vor Islamismus im Kinderzimmer warnen. Schließlich trugen die männlichen Figürchen Salafisten-Bärte, und weibliche waren bis auf Augenschlitze verschleiert. Außerdem fehlten den gehäkelten Gestalten die Gesichtszüge. Sechsstellige Schulden-Summe Denn besonders radikale Prediger warnen: Lebensnäher gestaltetes Spielzeug könnte gegen das islamische Bilderverbot verstoßen. In der neuen Podcast-Folge berichtet der RHEINPFALZ-Gerichtsreporter Christoph Hämmelmann im Gespräch mit seinem stellvertretenden Chefredakteur Uwe Renners zum Beispiel, wie die Puppenbastlerin im Zweibrücker Prozess gegen ihren Mann auftrat – und warum der 32-Jährige Schulden von mehr als 200.000 Euro hatte. Abrufbar ist „Alles Böse“ im Webplayer auf rheinpfalz.de sowie auf gängigen Plattformen wie Spotify, Google Podcasts, Apple Podcasts oder Castbox. Ebenso kostenlos wie die neue Folge des journalistischen Formats zum Hören sind dort auch deren Vorgänger verfügbar. Die beschäftigen sich zum Beispiel mit Rockerkriminalität. Und mit den Drogen-Millionen einer Dealerbande, die von der Justiz eigentlich beschlagnahmt waren, aber dann trotzdem verschwunden sind. Podcast „Alles Böse“
- Alles Böse: Der Griff in die Kasse21.06., 06:0021.06.2021, 06:0000:34:18
Vereinsmitglied unterschlägt Spendengelder In der neuen Folge des Podcasts „Alles Böse“ geht es um einen Fall von Kleinkriminalität, aber in einer besonders dreisten Form: Nach einer großen Benefizaktion für die Opfer einer Naturkatastrophe behielt ein Mitglied eines Pfälzer Wohltätigkeitsvereins den kompletten Erlös einfach für sich. Bis RHEINPFALZ-Recherchen den Spenden-Klau auffliegen ließen.Zunächst gab der RHEINPFALZ-Redakteur Christoph Hämmelmann nicht viel auf den Tipp, den er im Sommer 2011 bekam. Schließlich wird die Redaktion immer wieder auf angebliche Skandale hingewiesen, an denen dann doch nichts dran ist. Und was diesmal behauptet wurde, schien gar zu dreist: Demnach hatte ein Mitglied eines Wohltätigkeitsvereins in einer Pfälzer Kleinstadt den kompletten Erlös einer Spendenaktion für Opfer einer Naturkatastrophe in Lateinamerika in die eigene Tasche gesteckt. Doch erste Recherchen zeigten: An der Geschichte vom frechen Spenden-Klau schien doch etwas dran zu sein. Denn als Erlös-Empfänger war eine Hilfsorganisation in Bayern benannt worden. Und eine Rückfrage bei ihr ergab: Eine passende Überweisung aus der Pfalz war bei ihr in den anderthalb Jahren seit der Benefizaktion nicht eingegangen. Also folgten langwierige Telefonate Hämmelmanns mit einem Mitglied des Kleinstadt-Vereins, der die Geldsammlung organisiert hatte. Und diese Gespräche endeten mit einem Geständnis. Demnach hatte das Mitglied den Erlös „aus einer persönlichen Notlage heraus“ für sich verwendet. Im Gespräch mit seinem stellvertretenden Chefredakteur Uwe Renners berichtet Hämmelmann nun, wie Polizei und Justiz auf die Berichterstattung über den Spenden-Klau reagierten. Und er verrät, wie das unterschlagene Geld – nach einigem Hin und Her wurde die Summe auf etwa 4500 Euro beziffert – doch noch ins Katastrophengebiet kam.
- Alles Böse: Pfälzer Neonazis am Ballermann07.06., 07:1507.06.2021, 07:1500:43:24
Ein Pfälzer neben Beate Zschäpe Für die deutschen Sicherheitsbehörden war das ein Schock. Nachdem der „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) im Jahr 2011 eher zufällig aufgeflogen war, mussten sie sich eingestehen: Ihnen war jahrelang entgangen, dass hinter einer verbrecherischen Serie aus neun Morden an Migranten, einem Mord an einer Polizistin, einem Sprengstoffanschlag und 15 Raubüberfällen eine rechtsextreme Terrorbande steckte. Also mussten sich Staats- und Verfassungsschützer fragen lassen, ob sie etwas falsch gemacht hatten. Ein Pfälzer neben Beate Zschäpe In Baden-Württemberg etwa bildete der Landtag deshalb einen Untersuchungsausschuss. Und der interessierte sich auch für Neonazi-Umtriebe auf der anderen Rheinseite. Zum Beispiel für eine illegale Demonstration in Worms, bei der 1996 die NSU-Terroristin Beate Zschäpe mitmarschiert war. Ein Foto zeigte: Zwei Meter vor ihr lief damals Christian Hehl, der wenig später in Ludwigshafen einen Laden mit Devotionalien für Rechtsextremisten eröffnete und zeitweise Deutschlands bekanntester Skinhead war. Im März 2018 musste Hehl daher ans Rednerpult im Stuttgarter Landtagsgebäude, um als Zeuge Fragen nach seinen möglichen Kontakten zur Terrorbande zu beantworten. Woraufhin er versicherte: Von deren Existenz habe auch er erst nachträglich erfahren. Doch zugleich gestand er ein: „Es wundert mich ja auch, dass es an mir vorbeigegangen ist.“ Dabei gab es noch mehr Hinweise für Querverbindungen zwischen dem NSU und Pfälzer Gesinnungsgenossen – zum Beispiel über Ralf Wohlleben, einem Neonazi aus Thüringen. Unterstützung von NSU-Helfer Im großen Münchener Prozess um die Terrorserie haben ihn die Richter im Juli 2018 wegen Beihilfe bei neun Morden zu zehn Jahren Haft verurteilt. Unterstützt hatte er zuvor aber offenbar auch die Szene im Raum Ludwigshafen-Mannheim. Als Fachinformatiker soll er sich um den Internet-Auftritt des „Aktionsbüros Rhein-Neckar“ gekümmert haben, in dem sich den Ermittlungsbehörden zufolge ab 2003 für ungefähr zehn Jahre etwa 80 bis 100 Neonazis aus der Region zu einem losen Verbund zusammengeschlossen hatten. Einer der führenden Köpfe dabei: Matthias Herrmann, der seine Jugend in Bad Dürkheim, Ludwigshafen sowie Mannheim verbrachte und von den Ermittlern schon in Teenager-Jahren als Extremist eingestuft wurde. Mittlerweile wohnt der Ingenieur in Hessen. Doch er gehört zum Bundesvorstand der Neonazi-Partei III. Weg, deren Hauptquartier im Pfälzerwald steht: Amtlicher Sitz ist das Wohnhaus ihres Bundesvorsitzenden Klaus Armstroff, der in Weidenthal (Kreis Bad Dürkheim) wohnt. „Hammerskins“ am „Ballermann“ Im Gespräch mit seinem Stellvertretenden Chefredakteur Uwe Renners spürt der RHEINPFALZ-Redakteur Christoph Hämmelmann solchen Querverbindungen zwischen verschiedenen Rechtsextremisten aus der Region nach. Er erzählt von seinen Begegnungen mit den Szenegrößen. Und er berichtet, wie eine frühere Porno