Podcast

Alles Böse

DIE RHEINPFALZ

History · Society & Culture · True Crime

52 Episoden · neueste 03.09.

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Episoden

52
  1. Alles Böse: Wenn Pfälzer feiern, freut sich die Mafia
    24.05., 06:0000:52:39

    Falschgeld und Sturmgewehre Wenn Pfälzer feiern, freut sich die Mafia. Denn bei schummrigem Licht und weinseliger Stimmung können ihre Helfershelfer nachgemachte Banknoten besonders leicht unters Volk bringen. Also prägen der Dürkheimer Wurstmarkt und das Neustadter Weinlesefest in gewöhnlichen Jahren nicht nur Veranstaltungskalender, sondern auch die Falschgeldstatistik des Ludwigshafener Polizeipräsidiums. 2014 allerdings ist etwas anders, da tauchen schon im Februar und März viele falsche Fünfziger auf. Dauergast in Pensionszimmer Die meisten ziert die gleiche Seriennummer: S20175422632. Experten des Landeskriminalamts (LKA) stufen die Scheine als „Napoli-Blüten“ ein: recht gut gefälscht und italienischer Herkunft. Als deren mutmaßlichen Importeur spüren die Ermittler schließlich einen Deutsch-Italiener auf, der als Dauergast in einer Pension im Kreis Bad Dürkheim haust. Also stürmt eine Spezialeinheit sein Neun-Quadratmeter-Zimmer, und ab Ende 2014 wird ihm in Frankenthal der Prozess gemacht. Doch um Falschgeld geht es dabei nur mehr am Rande, der damals 38-Jährige hat noch ganz andere Geschäfte gemacht: In der Slowakei bestellte er Sturmgewehre und Maschinenpistolen, die dort als harmlose Dekorationsstücke galten. Denn ihre Läufe waren mit Metallstiften verrammelt. Doch der Deutsch-Italiener tauschte mithilfe einiger Pfälzer diese unbrauchbar gemachten Bauteile in einer Garagen-Werkstatt einfach aus, machte so zum Beispiel Kalaschnikows wieder scharf. Krisensitzung beim LKA Am Ende verurteilten ihn Frankenthaler Richter deshalb zu sechs Jahren Haft, sie sagten: Vermutlich hat er die Waffen an italienische Kriminelle verhökert. Doch das blieb eine Vermutung, er selbst hatte über seine Kunden geschwiegen. Aber beteuert: Mit Rechtsextremismus habe das alles so überhaupt nichts zu tun. Dabei hatte er schon als Jugendlicher Nazi-Flugblätter verteilt und einen jüdischen Friedhof geschändet. Und dann illegale Waffengeschäfte mit einen NPD-Funktionär gemacht. Die wiederum hatten ihm 1999 schon fast fünf Jahre Haft eingebrockt, die er schließlich in Frankenthal absaß. Und als er 2003 entlassen werden sollte, galt er als so gar nicht geläutert: Im Mainzer LKA analysierten Verfassungsschützer und Polizisten aus mehreren Bundesländern in einer dreistündigen Krisensitzung, für wen dieser Mann jetzt zur Gefahr werden könnte. Denn aus seiner Zelle heraus hatte er Briefe verschickt, die vor rechtsextremen Terror- und Gewaltfantasien strotzten. Briefe ins NSU-Umfeld Post-Kontakt hatte er so zu einem Neonazi, der später zum Umfeld der rechtsextremen NSU-Terroristen gehörte. Weshalb es in Ermittlungen zu dieser Mörderbande auch um den Deutsch-Italiener ging. In der neuen Podcast-Folge berichtet RHEINPFALZ-Gerichtsreporter Christoph Hämmelmann im Gespräch mit seinem stellvertretenden Chefredakteur Uwe Renners, was geheime Behördendokumente über den Waffenbastler und seine möglichen Verbindungen zur Terroristenszene verraten.

  2. Alles Böse: Baby von Balkon geworfen
    10.05., 05:0000:43:28

    Vom eigenen Vater getötet Frankenthal. Es war eines der aufreibendsten Verfahren, die Pfälzer Richter in den vergangenen Jahren stemmten: Ein Frankenthaler musste sich ab 2016 in seiner Heimatstadt verantworten, weil er seine wenige Wochen alte Tochter Senna vom Balkon geworfen und so getötet hatte. In der neuen Folge des RHEINPFALZ-Podcasts „Alles Böse“ erfahren die Hörer, warum die Justiz bei diesem Prozess an ihre Grenzen stieß. Sein Kopf war auf die Tischplatte gesunken, seinen schwarz gekleideten Körper schüttelten Weinkrämpfe. Und was der Angeklagte am ersten Verhandlungstag im November 2016 sagen wollte, las sein Verteidiger für ihn vor: dass der 32-Jährige sein „kleines süßes Baby mit eigenen Händen getötet“ habe. Weshalb er das Gericht „um eine gerechte Strafe“ bitte. Doch bis die verhängt wurde, sollte reichlich Zeit vergehen: Rund 80 Verhandlungstage und mehr als zweieinhalb Jahre dauerte es, bis Richter ein Urteil über den Frankenthaler fällten. Dabei wäre auch ohne sein Geständnis weitgehend klar gewesen, was er verbrochen hat: In einer Mainacht des Jahres 2016 sitzt er mit einem Besucher in seinem Wohnzimmer, wo die beiden Freunde Playstation spielen und Kokain nehmen. Doch dann bekommt der Gastgeber einen Eifersuchtsanfall: Er stürmt ins Schlafzimmer, wo seine Partnerin mit der wenige Wochen alten Senna und seinen Kindern aus einer früheren Beziehung schlummert. Dort geht er mit einem Messer auf die Frau los – bis sein Kumpel sich dazwischenwirft. So kann die 20-Jährige aus der Wohnung fliehen, während die beiden Männer miteinander ringen. Dann aber schnappt sich der Vater die kleine Senna, lässt das Baby vom Balkon fallen. Und als die Polizei die Wohnung stürmt, hat sich die Klinge seines Messers auch noch in den Bauch seiner sechsjährigen Tochter gebohrt. Die können Ärzte anschließend in einer Notoperation retten, der Säugling hingegen hat den 7,50-Meter-Sturz nicht überlebt. Weshalb sich der Vater schließlich als Mörder der eigenen Tochter verurteilt wird. Doch zuvor zieht sich das Verfahren gegen ihn so lange hin, dass sogar das Bundesverfassungsgericht ein Machtwort spricht: Es verfügt, dass der Mann vorübergehend wieder freigelassen werden muss. Denn die Justiz sei zu langsam vorangekommen. Im Podcast-Gespräch mit seinem stellvertretenden Chefredakteur Uwe Renners berichtet der RHEINPFALZ-Gerichtsreporter Christoph Hämmelmann nun, warum die Pfälzer Richter an ihre Grenzen stießen und das Verfahren zwischendurch sogar neu gestartet werden musste. Außerdem erläutert der Journalist, wieso der Anwalt des Frankenthalers ausgerechnet die Mutter des toten Babys immer wieder ins Verhör nahm. Und er verrät, was er als Beobachter von den Erklärungen des Angeklagten für die Schreckenstat hielt. Denn mit seiner vom Verteidiger vorgelesenen Aussage zum Prozessbeginn hatte sich der Vater zwar zu seiner Verantwortung für den Tod seines Babys bekannt. Doch die juristisch entscheidenden Fragen ließ er da noch offen: War es Mord, war es Totschlag – oder gar ein Unfall? Tatsächlich wollte er die Tat am Ende als ein Versehen im Drogenrausch darstellen. Weshalb er von irren Wahnvorstellungen mit, zum Beispiel, einem anrückenden Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei erzählte. Doch dann ließen die Richter eine Tonaufnahme genauer analysieren. Die hatten Nachbarn eigentlich nur gemacht, um eine nächtliche Ruhestörung zu dokumentieren. Aber die verstörende Datei mit Gerumpel, Geschrei und plötzlich verstummendem Baby-Weinen wurde zum wohl wichtigsten Beweisstück im Prozess um den Tod der kleinen Senna. Abrufbar ist der Podcast „Alles Böse“ im Webplayer auf rheinpfalz.de sowie auf gängigen Plattformen wie Spotify, Google Podcasts, Apple Podcasts oder Castbox. Ebenso kostenlos wie die neue Folge des journalistischen Formats zum Hören sind dort auch deren Vorgänger verfügbar. Die beschäftigen sich zum Beispiel mit Rockerkriminalität. Und mit den Drogen-Millionen einer Dealerbande, die von der Justiz eigentlich beschlagnahmt waren, aber dann trotzdem verschwunden sind.

  3. Alles Böse: Chemical Love - Rauschgiftgeschäfte im Darknet
    26.04., 05:0000:39:57

    Bitcoin-Beute in Höhe von 25 Millionen Euro Die Zimmer in seiner Lieblingsherberge am Schlossgarten haben Designer eingerichtet, und ihr Küchenchef verspricht „kleine Kunstwerke“ statt schnöder Nahrungsmittel. Doch das Luxusleben im Stuttgarter Nobelhotel „Le Méridien“ hat seinen Preis: Regelmäßig fallen fünfstellige Rechnungen an, wenn der End-Zwanziger wieder einmal ein paar Tage dort verbracht hat. Doch ein knappes Jahr lang kann sich der Sohn eines früheren Profi-Fußballers sich das leisten: Nachdem er mit konventionelleren Geschäften nur mäßige Erfolge erzielte, wird er Boss einer Dealer-Bande. Die bietet ab Mai 2105 ihr Rauschgift im Internet feil, wird so Marktführer und scheffelt Millionen – bis die Ermittler zuschlagen. Im April 2016 stürmen sie das Haus eines Familienvaters im südpfälzischen Rülzheim. Denn dieser Handlanger ist der Lagerverwalter der Online-Dealer: Für steuerfreie 2000 Euro monatlich verwahrt er in seinem Keller die Drogen, die er in Päckchen steckt und an Besteller verschickt. Weshalb Landauer Richter ihn im Juni 2017 zu mehr als sieben Jahren Haft verurteilen. Doch vor allem geht es in diesem Prozess um den Fußballer-Sohn mit dem teuren Lebenswandel. Denn der mittlerweile 30-Jährige mit dem Spitznamen „Chino“ gilt als der Chef der Bande, schließlich soll er ihre Einnahmen kontrolliert haben. Dabei haben die Kunden ihre Rechnungen für ihre Rauschgift-Päckchen in der Online-Währung Bitcoin beglichen. Womit die Zahlungen in ein virtuelles Vermögensdepot flossen, das nicht einfach wie ein traditionelles Bankkonto einem Inhaber zugeordnet werden kann. Doch die Ermittler haben bei ihrem Hauptverdächtigen einen Computer gefunden, der verräterische Einblicke gewährt. Denn auf ihm ist ein Programm installiert, über das sie ins Bitcoin-Konto der Online-Dealer hineinschauen können. Nur abgreifen können sie das Vermögen nicht, dazu fehlt ihnen das Passwort. Der Fußballer-Sohn wiederum beteuert: Er sei gar nicht der eigentliche „Chemical Love“-Chef, es gebe noch einen mysteriösen Oberboss. Und während er im Gefängnis auf den Beginn seines Landauer Prozesses wartet, passiert etwas, was diese Behauptung zu bestätigen scheint: Irgendjemand greift auf das virtuelle Konto zu und lässt fast ein Drittel der Bitcoins verschwinden. Doch als Beweis für die Existenz des großen Unbekannten lassen die Strafverfolger diese Transaktion nicht durchgehen, sie sagen: „Chino“ kann das auch aus der Haft heraus veranlasst haben. Indem er jemandem den Code verraten – oder mit einem ins Gefängnis geschmuggelten Smartphone gleich selbst auf das Konto zugegriffen hat. Also verdonnern ihn die Südpfälzer Richter nicht nur zu fast 15 Jahren Haft. In ihrem Urteil schreiben sie auch fest: Er schuldet dem Staat zum Beispiel einen vom Drogengeld bezahlten Maserati, der spurlos verschwunden ist. Doch vor allem hat er Bitcoin-Beute herausrücken, deren Gegenwert die Südpfälzer Juristen auf zehn Millionen Euro beziffern. In diesem Punkt allerdings fährt ihnen nachträglich der Bundesgerichtshof in die Parade, weshalb „Chino“ gut zwei Jahre später in Landau noch einmal vor neuen Richtern steht. Die ändern zwar nichts mehr an seiner Strafe, aber an seinem Schuldenstand: In amtlicher Währung soll er nurmehr 1,5 Millionen Euro verjubelte Beute bezahlen. Das Online-Depot hingegen wird nun einfach seiner virtuellen Form als beschlagnahmt eingestuft. Theoretisch könnte die rheinland-pfälzische Finanzministerin ihren Haushalt nun also mit einem Internet-Schatz aufpolieren, der – weil der Kurs der Digitalwährung stark gestiegen ist – mittlerweile gut 25 Millionen Euro wert ist. Doch daraus wird wohl nichts. Auf RHEINPFALZ-Anfrage hin teilt die für den Fall zuständige Generalstaatsanwaltschaft in Koblenz mit: Ende 2019 und mithin kurz nach dem letzten Landauer Urteil ist das Konto nahezu vollständig geleert worden. Aber endgültig aufgegeben wollen die Strafverfolger das Vermögen trotzdem noch nicht. Also halten sie geheim, was sie über die Transaktion herausgefunden haben. Und wen sie für diesen dreisten Griff ins Online-Depot verantwortlich machen: Um die Geldwäsche-Ermittlungen seiner dafür zuständigen Cybercrime-Experten nicht zu gefährden, gibt sich der Koblenzer Generalstaatsanwalt zugeknöpft. Doch er lässt erkennen: Grundlegend neue Erkenntnisse zum „Chemical Love“-Komplex sind nicht mehr aufgetaucht. Weshalb sein Leute wohl davon ausgehen müssen, dass der inhaftierte „Chino“ zum zweiten Mal Vermögen verschwinden ließ. Dafür zur Rechenschaft gezogen würde er allerdings noch nicht einmal, wenn sie ihm das auch tatsächlich nachweisen könnten. Denn es geht um Gewinne aus illegalen Geschäften, für die er ohnehin schon büßt. Würde er ihretwegen erneut verurteilt, würde das Doppelbestrafung gelten. Und die ist verboten. Juristisch komplizierter ist hingegen die Frage, ob der „Chino“ dem Staat nun doch wieder den Gegenwert seiner Bitcoins in amtlicher Währung schuldet. Und vom Kurs welches Stichtags auszugehen wäre, falls deshalb in Euro umzurechnen wäre. Generalstaatsanwalt Brauer sagt: „Die Rechtsfragen im Zusammenhang mit der Abschöpfung von Bitcoins sind in der Rechtsprechung noch weitgehend ungeklärt.“ Ganz genau lässt sich daher nur sagen, welche Summe in dem virtuellen Depot jetzt noch zurückgeblieben ist – und problemlos in den Landeshaushalt einfließen könnte, falls die Ermittler doch noch irgendwann ans für den Zugriff nötige Passwort kommen: Es sind exakt 0,00106589 Bitcoins. Macht nach aktuellem Kurs genau 56,03 Euro.

  4. Alles Böse: Waffen, Koks und Vokabelhefte
    12.04., 08:0000:47:27

    SEK rückt Gremium-Rockern auf den Pelz Zum zweiten Mal in Folge geht es im RHEINPFALZ-Podcast „Alles Böse“ um Rockerkriminalität, und diesmal dreht sich alles um einen bestimmten Club: Für eine Mega-Razzia gegen die Gremium-Gang boten die Ermittler im Sommer 2013 etwa 600 Beamte auf. Doch die anschließenden Prozesse vor Pfälzer Gerichten liefen nicht so, wie es sich die Strafverfolger erhofft hatten. Regale voller Klorollen erspähen die Polizisten eines Spezialeinsatzkommandos (SEK), die im Morgengrauen des 26. August 2013 eine Lagerhalle im Rhein-Pfalz-Kreis stürmen. Die harmlosen Hygieneartikel allerdings interessieren die schwer bewaffneten Beamten nicht, sie wollen in die Nebenräume. Denn die hat die Rocker-Gang Gremium angemietet: um auf Bierflaschen einer hessischen Brauerei Etiketten mit ihrem Club-Logo zu kleben. Und angeblich geschehen dort noch ganz andere Dinge. Ein Aussteiger hat Ermittlern erzählt: In diesem Hinterzimmer werden auch Waffen gehortet. Später wird der Kronzeuge sogar behaupten: Gelegentlich soll der Raum sogar als Folterkammer benutzt worden sein – unter anderem, weil es so leicht zu reinigen ist. Überhaupt, der Ex-Rocker hat der Polizei viel über kriminelle Aktivitäten seiner früheren Vereinskameraden erzählt. Weshalb des SEK an jenem Augustmorgen längst nicht nur die Halle im Rhein-Pfalz-Kreis stürmt. Insgesamt sind rund 600 Beamte im Einsatz, um mehr als 30 Objekte zu durchsuchen. Die befinden sich zum Beispiel in Österreich und Baden-Württemberg, aber vor allem in der Pfalz. Denn der Aussteiger kommt von hier, angeschlossen hatte er sich der Gremium-Filiale in Landau. Also berichtet er vor allem von Gewalttaten, Drogenhandel und Waffengeschäften in dieser Region. Und in der Pfalz werden schließlich auch mehrere Mitglieder der 1972 in Mannheim gegründeten Rocker-Gruppe vor Gericht gestellt. Im Gespräch mit dem stellvertretenden Chefredakteur Uwe Renners erzählt der RHEINPFALZ-Gerichtsreporter Christoph Hämmelmann nun, warum die meisten Angeklagten in dieser Prozess-Serie mit Bewährungsstrafen oder gar mit Freisprüchen davonkamen. Und er erklärt, warum ein neben einem dicken Drogen-Batzen entdecktes Heft mit eigentlich harmlosen Englisch-Sprachübungen seiner Frau einen der Gremium-Männer dann aber doch für einige Jahre ins Gefängnis brachte. Außerdem berichtet Hämmelmann, wie manche der Rocker auf unliebsame Artikel reagierten. Denn er hatte während der Prozesse einige Erlebnisse, die auch ihm einen Termin bei der Polizei bescherten: zur amtlichen „Gefährdungsanalyse“. Abrufbar ist das journalistische Format zum Hören im Webplayer auf rheinpfalz.de sowie auf gängigen Plattformen wie Spotify, Google Podcasts, Apple Podcasts oder Castbox. Ebenso kostenlos wie die neue Folge sind dort auch deren Vorgänger verfügbar. Im Beitrag von vor zwei Wochen zum Beispiel ging es darum, wie das Land schon seit Jahren auch gegen andere Rockergruppen wie die Hells Angels kämpft – und wie skurril es dabei manchmal zugeht. swz

  5. Alles Böse: Schnelles Helles und die Hells Angels
    29.03., 00:0500:45:37

    Rocker in Rheinland-Pfalz Im Gespräch mit dem stellvertretenden Chefredakteur Uwe Renners berichtet der RHEINPFALZ-Gerichtsreporter Christoph Hämmelmann nun, welche Erfolge die Behörden seither errungen haben – und wo sie Niederlagen einstecken mussten: Landes-Innenminister Roger Lewentz (SPD) scheiterte zum Beispiel zunächst mit seinem Versuch, eine Hells-Angels-Gang zu verbieten. Und die von ihm vor Jahren angekündigte Zwangsauflösung einer Südpfälzer Rockergruppe steht bis heute aus. Außerdem unterhalten sich die Journalisten über die skurrilen Seiten dieser Form der Kriminalitätsbekämpfung: Sie sprechen darüber, wie sich Hells Angels wegen einer von der Polizei zerdepperten Muttergottes-Statue beklagten. Und wie Ermittler sich als Mitglieder der erfundenen Biker-Gruppe „Schnelles Helles“ verkleideten, um echte Rocker zu provozieren.

  6. Alles Böse: Deutschlands erster Muslim-Terrorist
    15.03., 01:0500:28:05

    Vom Linksterrorrismus zur islamistischen Szene In der neuen Folge geht es um einen Mann, der vor einigen Jahren für eine Weile in Ludwigshafen wohnte und zuvor lange im Gefängnis gesessen hatte. Verurteilt worden war er schon 1999, da galt er als Linksterrorist. Allerdings hatte er sich in seinem letzten Bekennerschreiben bereits zum Islam bekannt. Und in der islamistischen Szene mischt er bis heute mit. Mehr als 100.000 Mark kostete so ein Wunderding damals, seinen Einsatz konnten sich allenfalls die US-Streitkräfte leisten. Doch Mitte der 1990er-Jahre hefteten erstmals auch deutsche Ermittler einen dieser hochmodernen und noch unglaublich teuren GPS-Peilsender an ein verdächtiges Auto. So wollten sie neue Linksterroristen aufspüren: Seit die RAF 1992 einen Gewaltverzicht verkündet hatte, legte eine mysteriöse Nachfolger-Truppe namens Antiimperialistische Zellen (AIZ) Bomben. Und die wurden immer gefährlicher. Denn anfangs sollten die Anschläge offensichtlich bloß Sachschäden anrichten. Später hingegen war es nurmehr Glück, dass keine Menschen verletzt oder gar getötet wurden. Doch als Terrororganisation im juristischen Sinn wurden die AIZ im Prozess gegen ihre Mitglieder dann trotzdem nicht eingestuft. Denn so eine Bande muss aus mindestens drei Leuten bestehen, vor Gericht stand aber nur eine Zweimann-Truppe. Und Linke im klassischen Sinn waren diese Männer da auch schon nicht mehr. „Islam als Waffe“In ihrem letzten Bekennerschreiben stand: „Wir haben den Islam als revolutionäre Waffe in voller Schärfe und Schönheit kennenlernen dürfen.“ Dieser Haltung ist einer der beiden Ex-Bombenleger auch bis heute treu geblieben. Nachdem er für sein AIZ-Abenteuer mehr als zehn Jahre in Haft saß, achtet Bernhard Falk zwar peinlich darauf, sich nicht noch einmal strafbar zu machen. Aber die Sicherheitsbehörden beschäftigt er trotzdem: weil er islamistische Ideologie im Internet verbreitet. Und weil er Unterstützung für inhaftierte Gesinnungsgenossen organisiert. Zeitweise hat er das auch von Ludwigshafen aus getan, denn dort hat er für eine Weile gelebt. Und deshalb hat sich vor ein paar Jahren auch der RHEINPFALZ-Journalist Christoph Hämmelmann mit ihm zu einem ausführlichen Gespräch zusammengesetzt. Im Podcast „Alles Böse“ mit dem stellvertretenden Chefredakteur Digitales, Uwe Renners, erläutert er nun Falks Bedeutung für die islamistische Szene. Und er erzählt, warum er Monate nach seinem Treffen mit dem Ex-Bombenleger Post von Deutschlands oberstem Ermittler bekam.

  7. Alles Böse: Vom Unternehmensberater zum Bankräuber
    01.03., 00:0500:26:55

    Ein außergewöhnlicher Prozess In der neuen Folge des RHEINPFALZ-Podcasts „Alles Böse“ geht es um einen Serien-Bankräuber, dem 2014 in Landau ein außergewöhnlicher Prozess gemacht wurde. Schließlich stand da ein Angeklagter vor Gericht, der eine für einen derartigen Kriminellen ungewöhnliche Laufbahn hinter sich hatte: Der 33-Jährige hatte zeitweise als Unternehmensberater für eine renommierte Firma in Berlin gearbeitet. Und gegen Ende des Verfahrens präsentierte er eine ausgefallene Geschichte, mit der er einer besonders harten Strafe entgehen wollte. Demnach hatte einen Teil der Überfälle ein anderer Mann begangen. Und der hatte falsche Spuren gelegt, weil er sich an ihm rächen wollte – angeblich hatten beide mit derselben Frau geschlafen. Ob an dieser verrückten Story des Angeklagten vielleicht doch etwas dran gewesen sein könnte, ist eine der Fragen, um die es in der neuen Podcast-Folge geht. Außerdem sprechen der RHEINPFALZ-Chefredakteur Digitales, Uwe Renners, und der Gerichtsreporter aus der Pfalz-Redaktion, Christoph Hämmelmann, darüber, wie der Ex-Unternehmensberater überhaupt auf die schiefe Bahn geraten war: Auch da war wohl eine Frau im Spiel.

  8. Alles Böse: 36000 Fotos aus der Frauenarztpraxis
    15.02., 00:0500:34:04

    Ein Gynäkologie-Professor sagte als Gutachter vor Gericht: In drei Fällen sehe er auf diesen Sequenzen, wie sein Kollege in der Praxis Handlungen vornehme, die für ihn medizinisch nicht begründbar seien. Für die Frankenthaler Richter war damit klar: Der Angeklagte hatte sexuelle Gründe. Also verurteilten sie ihn auch wegen sexuellen Missbrauchs. Obendrein griffen sie auf ein Spezialgesetz zurück. Es sieht besonders harte Strafen für Ärzte vor, die ihre Stellung ausnutzen, um sich an Patienten zu vergreifen.

  9. Alles Böse: Sex-Betrug im Leiningerland
    01.02., 00:1000:29:32

    95000 Euro für eine Nacht Einen sagenhaften Lohn von 95.000 Euro erwartete eine Pfälzerin, nachdem sie im Mai 2017 mit einem Mann ins Bett gegangen war. Schließlich hatte sie mit einem Online-Bekannten geschlafen, der sich ihr im Netz als einfühlsamer, aber auch schwerreicher und großzügiger Unternehmersohn vorgestellt hatte. Und er hatte ihr vorab ein Foto seines Computerbildschirms geschickt, das beweisen sollte: Er hat ihr die riesige Summe sogar schon überwiesen. Doch nach etwa einstündigem Liebesspiel verdrückte sich der vermeintliche Gönner aus dem Hotelzimmer. Und auch seine Überweisung kam nie an, die Pfälzerin war auf einen notorischen Betrüger aus dem Raum Grünstadt hereingefallen: Mit astronomischen Geldversprechen hatte der Mann noch mindestens eine weitere Frau ins Bett gelockt, außerdem diverse Hotelrechnungen nicht bezahlt. Und im Internet Handys verkauft, die er nicht besaß. Wie er für seine Taten büßen muss, hat die Justiz später in zwei Prozessen geklärt – und ihn zu drei Jahren Haft verurteilt. Besonders schwer fiel dabei ins Gewicht, wie er eine Krankenschwester aus Bremen ausgenommen hatte. Denn was der Mann mit ihr gemacht hatte, verbuchten die Ankläger nicht nur als Betrug, sondern sogar als Erpressung.

  10. Alles Böse: Keine Hilfe für Carrie
    18.01., 00:1000:25:01

    Trio lässt fünfjähriges Mädchen sterben Dieser Prozess hat auch Justizbeamte und Richter erschüttert: Weil sie ein fünfjähriges Mädchen einfach sterben ließen, hat das Landgericht drei Angeklagte zu lebenslanger Haft verurteilt. Am Ende fiel selbst den Verteidigern nicht mehr viel ein, was für ihre Mandanten gesprochen hätte. Der hinter den Angeklagten wachende Justizbeamte verbirgt sein Gesicht für ein paar Sekunden hinter seinen Händen. Und seine neben ihm sitzende Kollegin scheint sich eine Träne aus dem Auge zu wischen: Bis zum letzten Verhandlungstag ringen in diesem Verfahren selbst routinierte Wachtmeister immer wieder um Fassung. Und der Anwalt des als Nebenkläger ins Verfahren eingebundene Vaters des toten Kindes, Hans-Michael Meyers, wählt in seinem Plädoyer ein für Juristen ungewöhnliches Vokabular: Er zitiert die Redewendung, der zufolge er gar nicht so viel essen könne, wie er „gerne kotzen“ würde. In der Sache fordert er, dass alle drei Angeklagten wegen „Mordes durch Unterlassen“ zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt werden. Das Trio hat am 20. Juni 2016 der – vermutlich nach einem Sturz – zusammengebrochenen Carrie keinen Notarzt geholt und so das Kind einfach sterben lassen. Denn ein Mediziner hätte sofort bemerkt, dass die Fünfjährige vernachlässigt und misshandelt worden war. Dass den Angeklagten dafür die Höchststrafe gebührt, hat vor Meyers auch schon der für den Fall zuständige Staatsanwalt Christian Schröder gesagt. Ein paar Stunden später werden das die Richter genauso beschließen – und ihr Vorsitzender Alexander Schwarz wird in seiner Urteilsbegründung noch einmal ausführlich beschreiben, was Carrie in den Monaten vor ihrem Tod alles durchgemacht haben muss. Doch vorher haben die Verteidiger noch darzulegen, was für ihren jeweiligen Schützling spricht. Allzu viel ist es nicht. Vor allem der Anwalt zeichnet im Schlussplädoyer ein schonungsloses Bild seines Mandanten. Der Jurist vertritt den 31-Jährigen, der zusammen mit seiner 25-jährigen Partnerin Carrie in seine Wohnung aufgenommen hatte. Und der sie dort auf übelste Weise schikaniert hat. Zeugen berichteten von „Bundeswehrspielen“: Nach Missgeschicken musste das Kind zum Beispiel strammstehen. Auch Ohnesorg geht davon aus, dass sein Mandant Carrie misshandelt hat. Und dass er sie sterben ließ, weil ein Notarzt genau das bemerkt hätte. Der Anwalt muss einräumen: Das ist Mord. Eine lebenslange Haftstrafe lässt sich da nur noch abwenden, wenn es gute Gründe für besondere Milde gibt. Doch auch da kann Ohnesorg nur anführen, dass der 31-Jährige bislang keine Vorstrafen hat und unter schwierigen Umständen aufgewachsen ist. Noch kürzer fasst sich der Anwalt der 25-Jährigen: Franz Möhler führt die Paragrafen an, auf die sich das Gericht stützen könnte, wenn es bei seiner Mandantin Milde walten lassen wollte. Ausführlicher wird hingegen die Anwältin, die Carries Mutter verteidigt. Ihre Mandantin wurde von den beiden anderen Angeklagten alarmiert, als ihre Tochter schon umgekippt war. Staatsanwalt Schröder meint: Die 36-Jährige war ab etwa 17.30 Uhr in der Wohnung, und das Mädchen sei um 23 Uhr gestorben. Die Anwältin hingegen sagt: Die Mutter sei erst um 18.45 Uhr dort gewesen und Carries Tod bereits zwischen 20 und 21 Uhr eingetreten. Will sagen: Ihre Mandatin hatte vielleicht gar keine Chance, das Kind noch zu retten. Trotzdem bittet auch Forster die Richter lediglich, sich über diese Frage Gedanken zu machen. Doch die urteilen: dreimal „lebenslänglich“.

  11. Alles Böse: Polizist und Bankräuber
    04.01., 13:5500:37:34

    Wie ein Polizist und Bankräuber aus der Westpfalz überführt wurde Ein junger Polizeibeamter wird verdächtigt, eine Filiale der Kreissparkasse in der Westpfalz überfallen zu haben. Bei dem Überfall auf das Geldinstitut hatte ein maskierter Täter den Schalterraum betreten und den Bankangestellten mit einer Pistole bedroht. Er forderte die Herausgabe von Bargeld und konnte schließlich mit einer fünfstelligen Summe flüchten. Über die Kameraaufnahmen in der Bank waren die Ermittler ihrem Kollegen auf die Spur gekommen. Der Täter trug zwar während des Überfalls eine schwarze Pudelmütze und hatte sein Gesicht unter einem auffälligem Mundschutz, der zum Paintball-Spielen benutzt wird, versteckt. Aber seine restliche Kleidung erwies sich als verräterisch: Er trug eine Polizeihose und Polizeihandschuhe. Er hatte keine Uniform an, aber Kleidung und Ausrüstung, die der Polizei zugeordnet werden konnten. Die Ermittlungen führten zur Untersuchung der Wohnung des Tatverdächtigen: Dort war „Bargeld in etwas geringerer Höhe, aber in der Größenordnung der Beute“ gefunden worden. Nach seiner Urlaubs-Rückkehr aus den USA wurde der 29-Jährige am Hauptbahnhof Kaiserslautern verhaftet.

  12. Alles Böse: Der Zwölfjährige und die Nagelbombe
    14.12., 14:1500:48:30

    Wie die Stadt Ludwigshafen nur knapp einem Anschlag entging Obwohl er erst zwölf Jahre alt war, soll ein Deutsch-Iraker Ende 2016 in Ludwigshafen einen islamistisch motivierten Nagelbomben-Anschlag geplant haben. Eine Geschichte mit vielen Facetten und Wendungen, die bis heute die Behörden beschäftigt.

Auf den Spuren des Bösen in der Pfalz: Victoria Fuchs, Redakteurin im Content Development Team der RHEINPFALZ, und Uwe Renners, stellvertretender Chefredakteur, nehmen sich die bösen Jungs und Mädels aus der Pfalz vor. In ihrem Crime-Podcast blicken sie auf Verbrechen, die bei den Pfälzern in der Vergangenheit für Schaudern und Gänsehaut gesorgt haben.