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227- "Kindheit existierte für uns eh nicht!" - Manasses Weg vom Kindersoldaten zum Pfleger06.06., 05:0506.06.2022, 05:0501:07:31
TW Krieg, Gewalt | Bereits mehrmals in seinem erst 25-jährigen Leben dachte Manasses schon, er wird gleich sterben. Er und seine älteren Schwestern wurden in den Bürgerkrieg in Angola hineingeboren. Mit sieben Jahren wurde er als kleiner Junge als Soldat eingezogen. Er sagt, dass jedem Kind in Angola klar war: "Entweder du bist dann mit sieben erwachsen und du überlebst. Oder du versuchst, deine Kindheit beizubehalten und du stirbst." Manasses kennt ihr bereits aus einer Folge vom Februar. Vor kurzem hat er seine Ausbildung im Kiezkrankenhaus abgeschlossen. Dass sein Weg in die Pflege sehr lang und schwierig war, wussten wir schon. Jetzt haben wir ihn noch mal eingeladen, um seiner krassen Geschichte auch angemessen Raum zu geben. Litti und Ollschgich sprechen mit Manasses diese Woche über seine Kindheit im Krieg, seinen Einsatz als Kindersoldat, wie er schließlich nach Deutschland kam - und wie er daran arbeitet, seine Geschichte zu bewältigen. Wir können es nicht beschönigen, Leute: Diese Folge ist sicherlich mit die heftigste, die wir jemals aufgezeichnet haben. Aber wie immer in der zwischenschicht interessieren uns am meisten auch die Menschen hinter jeder einzelnen Pflegefachkraft. Manasses wird euch tief beeindrucken - und: Die Leistung der Medizin und vor allem auch der Pflege spielt eine enorm wichtige Rolle in seiner Story!
- 40 Jahre in der Pflege - Pflegerin Christine zieht Resümee: Würde ich heute noch mal in die Pflege gehen?23.05., 05:0523.05.2022, 05:0500:43:25
"Sie ist so lange in der Pflege wie wir alt sind!", stellen Litti und Ollschgich gleich zu Beginn der Folge fest. 44 Jahre hat es Christine schon ausgehalten, immer im gleichen Krankenhaus. Nach wie vor liebt sie es, am Bett zu stehen. Ursprünglich wollte sie nicht mal Krankenschwester werden, sondern Hebamme oder Radiologieassistentin. Dann aber hatte sie ein Schlüsselerlebnis: "Da wurde ein Mann wiederbelebt und ist wach geworden und das erste, was er gesehen war ich. Das war ein Moment, den fand ich einfach großartig." Und sie bleib dabei! Ihren enormen Erfahrungsschatz von über vier Jahrzehnten mussten wir diese Woche einfach anzapfen, mittlerweile ist sie nämlich auch schon seit langer Zeit Betriebsrätin. Wir klären Fragen wie: Wie hat sich die Pflege verändert, seit du angefangen hast ("Früher wurden wir nicht ernst genommen und als 'Karbolmäuschen' bezeichnet")? Kommt jetzt nach dem Streik endlich die Wende für die Pflege? Und die alles entscheidende Frage: Würdest du es noch mal tun? Christine kann man mit Fug und Recht als Institution bezeichnen und ihr werdet es lieben, ihr zuzuhören!
- Die Doppelagentin - Ärztin Luise arbeitet in der Medizin und will sie in der Politik verändern16.05., 05:0516.05.2022, 05:0500:36:47
Wisst ihr, was uns immer schwer beeindruckt? Wenn jemand uns direkt ihre oder seine Meinung sagt - auch über uns ;-) Ärztin Luise ist so eine Person, die kein Blatt vor den Mund nimmt und sich wahrscheinlich auch in der härtesten Talkshow behaupten würde (und nicht nur nett bei uns, Litti und Ollschgich). Und vielleicht sehen wir sie in wenigen Jahren auch bei Will und Maischberger. Sie hat sich mit der Neurochirurgie nämlich nicht nur eine der krassesten Disziplinen ausgesucht: "Was ist denn das coolste Organ, das man operieren kann? Das Gehirn!", sagt sie. Sondern auch einen typischen Ärzte-Männerclub, wo sich die 25-Jährige zur Fachärztin vorankämpft. Außerdem macht sie als Sozialdemokratin Lokalpolitik in einem von AfD und CDU dominierten Bezirk: Marzahn-Hellersdorf. In dieser gelinde gesagt konservativen Umgebung hat sie es geschafft, einen Queer-Beauftragten durchzusetzen. Natürlich mussten wir mit ihr aber auch über Gesundheitspolitik diskutieren. Litti und Luise waren sich dabei mit Ollschgich nicht unbedingt einig! Ob Luise dauerhaft eher Ärztin bleibt oder Berufspolitikerin wird, hört ihr diese Woche im Podcast. Und denkt dran: Wenn ihr sie in ein paar Jahren abends in der ARD seht (das meinen wir vollkommen ernst!), könnt ihr sagen: Die kenn ich schon seit der zwischenschicht!
- Kämpfen auf der IMC - und kämpfen im Privatleben. Die Pflegenden Vanessa und Micha über ihre Station und ihren Einsatz für Kinder09.05., 05:0509.05.2022, 05:0500:41:24
Das passiert selten: Unsere Gäste diese Woche haben uns in der Aufzeichnung schon selbst den Titel für die Folge geliefert: Sie kämpfen im Beruf und privat - beide auf ihre Weise. Der Reihe nach: Vanessa und Micha arbeiten beide auf einer IMC im Krankenhaus am Rande der Stadt. "Was iss'n 'ne IMC?", will Ollschgich natürlich sofort wissen. Vanessa und Micha erklären uns nicht nur, wieso die Arbeit in der sogenanten Intermediate Care manchmal sogar fordernder als auf der Intensivstation ist. Alle beide haben uns auch mit ihren privaten Geschichten schwer beeindruckt. Sie berichten uns, wie sie sich privat für Kinder einsetzen. Pflegerin Vanessa erzählt uns von ihrem geliebten Neffen Henri, der mit einem Herzfehler geboren wurde. Seit fünf Jahren kämpfen sie und ihre Schwester für das Leben des Kleinen - erst vor kurzem haben wir auf dem zwischenschicht-Account eine Spendenaktion für Henri geteilt. Pfleger Micha setzt sich als Boxtrainer für Kinder und Jugendliche ein, die oft aus wirtschaftlich schwachen Familien kommen. Bei Micha im Training lernen sie Disziplin und Durchhaltevermögen - und er wird nicht müde zu betonen, dass in jedem Kind riesengroßes Potential schlummert. Wieder eine zwischenschicht-Folge, wo wir nicht tollen Fachkräften aus der Pflege zuhören, sondern auch die Menschen dahinter sehen! Einschaltbefehl - wisst ihr ja ;-)
- Kann man Pflege und Kunst gleichzeitig machen? Ein ehrliches Gespräch mit HipHop-Musiker Martin02.05., 05:0502.05.2022, 05:0500:31:53
Wenn dein Herz für zwei Bereiche schlägt, welcher gewinnt dann? Diese Woche sprechen wir im #zwischenschichtpodcast mit Pfleger Martin: Er ist Teil des HipHop-Projekts Novus Lines - und Pfleger auf einer IMC im Krankenhaus am Rande der Stadt. HipHop hat auch immer viel Drama - genauso wie die Pflege: Passt das nicht sogar gut zusammen? Martin würde nie explizit übers Krankenhaus rappen, sagt er, aber in verallgemeinerter Form verarbeitet er oft Erfahrungen aus der Pflege in seiner Musik: “Man erlebt ja schon ordentliches Zeug!” Aber wie schafft er es, die beiden krass fordernden Bereiche, Künstlersein und Pflegersein zu vereinen? Oder ist der eine Job zum Geldverdienen, hakt Litti nach, und der andere zum Glücklichsein? „Du hast grad einen Menschen verloren, hast gar keine Zeit, dich zu reflektieren, gehst da rein, als wär nichts gewesen. Ist das normal? (…) Das hat mich in letzter Zeit schon eingeholt.“ Ganz aufrichtig reflektiert Martin mit uns, ob er vielleicht grade auf dem Weg in den Pflexit und ob er daran glaubt, dass Musik echt die Welt verändern kann.
- "Anfangs hieß es: 'Bringt euch mal das Herz selber bei. Viel Spaß!'" - Wie läuft die Pflegeausbildung ab und bleiben die jungen Wilden in der Pflege?25.04., 05:0525.04.2022, 05:0500:33:42
"Es ist keine einfache Ausbildung, es ist eine harte Ausbildung", sagt Chris, einer unserer beiden Gäste diese Woche. Trotzdem würde er sie jederzeit empfehlen. Die Pflege braucht engagierte Leute! Deswegen hört die zwischenschicht beim Pflege-Nachwuchs rein. Junge Pflegende, die direkt aus der Ausbildung kommen und ihre ungeschönten und ehrlichen Eindrücke teilen - und allen voran natürlich: Bleibt ihr der Pflege treu? Vor einigen Wochen haben wir schon mit Manasses und Gianluca über ihre Ausbildung im Kiezkrankenhaus gesporchen. Diese Woche haben wir noch mal Maxxie und Chris aus dem Krankenhaus am Rande der Stadt eingeladen. Ihr kennt sie schon von unserer "Liebe in der Pflege"-Folge. Die beiden haben sich aber nicht nur während der Ausbildung ineinander verliebt (natürlich auch sehr prägend), sie haben Pflege auch unter Corona-Bedingungen gelernt. "Am Anfang hieß es: Bringt euch mal das Herz selber bei. Viel Spaß!", erinnert sich Chris an die erste Zeit Homeschooling. Maxxi reflektiert, wie merkwürdig unrealistisch eigentlich die praktische Prüfung ist: "Im Grunde ist es wie ein Schauspiel!" Und Host Vicy teilt ihre Sicht als angehende Praxisanleiterin. Ja, ihr habt richtig gelesen: Diese Woche moderieren Vicy und Ollschgich - der wie immer die besten pseudo-naiven Fragen stellt! Ein spannender Einblick in die Zukunft der Pflege - wir finden, sie sieht sehr gut aus!
- Blase am Fuß oder Herzinfarkt? Wieso in den deutschen Notaufnahmen so chaotische Zustände herrschen18.04., 05:0518.04.2022, 05:0501:00:14
"Stell dir ein Feldlazarett vor - genauso sind deutsche Notaufnahmen!" - Die Pflegerinnen Lisa und Stella arbeiten in einer Berliner Rettungsstelle. Jeden Tag versorgen sie Patient:innen in kleinsten und größten Nöten, von der Blase am Fuß bis zum Herzinfarkt und müssen sich neben dem medizinischen Aspekt auch mit sehr vielen stressbedingten Aggressionen herumschlagen (Wortspiel nicht beabsichtigt). Bei unserem Gespräch haben wir uns mehrmals gefragt: Wieso tun sie sich das an? Die Antwort ist für beide klar: Sie sind überzeugt, dass die Pflege in der Notaufnahme auch zu den schönsten Jobs der Welt gehört. "Ich geh jeden Tag gerne dahin, aber ich geh' ganz oft ganz abgefuckt nach Hause", resümiert Lisa. Deswegen kämpfen sie mit einer neuen Initiative auch dafür, die Zustände auf den Notaufnahmen zu verbessern - und letztendlich für sich persönlich, diesen Job noch ganz lange machen zu können. In dieser Woche sprechen Litti und Ollschgich in einer Doppelfolge mit den beiden Aktivistinnen über den extremen Stress, wenn Patient:innen sich wortwörtlich in den Gängen stapeln, aber auch über die extrem schönen Aspekte des Jobs. Das Glück, Menschen in Notsituationen als erste auffangen zu können... Außerdem: Wieso Notaufnahmen in Krankenhäusern immer das ungeliebte Stiefkind sind und was jede und jeder Einzelne tun kann, um die Situation dort zu verbessern! Und hier ist der Link zur Initiative: www.notaufnahmenretten.de Unterstützt die Initiative, denn, wie Stella sagt: "Es kann jeden treffen!"
- "Es ist nicht einfach in Deutschland. Aber es ist auch nicht langweilig!" Krankenschwester Jezil kam zum Arbeiten von den Philippinen12.04., 09:5112.04.2022, 09:5100:34:42
"Es war immer mein Schicksal, im Ausland zu arbeiten", sagt Jezil. Sie ist eine junge Krankenschwester in ihren Zwanzigern und hat Lust, die Welt zu sehen, Europa zu entdecken, in Island die Polarlichter zu erleben. Auf ihrem Instagram-Account teilt sie Bilder von ihren Reisen. So weit, so normal. Wenn sie von "Ausland" spricht, meint sie aber uns - Deutschland. Jezil ist Philippinerin und wurde von einer deutschen Firma angeworben, mit ihrer medizinischen Fachkompetenz in einem deutschen Krankenhaus zu arbeiten. In zwischenschicht-Urzeiten haben wir mal eine Folge aufgenommen, in der Litti und Ollschgich über ausländische Pflegekräfte sprachen. Letztendlich aber lässt sich dieses Thema nicht behandeln, wenn man nicht mit einer ausländischen Pflegekraft selbst spricht. Jezil berichtet uns, wieso sie nach Deutschland kam, wie ihre Kolleg:innen auf sie reagierten, wie schwierig die Wohnungssuche als Ausländerin ist und fragt sich, wieso die Deutschen eigentlich immer nur Brot essen. Alle unsere Fragen beantwortet sie mit großer Ehrlichkeit und beschönigt nichts: "Ich habe [in Deutschland] so viele alte Leute allein sterben sehen. Das will ich nicht für mich!" Das alles macht dies zu einer großartigen, sehr hörenswerten und wahnsinnig emotionalen Folge, nach der wir uns auch alle erst mal umarmen mussten!
- "Waren wir denn überhaupt jemals Helden?" - Ein tiefer und ehrlicher Einblick in eine andere rettende Disziplin: Notruf und Feuerwehr04.04., 05:0504.04.2022, 05:0500:37:59
Er hat ihn - den Traumberuf sehr vieler Kleinkinder! Stefan ist bei der Feuerwehr und fährt Rettungswagen. Genauso wie in der Pflege ist es sein Job, Leben zu retten - nur oft einen Schritt bevor die Pflege überhaupt zum Einsatz kommt. In dieser Folge gibt Stefan Litti und Ollschgich einen tiefen Einblick, wie die Realität in dem (vermeintlichen?) Traumjob aussieht: Sind Feuerwehrleute eigentlich immer noch Helden? Wie hat sich der Blick auf die Feuerwehr verändert? Hat Stefan selbst schon Übergriffe erlebt? Und wie gut funktioniert eigentlich die lebenswichtige Kontaktstelle Rettungsdienst und Notaufnahme? Früher der "Herr Feuerwehrmann", heute "besseres Taxi"?- Stefan spricht ganz offen über Schwierigkeiten, aber hat auch großes Verständnis für Hilfesuchende: "In der Regel ist da für jeden, der da anruft, ein unlösbares Problem." Wir wagen diese Woche den Blick über den Tellerrand zu diesem spannenden Nachbarbereich der öffentlichen Versorgung. Und klären ganz viele der Fragen, die ihr bestimmt selbst schon mal hattet, wenn wieder ein Wagen mit Sirene an euch vorbei gefahren ist!
- Die Patientin, die ich liebte - Intensivschwester Dana über ihre Erfahrung, die eigene Mutter bis zum Tod zu pflegen28.03., 05:0528.03.2022, 05:0500:35:21
Als Pflegende müssen wir es ja schaffen, wenn wir nicht völlig durchdrehen wollen, uns von den Schicksalen unserer Patientinnen und Patienten zu distanzieren. Was aber, wenn das nicht mehr möglich ist, weil wir jemanden pflegen, der uns nahe steht? Was, wenn's die eigenen Eltern sind? Intensivschwester Dana , diese Woche bei Litti und Ollschgich zu Gast, hat das erlebt. Sie pflegte über Jahre hinweg ihre alkoholkranke Mutter - bis sie schließlich starb. Nicht nur den körperlichen Verfall ihrer geliebten Mama musste sie dabei miterleben, sondern v.a. auch die psychische Pflege ihrer Mutter hat sie übernommen. Littis berühmte Frage "Was hat das mit dir gemacht?" bringt sie ins Grübeln. "Es hat was mit mir gemacht, aber nicht im Positiven. Ich hab meine ganzen Emotionen nur gedeckelt und das nicht zugelassen." Dana erzählt uns auch ganz offen, wie sie als Fachperson einerseits genau wusste, was körperlich mit ihrer Mutter passierte - wie sie aber gleichzeitig als Kind völlig hilflos war. Am Ende teilt sie aber noch zwei sehr wertvolle Erkenntnisse! Eine Folge, die uns beide emotional sehr angefasst hat (ja, auch Ollschgich!) und die euch ebenfalls bewegen wird!
- "Das größte Land der Welt ist ihm immer noch zu klein" - ein zwischenschicht-Meinungsaustausch zum Ukraine-Krieg07.03., 05:0507.03.2022, 05:0500:34:03
Wir, ihr, wir alle sind seit gut einer Woche fassungslos über die Situation in der Ukraine. Diese Woche drehen wir das Prinzip des Podcasts ein bisschen um: Ja, wir sind ein Pflegepodcast und sprechen meistens über Pflege, Medizin und Sozialwesen. Aber immer spielen auch gesellschaftliche Ereignisse mit rein - und diese letzte Woche war so erschreckend wie historisch. Also machen wir es ausnahmsweise mal andersrum: Ollschgich ist unser Politik-Crack und diesmal stellt eher Litti die Fragen. Und wir diskutieren zusammen mit Vicy die aktuelle Lage. Nein, wir sind keine Politiksendung, wir tragen unsere Meinungen zusammen und reflektieren dieselben Fragen, wie wir sie alle zur Zeit haben: Wie geht's jetzt weiter? Droht ein Weltkrieg? Kommt Putin noch zur Vernunft? Und wie wird das Ganze eigentlich in Russland wahrgenommen? Vicy referiert außerdem einige Informationen zur medizinischen Lage vor Ort und wie auch Medizin im Krieg nie ohne Politik funktioniert. Kurzer Spoiler: Ollschgich verspricht, dass es keinen Weltkrieg gibt. Den Rest hört ihr in dieser nachdenklichen Sonderfolge. Nach dieser Folge machen wir aufgrund der zur Zeit sehr angespannten Lage zwei Wochen Pause. Wir hören uns wieder am 28. März!
- "Manche Pflegefachkräfte meckern lieber als das Schöne zu sehen!" - Vom Pflegestudium, Traumjobs und kleinen Extrarunden bei der Prüfung28.02., 05:0528.02.2022, 05:0500:32:10
Frisch aus der Ausbildung - würdet ihr es noch mal machen? In Teil 2 unserer Folge mit den frisch examinierten Pflegern Manasses und Gianluca fühlen wir ihnen, aber auch der Pflegeausbildung insgesamt noch mal auf den Zahn: Wie war Pflege Lernen während des Lockdowns? Wohin entwickelt sich die Pflegeausbildung in Zukunft? Ist ein Studium unumgänglich? War der Job jetzt das Richtige für euch? Und, ganz persönlich: Ihr musstet beide eine Extrarunde bei der Prüfung drehen? Wie ist das eigentlich passiert? Die beiden Pflege-"Frischlinge" sprechen mit Vicy und Litti ganz offen und v.a. mit einem noch recht ungetrübten und klaren Blick über Freud und Leid des Pflegeberufs.
- "Nach eineinhalb Jahren war ich kurz davor aufzuhören" - Manasses und Gianluca zur Pflege-Ausbildung und Lernen mit Covid21.02., 05:0521.02.2022, 05:0500:32:38
Jung, idealistisch, voller Tatendrang - kaum ein anderer Beruf zieht Menschen an, die so positiv gestimmt in ihre Ausbildung starten wie die Pflege. Menschen helfen, für sie da sein, ihnen in schwersten Stunden beistehen, spannende Medizin! Doch was passiert dann? In Teil 1 unserer Doppelfolge sprechen Litti und Vicy mit den frisch examinierten Pflegern Manasses und Gianluca. Wo geht der Idealismus hin, wenn man merkt, dass man seine Tagesziele nie erfüllen kann? Wieso schmeißen viele wieder hin? Und wie in aller Welt steht man eine Pflegeausbildung zu Zeiten von Corona durch? Unsere Gäste erzählen uns, wieso sie in die Pflege gegangen sind: "Ich war selbst drei Jahre Patient und wie die Pflege mit mir umgegangen ist, hat mich positiv geprägt" (Manasses). Und wann sie aufgeben wollten: "Ich wollte den Patienten helfen, aber was ich mache, gefährdet ihn eigentlich nur" (Gianluca). Von systematischer Überforderung, eiskaltem Wasser, in das man geschmissen wird und wieso die Pflege-Ausbildung trotz schwieriger Bedingungen in der Covid-Zeit eine wertvolle Stütze war - eine hochinteressante und ein bisschen emotionale Folge, die vielen von euch aus dem Herz sprechen wird!
- "Die Pflege ist selbst schuld!" - Allrounder-Schwester Melanie über die Pflegekrise, Akademisierung und ihren (Fast-)Burnout14.02., 05:0514.02.2022, 05:0500:34:06
Und jetzt? Alles doof in der Pflege? Litti von in Teil 1 mit Tausendsassa-Schwester Melanie wissen, wie sie die allgemeine Verfassung der Pflege einschätzt. "Die Pflege ist selbst schuld", sagt Melanie ganz klar, weil sie nie den Mund aufgemacht habe, als die Arbeit immer mehr wurde. Sie selbst schließe sich da auch mit ein. "Das ist doch hausgemacht. Vernetzung muss man aktiv machen. Da muss man aktiv werden - wir sind selten aktiv!" Wir sprechen mit Melanie auch über den Druck, jeden Patienten mit allen technischen und pharmazeutischen Mitteln retten zu wollen (müsste ein Arzt da mal Stop sagen?) und wie sie eigentlich zur Akademisierung der Pflege steht ("momentan ist es noch ein bisschen kriegsmäßig" zwischen Studierten und Examinierten). Und auf einer ganz persönlichen Ebene teilt Melanie, wie sie gemerkt hat, dass sie selbst in den Burnout steuert. Hört euch diese spannende Folge mit einer Pflege-Allrounderin an, die schon sehr, sehr viel gesehen hat - ihr werdet superviel mitnehmen!
- "Nach einer Weile wird mir immer langweilig" - Von einer Schwester, die auszog, alles zu lernen07.02., 20:1507.02.2022, 20:1500:30:47
Fast jede und jeder kennt sie! In ihren zwanzig Jahren in der Pflege war Schwester Melanie Engel schon auf unzähligen Stationen, Fachbereichen, sie hat diverse Generationen Pflegende ausgebildet und ist Stationsleiterin. "Nach einer Weile wird mir immer langweilig, ich will Neues lernen", sagt sie. Aber was treibt eine Tausandsassarin wie sie an? Auch Litti bei seiner Fachweiterbildung war mal ihr Schüler bei der Fachweiterbildung und wagt in der neuen Folge den Schritt, seiner ehemaligen Ausbilderin auf den Zahn zu fühlen. Melanie erzählt uns ganz offen, was sie eigentlich in die Pflege trieb: "Meine Mama hatte Schizophrenie und ich wollte ihr einfach helfen!" Als sie in der Ausbildung schnell begriff, dass das (leider) so nicht funktioniert, hatte sie aber schon längst Feuer für den Beruf gefangen - das sie bis heute nicht los lässt. In immer klaren Worten berichtet sie, wie sie zum Thema Streik steht ("zu meiner Zeit nicht zielführend") und wie auch sie zu Covid-Zeiten an ihre Grenzen kam.
- "Kommentare gab es immer. Als Frau, als Arzt, als Ausländer…" - Die tunesisch-deutsche Ärztin Amen über Leben und Arbeiten in Tunesien und Deutschland31.01., 05:0531.01.2022, 05:0500:32:53
"Nach Deutschland zu gehen, sah damals wie eine gute Idee aus", sagt die Ärztin Amen. Aus der Idee - sie fällte sie abends mit Freunden in einer Bar - wurde eine massive Lebensentscheidung. Amen, grade am Ende ihres Medizinstudiums in Tunesien, entschloss sich an diesem Abend vor einigen Jahren, nach Deutschland zu gehen. Nach einigen Stationen arbeitet sie jetzt im Kiezkrankenhaus. Övgü und Litti fragen sie in dieser spannenden Folge, ob es denn immer rückblickend immer noch eine gute Idee war. Am meisten lernen wir nämlich über unser eigenes Land, wenn wir mal zuhören, wie jemand es erlebt, der neu dazu kommt! Amen thematisiert, wie unterschiedlich das tunesische und das deutsche Gesundheitssystem sind, wieso sie sich überhaupt für Deutschland entschieden hat - und ja, leider auch den Rassismus, den sie hier erlebt hat. "Ich bin normal. Und plötzlich kommt man wo hin, wo man anders ist. Und man versteht nicht, wie manche Mensche ein Problem damit haben." Sicherlich eine der berührendsten Folgen, die wir jemals aufgenommen haben - sie wird euch garantiert nicht kalt lassen! Danke Amen, dass du uns einen so ehrlichen Einblick gegeben hast!
- "Ich will wieder meinen Seelenfrieden!" - Was kommt eigentlich nach einem Pflexit? Franzis Ausstieg, Teil 224.01., 05:0524.01.2022, 05:0500:27:27
Pflexit - und dann...? - Krass, hat euch die erste Folge mit Franzi bewegt! Sie berichtet extrem offen und auch verletzlich über ihren Weg in den Pflexit, ihre Motivation und auch die seelischen Abgründe, in die sie geschaut hat, bevor sie sich für den endgültigen Ausstieg aus der Pflege entschieden hat. In der Fortsetzung spricht sie diese Woche mit Litti darüber, was jetzt danach für sie kommt. Sie verlässt nämlich nicht nur die Pflege, sondern auch das Land, um mit ihrem Mann durch Europa zu reisen. Wohin genau? Noch nicht klar. "Das erste Mal in meinem Leben bin ich ein bisschen lost", gibt sie zu. Die Entscheidung hinter sich zu haben, ist nämlich das eine - das andere ist, auch mental und emotional wirklich loszulassen. Franzi und Litti denken in einer wieder sehr aufrichtigen Folge darüber nach, was der Beruf Pflege auch mit dem Privatleben und der Partnerschaft macht. Was sich Franzi von ihrer Reise eigentlich erhofft. Und was sie beruflich danach plant. Kein Pflexit ist wie der andere und diese Folge gibt keine Anweisung, wie man aussteigen 'sollte' und was man am besten danach macht. Aber sie erzählt eine individuelle Geschichte, wie jemand, Franzi, zu ihrer Entscheidung gefunden hat.
- "Fuck, hier liegt ein Mensch!" - Pflegerin Franzi berichtet von ihrem mühsamen Weg in den Pflexit. Teil 118.01., 05:0518.01.2022, 05:0500:35:04
Pflexit ist ein Schlagwort geworden, ein Schreckgespenst, das alles und irgendwie doch nichts aussagt. Dabei steckt hinter jedem Ausstieg aus der Pflege eine lange Leidensgeschichte - und eine schwere Entscheidung. Auch Franzi hat ihren Job hochmotiviert und bestens ausgebildet begonnen. Aber was ist dann passiert? Seit einem halben Jahr zählt sie schon die Dienste ab, die sie noch machen muss, bis sie der Pflege endlich den Rücken kehren kann. Mit Litti spricht sie über ihre ersten Berufsjahre und die Traumzustände in der Pflege in Österreich damals, einem ihrer ersten Arbeitsorte: weniger Dienste, auch psychologische Wertschätzung und Zwischenschichten auf der Skipiste. "In Berlin ging dann das Chaos los!", erinnert sie sich. Und dann...kam auch noch Corona. Und mit ihm die Vollendung der Fließbandarbeit Pflege. Wenn man vergisst, dass man Menschen und keine Maschinen betreut. Franzi und Litti diskutieren offen über Burnout und Entmenschlichung und versuchen zu verstehen, wie das nur passieren konnte. Eine Folge, die viele von euch vielleicht abholen wird - aber wir versprechen euch: In Teil 2 gibt's auch Schönes!
- Gebären und gebären helfen im 21. Jahrhundert - Anke und Tobi berichten aus der Geburtshilfe. Teil 210.01., 05:0510.01.2022, 05:0500:37:43
Ihr wolltet sie, ihr kriegt sie! Er hilft Babys auf die Welt, sie betreut die jungen Familien unmittelbar nach der Geburt. Und beide sind sie sowas wie zwischenschicht-Allstars: Hebamme Tobi und Geburtshilfeschwester Anke sind zurück! Die erste Folge mit den beiden kam bei euch so gut an, dass wir eine Fortsetzung für euch aufgenommen haben. Natürlich stellen Litti und Ollschgich den beiden auch eure Fragen (wir haben auf Instagram gesammelt). Fragen wie: Tobi, wieso hältst du nichts von Geburtsplänen? Und Anke, wie versorgst du Frauen mit einer Wochenbettdepression? Aber eine ganz spannende Diskussion hat sich auch darüber entsponnen, ob es eigentlich eine ‘bessere’ Art der Geburt gibt… Wie sehr sich Frauen von Geburten fürchten, ob viele vielleicht auch fehlinformiert sind. “Es wird in Social Media viel über Geburtshilfe berichtet, was gar nicht so stimmt”, sagt Tobi. Überschwemmt von Geburtsberichten und emotionalen Schilderungen steigere sich die Angst der Gebärenden noch viel mehr. Und Anke klärt wiederum ein für alle Mal: Gibt es Stilldemenz? Eine hochinteressante Folge nicht nur für Pflegende - ihr könnt sie getrost auch allen Müttern und Vätern, werdend oder schon geworden, weiterleiten. So viel gute Infos müssen geteilt werden!
- Ein (wildes erstes) Jahr zwischenschicht - ein Blick hinter die Kulissen und auf die Macher:innen27.12., 05:0527.12.2021, 05:0500:39:58
Krass, was war das für ein Jahr! Irgendwie haben wir es geschafft, genau in dem Jahr einen Podcast zu starten, der für die (Berliner) Pflege zu einem der historischsten überhaupt wurde. Grund genug für uns, in unserer letzten Folge dieses Jahr, mal zurückzublicken. Und Grund genug, gleich mal eine Bombe platzen zu lassen: Litti und Ollschgich sind zwar das Herz und Hirn (und natürlich unglaublich charismatische Frontmänner ;-)) Aber bei jeder zwischenschicht-Aufzeichnung schleichen einige Leute um uns rum und sorgen dafür, dass euch auch die nächste Folge sowohl inhatlich als auch technisch hocherfreut! Mit vor dem Mikro ist deshalb diese Woche 'Katja Instagram', die unseren Instagram-Account betreut und die Redaktion leitet. Sie kam zu uns als völlige Pflege-Outsiderin und berichtet, wie sie überhaupt in das Thema rein kam und was sie über die Pflege-Community in diesem Jahr gelernt hat. Außerdem haben wir sie gefragt, was die Redaktion nächstes Jahr mit uns vorhat (Hilfe! ;-) und ganz am Ende erwartet euch ein besonderes Highlight: The Voice of Zwischenschicht hat einen Auftritt! Eine entspannte, aber interessante Folge zum Jahresende, die eine klitzekleine Podcast-Pause von einer Woche einläutet. Rutscht gut rüber, ihr Lieben!