
Noch keine Episoden ausgewertet.
Episoden
600- Zeitweise mehr Plattenverkäufe als die Beatles: Paul Simon13.10., 06:0013.10.2026, 06:0000:14:43
Kritiker werfen Simon (geb. 13.10.1941) vor, zu glatt zu klingen. Sein Erfolg erzählt anderes - als "Simon & Garfunkel" und solo, immer melancholisch und mit feinem Humor. In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Pfaff: wie ein Teenager aus Queens gemeinsam mit Art Garfunkel erste Schritte ins Musikgeschäft macht, warum "The Sound of Silence" zum Welthit wird, weshalb "Simon & Garfunkel" trotz ihres Erfolgs von Spannungen geprägt sind, wie das Album "Graceland" Paul Simons Karriere neu belebt, warum seine Lieder bis heute Generationen von Musikfans begeistern. Paul Simon gehört zu den bedeutendsten Songschreibern der Popgeschichte. Schon früh sucht er nach dem perfekten Zusammenspiel von Melodie, Harmonie und Text. Mit Art Garfunkel bildet er eines der erfolgreichsten Duos der 1960er Jahre und liefert Songs, die weit über ihre Entstehungszeit hinauswirken. Doch hinter den Erfolgen stehen auch Selbstzweifel, künstlerische Konflikte und die ständige Suche nach neuen Ausdrucksformen. Von den Folk-Anfängen über Welthits bis zur Zusammenarbeit mit südafrikanischen Musikern zeigt sich ein Künstler, der sich immer wieder neu erfindet. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Christoph Dallach (Musikjournalist) Marc Eliot: Paul Simon - die Biographie. Hamburg 2011 Susan Steinberg und Susan Lacy: Rockgeschichten: Paul Simon / Born At The Right Time. Dokumentarfilm, 1993 Weiterführende Links: Stichtag 19.09.1981: Simon and Garfunkel spielen "The Concert in Central Park" Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Pfaff Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse Technik: Petra Laubach
- Lieblingsimbiss mit Beigeschmack: die Geschichte des Döners12.10., 06:0012.10.2026, 06:0000:15:30
Aus dem Mittagessen türkischer Arbeitsmigranten wird in Almanya nach dem ersten Verkauf am 12. Oktober 1971 schnell eine Erfolgsgeschichte - aber auch eine von Rassismus und Verklärung. In diesem Zeitzeichen erzählt Erik Hlacer: warum sich nicht eindeutig klären lässt, wer den ersten Döner-Imbiss in Deutschland eröffnet hat, wie türkische Arbeitsmigranten den deutschen Alltag und die Esskultur nachhaltig verändern, weshalb der Döner zu einem Symbol deutsch-türkischer Geschichte wird, welche Rolle der Anwerbestopp von 1973 für die Verbreitung von Dönerläden spielt, wie der Begriff "Döner" in den 2000er-Jahren durch rassistische Zuschreibungen belastet wird. Ob mit Schrippe oder Fladenbrot, mit oder ohne Soße: Der Döner, wie ihn Millionen Menschen heute kennen, entsteht nicht über Nacht. Seine Geschichte beginnt lange vor den ersten Berliner Imbissbuden und ist eng mit der Migration aus der Türkei verbunden. Als Deutschland "Gastarbeiter" anwirbt, entstehen neue Begegnungen, neue Geschäfte und neue Formen des Zusammenlebens. Der Döner wird dabei mehr als ein schneller Imbiss. Er steht für kulturellen Austausch, wirtschaftlichen Aufstieg und die Frage, wie die Gesellschaft mit Einwanderung umgeht. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Eberhard Seidel (Soziologe und Autor) Ayşe Kalmaz (Regisseurin und Autorin) Eberhard Seidel: Döner. Eine türkisch-deutsche Kulturgeschichte. Berlin 2022 Weiterführende Links: Zeitzeichen 15.05.1940: Eröffnung des ersten McDonald’s-Restaurants WDR: Ausgerechnet Döner NDR: Die Tricks der Restaurants und Fast-Food-Ketten Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Erik Hlacer Redaktion: Emily Jeuckens und Frank Zirpins
- Wie Heinrich Schliemann Troja ausgegraben hat11.10., 06:0011.10.2026, 06:0000:14:39
Mitte des 19. Jahrhunderts ist Troja noch ein Mythos. Doch dann fängt Heinrich Schliemann an, sich für die Stadt zu interessieren. Am 11.10.1871 beginnt er, nach ihr zu graben. In diesem Zeitzeichen erzählt Philip Ritter: warum Heinrich Schliemann vor seiner Reise nach Troja wissen will, ob er Pistolen, Dolche und ein eisernes Bett mitnehmen soll, wie aus einem erfolglosen Reiseschriftsteller plötzlich ein Archäologe wird, und weshalb Schliemann seine Ausgrabungen Monat für Monat wie einen Fortsetzungsroman inszeniert Am 11. Oktober 1871 beginnen auf dem Hügel Hisarlik, im Westen der heutigen Türkei, offiziell die Ausgrabungen Heinrich Schliemanns. Der vermögende Kaufmann ist überzeugt: Hier muss das Troja aus Homers "Ilias" liegen. Doch auf die entscheidende Spur hat ihn ein anderer gebracht: Frank Calvert, der selbst bereits auf dem Hügel gegraben hat. Ihm fehlt allerdings das Geld, seine Suche fortzusetzen. Schliemann hat davon reichlich – und dazu einen unbedingten Willen, Homers Erzählungen in der Wirklichkeit wiederzufinden. Schliemanns Grabungen machen den Amateurarchäologen weltberühmt. Doch er gräbt Troja nicht nur aus: Mit seinen Methoden richtet er auch Schäden an, die bis heute nicht rückgängig zu machen sind. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Frank Vorpahl, Historiker, Journalist und Autor Prof. Dr. Ernst Pernicka, Archäometrie und Archäometallurgie, Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie (CEZA), Mannheim. Frank Vorpahl: Schliemann und das Gold von Troja. Mythos und Wirklichkeit, Berlin, 2021. Das Gold von Troja - Schliemann und der Schatz des Priamos. Dokumentation. ZDFinfo Weiterführende Links: Legendäres Troja: Heinrich Schliemann schließt Ausgrabungen ab Wiederentdecker Babylons: Archäologe Robert Koldewey Carl Schuchhardt - der größte unbekannte deutsche Archäologe Göbekli Tepe: ein Social Hub der Jungsteinzeit Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Philip Ritter Redaktion: Jakob Schiffer Technik: Moritz Raestrup
- Fridtjof Nansen: Ein Leben für Polarforschung und Geflüchtete10.10., 06:0010.10.2026, 06:0000:14:35
Fridtjof Nansen (geboren 10.10.1861) wagt sich ins Packeis, überlebt monatelang in einer Eishöhle und wird später zum Anwalt für Staatenlose. Er prägt Flüchtlingshilfe. In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach: warum die Osloer Presse von Fridtjof Nansen berichtet, er sei "nicht bei Sinnen", warum ein zufälliges Treffen im Eis nach drei Jahren über Leben und Tod entscheidet, wie Nansen ganz nebenbei das Skilaufen auf dem europäischen Kontinent populär macht. Fridtjof Nansen sucht das Abenteuer im Eis. Mit 27 Jahren durchquert der Norweger als erster Mensch Grönland. Wenige Jahre später wagt er eine noch kühnere Expedition: Er lässt sein eigens konstruiertes Schiff "Fram" im Packeis einfrieren und hofft, mit der Strömung über den Nordpol zu treiben. Der Plan geht nicht auf – doch alle 13 Männer kehren lebend zurück. Später wendet sich Nansen der Politik und humanitären Arbeit zu. Nach dem Ersten Weltkrieg setzt er sich für Kriegsgefangene, Flüchtlinge und Staatenlose ein. Als Hochkommissar des Völkerbunds entwickelt er den "Nansen-Pass", ein Identitäts- und Reisedokument für Menschen ohne Staatsangehörigkeit. 1922 erhält er für seine internationale Hilfsarbeit den Friedensnobelpreis. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Dr. Markus Rex, Atmosphärenphysiker, Leiter der MOSAiC-Expedition des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung, Bremerhaven Dr. Kathrin Kollmeier, Historikerin, Stiftung Humboldt-Forum, Berlin Fridtjof Nansen: In Nacht und Eis, Wiesbaden 2026 Bernhard Nordahl und Frederick Hjalmar Johansen: In Nacht und Eis - Wir Framleute - die Besatzung der Polar-Expedition erzählt, Hamburg 2019 Detlef Brennecke: Fridtjof Nansen, Hamburg 1990 Weiterführende Links: Zeitzeichen: Nansenpass für staatenlose Flüchtlinge eingeführt (05.07.1922) Zeitzeichen: Kalte Einöde - Erstmals überwintern neun Frauen in der Antarktis Zeitzeichen: Verschollen im arktischen Eis: Polarforscher John Franklin Zeitzeichen: Ernest Shackleton, brit. Polarforscher (Todestag, 05.01.1922) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Marfa Heimbach Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Sarah Fitzek
- Solidarität statt "Herr der Fliegen": Schiffbrüchige von Tonga09.10., 06:0009.10.2026, 06:0000:15:47
Was passiert, wenn Jugendliche auf einer einsamen Insel stranden: Geht es zu wie beim "Herr der Fliegen" mit Gewaltkonflikten und Eskalation oder arbeiten sie zusammen? In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember: worin sich die Tonga Castaways deutlich von den Kindern im Roman "Herr der Fliegen" unterscheiden, was ihre Schüler nach Einschätzung der Münsteraner Grundschulleiterin Christiane Gränitz in solch einer Extremsituation wohl tun würden, warum die Tonga Castaways bei ihrer Rückkehr nach Tonga erstmal festgenommen werden, und womit der Fischer Peter Warner für die Rettung der Schiffbrüchigen belohnt wird. Im Juni 1965 beschließen sechs Schüler im Alter von 13 bis 16 Jahren auf Tonga, aus ihrem Internat abzuhauen. Mit einem Segelboot wollen sie zur Fidschi-Inselgruppe segeln. Kurz nach dem Ablegen geraten sie in einen schweren Sturm. Segel und Ruder gehen verloren. Acht Tage lang treiben die sechs ohne Vorräte auf hoher See. Dann liegt vor ihnen die kleine Insel Ata. Anders als die englischen Jungen im Roman "Herr der Fliegen" von William Golding erkennen die jungen Tonganer, dass sie nur in der Gemeinschaft überleben können. Sie bauen eine Hütte und ernähren sich von dem, was das kleine Eiland zu bieten hat. Im September 1966 wird der Fischer Peter Warner auf die Insel aufmerksam, als er Rauch entdeckt. Die Jungen werden auf das Fischerboot geholt und per Funk wird bestätigt, dass sie als vermisst und für tot gehalten werden. Ihre Rettung wird in Tonga als Wunder gefeiert. Am 9. Oktober 1966 berichtet der australische Fernsehsender Channel 7 über die Geschichte der Tonga Castaways. Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin: Christiane Gränitz, Schulleiterin Wartburg-Grundschule Münster Weiterführende Links: YouTube: Sechs tonganische Schiffbrüchige auf der Insel Ata | Dokumentation Channel 7 Planet Wissen: Inseln - Südsee Stichtag: 25. April 1719 - Der Roman Robinson Crusoe erscheint erstmals Hörtipp: Wie sähe die Welt ohne Menschen aus? In drei spannenden Folgen im Podcast "IQ - Wissenschaft und Forschung" in ARD Sound Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Heiner Wember Redaktion: Carolin Rückl, Sefa Inci Suvak Technik: Moritz Raestrup
- Brandblasen und Haarausfall: der schmerzhafte Weg zur Dauerwelle08.10., 06:0008.10.2026, 06:0000:14:39
Am 8.10.1906 führt der gebürtige Schwarzwälder Karl Ludwig Nessler in London internationalen Friseur-Kollegen eine Methode vor, mit der sich glatte Haare dauerhaft locken lassen. In diesem Zeitzeichen erzählen Veronika Bock und Ulrich Biermann: wie Karl Ludwig Nessler die erste haltbare Dauerwelle entwickelt, warum früher Dauerwellen für Kundinnen eine schmerzhafte Geduldsprobe sind, weshalb viele Friseure die neue Technik zunächst als Bedrohung ihrer Existenz sehen, wie die Dauerwelle in den 1920er-Jahren mit neuen Frauenbildern verbunden wird, warum Locken bis heute weit mehr sind als nur eine Frage des Geschmacks. Locken faszinieren Menschen seit Jahrhunderten. Schon im Alten Ägypten, Griechenland und Rom versucht man, glattes Haar dauerhaft zu wellen. Doch erst Karl Ludwig Nessler aus dem Schwarzwald gelingt der entscheidende Durchbruch. Seine aufwendige Apparatur und eine spezielle chemische Behandlung machen aus einem alten Traum Realität. Die Erfindung sorgt für Begeisterung, Misstrauen und heftige Kontroversen. Die Dauerwelle verändert nicht nur die Friseurbranche. Sie wird über Jahrzehnte ein Teil von Mode, Popkultur und gesellschaftlichen Debatten. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Armin Wolfarth (Nachfahre von Karl Ludwig Nessler) Alexandra Karentzos (Professorin für Mode und Ästhetik, TU Darmstadt) Hans Lehmberg: Karl Ludwig Nessler und die Erfindung der Dauerwelle. Lenzkirch 1986 Hans Lehmberg: Karl Ludwig Nessler: Die Lebensgeschichte eines Friseurs und Erfinders. Neustadt/Schwarzwald 1954 Charles Nessler: The Story of Hair, New York 1928 Weiterführende Links: Zeitzeichen 06.09.1922: Geburtstag des Starfrisörs Alexandre WDR Retro: Herbst- und Winterfrisuren (1964) ZDF: Das war dann mal weg - Dauerwelle, Buttons & Co. Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin und Autor: Veronika Bock und Ulrich Biermann Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins
- Zwischen Kirche und NS-Regime: Widerstandskämpfer Nikolaus Groß07.10., 06:0007.10.2026, 06:0000:14:51
Als überzeugter Christ stellt sich Nikolaus Groß gegen Hitler. Er bezahlt mit dem Leben - und wird am 7.10.2001 dafür seliggesprochen. Bis heute ringen Familie und Kirche um sein Erbe. In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog: warum Nikolaus Groß Adolf Hitler schon früh als "Scharlatan" und "falschen Propheten" bezeichnet, wie er Kritik am NS-Regime zwischen den Zeilen seiner Zeitung versteckt, warum ein Gnadengesuch des Kölner Kardinals für Nikolaus Groß zu spät kommt wie die Kirche Groß' Widerstand im Nachhinein für sich beansprucht. Bergmann, Gewerkschafter, Journalist, Familienvater und tief gläubiger Katholik: Nikolaus Groß geht einen ungewöhnlichen Weg. Als Schriftleiter der Westdeutschen Arbeiterzeitung warnt er früh vor dem Nationalsozialismus. Für ihn sind Führerstaat, Rassismus und Antisemitismus mit seinem christlichen Glauben unvereinbar. Nach dem Verbot seiner Zeitung setzt Groß seinen Widerstand im Geheimen fort. Über die Widerstandsgruppe Kölner Kreis knüpft er Kontakte zu anderen Widerständlern. Nach dem Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 wird Groß als vermeintlicher Mitverschwörer verhaftet, zum Tode verurteilt und hingerichtet. 2001 spricht Papst Johannes Paul II. Nikolaus Groß selig. Doch die kirchliche Ehrung ist umstritten: Einige Angehörige werfen der katholischen Kirche vor, Groß im Nachhinein für sich zu vereinnahmen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Thomas Groß, Enkel von Nikolaus Groß Olaf Blaschke, Professor für Neuere und Neueste Geschichte, Universität Münster Jürgen Aretz, Historiker in Bonn Jürgen Aretz: Nikolaus Groß. Christ - Arbeiterführer - Widerstandskämpfer. Briefe aus dem Gefängnis, Münster 2019 Jürgen Aretz: Katholische Arbeitervereine und Nationalsozialismus. Der Verband katholischer Arbeiter- und Knappenvereine Westdeutschlands 1923-1945, Mainz 1980 Olaf Blaschke: Die Kirchen und der Nationalsozialismus, Stuttgart 2014 Alexander Groß: Gehorsame Kirche, ungehorsame Christen im Nationalsozialismus, Mainz 2000 Weiterführende Links: Zeitzeichen: Heiligsprechung der Nonne Edith Stein (am 11.10.1998) Zeitzeichen: Seligsprechung des Paters Engelmar Unzeitig (am 24.09.2016) Zeitzeichen: Corrie ten Boom, NS-Widerstand (Geburtstag, 15.04.1892) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Martin Herzog Redaktion: Carolin Rückl und David Rother
- William Tyndale gegen die Kirche: Der Kampf um das Wort Gottes06.10., 06:0006.10.2026, 06:0000:14:48
William Tyndale übersetzt die Bibel ins Englische und bringt damit die Kirchenmacht gegen sich auf. 1536 wird der Reformator als Ketzer hingerichtet. In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Kosfeld: warum eine englische Bibelübersetzung im 16. Jahrhundert als Ketzerei gilt, wohin genau William Tyndale deshalb ins Exil geht, wie die erste englische Ausgabe des Neuen Testaments 1526 in Worms gedruckt wird, welche bis heute gebräuchlichen englischen Redewendungen auf Tyndale zurückgehen, wie Verrat, Kerker und Inquisition zum dramatischen Ende seines Lebens führen. Von William Tyndale sind nur wenige biografische Spuren überliefert. Sicher ist: Der englische Gelehrte beherrscht Latein, Griechisch und Hebräisch und verfolgt ein Ziel, das viele Zeitgenossen für gefährlich halten. Die Menschen sollen die Bibel selbst lesen und verstehen können. Für dieses Vorhaben verlässt er England und schließt sich den reformatorischen Netzwerken auf dem Kontinent an. Seine Übersetzung des Neuen Testaments wird heimlich nach England gebracht. Dort entfaltet sie eine Wirkung, die weit über religiöse Fragen hinausreicht. Tyndales Sprache prägt das Englische nachhaltig und macht ihn zu einer Schlüsselfigur der Reformation. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Arne Dembek (Pfarrer und Dekan im Kirchenbezirk Speyer) Arne Dembek: William Tyndale. Reformatorische Theologie als kontextuelle Schriftauslegung. Tübingen 2010 David Daniell: William Tyndale. A Biography. New Haven & London 1994 Weiterführende Links: Zeitzeichen 16.02.1497: Humanist und Reformator Philipp Melanchthon geboren Zeitzeichen 18.02.1546: Todestag des Theologen Martin Luther Tyndale-Society: William Tyndale - Biografie, Chroniken, Schriften Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christian Kosfeld Redaktion: Sefa Inci Suvak
- In der Verzweiflung oft der letzte Halt: die Telefonseelsorge05.10., 06:0005.10.2026, 06:0000:15:29
Am 5. Oktober 1956 klingelt in West-Berlin erstmals das Telefon einer "Lebensmüdenbetreung". Aus der privaten Initiative eines Ehepaars wird ein bundesweites Gesprächsangebot für Menschen in Lebenskrisen. In diesem Zeitzeichen erzählt Uwe Schulz: wie sich die Telefonseelsorge in den vergangenen 70 Jahren verändert hat, warum zuhören manchmal schon helfen kann, auf welchen Wegen man die Telefonseelsorge heute erreicht, ob KI menschliches Zuhören ersetzen kann, wie die Zukunft der Telefonseelsorge aussehen könnte. 1956 ist Deutschland noch von den Folgen des Kriegs geprägt. Viele Menschen sind einsam, verzweifelt oder wissen nicht, mit wem sie über ihre Sorgen sprechen können. In Berlin entscheidet sich ein Ehepaar deshalb am 5. Oktober, die eigene Telefonnummer zu veröffentlichen und zuzuhören. Aus ihrer kleinen "Lebensmüdenbetreuung" genannten Initiative wird schnell ein bundesweites Angebot, das heute rund um die Uhr per Telefon, Mail und Chat erreichbar ist. Mit der Zeit ändern sich die Themen, aber eine Sache bleibt: Menschen brauchen jemanden, der ihnen zuhört. Dennoch steht die Telefonseelsorge 70 Jahre später vor neuen Herausforderungen - Stichwort KI und digitale Welt. Zudem fehlen Geld und Ehrenamtliche. Doch noch geht ihre Erfolgsgeschichte weiter. Und so wird sie wohl auch in Zukunft noch zahlreichen Menschen neuen Lebensmut geben. Wenn ihr selbst von Depressionen, Suizidgedanken oder anderen psychischen Belastungen betroffen seid, findet ihr Hilfe und Beratungsangebote auf der WDR-Hilfeseite: Hilfe bei Sucht, Ängsten und Problemen Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Frank Ertel, Leiter der Telefonseelsorge Aachen Udo Grashoff, Historiker und Autor Heidrun Wiese, Psychologin Frank Ertel, Christian Klein, Ute Lohmann, Detlev Prößdorf: Gespräche auf den Punkt. Impulse für zielorientierte Gespräche. Göttingen 2023 Eberhard Hauschildt, Bernd D. Blömeke (Hg.): Telefonseelsorge interdisziplinär. Göttingen 2016 Weiterführende Links: evangelisch.de: Pfarrer Thomas und seine "Lebensmüdenbetreuung" NDR: Katholische Seelsorge mit KI - Bruder David als Chatbot Deutschlandfunk: Telefonseelsorge - Das Ohr am Volk Unser Hörtipp: ARD Sounds: Wie wir ticken - Euer Psychologie Podcast Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Uwe Schulz Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse
- Henrietta Lacks: Die Frau, deren Zellen unsterblich werden04.10., 06:0004.10.2026, 06:0000:14:23
1951 stirbt Henrietta Lacks mit nur 31 Jahren. Sie ahnt nicht, dass ihre Zellen nach ihrem Tod die Welt verändern werden. Die Geschichte hinter einem medizinischen Durchbruch. In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner: warum Henrietta Lacks als Afroamerikanerin kaum Möglichkeiten einer medizinischen Behandlung hat, weshalb ihre Zellen als erste menschliche Zellen dauerhaft wachsen, wie die sogenannten HeLa-Zellen auf der ganzen Welt verteilt werden, welche medizinischen Durchbrüche die HeLa-Zellen ermöglichen, warum Henrietta Lacks' Familie jahrzehntelang nichts von den entnommenen Zellen erfährt. 1951 wird bei Henrietta Lacks ein aggressiver Krebs am Gebärmutterhals festgestellt. Während ihrer Behandlung im Johns-Hopkins-Hospital entnehmen Ärzte eine Gewebeprobe, ohne die Afroamerikanerin darüber zu informieren. Die daraus gezüchteten Zellen entwickeln Eigenschaften, die die Forschung bis dahin nicht kennt: Sie sterben nicht ab und vermehren sich rasant. Unter dem Namen "HeLa" werden die Zellen zu einem der wichtigsten Werkzeuge der modernen Medizin. Sie kommen bei der Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten zum Einsatz. Und sie legen die Basis der modernen Genforschung. Gleichzeitig macht ihre Geschichte deutlich, wie eng wissenschaftlicher Fortschritt, soziale Ungleichheit und medizinische Ethik miteinander verbunden sind. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Rebecca Skloot (Wissenschaftsjournalistin und Autorin) Rebecca Skloot: Die Unsterblichkeit der Henrietta Lacks. München 2010 Weiterführende Links: Stichtag 27.12.2002: Angebliche Geburt des ersten Klon-Babys wird bekannt Stichtag 12.04.1988: Erstes Patent auf gentechnisch verändertes Tier Stichtag 22.11.1969: Erstes Gen in Harvard isoliert Stichtag 31.10.1964: Krebsforschungszentrum in Heidelberg wird eingeweiht Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Martina Meißner Redaktion: Ronald Feisel und Matti Hesse
- SOS: Ein Morsecode, der Leben rettet03.10., 06:0003.10.2026, 06:0000:14:51
Lange funken Schiffe im Notfall unterschiedlich. Am 3.10.1906 trifft man sich, um ein einheitliches Signal zu vereinbaren. So rettet SOS noch heute Menschenleben - trotz technischen Fortschritts. In diesem Zeitzeichen erzählt Stephan Beuting: wie ein Schiffsunglück vor den Azoren zum ersten dokumentierten Einsatz des neuen Notsignals wird, weshalb konkurrierende Funkgesellschaften die Seenotkommunikation erschweren, warum SOS streng genommen keine Buchstabenfolge ist, wie die Titanic-Katastrophe die Bedeutung von Notrufen auf See sichtbar macht. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verändert die Funktechnik die Schifffahrt grundlegend. Schiffe können erstmals über große Entfernungen miteinander kommunizieren. Damit wächst die Chance, im Notfall Hilfe zu rufen und Menschenleben zu retten. Auf einer internationalen Funkkonferenz in Berlin einigen sich Vertreter von 27 Staaten auf ein einheitliches Notsignal. Aus dem markanten Morsezeichen entwickelt sich mit der Zeit weit mehr als ein technischer Standard: SOS wird zu einem weltweiten Symbol für Hilfe in höchster Not. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Michael Straub (Amateurfunker und Morsespezialist) Alexandre Monteiro (Instituto de Arqueologia e Paleociências, NOVA FCSH, Lissabon) Christian Stipeldey (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger) Weiterführende Links: Zeitzeichen 07.01.1904: Einführung des Seenotrufs CQD Zeitzeichen 02.04.1872: Der Erfinder und Maler Samuel Morse stirbt in New York Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Stephan Beuting Redaktion: Carolin Rückl und Frank Zirpins
- Victor Gollancz: Der Jude, der den Deutschen 1946 helfen will02.10., 06:0002.10.2026, 06:0000:14:33
Nach dem Holocaust wollen viele Briten die Deutschen bestrafen. Der jüdische Publizist Victor Gollancz reist 1946 durchs zerstörte Deutschland und wirbt für Versöhnung. In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg: warum Victor Gollancz die Idee einer deutschen Kollektivschuld ablehnt, wie ihn das Elend im Nachkriegsdeutschland erschüttert, weshalb seine Berichte in Großbritannien heftige Kontroversen auslösen, wie er Hilfslieferungen für Deutschland durchsetzt, warum er für viele Deutsche zum Symbol der Versöhnung wird. Nach dem Zweiten Weltkrieg fordern viele Briten eine harte Bestrafung Deutschlands. Der Londoner Verleger Victor Gollancz widerspricht. Obwohl Jude und entschiedener Gegner des Nationalsozialismus, wirbt er für Menschlichkeit statt Kollektivschuld und reist im Herbst 1946 durch die britische Besatzungszone. Was er dort sieht, prägt ihn tief: zerstörte Städte, Hunger, Wohnungsnot und Perspektivlosigkeit. Mit Reportagen, Briefen und öffentlichen Appellen macht Gollancz auf die Lage aufmerksam. Seine Haltung sorgt für Kontroversen, macht ihn aber für viele Deutsche zu einem Symbol der Versöhnung nach dem Krieg. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Camilo Erlichman (Historiker, Universität Maastricht) Camilo Erlichman: Besatzungszeit. In: Neue Wege zu einer Geschichte der Bundesrepublik. Herausgegeben von Claudia C. Gatzka und Sonja Levsen. Berlin 2025 Victor Gollancz: Stimme aus dem Chaos. Auswahl der Schriften. Frankfurt am Main 1960 George Orwell: Zeilen der Zeit. Kolumnen aus einem Jahrhundert im Umbruch. Ditzingen 2026 Weiterführende Links: Friedenspreis des Deutschen Buchhandels: Victor Gollancz Camilo Erlichman: Imperial Boomerang: Ruling the British Zone of Germany, 1945-1949 Zeitzeichen 17.07.1946: Das Land Nordrhein-Westfalen wird gebildet Zeitzeichen 11.05.1960: Israelische Mossad-Agenten entführen Adolf Eichmann Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Vormweg Redaktion: Matti Hesse
- Die Urteile im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess01.10., 06:0001.10.2026, 06:0000:14:46
Am 1.10.1946 fallen die Urteile gegen die NS-Hauptkriegsverbrecher. Das Leid von Frauen und Kindern in den KZ spielt kaum eine Rolle. Seweryna Szmaglewska will ihnen Gehör geben. In diesem Zeitzeichen erzählt Nora Hespers: wie Seweryna Szmaglewska das Grauen von Auschwitz vor Gericht bezeugt, warum ihre Frage "Wo sind diese Kinder?" bis heute unbeantwortet bleibt, weshalb die Erfahrungen von Frauen in Nürnberg lange wenig Beachtung finden, warum Nürnberg bis heute als Symbol für internationale Gerechtigkeit gilt. Als am 1. Oktober 1946 die Urteile gegen die Hauptkriegsverbrecher des NS-Regimes verkündet werden, blickt die Welt nach Nürnberg. Im Mittelpunkt stehen Dokumente und Beweise für die systematisch geplanten Verbrechen. Die Stimmen der Überlebenden spielen dagegen nur eine vergleichsweise kleine Rolle. Zu den wenigen Zeuginnen der Anklage gehört die polnische Widerstandskämpferin und Auschwitz-Überlebende Seweryna Szmaglewska. Erst wenige Monate zuvor hat sie das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau überlebt. Ihre Aussage über Frauen und Kinder in Auschwitz erschüttert den Gerichtssaal. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Nina Lutz (Leiterin Memorium Nürnberg) Seweryna Szmaglewska: Die Frauen von Birkenau. Frankfurt a.M. 2020 Seweryna Szmaglewska: Die Unschuldigen in Nürnberg. Frankfurt a.M. 2022 Weiterführende Links: Zeitzeichen 31.08.1946: Schlussworte der Angeklagten im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess NDR Retro: Nürnberger Prozesse - 1. Tag der Urteilsverkündung Planet Wissen: Der Nürnberger Prozess Robert H Jackson Center: Nuremberg Trial Day 69 (1946) Severina Shmaglevskaya Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Nora Hespers Redaktion: David Rother
- Krieg der Kutschen: Ein Kampf um Prestige und Macht30.09., 06:0030.09.2026, 06:0000:14:44
30.9.1661: In London eskaliert ein Kutschenwettstreit zwischen Frankreich und Spanien um einen Ehrenplatz. Botschafter lassen schießen - am Ende siegt Frankreich. In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember: warum eine Kutschenkolonne zum Schauplatz eines internationalen Prestigekampfs wird, weshalb Spanien und Frankreich ihren Konflikt mitten in London austragen, wie bezahlte Schläger und bewaffnete Gefolgsleute den Streit anheizen, wieso die militärisch unterlegenen Spanier zunächst triumphieren, weshalb der eigentliche Sieger am Ende doch Frankreich heißt. Im 17. Jahrhundert entscheidet nicht nur militärische Stärke über den Rang eines Herrschers. Wer bei öffentlichen Zeremonien den Vorrang erhält, demonstriert Macht vor aller Augen. Als ein schwedischer Botschafter 1661 in London feierlich empfangen werden soll, treffen die Rivalen Spanien und Frankreich aufeinander. Der Streit um die bessere Position in einer Kutschenkolonne eskaliert. Pferde werden attackiert, Schüsse fallen, Menschen sterben. Was zunächst nur wie eine bizarre Auseinandersetzung wirkt, markiert einen Wendepunkt im europäischen Machtgefüge. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: André Krischer (Historiker, Universität Freiburg) Mark Hengerer: Ludwig XIV. Das Leben des Sonnenkönigs. München 2015 Elisabeth Ruffert: Das Gesandtschaftszeremoniell des brandenburgisch-preußischen Hofes um 1700. Berlin 2022 Weiterführende Links: Zeitzeichen 31.05.1669: Samuel Pepys macht den letzten Eintrag in seinem berühmten Tagebuch Samuel Pepys Diary: Tagebuch-Eintrag zum 30. September 1661 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Heiner Wember Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Moritz Raestrup
- Der letzte Mensch, der alles wusste: Enrico Fermi29.09., 06:0029.09.2026, 06:0000:14:51
Der größte italienische Wissenschaftler seit Galilei, genialer Nobelpeisträger, Vater des Atomzeitalters. Enrico Fermi, geboren am 29.9.1901, war wohl der letzte Mensch, der die gesamte Physik verstand. In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog: wie aus einer beiläufigen Mittagsdiskussion das berühmte Fermi-Paradoxon entsteht, warum Fermi als "der letzte Mensch, der alles wusste" bezeichnet wird, wie seine Pi-mal-Daumen-Methode zu erstaunlich präzisen Ergebnissen führt, weshalb er Mussolinis Italien nach der Nobelpreisverleihung verlässt, welche Schlüsselrolle er beim Bau des ersten Atomreaktors spielt. In der Physik begegnet man seinem Namen auf Schritt und Tritt: Fermi-Dirac-Statistik, Fermi-Wechselwirkung oder Fermi-Paradoxon. Schon als Jugendlicher verschlingt Enrico Fermi Fachliteratur und beeindruckt seine Umgebung mit außergewöhnlicher Begabung. Später gehört er zu den prägenden Köpfen einer Epoche, in der Relativitäts- und Quantentheorie das Weltbild revolutionieren. Sein Leben führt von Rom über Stockholm und New York bis nach Los Alamos. Dort wirkt er entscheidend an Entwicklungen mit, die das 20. Jahrhundert verändern. Trotz seines gewaltigen Wissens bleibt Fermi laut Weggefährten zugänglich, begeisterter Lehrer und jemand, der komplexe Probleme auf ihren einfachsten Kern reduziert. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: David Schwartz (Fermi-Biograf) David Schwartz: The Last Man Who Knew Everything. The Life and Times of Enrico Fermi, Father of the Nuclear Age. New York 2017 To Fermi with Love: Erinnerungen seiner Freunde und Wegbegleiter Weiterführende Links: Zeitzeichen 06.08.1945: Abwurf der Atombombe auf Hiroshima Zeitzeichen 26.03.1938: Der italienische Physiker Ettore Majorana verschwindet Zeitzeichen 23.10.1912: Raketeningenieur Wernher von Braun wird geboren Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Martin Herzog Redaktion: David Rother
- Vom Holz zum Himmel: William Edward Boeing28.09., 06:0028.09.2026, 06:0000:14:44
Das Leben des Flugzeugpioniers William Edward Boeing endet am 23.9.1956 auf seiner Yacht in der Meeresbucht vor Seattle. Sein Name bleibt in und über unseren Köpfen. In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer: wie William Edward Boeing nach dem Ersten Weltkrieg von der Flugzeugproduktion auf Schlafzimmermöbel umsteigt, mit welchem Flugzeugtyp Boeing im Jahr 1933 Luftfahrtgeschichte schreibt, warum William Boeing der Luftfahrtbranche schon mit 52 Jahren den Rücken kehrt und von den Rätseln um den Tod des Flugzeugbauers William Edward Boeing William Edward Boeing ist der Sohn des deutschen Bergbau-Ingenieurs Wilhelm Böing und der ebenfalls deutschstämmigen Marie Ortmann. Sein Vater verlässt als 22-Jähriger seine Heimatstadt Hohenlimburg an der Lenne im Ruhrgebiet und kommt im US-amerikanischen Detroit mit Bauholzhandel zu beträchtlichem Reichtum. 1910 wird Boeing als 28-Jähriger in Los Angeles bei der ersten großen Flugschau Amerikas von der Faszination der Fliegerei gepackt. 1915 beginnt Boeing in Seattle zusammen mit seinem Kollegen George Conrad Westervelt die Arbeit an einem Wasserflugzeug aus Holz, Leinen und Draht. Rund 38 Jahre nach der ersten Firmengründung rollt ein Prototyp aus den Boeing-Hallen - es ist der Urahn der Boeing 707, des ersten großen Düsenverkehrsflugzeugs. Bei der Taufe ist der Gründer noch einmal dabei. Mit 72 Jahren schaut William Boeing auf den Beginn des Jet-Zeitalters. Erleben wird er es nicht mehr. Das sind unsere wichtigsten Quellen: HistoryLink.org: William Edward (1881–1956) Boeing. Essay 8023 Brian Schefke: William Edward Boeing. In: Immigrant Entrepreneurship - German-American Business Biographies (German Historical Institute). 2011/2018 Mike Lombardi: Historical Perspective - 50 Years at the Leading Edge. Boeing Frontiers. August 2009 Heimatverein Hohenlimburg: Dokumentation Gedenktafel Boeing-Geburtshaus, 2016 Weiterführende Links: Zeitzeichen: 09. Februar 2009 - Vor 40 Jahren: Erstflug der Boeing 747 Stichtag: 15. Juli 1916: Gründung der Boeing-Flugzeugwerke Planet Wissen: Otto Lilienthal und das Fliegen Planet Wissen: Übersichtsseite Luftfahrt Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Wolfgang Meyer Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak
- Let There Be Rock: Der Film "Die Halbstarken" feiert Premiere27.09., 06:3327.09.2026, 06:3300:14:37
"Die Halbstarken" erscheint am 27. September 1956 - da diskutiert die Adenauer-Republik bereits hitzig über Rock’n’Roll, Kinokrawalle und Feinripp. Die Elterngeneration ist verstört - Jugendliche und ihre Kultur werden kriminalisiert. In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka: wie "Die Halbstarken" zum Schreckbild der 1950er-Jahre werden, warum Rock’n’Roll und Kino die Jugendkultur verändern, wie Medien und Politik die Angst vor der Jugend anheizen, wie das Kino den Mythos der rebellischen Jugend prägt, warum der Film "Die Halbstarken" Kultstatus erreicht. Mit dem Film "Die Halbstarken" greift Regisseur Georg Tressler 1956 ein Thema auf, das die Bundesrepublik bewegt: Jugendliche, die anders aussehen, andere Musik hören und sich den Erwartungen der Erwachsenen entziehen. Der Begriff "Halbstarke" wird zum Sammelbecken für alles, was als unbequem oder rebellisch gilt. Doch hinter der moralischen Aufregung steckt ein tiefer gesellschaftlicher Wandel. Die Nachkriegsgeneration verfügt über mehr Geld, entdeckt neue Freiheiten und orientiert sich an amerikanischer Musik, Mode und Lebensart. Der Film trifft damit den Nerv seiner Zeit und macht seine Hauptdarsteller Karin Baal und Horst Buchholz zu Stars. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Bodo Mrozek (Zeit- und Kulturhistoriker) Bodo Mrozek: Jugend-Pop-Kultur. Eine transnationale Geschichte. Berlin 2019 Deutsches Filmmuseum: Zwischen Gestern und Morgen. Westdeutscher Nachkriegsfilm 1946-1963. Frankfurt am Main 1989 Weiterführende Links: Planet Wissen: Jugend in den 1950er-Jahren Jugendkulturen in Deutschland: Die Halbstarken Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Christiane Kopka Redaktion: Emily Jeuckens, Frank Zirpins Technik: Theo Kramer
- Winnie Mandela - Ikone des Widerstands gegen die Apartheid26.09., 06:0026.09.2026, 06:0000:14:53
Während Nelson Mandela jahrzehntelang im Gefängnis sitzt, kämpft Winnie draußen gegen die Apartheid. Sie wird zur Symbolfigur - und greift selbst zur Gewalt. 1936 wird sie geboren. In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Dänzer-Vanotti: wie Winnie Mandela in den 1950er-Jahren als Winifred Madikizela nach Johannesburg kommt, wie sie erkennt, dass die Ehe mit Nelson Mandela im südafrikanischen Freiheitskampf eine große Rolle spielen kann, wie nach Nelsons Inhaftierung für Winnie Schikanen, Bespitzelung und Verhöre beginnen, wie Winnie Mandela ausgerechnet in der Verbannung politische Bedeutung bekommt. Als Winifred Madikizela Mitte der 1950er-Jahre Nelson Mandela kennenlernt, ist ihr klar, dass sie diesen Mann mit der halben Welt teilen muss. Er wird auf der Straße, im Restaurant angesprochen, ist bereits im Anti-Apartheid-Kampf aktiv. Und dennoch: sie verlieben sich und heiraten 1958. 1963 werden Nelson und weitere Angeklagte des ANC wegen Sabotage und Waffenbesitz zu lebenslanger Haft auf der Gefängnisinsel Robben Island verurteilt. 27 Jahre lang ist er ein Gefangener. Für Winnie Mandela beginnen Schikanen, Festnahmen, Bespitzelung und Verhöre. Winnie Mandela sieht sich als Repräsentantin der politisch Verfolgten. Ihren Kampf führt sie zunehmend mit brutaler Gewalt. Diese kompromisslose Radikalität wird ihr schließlich zum Verhängnis. Ihre Feinde werfen ihr kriminelle Aktivitäten vor. In den Übergangsjahren nach der Apartheid landet sie im politischen Abseits. Am 2. April 2018 stirbt Winnie Madikizela-Mandela im Alter von 81 Jahren in Johannesburg. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Jonny Steinberg, Autor Rita Schäfer, Soziologin, Schwerpunkt Südafrika und Frauenpolitik Johnny Steinberg: Winnie and Nelson, Portrait of a marriage. Johannesburg 2023 Weiterführende Links: Planet Wissen: Geschichte Südafrikas Zeitzeichen: 27.04.1994: Ende der Apartheid in Südafrika Zeitzeichen: 18.07.1918 - Geburtstag von Nelson Mandela Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Irene Dänzer-Vanotti Redaktion: Sefa Inci Suvak
- Wladimir Putin: Als der Bundestag begeistert applaudierte25.09., 06:0025.09.2026, 06:0000:14:49
Ist Putins Rede im Bundestag der Beginn einer neuen deutsch-russischen Partnerschaft? Vor 25 Jahren hoffen viele darauf. Heute wissen wir, wie die Geschichte weiterging. In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Klug: worüber Putin kurz nach den Anschlägen auf das World Trade Center im Bundestag spricht, von der freundlichen Seite der russischen Besatzer, von Putins Zeit als KGB-Agent in der DDR, welcher Abgeordnete bei Putins Rede demonstrativ den Plenarsaal verlässt. Der 25. September 2001 ist ein besonderer Tag. Mit Wladimir Putin kommt erstmals ein russischer Präsident in den Deutschen Bundestag, um eine Rede zu halten. Zur Freude der Abgeordneten hält Putin seine Rede größtenteils in deutscher Sprache. Deutsch hat er zwischen 1985 und 1990 als Offizier des sowjetischen Geheimdienstes KGB in der DDR gelernt. 14 Tage zuvor steuern islamistische Terroristen zwei Flugzeuge in das New Yorker World Trade Center, die westliche Welt steht noch immer unter Schock. Vor diesem Hintergrund geht es Putin in Berlin vor allem darum, um Verständnis für seinen Krieg in Tschetschenien zu werben und gleichzeitig Russlands Rolle als Weltmacht neu zu beleben. Für seine Rede bekommt Putin im Bundestag großen Applaus, als vermeintlicher Hoffnungsträger für einen neue Ära der Zusammenarbeit. Aus heutiger Sicht, mit Blick auf den Angriffskrieg gegen die Ukraine und Putins innenpolitische Repression, wirkt dieser Moment wie eine historische Täuschung. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Manfred Quiring, langjähriger Russland-Korrespondent und Sachbuchautor Ilko-Sascha Kowalcuk, Historiker Weiterführende Links: Zeitzeichen: 03.05.1971: Erich Honecker löst Walter Ulbricht als SED-Chef ab Zeitzeichen: 17. Juni 1953 - Aufstand in Ostberlin und in der DDR Zeitzeichen: 17.04.1894: Geburtstag des sowjetischen Politikers Nikita Chruschtschow Planet Wissen: Spione im Kalten Krieg Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Klug Redaktion: Matti Hesse
- Paracelsus: Wie der "Luther der Medizin" das Heilen reformiert24.09., 06:0024.09.2026, 06:0000:14:34
Paracelsus stellt die Medizin auf den Kopf. Statt auf die Lehren der Antike setzt er auf Erfahrung - und gerät so bis zu seinem Tod am 24.9.1541 ständig in Konflikte. In diesem Zeitzeichen erzählt Doris Arp: warum an der Echtheit der überlieferten Paracelsus-Texte Zweifel bestehen, wie Paracelsus vom Vater viel über Berufskrankheiten lernt, wie der 15-jährige Paracelsus sich auf seinen Streifzügen eine neue, ganzheitliche Medizin in die Welt bringt, welches Paracelsus-Zitat in den Volksmund übergegangen ist. Vermutlich 1493 oder 1494 im schweizerischen Einsiedeln als Theophrastus von Hohenheim geboren, nennt er sich später selbst Paracelsus. Er kommt aus einer verarmten Adelsfamilie. Sein Vater ist Arzt und zieht mit dem etwa Achtjährigen nach Kärnten. Später bereist er zu Fuß, zu Pferd, auf alten Lastkähnen übers Wasser viele fremde Länder. Stets steckt er Augen, Nase, Ohren und seinen Kopf tief in die Landschaft, Kultur und sozialen Umstände. Sicher besucht er auch die ein oder andere medizinische Fakultät am Wegesrand, bleibt aber vermutlich ohne akademischen Titel. Paracelsus hält es nirgendwo lange aus und ist wohl auch für andere keine angenehme Gesellschaft. Er ist ein schwieriger Mensch, der es auf Konflikt anlegt. Trotzdem sorgt seine Anhängerschaft, die er schon zu Lebzeiten hat, für einen glorreichen Nachruf. Viele Apotheken, Krankenhäuser, Heilkundliche Schulen schmücken sich bis heute mit seinem Namen. Der Rebell unter den Ärzten lenkt vor fast 600 Jahren den Blick auf den ganzen Menschen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Tillmann Taape, Medizinhistoriker am medizinhistorischen Institut der Charité in Berlin Udo Benzenhöfer: Paracelsus.Reinbeck 1997 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Doris Arp Redaktion: Caroline Rückl und Matti Hesse