
Noch keine Episoden ausgewertet.
Episoden
244- Krank gespart: Wieso in Deutschland Arzneimittel fehlen26.12., 06:0026.12.2025, 06:0000:53:44
Antibiotika, Schmerzmittel, Fiebersäfte: Immer wieder stehen Patientinnen und Patienten sowie Eltern kranker Kinder vor leeren Apothekenregalen. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände warnte bereits: „Auch in diesen Winter gehen wir schlecht vorbereitet.“ Betroffen von Engpässen sind vor allem Generika, also Medikamente, bei denen der Patentschutz ausgelaufen ist. Sie werden immer häufiger in Asien hergestellt, und zwar von wenigen, großen Unternehmen. Das macht Lieferketten anfällig. Die Ampelregierung hat 2023 ein Gesetz gegen Lieferengpässe verabschiedet. Und die EU will wieder mehr Produktion in Europa. Wirken die Maßnahmen? DOK 5 hat bei Apothekern, Kinderärzten, Pharmaherstellern und Großhändlern nachgefragt. Ein Feature von Katja Scherer. Produktion: WDR 2025 Unsere Podcast-Empfehlung: Plusminus. Mehr als nur Wirtschaft. https://1.ard.de/plusminus
- Angst haben fast alle – Gewalt im Leben von Obdachlosen25.12., 06:0025.12.2025, 06:0000:51:45
Streit im Milieu, Brandattacken von Jugendlichen, Angriffe durch Rechtsextreme – das Leben wohnungsloser Menschen ist von Gewalt geprägt. Sie werden von Securities vertrieben und von Unbekannten beleidigt. Warum werden sie zur Zielscheibe? Das Feature begleitet eine Gruppe wohnungsloser Menschen an einem Berliner Bahnhof. Helle, Tommy, Melli, Umut und viele andere treffen sich hier täglich, holen ihre Substitutionsmedikamente ab und teilen Geschichten aus ihrem Leben. Viele haben schon in der Kindheit Gewalt erlebt, später auf der Straße sind alle betroffen: Sie werden beschimpft, mit Steinen beworfen, manchmal verprügelt oder sogar angezündet. Doch mindestens jeder zweite Angriff wird von Menschen verübt, die selbst eine Wohnung haben. Über die Motive ist wenig bekannt. Klar ist nur: Es wird nicht von ganz oben nach ganz unten getreten. Menschen mit Abstiegsängsten grenzen sich gegen „die Penner“ ab. Manchmal auch mit Gewalt. Ein Feature von Johanna Tirnthal und Timo Stukenberg. Produktion WDR/DLF 2023
- Der L.A. River – Fall und Aufstieg eines Flusses25.12., 06:0025.12.2025, 06:0000:49:53
Er ist der wohl berühmteste Fluss der Welt – auch wenn gar kein Wasser fließt: Der Los Angeles River. Ein knapp 82 Kilometer langes Betonkorsett, der als dystopische Filmkulisse in zahlreichen Hollywoodfilmen dient: Terminator 2, Grease, Transformer und vielen anderen. Die meiste Zeit des Jahres ist der L.A. River nicht mehr als ein Rinnsal in einem überdimensionierten Betonbett. Seit fast 90 Jahren schützt er als Hochwasserkanal die Megametrople vor Überschwemmungen. Seine einzige Funktion ist es, wenn im Winter tagelang Starkregen fällt, Wasser so schnell wie möglich in den Ozean zu transportieren. In einer Region, die zunehmend von Trockenheit bedroht ist und mehr als die Hälfte ihres Wasser importiert. Ein Feature von Martina Groß. Produktion WDR 2024 Podcast-Empfehlung: https://1.ard.de/empfehlung-kemferts-klima-podcast
- Westsahara. Heißer Sand und ein verlorenes Land19.12., 06:0019.12.2025, 06:0000:53:19
Seit 50 Jahren leben die Sahrawi in Flüchtlingslagern in der algerischen Wüste, abgeschnitten von ihrer Heimat, der Westsahara. Ein Feature über ein vergessenes Volk, das nicht aufhört, nach Freiheit zu verlangen. Die Westsahara ist ein von Marokko besetztes Gebiet an der Nordwestküste Afrikas. Im Jahr 1975 bricht der Krieg zwischen Marokko und dem Volk der Sahrawi aus. Hunderttausende Sahrawi fliehen ins Landesinnere, in die Wüste, und über die Grenze nach Algerien, wo sie sich mitten in der Sahara in improvisierten Zeltstädten niederlassen. Nach einem von der UNO verhandelten Waffenstillstand von 1991 sollen die Sahrawi entscheiden, ob sie zu Marokko gehören oder einen eigenen Staat gründen wollen. Doch das Referendum findet nie statt. Die Menschen harren seit 50 Jahren in der Wüste aus. Ein Leben über das Überleben hinaus zu gestalten ist schwierig. Und so sind viele wieder bereit, zu den Waffen zu greifen, denn die junge sahrawische Generation ist des Wartens müde. Ein Feature von Olivia Wimmer. Produktion: ORF 2025
- Erst die Katze – dann der Mensch12.12., 06:0512.12.2025, 06:0500:47:28
Mehr als eine Milliarde Menschen im globalen Süden leidet an Wurmkrankheiten. Die Folgen: Unter anderem Blutarmut, Arbeitsunfähigkeit und Entwicklungsstörungen bei Kindern. Für Hunde und Katzen gibt es längst ein wirksames Mittel: Emodepsid. Für Menschen wurde dagegen seit über 40 Jahren nichts Neues entwickelt. Der Grund: Weil die Medikamente meist gespendet werden, sieht die Industrie keinen Markt. Haustiere im reichen Norden sind profitabler als kranke Menschen im Süden. Eine Forscherin am Schweizer Tropeninstitut hat trotzdem hartnäckig an Emodepsid geforscht – gegen viele Widerstände. Im Herbst 2025 startet in Tansania die entscheidende Zulassungsstudie. Doch auf der WHO-Liste stehen noch mehr als 20 weitere vernachlässigte Tropenkrankheiten. Das Feature zeigt das Versagen des globalen Pharmamarkts – und Wege, den Irrsinn zu durchbrechen. Ein Feature von Martina Keller. Produktion: WDR 2025 Unsere Podcast-Empfehlung: Kekulés Gesundheits-Kompass https://1.ard.de/kekules-gesundheitskompass
- HIV-Positiv – Michaels erstes Jahr mit dem Virus28.11., 06:0028.11.2025, 06:0000:53:04
Im Sommer 2020 bekommt Michael die Diagnose HIV positiv. Wie wird sich sein Leben verändern? Der Autor hat den jungen Mann ein Jahr lang begleitet. Die Gewissheit infiziert zu sein, bedeutet längst kein Todesurteil mehr. Und doch ist sie ein Einschnitt, der vieles auf den Kopf stellt. Ein Jahr lang – 365 Tage ab der positiven Diagnose – gibt uns Michael Einblick in sein Leben und lässt uns bei seiner Suche nach Antworten auf unzählige Fragen, die ihm durch den Kopf gehen, teilhaben. Wie stark hat sich das Virus bereits in seinem Körper ausgebreitet? Bei wem hat er sich infiziert? Wie läuft die Behandlung ab? Wie reagieren seine Eltern und Freunde? Was macht die Diagnose mit seiner Psyche? Michael ist einer von schätzungsweise rund 100.000 Menschen in Deutschland, die HIV-positiv sind und bis heute auch mit starken Stigmatisierungen umgehen müssen. Ein Feature von Ole Siebrecht. Produktion: WDR/Dlf Kultur 2021
- Gefährdetes Gedächtnis? Archive zwischen Digitalisierung, KI und Krieg14.11., 06:0014.11.2025, 06:0000:54:16
Gegenwart für die Zukunft bewahren – das ist die Aufgabe staatlicher Archive. Als "gesellschaftliches Gedächtnis" bezeichnen sie sich deshalb gern selbst. Aber was heißt das in Zeiten der digitalen Transformation? Das gute alte Papierdokument hat noch lang nicht ausgedient, Archivmagazine werden nicht so bald von Serverfarmen ersetzt. Aber seit die Digitalisierung selbst deutsche Amtsstuben erreicht hat, liegen amtliche Dokumente oft digital vor: als E-Mails, Excel-Dateien und PDFs, Fotos und Tondokumente, inzwischen auch als SMS und Chatverläufe. Doch längst nicht immer landet alles in den Akten, was "aktenrelevant" ist - und geht damit für die Nachwelt, aber auch für Gerichtsprozesse verloren. Wie stellen wir sicher, dass wir das Richtige, das Wichtige archivieren? Und dass es auch in Jahrzehnten oder Jahrhunderten noch lesbar ist? Wie kann KI dabei helfen, die riesigen Datenschätze der staatlichen Archive zu heben? Wie schützen wir historische Dokumente für die Zukunft: vor Manipulation und Fälschung? Vor Katastrophen? Dem Klimawandel? Und in Zeiten von hybriden Bedrohungen und Cyberangriffen: vor Krieg? Ein Feature von Martin Herzog. Produktion: WDR 2025 Podcast-Empfehlung: Das Vergewaltiger-Netzwerk – Doku über eine Undercover-Recherche unter Tätern https://1.ard.de/recherche-unter-taetern
- Von der Rolle - Mangelware Papier07.11., 06:0007.11.2025, 06:0000:52:26
Papier ist ein Allerweltsstoff: tonnenweise gebraucht für Bücher, Zeitungen, Flyer, Verpackungen. Eigentlich nichts Aufregendes. Doch seit zwei Jahren wird Papier knapp und immer teurer. Droht eine echte "Papierkrise"? Die Digitalisierung der Medien macht seit Jahren rasante Fortschritte: Handy statt Zeitungen, Wikipedia statt Brockhaus. Das bedeutet: es wird deutlich weniger Papier verwendet. Die Corona-Krise brachte einen zusätzlichen Einschnitt: Die Zahl der Anzeigenblättchen und Reklamezettel nahm drastisch ab. Schlecht für Papierindustrie und Druckereien. Doch nach dem Ende der Beschränkungen für den Einzelhandel drehte sich das Blatt: Die Briefkästen wurden binnen kürzester Zeit wieder geflutet – mit so viel Printwerbung, dass die Papierbranche nicht hinterherkam. Der während der Pandemie eingesetzte und anhaltende Boom des Online-Handels tat sein Übriges, der Absatz von Verpackungspapier und Kartonagen boomte. Papier wurde plötzlich zur Mangelware. Und dann neues Ungemach: Explodierende Strom- und Gaspreise, die Herstellern und Druckereien massiv zu schaffen machen. Wird Papier über kurz oder lang von der Massenware zum Nischenprodukt? Ein Feature von Ulrich Land. Produktion: WDR 2023
- Putsch in Chile – Pinochets deutsche Paten31.10., 06:0031.10.2025, 06:0000:53:53
Der Sturz Salvador Allendes durch das chilenische Militär bewegte im September 1973 die Welt. Wenig bekannt war bislang die Rolle deutscher Nazis beim Staatsstreich und Aufbau des Unterdrückungsapparates. Nicht nur das Weltbild von Hitler bewundernden Offizieren und zahlreichen Deutsch-Chilenen war Nährboden der Pinochetdiktatur. Anders als von Historikern jahrzehntelang vermutet, brachte der als Kriegsverbrecher gesuchte ehemalige SS Standartenführer Walther Rauff vor und nach dem Putsch an zentraler Stelle seine Erfahrungen bei der Vernichtung Oppositioneller ein. Rauff war 1958 vom Bundesnachrichtendienst rekrutiert worden, um "die Ausbreitung des Kommunismus auf dem amerikanischen Subkontinent möglichst zu verhindern". Erstmals bestätigen Zeugen aus dem chilenischen Geheimdienst seine führende Rolle bei der Organisation systematischer Folter und dem Verschwindenlassen. Andere "Alte Kameraden" halfen dem Regime bei der Beschaffung von Waffen und Giftgas. Erstmals zugängliche Dokumente zeigen, dass auch die deutsche Colonia Dignidad dabei eine weit wichtigere Rolle spielte, als bislang öffentlich wurde. Die Recherchen wurden von der Film- und Medienstiftung NRW gefördert. Ein Feature von Wilfried Huismann. Produktion: WDR 2023
- Grüne Adern – Wie Ökokorridore Natur vernetzen30.10., 06:0030.10.2025, 06:0000:52:25
Die Natur kehrt zurück! Dank dem Schutz von Biotopen und dem Jagdverbot für bedrohte Arten, können sich die Populationen von Wildkatze, Otter, Biber und viele andere bereits ausgestorbene Arten erholen. Doch solange die einzelnen Schutzgebiete nicht miteinander verbunden sind, hat die Natur keine Chance auf eine dauerhafte Rückkehr. Das hat auch die EU erkannt und will die verschiedenen Schutzgebiete durch Ökokorridore verbinden. Dieser Biotopverbund ist einer der Schlüsselfaktoren der EU-Biodiversitätsstrategie. Doch bei der Umsetzung sind einige Hindernisse zu überwinden. Nicht nur Autobahnen, Städte und Kohlegruben, sondern auch unterschiedliche Ansätze in den verschiedenen EU-Ländern sowie Vorbehalte in der Bevölkerung. Das Feature folgt Wildkatze und Co und zeigt, wie diese Hürden zwischen dem Naturpark Maas-Schwalm-Nette an der niederländischen Grenze und der Eifel bewältigt werden können. Ein Feature von Katharina Nickoleit. Produktion: WDR 2023
- 100 Jahre Schweigen – Deutsches Giftgas in Marokko30.10., 06:0030.10.2025, 06:0000:51:32
Es war weltweit der erste Giftgasangriff aus der Luft: 10 000 Behälter Giftgas "Made in Germany" wurden innerhalb von drei Jahren über dem Rif-Gebiet im Norden Marokkos abgeworfen. Spanien und Frankreich führten in den 1920er Jahren Krieg gegen die dortige Bevölkerung. Das Giftgas "Lost" wurde von einem deutschen Chemiker entwickelt, obwohl dies laut Versailler Vertrag verboten war. // Von Andrea Geißler, Christiane Kreiner, Dunja Sadaqi/ HR 2023/ www.radiofeature.wdr.de Anlässlich der neuen ARD-Hörspielserie Lamyas Buch der Scharlatane veröffentlichen wir das Feature „100 Jahre Schweigen – Deutsches Giftgas in Marokko“ erneut. Das Hörspiel greift die historischen Ereignisse im Rifgebirge der 1920er-Jahre auf: Als Lamya mit ihrer kranken Schwester in die marokkanische Heimat reist, entdeckt sie ein verborgenes Kapitel kolonialer Gewalt – und ein dunkles Familiengeheimnis. Unsere Podcast-Empfehlung: Lamyas Buch der Scharlatane https://1.ard.de/Lamya
- Atompoker mit Russland24.10., 06:0024.10.2025, 06:0000:48:59
Die Firma ANF im niedersächsischen Lingen produziert Brennelemente für Atomkraftwerke in Westeuropa beliefert mit russischem Uran. Jetzt soll eine direkte Zusammenarbeit mit dem russischen Staatskonzern Rosatom auf den Weg gebracht werden. Das russische Uran wird über den Rotterdamer Hafen bis zur Brennelemente-Fabrik ins Emsland transportiert - ganz legal, denn Sanktionen für Uran hat die EU bisher nicht beschlossen. Trotz des Krieges in der Ukraine steigen die Mengen. ANF ist eine Tochter des französischen Kernenergiekonzerns Framatome, weltweit einer der größten im Nukleargeschäft. Um zukünftig auch osteuropäische Reaktoren beliefern zu können, will Framatome mit Rosatom kooperieren. Ein stark umstrittenes Projekt. Denn bei der Produktion von Brennelementen könnten Spionage und Sabotage drohen, mit katastrophalen Auswirkungen. Über den Antrag von Framatome/ANF muss nun die Politik entscheiden. Dabei geht es um mehr als ein Geschäftsprojekt. Diese Entscheidung dreht sich um die Frage: Wird Deutschland seine innere und äußere Sicherheit aufs Spiel setzen? Ein Feature von Maike Hildebrand und Karl Amannsberger. Produktion DLF/WDR 2025
- Staatsschulden gegen Naturschutz – Wie sinnvoll sind Debt-for-nature Swaps?17.10., 13:4017.10.2025, 13:4000:49:58
Die Galápagosinseln – ein einzigartiges Naturparadies mitten im Pazifik, das zum Inbegriff biologischer Vielfalt geworden ist: Riesenschildkröten, Darwinfinken, Seelöwen – sie alle leben hier, viele von ihnen nirgends sonst auf der Welt. Doch das Paradies ist bedroht: durch Klimawandel, Tourismus, Überfischung und organisierte Kriminalität. Und es fehlt an Geld, um das fragile Ökosystem wirksam zu schützen. Ein sogenannter Debt-for-nature Swap soll helfen. Ecuador, hochverschuldet und finanziell unter Druck, erhält durch einen innovativen Deal Schuldenerleichterung – im Gegenzug verpflichtet sich das Land, Millionen in den Schutz der Galápagosinseln zu investieren. Es ist das bislang größte Geschäft dieser Art weltweit. Doch was wie eine Win-Win-Situation klingt, wirft kritische Fragen auf: Wer profitiert tatsächlich von diesen Tauschgeschäften – die Natur, die lokale Bevölkerung oder doch internationale Banken und Stiftungen? Warum wurde die Öffentlichkeit auf den Inseln erst informiert, als der Vertrag bereits unterschrieben war? Und was bedeutet es, wenn internationale Organisationen und Investoren entscheiden, wie und wo Artenschutz stattfinden soll? Das Feature zeichnet ein vielschichtiges Bild eines Deals, der Hoffnung und Misstrauen gleichermaßen weckt – und stellt die Grundsatzfrage: Können Finanzinstrumente aus der Welt der Hochfinanz die Lösung für den globalen Arten- und Klimaschutz sein? Ein Feature von Sophia Boddenberg. Produktion WDR 2025 Unsere Podcast-Empfehlung: Weltspiegel Podcast https://1.ard.de/weltspiegel_podcast?cp=dok5
- "Don`t Say Gay" und Ron DeSantis - Wie ein Gesetz Queers in Florida bedroht10.10., 06:0010.10.2025, 06:0001:01:23
In Florida hat ein Gesetz von Ron DeSantis einen erbitterten Identitätskampf ausgelöst. Es gehe dabei lediglich um den Schutz von Kindern, sagen die Ultrakonservativen. Kritiker*innen sagen, dass damit in Wirklichkeit das Sprechen über sexuelle Identität und Vielfalt verhindert werden soll.// Von Mohamed Amjahid/ WDR 2023/ www.radiofeature.wdr.de
- Die Vertriebenen von Louisiana – Wie Landzerstörung Indigene zur Umsiedlung zwingt03.10., 06:0003.10.2025, 06:0000:52:50
Der Anstieg des Meeresspiegels zwingt Menschen auf der ganzen Welt zur Flucht - von Bangladesch bis in den USA. An der Südküste Vereinigten Staaten, unweit von New Orleans, versinken ganze Landstriche im Golf von Mexico. Die Landmasse der vor allem von Indigenen bewohnte Isle de Jean Charles ist in rund sechzig Jahren um 98 Prozent geschrumpft. Aber weder Anstieg des Meeresspiegels noch die Wirbelstürme sind die Hauptursachen, sondern die von Öl- und Gasgesellschaften gebauten Kanäle. Durch sie dringt Meerwasser ein und erodiert das Land. Dennoch wurde die Insel vom Deichschutz ausgeschlossen. Begründung: Die Kosten-Nutzen-Rechnung geht nicht auf. 2016 hat die Obama Regierung 48,2 Millionen Dollar für die Umsiedlung bereitgestellt und die Bewohner als Klimaflüchtlinge eingestuft. Der Staat Louisiana übernahm die Leitung des Umsiedlungsprojekts und ging kaum auf die Wünsche der Indigenen ein. Bis Ende 2022 sind knapp 100 Einwohner in die 40 Meilen nördlich neu erbaute Siedlung umgezogen. Sie sehen sich aber nicht als Flüchtlinge, sondern als abermals von ihrem Land Vertriebene. Ein Feature von Egon Koch. Produktion: WDR/DLF/HR/ORF 2023
- Merch, Marketing und Musik – Das Geschäft mit den Fans26.09., 06:0026.09.2025, 06:0000:53:56
Wir leben in einer Zeit, in der Musikhören fast nichts kostet. Trotzdem geben Musik-Fans so viel Geld für ihre Stars aus wie nie zuvor. Das Geschäft mit Merchandise-Artikeln boomt – und viele wollen daran mitverdienen. Auf Konzerten stehen Fans Schlange, um ein Armband, T-Shirt oder Socken mit dem Namen ihres Idols zu ergattern. In sozialen Netzwerken präsentieren junge Pop-Fans ihre Merchandise-Sammlungen, für die sie manchmal mehrere tausend Euro ausgegeben haben. Gerade in einer Zeit, in der Fans ihre Lieblingsband nicht mehr unbedingt durch den Kauf einer CD mitfinanzieren, spielt das Geschäft mit Merchandise eine wichtige Rolle. Es ermöglicht so manch einer Band erst, überhaupt auf Tour zu gehen. Allerdings wollen immer mehr Beteiligte daran verdienen – vom Plattenlabel bis zum Hallenbetreiber. Dok 5 trifft Musikerinnen und Musiker, Merchandiser und Fans und spricht mit Plattenfirmen und Merch-Produzenten über das Geschäft mit Fan-Artikeln. Ein Feature von Annelen Bergenthum. Produktion: WDR 2025 Unsere Podcast-Empfehlung: Meilensteine – Alben, die Geschichte machten https://1.ard.de/SWR1_Meilensteine
- Gender und Race in der Medizin – Weiße Männer klar im Vorteil19.09., 06:0019.09.2025, 06:0000:47:19
Eine junge Frau mit Thrombose, die trotz Schmerzen abgewiesen wird. Eine Betroffene mit Endometriose, deren Beschwerden jahrzehntelang nicht ernst genommen werden. Eine nichtbinäre Person, die unter Nebenwirkungen ihrer Hormontherapie leidet – was kaum erforscht ist. Das WDR-Feature „Gender und Race in der Medizin“ erzählt eindringlich von Patientinnen, die an den Grenzen eines Gesundheitssystems scheitern, das den „weißen Mann“ noch immer als medizinische Norm begreift. Die Folgen: Fehldiagnosen, unpassende Therapien – und im schlimmsten Fall Lebensgefahr. Autorin Sarah Mahlberg beleuchtet im Feature, wie strukturelle Ungleichheit in der medizinischen Forschung und Praxis wirkt – oft unbewusst, aber mit ernsthaften Konsequenzen. Sie spricht mit Expertinnen wie Prof. Vera Regitz-Zagrosek und Prof. Turu Stadler, die sich für eine geschlechtersensible und diversitätsgerechte Medizin einsetzen. Denn es macht einen Unterschied, welches Geschlecht, welche Hautfarbe oder welches soziale Umfeld ein Mensch hat – in der Diagnose, bei Medikamentendosierungen oder im Arztgespräch. Ein Feature von Sarah Mahlberg. Produktion: WDR 2025
- Podcast-Empfehlung: Deep State – vom Elite-Soldaten zum Reichsbürger15.09., 06:3015.09.2025, 06:3000:08:13
Im neuen Podcast-Kanal "Hateland" der ARD begibt sich Gastgeber Louis Klamroth zusammen mit ARD-Reporterinnen und -Reportern an den extremen und radikalen Rand der Republik. Warum radikalisieren sich Menschen und was bedeutet das für unsere Gesellschaft? In der ersten Staffel “Deep State – Vom Elite Soldaten zum Reichsbürger” geht es um eine mutmaßliche rechtsterroristische Vereinigung. Die sogenannte "Gruppe Reuß" soll einen bewaffneten Umsturz geplant haben. Sie soll Waffen besessen und vorgehabt haben, ein eigenes Militär aufzubauen. Im Zentrum mit dabei: Der ehemalige Fallschirmjägerkommandeur Rüdiger von Pescatore – mutmaßlicher Oberbefehlshaber einer "neuen deutschen Armee". Alle Folgen findet ihr in der ARD Audiothek: https://1.ard.de/dok5-feature-empfehlung-deep-state
- Die Mühen der Ebenen – Kann Pflanzenkohle Klima und Böden retten?12.09., 06:0012.09.2025, 06:0000:53:36
Mit Pflanzenkohle lässt sich CO2 aus der Atmosphäre entfernen. Außerdem soll sie Böden fruchtbarer machen – ein Doppelnutzen also, wenn man den Versprechungen glaubt. Ist sie die Klimalösung, die wir so dringend brauchen? Davon ist der Schwammerlmichi überzeugt – ein sympathischer Campingplatzbewohner, Tüftler und Pilzexperte aus Südbayern. Mit ansteckender Begeisterung erklärt er unserem Autor die mehrfachen Vorteile der Pflanzenkohle und träumt davon, sie auf allen Äckern der Welt zu verbreiten. Eine Recherchereise beginnt. Das Vorbild stammt aus dem Amazonas-Regenwald: „Terra Preta“ ist eine seit Jahrtausenden ungewöhnlich fruchtbare Erde. Ihr Geheimnis: Verkohltes Pflanzenmaterial, das Menschen dort vor langer Zeit eingearbeitet haben. Diese indigene Technik inspiriert heute weltweit dazu, Böden mit Pflanzenkohle zu verbessern. Weil Pflanzenkohle außerdem CO2 dauerhaft bindet, also eine Kohlenstoff-Senke ist, erlebt die Idee in den letzten Jahren einen Boom in Forschung und Praxis. Das Klima retten, indem man die Böden rettet – ein bestechendes Konzept. Für den Schwammerlmichi ist die Sache jedenfalls klar: Er will dieser scheinbar ultimativen Lösung zum Durchbruch verhelfen. Doch warum ist das bloß so schwer? Ein Feature von David von Westphalen. Produktion: WDR 2025 Unsere Podcast-Empfehlung: Hateland, 1. Staffel Deep State – vom Elite-Soldaten zum Reichsbürger: https://1.ard.de/dok5-podcast-empfehlung-hateland
- Zu nass oder zu trocken? Wirtschaftsfaktor Regen29.08., 06:0029.08.2025, 06:0000:53:20
Mal regnet es zu viel und mal zu wenig, das war schon immer so. Neu ist aber die Erkenntnis, dass Niederschläge vor allem in den Industrienationen enorme Einflüsse auf Wirtschaftswachstum und Wohlstand haben. Im Frühjahr 2023 verabschiedete die Bundesregierung bereits eine Nationale Wasserstrategie, auch um (land-)wirtschaftliche Betriebe mit ausreichend Wasser zu versorgen. In der Praxis stellen sich Bauern und Unternehmen schon länger auf unberechenbare Niederschläge ein. Landwirte versuchen mit speziellen Systemen, wertvolle Niederschläge nachhaltiger zu nutzen und langfristig Ernten zu sichern. Bauherren senken in modernen Siedlungen mit cleverem Regenmanagement ihre Betriebskosten und unterstützen Städte beim Schutz vor Starkregen. Und für Privatleuten gibt es eine Fülle Tipps, um Regen zu sammeln, mit smarter Technik tröpfchengenau zu bewässern und dabei Trinkwasser und Abwasserkosten zu sparen. Dok 5 berichtet über Akteure, die den Regen mitdenken. Ein Feature von Heike Sicconi. Produktion WDR 2023