Podcast

Tales From The Needle - Tattoo Podcast

Sebastian Heering

Society & Culture

165 Episoden · neueste 12.10.

Episoden

165
  1. Lucas Wagner: „Ich war irgendwann so ausgebrannt von diesem einen Motiv”
    12.10., 06:3001:13:04

    Diesmal meldet sich Seb live vom Neon Gallery Tattoo Jam in Tübingen, und neben ihm sitzt Lucas Wagner, den viele als Wasted Happy Youth kennen. Der gebürtige Regensburger, aufgewachsen zwischen Allgäu und Bietigheim-Bissingen, hat erst Grafikdesign gelernt, nach drei Wochen eine Kochausbildung geschmissen bekommen und dann ein Jahr lang allein in seiner Wohnung tätowiert. Was er in diesem Jahr ohne Austausch alles falsch gemacht hat, erzählt er mit entwaffnender Ehrlichkeit. Bei Inkas Paradise in Stuttgart und später bei Forever St. Pauli fand er Mentoren und eine Szene, die ihn Richtung Traditional geschoben hat. Heute arbeitet er bei Immer und Ewig in Hamburg. Die beiden reden darüber, wie früh aufgebaute Instagram-Reichweite eine ganze Karriere tragen kann und warum viele Follower heute trotzdem keinen vollen Kalender mehr garantieren. Es geht um Mail gegen DM, um Telefon-Anxiety und um fünf Jahre fast ohne Farbe. Lucas erzählt auch, wie ihm ein einziges Lieblingsmotiv irgendwann den Spaß am Job geraubt hat. Zwischendurch wird es herrlich selbstironisch, mit einem 6.200-Euro-Rennrad, einer weggetauschten Siebträgermaschine und dem Fazit, dass Kraftsport mehr für den Tattoo-Rücken tut als jede Ausrede. Am Ende steht ein Satz, den man sich merken sollte: Er mag sein heutiges Ich lieber als den Typen, der er mit Anfang 20 war. Instagram: @wasted.happy.youth ⁠⁠⁠[ WERBUNG ] Bei unseren Werbepartnern könnt ihr richtig sparen - darunter bei Neonsfeer, Murostar, Killer Ink, Cheyenne Tattoo Equipment, CoalBlack oder Caos Nero! Alle Infos auf ⁠⁠⁠⁠⁠⁠www.tftn-podcast.com⁠⁠⁠⁠.

  2. Pat Golden Days: „Wenn ich so nicht denken würde, würde ich heute nicht tätowieren"
    06.10., 06:3001:15:35

    Live von der Neon Gallery Tattoo Jam in Berlin: Seb sitzt mit Patrick Staudt aus Mannheim auf der Bühne, besser bekannt als Pat Golden Days. Ein paar Zuschauer*innen und die Tauben vor der Tür hören zu. Pat kommt nicht mit leeren Händen, sondern bringt Seb einen Print seines Ausstellungsbilds mit: ein maritimer Totenkopf-Oktopus, der sich einen Hai einverleibt. Von da aus geht es zurück zu seinen Anfängen. 2009 tätowiert er im Kinderzimmer mit einem eBay-Koffer voller Schrott, inklusive Maschine mit Anker-Frame. Ende 2011 kommt dann eine Chance, für die andere jahrelang Klinken putzen: Er wird ganz einfach gefragt, ob er den freien Ausbildungsplatz haben will. Pat erzählt, warum er beim Malen auf Pinsel und Spit Shading schwört und weshalb das Papier fast wichtiger ist als alles andere. Er gibt offen zu, wo er sich auch mal überschätzt hat. Ehrlich wird es bei Contests, beim bröckelnden Guest-Spot-Game und bei einer Publikumsfrage, die mitten ins Herz der Branche trifft: Wo sind eigentlich die alten Tätowierer*innen? Daraus wird ein Gespräch über unsichere Zeiten, die Freiheit der Selbstständigkeit und Pats Lebensmotto, einfach mal zu machen. Am Ende steht eine kleine Liebeserklärung an die Tattoo-Bubble, in der man sich zufällig in Frankfurt wiedertrifft, nachdem man sich in Nepal kennengelernt hat. @pat_goldendays ⁠⁠⁠[ WERBUNG ] Bei unseren Werbepartnern könnt ihr richtig sparen - darunter bei Neonsfeer, Murostar, Killer Ink, Cheyenne Tattoo Equipment, CoalBlack oder Caos Nero! Alle Infos auf ⁠⁠⁠⁠⁠⁠www.tftn-podcast.com⁠⁠⁠⁠.

  3. Tattoo Funk Fest Special
    28.09., 06:3001:01:31

    Diesmal läuft einiges anders: Seb meldet sich live vom Tattoo Funk Fest in Saalfeld, das nach langer Pause endlich zurück ist, und feiert gleich eine Premiere. Statt eines einzelnen Gastes schickt ihm Mitveranstalter Clemens der Dritte einfach Leute vom Festivalgelände ans Mikro. Heraus kommt ein wildes, herzliches Kommen und Gehen mit Sammler:innen, Kund:innen, Orgacrew und Artists, die alle eine Geschichte unter der Haut tragen. Auffällig dabei: Erstaunlich viele von ihnen arbeiten im sozialen Bereich, und alle haben sichtlich Bock auf diesen Abend. Die Storys haben es in sich. Einer hat eine ganze Wohnung nur für 17.000 Schallplatten angemietet und Ikea mit einem Kallax-Tattoo gedankt. Ein anderer zieht nach einem Rollerunfall eine vierstündige Session durch und erfährt erst danach im Krankenhaus, dass seine Rippe gebrochen ist. Philipp bekommt mit 17 einen kompletten Japan-Arm, während seine Mutter im Auto weint. Außerdem gibt es ein Urlaubs-„Fuck off", einen Elefanten an einer Stelle, über die wir hier lieber schweigen, und King Dracula Sebastian Gögel mit einer steilen These: Tätowieren sei eigentlich gar kein Beruf. Zum Schluss erzählt Ronja Block nach Jahren der Pause, wie ein aufgezwungenes Shrimp-Tattoo sie gelehrt hat, dass Demut für Artists wichtiger ist als jedes Ego. Eine Folge voller Leben, Punkrock und echter Menschen. Tattoo Funk Fest auf Instagram. ⁠⁠⁠[ WERBUNG ] Bei unseren Werbepartnern könnt ihr richtig sparen - darunter bei Neonsfeer, Murostar, Killer Ink, Cheyenne Tattoo Equipment, CoalBlack oder Caos Nero! Alle Infos auf ⁠⁠⁠⁠⁠⁠www.tftn-podcast.com⁠⁠⁠⁠.

  4. Hitta: „Ich bin mehr auf Ablehnung als auf positive Antworten gestoßen"
    21.09., 09:5701:57:30

    Diese Folge erschien ursprünglich im Mai 2025 und war damals in voller Länge nur für TFTN+ Mitglieder zu hören. Jetzt gibt es das komplette Gespräch mit Hitta für alle. Eigentlich heißt sie Larissa, aber das hat sich schon als Kleinkind erledigt. Bevor sie in Siegen ihr eigenes Studio aufgebaut hat, stand sie als Zahnarzthelferin im OP einer Kinderklinik. Die Kunst hat sie nie losgelassen. Irgendwann hat sie ihrer Tätowiererin mitten in der Session die Maschine aus der Hand genommen und sich selbst Farbe ins Bein gestochen. Danach war die Sache klar. Es folgten Schweinehaut vom Metzger, eine Mappe voller Absagen und viele skeptische Blicke nach dem Motto „Was willst du denn hier, Kleine?". Heute ist sie seit sieben Jahren Studioinhaberin, monatelang ausgebucht und holt mit ihrem eigenen Event über 500 Leute in die Stadt. Hinter dem Erfolg steckt aber auch eine Geschichte, die sie ungewohnt offen erzählt: Burnout-Symptome, die sie lange nicht wahrhaben wollte, bis Körper und Kopf die Notbremse gezogen haben. Seb und Hitta sprechen darüber, wie sie ihre Woche danach komplett neu aufgestellt hat, warum Delegieren überlebenswichtig ist und weshalb Tierporträts für sie der eigentliche Kern ihrer Arbeit sind. Außerdem teilt sie deutlich gegen überteuerte Fineline-Sternchen, gekaufte Follower und Tattoos aus, die nach einem halben Jahr schon wieder verblasst sind. Ein ehrliches Gespräch über Leidenschaft, Grenzen und darüber, abends noch in den Spiegel schauen zu können. Hitta findet ihr auf Instagram unter @hitta_7_ ⁠⁠⁠[ WERBUNG ] Bei unseren Werbepartnern könnt ihr richtig sparen - darunter bei Neonsfeer, Murostar, Killer Ink, Cheyenne Tattoo Equipment, CoalBlack oder Caos Nero! Alle Infos auf ⁠⁠⁠⁠⁠⁠www.tftn-podcast.com⁠⁠⁠⁠.

  5. Klaus Kummer: „Die Kalender sind nicht mehr so voll wie noch vor sieben Jahren"
    14.09., 06:3001:32:59

    Diese Woche geht's nach Hessen: Klaus Kummer tätowiert seit fast 18 Jahren – und ist trotzdem heute zum allerersten Mal in einem Podcast. Dabei hätte sein Weg beinahe gar nicht in die Branche geführt. Tattoos gab es in seiner Familie nicht, einen Berufswunsch hatte er auch keinen, und erst beim eigenen ersten Tattoo fiel der Groschen: Wenn es Menschen mit Tätowierungen gibt, muss es ja auch die geben, die sie machen. Was folgte, war ein herrlich unglamouröser Start – Erzieherausbildung als Sicherheitsnetz, ein 1.100-Euro-Starterset aus den Kleinanzeigen, lose Single Needles, die er mangels Lötkenntnissen erstmal mit Sekundenkleber bearbeitete, und eine WG in Darmstadt voller geduldiger Punks, die sich für „wenn's scheiße wird, sieht's ja keiner" tätowieren ließen. Erst Jahre später merkte er, dass in dem Billig-Set eine Micky-Sharpz-Maschine lag. Nach 17,5 Jahren im selben Shop in Gießen ist er seit einem halben Jahr in Marburg bei Strange Fantasy Tattoo – und hat in den ersten vier Wochen dort mehr gezeichnet als im gesamten Jahr davor. Seb und Klaus sprechen über das, was zwischen Romantik und Realität liegt: über eine Branche, deren Niveau so hoch ist wie nie, in der aber gleichzeitig jedes Konzept nur ein schickes Label braucht, um als Stil durchzugehen. Über volle Kalender, die keine mehr sind, und über den Satz, dass einmal Tanken mittlerweile so viel kostet wie ein kleines Tattoo. Klaus erklärt, warum er sich ein bisschen mehr Gatekeeping und ein bisschen weniger Academy-Content wünscht, ohne dabei jemandem die Tür zuzuhalten, der wirklich brennt. Es geht um KI als Werkzeug statt als Abkürzung, um seine Arbeitsweise fast ohne Vorzeichnen („wenig Vorbereitung und viel Intuition"), um Home-Tattooing auf WG-Partys, das er ausdrücklich gut findet, und um die Frage, warum „Hast du Bock drauf?" eine nettere Frage ist, als es der Branche guttut. Dazwischen: Patchwork-Familie mit vier Kindern, Wasserfarbkleckse als Motivgenerator, Ringe aus Messing, Schmuck aus zerbrochenen Skate-Decks – und ein Mann, der jede Welle reitet, solange sie trägt, aber beim Tätowieren nie wieder aussteigen will. @klauskummervsb ⁠⁠⁠[ WERBUNG ] Bei unseren Werbepartnern könnt ihr richtig sparen - darunter bei Neonsfeer, Murostar, Killer Ink, Cheyenne Tattoo Equipment, CoalBlack oder Caos Nero! Alle Infos auf ⁠⁠⁠⁠⁠⁠www.tftn-podcast.com⁠⁠⁠⁠.

  6. Pino Cafaro: „Die einen, die sind gut genug und die anderen arbeiten"
    07.09., 06:0401:32:54

    Es beginnt mit einer Sommergrippe und endet bei der Frage, was einen Menschen eigentlich zu einem Tätowierer macht. Pino Cafaro ist seit 31 Jahren in der Branche, geboren in Neapel, mit sieben Jahren nach Braunschweig gezogen – in einen „Urlaub", von dem seine Eltern ihm damals verschwiegen, dass er nie enden würde. Kein Strand, kein Sand, kein Wort Deutsch. Heute betreibt er dort mit seiner Frau Marijana die White Fox Gallery und hat sich einen Namen mit japanischer Tätowierung gemacht: großflächig, brachial, gewachsen aus Zeitschriftenbildern der 90er und zwanzig Jahren voller Japanreisen. Seb spricht mit ihm über den Hintergrund als Königsdisziplin – jenen Mörtel, den niemand sieht, ohne den aber kein Backsteinhaus steht –, über den goldenen Schnitt als unbewusstes Naturgesetz und darüber, warum Freiheit für Pino nicht heißt, an keine Regeln gebunden zu sein, sondern sich aussuchen zu dürfen, welchen man dient. Dann wird es unbequem. Pino erzählt von einer Ausbildung, die 1994 noch bedeutete: Telefonnummern für Nadel-Lieferanten kosteten 4.000 Mark, es gab keine Tür zum Anklopfen, und wer trotzdem reinkam, hat gewischt, gelötet, Kaffee geholt und den Pool des Chefs ausgeschachtet – nicht als Demütigung, sondern als Gegengewicht. Von dort ist es nicht weit zu seinem schärfsten Gedanken der Folge: dass jemand, der ein gutes Tattoo stechen kann, damit noch lange kein Tätowierer ist, sondern erstmal nur eine „Inking Person". Die beiden reden über Selbstkritik als möglicherweise seltene Begabung, über Menschen, die immer nur Applaus bekommen haben und es irgendwann glauben, über Social Media als Spiegelkabinett, in dem man sich nicht mehr spiegelt, sondern verliert – und über den Satz, an dem sich die Folge aufhängt: Es geht nicht um dich. Es geht darum, was du zurückgibst. Ihr findet Pino auf Instagram unter @pino_cafaro und sein Studio unter @whitefoxgallery. ⁠⁠⁠ [ WERBUNG ] Bei unseren Werbepartnern könnt ihr richtig sparen - darunter bei Neonsfeer, Murostar, Killer Ink, Cheyenne Tattoo Equipment, CoalBlack oder Caos Nero! Alle Infos auf ⁠⁠⁠⁠⁠⁠www.tftn-podcast.com⁠⁠⁠⁠.

  7. Fabian Langes: „Wir sind alle ohne Kontext geboren"
    31.08., 08:2701:46:37

    22:26 Uhr, Mittwochabend, ein ganzer Tag Tätowieren in den Knochen – und trotzdem sitzen Seb und sein Gast noch im Studio und reden sich um Kopf und Kragen. Fabian Langes, von Seb liebevoll als „The Beast from Südtirol" angekündigt, ist frisch von der Nadel gestiegen und hat offensichtlich keine Lust auf Smalltalk. Was folgt, ist eine der wildesten Studio-Episoden bisher: ein Gespräch, das bei Wim-Hof-Atmung und kalten Duschen beginnt, sich durch Fabians Anfänge als Autodidakt frisst – zurück in die Zeit, als er sich Nadeln noch selbst gelötet hat und jede einzelne davon heilig war – und dann so richtig Fahrt aufnimmt. Fabian redet Klartext über Traditional als den ehrlichsten aller Stile, über ein Neo-Traditional, das ihm mittlerweile zu weichgespült ist, und über den Fineline-Boom, in dem er vor allem eins sieht: sehr viel Arbeit für die Cover-up-Abteilung der nächsten Jahre. Bitter ehrlich wird's, als er von einem preisgekrönten Tattoo erzählt, dessen feine Linien Jahre später schlicht nicht mehr da waren – und was ihn das über Detailverliebtheit gelehrt hat. Dazwischen ein Mann, der einfach nicht stillsitzen kann: Comics mit dem Bruder, Tiroler Tischkegelbretter, die er zusammen mit seinem Vater von Hand baut, Krampusmasken schnitzen, Aschenbecher modellieren, Gesangsunterricht, Laufen, Billard im Studio. Alles getrieben von dem Satz, der diese Folge trägt – Talent kommt von Wiederholung, Wiederholung kommt von Interesse – und von einer sehr ehrlichen Angst: stehenzubleiben. Dass die zweite Hälfte des Abends dann in Religionskritik, Simulationstheorie, Multiversen, die perfekte Pizza, Death Metal, Power Metal und eine wahre Geschichte über ein Meet & Greet mit David Hasselhoff abbiegt, ist genau das, was diese Folge so besonders macht. Zwei Leute, viel zu viele gemeinsame Interessen und ein Abend, der so voll war, dass ein zweiter Teil praktisch schon beschlossene Sache ist. Wer Fabian live erleben will: Ende Oktober ist er beim Invitational in Jena. Fabian findet ihr auf Instagram unter @fabianlanges ⁠⁠⁠[ WERBUNG ] Bei unseren Werbepartnern könnt ihr richtig sparen - darunter bei Neonsfeer, Murostar, Killer Ink, Cheyenne Tattoo Equipment, CoalBlack oder Caos Nero! Alle Infos auf ⁠⁠⁠⁠⁠⁠www.tftn-podcast.com⁠⁠⁠⁠.

  8. Ben Schwarzmaler: „Die Welt ist voll mit Blendern und Genies"
    25.08., 08:3701:21:09

    Bevor Ben Schwarzmaler zur Maschine gegriffen hat, hatte er die Dose in der Hand. Graffiti in Frankfurt, Wände in Kassel, Workshops mit Kids aus Vierteln, die man gerne „sozial schwach" nennt – „Kanalarbeiter" haben sie sich damals selbst genannt, weil es darum ging, Frust in etwas Produktives umzuleiten. Eine Ausbildung zum Mediengestalter hatte er auch, nur war ihm der Job zu unehrlich: einem Teufel eine Maske bauen, damit ihn alle für einen Engel halten – das wollte er nicht. Heute, gut zwölf Jahre und etliche Studios später, macht er Black & Grey Realistik und Lettering, führt zwei Läden im hessischen Nirgendwo und bildet aus, weil er das Lehrersein ehrlich feiert. Seb und er reden über Freehand und Stencil, über KI als Werkzeug statt als Feindbild, über die Frage, wo Inspiration aufhört und Klauen anfängt, über Conventions von der familiären Invite-only-Runde in Dublin bis zum Testosteron-Backofen in Rom – und über die Sorte Kollegen, die die ersten zwei Google-Seiten „kleine Tattoos" ausdruckt und damit Häuser bezahlt. Dabei wird es auch unbequem: übersättigter Markt, zerfressene Preiskultur, Studios, die niemanden anmelden, und ein Publikum, das kein Unikat will, sondern einen Look, den schon jemand anders trägt. Bens Prognose ist trotzdem erstaunlich versöhnlich – der Markt siebt sich aus, übrig bleibt, wer es liebt. Eine Folge über Handwerk, Haltung und die Frage, was von einem Tattoo bleibt, wenn der Hype weg ist. @ben_schwarzmaler ⁠⁠⁠ [ WERBUNG ] Bei unseren Werbepartnern könnt ihr richtig sparen - darunter bei Neonsfeer, Murostar, Killer Ink, Cheyenne Tattoo Equipment, CoalBlack oder Caos Nero! Alle Infos auf ⁠⁠⁠⁠⁠⁠www.tftn-podcast.com⁠⁠⁠⁠.

  9. Christoph Adam: „So haben sich das auch alle einmal angucken können, wie ich auf die Fresse falle"
    17.08., 09:4701:31:33

    Es gibt Gäste, die erzählen ihre Erfolgsgeschichte. Und es gibt Christoph Adam. Der Hagener tätowiert seit 1999, hat sich das Handwerk zwischen selbstgelöteten Nadeln und Spulenmaschinen praktisch selbst beigebracht und mit dem 101 einen Laden aufgebaut, vor dem die Leute bis auf den Parkplatz Schlange standen, nur um einen Termin abzugreifen – bei 18 Monaten Vorlaufzeit und Preisen, die er aus Prinzip fair gehalten hat. Seb und Christoph graben sich durch eine Zeit, in der dir Kollegen morgens vor der Haustür standen, um dir deine Maschinen wieder abzunehmen und dir noch schnell den Reifen aufzustechen. Es geht um das Ruhrgebiet, um Graffiti-Dosen aus dem Baumarkt, um die Tattoo-Touristen der TV-Show-Ära und um die ehrliche Frage, was von diesem Beruf eigentlich übrig bleibt, wenn er sich in eine Richtung entwickelt, mit der man selbst nichts mehr anfangen kann. Der zweite Teil geht dahin, wo die wenigsten Folgen hingehen. Christoph erzählt, wie er sein Klamottenlabel Altes Eisen ausgerechnet dann beerdigt hat, als es zu gut lief – und wie danach Trennung, alleinerziehender Vater, Ladenschließung, Corona und Insolvenz nacheinander eingeschlagen sind, während ein Großteil des Umfelds daneben stand und zugeguckt hat. Wie man da wieder rausklettert, warum er heute mit Ain't Like You, Ruhrcoast und einem Job mit Urlaubszettel ziemlich im Reinen ist und weshalb er das Wort „Lebensplanung" für einen Irrglauben hält, macht diese Folge zu einer der ehrlichsten am Tisch. @christoph_motherfucker ⁠⁠⁠[ WERBUNG ] Bei unseren Werbepartnern könnt ihr richtig sparen - darunter bei Neonsfeer, Murostar, Killer Ink, Cheyenne Tattoo Equipment, CoalBlack oder Caos Nero! Alle Infos auf ⁠⁠⁠⁠⁠⁠www.tftn-podcast.com⁠⁠⁠⁠.

  10. Jessica Svartvit: „Ich habe richtig Bock, wieder bei null anzufangen"
    10.08., 06:3001:30:12

    Es gibt Gespräche, in denen jemand die Hosen runterlässt – und genau das passiert hier. Jessica Svartvit ist zurück im TFTN-Stuhl, diesmal nicht zwischen Messelärm und Factory Day, sondern von Zuhause aus, mit abgelaufenem Bier und erstaunlich viel Ehrlichkeit im Gepäck. Nach zwölf Jahren Tätowieren hat sie in diesem Jahr etwas verstanden, das viele in der Branche erst dann kapieren, wenn der Körper schon streikt: dass ihr Wert nichts mit ihrer Produktivität zu tun hat. Sie erzählt von dem Studio, das die Elbe geküsst hat, vom Svarthaus, das nach nur zwei Jahren wieder zumachte, und davon, wie sich das gefeierte Privatatelier für sie irgendwann wie ein goldener Käfig anfühlte – ohne Input, ohne Feedback, ohne jemanden, der sagt, ob man die Dinge eigentlich noch richtig macht. Dazwischen: Trauer, die sie mit sieben Arbeitstagen am Stück weggeschoben hat, ein Burnout, das nah genug war, um es zu riechen, und die Erkenntnis, dass ein Tag im Wald dem nächsten Backpiece mehr bringt als der zehnte Tag vor der Leinwand. Aber das hier ist keine Abrechnung, sondern ein Neuanfang mit Ansage. Jessica erzählt von der Kollabo mit Thorsten May in Tallinn – einem Blind-Date-Backpiece, das aus einem Wellnesshotel-Q&A entstand und richtig übel hätte schiefgehen können –, von ihrem freiwilligen Schritt zurück auf Anfang: ab Oktober arbeitet sie in Barcelona bei einem Argentinier, der seit 30 Jahren ausschließlich Full Body Suits sticht, quasi eine zweite Lehre. Sie und Seb nehmen außerdem den Contest-Zirkus auseinander, reden über schlafende Juroren, JOMO statt FOMO, das Content-Brain, das jede Kreativität kastriert, und einen Regenbogen in Kalifornien, den sie 2017 vierzig Minuten lang gefilmt statt angeschaut hat. Zum Schluss gibt's den vielleicht besten Tipp der Folge: einmal im Jahr etwas komplett Neues lernen. @jessicasvartvit ⁠⁠⁠[ WERBUNG ] Bei unseren Werbepartnern könnt ihr richtig sparen - darunter bei Neonsfeer, Murostar, Killer Ink, Cheyenne Tattoo Equipment, CoalBlack oder Caos Nero! Alle Infos auf ⁠⁠⁠⁠⁠⁠www.tftn-podcast.com⁠⁠⁠⁠.

  11. Dakota Weik: „I hate the word influencer, but I know it has to be attributed to me"
    03.08., 06:3001:28:49

    He spent five years delivering groceries in California, ten hours a day in his car, when an idea hit him on a train between Switzerland and Liechtenstein — documentaries about tattoo artists from all over the world. Dakota Weik aka Inked Abroad tells Seb how a failed clothing brand, 200 videos that went nowhere, and an account he almost deleted turned into one of the biggest voices in tattooing — and why a globe he spun tens of thousands of times handed him 110,000 followers practically overnight. Dakota is refreshingly honest about the flip side of those numbers, about buying a camera on credit without ever having filmed anything in his life, and about why he can't stand the word "influencer" even though he knows it sticks to him. The second half goes deeper: Dakota talks about his new six-part series "Indigenous Revival" and the journey to Apo Whang-Od's grandnieces high up in the Philippine mountains, about why he builds friendships instead of conducting interviews, and why 500 of the right viewers mean more to him than millions of views. Plus: his unfiltered take on the Ignorant Style, the reality of his apprenticeship under Philo, hours spent on fake skin, the passport stamp signature style he's building for himself — and the upcoming Bosnia documentary on Sicanje, an almost forgotten tattoo practice Christian women used as protection against the Ottoman Empire. An episode about obsession, self-doubt, and the question of who a story really belongs to. @inkedabroad ⁠⁠⁠[ ADVERTISEMENT ] You can save big with our advertising partners — including Neonsfeer, Murostar, Killer Ink, Cheyenne Tattoo Equipment, CoalBlack and Caos Nero! All the info at ⁠⁠⁠⁠⁠⁠www.tftn-podcast.com⁠⁠⁠⁠.

  12. Angelina Mengel: „Ich habe den Shitstorm meines Lebens aus der Tattoo-Szene bekommen"
    27.07., 06:3001:34:51

    Angelina Mengel hat ihre Karriere nicht geplant – sie hat sie sich erkämpft. Ihr Weg beginnt als Kaufhausdetektivin in Düsseldorf und endet dort abrupt mit einer gebrochenen Nase, führt über den Einzelhandel, in dem sie angespuckt und beleidigt wurde, bis in ein winziges, rosa-pink gestrichenes Zimmer in einem Friseursalon, in dem sie anfängt, Fingernägel zu machen. Von dort geht alles sehr schnell: ein selbstgebasteltes YouTube-Video geht um die Welt, russische und mexikanische Magazine berichten über sie, es folgen Sponsoring, eigenes Studio, Angestellte. Und dann – mitten im Erfolg – die Entscheidung, noch einmal ganz von vorne anzufangen. Beim Tätowieren wird sie von jedem Studio in der Umgebung abgelehnt, bringt sich die Basics mit einem befreundeten Tätowierer bei und spart sich ihre erste Cheyenne Thunder vom Nagelgeld zusammen, weil ihr damaliger Mann meinte, das lohne sich nicht. Sechs Monate später steht sie auf ihrer ersten Convention auf dem Podium. Seb spricht mit ihr über die Jahre, in denen sie jeden verdienten Euro wieder reingesteckt und Nächte durchgemacht hat – und darüber, warum genau diese Unruhe Fluch und Segen zugleich ist. Danach wird es unbequem: der Shitstorm nach „Pain & Fame", die Angst der Szene vor Weiterbildung, Hate als kalkulierter Reichweitenmotor – und der Preis der Sichtbarkeit bis hin zu Morddrohungen. Dazu medizinisches Tätowieren, Branding, KI und die Frage, die alles entscheidet: Warum sollte ein Kunde ausgerechnet zu dir kommen? Angelina findet ihr auf Instagram unter @angelinamengel. ⁠⁠⁠ [ WERBUNG ] Bei unseren Werbepartnern könnt ihr richtig sparen - darunter bei Neonsfeer, Murostar, Killer Ink, Cheyenne Tattoo Equipment, CoalBlack oder Caos Nero! Alle Infos auf ⁠⁠⁠⁠⁠⁠www.tftn-podcast.com⁠⁠⁠⁠.

  13. Robert Franke: „Abartig falsch aus der Business-Perspektive, abartig richtig aus der menschlichen"
    20.07., 06:3001:48:44

    Frisch aus der Sommerpause holt sich Seb einen Gast ans Mikro, der auf den ersten Blick schwer zu greifen ist – und genau das macht dieses Gespräch so gut. Robert Franke, 45, tätowiert seit zwanzig Jahren, sitzt heute im Allgäu und kommt ursprünglich aus Jena, wo er über abgebrochene Informatik- und Geisteswissenschafts-Studien, eine Bauzeichner-Lehre und zehn Jahre an der Seite von Florian Kark zum Tätowieren fand – autodidaktisch, getrieben, immer mit dem Zwang, verstehen zu wollen, warum etwas funktioniert. Robert nennt sich selbst Künstler, Dienstleister und Handwerker in einer Person, und man merkt in jeder Minute, wie diese drei Seelen in seiner Brust miteinander ringen. Wer sonst richtet sich eine Werkstatt mit Dreh- und Fräsmaschine ein, um seine eigenen Rotarys zu bauen, weil ihm die käuflichen einfach zu „meh" sind? Wer sitzt am Tag der Geburt seiner Tochter morgens noch an der Drehbank? Dieser Nerd-Enthusiasmus fürs Handwerk zieht sich als roter Faden durch die ganze Folge. Inhaltlich wird's dann richtig fett: Seb und Robert steigen tief in die KI-Debatte ein – zwischen Umweltbedenken, dem berührenden Chrysanthemen-Tattoo einer Kundin, deren Großvater-Geschichte schwerer wog als jeder Künstlerstolz, und Roberts trockenem Fazit, dass ihm KI bisher kein einziges Mal wirklich geholfen hat. Es geht um echte, menschliche Kundenbeziehungen statt Corporate-Fassade, um die ehrliche Erkenntnis, dass die Kalender eben nicht mehr randvoll sind, und um die bittere Wahrheit, dass es „die eine Tattoo-Szene" gar nicht gibt – sondern nur einen großen Schulhof voller Cliquen. Besonders stark wird Robert beim Thema Wissen: warum er auf Instagram sein Know-how frei raushaut, welche Hater-Nachrichten und sogar Drohungen er dafür kassiert, wie ihn ein einziger negativer Kommentar zwischen Millionen positiven ins Impostersyndrom kippen lässt – und warum Gatekeeping am Ende immer aus einem Ort der Angst kommt. Dazu jede Menge handwerkliches Gold über Stichfrequenz statt Voltzahl, sattes Schwärzen, Cover-Ups und die Erkenntnis, dass nicht die Maschine das wichtigste Werkzeug ist, sondern die eigene Hand. Eine Folge über Biss, Ehrlichkeit und die Frage, wie man in einer lauten Branche einfach ein anständiger Mensch bleibt. ⁠⁠⁠[ WERBUNG ] Bei unseren Werbepartnern könnt ihr richtig sparen - darunter bei Neonsfeer, Murostar, Killer Ink, Cheyenne Tattoo Equipment, CoalBlack oder Caos Nero! Alle Infos auf ⁠⁠⁠⁠⁠⁠www.tftn-podcast.com⁠⁠⁠⁠.

  14. Benne Bullshark: „Die Mappe, die ich da abgeliefert habe, war eine Vollkatastrophe."
    29.06., 06:3001:47:25

    Diese Folge erschien ursprünglich am 16.06.2025 in unserem exklusiven Extended-Programm – jetzt gibt's sie endlich in voller Länge für alle. Zu Gast ist Benne Bullshark, Neo-Traditional-Tätowierer aus Schwerte, der seit 16 Jahren die Nadel führt. Seb und Benne nehmen sich Zeit für den ganzen Werdegang: vom verlorenen Teenager in Wuppertal und Remscheid, der mit HA9-Abschluss und einer Menge Blödsinn im Gepäck eigentlich Rockstar werden wollte, über das überteuerte erste Tattoo-Set und den Sprung ins erstbeste Studio („scheiß drauf, volles Risiko") bis hin zur Entwicklung seines heutigen Stils – inklusive ehrlicher Verbeugung vor Vorbildern wie Matthias Bloßfeld. Dazwischen jede Menge Nerd-Herz: Age of Empires, Doom auf Drum-and-Bass, alte MTV-Perlen und die Hardcore-Vergangenheit mit eigener Band. Es ist ein Gespräch, das sich anfühlt wie ein langer Abend unter Leuten, die dieselbe Sprache sprechen. Was diese Folge aber besonders macht, ist Bennes Offenheit. Er spricht ungewohnt ehrlich über die Trennung von seiner Frau seit Weihnachten, über Panikattacken, durchwachte Nächte und das kleine Loch, in das er gefallen ist – und darüber, wie er sich Stück für Stück wieder herausarbeitet: mit Achtsamkeit, Sketchbook, Selbstreflexion und der frustrierenden Realität der Therapeut*innen-Suche in Deutschland. Trotz allem bleibt da ein hoffnungsvoller Kern – seine Tochter, seine Hündin und die Gewissheit, dass das Leben nicht vorbei ist. Eine Folge, die zeigt, dass hinter der Tattoo-Maschine ein Mensch sitzt, der genauso ringt wie wir alle – und der den Mut hat, das auszusprechen. Benne findest du hier auf Instagram. ⁠⁠⁠[ WERBUNG ]Bei unseren Werbepartnern könnt ihr richtig sparen - darunter bei Neonsfeer, Murostar, Killer Ink, Cheyenne Tattoo Equipment, CoalBlack oder Caos Nero! Alle Infos auf ⁠⁠⁠⁠⁠⁠www.tftn-podcast.com⁠⁠⁠⁠.

  15. Dirk-Boris Rödel: „Rechtfertigt euch doch nicht."
    22.06., 06:3001:49:57

    Manche Gäste fühlen sich an wie alte Freunde – und Dirk-Boris Rödel, ehemaliger Chefredakteur des Tätowiermagazins und Moderator unzähliger Conventions, sitzt zum mittlerweile vierten Mal bei Seb. Rekordverdächtig. Diesmal nähern sich die beiden einem Thema, das gerade vielen auf der Seele brennt: der Krise. Leere Terminkalender, einbrechende Aufträge, Studios, die ums Überleben kämpfen – und die nackte Angst, dass aus der großen Leidenschaft bald kein Vollzeitberuf mehr werden könnte. Doch statt Schwarzmalerei liefert Dirk-Boris einen wohltuenden Perspektivwechsel: Aus fast vier Jahrzehnten in der Szene weiß er, dass es solche Täler immer wieder gab, dass alles in Wellen verläuft – sieben fette, sieben magere Jahre. Und mit einem Spruch, den er seit 40 Jahren nicht mehr hören kann, räumt er gnadenlos auf: Nein, der Markt reinigt sich nicht von selbst, und nein, die schlechten Tätowierer verschwinden nicht – wer darauf wartet, wartet vergeblich. Von dort geht es tief hinein in die Fragen, die wirklich zählen: Was will ich eigentlich festhalten – meinen Stil, meine Kunst oder das Tätowieren an sich? Warum fällt es so vielen so schwer, sich neu zu erfinden, obwohl Kreativität ihr größtes Pfund ist? Seb und Dirk-Boris sprechen über das Zeitfenster, das jede:r Tätowierer:in hat, über Preise und das Rückgrat, zum eigenen Wert zu stehen, statt sich zu rechtfertigen, über die Erfahrung, die am Ende mehr zählt als das perfekte Motiv – weil ein Tattoo eine Seele braucht, sonst bleibt es nur ein Sticker auf der Haut. Und über den vielleicht mutigsten Gedanken überhaupt: dass niemand verpflichtet ist, bis zur Rente Tätowierer zu bleiben. Ein Gespräch wie ein TED-Talk, das Mut macht, neugierig hält und mit einem Motto endet, das hängen bleibt: Make Tattooing Fun Again. ⁠⁠⁠[ WERBUNG ] Bei unseren Werbepartnern könnt ihr richtig sparen - darunter bei Neonsfeer, Murostar, Killer Ink, Cheyenne Tattoo Equipment, CoalBlack oder Caos Nero! Alle Infos auf ⁠⁠⁠⁠⁠⁠www.tftn-podcast.com⁠⁠⁠⁠.

  16. Luzia Ink: „Es werden leider zu wenig Leute gute Tätowierer."
    15.06., 06:3001:23:06

    Smalltalk? Nicht mit Luzia. Genau deshalb hat sich Seb für diese Woche etwas ganz Neues ausgedacht: den Question Jar – ein Glas randvoll mit hunderten Fragen, aus dem die beiden einfach ziehen, während Seb seinen Gast tätowiert. Luzia Ink, Fineline-Künstlerin aus der Nähe von Frankfurt, legt sich also unters Eisen und plaudert nebenbei drauflos – ungefiltert, trocken und herrlich direkt. Aus einem ganz normalen Termin wird so ein Format, das sich anfühlt wie zuhören, wenn zwei Tätowierer:innen wirklich offen reden: über Maschinen, Conventions, schräge Kundenmomente und die kleinen Wahrheiten, die sonst hinter der Studiotür bleiben. Und Luzia nimmt kein Blatt vor den Mund. Sie wünscht sich mehr echte Kritik- und Fehlerkultur in der Szene, findet, dass viel zu wenige Leute richtig gute Tätowierer:innen werden, und gibt ganz nebenbei zu, in ihrem Leben noch nie ein Buch gelesen zu haben. Es geht um die Frage, was ein Tattoo wirklich gut macht (Spoiler: nicht nur die perfekte Linie), um Selbstzweifel, Impostor-Syndrom und den Mut, sich für ein Handwerk statt fürs Studium zu entscheiden. Dazwischen die wohl wildeste Absage an einen Kunden, die man je gehört hat – und ein überraschend ernster Moment über Qualzucht, der zeigt, dass hinter der lässigen Fassade jemand sitzt, der sehr genau weiß, wofür er einsteht. Eine Folge, die beweist: Manchmal entsteht das beste Gespräch genau dann, wenn man den Smalltalk einfach weglässt. Lucia findest du hier auf Instagram. ⁠⁠⁠[ WERBUNG ]Bei unseren Werbepartnern könnt ihr richtig sparen - darunter bei Neonsfeer, Murostar, Killer Ink, Cheyenne Tattoo Equipment, CoalBlack oder Caos Nero! Alle Infos auf ⁠⁠⁠⁠⁠⁠www.tftn-podcast.com⁠⁠⁠⁠.

  17. Isi Siebert: „160.000 Follower bei Instagram ist für mich wie 160.000 bei Monopoly"
    08.06., 06:3001:36:35

    Manche Menschen stolpern in die Tattoo-Branche – Isi Siebert ist hineingewachsen. In dieser Folge nimmt uns die Münchnerin mit auf ihren Weg vom undankbaren Einzelhandel, in dem sie sich oft ausgenutzt gefühlt hat, über das Shopmanagement im Corpse Painter bis hin zur Tätowiererin, die heute große, düstere Projekte mit einer Selbstverständlichkeit zieht, die ihr in den ersten Jahren noch reihenweise Nervenzusammenbrüche beschert hat. Isi erzählt offen, wie es sich anfühlt, an einer Messlatte zu wachsen, die von Anfang an ganz oben hängt, warum sie ihr eigener härtester Kritiker ist – und wieso ausgerechnet ein Cover-up über einem „schwarzen Blumenkohl" zu den schönsten Momenten ihres Jobs zählt. Doch es geht um weit mehr als Tinte: Seb und Isi sprechen über ihre langjährige Verwurzelung in der Fetisch- und Latex-Szene, über OnlyFans und den Aufwand, der hinter dem vermeintlich leichten Geld steckt, und über die wachsende Prüderie der Social-Media-Algorithmen. Besonders ehrlich wird es, wenn Isi schildert, warum sie sich auf einer Kinky-Party sicherer fühlt als in jedem normalen Club, was Männer in ihren DMs so alles abladen – und warum 160.000 Follower für sie ungefähr so viel wert sind wie Monopoly-Geld. Eine Folge über Selbstbehauptung, Leidenschaft und ein Studio, das sich anfühlt wie Familie. Isi Siebert findest du hier auf Instagram. ⁠⁠⁠[ WERBUNG ]Bei unseren Werbepartnern könnt ihr richtig sparen - darunter bei Neonsfeer, Murostar, Killer Ink, Cheyenne Tattoo Equipment, CoalBlack oder Caos Nero! Alle Infos auf ⁠⁠⁠⁠⁠⁠www.tftn-podcast.com⁠⁠⁠⁠.

  18. Schat Tattoo: „diese ständige To-Do-Liste im Kopf, die einem das Gefühl gibt, dass man nichts geschafft hat"
    01.06., 06:3001:37:31

    Manchmal sitzt der spannendste Gast direkt nebenan: Sharon tätowiert seit vergangenem September bei Seb im Studio, und für diese Folge wandert sie einfach vom Tattoo-Platz ans Mikrofon. Was als lockeres Feierabendgespräch beginnt, wird schnell zu einem ehrlichen Blick hinter die Kulissen einer Künstlerin, die mit sich selbst selten zufrieden ist – und genau darin ihren Antrieb findet. Sharon erzählt, wie sie nach dem Psychologiestudium und vier intensiven Jahren in der Kinder- und Jugendhilfe beim Tätowieren gelandet ist, warum sie das Abschalten erst schmerzhaft lernen musste und wie Garten, lange Waldrunden und ein Lagerfeuer zu ihrem ganz persönlichen Reset wurden. Dazwischen entfaltet sich ein buntes Potpourri, das weit über die Nadel hinausreicht: die leise Sehnsucht nach analoger, handgemachter Kunst, ein heiß geliebtes Baumhaus-Projekt, selbst angerührte Ölfarben und Street Art – ebenso wie die größeren Fragen, ob KI in der Tattoo-Welt Werkzeug oder gefährlicher Ersatz ist, was Intuition eigentlich ausmacht und warum man irgendwann einfach keine Lust mehr auf Szene-Drama hat. Eine Folge über Perfektionismus, mentale Hygiene und die Kunst, sich selbst Ruhe zu erlauben. Sharon findest du hier auf Instagram. ⁠⁠⁠[ WERBUNG ] Bei unseren Werbepartnern könnt ihr richtig sparen - darunter bei Neonsfeer, Murostar, Killer Ink, Cheyenne Tattoo Equipment, CoalBlack oder Caos Nero! Alle Infos auf ⁠⁠⁠⁠⁠⁠www.tftn-podcast.com⁠⁠⁠⁠.

  19. Track, Rens, FTA Tattoo & Callichris: Vier Sprüher, ein Tisch, ein Rabbit Hole
    26.05., 06:3001:32:47

    Fünf Leute, ein Tisch, ein kleiner Rekord: Für diese Folge holt Seb sich gleich vier Gäste ins Studio – Track aus Hamburg, Rens aus Halle sowie Flo (FTA Tattoo) und Callichris aus Freiburg. Was die vier verbindet, ist nicht nur die Nadel, sondern die Dose – sie alle kommen aus dem Graffiti, und genau diese gemeinsame Sprache trägt den ganzen Abend, der direkt nach einer Graffiti-Session und auf dem Rückweg von der Stuttgarter Convention entstanden ist. Zwischen Spätzle-Debatten und ehrlicher Heimatliebe geht es schnell ans Eingemachte: warum Lettering für viele die Königsdisziplin ist, was es mit einem macht, wenn man auf genau den einen Style reduziert wird, den man eigentlich längst hinter sich lassen will – und warum es manchmal die größere Stärke ist, eben nicht alles zu können. Richtig ehrlich wird die Runde, als es um Kundschaft und das eigene Brennen geht: um KI-Vorlagen, die auf dem Bildschirm glänzen und auf der Haut zerfallen, um Erstkunden als härteste Prüfung und um den schmalen Grat zwischen dem, was Menschen wollen, und dem, was man als Künstler liefern muss. Von dort kippt das Gespräch in ein echtes Rabbit Hole – Verschwörungstheorien, Doomscrolling, die Like-Ökonomie und die Frage, was Social Media eigentlich mit uns allen anstellt. Am Ende warten die Mädels zum Essen, und es bleibt ein dicker Cliffhanger: Fortsetzung folgt. ⁠⁠⁠[ WERBUNG ] Bei unseren Werbepartnern könnt ihr richtig sparen - darunter bei Neonsfeer, Murostar, Killer Ink, Cheyenne Tattoo Equipment, CoalBlack oder Caos Nero! Alle Infos auf ⁠⁠⁠⁠⁠⁠www.tftn-podcast.com⁠⁠⁠⁠.

  20. Chris: „Tattoofrei? Schlicht und einfach Langeweile"
    18.05., 06:3301:11:37

    Hinter Tattoofrei steckt einer der prägendsten Memes der deutschen Tattoo-Pop-Kultur – und ausgerechnet ein Typ, der lieber im Schatten bleibt. Chris hat 2015 aus reiner Langeweile eine Seite gestartet, die zu Spitzenzeiten fast eine halbe Million Follower auf Facebook hatte und einer ganzen Szene den Spiegel vorgehalten hat. In dieser Folge öffnet er zum ersten Mal so ausführlich den Vorhang: über Beiträge, für die er sich heute selbst schämt, über Konversationen, die er nicht mit echten Hatern, sondern mit sich selbst geführt hat, und darüber, wie es sich anfühlt, eine anonyme Kunstfigur am Leben zu halten, bis einem die eigenen Sprüche zum Hals raushängen. Im zweiten Teil geht es um Chris als Kollektor – und um seine zweite Runde: großflächige Laser-Sessions, fiese Heilphasen am Hals, ein Backpiece, das er nur opfert, weil er für seinen Lieblingstätowierer Julian alles riskieren würde, und der Plan, in vier Jahren komplett neu auf der Haut zu stehen. Außerdem im Gepäck: Geschichten von US-Trips zu Dan Hazleton, das brutale Handinnenflächen-Erlebnis bei Luke Ashley und ein sehr ehrliches Gespräch über schlechte Tätowierer, Reue und die Frage, warum man sich freiwillig durch so viel Schmerz quält. Tattoofrei auf Instagram. Lazerchrizzlshizzl auf Instagram. [ WERBUNG ] Bei unseren Werbepartnern könnt ihr richtig sparen - darunter bei Neonsfeer, Murostar, Killer Ink, Cheyenne Tattoo Equipment, CoalBlack oder Caos Nero! Alle Infos auf ⁠⁠⁠⁠⁠⁠www.tftn-podcast.com⁠⁠⁠⁠.

Willkommen bei Tales From The Needle! Ich bin Seb Fury One, und hier dreht sich alles um die Tattoo-Branche. Jeden Montag sprechen Künstler*innen über ihren Werdegang, Herausforderungen und Erlebnisse. Der Podcast inspiriert mit spannenden Geschichten und bietet abwechslungsreiche Einblicke für alle Tattoo-Interessierten.