
Glücklich Eltern sein - allein, krank und voll arbeitend
Worüber gesprochen wird
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Beschreibung der Episode
- Warum unsere Gesellschaft Fürsorgearbeit erst dann ernst nimmt, wenn sie mit Leiden einhergeht – und wie du diese Erzählung zurückweist
- Warum Freude in der Elternschaft eine Frage der Übung ist
- Was es dir bringt, deine Gefühle (und die deiner Kinder) wie das Wetter zu behandeln
- Wie ein bisschen fröhlicher Nihilismus deine Elternschaft radikal entspannter macht
- Warum Humor eines der unterschätztesten Werkzeuge friedvoller Elternschaft ist
- Weshalb Konflikte der Grundpfeiler guter Beziehungen sind
- Was Bedürfnisorientierung wirklich bedeutet – auch für dich selbst
1. Leiden zurückweisen und Freude üben. Dein Wert als Elternteil hängt nicht davon ab, wie erschöpft du bist. Freude zuzulassen ist eine Übung: die Katze, die sich abends an dich kuschelt, der Duft vom Essen, die frisch gefaltete Wäsche. Unser Gehirn hat einen Negativ-Bias – du kannst trotzdem trainieren, das Schöne bewusst wahrzunehmen. Ohne dabei die schweren Gefühle wegzudrücken.
2. Gefühle sind wie das Wetter. Du musst Regen nicht toll finden. Aber mit dem Wetter zu diskutieren, dass es anders sein sollte, bringt nichts. Bewerte deine Entscheidungen und Handlungen – nicht deine Gefühle. Das gilt für deine Gefühle genauso wie für die deiner Kinder.
3. Es macht alles keinen Sinn – also: Who cares? Wir sind alle nur kurz auf diesem Planeten. Ob die Hausaufgaben gemacht sind oder die Klamotten deines Kindes etwas weird aussehen, ist im Großen und Ganzen egal. Was zählt, ist, wie wir miteinander umgehen. Dein Ziel ist nicht, dass dein Kind macht, was du sagst – sondern dass du eure gemeinsame Zeit mit den Werten füllst, die dir wichtig sind.
4. Humor und Albernheit. Elternschaft ist absurd. Mit Fantasie („Ich hätte so gern acht Tentakelarme!“) und Humor wird nicht nur der Alltag mit Kindern leichter, sondern auch der Umgang mit all den ungefragten Ratschlägen von außen.
5. Kindliches Verhalten nicht persönlich nehmen. Wenn dein Kind ausrastet, ist das keine Aussage über dich als Mensch. Es geht nicht um dich. Das heißt nicht, dass du alles gut finden musst – aber du kannst feststellen „Das ist gerade echt Mist, was machen wir jetzt?“, statt in Selbstzweifeln oder Vorwürfen zu versinken.
6. Konflikte sind kein Weltuntergang. Gute Konflikte sind tausendmal wertvoller als die Abwesenheit von Konflikten. In Konflikten lernen wir uns kennen: Wo höre ich auf, wo fängst du an, was ist uns wichtig? Fehler machen, sich entschuldigen, reparieren – das ist echte Beziehungszeit.
7. Bedürfnisorientierung – auch für dich. Bedürfnisorientiert heißt nicht, dass du dich aufgibst. Es heißt, dass deine Bedürfnisse genauso viel zählen wie die deiner Kinder – vielleicht sogar mehr, weil ihre Bedürfniserfüllung von dir abhängt. Und am Ende geht es ums Einlassen: auf dich selbst, auf dein Kind, auf das, was gerade ist.
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- Ruths Lesetipp aus der Folge: die Arbeiten von Silvia Federici zur feministischen Perspektive auf Care-Arbeit
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PS: Falls du gerade mit dir diskutierst, ob du jetzt noch das Wohnzimmer aufräumen „musst“ – vielleicht ist heute eher ein Kerze-und-Buch-Abend. Das Wohnzimmer läuft dir nicht weg.