Häufig erwähnt
Episoden
177- #75 Jugo-Nostalgie oder Everybody needs a Yugo sometime23.12., 22:4023.12.2023, 22:4001:35:46
Es ist mal wieder Weihnachten auf dem Ballaballa-Balkan! Und wie (beinahe) jedes Jahr, liefern Danijel und Krsto pünktlich zum (echten) Heiligabend ab. Nehmt ein Glas, get in the mood, es wird emotional. Denn natürlich geht es wieder mal um Jugoslawien. Genauer gesagt um Jugo-Nostalgie, Jugostalgija oder wie immer Ihr es nennen wollt. Also auf gut Deutsch die Sehnsucht nach diesem längst zerfallenen Staat...aber ist es eigentlich die Sehnsucht nach dem Staat oder nach etwas ganz anderem? Diese und andere Fragen werden in dieser Episode erörtert. Es ist alles mit dabei, was man sich nur wünschen kann: Musik, Film, Politik und natürlich Tito. Und weil Weihnachten ja ein Familienfest ist, kommen auch zahlreiche bekannte Stimmen aus den vergangenen sieben Jahren Ballaballa-Balkan zur Wort: Olivera Stajić, Danko Rabrenović, Aleksandra Tomanić, Adelina Gashi und Rüdiger (RIDIGER!!) Rossig. Nebenbei erfahrt Ihr, dass Danijel fremdgegangen ist, wie die Wahlen in Serbien ausgegangen sind und in welchem Wettbewerb Sarajevo unlängst (leider) den ersten Platz belegte. In diesem Sinne: Frohes Fest!
- Pulverfass Balkan - Wie Diktaturen Einfluss in Europa nehmen12.12., 00:1112.12.2023, 00:1100:23:01
Florian Bieber stellt sein neues Buch vor. Es geht vor allem darum, wie Diktaturen Einfluss auf dem Balkan nehmen. China baut Straßen, Russland spornt Nationalisten an, die Türkei und die Golfstaaten investieren in Moscheen und Hotels. Sie alle sehen darin einen Weg, Einfluss auf Europa zu nehmen. Warum sie das überhaupt können und auch welche Fehler Europa gerade macht - darum geht es im Gespräch. Dabei lässt Krsto es sich natürlich nicht nehmen, mal zu klären, was dem Herrn Professor eigentlich einfällt einen Balkan-Podcast zu starten, ohne vorher nach Erlaubnis zu fragen.
- Ballaballa-Balkan in der Cinémathèque Leipzig22.11., 22:5422.11.2023, 22:5401:28:59
Am 10. November dieses Jahres wurde Krsto und Danijel eine ganz besondere Ehre zuteil. Vor gut 100 Zuhörerinnen und Zuhörern durften sie mit der Regisseurin Tamara Denić über ihren aktuellen Kurzfilm „Istina – Wahrheit“ sprechen. Und zwar in Leipzig im Rahmen der Veranstaltunsgreihe „Podcast und Film“ der Cinémathèque Leipzig. Falls Ihr es nicht mitbekommen habt, mit ihrem knapp 30-minütigen Film haben Tamara und ihr Team unlängst den Studierenden-Oskar gewonnen. Also wirklich den Oskar, verliehen von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences in L.A. Es ist ein Film, der sich einem Thema widmet, das uns ganz besonders am Herzen liegt nämlich: Pressefreiheit bezeihungsweise der Bedrohung derselbigen. Es war ein grandioser Abend. Und hier habt ihr nun die Möglichkeit, ihn mit uns nochmal nachzuhören. Tamaras Film läuft übrigens im Rahmen der diesjährigen Kurzfilmnacht des Bayerischen Rundfunks am 7.12. ab 0.30 Uhr im Fernsehen.
- #74: Nahostkonflikt und Antisemitismus auf dem Balkan01.11., 02:3901.11.2023, 02:3901:09:15
In dieser Episode sprechen wir über den Balkan und den Nahostkonflikt. Danijel und Krsto haben leider auch keine Lösung für den Nahostkonflikt anzubieten – aber zumindest können sie etwas darüber erzählen, wie auf dem Balkan darauf geblickt wird und wo, welche Loyalitäten liegen. Wir haben uns schon darauf eingestellt, dass diese Folge nicht allen von euch gefallen wird. Die postjugoslawische Linke steht traditionell auf der Seite der Palästinenser:innen und sowohl Krsto als auch Danijel sind der Meinung, dass sie das nicht immer aus den reflektiertesten Gründen tun. Andererseits gibt es auch viele Rechte in der Region, die Israel vor allem dann super finden, wenn sie aus dieser Perspektive gegen Muslime hetzen können – aber sonst gerne Verbrechen an Jüdinnen und Juden durch ihre eigenen Landsleute relativieren. Es ist kompliziert – sogar sehr. Aber wir wollen doch etwas ergründen, warum zum Beispiel eine der größten Demonstrationen in Sarajevo zu einem Thema stattfand, auf das die Menschen in der Stadt wahrscheinlich eher wenig Einfluss haben – und wie es da auch zu teils unappetitlichen Szenen kam. Außerdem sprechen sie über einen verurteilten Kriegsverbrecher, die neuen Regierung in Montenegro, alte Träume von Großserbien und warum man nicht Slavoj Žižek einladen sollte, wenn man sich dann wundert, dass er spricht wie Slavoj Žižek.
- Eskalation im Nordkosovo11.10., 00:2211.10.2023, 00:2200:51:11
In dieser Episode spricht Krsto mit den Journalistinnen Adelina Gashi und Franziska Tschinderle über die aktuelle Eskalation im Nordkosovo. Die beiden waren vor Ort, um über den Zwischenfall mit vier Toten in der Nacht vom 23 auf den 24 September zu berichten. Sie haben dabei mit Freunden der getöteten serbischen Paramilitärs und mit der Familie des getöteten kosovarischen Polizisten Afrim Bunjaku gesprochen. Die getöteten Serben werden zu Helden stilisiert. Die Kosovo-Serben sehen sich als Opfer kosovarischen Terrors, wo es doch die serbischen Paramilitärs waren, welche zunächst einen Polizisten erschossen und sich dann im Kloster Banjska verschanzt haben. Oder wie Adelina Gashi es treffend ausgedrückt hat: „Der Norden des Kosovo ist nicht nur ein rechtsfreier Raum, es ist auch ein faktenfreier Raum.“
- # 73: Italienische Ansprüche oder Es gibt keinen netten Faschismus29.09., 22:3129.09.2023, 22:3101:13:11
In dieser Episode machen sich Krsto und Danijel mal wieder unbeliebt, denn sie reden über ein Land, dass grundsätzlich bei vielen Leuten hoch angesehen dürfte: Italien - gutes Essen, schöne Strände und nicht zu vernachlässigende Beiträge zur Popkultur, über deren Qualität man durchaus streiten kann. Allerdings ist es auch das Geburtsland des Faschismus. Darüber wird auch geredet. Eher weniger wird darüber geredet, was der italienische Faschismus auf dem Balkan so veranstaltet hat. Denn tatsächlich ist der Versuch von Mussolini und Co. ein Großreich in vorwiegend nicht-italienisch bewohnten Gebieten entlang der Adria zu errichten, direkt verantwortlich für den Tod von zehntausenden Menschen. Summarische Erschießungen, verbrannte Erde, Todeslager. Komischerweise hört man davon im Westen eher wenig, dafür umso mehr über die Verbrechen, die an Italienerinnen und Italienern begangen wurden - und diese beklagen besonders lautstark die ideologischen Erben Mussolinis. Eine Schlagseite in der historischen Erzählung, die wir in diese Episode ein bisschen geraderücken wollen. Denn merke: Es gibt keinen netten Faschismus. Außerdem erfahrt ihr diesmal, wer wirklich die ganz echte, unverfälschte Wahrheit über Sebastian Kurz auf die Leinwand bringt, wie Vučićs Medien einen Terroranschlag im Kosovo umdeuten und warum sich Christian Schmidt und Milorad Dodik endlich ein Zimmer nehmen sollten.
- Radio Sarajevo mit Tijan Sila26.09., 02:0426.09.2023, 02:0401:06:44
Krsto spricht mit Tijan Sila über sein neues Buch Radio Sarajevo und seine Erfahrungen als Kind während der Belagerung Sarajevos.
- #72: Nijedna više! Femizide auf dem Balkan31.08., 00:5931.08.2023, 00:5900:48:49
Wenn auf dem Balkan Frauen von ihren Partnern oder nahen Angehörigen ermordet werden ist - wie leider fast überall auf der Welt - schnell die Rede von einem "Familiendrama" oder einer "Beziehungstat". Doch seit Bosnien vor wenigen Wochen von zwei Morden und einem Mordversuch erschüttert wurde, macht endlich der richtige Begriff die Runde: Femizid Landesweit und auch in den Nachbarländern gingen nach den jüngsten Gewalttaten Frauen mit einer klaren Forderung auf die Straße: Nijedna žena više - Keine einzige Frau mehr. Seitdem wird diskutiert, warum es in der ganzen Region immer wieder zu Femiziden kommt - und die Zahl in einigen Ländern sogar zunimmt. Krsto und Danijel versuchen, die Debatte nachzuzeichnen. Die bosnische Anwältin Azra Berbić und die feministische Aktivistin Gresa Hasa aus Albanien liefern dazu die nötige Expertise. Nebenbei erfahrt ihr, wer nach Serbien einreisen darf und wer nicht, was der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte vom bosnischen Wahlsystem hält und was die beiden Moderatoren im Urlaub so erlbet haben.
- Ballaballa-Balkan besucht Dokufest Prizren und Sarajevo Film Festival18.08., 00:4018.08.2023, 00:4000:31:09
Krsto hat in seinem Urlaub das Dokufest in Prizren besucht und stellt euch das Festival und zwei Filme vor. Einen, den er empfehlen möchte und einen, in denen vesucht wird einen Kriegsverbrecher rein zu waschen. Zu Gast ist Nina Rodríguez, die bei beiden Filmfestivals in der Jury für die Kurzfilme war. Krsto hat in seinem Urlaub das Dokufest in Prizren besucht und stellt euch das Festival und zwei Filme vor. Einen, den er empfehlen möchte und einen, in denen vesucht wird einen Kriegsverbrecher rein zu waschen. Zu Gast ist Nina Rodríguez, die bei beiden Filmfestivals in der Jury für die Kurzfilme ist und uns erklärt, warum der Balkan das Lateinamerika Europas ist.
- #71: What's wrong with the West?27.07., 21:1227.07.2023, 21:1201:03:21
America is Great Again! Zumindest wenn es darum geht, den Balkan nach den eigenen Vorstellungen zu ordnen. Dass die USA mit viel Getöse im ehemaligen Jugoslawien ein paar Akteuere an die Kandare nehmen, ist eigentlich nichts ungewöhnliches. Das kommt im Abstand von zehn Jahren mit schöner Regelmäßigkeit vor. Doch diesmal ist alles ein bisschen anders. Gegen den eigentlich engsten Verbündeten, das Kosovo, werden Sanktionen verhängt. Gegen die Regierung in Belgrad nicht. In Bosnien ändert der Hohe Repräsentant erneut das Wahlrecht in einem Landesteil so, dass es kroatische Nationalisten begünstig und wird dafür vom US-Botschafter gelobt...und zwar ganz unironisch. Es riecht nach Kurswechsel in Sachen Balkan-Politik. Nur was dahinter steht, dass ist nicht ganz klar. Zumindest auf dem ersten Blick nicht. Deshalb geben Krsto und Danijel in dieser Episode einen Überblick über die Entwicklungen der letzten Monate und präsentieren Euch einige Theorien, die erklären könnten, warum sich der Westen auf dem Balkan derzeit so merkwürdig aufführt. Nebenbei erfahrt Ihr, wie Krsto im Urlaub auf den Spuren serbischer Geschichte wandelt, wie Albanien versucht, Medizinstudierende nach ihrem Abschluss im Land zu halten und für welche Bundestagsabgeordnete die beiden seinerzeit die Folge über die ahnungslose Linke und Jugoslawien gemacht haben.
- Literaturtipps vom Ballaballa-Balkan mit Tijan Sila19.07., 03:0519.07.2023, 03:0501:08:51
Sommerzeit ist Bücherzeit und wir haben eine ganz besondere Folge für euch. Jagoda Marinić war so freundlich uns auf das Literaturfestival Feelit in Heidelberg einzuladen – und das, obwohl Danijel sie ständig auf Twitter beschimpft. Wir teilen uns dort die Bühne mit dem Autor Tijan Sila, dessen neues Buch „Radio Sarajevo“ am 21. August erscheint. Der Schwerpunkt unseres Gesprächs liegt auf dem Werk der kürzlich verstorbenen Dževad Karahasan, den man mit gutem Recht als Chronisten der Belagerung Sarajevos bezeichnen kann und zu dem Tijan eine ganz besondere Anekdote zu erzählen hat. Wir stellen zudem noch einige weitere Werke von Autorinnen und Autoren aus der Region vor, die ihr in den Shownotes verlinkt findet. In diesem Sinne, genießt den Sommer und lest rein.
- #70 Mach`s gut Milo29.06., 01:1929.06.2023, 01:1901:15:56
Milo ist weg. Was kaum einer für möglich gehalten hätte, ist nach über 30 Jahren passiert. Milo Đukanović hat die Präsidentschaftswahlen verloren, sich vom Parteivorsitz zurückgezogen und ist sogar vom Amt des Parteivorsitzenden zurückgetreten. Wir reden in dieser Folge darüber, wie er sich so lange an der Macht halten konnte und wie er vom Mann Miloševićs zum Machthaber wurde, der Montenegro in erst in die Unabhängigkeit und in die Nato führte. Er ist das Musterbeispiel für einen Stabilokraten auf dem Balkan, dem man auch seine vielen Korruptionsfälle und Einbindung in die organisierte Kriminalität verzieh, weil er als Garant für die Unabhängigkeit und Westbindung Montenegros galt. Natürlich reden wir auch über den neuen Präsidenten Montenegros und die Partei, welche die Wahlen mit dem Versprechen gewann, die Arbeitszeit zu reduzieren. Eine naheliegende und erfolgreiche Strategie in dem Land. Außerdem geht es mal wieder um den aufflammenden Konflikt zwischen Serbien und dem Kosovo, neue Probleme in Bosnien-Herzegowina und das Verbot von Rollkoffern in Dubrvnik. Und ihr erfahrt, wo ihr Danijel und Krsto am 1. Juli treffen könnt und welchen peinlichen DJ-Namen sich Krsto ausgesucht hat.
- Ballaballa-Balkan hört... Call me Günther25.06., 00:3225.06.2023, 00:3200:09:10
In dieser Kurzepisode möchte Euch Danijel mal wieder was auf die Ohren geben. Denn er hat mal wieder in einen Podcast reingehört. "Call me Günther", eine Proudktion von Deutschlandfunk und ORF zeichnet die Recherch zu einem millionenschweren Betrugssystem nach. Vermeintliche Finanzberater überreden Menschen dazu immer mehr Geld in Aktien, Cryptowährungen oder andere Finanzportfolios zu stecken, die angeblich in Rekordzeit unglaubliche Gewinne abwerfen. Wenn die Kunden ihr Geld dann aber sehen wollen, wird die Sache meist kompliziert. Denn die wenigstens von ihnen ahnen, das am anderen Ende der Leitung kein Finanz-Fachmann sitzt, sondern ein Call-Center-Agent aus dem Kosovo. https://www.hoerspielundfeature.de/call-me-guenther-100.html
- #69 A History of Violence oder wankt Vučić wirklich?31.05., 01:2731.05.2023, 01:2700:58:45
Anfang Mai kam es in Serbien zu zwei Amokläufen mit 17 Toten. Der unwürdige Umgang der serbischen Regierung und des Präsidenten Aleksandar Vučić brachte Zehntausende auf die Straße. Es sind die größten Massenproteste seit dem Sturz des Milošević -Regimes im Oktober 2000. Die Menschen demonstrieren gegen die Verherrlichung von Gewalt in der serbischen Gesellschaft und vor allem den staatsnahen Medien und wir fragen uns, ob Serbien ein besonderes Gewaltproblem hat. Und während in Serbien Menschen gegen die Gewalt auf die Straße gehen, sind im Kosovo serbische Putinfans auf der Straße und greifen KFOR-Truppen an, weil gewählte Bürgermeister im Norden des Landes an ihren Arbeitsplatz wollen. Was genau passiert ist, erklären wir in der Sendung. Vučić nutzt die Eskalation im Kosovo jedenfalls, weil er damit von den Protesten ablenken kann und gleichzeitig auf internationaler Bühne wieder als Feuerwehrmann präsentieren kann, nachdem er selbst das Feuer gelegt hat. Außerdem erfahrt ihr, warum ihr unbedingt den kürzlich verstorbenen Autor Dževad Karahasan lesen solltet, warum in Bulgarien erstmal nicht schon wieder gewählt werden muss und was Danijel und Krsto am 1. Juli in Heidelberg machen.
- Lipa oder wie im bosnischen Hinterland ein EU-Abschiebegefängnis errichtet wurde11.05., 00:3911.05.2023, 00:3900:27:59
Mit Geldern der EU-Kommission und Österreichs wurde im bosnischen Niemandsland, umgeben von Minen, das Camp Lipa errichtet. Teil des Geflüchtetenlagers ist auch ein Gefängnis, deren Zweck aktuell diskutiert wird. Dabei hat der zuständige ungarische EU-Erweiterungskommissar Olivér Várhelyi bereits im November 2022 offen gesagt, um was es sich handelt: Ein Abschiebegefängnis. Interniert werden sollen dort Menschen, die zuvor illegal aus dem EU-Land Kroatien gepushbackt wurden. Krsto spricht mit Petar Rosandić von der SOS-Balkanroute darüber, was da eigentlich los ist. Außerdem erfahrt ihr, wo Jörg Haider wirklich herkommt welche Rolle der ehemalige österreichische Vizekanzler „Spindi“ und sein Institut in Lipa spielen und was „Beč oida“ eigentlich bedeutet. In diesem Sinne. Laku noć Evropa. Spendenkonto: IBAN: AT20 2011 1842 8097 8400 Kontoinhaber: SOS Balkanroute Verwendungszweck: ICMPD Klage
- #68 Belgrad - Was hat Dich bloß so ruiniert?28.04., 23:2828.04.2023, 23:2801:21:23
"Za Beograd...svi su čuli!" Ja, so sang man einst. Von Belgrad haben alle schon gehört. Nicht immer positives aber man man kann nicht abstreiten, dass die größte Stadt des ehemaligen Jugoslawiens wohl auch die bekannteste sein dürfte. Über Jahrzehnte war die serbische Hauptstadt Anziehungspunkt für Kreative, Lebenskünstler, Politikaktivisten und grundsätzlich alle, denen es irgendwo zu eng wurde. Belgrad, das war das Versprechen auf ein Stück große, weite Welt. Und dann kam Aleksander Vučić. Das ist jetzt natürlich arg polemisch. Belgrad ist im Wandel. Und viele Bewohner wie Besucher sagen: Nicht zu seinem Vorteil. Dabei steht ein Projekt synonym für alles was schiefläuft: Beograd na Vodi - Belgrad am Wasser - Belgrad Waterfront, wie man immer man es nennen will. Danijel und Krsto waren unlängst zu Gast in Belgrad und fragen sich nun: Belgrad, was hat Dich nur so ruiniert? Und damit sie auf ihre Frage nicht auch gleich noch die Antwort liefern müssen, haben Sie mal wieder einen Stargast in der Sendung: Aleksandra Tomanić, Direktorin des European Funds for the Balkans. Seit Ende der 90er hat sie viele Jahre in Belgrad gelebt - zuletzt zehn Jahre am Stück. Wenn uns jemand etwas über die Stadt erzählen kann - dann sie. Ansonsten erfahrt Ihr, was der Hohe Repräsentant in Bosnien wieder mal ausgeheckt hat, warum das Kosovo bei Herrn Vučić wieder für Magenverstimmungen sorgt und warum Krsto lieber in den Tempel des Heiligen Sava geht als ins Haus der Blumen.
- Ballaballa-Balkan spricht...mit Ralf Grabuschnig05.04., 12:5805.04.2023, 12:5800:26:49
In dieser Zwischenfolge spricht Danijel mit unserem geschätzten Podcast-Kollegen Ralf Grabuschnig von Déjà-Vu-Geschichte über sein neues Buchprojekt. Ralf war nämlich in Europa unterwegs, um sich über die Lage von sprachlichen und ethnischen Minderheiten zu informieren. Seine Erkenntnisse hat er in "Unterwegs zwischen Grenzen - Europas Minderheiten im Schwitzkasten der Nationen" zusammengefasst. Wieso Ihn das Thema beschäftigt und was das mit seiner Familiengeschichte zu tun hat, erfahrt Ihr hier. Link zu Ralfs Startnext-Kampagne: https://www.startnext.com/unterwegs-zwischen-grenzen
- #67 Blockfreiheit und Jugoslawische Außenpolitik nach dem 2. Weltkrieg22.03., 02:2422.03.2023, 02:2401:16:09
Bis heute sind Straßen in Neu-Delhi, Phnom Penh, Addis Abeba und vielen anderen Städten des globalen Südens nach Tito benannt und wir versuchen zu erklären, woran das eigentlich liegt. Wir beschäftigen uns mit der blockfreien Bewegung und jugoslawischer Außenpolitik nach dem 2. Weltkrieg. Und damit wie Jugoslawien von doppelter Isolation heraus zu einem wichtigen außenpolitischen Player auf der Weltbühne wurde. Zu Gast haben wir Dr. Arno Trültzsch, der seine Dissertation zu dem Thema verfasst hat. Außerdem erfahrt ihr, warum in Banja Luka kein Film zu LGBTIQ-Themen gezeigt werden kann, wie es im Wahlkampf in Montenegro so aussieht, wie deutsche Unternehmen Putinpropaganda finanzieren und warum ihr unbedingt Bücher der kürzlich verstorbenen Dubravka Ugrešić lesen solltet.
- Extra: Ballaballa-Balkan Royale oder Hey, Böhmi! What is on?24.02., 16:5824.02.2023, 16:5800:44:08
Ihr habt es sicherlich mitbekommen. Letzte Woche hat sich das ZDF Magazin Royale lobenswerter Weise mit Bosnien und dem Hohen Repräsentanten Christian Schmidt befasst. Gutes Thema und eigentlich sollten wir alle ganz froh sein, dass sich endlich ein reichweitenstarkes Format darum kümmert. An der Ausführung hatten wir dann allerdings doch ein bisschen was zu meckern. Und das löste dann eine ziemlich große Twitter-Debatte aus. Wir sagen, da wurden ein paar Sachen falsch dargestellt, Böhmi sagt nein, und eine ganze Menge Leute, mit denen wir bis dahin nichts zu tun hatten, sagt nun, dass wir serbische Nationalisten sind oder kroatische Nationalisten...nichts ungewöhnliches eigentlich, aber beides auf einmal? Wie dem auch sei. Für alle, die die Debatte nicht mitbekommen haben, haben wir sie hier nochmal zusammengefasst. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie viel darf ein Format wie das ZDF Magazin Royale eigentlich weglassen und verkürzen? Und ab wann muss das, was dann übrig bleibt, als falsch bezeichnet werden? Nebenbei erfahrt Ihr diesmal nichts weiter. Denn ehrlich gesagt: Diese Woche hatten wir für kaum etwas anderes Zeit.
- Die Jugoliga - Gastarbeiterfußball im Abseits15.02., 01:0415.02.2023, 01:0400:31:54
Am 21. Februar 1971 ging in Baden-Württemberg eine eigene Jugoliga an den Start. Dort spielten jedes Wochenende Vereine wie Bratsvo Schwennigen, Croatia Reutlingen oder Metalac Stuttgart gegeneinander. Während die deutsche Öffentlichkeit das Phänomen weitgehend ignorierte, berichteten in Jugoslawien sogar die großen Sportzeitungen regelmäßig über die Liga und einge der großen Vereine Jugoslawiens traten in Deutschland gegen Gastarbeiter an. Der Historiker Luka Babic entdeckte auf einem Mannschaftsfoto von Polet Ravensburg seinen Vater und beschäftigt sich seither intensiv mit der Jugoliga. Mit ihm habe ich über die Liga gesprochen, die es vor allem deswegen gab, weil der Württembergische Fußball-Verband einfach keinen Bock darauf hatte die Jugos in seinem Ligasystem zu integrieren.