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Meilensteine – Alben, die Geschichte machten

SWR1 Rheinland-Pfalz

Society & Culture

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238
  1. Meilensteine Weihnachtsspecial 2025
    15.12., 06:0000:49:41

    Wir starten tanzend ins Weihnachtsspecial 2025 mit Manfred Mann’s Earth Band und "Criminal Tango" Den Anfang macht Manfred Mann’s Earth Band mit dem Album "Criminal Tango", dem persönlichen Meilenstein von SWR1 Musikredakteur Dave Jörg. Er erinnert sich sogar noch genau an den Moment, als er die erste Single des Albums zum ersten Mal gehört hat. Es war vor dem Fernseher 1986, in der Fernsehsendung "Na sowas!" mit Moderator Thomas Gottschalk. Für Sänger Chris Thompson war es das letzte Album mit "Manfred Mann’s Earth Band". Und auch bei "Criminal Tango" steht er selbst schon als Gast mit auf dem Cover – gesondert und nicht als Teil der Band. Die Mischung aus rockigem Unterboden und verspielten Melodien hat mich total angesprochen! Quelle: Dave Jörg, SWR1 Musikredakteur Das Besondere an "Criminal Tango" ist für Dave Jörg auch die Mischung aus elektronischen Klängen und einer ordentlichen Portion Rock. Für den größten ABBA-Fan der Redaktion sind auch die tollen Harmoniegesänge etwas, das ihn beeindruckt hat. Harmoniegesänge machen was mit mir! Quelle: Dave Jörg, SWR1 Musikredakteur Neo-Soul Wegbereiter D’Angelo und "Voodoo" im Weihnachtsspecial 2025 SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig hat uns für unser Weihnachtsspecial das im Jahr 2000 erschienene Album "Voodoo" von D’Angelo mitgebracht, einem der Wegbereiter des Neo-Soul, wie Frank König anfügt. Neo-Soul kam Mitte der 90er auf und verbindet Soul mit R 'n' B-Elementen, Jazz und Hip-Hop. Dabei erkennt man den Sound gut daran, dass er sehr reduziert ist und das Tempo sehr langsam ist. Drums, Bass und Keyboards (oft ein Fender Rhodes) sind da zu hören, erklärt Musikredakteur Stephan Fahrig. Neben großen Pop- und Rockstars wie Ozzy Osbourne, Brian Wilson, Ace Frehley und anderen ist auch D’Angelo auf der Liste der in diesem Jahr leider verstorbenen Künstler. Die Weichen für eine musikalische Karriere sind bei D’Angelo schon früh gelegt worden – und etwas klischeehaft, betont Stephan Fahrig. D’Angelo ist als Sohn eines Pfarrers geboren, hat früh Klavierspielen gelernt und auch in der Kirche gesungen. Danach hat er angefangen, selbstständige musikalische Entscheidungen zu treffen, und hat im Alter von 16 Jahren gemeinsam mit seinem Bruder eine Band gegründet. Anfang der 90er-Jahre geht D’Angelo nach New York, wo er von dem Label EMI einen Plattenvertrag bekommt. Im Jahr 2000 erscheint sein zweites Album "Voodoo", das, wie oben beschrieben, sehr reduziert klingt. In unserem Weihnachtsspecial 2025 geht es mit Frank König und Tri Yann in die Bretagne Und auch ein Livealbum gibt’s in unserem Weihnachtsspecial 2025. Moderator Frank König hat uns Musik von einem seiner liebsten Reiseziele mitgebracht, der Bretagne. Die Band heißt Tri Yann und ist die dienstälteste Band Frankreichs, wie König betont. Zu ihrem Jubiläum hat die Band ein Livealbum herausgebracht: "50 Ans De Scène". Die Idee hinter der Band, erklärt der Meilensteine-Moderator, ist, dass sie die Kultur und Sprache der Bretagne in ihrer Musik wieder aufleben lassen wollen. Und das beginnt schon beim Namen der Band, der eben nicht französisch, sondern bretonisch ist und "die drei Jans" bedeutet – eben nach der Urbesetzung der Gruppe. Kennengelernt hat Frank König die Musik von Tri Yann Mitte der 70er-Jahre. Seitdem hat er die Band kontinuierlich weiterverfolgt und auch ihre Entwicklung mitbekommen. Mit der Zeit sind die immer rockiger geworden. Also bretonisch-keltische Einflüsse, gemischt mit Rock. […] Mit der Zeit haben die sich ihre Fans erarbeitet, weil sie eben diese Musik in die Jetzt-Zeit geholt haben. Das war eine tolle Sache, weil die nicht nur die alten Traditionsweisen gespielt haben, sondern der Musik diesen neuen Touch beigefügt haben. Quelle: Frank König, Meilensteine-Moderator Im 2025er Weihnachtsspecial gibt es auch Solotöne von Rolling Stones-Gitarrist Ron Wood Meilensteine-Fans wissen, dass Katharina Heinius und Frank König zwei der größten Beatles-Fans der Welt (zumindest in der SWR1 Redaktion) sind. Und ausgerechnet Katharina bringt zum Weihnachtsspecial ein Album der "Konkurrenz" mit; das Soloalbum von Rolling Stones-Gitarrist Ron Wood "I’ve Got My Own Album To Do". Die Erklärung dafür gibt Heinius umgehend: "Es ist auch ein kleiner Teil der Beatles mit drauf", erklärt sie im Podcast. Und abgesehen davon hören wir auch noch andere Teile der Rolling Stones, der ehemaligen Band von Rod Stewart und Ron Wood, den Faces und auch David Bowie. Es ist ein Album, das mir wahnsinnig ans Herz geht und das ich seit vielen, vielen Jahren schon hören kann. Das ist ein Album, wenn ich nicht weiß, was ich hören will, dann mache ich das an, weil das geht einfach immer! Quelle: Katharina Heinius, SWR1 Musikredakteurin und Meilensteine-Moderatorin 1974 ist das Album "I’ve Got My Own Album To Do" entstanden, also in der Zeit, bevor Ron Wood Teil der Rolling Stones geworden ist. Wie kommt es, dass so viele Gaststars auf seinem Soloalbum vertreten sind? Das hat unterschiedliche Gründe. Zum einen war Ron Wood durch seine Umtriebigkeit in der Londoner Musikszene unglaublich gut vernetzt, und zum anderen hatte er zu der Zeit schon sein eigenes Haus mit Tonstudio. "The Wick" lag im etwas abgelegenen Londoner Westen, in Richmond. Dort hat sich die Londoner Musikszene gerne getroffen, miteinander Zeit verbracht und auch Musik gemacht. Kein Wunder, dass in diesem kreativen Umfeld ein Album entstehen konnte, das nicht auf Hits ausgelegt war, sondern auf dem wir einfach die Freude an der Musik und Freundschaft hören können. Man spürt einfach diese Musikerfreundschaften, die sich treffen, zusammen Musik machen und das alles auch noch auf Platte aufnehmen! Quelle: Katharina Heinius, SWR1 Musikredakteurin Shownotes Youtube-Kanal von Tri Yann Ron Wood beantwortet Fan-Fragen zum 40. Jubiläum seines Albums Webseite des erwähnten Künstlers Thomas Steyer Tickets für das SWR Podcastfestival 2026 in Mannheim ARD Podcast-Tipp: "Score Snacks – Die Musik deiner Lieblingsfilme" Über diese Alben sprechen wir in unserem "Meilensteine Weihnachtsspecial 2025" (01:15) – "Criminal Tango" von Manfred Mann's Earth Band (10:02) – "Voodoo" von D'Angelo (22:00) – "50 Ans De Scène" von Tri Yann (35:35) – "I've Got My Own Album To Do" von Ron Wood

  2. The Beatles – "Rubber Soul"
    08.12., 06:0001:12:54

    "Rubber Soul" von The Beatles gilt als die Erfindung des Rockalbums, erklärt Frank König. So etwas hatte es vorher noch nicht gegeben: Vor dem Album gab es keine einzige Single. Im Dezember 1965 ist einfach das Album erschienen und hat damit die Musikwelt und die Beatles für immer verändert. Vor "Rubber Soul" – die USA-Reise veränderte die Beatles 1965 sind die Beatles von einer großen Tour durch die USA zurückgekommen, auf der sie auch Elvis Presley, Bob Dylan und The Byrds getroffen hatten. Die Beatles hatten auf dieser Reise unglaublich viele neue Eindrücke gesammelt. Nach ihrer Rückkehr nach England stand für die Gruppe nicht viel an, abgesehen von vier Wochen Zeit im Studio, um neue Musik zu machen. Ein perfekter Zeitpunkt, um alle Eindrücke richtig zu verarbeiten und zu neuer Musik werden zu lassen. Dieses Album schießt die Beatles in eine neue Umlaufbahn – musikalisch, textlich, als Band insgesamt [...]! Quelle: Ocke Bandixen, Musikjournalist und Podcaster über "Rubber Soul" von den Beatles Und mit "Rubber Soul" hatten die Beatles dann wieder so viel Inspirationskraft freigesetzt, dass daraufhin neue (legendäre) Musik entstanden ist. Beach Boys-Mastermind Brian Wilson hat die Platte zu ihrem eigenen Meilenstein "Pet Sounds" inspiriert. Auf "Rubber Soul" hören wir Experimente der Beatles Neue Eindrücke verarbeiten und neue Dinge ausprobieren – beides machen die Beatles auf ihrem Album "Rubber Soul". Das hören wir zum Beispiel auch sehr eindrücklich beim Song "Norwegian Wood" an einem Instrument. Es ist das erste Mal in der westlichen Musik, dass ein Pop- bzw. Folk-Song veröffentlicht wird, auf dem eine indische Sitar zu hören ist. Die hatte George Harrison mit zu den Beatles gebracht. Entdeckt hatte er sie bei den Dreharbeiten zum Film "Help!". Später hat George Harrison dann auch Sitar-Unterricht genommen bei Ravi Shankar, DEM indischen Sitarkünstler und Vater der Sängerin Nora Jones. Bei den Beatles hat sich vor "Rubber Soul" persönlich vieles verändert In der Zeit bevor die Band für "Rubber Soul" in die EMI-Studios, die späteren Abbey Road Studios, gegangen ist, hatte sich bei den Bandmitgliedern vieles verändert, erzählt Katharina Heinius. Es gab Hochzeiten, Umzüge, Hauskäufe, Nachwuchs und Ähnliches. Dinge, die oft im Leben den persönlichen Blickwinkel verändern und auch bereichern können. Ich finde, man kann an diesem Album sehr gut ablesen, dass etwas Neues beginnt. [...] Es ist ganz viel Neues zu spüren, aber eben auch noch ein bisschen Tradition, so wie sie eben in den Alben vorher Musik gemacht und auch gedacht haben. Quelle: Ocke Bandixen, Musikjournalist und Podcaster über "Rubber Soul" von den Beatles. Shownotes "Recording The Beatles" – das Buch zum Studio-Equipment der Beatles Kommentare der Beatles zu jedem Song ARD Podcast-Tipp: "Becoming The Beatles - Die Hamburger Jahre" Die zweite Staffel von "Becoming The Beatles" – Der Podcast braucht eure Unterstützung Tickets für das SWR Podcastfestival in Mannheim Über diese Songs vom Album "Rubber Soul" sprechen wir im Podcast (13:28) – "Drive My Car" (28:33) – "Norwegian Wood" (46:02) – "Nowhere Man" (56:08) – "In My Life" (01:06:03) – "If I Needed Someone" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (30:08) – "A Heartful Of Soul" von The Yardbirds (38:20) – "You've Got To Hide Your Love Away" von The Beatles (38:31) – "The Times They Are A-Changing" von Bob Dylan (39:02) – "Like A Rolling Stone" von Bob Dylan (39:25) – "Desolation Row" von Bob Dylan (39:45) – "Fourth Time Around" von Bob Dylan (01:04:24) – "In My Life" von Johnny Cash und Sean Connery (01:06:57) – "The Bells Of Rhymney" von The Byrds (01:07:34) – "Mr. Tambourine Man" von The Byrds (01:08:00) – "If I Needed Someone" von The Hollies

  3. Black Sabbath – "Paranoid"
    01.12., 06:0001:13:06

    Diese Folge ist für das Team der Meilensteine etwas ganz Besonderes. Es ist die erste Folge, die wir live in einem Club vor Publikum aufgezeichnet haben und mit dieser Folge verabschiedet sich das Meilensteine-Team von der verstorbenen Rock- und Heavy Metal-Legende Ozzy Osbourne. Wie groß das Vermächtnis von Ozzy Osbourne ist, habe ich selbst erst nach seinem Tod gemerkt. [...] Ich habe noch nie so viele Reaktionen namhafter Musiker und Stars auf allen Kanälen gesehen, wie bei Ozzys Tod. Gefühlt war das die gesamte Musikwelt. Immer wieder fiel dabei ein Satz: "Ohne ihn und Black Sabbath wäre ich nicht das geworden, was ich bin." Quelle: Stephan Fahrig über das Vermächtnis von Ozzy Osbourne "Paranoid" von Black Sabbath ist stilprägend für den Heavy Metal "Paranoid" von Black Sabbath gilt heute als eines der stilprägenden Alben des Heavy Metal. Der Begriff Heavy Metal war ein Jahr zuvor zum ersten Mal in einem Song erwähnt worden, bei Steppenwolfs "Born To Be Wild" heißt es: I like smokin' Lightning, Heavy Metal Thunder, Racing with the Wind and the Feeling, that I'm under. Quelle: Textzeile aus "Born To Be Wild" von Steppenwolf Und auf "Paranoid" machen Black Sabbath sich auf den Weg, die Musik zu machen, aus der der Heavy Metal entsteht. Damit hat in den kommenden Jahren der Hardrock und Heavy Metal dann gefühlt musikalisch die Zeit der Hippie-Musik abgelöst und ist zum musikalischen "Next Big Thing" geworden. Bis Black Sabbath so geklungen haben, wie sie auf "Paranoid" klingen, hat es noch eine kurze Weile gedauert. In der Anfangszeit bestand die Band noch aus sechs Musikern und machte eher Heavy Blues-Musik. Die Geschichte von Black Sabbath und "Paranoid" beginnt wie viele Bandgeschichten Heute lernen sich viele Musiker über soziale Netzwerke kennen, um sich fürs gemeinsame Musikmachen zusammenzufinden. Das alles gab es zur Zeit von Black Sabbath im Birmingham der 60er-Jahre noch nicht. Ozzy Osbourne und Gitarrist Tony Iommi lernen sich klassisch in der Schule kennen. Tony Iommi ist ein echter Schulrowdy und auch Ozzy wird von ihm sogar verprügelt. Kaum zu glauben, dass diese Jungs sich danach zusammengetan haben, um eine Band zu gründen und Musikgeschichte zu schreiben. Ist "Paranoid" von Black Sabbath schon Heavy Metal? Ob das Album "Paranoid" von Black Sabbath schon Heavy Metal ist, oder noch Heavy Blues, oder etwas anderes dazwischen, darüber streiten sich Fans gerne. Worüber sich viele Fans einig sind, ist, dass es wegweisend für das Genre Heavy Metal ist. Genau deshalb ist es auch ein absoluter Meilenstein. Es hat unbestreitbar die Wurzeln des Heavy Metal und auch alle Zutaten dieses Genres schon beinhaltet, wie wir sie heute als Heavy Metal definieren würden. Quelle: Stephan Fahrig, SWR1 Musikredakteur über "Paranoid" Der Kulthit auf dem Black Sabbath Album ist der Titelsong "Paranoid" Es ist eines der ikonischsten Gitarrenriffs und Songanfänge der Musikgeschichte: "Paranoid" von Black Sabbath. Spannend ist dabei, dass der Song erst ein halbes Jahr nach dem Album veröffentlicht worden ist. Heute würde man das vermutlich anders machen, aber damals hatte ein Album noch einen viel höheren Stellenwert als heute. Beim Song selbst gibt es auch ein weit verbreitetes Missverständnis. Es geht nämlich nicht um Paranoia oder paranoide Schizophrenie, sondern es geht um Depressionen. Beim Songwriting gab es innerhalb der Band nämlich eine Verwechslung der Begriffe Depression und Paranoia, erklärt Stephan Fahrig. Aber für ihn ist diese Verwechslung unter dem Entstehungsmomentum des Songs nachvollziehbar: Ich sage mal: Das kann vorkommen, wenn man einen Welthit in 20 Minuten schreibt. Quelle: Stephan Fahrig über die Entstehung des Songs "Paranoid" Der Gitarrensound von Tony Iommi und Black Sabbath auf "Paranoid" Der Gitarrensound auf "Paranoid" von Black Sabbath ist ikonisch. Wie Tony Iommi zu diesem Sound gekommen ist und wie er von seiner Fender Stratocaster zur für ihn typischen Gibson SG-Gitarre gewechselt ist (dabei spielen ein Unfall und ein Zufall eine entscheidende Rolle), und vieles mehr besprechen wir im (Live)Podcast zu "Paranoid" von Black Sabbath. Shownotes Youtube-Kanal von Black Sabbath Artikel zum Duo "Cindy und Bert" und ihrer Version von "Paranoid" Der Ort unserer Liveaufzeichnung: "Circus Maximus" in Koblenz Artikel über die Ur-Geschichte des Heavy Metal ARD-Podcast-Tipp: "Iron East – Heavy Metal im Osten" Tickets für das SWR Podcastfestival in Mannheim Über diese Songs vom Album "Paranoid" sprechen wir im Podcast (19:55) – "War Pigs" (41:09) – "Paranoid" (47:07) – "Iron Man" (01:01:58) – "Hand Of Doom" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (21:42) – "Born To Be Wild" von Steppenwolf (22:49) – "Warning" von Black Sabbath (25:56) – "You Really Got Me" von The Kinks (26:25) – "Immigrant Song" von Led Zeppelin (26:47) – "Speed King" von Deep Purple (26:59) – "It's A Long Way To The Top (If You Wanna Rock 'n' Roll)" von AC/DC (28:31) – "Breaking The Law" von Judas Priest (28:44) – "Number Of The Beast" von Iron Maiden (44:07) – "Communication Breakdown" von Led Zeppelin (01:09:49) – "Wherever I May Roam" von Metallica (01:10:09) – "Outshined" von Soundgarden (01:10:34) – "Seasons In The Abyss" von Slayer

  4. Fehlfarben – "Monarchie und Alltag"
    24.11., 06:0000:58:55

    Das "Wohnzimmer und die Keimzelle" der Fehlfarben, so beschreibt Katharina Heinius es im Podcast, war der Ratingerhof in Düsseldorf, ein bekannter Szenetreff für Künstler und Punks in der Düsseldorfer Altstadt. Wie passend, dass auch hier die Geschichte der Fehlfarben startet. Der Geburtsort von den Fehlfarben und "Monarchie und Alltag" ist der Ratinger Hof in Düsseldorf Bevor die Fehlfarben hier begonnen haben, hatten alle Mitglieder auch schon in anderen Punkbands aus dem Umfeld des Ratingerhofs gespielt und wurden teilweise sogar abgeworben. Wir waren so eine Art Supergroup der Ratinger-Hof-Szene! Quelle: Thomas Schwebel, ehemaliger Gitarrist der Fehlfarben Vom linken Szenetreff mit Punks und Künstlern sind die Fehlfarben für die Aufnahmen zum ersten Album schnell aufgestiegen. Den Plattenvertrag gab’s bei EMI, keinem kleinen Punklabel, sondern einer großen internationalen Firma. "Monarchie und Alltag" von den Fehlfarben kommt aus einem großen Studio Passend zum großen Namen der Plattenfirma durften die Fehlfarben ihr Album "Monarchie und Alltag" auch in einem namhaften Tonstudio aufnehmen, den Maarweg Studios. In denen hatten zuvor schon die Rolling Stones aufgenommen und Jahre später würde auch Herbert Grönemeyer hier sein Album "Mensch" aufnehmen. Wir wurden beschimpft, dass wir bei der großen Industrie was machen, aber eigentlich war die EMI das größte Independent Label der Welt […] weil die haben alles unter einem Dach gemacht und waren komplett autark und unabhängig. Quelle: Thomas Schwebel, ehemaliger Gitarrist der Fehlfarben Die Fehlfarben Texte auf "Monarchie und Alltag" haben sich in den Alltag geschlichen Für Musikredakteur Stephan Fahrig hat "Monarchie und Alltag" das Prädikat Meilensteine vor allem schon dadurch erlangt, dass es textlich herausragend ist. "Es war so passend in der Zeit", erklärt Stephan Fahrig. Bei ihm haben sich einzelne Textzeilen und Wörter aus den Fehlfarben Songs in seiner Schulzeit sogar in seine Alltagssprache gebahnt. Ein Punkalbum war "Monarchie und Alltag" für Stephan Fahrig dabei nie. Das Vermächtnis des Fehlfarben Debüts "Monarchie und Alltag" Im Podcast erzählt Thomas Schwebel von seinem ganz persönlichen Vermächtnis von "Monarchie und Alltag". Wenn man so ein erfolgreiches Album gemacht hat, dann hat das ein Leben schon persönlich sehr geprägt, erzählt der ehemalige Gitarrist der Band. So ein Album prägt alles was du danach machst! Du wirst immer mit allem was du machst an dieser Platte gemessen. Es ist eine Bürde, aber eben auch eine große Chance, die einem so eine Platte eröffnet. Quelle: Thomas Schwebel, ehemaliger Gitarrist der Fehlfarben Die Geschichte der Fehlfarben abseits von "Monarchie und Alltag" Neben den Geschichten zum Album und der Musik sprechen wir im Podcast zu "Monarchie und Alltag" auch über die Bandsituation und das Leben der Fehlfarben. Diese Chance muss man schließlich nutzen, wenn zwei (ehemalige) Bandmitglieder selbst im Podcast sind. Gemeinsam mit Katharina Heinius und Stephan Fahrig sprechen die beiden Mitglieder der Fehlfarben Thomas Schwebel und Peter Hein auch darüber warum Peter Hein damals die Band verlassen hat, um wen genau es im Song "Grauschleier" eigentlich geht, wie die Texte entstanden sind und noch vieles mehr aus der Geschichte der Band. Shownotes Peter Hein über seine Zeit bei den Fehlfarben Fehlfarben im Fadenkreuz der Stasi ARD-Podcast-Tipp: "Das Geheimnis – Musikalische Rätsel und Krimis zum Mitraten" Über diese Songs vom Album "Monarchie und Alltag" sprechen wir im Podcast (19:03) – "Ein Jahr (Es geht voran)" (32:23) – "Grauschleier" (39:22) – "Gottseidank nicht in England" (42:00) – "All That Heaven Allows" (49:19) – "Paul ist tot" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (23:36) – "Le Freak" von Chic (25:18) – "I Want Your Love" von Chic

  5. Queen – "A Night At The Opera"
    17.11., 06:0001:10:13

    Der Albumtitel lässt es schon erahnen, bei "A Night At The Opera" handelt es sich um ein Meisterwerk, das wie eine Oper klingt. In diesem Jahr feiert die Platte 50-jähriges Jubiläum. "A Night At The Opera" – Das teuerste Album aller Zeiten Zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung war "A Night At The Opera" das teuerste Album, das je aufgenommen wurde. Queen standen damals aufgrund von Management- und Vertragsproblemen kurz vor dem finanziellen Ruin. Obwohl das vorherige Album "Sheer Heart Attack" ein kommerzieller Erfolg war, sah die Band kaum etwas von den Einnahmen. Ihr damaliges Label Trient zahlte ihnen wöchentlich gerade mal 60 Pfund. Zusätzlich gab es Streit mit ihrem damaligen Manager Norman Sheffield. 1974 trennten sich Queen von Trient und von Sheffield, wechselten zu EMI und begannen unter ihrem neuen Manager John Reid die Produktion von "A Night At The Opera". Brian May beschrieb das Album einmal sogar als entscheidend für das Fortbestehen von Queen. Zum bis dahin teuersten Album überhaupt wurde es unter anderem, weil die Aufnahmen in sieben verschiedenen Studios stattfanden. Im Sommer 1975 zogen sich Queen aus London zurück und probten in einer Scheune auf einer Farm im Süden Englands. Zwischendurch arbeiteten sie in den Rockfield Studios in Wales, bevor sie die Produktion in verschiedenen Londoner Studios fortsetzten. Jedes Queen-Mitglied prägte "A Night At The Opera" mit eigenen Songs Besonders an Queen und an "A Night At The Opera" ist, dass jedes Bandmitglied eigene Songs beisteuerte, die von der ganzen Band arrangiert und eingespielt wurden, auch wenn nicht jeder immer mit den Ideen der anderen ganz zufrieden war. So stammt "'39" von Brian May, "Bohemian Rhapsody" von Freddie Mercury und Stücke wie "You're My Best Friend" von John Deacon und "I'm In Love With My Car" von Roger Taylor. Gerade bei letzteren beiden Songs waren die anderen Bandmitglieder zunächst skeptisch, mussten die Stücke aber dennoch spielen. So bekam jeder seine eigene "time to shine", als Protagonist seiner Songs. Die Entstehungsgeschichte von "Bohemian Rhapsody" "Bohemian Rhapsody" gehört zu den größten Hits von Queen und vermutlich zu den wichtigsten Songs der Rockgeschichte. Die Geschichte dahinter ist genauso außergewöhnlich wie der Song selbst. Freddie Mercury hatte bereits Ende der 1960er-Jahre die ersten Grundideen zu "Bohemian Rhapsody". 2023 kam heraus, dass das Lied ursprünglich "Mongolian Rhapsody" hieß. Diesen Titel hatte Mercury 1974 auf einem Briefpapier notiert. Er ist ein großer Song, weil es eine so große, einmalige, faszinierende Produktion geworden ist. Quelle: Meilensteine Redakteur Stephan Fahrig über "Bohemian Rhapsody" Warum aus "Mongolian" schließlich "Bohemian" wurde, bleibt bis heute ein Rätsel. Klar ist jedoch, dass das Wort "Bohemian" im künstlerischen Kontext einen Freigeist beschreibt, jemanden, der sich nicht an vorgegebene Strukturen hält. Genau das trifft sowohl auf Freddie Mercury als auch auf "Bohemian Rhapsody" zu. Der Song löst sich von traditionellen Konventionen. Meilensteine Redakteurin Katharina Heinius erklärt, dass er aus drei Elementen besteht: einer Ballade am Anfang, einem Opernteil in der Mitte und einem Rockpart am Ende. Mit einer Länge von fünf Minuten und 55 Sekunden entspricht das Lied zudem kaum einem typischen Hitmuster, weshalb sich das Label zuvor fragte, ob es gut ankommen würde. Queen setzten sich dennoch durch. Das Lied blieb so, wie es gedacht war, und wurde zunächst stückchenweise im Radio gespielt. Die Neugier der Fans wuchs dadurch nur noch mehr und verschaffte "Bohemian Rhapsody" am Ende die Aufmerksamkeit, die es verdient. Shownotes Vermutliche Inspiration zu "Bohemian Rhapsody": Smetana, Dvorak, István Kertész, Israel Philharmonic – "Bohemian Rhapsody" Das Equipment von Brian May Video zu "You're My Best Friend" Video zu "Bohemian Rhapsody" Buch-Tipp: 50 Jahre Queen & "A Night At The Opera" ARD Podcast-Tipp: "Annelies Royale Welt" Über diese Songs vom Album "A Night At The Opera" sprechen wir im Podcast (03:11) – "'39" (11:20) – "Death On Two Legs" (21:10) – "I'm In Love With My Car" (28:44) – "You're My Best Friend" (36:00) – "Love Of My Life" (39:04) – "Good Company" (49:06) – "Bohemian Rhapsody" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (35:30) – "Killer Queen" von Queen

  6. Patti Smith – "Horses"
    10.11., 06:0001:16:53

    "Ungezügelter Rock, aber mit Köpfchen – das war die Idee hinter 'Horses'", so beschreibt Meilensteine-Host Frank König das Debütalbum von Musiklegende Patti Smith. Dass dieses Album in den Meilensteinen besprochen wird, haben sich auch viele der Podcast-Hörer gewünscht – zurecht. "Horses" von Patti Smith – Das Debütalbum der "Godmother of Punk" Als Patti Smith im November 1975 ihr Album "Horses" rausbringt, mit dem rohen und "garagigen" Rocksound hat die Welt von Punkbands wie den Sex Pistols, The Clash oder den Ramones noch nichts gehört. Neben der Musik wurde Patti Smith selber auch stark von Dichtern und Künstlern der Beat Generation beeinflusst. Sie selber kommt eigentlich auch aus der Dichtkunst und der Malerei, wodurch sich schnell erklärt, warum vor allem ihre Texte so stark sind. Inzwischen ist "Horses" Teil des US-Kulturerbes und wurde auch in die Rock'n'Roll-Hall-Of-Fame aufgenommen. "Horses" war der Grundstein der Patti Smith zum weiblichen Rock-Vorbild machte Große Rockstars, das waren damals fast ausschließlich Männer. Für junge Frauen, die sich für Rock und ähnliche Spielarten interessierten, gab es keine wirklichen Vorbilder, an denen sie sich orientieren konnten. Für viele junge Musikerinnen wurde Patti Smith eben zu genau diesem Vorbild. Sie hat gezeigt, dass man auch als Mädchen oder Frau rocken kann und darf. Sängerin Viv Albertine von The Slits hat in einem Interview gesagt, Patti Smith sei ihre eigene Seele, die sichtbar gemacht wurde. Ich habe noch nie eine Frau wie sie gesehen. Sie ist meine Seele, die sichtbar geworden ist, all das, was ich tief in mir verberge und nicht ans Licht bringen kann [...]. Ich möchte mich nicht wie sie kleiden oder ihren Stil kopieren, aber sie gibt mir das Selbstvertrauen, mich auf meine eigene Weise auszudrücken. Quelle: Viv Albertine, Punk-Musikerin im Interview mit dem "Far Out" Magazine Patti Smith und "Horses" waren auch für Katharina Franck ein Vorbild Nachdem Katharina Franck "Horses" von Patti Smith gehört hatte, "war alles anders", erklärt die Musikerin im Meilensteine-Podcast. Patti Smith hat mich auf einen neuen Weg gebracht, der aber schon als Sehnsucht in mir drin war. Quelle: Katharina Franck, Musikerin über ihre Verbindung zu "Horses" und Patti Smith Im Podcast sprechen Frank König, Katharina Franck und Katharina Heinius auch über konkrete Beispiele, wie die Kunst von Patti Smith auch den Weg in die Musik der Rainbirds geschafft hat, zum Beispiel in dem Songzyklus "Sea Of Time" vom zweiten Album der Rainbirds. Patti Smith und die Zeit vor "Horses" Patti Smith versteht sich selber eher als Lyrikerin als als Musikerin. Für sie ist die Musik ein Medium, mit dem ihre Texte mehr Menschen erreichen können, erklärt Katharina Heinius im Meilensteine Podcast. Erste Konzerte von Patti Smith fanden im New Yorker Szeneclub "CBGB" statt, wo sie von Clive Davis entdeckt worden ist. Patti Smith hat einen Plattenvertrag über sieben Alben bekommen, was sehr ungewöhnlich war, und damit ein Beweis, wie groß das Vertrauen in ihr Talent war. Das Vermächtnis von Patti Smith' "Horses" Patti Smith hat mit ihrem Album "Horses" Generationen von Musikern, und vor allem Musikerinnen, beeinflusst, inspiriert und ermutigt, selbst zum Instrument zu greifen und darüber hinaus. Meilensteine Gast Katharina Franck hat selbst über den Einfluss von "Horses" auf ihr – nicht nur musikalisches Leben – einmal geschrieben, dass die Musik von Patti Smith (in diesem Beispiel der Song "Birdland") ihr gezeigt hat, dass "sich auch andere Menschen fremd fühlen in der Welt und man sich seinen Platz darin selber nehmen muss". Und sowas schaffen mit Sicherheit nur ganz wenige Künstlerinnen. Shownotes Dokumentation über Patti Smith bei arte Patti Smith erinnert sich an ihren Auftritt im Rockpalast 1979 Die neue Patti Smith Biographie "Bread of Angels" Website von Katharina Franck mit den Infos zur 40 Jahre Rainbirds-Tour Den Meilensteine Podcast Live erleben – am 14. November in Koblenz ARD-Podcast-Tipp: Bonusfolge des Podcast "Erklär mir Pop" zu "Gloria" von Patti Smith Über diese Songs vom Album "Horses" sprechen wir im Podcast (21:30) – "Gloria" (35:55) – "Redondo Beach" (44:25) – "Birdland" (01:02:32) – "Land" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (25:07) – "Gloria" von Them (Van Morrison) (55:31) – "Sea Of Time" von Rainbirds

  7. Pete Townshend – "White City (A Novel)"
    03.11., 06:0001:05:41

    "White City (A Novel)" erschien am 11. November 1985 als das fünfte Solo-Album des Sängers und The Who-Gitarristen Pete Townshend. Mit dem Album reflektiert Townshend seine eigene Kindheit und beschreibt die Welt, aus der er stammt. "White City (A Novel)": Ein Album als Therapie Der Sänger wuchs in der Nachkriegszeit in West London, in der Nähe des realen White City-Viertels auf. Die Gegend war in der Zeit eine Sozialbausiedlung, geprägt von Hoffnungslosigkeit, Gewalt und sozialer Ungerechtigkeit. Das Foto auf dem Albumcover wurde tatsächlich auch in diesem Viertel aufgenommen. Pete Townshends Eltern trennten sich, als er etwa fünf Jahre alt war. Da beide Musiker waren und oft unterwegs, musste er bei seiner Großmutter leben. Diese Zeit war für ihn äußerst traumatisch, da er dort emotionale Misshandlung erfuhr. Ende der 1970er- und Anfang der 1980er-Jahre verlor Townshend mehrere enge Weggefährten, was ihn stark prägte und in eine Depression stürzte. Zusammen mit seinen Kindheitserfahrungen verarbeitete er dies zunächst in der Therapie und später auch künstlerisch in "White City (A Novel)". Ich finde, dass dieses Album so eine Tiefe hat, das merkst du ja nicht, wenn du es das erste Mal hörst. Quelle: Meilensteine Host Frank König über seinen Eindruck von "White City (A Novel)" Pete Townshend und die Studio-Panne bei "Give Blood" Für den Album-Opener "Give Blood", holte sich Pete Townshend nicht nur seinen guten Freund und Pink Floyd-Gitarristen David Gilmour ins Studio, sondern auch Simon Phillips am Schlagzeug und Pino Palladino am Bass. Beide gehörten zu Townshends Lieblingsmusikern zu dieser Zeit. Dabei passierte jedoch ein kleines Missgeschick: Pete Townshend hatte Simon Phillips versehentlich eine Woche zu früh gebucht. David Gilmour schaffte es dennoch zu den Aufnahmen, während Pino Palladino erst in der darauffolgenden Woche dazukam. "White City Fighting" ist der Schlüsselsong des Albums Auch bei "White City Fighting" ist David Gilmor mit dabei. Eigentlich hatte Townshend den Song für Gilmours Album "About Face" geschrieben. David Gilmour konnte sich aber nicht mit dem Text identifizieren und lehnte ihn deshalb ab. Glücklicherweise – denn thematisch passte "White City Fighting" perfekt zu "White City (A Novel)". Der Song behandelt, wie der Titel schon andeutet, Kämpfe – sowohl innere als auch äußere. Es geht um soziale Konflikte sowie um Townshends persönliche Auseinandersetzung mit seiner eigenen Vergangenheit. Das Vermächtnis von "White City (A Novel)" "White City (A Novel)" greift tiefgehende existenzielle und soziale Themen auf und gibt Einblicke in die traumatische Kindheit von Pete Townshend. Für Meilensteine Redakteur Stephan Fahrig ist es ein Album, das wegen seiner ernsten Inhalte besonders aus dem eher künstlichen Image der 1980er heraussticht. Ich finde, die Melodien, die er hier bringt, gehören zu den besten, die er je komponiert hat. Quelle: Meilensteine Redakteur Stephan Fahrig über "White City (A Novel)" Meilensteine Redakteurin Katharina Heinius sieht das Werk sogar als den Abschluss einer Trilogie, die mit "Tommy" beginnt, mit "Quadrophenia" fortgeführt wird und schließlich in "White City (A Novel)" endet. Shownotes Podcast-Tipp "Pop und Pubertät – 1001 Alben", Sonderfolge:"Lifechanging Songs I" Podcast-Tipp "Pop und Pubertät – 1001 Alben", Sonderfolge:"Lifechanging Songs II" Ort des Coverfotos Artikel auf "The Circle" über das Album von Sina Buchwitz und Christof Leim Pete Townshend über "White City (A Novel)" ARD Podcast Tipp: Wie wir ticken – Euer Psychologie Podcast Meilensteine live im Circus Maximus in Koblenz Über diese Songs vom Album "White City (A Novel)" sprechen wir im Podcast (21:19) – "Give Blood" (36:12) – "Come To Mama" (39:14) – "Brilliant Blues" (45:15) – "Face The Face" (54:47) – "White City Fighting" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (40:20) – "The Story Of The Blues" von Pete Wylie & The Mighty WAH!

  8. Die Fantastischen Vier – "MTV Unplugged"
    27.10., 05:0000:48:45

    Im Jahr 2000 wurde diese Ehre der deutschen Hip Hop oder Rapgruppe "Die Fantastischen Vier" zuteil, als erste deutsche Ausgabe nach Herbert Grönemeyer. Aufgenommen wurde das Unplugged-Album der Band in der Balver Höhle in Nordrhein-Westfalen. Viele Hits der Fantastischen Vier im neuen (Sound-)Gewand Das Besondere an einem Unplugged-Album ist oft, dass darauf die größten Hits eines Künstlers, einer Künstlerin oder einer Gruppe sind und eben nicht nur das eine Album mit dem einen oder den zwei Hits. Außerdem klingt ein Unplugged-Album, der Name verrät es bereits, immer etwas anders, weil viele elektronische Elemente fehlen und Songs oft anders arrangiert werden – oft mit Orchestermusikern, weil die grundsätzlich "unplugged" – also nicht eingestöpselt spielen. Als im Jahr 2000 das Unplugged-Album der "Fantas" rausgekommen ist, hatte die Band schon elf Jahre Bandgeschichte auf dem Buckel und schon fünf Alben im Gepäck. Es gab also einiges an Material, auf das Thomas D, Smudo, Michi Beck und And.Ypsilon zurückgreifen konnten. Die Fantastischen Vier und die Anfänge des Hip Hops in Deutschland Als die "Fantas" sich Ende der 80er gegründet haben, war Hip Hop und Rap vor allem in Amerika, wo die Musik ihren Ursprung hat, ein großes Ding. Einer der bekanntesten Vertreter war dort zum Beispiel "Grandmaster Flash & The Furious Five". In Deutschland steckte Hip Hop noch in den Kinderschuhen und die Fantastischen Vier waren neben der Heidelberger Gruppe Advanced Chemistry eine der ersten erfolgreichen Rap- und Hip-Hop-Gruppen des Landes. Während Rap heute oft geprägt ist von viel vulgärer und aggressiver Sprache, weil es eben auch eine Musikrichtung des Protestes sein kann, hat SWR1-Redakteurin Julia Gehrlein an der Musik von den Fantastischen Vier auch besonders gut gefallen, dass deren Texte eben ohne viel Fluchen ausgekommen sind. Im Mainstream und in der Szene – Die Fantastischen Vier kommen gut an Glaubwürdigkeit – oder "Credibility" – ist in vielen Musikgenres ein wichtiges Thema, ganz besonders aber im Hip Hop und Rap. Das macht es umso beeindruckender, dass die Fantastischen Vier mit ihren braveren oder gesitteteren Texten sowohl im Mainstream als auch in der Hip Hop Szene gut ankommen. Im Normalfall ist das eine klassische Entweder-Oder-Geschichte. Entweder die Szene liebt mich und ich habe dort den Respekt der "echten" Fans, oder ich richte mich nach den Regeln und (ungeschriebenen) Gesetzen der Popwelt, verdiene vielleicht mehr Geld, werde dafür aber von der Hip Hop Szene schief angeschaut. Mut und Jede Menge Arbeit – Nur so konnte das Unplugged Album der Fantastischen Vier entstehen Das Besondere an dem Unplugged-Album der Fantastischen Vier ist für SWR1-Redakteurin Julia Gehrlein, dass sich die Hip-Hop-Gruppe mit diesem Album eine gewaltige Aufgabe auferlegt hat, denn die Musik der Gruppe ist größtenteils elektronisch und nicht klassisch instrumentiert. Es wurde hier also nicht nur "ein Stecker gezogen", sondern die Songs mussten aufwendig neu arrangiert werden. Das war nicht nur viel Arbeit, sondern damit hat die Band auch jede Menge Mut bewiesen, findet SWR1-Redakteurin Julia Gehrlein. Shownotes Podcast-Tipp: "Fanta Vier Forever, Baby" Meilensteine Folge zum Album "Am Wasser gebaut" von Fettes Brot Über diese Songs vom Album "MTV Unplugged" sprechen wir im Podcast (18:54) – "Sie Ist Weg" (25:47) – "Tag Am Meer" (30:51) – "Der Picknicker" (39:08) – "MfG" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (06:22) – "The Message" von Grandmaster Flash & The Furious Five (12:54) – "Die Da" von Die Fantastischen Vier

  9. Linkin Park – "Hybrid Theory"
    20.10., 06:0000:58:14

    Am 24. Oktober 2025 feiert "Hybrid Theory" seinen 25. Geburtstag. Auf dem Album befinden sich unter anderem Songs wie "Papercut", "Crawling" und "In The End", die es bis heute schaffen, ihre Hörerinnen und Hörer emotional zu erreichen. Dabei waren die Anfänge für Linkin Park gar nicht so einfach. Die Anfänge von Linkin Park 1996 gründeten Mike Shinoda, Brad Delson und Rob Bourdon die Band "Xero". Mit Joe Hahn, Dave "Phoenix" Farrell und Mark Wakefield wuchs das Projekt schnell. Farrell und Wakefield verließen die Band nach kurzer Zeit, allerdings kehrte Dave Farrell im Jahr 2000 wieder zu Linkin Park zurück. Es fehlte dann aber noch ein Sänger. Mit Chester Bennington fand die Gruppe 1999 schließlich ihre Stimme, die die Identität und den Sound von Linkin Park maßgeblich prägte. Endlich vollständig, suchte die Band auch nach dem passenden Namen. Von "Hybrid Theory" führte der Weg über "Lincoln Park" zu Linkin Park. Doch bis zum ersten Plattenvertrag mussten sie Ausdauer beweisen: Mehr als 40 Showcases spielten sie, aber immer wieder folgten Absagen. Die Begründung: Der Markt für Nu Metal-Bands sei gesättigt. Doch ihre Hartnäckigkeit wurde belohnt, als sie 1999 endlich von Warner Bros. unter Vertrag genommen wurden. Man hat gesagt, das Genre ist tot, (...) das will keiner mehr haben. (...) Man darf dranbleiben, man darf auch an sich selbst glauben. Quelle: Meilensteine Redakteur Patrick Schütz über die Hartnäckigkeit von Linkin Park. Das macht Linkin Park so einzigartig Zum Nu Metal-Genre gehören neben Linkin Park Bands wie Limp Bizkit, Korn oder Papa Roach. Doch die Gruppe um Mike Shinoda und Chester Bennington schaffte es, sich deutlich von ihren Zeitgenossen abzugrenzen. Während viele Bands auf Wut, Sex und Protzen setzten, standen bei Linkin Park tiefe Emotionen, persönliche Konflikte und dunkle Erfahrungen im Vordergrund – oft geprägt von Chester Benningtons eigenen Erlebnissen und inneren Kämpfen. Wenn man den Sound von Linkin Park in einem Song zusammenfassen wollte, dann wäre es "Papercut". Die Band selbst bezeichnete ihn immer wieder als ihre musikalische Visitenkarte. Harte Gitarrenriffs treffen hier auf Mike Shinodas Rap-Parts, Chester Benningtons melodisches Schreien und die unverwechselbaren elektronischen Klangflächen von Joe Hahn. Wie Chester Bennington Linkin Parks Songs prägte Bennington war bis zu seinem Tod 2017 der Sänger von Linkin Park und verlieh den Songs mit seiner vielseitigen Stimme einen unverwechselbaren Charakter. Die Texte spiegelten seine persönlichen Erfahrungen wider – von Kontrollverlust durch Drogen- und Alkoholkonsum über das Gefühl, als Außenseiter in einer zerbrochenen Familie aufzuwachsen, bis hin zu tiefem Selbstzweifel. Mit dem Gesang, mit dem Melodiösen und dem Sanften und den Ausbrüchen der Emotionen im Schreienden, kommt eine neue Dimension dazu. Erst damit wird Linkin Park zu Linkin Park. Quelle: Meilensteine Redakteur Johannes Heuft über Chester Benningtons Gesang Besonders eindrucksvoll zeigt sich das im Song "Crawling". 2002 wurde er mit dem Grammy für die beste Hard-Rock-Darbietung ausgezeichnet, da er sich so glaubwürdig mit den Themen Drogenkonsum und seinen Auswirkungen beschäftigt. Bennington konnte mit seiner Stimme mühelos zwischen hartem, aggressivem Gesang und sanften, verletzlichen Passagen wechseln. Selbst seine Shouts waren melodisch und emotional, wodurch jeder Song eine einzigartige Intensität erhielt. Das Vermächtnis von "Hybrid Theory" Das Vermächtnis von "Hybrid Theory" und Linkin Park liegt darin, dass sie eine ganze Generation geprägt und inspiriert haben. Mit ihrer damals bahnbrechenden Fusion aus Rap, Rock und elektronischen Elementen schufen sie 2000 einen Sound, der völlig neu war. Auch 25 Jahre später reißen die Songs noch immer mit, fesseln die Fans und lassen sich nicht oft genug hören. Das zeigt sich besonders in jüngster Zeit. 2024 kamen Linkin Park mit ihrer neuen Sängerin Emily Armstrong wieder zusammen. Im November 2024 veröffentlichten sie ihr aktuelles Album "From Zero" und gingen damit weltweit auf Tour. Die Tour läuft noch bis 2026 und war bisher schon ein voller Erfolg – zehntausende Fans feierten weltweit ihre Rückkehr auf die Bühne. Shownotes Linkin Park – "A Place For My Head" (Live in Texas) Musikvideo zu "My Own Summer" von Deftones Musikvideo zu "Papercut" Musikvideo zu "One Step Closer" Musikvideo zu "Crawling" Musikvideo zu "In The End" Offizielle Webseite von Linkin Park ARD Podcast-Tipp: Crrowl – Rock 'n' Roll Can Never Die Infos zur Liveaufzeichung der Meilensteine in Koblenz Über diese Songs vom Album "Hybrid Theory" sprechen wir im Podcast (12:43) – "Papercut" (26:44) – "One Step Closer" (33:24) – "Crawling" (42:17) – "A Place For My Head" (44:47) – "In The End" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (04:26) – "Bring The Noise" von Anthrax & Public Enemy (18:13) – "Nookie" von Limp Bizkit (20:14) – "Xtal" von Aphex Twin (24:12) – "My Own Summer" von Deftones (47:51) – "Circle Of Life" von Elton John

  10. Paul Simon – "Still Crazy After All These Years"
    13.10., 06:0001:05:25

    Neben dem Grammy für das "Album des Jahres" konnte Paul Simon auch noch die Trophäe für die "beste männliche Gesangsdarbietung" abräumen. Besonders gefreut haben dürfte ihn aber auch, dass das Album bei seinen Fans so gut angekommen ist. Millionenfach hat sich die Platte verkauft. Ein Grund dafür ist womöglich einer der größten Hits des Albums, "50 Ways To Leave Your Lover". Vor seiner Solokarriere war Paul Simon bereits ein Star; als Teil des Duos Simon & Garfunkel hatten die beiden Hits wie "Bridge Over Troubled Water", "Mrs. Robinson" und "Sound Of Silence". Als Solokünstler wollte Paul Simon weg von der Folkmusik und sich in anderen Genres ausprobieren. Das hören wir nicht nur auf dem Album "Still Crazy After All These Years", sondern auch auf den vorherigen Platten und ganz besonders auch auf dem späteren Album "Graceland", auf dem Paul Simon sich auch der Weltmusik zuwendet. Paul Simon verändert seinen Stil auf "Still Crazy After All These Years" Für SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig ist dieses Album vor allem ein Jazzalbum, wie er im Podcast erklärt. Und für den Jazz auf Weltklasse-Niveau hat sich der ehemalige Folkmusiker Paul Simon eine lange Liste exzellenter Gastmusiker ins Studio geholt. Außerdem hat Simon seine persönlichen Fähigkeiten erweitert. Vor dem Album hat er sich intensiv mit Musiktheorie und Harmonielehre auseinandergesetzt, und das merkt man dem Album an, erklärt Katharina Heinius im Podcast. Es ist eine wahre Schatzkiste an Harmonien! Quelle: Katharina Heinius, SWR1 Musikredakteurin über "Still Crazy After All These Years" von Paul Simon Bei "Still Crazy After All These Years" geht es um Erinnerungen Kurz bevor das Album entstanden ist, hatte Paul Simon sich von seiner langjährigen Beziehung getrennt. Gleichzeitig ist er mit seinem musikalischen Partner Art Garfunkel zum Weltstar aufgestiegen – und das alles, obwohl er erst Mitte 30 war, als er das Album gemacht hat. Man kann also sagen, dass Paul Simon bis dahin schon viel erlebt hatte. Deshalb ist es auch nur passend, dass es auf dem Album "Still Crazy After All These Years" zu vielen Teilen um Erlebtes und um Erinnerungen jeglicher Art geht und man – so sagt es der Titel – immer noch verrückt ist. Das Albumcover zu "Still Crazy..." von Paul Simon ist etwas ganz Besonderes Auch wenn das Albumcover und das Foto, das wir darauf sehen, auf den ersten Blick nicht großartig beeindruckend wirkt, ist die Geschichte dahinter doch ziemlich spannend. Der Art-Director hinter dem Plattencover von "Still Crazy..." heißt John Burke und er ist kein unbeschriebenes Blatt. Er hat für viele große Künstler die Cover gestaltet und war insgesamt sogar 26 Mal für einen Grammy nominiert. Unter anderem hat John Burke mit Bob Dylan zusammengearbeitet oder auch mit der Band Chicago. Das Foto, das wir auf dem Album sehen, ist allerdings nicht von John Burke geschossen worden, sondern von Edie Baskin, die zu der Zeit eine romantische Beziehung mit Sänger Paul Simon hatte. Der größte Hit von "Still Crazy..." ist Paul Simons Trennungssong "50 Ways To Leave Your Lover" Wenn die Beziehungen von Musikern enden, dann gibt es oft Songs darüber. Häufig sind das traurige Herzschmerz-Monzetten, die nur so triefen vor Melancholie. Dass es auch anders geht, zeigt Paul Simon uns mit seinem größten Solohit "50 Ways To Leave Your Lover". Fun fact: Im Song selbst gibt Simon aber nicht 50 "Tipps", um eine Beziehung zu beenden, sondern eigentlich nur fünf. Das Vermächtnis von "Still Crazy..." Wir hören auf "Still Crazy..." ganz viele verschiedene Musikstile. Es ist viel Jazz dabei, Soul und auch Gospel. Wir hören, wie Paul Simon sich vom Folk abhebt und sich in unterschiedlichsten Musikrichtungen ausprobiert – mit Erfolg. Dieses Album ist ein ganz wichtiger Baustein in der Entwicklung von Paul Simon, erklärt Katharina Heinius im Meilensteine Podcast zu "Still Crazy After All These Years". Paul Simon ist [...] da angekommen, wo er hinwill! Quelle: Katharina Heinius, SWR1 Musikredakteurin über "Still Crazy After All These Years" von Paul Simon Shownotes Infos zum Albumcover von Paul Simons "Sill Crazy After All These Years" Paul Simon bei der Grammy-Verleihung 1976 Youtube-Kanal von Paul Simon ARD-Podcast-Tipp: "Tee mit Warum – Die Philosophie und wir" Infos zur Liveaufzeichung der Meilensteine in Koblenz Über diese Songs vom Album "Still Crazy After All These Years" sprechen wir im Podcast (13:15) – "Still Crazy After All These Years" (32:26) – "My Little Town" (41:48) – "50 Ways To Leave Your Lover" (55:34) – "Gone At Last" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (40:51) – "Ein ehrenwertes Haus" von Udo Jürgens (43:55) – "50 Tipps" von Ulla Meinecke

  11. Otis Redding – "Otis Blue/Otis Redding Sings Soul"
    06.10., 06:0001:01:54

    "Otis Blue/Otis Redding Sings Soul" entstand an einem Tag "Otis Blue/Otis Redding Sings Soul" erschien am 15. September 1965 und verkaufte sich mehr als 250.000 Mal. Entstanden ist das Album in den legendären Stax-Studios in Memphis – und das in gerade einmal 24 Stunden. Das Indie-Label Stax Records war neben Motown Records eines der wichtigsten Labels für Soulmusik und prägte den typischen "Memphis-Soul". Die Stax-Hausband Booker T. & The MG's war auch maßgeblich an der Produktion von "Otis Blue" beteiligt. Das Album und die Bürgerrechtsbewegung In einigen Songs des Albums zeigt sich ein deutlicher Bezug zur amerikanischen Bürgerrechtsbewegung Mitte der 1960er Jahre. Ein Beispiel dafür ist der Song "Ole Man Trouble", in dem Otis Redding musikalische Brücken schlägt. Er verknüpft Elemente des als "weiß" wahrgenommenen Country mit den afroamerikanischen Traditionen der Soul- und Bluesmusik. Gerade in den Jahren des Höhepunkts der Bürgerrechtsbewegung war diese musikalische Verbindung mehr als ein Stilmittel. Sie wurde zur künstlerischen Aussage gegen Trennung und Ausgrenzung. "Change Gonna Come" wird zur Hymne der Bürgerrechtsbewegung Ein weiterer Song, der in diesem Zusammenhang genannt werden muss, ist "Change Gonna Come". Dabei handelt es sich um eine Coverversion des Songs "A Change Is Gonna Come" von Sam Cooke. Cooke, ein wichtiges Vorbild für Redding, hatte den Song nach einer eigenen rassistischen Erfahrung geschrieben. Zusätzlich zum Schreiben inspiriert wurde er, als er Bob Dylans "Blowin' In The Wind" hörte – ein Moment, der ihn dazu brachte, selbst ein Lied über die Ungerechtigkeiten gegenüber Afroamerikanern zu verfassen, diesmal aber aus der Sicht eines schwarzen Musikers. Während Dylan der Dichter ist, (...) der, der was vorträgt, ist Otis oder auch Sam Cook (...) der Prediger. Das ist der, der es lebt. Quelle: Meilensteine-Redakteurin Katharina Heinius Nach Cookes frühem Tod im Jahr 1964 führte Otis Redding dieses Erbe weiter. Er kürzte den Titel zu "Change Gonna Come" und machte den Song endgültig zu einer Hymne der Bürgerrechtsbewegung, die heute sozusagen als amerikanisches Kulturerbe gilt. Die Stimme von Otis Redding war voller Emotionen Otis Redding hatte die ganz besondere Gabe, mit seiner Stimme pure Emotion zu transportieren und sein Publikum vom ersten Ton an in den Bann zu ziehen. Genau das ist es, was Soulmusik so besonders macht. Anders als im Blues, der oft von Schmerz und Leid geprägt ist, schwingt im Soul stets eine Spur Hoffnung mit. Unser Meilensteine-Gast Rolf Stahlhofen, selbst Sänger und früheres Mitglied der Söhne Mannheims, weiß, wie dieser Effekt entsteht: Man darf nicht nachdenken, sondern muss ganz im Moment sein. Und man muss das fühlen, was man singen möchte. Das ist, wenn du das Gehirn ausschaltest. Wenn du nicht denkst, sondern nur bist. Quelle: Musiker Rolf Stahlhofen über die Gesangskunst von Otis Redding Auch Weggefährten beschrieben Redding immer wieder als einen herzensguten, positiven und mitreißenden Menschen, der seine Leidenschaft für die Musik in jeder Note spürbar machte. Otis Redding, Aretha Franklin und die Rolling Stones Die Songs "Respect" und "Satisfaction" kennen wir nicht nur von Otis Redding, sondern auch von anderen berühmten Musikerinnen und Musikern. Aretha Franklin machte 1967 aus Reddings "Respect" eine Hymne für Emanzipation und Bürgerrechte, während Otis Redding selbst den bekannten Song "(I Can't Get No) Satisfaction" von den Rolling Stones in eine mitreißende Soul- und R&B-Version verwandelte. Mehr darüber erfahrt ihr in dieser Episode der Meilensteine. Shownotes Offizielle Homepage unseres Gastes Rolf Stahlhofen Artikel über den Tod von Sam Cooke aus dem "People" Magazine zum Filmstart von "One Night in Miami" Buchtipp: "Sweet Soul Music" Webseite von Stax mit Infos und Videos Buchtipp: "All that Jazz" ARD Audiothek-Tipp: "Alles in Butter" von WDR 5 Über diese Songs vom Album "Otis Blue/Otis Redding Sings Soul" sprechen wir im Podcast (16:12) – "Ole Man Trouble" (23:42) – "Respect" (32:23) – "Change Gonna Come" (49:15) – "I've Been Loving You Too Long" (54:58) – "Satisfaction" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (07:40) – "These Arms Of Mine" von Otis Redding (10:50) – "Green Onion" von Booker T. & The MG's (11:33) – "In The Midnight Hour" von Booker T. & The MG's (12:39) – "My Girl" von The Temptations (17:06) – "(Sittin' On) The Dock Of The Bay" von Otis Redding (19:33) – "King Of The Road" von Roger Miller (23:42) – "Respect" von Aretha Franklin (29:53) – "A Change Is Gonna Come" von Sam Cooke (39:09) – "Blowin' In The Wind" von Bob Dylan (43:43) – "Wenn Dir die Liebe fehlt" von Rolf Stahlhofen (48:33) – "Mr. Pitiful" von Otis Redding (53:48) – "I've Been Loving You Too Long" von den Rolling Stones (59:30) – "Thirty Days" von Chuck Berry

  12. Oasis – "(What's The Story) Morning Glory?"
    29.09., 06:0001:11:42

    2025 hatten die Fans von Oasis wieder allen Grund zur Freude: Nach jahrelangem Zwist zwischen den Brüdern Noel und Liam Gallagher haben die beiden Brüder sich wieder zusammengerauft und sind mit Oasis auf Welttournee gegangen. "(What's The Story) Morning Glory?" überholt das Debütalbum von Oasis "Definitely Maybe" "(What's The Story) Morning Glory?" ist das zweite Album von Oasis und gleichzeitig auch das kommerziell erfolgreichste der Band. Mehr als 20 Millionen Mal wurde die Platte verkauft und hat damit das (bereits sehr erfolgreiche) Debütalbum überholt. Das zweite Album ist für junge Künstler oft entscheidend, denn damit wird klar, ob eine Band nur eine "Eintagsfliege" war, oder Fans länger begeistern kann. Oasis konnten die Begeisterung noch steigern, was wohl auch daran liegt, dass mit "Wonderwall" und "Don't Look Back In Anger" zwei der erfolgreichsten Songs der Band auf dem Album vertreten sind. In den 90ern war "Wonderwall" omnipräsent! Quelle: Meilensteine Gast Ronny Bittner "(What's The Story) Morning Glory?" hat Zeit gebraucht Dabei hat es in der Anfangszeit, nach Veröffentlichung der Platte, gar nicht danach ausgesehen, als ob das Album so ein großer Erfolg werden würde. Die Fachpresse hat zu Beginn nämlich wirklich viele schlechte Kritiken zum Album geschrieben. Die Musik wurde als "mühsam und träge" und Oasis als "limitierte Band" beschrieben. Diese Bedeutung von "(What's The Story) Morning Glory?" kam eigentlich mit der Zeit. Quelle: Meilensteine Gast Ronny Bittner Die Aufnahmen zu "(What's The Story) Morning Glory?" von Oasis waren turbulent Mit musikalisch gut gepackten Taschen sind Oasis für die Aufnahmen in die Rockfield Studios nach Wales gefahren, wo auch schon andere Meilensteine wie "Bohemian Rhapsody" von Queen oder auch "Parachutes" von Coldplay aufgenommen worden sind. Liam Gallagher hat während der Zeit dort viele Freunde eingeladen, mit denen sich gemeinsam betrunken wurde und die Aufnahmesessions gestört haben – so sehr, dass es zu einer Prügelei zwischen den beiden Brüdern gekommen ist und Liam Gallagher zwischenzeitlich sogar zurück nach London gereist ist. Auf dem Album hören wir auch viel Beatles-Einflüsse Im Podcast wird auch darüber gesprochen, dass Oasis – und vor allem Noel Gallagher – sich an vielen Stellen von den Beatles inspirieren lassen hat. Ganz besonders deutlich wird das zum Beispiel im Song "Don't Look Back In Anger", sowohl musikalisch als auch textlich. Das Besondere an "(What's The Story) Morning Glory?" Für Meilensteine Gast Ronny Bittner ist das Besondere an "(What's The Story) Morning Glory?", dass es für ihn, wie eine Art musikalisches Lagerfeuer oder ein nach Hause kommen ist, das er im Podcast als "Happy Place" bezeichnet. "(What's The Story) Morning Glory?" ist mit seiner Vielschichtigkeit der perfekte Begleiter in vielen Situationen. Quelle: Meilensteine Gast Ronny Bittner über die Songs des Albums Shownotes Meilensteine-Folge zu "Definitely Maybe" von Oasis ARD Podcast-Tipp: "Fuck You Very Very Much" über Oasis und Blur Über das außergewöhnliche Cover zur Single "Some Might Say" Zur Coverfotografie von Michael Spencer Jones Buchtipp: "Gallagher – Fall und Aufstieg von Oasis" ARD Audiothek-Tipp: "Merch, Marketing und Musik – Das Geschäft mit den Fans" Über diese Songs vom Album "(What's The Story) Morning Glory" sprechen wir im Podcast (13:54) – "Roll With It" (22:50) – "Wonderwall" (37:03) – "Don't Look Back In Anger" (56:55) – "Some Might Say" (01:04:44) – "Champagne Supernova" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (16:40) – "Country House" von Blur (29:19) – "Wonderwall" von The Mike Flowers Pops (30:03) – "Wonderwall" von Ryan Adams (36:30) – "The Masterplan" von Oasis (38:38) – "Imagine" von John Lennon

  13. Ton Steine Scherben – "Wenn die Nacht am tiefsten ..." (mit Claudia Roth)
    18.09., 15:5001:15:34

    Für die Podcastfolge zu "Wenn die Nacht am tiefsten ..." von Ton Steine Scherben hatten wir eine besondere Gästin im Hinterkopf, auf die man vielleicht nicht sofort kommt: Politikerin Claudia Roth. Freundin, Mitbewohnerin und Vertraute – Claudia Roth kennt Ton Steine Scherben gut Sie ist nicht nur ehemalige Vizepräsidentin und langjähriges Mitglied des Bundestages, sondern, vor seinem Tod, auch enge Freundin von Rio Reiser und der Band Ton Steine Scherben. Zeitweise hat sie sogar mit den Musikern zusammen gewohnt. Claudia Roth hat also einen ganz intimen und speziellen Blick auf die Geschichte von Ton Steine Scherben. Sie war auch schon früher Gast bei den Meilensteinen, bei der Folge zum internationalen Frauentag zum Beispiel, zusammen mit den Sängerinnen Stefanie Heinzmann und Lucie van Org. Die Zeit um "Wenn die Nacht am tiefsten ..." von Ton Steine Scherben Im Podcast erklärt Claudia Roth, dass die Zeit damals, Anfang der 1970er-Jahre, eine "extrem politische Zeit" in Deutschland gewesen ist. Der RAF-Terrorismus war mehr als spürbar und auch die 68er-Generation und die Studentenbewegungen haben viele Menschen bewegt und auch beeinflusst. Es war immer ein Ansatz von Rio und [...] von allen, die gesagt haben: Wir müssen mit Emotionen die Menschen erreichen! Quelle: Claudia Roth über die Herangehensweise von Ton Steine Scherben SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig erzählt im Podcast von vielen Momenten (auch bei Konzerten) durch die Ton Steine Scherben zu Helden der Linken Szene geworden sind, was für die Band auch "immer mehr zur Belastung" geworden ist. Ton Steine Scherben waren "Eigentum der linken Bewegung" Man hat sie immer mehr versucht wie das Eigentum der linken Bewegung zu behandeln. Es ist fast schon erwartet worden, dass man nach einem Konzert ein Haus besetzt! [...] Das hat die Band einfach verrückt gemacht. Quelle: Claudia Roth über die gesellschaftliche Wahrnehmung der Band Ton Steine Scherben, die eigentlich aus Berlin kommen, ziehen aufs Land nach Fresenhagen, erzählt Claudia Roth. Aber "es ist ein Rückzug nach vorne", so beschreibt sie es weiter. Die Band wollte nicht die Augen verschließen vor dem, was passiert, sondern Kraft schöpfen für die Zukunft. Sie fliehen vor der dogmatischen Linksszene. Quelle: Stephan Fahrig über den Umzug der Band nach Fresenhagen Was bedeutet "Wenn die Nacht am tiefsten ..." von Ton Steine Scherben für Claudia Roth In einer sehr politischen, rauen Zeit in Deutschland Mitte der 1970er ist "Wenn die Nacht am tiefsten ..." eine Art Lichtblick. Es soll motivieren mit Songs wie "Steig ein". Das ist vermutlich das, was Claudia Roth mit "Rückzug nach vorne" gemeint hat. SWR1 Moderator Frank König beschreibt das Album als eine Art Silberstreif am Horizont. Es ist ein Meilenstein, weil es die Stimme einer Generation ist, weil es der Sound einer Generation ist. Quelle: Claudia Roth über das Besondere an "Wenn die Nacht am tiefsten ..." von Ton Steine Scherben Das ganze Album "Wenn die Nacht am tiefsten ..." steht im Zeichen des Aufbruchs und im Zeichen der Hoffnung. Das hören wir an ganz vielen Texten des Albums, an denen Rio Reiser lange gearbeitet hat, wie Claudia Roth aus erster Hand berichten kann. Und für sie haben die Songs eine "so große Kraft, dass sie auch 50 Jahre später noch stimmen." Shownotes Website von "Wenn die Nacht am tiefsten ..." Das Rio Reiser Archiv Buchtipp: "Rio Reiser – König von Deutschland" Buchtipp: "Das schillernde Leben des Nikel Pallat – von Ton Steine Scherben bis Adele" ARD-Podcast-Tipp: "Musik ist eine Waffe – Die Geschichte von Ton Steine Scherben" Über diese Songs vom Album "Wenn die Nacht am tiefsten ..." sprechen wir im Podcast (25:33) – "Wenn die Nacht am tiefsten ..." (43:00) – "Samstag Nachmittag" (49:13) – "Halt dich an deiner Liebe fest" (58:17) – "Wir sind im Licht" (01:04:39) – "Steig ein" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (05:15) – "Junimond" von Rio Reiser

  14. Kate Bush – "Hounds Of Love"
    15.09., 06:0001:07:32

    Die Folge der Meilensteine über "Hounds Of Love" von Kate Bush war längst überfällig. Das Album ist ein zeitloses Meisterwerk und machte die Ausnahmekünstlerin Kate Bush zu einer feministischen Ikone, die viele Musikerinnen und Musiker nach ihr inspiriert hat. Die Struktur von "Hounds Of Love" "Hounds Of Love" wurde für Langspielplatte konzipiert und behandelt komplexe und existenzielle Themen. Es geht um die Liebe, den Tod, um Glaube, menschlichen Wille und um die Kraft der Natur. Um es uns Hörern zu erleichtern, hat sie das Album geschickt in eine A- und eine B-Seite aufgeteilt. Auf der A-Seite befinden sich alle Hits, wie "Running Up That Hill", "Hounds Of Love" oder "The Big Sky". Die B-Seite enthält hingegen eine kleine Mini-Oper mit dem Konzeptstück "The Ninth Wave". Viele ihrer Songtexte sind inspiriert von Filmen, die sie gesehen, oder Büchern, die sie gelesen hat. Kate Bush besitzt die besondere Gabe, diese Geschichten in ihren Songs weiterzuerzählen und sie musikalisch lebendig werden zu lassen. Ich glaube, dass sie auch die Aufschrift auf einem Kühlschrankmagneten zu einem tollen Text formulieren könnte. Quelle: Meilensteine-Redakteur Stephan Fahrig Mit 13 Jahren nahm Kate Bush erste Demos auf Kate Bush wuchs zusammen mit ihren Eltern und ihren beiden älteren Brüdern Paddy und John Carder auf einem Bauernhof in der Nähe von London auf. Ihre ganze Familie war immer schon künstlerisch veranlagt. Ihre beiden Brüder unterstützten sie auch bei der Produktion zu "Hounds Of Love". Mit nur 13 Jahren nahm Kate bereits ihre ersten Demos auf. Eins dieser Demos gelangte 1974 über einen Freund ihres Bruders zu Pink-Floyd-Gitarrist David Gilmour, der gerade auf der Suche nach Nachwuchstalenten war. Er entdeckte Kate Bush, nahm Songs mit ihr auf und organisierte ihr einen Plattenvertrag. Da Bush jedoch noch sehr jung war, betrachtete das Label sie als langfristiges Projekt und unterstützte sie gezielt mit Gesangs- und Tanzunterricht. "Running Up That Hill" von "Hounds Of Love" war 2022 erneut in den Charts Der erste Song auf "Hounds Of Love" ist "Running Up That Hill". Er handelt von der Kraft der Liebe und den Schwierigkeiten, die entstehen, wenn Männer und Frauen einander nicht verstehen. Bush vollzieht dafür einen Perspektivwechsel – ihr "Deal With God" beschreibt die Idee, einmal die Rollen zu tauschen, um die Perspektive des anderen einnehmen zu können. Im Jahr 2022 erlebte "Running Up That Hill" ein überraschendes Comeback. Es kam in der vierten Staffel der Netflix-Serie "Stranger Things" vor und eroberte dadurch ein neues, junges Publikum. Kate Bush erreichte dadurch in mehreren Ländern erneut die Spitze der Charts. Die fabelhafte Klangwelt der Kate Bush Nicht nur ihre Songs sind außergewöhnlich, auch ihre Stimme ist extrem einzigartig. Sie besitzt einen enormen Umfang, der von tiefen, warmen Tönen bis zu schwindelerregenden Höhen reicht. Mit ihr kann sie wunderschön flüstern, schreien oder spielerisch experimentieren. Vor allem aber erzählt sie mit jedem Ton Geschichten und zieht die Zuhörerinnen und Zuhörer so in ihre Klangwelten hinein. Der Gesang von Kate Bush ist sowieso einzigartig. Die Produktion ist völlig irre zu der Zeit [...] und die emotionale Tiefe hat mich immer umgehauen. Quelle: Meilensteine-Redakteur Dave Jörg Für die zusätzliche Magie auf diesem Album nutzte sie den digitalen Synthesizer "Fairlight CMI". Mit ihm konnte sie Instrumente, Stimmen und Geräusche aufnehmen, modulieren und in verschiedenen Tonhöhen abspielen. Besonders zu hören ist das bei "Running Up That Hill", wo die markanten Anfangstöne von einem Cello stammen, das mit dem Synthesizer verändert wurde. Auch die B-Seite von "Hounds Of Love" hat es in sich Die B-Seite des Albums bildet mit "The Ninth Wave" eine kleine Mini-Oper aus sieben Songs, die gemeinsam eine mythische Geschichte erzählen. In einem dieser Stücke taucht am Ende sogar ein deutscher Satz auf. Welcher das ist, was es damit auf sich hat und vieles mehr über dieses – in jeder Hinsicht – außergewöhnliche Album erfahrt ihr in dieser Episode der Meilensteine. Shownotes Musikvideo zu "Running Up That Hill" Musikvideo zu "Hounds of Love" Kate Bush Youtube-Kanal ARD Podcast Tipp: "Grimms Märchen & Verbrechen Über diese Songs vom Album "Hounds Of Love" wird im Podcast gesprochen (16:17) – "Running Up That Hill" (29:10) – "Hands Of Love" (39:22) – "The Big Sky" (47:53) – "Cloudbusting" (53:20) – "The Ninth Wave" (01:01:26) – "Hello Earth" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen (22:25) – "Babooshka" von Kate Bush

  15. Pink Floyd – "Wish You Were Here"
    08.09., 06:0001:17:34

    Thematisch geht es um Verlust, Entfremdung, Wiederannäherung und um die Kritik am seelenlosen Musikbusiness. Obwohl die Urteile zum Album erstmal nicht so positiv waren, führte es nach seiner Veröffentlichung europaweit die Charts an und wurde in den USA und Großbritannien mit Gold ausgezeichnet. "Wish You Were Here" ist der Nachfolger des Erfolgsalbums "The Dark Side Of The Moon". Kein Wunder, dass sie während der Aufnahmen in den berühmten Abbey Road Studios unter sehr großem Druck standen. Meilensteine-Redakteur Stephan Fahrig erklärt dazu, dass Pink Floyd zu Beginn erst mal gar nichts hinbekommen haben. Sie waren noch ziemlich müde, uninspiriert und haben sich oft gestritten. Sänger Roger Waters hatte schließlich die Idee, ein weiteres Konzeptalbum zu erschaffen. Einige Songs wurden dem ehemaligen Mitbegründer Syd Barrett gewidmet, der Pink Floyd 1968 wegen psychischer Probleme verlassen musste. Syd Barrett tauchte plötzlich im Studio auf Apropos Syd Barrett: Der erste und letzte Song des Albums, "Shine On You Crazy Diamond", ist eine Hommage an den 2006 verstorbenen Sänger und Gitarristen. Während der Aufnahme spielte sich eine ziemlich tragische Begebenheit ab. Barrett erschien eines Tages im Studio, doch die Band erkannte ihn zunächst nicht. Er hatte sich den Kopf und die Augenbrauen abrasiert und wirkte völlig verändert. Der Moment war zutiefst emotional; Roger Waters und David Gilmour brachen sogar in Tränen aus. Zu dieser Zeit kämpfte Barrett bereits stark mit seinen psychischen Problemen, die durch seinen LSD-Konsum noch verschärft wurden. "Shine On You Crazy Diamond": Pink Floyds neunteilige Klangreise Der Song "Shine On You Crazy Diamond" ist ein einzigartiges Meisterwerk und besteht insgesamt aus neun Parts. Als eröffnender und abschließender Track hält er das Album wie ein Rahmen zusammen. Wer sich auf das Stück einlässt, erlebt eine musikalische Reise: Erst nach acht Minuten und 41 Sekunden setzt der Gesang ein. Bis dahin schwebt man durch verschiedenste Soundlandschaften. Pink Floyd ist Kino für die Ohren. Quelle: Uwe Sicks, Gitarrist der Pink Floyd Tribute Band "The Pink Floyd Project" Die sphärischen Klänge ganz am Anfang wurden übrigens mit einem ganz normalen Wasserglas erzeugt. Dieses eine Glas wurde auf mehreren Bändern aufgenommen und dann in unterschiedlichen Geschwindigkeiten abgespielt, um die verschiedenen Tonhöhen zu erzeugen. David Gilmours Gitarrenspiel sorgt für Gänsehaut Natürlich muss man sich bei "Shine On You Crazy Diamond" auch das ikonische Gitarrenspiel von Pink Floyd-Gitarrist David Gilmour anschauen. Meilensteine Podcast-Gast Uwe Sicks, Gitarrist der Pink Floyd Tribute Band "The Pink Floyd Project", verrät, dass er das ikonische Solo am Anfang und die markanten vier Töne im zweiten Part regelmäßig spielt. Dadurch weiß er genau, wie anspruchsvoll es ist, den Sound authentisch zu treffen. Eine exakte Kopie ist demnach kaum möglich. Auch David Gilmour spielte es bei jedem Auftritt etwas anders. Stattdessen muss man den Spielraum nutzen und eine eigene Version entwickeln. Gilmour schenkt jedem Ton Raum und "lebt" sie förmlich aus. Das macht es für Musiker so anspruchsvoll, doch für das Publikum umso bewegender: ein Spiel, das live auf der Bühne für Gänsehaut sorgt. Man sagt ja von Eric Clapton, er wäre "Mr. Slowhand" und für mich ist David Gilmour "Mr. Super Slowhand". Quelle: Uwe Sicks, Gitarrist der Pink Floyd Tribute Band "The Pink Floyd Project" Der legendäre Radio-Effekt am Anfang von "Wish You Were Here" Der Song "Wish You Were Here" ist einer der bekanntesten von Pink Floyd. Besonders spannend ist der Übergang ausgehend von "Have A Cigar". Plötzlich hört man ein merkwürdiges Geräusch, dann Radiostimmen, ein Stück von Tschaikowski und schließlich das ikonische Gitarrenintro, zunächst auch im Radio-Sound. Damals konnte man leider noch keine "Radio-Filter" über Aufnahmen legen, also mussten Pink Floyd improvisieren. Sie brachten ein Kabel aus den Abbey Road Studios nach draußen auf den Parkplatz zu David Gilmours Auto und schlossen es an sein Radio an. So konnten sie den Sound vom Mischpult ins Radio übertragen. Schließlich mussten sie nur noch das Autoradio aufnehmen. "Wish You Were Here" ist zeitlos "Wish You Were Here" hat Pink Floyd auf eine ganz neue Entwicklungsebene gebracht. Die Band entfernte sich ein Stück weit von den Synthesizerflächen und näherte sich dem rockigeren Sound an, den wir später auf "The Wall" hören sollten. Gleichzeitig besitzt das Album eine zeitlose Klangästhetik, was es bis heute so faszinierend und beliebt macht. Das klingt doch nicht, als wäre das 50 Jahre alt. Quelle: Uwe Sicks, Gitarrist der Pink Floyd Tribute Band "The Pink Floyd Project" Shownotes Behind The Scenes: David Gilmours singende Gläser "The Pink Floyd Project": Shine on You Crazy Diamond im Ducsaal "Wish You Were Here" Main Themes beim "Lights On! 3.0" St. Wendel 25 The Elevator Sessions: "Another Brick In The Wall" - Pink Floyd - Cover live by "The Pink Floyd Project" Nachruf auf Ronnie Rondell Jr. im Rolling Stone Buchtipp: Pink Floyd Biografie Die Geschichte von Syd Barrett & Pink Floyd bei Arte Podcast-Tipp: Danke, gut. Der COSMO Podcast über Pop und Psyche Über diese Songs vom Album "Wish You Were Here" wird im Podcast gesprochen (19:30) – "Shine On You Crazy Diamond" (46:50) – "Welcome To The Machine" (53:00) – "Have A Cigar" (01:04:33) – "Wish You Were Here" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen (01:09:05) – Die 4. Sinfonie von Tschaikowski

  16. Bruce Springsteen – "Born To Run"
    25.08., 08:2601:01:39

    "Born To Run" war für den US-amerikanischen Sänger aber nicht nur der internationale Durchbruch, sondern diese Platte hat die Karriere von Bruce Springsteen sogar gerettet. Seine ersten beiden Alben sind bei der Fachpresse zwar gut angekommen, aber die Verkaufszahlen waren zu schlecht. "Born To Run" war die letzte Chance für Bruce Springsteen Die letzte Chance, die er von seiner Plattenfirma CBS-Records noch bekommen hat, war das dritte Album "Born To Run" und glücklicherweise konnte Bruce Springsteen damit das Steuer nochmal herumreißen. Als Gast in dieser Folge der Meilensteine ist BAP-Sänger Wolfgang Niedecken mit dabei. Er hat uns im Meilensteine Studio besucht, um mit uns über "Born To Run" von Bruce Springsteen zu sprechen. Die Kassette ["Born To Run"] lief an einem Stück – ununterbrochen! [...] Diese Dinge kenn' ich auswendig! Quelle: Wolfgang Niedecken über "Born To Run" von Bruce Springsteen Wolfgang Niedecken ist Fan und Freund von Bruce Springsteen Er ist nämlich selber nicht nur Fan von Springsteen, sondern auch ein guter Freund des Megastars. Kennengelernt haben sich Bruce Springsteen und Wolfgang Niedecken bei einem Interviewtermin in New York, bei dem Niedecken Bruce Springsteen eigentlich nur interviewen sollte. Sie haben sich dann aber so gut verstanden, dass sie sich angefreundet haben. Die beiden standen sogar schon gemeinsam auf der Bühne und haben den Song "Hungry Heart" zusammen gespielt. Und als Freund von Bruce Springsteen kann Wolfgang Niedecken uns im Podcast natürlich noch einen ganz anderen Einblick in das Leben und Wirken des "Boss" geben. Bob Dylan und Phil Spector waren Springsteens Vorbild für "Born To Run" Für Bruce Springsteen stand mit "Born To Run" viel auf dem Spiel. Deshalb hat er sich auch von den ganz großen Künstlern inspirieren lassen. Bei den Texten war eines der Vorbilder auch Folklegende Bob Dylan und beim Sound hat sich Springsteen an der legendären "Wall of Sound" von Phil Spector orientiert. Die hört man vor allem beim größten Hit des Albums – dem Titeltrack "Born To Run". Wolfgang Niedeckens persönlicher Wunsch Im Vorfeld einer Meilensteine Aufzeichnung sprechen wir auch immer darüber, über welche Songs wir denn im Podcast explizit sprechen möchten. Der explizite Wunsch von Wolfgang Niedecken war "Meeting Across The River". Über den Song wollte der BAP-Frontmann unbedingt reden. Der Song ist wie ein Film von Martin Scorsese! [...] Für mich ist das ein Juwel! Quelle: Wolfgang Niedecken über "Meeting Across The River" von Bruce Springsteen Das Vermächtnis von Bruce Springsteen und "Born To Run" Für Wolfgang Niedecken ist "Born To Run" so etwas wie die Essenz dessen, was man als Rock 'n' Roll bezeichnen kann. Im Meilensteine Podcast umschreibt er das mit seinen eigenen Worten und endet dabei aber ganz typisch mit dem klassischen kölschen Ausspruch "...weisse Bescheid!" Shownotes Bruce Springsteen und Wolfgang Niedecken performen "Hungry Heart" Buchtipp: "Über Bruce Springsteen" von David Remnick Buchtipp: "Bruce Springsteen: All the Songs" von Philippe Margotin und Jean-Michel Guesdon SWR1 Interview mit Wolfgang Niedecken über seine Freundschaft zu Bruce Springsteen Podcast SWF3 – Das Phänomen ARD Podcast-Tipp: "50 States – Der Amerika Podcast mit Dirk Rohrbach" Über diese Songs vom Album "Born To Run" wird im Podcast gesprochen (20:08) – "Thunder Road" (32:00) – "Born To Run" (45:05) – "Meeting Across The River" (50:54) – "Jungleland" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen (23:38) – "Walking In The Street" von Bruce Springsteen (33:22) – "Be My Baby" von The Ronettes (44:30) – "Born To Add" von Bruce Stringbean (Sesamestreet) (49:15) – "Diss Naach ess alles drin" von BAP

  17. AC/DC – "Back In Black"
    14.07., 10:5801:16:24

    Mit dem Album "Back In Black" und dem neuen Sänger Brian Johnson trauern AC/DC um ihren verstorbenen Frontmann Bon Scott, feiern mit den Songs des Albums aber auch das Leben und den Rock'n'Roll-Lifestyle. Es ist ein tolles Tribute-Album für Bon Scott und es ist die perfekte Einführung für den neuen Sänger Brian Johnson! Quelle: Stephan Fahrig, Musikredakteur über "Back in Black" So wurde Brian Johnson zum neuen AC/DC-Sänger Nach dem tragischen Tod von Sänger Bon Scott, der am 19. Februar 1980 nach einer durchzechten Nacht leblos im Wagen seines Freundes gefunden wurde, stand die Band erstmal unter Schock. Der Vater von Bon Scott hat AC/DC aber darum gebeten, weiterzumachen, erzählt Musikredakteur Stephan Fahrig im Podcast. Es musste also ein neuer Sänger her. Wie genau Brian Johnson schlussendlich zum neuen AC/DC-Sänger geworden ist, da gibt es unterschiedliche Geschichten. Vor seiner Zeit bei AC/DC hatte Brian Johnson in Newcastle eine Band namens Geordie, die auch schon einen Top-10-Hit hatte, und Bon Scott soll Brian Johnson da selbst mal gesehen haben und recht angetan von dem Sänger gewesen sein. Eine andere Geschichte, wie die Band auf Brian Johnson aufmerksam geworden ist, ist, dass ein junger AC/DC-Fan dem Produzenten der Band, Robert "Mutt" Lange, der auch schon für den klaren, aber rauen Sound beim AC/DC Kultalbum "Highway To Hell" an den Reglern gesessen hat, ein Tape von Brian Johnson zugesteckt hat, woraufhin er zum Vorsingen bei der Band eingeladen worden ist. "Back In Black" von AC/DC ist ein absoluter Topseller Und obwohl AC/DC vor diesem Album gerade erst ihren charismatischen Frontmann verloren hatten, mit dem die australischen Hardrocker damals den Durchbruch geschafft hatten, ist es "Back in Black", das zum (kommerziell) erfolgreichsten Album der Band wurde. Aber nicht nur das – "Back In Black" ist nach Michael Jacksons "Thriller" auch das zweitmeistverkaufte Album aller Zeiten. Über 50 Millionen Einheiten sollen von dem Album über den Ladentisch gegangen sein. Das Album ist ein Wendepunkt für die Band, ein neuer Startpunkt. AC/DC werden – vielleicht auch durch den Tod von Bon Scott – ein Stück erwachsen. Aus den rotzigen Rock'n'Rollern [...] werden gestandene Rocker. Quelle: Stefan Fahrig, Musikredakteur über AC/DC und "Back In Black" Die Inspiration für den Opener auf "Back in Black" Aufgenommen wurde "Back in Black" auf den Bahamas in Nassau. Ein beliebter Ort für viele Musiker wie zum Beispiel auch die Beach Boys, Sting und The Police oder Dire Straits. Aber die Bahamas waren nicht einfach nur der Aufnahmeort für die Band. Der neue Sänger Brian Johnson hat sich von dem Wetter dort sogar für Teile des Songtextes zu Hells Bells inspirieren lassen. Als die Band zu den Aufnahmen vor Ort war, tobte dort ein Tropensturm, und so hat sich Sänger Brian Johnson zu den passenden Textzeilen für "Hells Bells" hinreißen lassen: I'm rolling thunder, pouring rain – I'm coming on like a hurricane. My lightning's flashing across the sky. You're only young, but you're gonna die! Quelle: Die ersten Textzeilen aus "Hells Bells" Die Gitarrenarbeit von AC/DC auf "Back In Black" Ganz besonders ist bei "Back In Black" natürlich auch die Gitarrenarbeit und der Gitarrensound der beiden Brüder Angus und Malcolm Young. Und was für viele Laien oft ganz einfach wirkt, ist es natürlich nicht. Es geht dabei um ganz viele Feinheiten. Von der Auswahl der unterschiedlichen Gitarren über Verstärker bis hin zur Wahl der Gitarrensaiten von Angus und Malcolm. Alles ist haargenau auf die jeweilige Rolle der beiden Brüder innerhalb der Band abgestimmt. Malcolm macht den Druck und die Power hinten und das bissige und verzerrte, darum kümmert sich Angus. Und diese unterschiedlichen Rollen sind auch im Mix auf dem Album genau aufgeteilt. Und auch beim Songwriting sind die Elemente und auch die Anschlagtechniken von Malcolm und Angus sehr fein aufeinander abgestimmt, erklärt Musikredakteur und Gitarrenexperte Stephan Fahrig im Podcast. Das Erbe von AC/DC und "Back In Black" Das kommerziell erfolgreichste Hardrockalbum aller Zeiten hat natürlich auch Spuren in der Musikgeschichte hinterlassen – und zwar sehr tiefe, wie Musikredakteurin Katharina Heinius im Podcast erzählt: Sie (AC/DC) sind das Vorbild vieler, vieler Hardrockbands geworden – auch mit diesem Album. Sie haben auch einen Sound geprägt und sie haben den Sound auch durchgezogen. Wenn jemand fragt: Was ist [...] Hardrock? 100% "Back In Black"! Quelle: Katharina Heinius, Musikredakteurin, über den Einfluss von "Back In Black" Shownotes In diesem Studio wurde nicht nur Brian Johnson zum neuen AC/DC-Sänger, sondern auch "Back In Black" aufgenommen Von hier kommt die legendäre Glocke aus Hells Bells Der Gitarrensound von Malcolm Young So findest du den Gitarrensound von Angus Young Die Geschichte von "Back in Black" beim Revolver Magazin Meilensteine-Folge zum AC/DC-Album "Highway To Hell" ARD-Podcast-Tipp: "Gabalier – Hinter der Lederhose" Über diese Songs vom Album "Back In Black" sprechen wir im Podcast (23:13) – "Hells Bells" (37:05) – "Shoot To Thrill" (48:45) – "Back In Black" (01:03:12) – "You Shook Me All Night Long" (01:10:44) – "Rock and Roll Ain't Noise Pollution" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (04:01) – "Ein frauenfeindliches AC/DC Stück" von den Rodgau Monotones (06:35) – "Friday On My Mind" von The Easybeats (14:41) – "All Because Of You" von Geordie

  18. Johnny Cash – "American III: Solitary Man"
    14.07., 06:0000:29:17

    Mitte der 90er-Jahre hat Johnny Cash, gemeinsam mit Starproduzent Rick Rubin, angefangen, große Songs der Pop- und Rockgeschichte zu covern, oder viel mehr seine ganz eigenen Versionen davon zu erschaffen. Der Titel dieses Projekts: "American Recordings". Die dritte Platte der Reihe heißt "Solitary Man" und ist im Jahr 2000 rausgekommen. Insgesamt sechs Alben umfasst die Reihe, von welcher der erste Teil bereits 1994 veröffentlicht worden ist. Der sechste und letzte Teil "Ain't No Grave" ist dann 2010 veröffentlicht worden, knapp sieben Jahre nach dem Tod von Johnny Cash. Bei "Solitary Man" hören wir einen stark gealterten Johnny Cash Auf dem dritten Album der Reihe "American Recordings" hören wir ganz viel "Johnny Cash pur", so beschreibt es Meilensteine Host Frank König im Podcast. Das bedeutet, es gibt einige Songs, wo wir nur die Gitarre hören und einen von der Krankheit schwer gezeichneten Johnny Cash. Noch eindringlicher wird "Solitary Man" dadurch, dass man den körperlichen Verfall des schwer kranken Johnny Cash beinahe in jeder Gesangszeile raushören kann. Quelle: Frank König, Meilensteine Host über Johnny Cash und "Solitary Man" Neben der ausdrucksstarken Stimme gibt es auf "Solitary Man" wieder einen musikalischen Mix aus Coversongs, Traditionals und eigenen Songs von Johnny Cash. Aber auch wenn die Songs vorher von Künstlern wie U2, Tom Petty & The Heartbreakers, Nick Cave oder Neil Diamond gewesen sind – auf diesem Album wird jeder Song dann doch irgendwie zu einem sehr persönlichen Song von Johnny Cash. Der Song ("One") wirkt so ein bisschen wie aus Cashs Leben geschnitten. Quelle: Jonas Gutsche, ehemaliger SWR1 Musikredakteur über den Song "One" Wir hören auf "Solitary Man" von Johnny Cash ein gewohntes Team und Umgebung Für "Solitary Man" vertraute Johnny Cash wieder auf eine gewohnte Umgebung und auch auf bekannte Personen. Zum einen bei seinen Mitmusikern wie Tom Petty und seinen Heartbreakers und auch beim Produzenten Rick Rubin, der unterstützt worden ist von dem Sohn von Johnny Cash. Auch das Studio, in dem "Solitary Man" aufgenommen worden ist, war bereits bekannt. Es war nämlich sein eigenes Tonstudio, die "Cash Cabin Studios", die gleich auf der anderen Straßenseite von Cashs damaligem Wohnhaus in Tennessee liegen und auch heute noch von seinem Sohn betrieben werden. Das Vermächtnis der "American Recordings" und von Johnny Cashs "Solitary Man" Die "American Recordings" Reihe, zu der auch "Solitary Man" gehört, hat für Musikredakteur Benjamin Brendebach einiges für das Ansehen der Countrymusik getan – vor allem bei uns in Deutschland. Johnny Cash hat dem Country mit diesen Alben hier (in Deutschland) einen sehr großen Dienst erwiesen. Quelle: Benjamin Brendebach, Musikredakteur über die "American Recordings" Shownotes Der offizielle Youtube Kanal von Johnny Cash Dokumentation über das Leben von Johnny Cash Die Cash Cabin Studios Über diese Songs vom Album "American III: Solitary Man" sprechen wir im Podcast (02:54) – "I Won't Back Down" (08:54) – "Solitary Man" (12:50) – "One" (17:09) – "The Mercy Seat" (23:37) – "Country Trash" (28:16) – "Wayfaring Stranger" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (05:23) – "I Won't Back Down" von Tom Petty (11:34 ) – "Solitary Man" von Neil Diamond (19:52) – "The Mercy Seat" von Nick Cave & The Bad Seeds

  19. The Beach Boys – "Pet Sounds"
    04.07., 10:2401:12:38

    "Pet Sounds" erschien am 16. Mai 1966 als elftes Studioalbum der Beach Boys. Die kalifornische Band bestand aus den Brüdern Brian, Dennis und Carl Wilson, ihrem Cousin Mike Love und dem Schulfreund Alan Jardine. Mit "Pet Sounds" entfernten sie sich von ihrem sommerlichen Surfsound und wandten sich vielschichtigen, komplexen Kompositionen mit lyrischer Tiefe zu. Während der Produktion des Albums war ein Großteil der Beach Boys eigentlich gar nicht dabei. Die Band tourte gerade durch Japan. Nur Brian Wilson, der kreative Kopf der Gruppe, blieb zurück in Kalifornien, um sein Ziel zu erreichen, das beste Rockalbum aller Zeiten zu komponieren. Dabei orientierte er sich am Album "Rubber Soul" von den Beatles, das ein Jahr zuvor erschienen war. Für die Songtexte engagierte Wilson den Werbetexter Tony Asher als Mitautoren. Als die Band schließlich aus Japan zurückkehrte, mussten sie nur noch die Songs einsingen – der Rest war bereits fertig. Die Beach Boys verabschieden sich vom Surfbrett Brian Wilson war ein großer Fan des amerikanischen Produzenten Phil Spector, der für die Komposition dichter und orchestraler Klangflächen bekannt wurde, der sogenannten "Wall Of Sound". Spector war unter anderem am Song "Be My Baby" aus dem Jahr 1963 von den Ronettes beteiligt. Wilson bezeichnete das Lied als das beste Popstück, das je geschrieben wurde. Tief beeindruckt von Spectors Arbeit, wollte Wilson ihn jedoch nicht einfach nachahmen. Sein Anspruch war, ihn zu übertreffen. Was Brian Wilson so an [Phil Spector] fasziniert hat, war, dass er sich nicht nur rein als Produzent verstanden hat, also als jemand, der Musiker aufnimmt. Sondern, dass er ein Künstler war. Quelle: Katharina Heinius, SWR Musikredakteurin über Brian Wilsons Faszination von Phil Spector Inhaltlich und musikalisch ging Brian Wilson einen großen Schritt weg vom erfolgreichen Beach Boy-Surfsound und von den Texten über Surfen, Sonne und Strand. Aus heutiger Sicht ist klar, dass er damals Pionierarbeit für die Musikwelt geleistet hat. Zur damaligen Zeit waren seine Songs mit komplexen Harmonie- und Tempowechseln etwas ganz Neues. Entsprechend groß war die Unsicherheit, wie das Publikum darauf reagieren würde. [Brian Wilson] hat alles auf den Kopf gestellt. Quelle: Patrick Schütz, SWR Musikredakteur über "Pet Sounds" im Vergleich zu vorherigen Beach Boy-Alben Die Lieder auf "Pet Sounds" spiegeln die Gefühle und Gedanken des Musikers wider und sind tiefgründiger und melancholischer als die vorherigen Beach Boy-Songs. Bekannte Stücke wie "Wouldn't It Be Nice" und "God Only Knows" behandeln sehr schwere und große Themen. Doch Wilson gelang es, ihnen eine Leichtigkeit und Eingängigkeit zu verleihen. Was "Pet Sounds" mit (Tier-)Geräuschen zu tun hat Neben der neuartigen Kompositionsweise finden sich auf "Pet Sounds" viele interessante Instrumente, oder eher Alltagsgegenstände, die zu Instrumenten umfunktioniert wurden. Im gleichnamigen Titelsong "Pet Sounds" spielte der Schlagzeuger die Percussions am Anfang mit zwei leeren Cola-Dosen ein. In "You Still Belive In Me" kommt eine Fahrradhupe zum Einsatz. An anderen Stellen klingen Löffel als Rhythmusinstrumente mit und der letzte Song des Albums, "Caroline, No", endet mit Hundegebell und einem vorbeifahrenden Zug. Die Beach Boys brachen 1966 ein musikalisches Tabu "God Only Knows" sorgte zur Zeit seiner Veröffentlichung für Aufsehen. Ein Popsong mit dem Wort "Gott" im Titel galt in den 1960ern als Tabubruch. Dabei handelt es sich eigentlich um ein Liebeslied, auch wenn das aus dem Text nicht sofort hervorgeht. Mit einem Arrangement von 20 Studiomusikern und 14 unterschiedlichen Akkorden ist "God Only Knows" kein typischer Popsong. "God Only Knows" wurde übrigens nicht von Brian, sondern von Carl Wilson gesungen. Brian gab ihm die Anweisung, den Song ganz ruhig und ohne jede Anstrengung zu singen. So entstand die besondere Leichtigkeit, die dem Stück seinen besonderen Charakter verleiht. "Pet Sounds" ist ein einzigartiges Album, das die Musikwelt bis heute prägt. Bei seiner Veröffentlichung blieb der große Erfolg jedoch zunächst aus. Es schien, als hätte Brian Wilson sein Ziel, das größte Rockalbum aller Zeiten zu schreiben, verfehlt. Die Enttäuschung traf den Musiker damals tief. Das war sein Herzensprojekt. [...] Er war seiner Zeit damals weit voraus. Und weil der Erfolg, den er sich davon versprochen hatte [...] nicht so herauskam, ist er wirklich in ein Loch gefallen. Quelle: Patrick Schütz, SWR Musikredakteur über Brian Wilsons Enttäuschung nach dem zunächst mäßigen Erfolg von "Pet Sounds" Shownotes Film "Die Beach Boys – Genie und Wahnsinn" bei Arte Pet Sounds live: Brian Wilson Baloise Session 2016 The Beach Boys – Pet Sounds - Classic Albums ARD-Podcast-Tipp: Based on a true Story – Die Könige von Malle Über diese Songs vom Album "Pet Sounds" wird im Podcast gesprochen (22:43) – "Wouldn't It Be Nice" (36:25) – "Pet Sounds" (39:26) – "You Still Believe In Me" (40:07) – "Caroline, No" (45:53) – "Sloop John B" (51:37) – "God Only Knows" (01:02:31) – "I Just Wasn't Made For These Times" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (05:34) – "Here, There And Everywhere" von The Beatles (07:23) – "Tequila" von The Champs (10:12) – "Norwegian Woods" von The Beatles (10:39) – "In My Life" von The Beatles (15:44 & 30:09) – "Be My Baby" von The Ronettes (56:55) – "Stella By Starlight" von Ella Fitzgerald

  20. Coldplay – "Parachutes"
    30.06., 06:0001:02:55

    Das Coldplay-Konzept: Erst die Freundschaft, dann die Musik Die Geschichte von Coldplay und ihrem Debütalbum "Parachutes" beginnt 1996 am London University College. Dort lernen sich Chris Martin, Jonny Buckland, Will Champion und Guy Berryman kennen. Bevor sie anfingen gemeinsam Musik zu machen, wurden die vier Briten erstmal Freunde. Beim ersten Auftritt der Gruppe stand noch nicht Coldplay als Bandname auf dem Plakat an der Londoner Kneipe, sondern noch "Starfish". Einige der späteren großen Hits des Debütalbums "Parachutes" standen aber auch beim ersten Auftritt schon auf der Setliste, der spätere Albumopener zum Beispiel "Don't Panic". Damals klang der Song allerdings noch etwas anders und hieß auch einfach nur "Panic". Bevor Coldplay im Juli 2000 ihr Debütalbum veröffentlichten, hatte die Band bereits insgesamt drei EPs veröffentlicht und war auch schon beim englischen Kultfestival Glastonbury aufgetreten. Dort hatten sich schon vor dem ersten Album tausende von Fans versammelt. Mit "Parachutes" haben Coldplay die ersten Schritte als Profimusiker gemacht Gegründet haben sich Coldplay 1997 und bis heute spielt die Band immer noch in Originalbesetzung, auch nach knapp 28 Jahren. Von der kleinen Kneipe auf die größten Bühnen dieser Welt – Coldplay sind gemeinsam gewachsen. Wir kommen immer wieder zurück auf das Thema Freundschaft. Warum funktionieren Sachen so gut bei denen? Weil sie einfach richtig dicke miteinander sind. Quelle: Patrick Schütz, SWR Musikredakteur über die besondere Verbindung der Band Mit dem Plattenvertrag in der Tasche haben Coldplay sich an die Aufnahmen zu ihrem ersten Album gemacht, unter anderem in den legendären Rockfield-Studios in Wales. Dort hatten auch schon viele andere große Musiker wie die Britpop-Legenden Oasis oder auch Freddie Mercury und Queen Studioluft geschnuppert. Queen haben dort ihr Album "A Night At The Opera" und ihren Überhit "Bohemian Rhapsody" aufgenommen. Mit dem Plattenvertrag und dem großen Studio fühlten sich Coldplay und auch ihr Sänger Chris Martin unter erheblichem Druck. Jetzt musste man schließlich liefern. Dieser Druck hat auch bei den vier Freunden für Komplikationen und Probleme gesorgt. Das hat vor allem auch Drummer Will Champion zu spüren bekommen, der von Chris Martin – nur für ein paar Tage – aus der Band geschmissen worden ist, weil er nicht gut genug war. Vermutlich ein wichtiger Moment für die Band, weil sie so gemerkt haben, dass sie nur als eine Einheit zusammen funktionieren. "Trouble" von Coldplay ist einer der größten Hits auf "Parachutes" Ein großer Hit auf "Parachutes" ist auch der Song "Trouble", der davon handelt, dass man sich gegenüber Menschen, die man sehr liebt, schlecht benommen hat und damit sozusagen um Verzeihung bittet. Ein schöner Gedanke, wenn man daran denkt, dass Chris Martin sich damit vielleicht auch bei seinem Bandkollegen Will Champion selber entschuldigt hat. Ich empfinde es auch ein bisschen als Liebeslied an die eigene Band! Quelle: Katharina Heinius über die Bedeutung des Songs "Trouble" Das ikonische Plattencover von "Parachutes" haben Coldplay selbst gemacht Für das Debütalbum der Band wurde ein aufwendiges Fotoshooting im englischen Blackpool gebucht. Denn auf das Plattencover sollte eigentlich ein Foto von der bis dahin quasi unbekannten britischen Band. Coldplay selber waren mit den Bildern aber überhaupt nicht zufrieden. Daraufhin hat die Band sich im Schreibwarengeschäft einen Globus und eine Einwegkamera geholt und im Backstagebereich bei einem Konzert einfach selbst das Coverfoto geschossen. Inzwischen ist es eines der bekanntesten Plattencover dieses Jahrtausends. Coldplay sind auf "Parachutes" ganz intim Die Songs auf dem Album "Parachutes" versprühen eine ganz intime, sehr nahbare Stimmung. Es gibt wenig große Effekte und ausgefallene Instrumente auf dem Album. Wir hören (größtenteils) eine sehr klassische Bandbesetzung aus Gitarren, Bass, Schlagzeug und zwischendurch einem Klavier. Dieses Album hat die Popmusik insofern atmosphärisch geöffnet, als dass sie nicht nach "Schema F" funktioniert. Quelle: Katharina Heinius, SWR Musikredakteurin über die Auswirkungen von "Parachutes" Auch was die Band selbst spielt, das ist kein Paradebeispiel für Virtuosität, aber genau das macht den Sound und die Stimmung auf "Parachutes" aus. Es sind oft vermeintlich einfache Dinge, die aber so perfekt ineinandergreifen, dass die Musik ganz nah beim Hörer ist und trotzdem – auch durch das Gitarrenspiel von Jonny Buckland – Welten und Atmosphären öffnet, in denen man beim Hören versinken möchte. Das mag ich am Gitarrenspiel von Jonny Buckland: Er spielt total uneitel für einen Gitarristen und gibt dem Song immer genau das, was er gerade braucht. Manchmal sind das nur ganz kleine Dinge. Quelle: Patrick Schütz, SWR Musikredakteur über das Gitarrenspiel von Coldplay-Gitarrist Jonny Buckland Shownotes Die Gitarreneffekte von Jonny Buckland Dokumentation über Coldplay bei Arte Die Leuchtarmbänder von Coldplay Das Rockfield Studio Das Musikvideo zum Song "Yellow" Das US-Version des Musikvideos zu "Trouble" SWR PopUp-Studio in Mainz ARD-Podcast-Tipp: "1plus1 – Freundschaft auf Zeit" Über diese Songs vom Album "Parachutes" wird im Podcast gesprochen (13:24) – "Don't Panic" (22:37) – "Shiver" (31:13) – "Sparks" (39:56) – "Yellow" (53:17) – "Trouble" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (25:53) – "Last Goodbye" von Jeff Buckley (26:53) – "Lover You Shouldn't Have Come Over" von Jeff Buckley

Jede Woche stellt die SWR1 Musikredaktion ein Meisterwerk der Rock- und Popmusik vor. Queen, Ed Sheeran, Adele, die Rolling Stones, die Beatles, Tina Turner, Bob Dylan uvm. – sie alle haben mit ihren Pop- und Rock-Alben Musikgeschichte geschrieben und längst den Status „Legenden“ erreicht. Wir holen sie wieder hervor, die größten Alben aller Zeiten. Die Platten, mit denen sich Künstler wie Creedance Clearwater Revival, die Eagles oder Fleetwood Mac unsterblich gemacht haben. Jeden Montag gibt es eine neue Folge. Dabei schaut das Team der SWR1 Musikredaktion hinter die Kulissen. Was war los in der Zeit, als dieser Meilenstein der Musikgeschichte veröffentlicht wurde – bei den Musikern und in der Welt. Was macht gerade dieses Album so besonders? Was sind die Hintergründe und wie sind sie produziert worden, die Platten, die uns immer wieder über den Weg laufen? Welche jungen Künstler haben sie beeinflusst und von wem wurden sie selbst beeinflusst? Bei uns gibt’s die Geschichten hinter den Alben, die Geschichte machten. Haben Sie Anregungen für die nächste Folge, Fragen oder Kritik? Sie erreichen die Redaktion per E-Mail unter meilensteine@swr.de.