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238- Die Toten Hosen – "Opium fürs Volk"01.06., 06:0001.06.2026, 06:0000:54:37
Als die Toten Hosen im Frühjahr 2026 ihre Tour "Trink aus! Wir müssen gehen" ankündigen, ahnen viele Fans schon, dass es sich um einen Abschied handelt. Das gleichnamige Album soll auch das letzte Studioalbum der Band sein. Für die Meilensteine-Redaktion stand fest: Es wird Zeit, die Jungs rund um Leadsänger Campino zu ehren. Nur mit welchem Album? In unserem Online-Voting habt ihr euch für "Opium fürs Volk" entschieden. Es ist im selben Jahr wie "Le Frisur" von Die Ärzte erschienen – und ebenfalls ein Konzeptalbum. Allerdings war das Album der Hosen zuerst da und es geht nicht um Frisuren und Bärte, sondern um Religion und Philosophie. Die Freundschaft zwischen den Donots und den Toten Hosen Einer, der Die Toten Hosen nicht nur kennt, sondern auch gut mit ihnen befreundet ist, ist Ingo Knollmann von den Donots. Als Podcastgast in dieser Folge erzählt er, dass die Hosen sein allererstes Konzert waren und ihn dazu inspiriert haben, eine eigene Band zu gründen. Vier Jahre später gab es die Donots und irgendwann nahm die Freundschaft zwischen den Bands ihren Lauf. So entstand "Opium fürs Volk" 1996 waren Die Toten Hosen auf dem bis dato Höhepunkt ihrer Karriere. Mit dem Album "Kauf mich!" von 1993 erreichten sie Platz eins der deutschen Albumcharts und mussten sich mit der Frage herumschlagen, ob ihre Musik überhaupt noch Punk sei. Sie hatten aber auch ihr eigenes Label gegründet und damit neue Freiheiten gewonnen. Mit "Opium fürs Volk" schlug die Band eine klare Richtung ein: mehr hin zum Stadionrock – und man könnte auch vorsichtig sagen, dass sie dem Mainstream ein Stück näher gekommen sind. Das Konzept fürs Album entwickelte Sänger Campino, nachdem er auf Einladung des Abts Stephan Schröder eine Woche im Benediktinerabtei Königsmünster in Meschede verbracht hatte. Campino nimmt dort am klösterlichen Leben teil und beschäftigt und sich mit den großen Fragen des Lebens – kein Wunder also, dass der Albumtitel von einem Zitat des Philosophen Karl Marx inspiriert ist. Von Karl Marx zu den Toten Hosen Marx schreibt in seiner Schrift "Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie": "Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüth einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks." Beim Album wird aus der Religion die Band selbst – sie sind das Opium fürs Volk. Klar wird der religiöse Bezug direkt auf dem Opener, "Vaterunser", der das wichtigste Gebet der Christen aufgreift und auch wie ein Gebet klingt. Für viele Punk-Fans war das sicherlich ein gewöhnungsbedürftiger Einstieg. Wer sich davon nicht abschrecken lässt und tiefer ins Album einsteigt, erkennt, dass zwischen der Religions- und Gesellschaftskritik jede Menge Selbstironie steckt. Das [Album] ist genauso diffus wie das Leben selbst, dann da kommt alles vor. Es geht um Missbrauch einerseits, es geht aber auch um Jugendträume, um Jägermeister und es geht um den Sinn des Lebens. Quelle: SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach über das Konzept von "Opium fürs Volk" Ehrliche Kritik und nicht nur Provokation "Provozieren und dadurch ins Gespräch kommen, das haben die Hosen schon immer ganz gut gekonnt", sagt SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach. Und das ist ihnen mit "Opium fürs Volk" erneut gelungen. Während in "Und so weiter" deutsche Spießer und ihre Faulheit aufs Korn genommen werden, erlebt das Gangsterpaar in "Bonnie & Clyde" ein Abenteuer nach dem anderen – zumindest stellen sie es sich so vor. Man kann den Song als Hymne für Punks und Gangster interpretieren oder eben daraus schließen, dass alles nur eine Fantasie ist. Genau das zeichnet laut Ingo Knollmann die Toten Hosen aus: "Die Hosen sind in ihrer Art auch Punk, aber eben nicht dieses Brutale, dieses Aggressive. [...] Und das macht es dann auch aus, warum sie wirklich für viele so hörbar sind und auch Campino als Mensch so interessant und sympathisch ist." Das macht "Opium fürs Volk" so erfolgreich Neben den verschiedenen Themen und Lebensfragen, die auf dem Album behandelt werden, ist auch die Musik, die zu hören ist, "bemerkenswert vielseitig", findet Host Frank König. Gregorianische Gesänge teilen sich auf dem Album einen Platz mit Dudelsack, Flöten, Streicher, Synthesizer, Punk, Folk, Rock und Reggae. Und diese Mischung, die von einem religiösen roten Faden, durchzogen ist, geht auf. "Opium fürs Volk" gehört zu den meistverkauften Alben in Deutschland, erreichte Platz eins der deutschen Charts und wurde noch im Jahr der Veröffentlichung mit einer Goldenen und einer Platin-Schallplatte ausgezeichnet. "Opium fürs Volk" ist ein Album, wo sich die Band wirklich probiert hat, neu zu ordnen, neu zu finden, sich musikalisch auszuprobieren und gleichwohl auch in ein paar Songs zwischendurch selbstreferenziell Fanservice für die alten Oldschool-Fans gemacht hat. Das kriegt dieses Album besser hin, als jedes andere Hosen-Album. Quelle: Donots-Sänger und Tote Hosen-Freund Ingo Knollmann über "Opium fürs Volk" Shownotes Das Programm im PopUp Studio Kaiserslautern Doku in der ARD Mediathek: "Die toten Hosen - das letzte Album" Die Donots bei Rock am Ring 2022 mit "Hier kommt Alex" auf Youtube Interview mit Campino zum 60. Geburtstag bei SRF 3 ARD Podcast-Tipp: "1LIVE Ikonen - Die Toten Hosen" Über diese Songs vom Album "Opium fürs Volk" sprechen wir im Podcast (15:49) – "Vaterunser" (23:44) – "Und so weiter" (26:51) – "Bonnie & Clyde" (36:18) – "Paradies" (43:04) – "Viva la revolution" (47:35) – "10 kleine Jägermeister" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (27:47) – "21 Guns" von Green Day (28:31) – "Don't Call Me White" von NOFX (29:28) – "Raum der Zeit" von WIZO (39:34) – "Denn sie wissen nicht, was sie tun" von ZK (40:11) – "Opel-Gang "von ZK
- Die Ärzte – "Le Frisur"25.05., 06:0025.05.2026, 06:0000:56:10
Das Album "Le Frisur" von den Ärzten ist mal wieder ein Beweis dafür, dass die Band sich selbst nicht zu ernst nimmt – als ob der noch nötig gewesen wäre – und der Spaß bei der Band häufig im Vordergrund steht. Podcastgast George Lindt kennt Die Ärzte Dass Die Ärzte offen sind für allerhand verrückte Ideen, kann Podcastgast George Lindt selbst belegen. Er hat mehrfach mit den Ärzten gesprochen und mit ihnen in der Vergangenheit ihre eigenen Songs neu aufgenommen – auf Japanisch und Chinesisch. Auch deshalb war er die perfekte Wahl als Gast für diese Podcastfolge zu "Le Frisur". George Lindt spricht in dieser Meilensteine-Folge nicht nur über das Album, sondern erzählt auch jede Menge Anekdoten aus der Geschichte der Band. Die tiefere Bedeutung vom Ärzte-Album "Le Frisur" Ein Konzeptalbum nur über Haare, Bärte und Co., so etwas Verrücktes fällt wirklich nur den Ärzten ein. Aber wer die Ärzte kennt, weiß, dass es – auch wenn es offenkundig und beim ersten Blick sehr albern und lustig gemeint ist – bei den Ärzten eigentlich immer eine tiefere Bedeutung gibt, auch beim Album "Le Frisur". Es sind die Ärzte und das Ding hat immer einen doppelten und dreifachen Boden! Quelle: Johannes Heuft, SWR1 Musikredakteur über die tiefere Bedeutung auf "Le Frisur" Ein gutes Beispiel dafür ist der Song und das dazugehörige Musikvideo zu "Mein Baby war beim Frisör", in dem die Ärzte "Femizide" thematisieren. Die Musik und das Video sind dabei typisch lustig dargestellt, die Botschaft des Songs hingegen ist eher erschütternd. Neben dem inhaltlichen doppelten Boden spielen Die Ärzte auf dem Album ganz viel mit der Erwartungshaltung des Hörers. Johannes Heuft erklärt: Wenn wir uns an einen Song gewöhnt und reingehört haben, dann passiert oft eben etwas komplett anderes, und das macht das Album auch spannend. Auf "Le Frisur" von den Ärzten hören wir (fast) alles! Auf "Le Frisur" gibt es auch ganz viele Dinge, bei denen wir Verbeugungen vor großen Vorbildern erkennen und auch Inspirationen unterschiedlicher Natur. Auch ganz viele unterschiedliche Genres haben Die Ärzte auf das Album gepackt. Von (natürlich) Punk, über Pop, Metal, Reggae bis zu den Comedian Harmonists und Frank Sinatra ist fast alles dabei. Die Kernessenz von Die Ärzte ist es, immer anders zu sein und immer etwas zu machen, was keiner erwartet! Quelle: George Lindt, Musikjournalist, über Die Ärzte im Podcast Und so bizarr und chaotisch der bunte – teilweise vielleicht sogar fragwürdige – Mix der Ärzte ist, den sie auf diesem Album über Haare zusammenkomponiert und produziert haben, so einleuchtend ist die Platte und alles darauf für Meilensteine-Gast George Lindt. Es scheint sehr grotesk zu sein, aber beim näheren Hinhören merkt man, dass es gar nicht grotesk ist, sondern völlig logisch. Quelle: George Lindt, Musikjournalist und Meilensteine-Gast, über "Le Frisur" Shownotes Webseite von Studiogast George Lindt Das Wiki zu "Rock in Berlin" Albumreview bei "The Circle" Albumreview zum 25-jährigen Jubiläum von "Le Frisur" Plattenkrach bei minutenmusik.de ARD Podcast-Tipp: "Diese eine Liebe" Über diese Songs vom Album "Le Frisur" sprechen wir im Podcast (15:08) – "Erklärung" (24:14) – "Mein Baby war beim Frisör" (28:14) – "Motherfucker 666" (38:24) – "3-Tage-Bart" (44:17) – "No Future (ohne neue Haarfrisur)" (46:27) – "Der Medusa-Man (Serienmörder Ralf)" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (18:53) – "Ich gehöre nicht dazu" von Farin Urlaub (30:49) – "Master Of Puppets" von Metallica (31:05) – "Killing In The Name" von Rage Against The Machine (32:30) – "Blind" von Korn (33:40) – "Dark Star" von Deine Lakaien (34:10) – "Pretty Fly For A White Guy" von The Offspring (34:38) – "War Pigs" von Black Sabbath (32:26) – "Hammer Smashed Face" von Cannibal Corpse (36:00) – "The Girl From Ipanema" von Frank Sinatra (37:01) – "Veronika, der Lenz ist da" von Comedian Harmonists (47:19) – "Where The Wild Roses Are" von Nick Cave und Kylie Minogue
- Peter Gabriel – "So"18.05., 06:0018.05.2026, 06:0001:20:39
Nach seiner Zeit bei Genesis arbeitete Peter Gabriel 1976 an seiner Solo-Karriere. Bereits 1977 erscheint mit "Peter Gabriel" sein erstes Solo-Album. Auch die drei folgenden Alben tragen denselben Titel, was in den Plattenläden immer wieder für Verwirrung sorgte. Erst mit seinem fünften Album "So" veröffentlichte er erstmals ein Album mit einem anderen Namen. Peter Gabriels vielseitige Klangwelt auf "So" Der Titel "So" klingt zunächst eher minimalistisch. Musikalisch verbindet das Album jedoch Artrock, Soul, R’n’B, Pop, Progressive Rock und Weltmusik zu einem vielseitigen Sound. Peter Gabriel setzt dabei auf die damals noch relativ neuen Synthesizer-Klänge und nutzt moderne Studiotechnik. Für die Produktion arbeitet er mit Daniel Lanois, der zusammen mit Toningenieur Kevin Killen das Album entscheidend prägt. Auf dem Album ist es [Peter Gabriel] gelungen anspruchsvollen Artrock oder Artpop mit zugänglicherem Pop zu verschmelzen, allerdings ohne seine künstlersche Seele zu verkaufen. Quelle: Autor, Historiker und Kunstwissenschaftler Mark Bell über "So" Außerdem wirkten berühmte Musikerinnen und Musiker wie Kate Bush, Jim Kerr von den Simple Minds oder Michael Been von The Call auf dem Album mit. "Sledgehammer": Peter Gabriels größter Hit "Sledgehammer" wurde zum größten Hit von Peter Gabriel und war zugleich sein erster Nummer-eins-Hit in den USA. Im Juli 1986 verdrängte der Song "Invisible Touch" Gabriels früherer Band Genesis von der Spitze der US-Charts. Musikalisch orientiert sich "Sledgehammer" an Soulmusik der 1960er Jahre. Besonders der Einfluss von Otis Redding ist deutlich zu hören, dessen Musik Gabriel auch stark geprägt hat. Bei einem Auftritt von Redding entdeckte er 1966 den Trompeter Wayne Jackson, der später die markanten Bläser auf "Sledgehammer" einspielte. Auch das Musikvideo sorgte für Aufmerksamkeit. Es nutzte die damals noch neue Stop-Motion-Technik und war deshalb besonders aufwendig in der Produktion. Doch der Aufwand lohnte sich: Bei den MTV Video Music Awards 1987 wurde das Video neun Mal ausgezeichnet. Dieser Song auf dem Album "So" hat Leben gerettet "Don’t Give Up" ist das legendäre Duett von Peter Gabriel und Kate Bush. Der Song wurde für viele Menschen zu einer wichtigen Quelle der Hoffnung. Elton John sagte, das Lied habe ihm geholfen, seine Alkoholprobleme zu überwinden. Auch ein bekannter US-Komiker erzählte Gabriel, der Song habe ihm in einer schwierigen Zeit das Leben gerettet. Die Geschichte hinter dem Duett von Peter Gabriel und Kate Bush Inhaltlich beschäftigt sich "Don’t Give Up" mit den Folgen der Weltwirtschaftskrise in den USA Ende der 1920er Jahre und mit der hohen Arbeitslosigkeit in England während der Regierungszeit von Margaret Thatcher. Der Song ist dabei fast wie eine Filmszene aufgebaut. Zu Beginn singt Peter Gabriel aus der Perspektive eines arbeitslosen Mannes, der jede Hoffnung verloren hat. Die zurückhaltenden Rhythmen unterstreichen die Verzweiflung und Monotonie seines Alltags. Später setzt Kate Bush ein, begleitet von hellen Synthesizer-Klängen, die dem Song eine hoffnungsvollere Stimmung geben. Gegen Ende sorgt das Bassspiel von Tony Levin für einen entschlossenen und optimistischen Abschluss. "So" ist eines der einflussreichsten Alben der 80er ["So"] war eine Blaupause für die Musik, die danach kam. Diverse kleine Pflänzchen sind aus diesem Album herausgewachsen. Es war ein Referenzalbum. Quelle: Autor, Historiker und Kunstwissenschaftler Mark Bell über das Vermächtnis von "So" Mit "So" hat Peter Gabriel ein Album veröffentlicht, das die Musik der 80er Jahre weit über seine Entstehungszeit hinaus geprägt hat. Obwohl es mit Erscheinen dieser Meilensteine-Episode seinen 40. Geburtstag feiert, klingt es noch erstaunlich modern und aktuell. Das Album verbindet unterschiedlichste Musikrichtungen und zeigt auch immer wieder Gabriels große Begeisterung für Weltmusik. [Peter Gabriel] schafft es, dass das Album so wahnsinnig nach ihm klingt, wie kein anderes Album davor. Quelle: Meilensteine Redakteurin Katharina Heinius über "So" Shownotes Deutscher Genesis Fanclub Album Age – die Bücher von Mark Bell Das Musikvideo von "Sledgehammer" Wie Peter Gabriel mit "So" die Welt eroberte.Ein Artikel von ultimateclassicrock.com Peter Gabriel – DNA: Die Entwicklung der Songs von "So" – Ein Interview mit Dickie Chappell ARTE Blow Up: Peter Gabriel im Film ARD Podcast-Tipp: Podcastfolge von "Das Wissen" zum Thema Musikgeschmack Über diese Songs vom Album "So" sprechen wir im Podcast (04:30) – "Red Rain" (16:47) – "Sledgehammer" (35:56) – "Don't Give Up" (49:58) – "Mercy Street" (58:25) – "We Do What We're Told (Milgram's 37) 01:08:00) – "In Your Eyes" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (07:17) – "The Lamb Lies Down On Broadway" von Genesis (08:15) – "Solsbury Hill" von Peter Gabriel (25:05) – "Vogel der Nacht" von Stephan Remmler (25:40) – "Sierra Madre" von Schützenjäger (26:01) – "Sadness Part 1" von Enigma (27:08) – "Chronic Blues" von John Coltrane (55:23) – "Don't Break This Rhythm" von Peter Gabriel
- Udo Lindenberg – "Stärker als die Zeit"11.05., 06:0011.05.2026, 06:0001:10:45
Udo Lindenberg ist wirklich eine Ikone und eine Konstante der deutschen Musiklandschaft. Mit "Stärker als die Zeit" hat er 2016 sein 36. und bisher letztes Studioalbum veröffentlicht. Musiker Peter Freudenthaler von der Band Fools Garden gehört zum erweiterten musikalischen Kreis von Udo Lindenbergs Panik-Orchester, und er ist (und war schon immer) großer Fan von ihm. Udo ist der größte Rockstar, den Deutschland zu bieten hat – nach wie vor! Quelle: Peter Freudenthaler, Fools-Garden-Sänger (bekannt u.a. durch "Lemon Tree) im Meilensteine-Podcast Für "Stärker als die Zeit" geht Udo Lindenberg nach London Einer der bekanntesten Songs des Albums – und der letzte Song der Platte – ist der Titelsong "Stärker als die Zeit". Aufgenommen wurde der Song in einem der legendärsten Tonstudios der Welt: den Londoner Abbey Road Studios. In denen haben auch schon die Beatles einige Zeit verbracht. Als Erklärung, warum ein Udo Lindenberg als deutscher Künstler in die Abbey Road Studios nach London geht, vermutet Musikredakteurin Ilka Siebert, dass man dort "etwas Episches machen kann". Wenn man sich die Schwere und die Breite im Sound von "Stärker als die Zeit" anhört, dann klingt das, als wäre der Plan von Udo Lindenberg für diesen Song aufgegangen. Bei "Stärker als die Zeit", da fließt alles zusammen – das ganze Leben von ihm und alles, was davor war. Und ich finde, das wird hervorragend auf den Punkt gebracht mit diesen Songs. Quelle: Peter Freudenthaler, Fools-Garden-Sänger (bekannt u.a. durch "Lemon Tree) im Meilensteine-Podcast Das musikalische Vorbild für "Stärker als die Zeit" ist ein Song aus dem Filmklassiker "Der Pate" mit Marlon Brando. Und die Parallele zwischen Udo Lindenberg und dem Paten passt für diesen Song auch Ideal, sagt Peter Freudenthaler. Denn es geht in beiden Fällen um die "Familie" – in Udos Fall eben auch um die "Panik-Familie". Udo Lindenberg hat auch schwere Zeiten erlebt – und er singt darüber "Durch die schweren Zeiten" ist ein Song, sagt Moderatorin Katharina Heinius, den Udo Lindenberg im Alter von 25 Jahren nicht hätte schreiben können, weil es diese schweren Zeiten für ihn damals noch nicht so gegeben hat, wie mit Ende 60 oder Anfang 70. Dabei besingt Udo im Song nicht einfach nur sein Leben, sondern der Text ist, ganz typisch Udo, so geschrieben, dass sich nicht nur Rockstars damit identifizieren können. Ich habe Schlagzeilen von ihm gelesen, da ist mir echt schwindelig geworden. Ich meine, dass er durchweg viel getrunken hat, ist kein Geheimnis – und dass es ihn fast das Leben gekostet hätte. Es berührt mich zutiefst, dass dieser Mann da so steht und schreibt dann nochmal ein Album, wo er genau darauf auch guckt. Quelle: Ilka Siebert, Musikredakteurin über die Musik von Udo Lindenberg Udo Lindenberg entwickelt sich auch im Alter noch weiter und ist ein Netzwerker Während viele Künstler im Alter eher bei dem bleiben, was sie kennen, und wenig Neues ausprobieren, ist Udo Lindenberg hier der positive Gegenentwurf. Er entwickelt sich immer noch weiter, macht Dinge zusammen mit jüngeren Künstlern, auch aus anderen musikalischen Sphären, und hält einfach gerne Kontakt – Udo steht nicht still. Ich glaube, Udo ist für alle unumstritten der Pate – und das war er auch schon immer! Er hat schon immer genetzwerkt und das finde ich auch ganz, ganz toll! Er ist ein leuchtendes Beispiel dafür, dass wir mit allen im Dialog bleiben müssen. Quelle: Peter Freudenthaler, Musiker über "den Paten" der deutschen Musik Udo Lindenberg Als positiven Beleg dafür kann man zum Beispiel seine Zusammenarbeit mit dem Rapper Apache 207 sehen, mit dem er vor einiger Zeit den Song "Komet" aufgenommen hat. Vince Bahrdt hat mit Udo Lindenberg zusammengearbeitet, auch auf "Stärker als die Zeit" Pop-Pianist und Songwriter Vince Bahrdt kennen wir als Kopf hinter der Band Orange Blue, die Anfang der 2000er mit "She's Got That Light" einen großen Hit in der deutschen Radiolandschaft hatte. Vince ist aber auch Songwriter und hat mit Udo Lindenberg selbst schon mehrfach zusammengearbeitet – und das immer gerne. Udo nimmt sich nicht zu ernst und nicht zu wichtig. Er ist ein ganz angenehmer, netter Mann – davon hätte ich gerne mehr in der deutschen Musiklandschaft. Quelle: Vince Bahrdt, Songwriter über die Zusammenarbeit mit Udo Lindenberg Shownotes Trailer zur Dokumentation "If These Walls Could Sing" Musikvideo zu Udo Lindenberg feat. Clueso – "Cello" "Panik City" in Hamburg Website von "Murdersound Entertainment" Meilensteine Folge zu "Blackstar" von David Bowie Über diese Songs vom Album "Stärker als die Zeit" sprechen wir im Podcast (20:15) – "Stärker als die Zeit" (29:29) – "Durch die schweren Zeiten" (37:56) – "Muss da durch" (49:34) – "Mein Body und ich" (53:16) – "Der einsamste Moment" (01:01:12) – "Eldorado" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (25:56) – "Speak Softly Love" von Freddy Quinn (37:27) – "She's Got That Light" von Orange Blue (40:34) – "Wenn du durchhängst" von Udo Lindenberg (43:05) – "Woddy Woddy Wodka" von Udo Lindenberg (54:00) – "Wozu sind Kriege da?" von Udo Lindenberg und Pascal Kravetz
- Red Hot Chili Peppers – "Stadium Arcadium"04.05., 06:0004.05.2026, 06:0001:15:06
"Stadium Arcadium" war noch größer geplant Eigentlich solle "Stadium Arcadium" sogar noch epischer werden. Geplant war eine Album-Trilogie, deren Einzelteile im Abstand von sechs Monaten erscheinen sollten. Am Ende blieb es bei diesem reichhaltigen Doppelalbum mit 28 Titeln. Trotz vier Grammys und über sieben Millionen verkaufter Exemplare, kam das Werk aber nicht an den Riesenerfolg von "Californication" ran. Das Besondere an "Stadium Arcadium" ist, dass die Chili Peppers quasi ihre komplette Karriere auf dem Album vereint haben, ohne sich zu wiederholen. Ihr kreativer Antrieb ist in jedem Song spürbar und verbindet den vertrauten Klang früherer Werke mit neuen Ideen. Sie blicken zurück auf alles, was sie geschafft haben (...) und feiern das, was sie beeinflusst hat. Quelle: Meilensteine Redakteur Patrick Schütz über "Stadium Arcadium" "Dani California" – der ikonische Opener von "Stadium Arcadium" Der Opener "Dani California" zählt zu den größten Erfolgen der Red Hot Chili Peppers und ist ihr dritter und bis dahin letzter Top-10-Hit. Im Mittelpunkt steht eine Frau namens Dani, die vom lyrischen Ich verehrt wird und deren Geschichte auch schon in früheren Songs wie "Californication" und "By The Way" erzählt wird. Dani lebt in Armut und kennt kaum ein anderes Leben. In "Dani California" erreicht sie nach einer langen und harten Reise Kalifornien, wo sie schließlich zerbricht und stirbt. Ihre Geschichte wirkt wie ein Sinnbild für den gescheiterten amerikanischen Traum. Red Hot Chili Peppers und Drogen: Die Geschichte hinter "Snow (Hey Oh)" Die Geschichte der Red Hot Chili Peppers ist eng mit Phasen extremer Drogenabhängigkeit verbunden. Unter anderem Sänger Anthony Kiedis und Gitarrist John Frusciante kämpften jahrelang mit Sucht und teilweise um ihr Leben. Der Song "Snow (Hey Oh)" greift diese Erfahrungen und den Versuch auf, sich von der Abhängigkeit zu lösen und die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Das Bild des Schnees kann dabei auch für ein Überdecken alter Spuren stehen und für die Chance auf einen Neuanfang. "Stadium Arcadium": Kreative Teamarbeit als Erfolgsrezept Das Besondere an den Red Hot Chili Peppers, das hört man auch auf "Stadium Arcadium" deutlich, ist ihr außergewöhnliches Zusammenspiel als Band. Die Songs werden gemeinsam geschrieben und entwickelt, wobei jedes Mitglied seinen Raum zum Glänzen bekommt. Unterstützt wurden sie von Produzent Rick Rubin, der bereits mehrere ihrer Alben betreut hatte. Sein Ansatz ist bewusst zurückhaltend. Die Band arbeitet beim Songwriting organisch, oft ausgehend von einer Idee wie einem Riff, einer Strophe oder einem Refrain. Daraus entwickeln sich nach und nach vollständige Songs. Rubin greift erst am Ende ein und konzentriert sich darauf, Überflüssiges zu streichen. [Rick Rubins] Sound ist wahnsinnig reduziert, er ist auch wahnsinnig intim. Quelle: Meilensteine Redakteur Stephan Fahrig über die Arbeit von Produzent Rick Rubin Die Bandchemie der Red Hot Chili Peppers "Stadium Arcadium" gilt auch als kreativen Höhepunkt von Gitarrist John Frusciante, der die Band nach dem Album erneut für mehrere Jahre verließ. Schon zuvor hatte er eine längere Auszeit genommen. Auf diesem Album zeigt sich deutlich, wie stark sein Spiel von Gitarristen wie Eddie Van Halen, Tony Iommi von Black Sabbath aber ganz besonders von Jimi Hendrix beeinflusst ist. Geichzeitig überzeugt das Album durch das enge Zusammenspiel von Schlagzeuger Chad Smith und Bassist Flea. Besonders im Song "Tell Me Baby" wird deutlich, wie präzise und eingespielt die Rhythmussektion agiert und dabei fast wie eine Einheit wirkt. Shownotes Die Entwürfe für das Cover Art Design Alles über John Frusciante's Gitarrensound The Genius of Chad Smith Buchtipp: "Rick Rubin - Genie im Studio" Video von Dani California ARD Podcast-Tipp: "Herz ohne Filter" Über diese Songs vom Album "Stadium Arcadium" sprechen wir im Podcast (12:39) – "Dani California" (39:32) – "Snow (Hey Oh)" (46:30) – "Stadium Arcadium" (51:22) – "Hump De Bump" (58:50) – "Wet Sand" (01:05:10) – "Tell Me Baby" Über diese Songs vom Album sprechen wir außerdem im Podcast (14:10) – "Californication" von den Red Hot Chili Peppers (14:48) – "By The Way" von den Red Hot Chili Peppers (24:34) – "Mary Jane's Last Dance" von Tom Petty (27:33) – "Purple Haze" von Jimi Hendrix (28:30) – "People Of The Sun" von Rage Against The Machine (53:33) – "Ghost Dance" von den Red Hot Chili Peppers (57:04) – "Salt Peanuts" von Dizzy Gillespie (01:04:00) – "Golden Brown" von The Stranglers (01:04:29) – "Burning Of The Midnight Lamp" von Jimi Hendrix (01:10:42) – "Suck My Kiss" von den Red Hot Chili Peppers
- Crosby, Stills, Nash & Young – "4 Way Street"27.04., 06:0027.04.2026, 06:0000:42:58
Dass Crosby, Stills, Nash & Young unbedingt ein Livealbum brauchten, war spätestens seit ihrem viel umjubelten Gig beim Woodstock Festival im August 1969 klar. 1971 war es soweit: "4 Way Street" kam raus – das Live-Doppelalbum der Supergroup. Ein Album voller Gegensätze: rau, weich, akustisch, elektrisch und psychedelisch zugleich. Musik VS. Menschen – Streitigkeiten bei Crosby, Stills, Nash & Young Auf der Bühne und vor dem Publikum hat das Quartett immer gut funktioniert. Die Stimmen passten super zusammen, haben im Satzgesang toll funktioniert und auch instrumental hat die Gruppe für das Publikum das meiste aus sich herausgeholt. Hinter den Kulissen allerdings hat es immer geknirscht, erzählt der ehemalige Musikredakteur Christian Pfarr im Podcast. Da haben sich Crosby, Stills, Nash und Young überhaupt nicht verstanden. Was an vielen verschiedenen Faktoren und internen Konkurrenzkämpfen gelegen hat. Darüber hinaus war vor allem Neil Young oft einer der Streithähne, der zu dieser Zeit mit Depressionen zu kämpfen hatte. Die Songs auf "4 Way Street" von Crosby, Stills, Nash & Young waren keine Gemeinschaftsarbeit Auch wenn Crosby, Stills, Nash und Young gemeinsam ins Studio und auf die Bühnen gegangen sind, stammen die Songs jeweils eigentlich nur immer von einem der Songwriter der Gruppe. Jeder durfte für die Shows und die Alben Musik beisteuern, aber geschrieben wurden sie immer nur von einem der Bandmitglieder, was bei der eben erwähnten Stimmung untereinander kaum verwunderlich ist. Im Prinzip ist es eine Mixtur aus Solostücken jedes einzelnen Künstlers. Quelle: Stephan Fahrig, Musikredakteur im Podcast zu "4 Way Street" Auch wenn wir dem Album den Stempel "Meilenstein" geben, darf man dennoch Kritik an dem Album und an der Produktion äußern, und die ist doch durchaus angebracht, findet Musikredakteur Stephan Fahrig: Wir müssen das Album ein bisschen vom Podest herunterheben, weil ich finde, es ist relativ bescheiden produziert. Quelle: Stephan Fahrig, Musikredakteur im Podcast zu "4 Way Street" Und auch wenn bei der Produktion des Livealbums und in der Qualität der Performance noch "Luft nach oben" gewesen wäre, trifft das Album den Zeitgeist, ergänzt Moderator Frank König. Der ehemalige Musikredakteur Christian Pfarr ergänzt das noch, denn auf eine High-End-Produktion und Performance kommt es seiner Meinung nach gar nicht an, bei einem Album wie diesem und Künstlern wie Crosby, Stills, Nash und Young. Es lebt nicht von der Perfektion, sondern es lebt von der Lebendigkeit. Quelle: Christian Pfarr, ehemaliger Musikredakteur über die Qualität von "4 Way Street" Politische Botschaften auf "4 Way Street" von Crosby, Stills, Nash & Young Auch wenn die Musik des Quartetts sich oftmals anfühlt wie romantische Lagerfeuermusik, wie zum Beispiel bei "Cowgirl In The Sand", so sind auf dem Album auch viele politische Botschaften enthalten. Es geht um Rassismus in den Südstaaten im Song "Southern Man" oder im Song "Ohio" auch um den Vorfall an der Kent State University, wo bei Studentenprotesten gegen den Vietnamkrieg vier Menschen von der Nationalgarde erschossen worden sind. Über diese Songs vom Album "4 Way Street" sprechen wir im Podcast (03:13) – "Suite: Judy Blue Eyes" (10:06) – "Teach Your Children" (14:50) – "Carry On" (21:02) – "Cowgirl In The Sand" (25:34) – "Southern Man" (34:13) – "Ohio" (39:09) – "Love The One You're With" Über diese Songs vom Album sprechen wir außerdem im Podcast (16:29) – "Questions" von Buffalo Springfield (27:36) – "Sweet Home Alabama" von Lynyrd Skynyrd
- Prince – "Purple Rain" (Live beim SWR Podcastfestival 2026)20.04., 06:0020.04.2026, 06:0001:27:47
"Purple Rain" von Prince gilt als sein großes Meisterwerk, auch wenn er mit anderen Alben wie zum Beispiel "Sign O' The Times" ebenfalls sehr erfolgreich gewesen ist. Für den Auftritt beim SWR Podcastfestival in Mannheim am 12. April 2026 hat sich das Team der Meilensteine dieses legendäre Album ausgesucht, weil sich im April der Todestag von Prince zum 10. Mal jährt. Am 21. April 2016 gegen 19 Uhr abends hat sich die Meldung vom plötzlichen Tod des Megastars wie ein Lauffeuer in der deutschen Medienlandschaft verbreitet. Außerdem haben wir für diese Folge wundervolle Gäste zu uns in die Alte Feuerwache nach Mannheim eingeladen, die eine sehr persönliche (und professionelle) Verbindung zu Prince hatten und haben. Und auch das Publikum hat die Auswahl dieses Albums für unsere Liveaufzeichnung dankend aufgenommen und uns mit einem ausverkauften Saal belohnt! Mit "Purple Rain" verändert sich vieles für Prince Zum einen kann Prince sein Management und das Label überzeugen, dass "Purple Rain" nicht nur ein Album wird, sondern auch ein Film. An der Idee eines Films hatte der Künstler schon länger gearbeitet, erzählt Stephan Fahrig im Podcast. Neben dem Album war auch der Film "Purple Rain" sehr erfolgreich. Er spielte an den Kinokassen das Zehnfache seiner Kosten ein und wurde zusätzlich mit einem Oscar ausgezeichnet – für den besten Filmsong! Aber noch eine wichtige Sache verändert sich: Ab dem Album "Purple Rain" hat Prince eine feste Band an seiner Seite, statt wie vorher verschiedene, einzelne Musiker. Der Name der Band: The Revolution. Und mit der festen Band ändert sich auch die Arbeitsweise von Prince, denn ab sofort sollte es feste Proben geben – teilweise zehn bis 12 Stunden pro Tag. Für "Purple Rain" greift Prince auf bekannte Techniken der Songwriter zurück Auch wenn Prince ein musikalisches und kreatives Mastermind gewesen ist und die Proben mit seiner Band The Revolution quasi komplett mitgeschnitten worden sind, damit keine Idee verloren geht und reproduziert werden kann, hat der Künstler dennoch auf ein paar typische Songwriting-Techniken zurückgegriffen, wie zum Beispiel eine klassische Hit-Formel, erklärt Katharina Heinius im Podcast. Die Zwei-Drittel-Ein-Drittel-Hit-Formel! Heißt: Zwei Drittel sind alt und ein Drittel ist neu! Das fällt dem Zuhörer gar nicht auf, der fühlt sich ein bisschen daran erinnert und fühlt sich wohl. Quelle: Katharina Heinius über die Hit-Formel von "Let's Go Crazy" Die Musik von Prince klingt energetisch, oft gefühlvoll und an vielen Stellen nach einem Mix aus Rock und Pop. Wenn wir uns die einzelnen Spuren aber genauer anschauen, dann verbirgt sich dahinter noch viel mehr, zum Beispiel echte Heavy-Metal-Gitarren. Und weil so viele unterschiedliche Bausteine – alleine im Song "Let's Go Crazy" sind – nennt Stephan Fahrig diese Musik: Avantgard-LoFi-Heavy-Metal-Synth-Pop-Rock-Classic Quelle: Stephan Fahrig, beschreibt die musikalischen Einflüsse bei "Let's Go Crazy" Jens Ritter aus Deidesheim hat Gitarren für Prince gebaut Zu Gast in der Alten Feuerwache in Mannheim war auch Jens Ritter. Er ist Gitarrenbauer aus Deidesheim und hat gleich mehrere Gitarren für Prince gebaut. Im Interview auf der Bühne erzählte er, wie die Verbindung zu dem Megastar entstanden ist. Er berichtete auch, wie es für ihn war, Prince zu treffen. Für Jens Ritter hat Prince nämlich nicht nur den Stempel "Rock- und Poplegende" sondern auch "Lifecoach". Diese Stunden und dieser Tag haben mein Leben tatsächlich extrem verändert. Quelle: Jens Ritter über seine Gespräche mit Prince Als Prince am 21. April 2016 unerwartet und plötzlich gestorben ist, konnte Jens Ritter es selbst gar nicht glauben und hat die Nachricht damals zuerst als "Fake news" wahrgenommen, bis ihm Freunde aus dem direkten Umfeld von Prince bestätigt haben, dass die schreckliche Nachricht tatsächlich wahr ist. Den Tod von Prince hat der Gitarrenbauer auf seine ganz eigene Art verarbeitet. Die ursprüngliche Idee war, dass wir eine Giarre bauen, die mit (purple) Swarovski-Steinen überzogen ist. [...] Ich habe dann einen der wichtigsten Songs meines Lebens – "Purple Rain" genommen und die Audiospur ins Griffbrett eingelegt, in massivem 24-karätigen Gold. So als Tribute-Guitar to Prince. Quelle: Jens Ritter, darüber wie er mit dem Tod von Prince umgegangen ist "Purple Rain" ist die Dramaturgische Klammer für uns und Prince Der Song "Purple Rain" ist nicht nur der letzte Song auf dem legendären und gleichnamigen Album von Musikikone Prince, sondern es war auch der letzte Song, den er jemals öffentlich performt hat, nur wenige Tage vor seinem Tod am 21. April 2016. Mehr als die Meilensteine – Das SWR Podcastfestival 2026 in Mannheim Neben dem Auftritt bzw. der Liveaufzeichnung der Meilensteine beim SWR Podcastfestival 2026 – der Name lässt es vermuten – waren noch ganz viele andere Podcasts vor Ort und haben ihre Fans in Mannheim umgehauen. Einen kleinen Eindruck von dem dreitägigen Event bekommt ihr hier im Aftermovie. Shownotes Webseite von Gitarrenbauer Jens Ritter Das Bild von Purple Rainer als Download Das SWR Podcastfestival 2026 Über diese Songs vom Album "Purple Rain" sprechen wir im Podcast (16:56) – "Let's Go Crazy" (45:28) – "Darling Nikki" (59:12) – "When Doves Cry" (01:06:34) – "Purple Rain" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (20:12) – "Proud Mary" von Tina Turner (20:56) – "Everybody Needs Somebody" von Blues Brothers (47:36) – "Rain" von The Beatles (01:11:49) – "Faithfully" von Journey
- Ramones – "Ramones"13.04., 06:0013.04.2026, 06:0001:02:58
Als die Ramones im April 1976 ihr Debütalbum herausgebracht haben, waren sie sowas wie ein Gegenentwurf zu dem filigranen, durchdachten und aufwendigen Artrock und den Progressive Rockbands der Zeit. Schnell, laut und einfach sollte es sein – Punkrock eben. Die Ramones sind unglaublich einfach in ihrer Greifbarkeit [...] und in ihrer Klarheit. Quelle: Katharina Heinius über die Stärke der Ramones Obwohl der Begriff "Punk" in der Heimat der Ramones, New York, bis dahin noch nicht wirklich bekannt war: Die Ramones waren neu, interessant und begehrt, zumindest was die Liveshows der Band betrifft, erzählt Meilensteine Host Frank König. Die Plattenverkäufe der Band liefen in der Anfangszeit eher weniger gut. CBGB's – Eine Heimat für den Punk: Die Gründung der Ramones in New York Entstanden sind die Ramones im Umfeld des legendären Clubs und Plattenladens "CBGB", im New Yorker Stadtteil Manhattan, einem sehr "musikerfreundlichen Club", wie Katharina Heinius es im Podcast beschreibt. Das bedeutet, die Musiker haben große Teile der Eintrittsgelder erhalten und hatten dort vor allem Auftrittsmöglichkeiten. Wichtige Grundvoraussetzung des Inhabers: Es durften keine Coversongs gespielt werden. In diesem Umfeld hatten die Ramones, die sich 1974 gegründet haben, ihre ersten Auftritte. Harte Zeit für Punk: Die Ramones hatten einen langen Weg zum Debütalbum Auch wenn die Ramones live ein Publikum begeistern konnten – einen Plattenvertrag wollte ihnen anfangs keiner geben. Die Plattenfirma Sire Records bot ihnen zunächst einen Vertrag über eine einzige Single an, was die Band ablehnte. Erst gut ein Jahr später bekamen sie dort dann doch einen Vertrag über ein ganzes Album: ihr Debütalbum. Etwas Unterstützung bekamen sie von der "Godmother of Punk" Patti Smith. Sire Records wollte eigentlich sie unter Vertrag nehmen, aber Smith lehnte ab und empfahl dem Plattenlabel, sich doch die Ramones mal genauer anzuschauen, wie Musikredakteur Benjamin Brendebach im Podcast erzählt. Als der Plattenvertrag unterzeichnet war, ging dann alles sehr schnell mit dem Album. Die Ramones – typisch Punk – waren keine Fans von Studioarbeit und wollten die Sessions im achten Stock der Radio City Music Hall schnell hinter sich bringen. Sie haben nur fünf Tage gebraucht für das komplette Album! Quelle: Katharina Heinius über die Studioarbeit der Ramones Der Punk der Ramones und ihres Debütalbums war schnell – nicht nur musikalisch Auch wenn es auf dem Weg zum ersten Album ein paar Unwägbarkeiten und Steine im Weg gab, ging es, als der Plattenvertrag unterschrieben war, sehr schnell. Dieses Tempo sorgte auch dafür, dass die Ramones sozusagen die ersten ihrer Art waren, die ein Album in diesem Genre veröffentlichten, auch wenn in Großbritannien etwa zur gleichen Zeit die Punkszene entstanden ist. Es war auch ein Wettlauf, wer bringt das erste Album raus, das dieses Genre definiert? Und das waren die Ramones! Quelle: Benjamin Brendebach Musikredakteur über die Ramones Auch wenn die Ramones nicht "die ersten ihrer Art waren" – sie waren klar definiert und prägend für die ganze Szene. Und das, obwohl die ursprüngliche Heimat des Punks oft in Großbritannien, genauer gesagt England, gesehen wird. Die amerikanische Band Ramones war im Grunde genommen auch der Startschuss für den Punkboom in Großbritannien, weil sie schon im Juli 1976 in London auftraten und zwei ausverkaufte Shows im Stadtteil Camden spielten, erzählt Katharina Heinius im Podcast. Als die angekündigt wurden, haben die Leute gesagt: Das ist der neueste heiße Scheiß aus New York, da müssen wir hingehen. Quelle: Benjamin Brendebach über die Londoner Konzerte der Ramones 1976 Das macht den Punk und das Debütalbum von den Ramones so besonders Die Ramones sind mit ihrer Musik und vor allem ihrem selbstbetitelten Debütalbum zu Ikonen des Punk geworden und haben echte Pionierarbeit geleistet – schnörkellos und mit erhobenem Mittelfinger. Die Bedeutung ihres Debütalbums beschreibt Musikredakteur Benjamin Brendebach so: Sie haben ihren Stil entwickelt und damit eigentlich auch den Punk entwickelt. Das Album ist roh, es ist schnell, es ist laut! Die Songs sind nicht länger als drei Minuten. Quelle: Benjamin Brendebach, Musikredakteur über das Debütalbum der Ramones Shownotes Buchtipp: "Please Kill Me – Die unzensierte Geschichte des Punk" Webseite der Cover-Fotografin Roberta Bayley ARD Podcast-Tipp: "Being The Beatles" Über diese Songs vom Album "Ramones" sprechen wir im Podcast (19:46) – "Blitzkrieg Bop" (35:26) – "Judy Is A Punk" (43:05) – "I Don't Wanna Walk Around With You" (46:24) – "I Wanna Be Your Boyfriend" (51:53) – "53rd & 3rd" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (05:08) – "Boss Hoss" von The Sonics (06:07) – "Raw Power" von Iggy & The Stooges (06:55) – "Personality Crisis" von The New York Dolls (07:57) – "Gloria" von Patti Smith (17:34) – "Kick Out The Jams" von MC5 (28:08) – "Saturday Night" von Bay City Rollers (31:06) – "My Dark Hour" von Steve Miller und Paul Ramone (37:41) – "The Punk And The Godfather" von The Who (47:36) – "I Should Have Known Better" von The Beatles (48:18) – "I Wanna Be Your Man" von The Beatles (48:40) – "I Wanna Be Your Man" von den Rolling Stones
- Pink – "I'm Not Dead"06.04., 06:0006.04.2026, 06:0000:52:40
2006 hat Pink mit "I'm Not Dead" ihr viertes Studioalbum herausgebracht, bei dem schon direkt der Albumtitel ein Statement ist: Ich bin nicht tot! Ein Album und ein Statement, mit dem Pink klarmacht, dass sie gekommen ist, um (im Popbusiness) zu bleiben. Ihren internationalen Durchbruch hatte Pink mit ihrem zweiten Studioalbum "Missundaztood" im Jahr 2001 geschafft. Darauf waren mit Songs wie "Get The Party Started", "The Pill" und "Family Portrait" auch ihre ersten internationalen Hits – mit allen drei hatte sie es bei uns in die Top 10 geschafft. Bei "I'm Not Dead" erreicht Pink die nächste Stufe Sängerin Pink hat eigentlich seit Beginn ihrer Karriere das Image der selbstbestimmten, starken Frau – womit sie selbst ein tolles Vorbild ist. Nur wie sie das verkörpert und präsentiert hat, hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Sie hat erkannt: Sie ist jetzt Erwachsen! Quelle: Jochen Stöckle, SWR Musikredakteur über Pinks Wandel War sie bei Songs wie "Get The Party Started" eher noch "die freche Göre", die einfach gemacht hat, was sie will, ist sie bei ihren Songs vom Album "I'm Not Dead" erwachsener geworden, hat dabei aber kein bisschen ihrer Stärke verloren. Sie hat gerafft: Kindheit ist vorbei und jetzt wird's richtig ernst, Freunde! Quelle: Jochen Stöckle, SWR Musikredakteur über den Albumtitel "I'm Not Dead" von Pink Für "I'm Not Dead" holt Pink sich Unterstützung Dass Popstars für das Schreiben ihrer Songs oft auf Songwriter zurückgreifen, ist längst kein Geheimnis mehr. Auch Pink hat in ihrer Vergangenheit mit bekannten Songwritern und Songwriterinnen zusammengearbeitet. Für ihren Erfolgssong "Get The Party Started" hat Pink sich Unterstützung von Linda Perry geholt. Linda Perry war in den 90ern die Frontfrau der Gruppe "4 Non Blondes", die vor allem durch ihren Kulthit "What's Up" weltweit bekannt geworden ist. Als Songwriterin hat Linda Perry neben Pink auch schon mit Sängerinnen wie Christina Aguilera, Gwen Stefani, Alicia Keys oder Celine Dion zusammengearbeitet. Das ist immer die Frage, auf die keiner kommt: Wer ist nach Paul McCartney der erfolgreichste Songschreiber? Dann fallen einem einfach 20 große Stars ein, aber die Wahrheit ist: Es ist Max Martin! Quelle: Jochen Stöckle über Songwriter und Produzent Max Martin Für ihr Album "I'm Not Dead" hat sich Pink Support aus Schweden geholt, von Songwriter und Produzent Max Martin. Über 25 Nummer-1-Hits hat er geschaffen und ist damit seit Jahren quasi ein Garant für einen Charterfolg. Er hat zum Beispiel Britney Spears bei ihrem Durchbruch geholfen und an Songs für Boybands wie N*Sync und die Backstreet Boys mitgearbeitet. Bei Pinks Album "I'm Not Dead" war er gleich an mehreren Songs beteiligt. Musikalisch und persönlich hat sie sich da gefunden. Das ist einfach Pink! Und die kann man auch nicht kopieren oder nachahmen. Sie ist einfach ein Unikat! Quelle: Franka Morgano, Sängerin über Pink und das Album "I'm Not Dead" "Stupid Girls" vom Pink-Album "I'm Not Dead" hat eine starke Botschaft Der Albumopener "Stupid Girls" ist einer der erfolgreichsten der Platte und er hat gleichzeitig auch eine starke Botschaft: "Sei kein dummes Mädchen", appelliert Pink in ihrer Vorbildrolle an alle Mädchen, Frauen und Teenager. Erfüllt nicht die Klischees von langen Fingernägeln, kurzen Tops und teuren Handtaschen, um anderen zu gefallen, so heißt es sinngemäß im Songtext und im Musikvideo. Dort persifliert die Sängerin die Popstars und IT-Girls zu der Zeit Anfang der 2000er wie Lindsay Lohan, Paris Hilton oder auch Sängerin Jessica Simpson. Für das Musikvideo hat Pink dann auch noch den MTV Video Music Award in der Kategorie "Bestes Pop Video" bekommen. Der Familienmoment auf "I'm Not Dead" von Pink Die Liebe zur Musik hat Pink von ihrem Vater, sagt sie selbst. Und vor allem ihr Vater war eine sehr wichtige Bezugsperson für sie. Auf dem Album singt Pink gemeinsam mit ihrem Vater einen Song, den er selbst über seine Zeit im Vietnamkrieg geschrieben hat. Für sie war es der erste Song, den sie jemals gelernt hat zu singen. Dieser Song ist der emotionale Höhepunkt der Platte. Das Vermächtnis von "I'm Not Dead" und Pink Für Podcastgast Franka Morgano liegt die Stärke des Albums "I'm Not Dead" wieder darin, dass Pink eindrucksvoll zeigt, dass es sich lohnt, man selbst zu sein und, dass es nichts bringt, sich zu verbiegen, denn das würde das Publikum sowieso merken, sagt die Sängerin aus eigener Erfahrung. Sei du selbst! Egal, was andere sagen! Quelle: Franka Morgano, Sängerin über das Vermächtnis von Pink und ihrem Album "I'm Not Dead" Shownotes Musikvideo zum Song "Stupid Girls" Pinks Rede bei den "MTV Video Music Awards" (2017) ARD-Podcast-Tipp: "Amerika, wir müssen reden!" Über diese Songs vom Album "I'm Not Dead" sprechen wir im Podcast (16:22) – "Stupid Girls" (22:07) – "Who Knew" (29:29) – "I Have Seen The Rain" (39:35) – "Dear Mr. President" (47:53) – "I'm Not Dead" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (09:22) – "Key To My Heart" von Pink (10:22) – "Lady Marmalade" von Missy Elliott, Christina Aguilera, Lil' Kim, Mya, Pink (17:14) – "Itsy Bitsy Teenie Weenie Yellow Polka Dot Bikini" von Brian Hyland (17:40) – "Itsy Bitsy Teenie Weenie Honolulu-Strand-Bikini" von Caterina Valente (24:05) – "...Baby One More Time" von Britney Spears (24:21) – "That's The Way It Is" von Celine Dion (24:27) – "It's My Life" von Bon Jovi (24:33) – "Cloud Number Nine" von Bryan Adams (25:09" – "I Want It That Way" von den Backstreet Boys
- 50 Jahre BAP – "Paar Daach Spääder"30.03., 06:0030.03.2026, 06:0001:20:14
Diesmal geht es nicht nur um ein einzelnes Album, sondern BAP als Liveband im Spiegel von fünf Jahrzehnten Musikgeschichte. Passend dazu ist am 27. März 2026 die Jubiläumsbox "Paar Daach Spääder" erschienen, mit 50 Live-Aufnahmen aus 50 Jahren BAP. Für dieses Meilensteine-Special kommt einer zu Wort, der diese Geschichte wie kein Zweiter geprägt hat: BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken. Gemeinsam mit Meilensteine-Host Frank König und SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach blickt er zurück auf 50 Jahre Bandgeschichte. Zur Aufzeichnung haben sich die drei im legendären Maarwegstudio2 in Köln getroffen, in dem auch einige BAP-Alben entstanden sind. Die Anfänge von BAP – Vom Hühnerstall zum Rockpalast Nach einem Malerei-Studium in den frühen 1970er-Jahren absolvierte Wolfgang Niedecken gerade den Zivildienst und macht immer wieder mit unterschiedlichen Leuten Musik. Die Gruppe, die sich ab 1976 um ihn bildet, trifft sich zunächst in wechselnder Besetzung. An eine Rockstar-Karriere denkt zu diesem Zeitpunkt niemand. Wir hatten keinen Karriere-Plan. Quelle: Wolfgang Niedecken zu den Anfängen von BAP Der entscheidende Impuls kommt dann eher zufällig: Ein Saxophonist aus einer früheren Band meldet sich bei Niedecken. Er habe einen Bauernhof geerbt, erzählt er. Dort gebe es einen Hühnerstall, den man mit etwas Arbeit in einen Probenraum umbauen könne. Kein großer Plan und kein Karrieregedanke – einfach ein Ort, an dem man wieder zusammen Musik machen kann. Seinen ersten kölschen Song schrieb Wolfgang Niedecken damals aus Liebeskummer. Der Song kommt gut an, nach und nach entstehen weitere Songs und schließlich ein ganzes Album. Nach der Veröffentlichung wird die Band allerdings wieder umbesetzt. Viele der Musiker haben andere berufliche Verpflichtungen. Auch in den folgenden Jahren bleibt BAP in Bewegung. Mit Klaus Heuser, genannt "Major", kommt 1980 dann aber ein Gitarrist dazu, der die Band und ihren Sound bis 1999 entscheidend prägt. Das ist das schöne bei uns, es entwickelt sich alles organisch. Quelle: Wolfgang Niedecken über die wechselnde Bandbesetzung Als BAP im August 1982 auf der Loreley spielen, wird langsam klar, dass aus der Musik mehr werden könnte. Der Auftritt findet im Rahmen des Rockpalast statt. Das Konzert wird europaweit live im Fernsehen übertragen und verschafft der Band eine ganz neue Reichweite. Als offiziellen Gründungstag nennt Wolfgang Niedecken übrigens den 19. Juni 1976 – den Tag, an dem ihn der Anruf wegen des Hühnerstalls erreichte. "What the hell is this?" – Als BAP selbst Mick Jagger beeindruckten In 50 Jahren haben BAP einige bemerkenswerte Meilensteine erreicht. Sie schafften es, 13 Nummer-eins-Alben herauszubringen und übertrumpften damit sogar die Beatles. Im Jahr 1982 spielen BAP als Vorband für die Rolling Stones – eine Band, die für sie immer ein wichtiges Vorbild war. Ihr Song "Hück ess sing Band en der Stadt" ist ihnen gewidmet. Und auch an diesem Abend hinterlassen BAP Eindruck: Schon als Vorband reißen sie das Publikum mit – so sehr, dass es selbst den Stones nicht entgeht. Mick Jagger soll die Szene mit einem ungläubigen "What the hell is this?" kommentiert haben. Diese unbändige Spielfreude (von uns), die war natürlich großartig. Wenn wir auf Festivals gespielt haben, hatte die Band, die nach uns gespielt hat, ein Problem. Quelle: Wolfgang Niedecken über die Spielfreude von BAP bei ihren Konzerten Wenn Kölsch plötzlich nicht passt Politik, deutsche Geschichte und gesellschaftliche Haltung ziehen sich wie ein roter Faden durch die Arbeit von BAP und Wolfgang Niedecken. Immer wieder greifen ihre Songs diese Themen auf – etwa in "Amerika" oder "Kristallnacht". Auch "Absurdistan" gehört in diesen Zusammenhang und zeigt gleichzeitig eine Besonderheit: Der Song beginnt nicht auf Kölsch, sondern auf Hochdeutsch. Wolfgang Niedecken erklärt, dass das keine bewusste Entscheidung war, sondern eher ein Gefühl. Beim Einsingen merkt er, dass sich das Kölsch hier nicht richtig anfühlt. Erst im Refrain kehrt die vertraute Sprache zurück. Für Niedecken selbst war das eine interessante Erfahrung für seinen eigenen Songwritingprozess. Die Musik von BAP als Spiegel deutscher Geschichte Für SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach erzählt "Paar Daach Spääder" mehr als nur die Geschichte von BAP. In der Jubiläumsbox spiegelt sich auch ein halbes Jahrhundert deutscher Geschichte wider, und eine Band, die immer dann präsent war, wenn es darauf ankam, Position zu beziehen. Haltung zu zeigen, sagt Wolfgang Niedecken, ist für ihn eine Selbstverständlichkeit. Er könne gar nicht anders. Dabei gehe es ihm nie darum, zu belehren oder politische Vorgaben zu machen. Vielmehr wolle er Menschen dazu bringen, sich mit den wichtigen Fragen auseinanderzusetzen. Ich will die Leute dazu kriegen, dass sie sich mit den wichtigen Sachen auseinandersetzen. Quelle: Wolfgang Niedecken über seine Intentionen bezüglich seiner Haltung Grenzen von außen habe es dabei kaum gegeben. Weder Plattenfirmen noch andere Akteure hätten ihm vorgeschrieben, was gesagt werden darf oder was nicht. Haltung war bei BAP immer Teil der Musik. Auch mit Blick auf jüngere Bands sieht Wolfgang Niedecken diese Haltung weiterleben. Gruppen wie Kraftklub, Von Wegen Lisbeth oder AnnenMayKantereit stehen für ihn für eine neue Generation von Künstlern, die sich mit politischen und gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen. Gerade in AnnenMayKantereit erkennt Niedecken dabei vieles wieder, was auch BAP geprägt hat. 50 Jahre BAP und 75 Jahre Wolfgang Niedecken 50 Jahre BAP – das sind fünf Jahrzehnte voller prägender Momente mit einer der erfolgreichsten deutschen Rockbands und ihrem Frontmann Wolfgang Niedecken. Anlass genug, um zu gratulieren: zum Bandjubiläum und zu Niedeckens 75. Geburtstag. Eine kleine, persönliche Geste gibt es obendrein: Meilensteine Host Frank König und SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach bringen dem Geburtstagskind ein Poster mit einer Collage aus 2CV-Enten mit. Eine Anspielung auf Niedeckens legendäre "Kastenente", die ihn in den Anfangsjahren von BAP oft begleitet hat. Shownotes Die neue CD/LP Box "Paar Daach Spääder" von BAP BAP - Zeitreise 81/82 - Sartory Säle, Köln 2023 in der ARD Mediathek YouTube-Kanal von BAP WDR Rockpalast Doku "Dann kam alles anders - Wolfgang Niedecken wird 70" Maarwegstudio2 – hier haben wir die aktuelle Folge aufgenommen ARD Podcast-Tipp: "Ball you need is love" von Arnd Zeigler Über diese Songs vom Album "Paar Daach Spääder" sprechen wir im Podcast (15:45) – "Hück ess sing Band en der Stadt" (24:51) – "Psycho-Rodeo" (37:15) – "Paar Daach fröher" (41:30) – "Helfe kann dir keiner" (46:30) – "Amerika" (54:26) – "Et Levve ess en Autobahn" (1:00:50) – "Time Is Cash Time Is Money (Bläck Fööss)" (1:04:47) – "Absurdistan"
- Gorillaz – "Gorillaz"23.03., 06:0023.03.2026, 06:0001:04:35
Für die Gorillaz tun sich Damon Albarn und Jamie Hewlett zusammen Mit den Gorillaz haben Damon Albarn und Jamie Hewlett eines der innovativsten Musikprojekte aller Zeiten erschaffen – aus Frust. Entstanden ist die Idee zu dem Projekt, als die beiden WG-Kollegen Ende der 90er zusammen MTV geschaut haben und sich über die glattgebügelte Scheinwelt aus produziertem Hochglanz-Pop ärgerten. Damon Albarn erschafft die Gorillaz als Statement der scheinheiligen Popwelt "Nichts ist da mehr echt! Und jede Fakeband könnte authentischer sein als das, was wir da sehen", so die frei übersetzte Hypothese der beiden. Also haben sie genau das gemacht. Sie haben mit den Gorillaz die erste echte Fakeband der Welt erfunden. Das musikalische Mastermind ist Damon Albarn, der mit seiner Band "Blur" bereits diverse Erfolge gefeiert hatte und eine der Ikonen des Britpop war. An seiner Seite steht sein Mitbewohner und Freund Jamie Hewlett, der sich als Comiczeichner und Co-Autor des Erfolgscomics "Tank Girl" als Künstler einen Namen gemacht hatte. Das Ziel war klar: Die Gorillaz sind ein Statement gegen die Popkultur-Scheinwelt. Die Gorillaz kritisieren das Popbusiness, während sie gleichzeitig damit spielen und es erobern – was für eine Ironie. Damon Albarn und Jamie Hewlett erfinden ein Universum für die Gorillaz Die (offizielle) Band Gorillaz besteht aus den vier fiktiven Charakteren Murdoch Nicalls, 2-D, Noodle und Russell – allesamt mit weitreichenden Hintergrundgeschichten, die spannend, verrückt und natürlich frei erfunden sind. Man merkt erst heute, wie krass Visionär dieses Album war! Quelle: Bianca Hauda, Musikjournalistin und Moderatorin über das Album "Gorillaz" Die These des Projekts: Auch wenn etwas komplett frei erfunden ist, kann es authentischer sein als existierende Bands und Menschen aus Fleisch und Blut. Denn hier wird niemandem etwas vorgemacht. Die Gorillaz sind ein 360-Grad-Kunstprojekt von Albarn und Hewlett Mit den Gorillaz haben Damon Albarn und Jamie Hewlett nicht nur eine Band aus dem Nichts erschaffen, sondern gleich ein ganzes Universum drumherum. Die Fiktion hört nicht bei der Musik und bei den Videos auf. Es gibt mit "Rise Of The Ogre" eine Bandbiografie, Interviews mit den Bandmitgliedern und vieles mehr. Die Gorillaz sind ein 360-Grad-Kunstprojekt, das immer wieder die Grenzen sprengt! Quelle: Patrick Schütz, Musikredakteur über die Gorillaz Hören, sehen, lesen – es macht Spaß, die Welt der Gorillaz zu entdecken Elton John hat Damon Albarn, den musikalischen Kopf hinter der Band, als "interessantesten britischen Musiker" bezeichnet. Spannend ist dabei vor allem, dass es im Gorillaz-Kosmos – im Rahmen des Debütalbums und darüber hinaus – unglaublich viel zu erkunden gibt für die Fans. Es gibt viele Details und Muster, die immer wiederkehren und weitergetragen werden – diese zu entdecken macht unglaublich viel Spaß. Neben der Musik gibt es auch viele Filmreferenzen Besonders häufig finden sich auf dem Debütalbum zum Beispiel auch Filmreferenzen zu Klassikern der Kinogeschichte. Sei es zu den Italowestern, im Song "Clint Eastwood", dem bekanntesten Stück des Albums, oder zu Horrorfilmklassikern wie "The Shining" oder "Freitag der 13.". Der Einfluss von Damon Albarn und den Gorillaz Mit dem Debütalbum der Gorillaz haben Jamie Hewlett und Damon Albarn der damaligen Popwelt den Spiegel vorgehalten und gezeigt, dass man für Authentizität nicht mal echte Menschen braucht. Und als (fast schon) Nebeneffekt gibt es hierbei noch großartige Musik, die Weltmusik, Art-Pop, Dub, Triphop, Hip-Hop, Rock und noch vieles mehr verbindet. Dieses Album hat uns gezeigt, dass es in der Musik keine musikalischen und kulturellen Grenzen gibt! Quelle: Bianca Hauda über das Vermächtnis der Gorillaz Shownotes Die komplette Hintergrundgeschichte der Gorillaz Das Musikvideo zu "Clint Eastwood" Das Musikvideo zu "19-2000" Das Musikvideo zu "Rock The House" Das Musikvideo zu "Tomorrow Comes Today" Die Website der "Kong Studios" Kurzdoku über Damon Albarn von Musikjournalist Asa Park Moderator Zane Lowe im Interview mit Damon Albarn Fanwiki zu den Gorillaz Das Interview, das Jamie Hewlett für "Deadline" geführt hat ARD-Podcast-Tipp: Bergfreundinnen Über diese Songs vom Album "Gorillaz" sprechen wir im Podcast (20:30) – "Re-Hash" (25:37) – "Tomorrow Comes Today" (36:18) – "Clint Eastwood" (45:53) – "Rock The House" (52:38) – "19-2000" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (30:50) – "I Got Law" von Blur (34:42) – "Java” von Augustus Pablo (35:22) – "Sunset Coming On” von Damon Albarn (47:22) – "Concrete Schoolyard” von Jurassic 5 (49:08) – "Mistadobalina” von Del The Funky Homosapien
- Depeche Mode – "Black Celebration"16.03., 06:0016.03.2026, 06:0000:57:31
Für ihr Album "Black Celebration" sind Depeche Mode 1985 zurückgekehrt in die, für sie bereits bekannten, Hansa-Studios nach West-Berlin. Dort hatte die Gruppe um Sänger Dave Gahan bereits die beiden Vorgängeralben "Some Great Reward" und "Construction Time Again" aufgenommen. Mit "Black Celebration" entwickeln sich Depeche Mode weiter Für Musikredakteur und Depeche Mode-Fan Dave Jörg ist dieses Album die nächste Stufe in der Qualität der Band, erzählt er im Meilensteine-Podcast. Das ist die klanglich bisher beste Depeche Mode-Platte, die überhaupt rausgekommen ist. Quelle: Dave Jörg, SWR1 Musikredakteur über "Black Celebration" Die Band hat sich von der Qualität ihrer Produktion und ihres Samplings enorm weiterentwickelt, findet Dave Jörg. Und sie haben damit auch Mut bewiesen, denn sie haben sich mit "Black Celebration" gegen die aktuellen Trends von sanftem und weichem Pop gestellt, wie zum Beispiel Samantha Fox, Sandra oder Modern Talking. Depeche Mode haben mit ihrem Album das Gegenteil gemacht und sind noch düsterer geworden. Der dunkle Sound auf "Black Celebration" von Depeche Mode ist nicht negativ Bereits der selbstbetitelte Album-Opener zieht uns mit seiner Soundcollage rein in die Platte. Alles klingt dabei sehr düster, aber diese Düsternis ist nichts Schlechtes, erklärt SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius: "Sie drehen dieses Düstere schon fast um". Das passiert, indem sie eine Passage einer Rede von Winston Churchill nehmen, die er nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehalten hat. Daraus nehmen Depeche Mode für den Anfang ihrer "schwarzen Feier", den Ausschnitt: "Wir dürfen uns eine kurze Zeit der Freude gönnen". Es ist so, dass man eine Trauer und Schmerz mit der Musik gemeinsam wegtanzen und wegfeiern kann und sich auch in schweren Zeiten erlauben darf, zu feiern. Dafür ist diese Musik enorm gut, weil man sich da "drin einwickeln kann", sagt Jörg. Es macht einen nicht depressiv, sondern im Gegenteil: Diese wohlige Stimmung darin, damit kann man sich zudecken. Quelle: Dave Jörg über "Black Celebration" Der Depeche Mode Song "Stripped" von "Black Celebration" ist stilprägend Depeche Mode haben immer gerne mit Sounds und Samples herumprobiert und gespielt. Der Rhythmus bei ihrem Hit "Stripped" ist auch dadurch entstanden. Dafür hat die Band den Sportwagen von Sänger Dave Gahan im Tonstudio aufgenommen und diesen stark verlangsamt. So hat der Song seinen maschinellen, durchgängigen Beat bekommen. Aber die Band hat noch mehr reale Geräusche genommen, um sie verfremdet im Song "Stripped" einzubauen. Bei den Aufnahmen haben sie zum Beispiel auch im Abstand von mehreren Metern Mikrofone, außerhalb des Tonstudios, auf den Boden gestellt und Feuerwerksraketen daran vorbeigeschossen – ein unglaublicher Aufwand. Die Arbeit hat sich seither keiner mehr gemacht mit Feuerwerkskörpern, soweit ich weiß. Quelle: Dave Jörg über den Produktionsaufwand bei "Stripped" "Stripped" war übrigens der erste Song, den die Band für ihr fünftes Studioalbum "Black Celebration" überhaupt aufgenommen hat. Die Bedeutung von "Black Celebration" für Depeche Mode Mit "Black Celebration" haben Depeche Mode sich ein ganzes Stück weiterentwickelt, ihre Position im Popbusiness gefestigt und gleichzeitig ein neues Level erreicht, was ihre Karriere betrifft, so ordnen Dave Jörg und Katharina Heinius das Album im Kontext der Bandgeschichte ein. Shownotes Video und Interview zum Artwork von "Black Celebration" Depeche Mode – "Black Celebration" Kurzfilm (1986) Das Musikvideo zum Song "Stripped" Das Musikvideo zu "A Question Of Time" Buchtipp: "Behind the Wall: Depeche Mode - Fankultur in der DDR" Buchtipp: "Depeche Mode: Monument" Meilensteine Folge zu "Some Great Reward" mit Autor Sascha Lange ARD Podcast-Tipp: "Danke, gut. Der COSMO Podcast über Pop und Psyche" Über diese Songs vom Album "Black Celebration" sprechen wir im Podcast (10:16) – "Black Celebration" (20:17) – "A Question Of Lust" (27:56) – "A Question Of Time" (35:30) – "Stripped" (47:22) – "But Not Tonight" (51:59) – "New Dress"
- Daft Punk – "Discovery"09.03., 06:0009.03.2026, 06:0001:12:11
Daft Punk sind eine der größten House-Bands aller Zeiten. Den internationalen Durchbruch haben sie mit ihrer Single "Around The World" und dem dazugehörigen Album "Homework" geschafft. Mit ihrem zweiten Album "Discovery" hat die Gruppe ihren Stand gefestigt und gezeigt, dass sie keine musikalischen Eintagsfliegen sind. Ab da ist die Erfolgskurve von Daft Punk, die man auch dadurch kennt, dass sie selbst immer mit Roboterhelmen verkleidet in der Öffentlichkeit aufgetreten sind, weiter steil nach oben gegangen. Mit "Discovery" beginnt die Weltkarriere von Daft Punk Daft Punk machen auf "Discovery" – und auch in der Zeit danach – eine besondere Form der House-Musik, nämlich: "French House". Diese spezielle Spielform hat ihre Ursprünge auch im französischen Hip-Hop, der vor allem in den äußeren Bezirken von Paris, den sogenannten "Banlieues" entsteht und stark vom Jazz geprägt ist, erklärt Musikredakteur Stephan Fahrig im Podcast. Man muss sagen, dass French House nicht auf ein bestimmtes Genre festzulegen ist Quelle: Stephan Fahrig, Musikredakteur über die Herkunft von French House Die musikalische Zusammensetzung von "Discovery" und Daft Punk Wie genau das Erfolgsrezept von French House und Daft Punk zusammengesetzt ist, erklärt Meilensteine Gast Sascha Simnovec. Dabei beginnt alles mit einem sehr genauen 4/4-Drumbeat, einer funky Bassline und einer Portion Nile Rodgers und Chic. Was sonst noch reingehört in das fein abgeschmeckte Rezept, das hört ihr im Meilensteine Podcast. "Discovery" hat mich damals schon ziemlich umgehauen, weil da so eine Magie drinsteckt. Quelle: Sascha Simnovec, Meilensteine Gast über "Discovery" von Daft Punk Darüber hinaus lassen Daft Punk auf ihrem Album auch die Klänge verschiedener Instrumente verschwimmen. Es gibt Synthesizer, die wie Gitarren klingen, und Gitarren, die wie Synthesizer klingen – House-, Elektro-, Hip Hop- und Rockelemente bekommen hier vollkommen neue Klanggewänder übergezogen. Das hört man zum Beispiel auch beim Song "Digital Love". Samples sind das Herzstück von Daft Punks Album "Discovery" Auf ihrem Album "Discovery" bedienen sich Daft Punk auch ganz häufig bei mehr oder weniger bekannten, aber bereits veröffentlichten Songs – oft aus den 70ern. Hier werden einzelne Schnipsel von Songs genommen, stark bearbeitet und damit wird dann etwas Neues geschaffen. Auf die Spitze treiben Daft Punk es damit bei dem Song "Face To Face" wie Stephan Fahrig findet. Das ist Sample-Masterclass! [...] 20 Songs werden in diesem einen verarbeitet! Quelle: Stephan Fahrig über die Sampling-Qualität beim Song "Face To Face" Diese Technik in der Musik wird "Sampling" genannt und ist vor allem in der elektronischen Musik und auch im Hip-Hop typisch. Das "Sampling" wird nicht immer unkritisch gesehen und hat schon mehrfach auch zu Rechtsstreitigkeiten zwischen Künstlern und auch Plattenfirmen gesorgt. Die erfolgreichste Single von Daft Punks "Discovery" ist "One More Time" Der Überhit des Albums "Discovery" ist die Vorabsingle und Album-Opener "One More Time". Die Essenz des Songs ist ein Sample von Eddie Johns aus dem Jahr 1979. Das haben Daft Punk so reduziert und verändert, dass es nicht nach 70ern oder 90ern klingt, erklärt Sascha Simnovec, sondern es klingt "nach immer jetzt". Was ich an "One More Time" schön finde: es klingt wie ein Roboter, der zum ersten Mal Glück empfindet. Quelle: Sascha Simnovec, Podcast Gast über die Magie des Songs "One More Time" Dieses stark verfremdete und sehr komprimierte Sample von Eddie Johns Song "More Spell On You" wirkt dabei durch die ständige Wiederholung intensivierend und entwickelt ein echtes Euphoriegefühl. Der Einfluss von Daft Punk und "Discovery auf die Popmusik Mit ihrem Album "Discovery" und ihrem French-House-Stil, haben Daft Punk die Popmusiklandschaft und Dancemusik der nachfolgenden Jahrzehnte stark beeinflusst, beweist Podcast Gast Sascha Simnovec mit Musikbeispielen von Lady Gaga, Madonna, Coldplay, The Weeknd und anderen Popmegastars. In den Songs dieser Megastars lassen sich einige Elemente und Stilistiken wiederfinden, die wir auch aus dem Album "Discovery" von Daft Punk kennen. Nach "Discovery": Weitere Erfolge und das Karriereende von Daft Punk Später in ihrer Karriere haben sie noch mit anderen internationalen Künstlern wie Pharrell Williams, Nile Rodgers oder auch Elektro-Ikone Giorgio Moroder zusammengearbeitet. 2021 haben Daft Punk dann ihre Roboterhelme an den Nagel gehängt und das Ende von Daft Punk verkündet. Shownotes Die Geschichte von French House Die Geschichte zur Band "Daft Punk" French Touch: "Pop-Dissidenz" Arte-Blow-Up"Daft Punk: Musikduo und Filmproduzenten" "Daft Punk Unchained" (Dokumentation) Interview zum Album-Release von "Discovery" Interstella 5555 (Trailer) - Der Film zum Album Discovery Album-Analyse der Samples Video zu den Samples von "One More Time" Tickets für die Meilensteine beim SWR Podcastfestival ARD-Podcast-Tipp: "Der KI-Podcast" Über diese Songs vom Album "Discovery" sprechen wir im Podcast (28:09) – "One More Time" (45:03) – "Digital Love" (50:17) – "Harder, Better, Faster, Stronger" (01:01:54) – "Face To Face" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (04:45) – "Nouveau Western" von MC Solaar (05:59) – "Parasite" von Motorbase (06:50) – "Acid Eiffel" von Laurent Garnier (07:06) – "Cassius 1999" von Cassius (07:16) – "So Flute" von St.Germain (07:28) – "13 La Rythme Et Le Cadence" von Dimitri from Paris (10:01) – "Around The World" von Daft Punk (11:06) – "Flat Eric" von Mr. Oizo (11:46) – "La Femme D'Argent" von Air (11:58) – "Music Sounds Better With You" von Stardust (12:09) – "Paradise" von Bob Sinclair (12:19) – "Lady (Hear Me Tonight)" von Modjo (17:05) – "Whole Again" von Atomic Kitten (17:27) – "Clint Eastwood" von Gorillaz (29:08) – "More Spell On You" von Eddie Johns (32:47) – "Believe" von Cher (45:59) – "I Love You More" von George Duke (46:52) – "September" von Earth, Wind & Fire (53:36) – "Cola Bottle Baby" von Edwin Birdsong (01:03:24) – "Evil Woman" von Electric Light Orchestra (01:03:36) – "Can't Get It Out Of My Head" von Electric Light Orchestra (01:03:43) – "Silent And I" von The Alan Parsons Project (01:04:01) – "House At Pooh Corner" von Loggins & Messina (01:04:11) – "Old And Wise" von The Alan Parsons Project (01:08:12) – "Hung Up" von Madonna (01:08:27) – "Fireflies" von Owlcity (01:08:47) – "Adventure Of A Lifetime" von Coldplay (01:09:13) – "I Feel It Coming" von The Weeknd (01:09:34) – "The Dead Dance" von Lady Gaga
- Talk Talk – "The Colour Of Spring"02.03., 06:0002.03.2026, 06:0001:12:05
Dass "The Colour Of Spring" von Talk Talk tatsächlich das erfolgreichste Album der Gruppe ist, scheint schon fast kurios. Denn es fehlen mit "Such A Shame" und "It's My Life" zwei der erfolgreichsten Singles der Band auf dem Album. Die Vorgeschichte von "The Colour Of Spring" von Talk Talk Auch wenn Talk Talk bekannt sind für ihren Synthie-Sound und ihre kultigen 80er-Vibes, kommt die Band – und vor allem Sänger Mark Hollis – eigentlich aus dem Punk und Post-Punk mit verzerrten Gitarren und jeder Menge Tempo. Einen großen Einfluss auf den jungen Mark Hollis hatte sein größerer Bruder, der als leidenschaftlicher Plattensammler, wie Stephan Fahrig im Podcast erklärt, seinem Bruder ganz viel unterschiedliche Musik vorgespielt hat und damit die Musikbegeisterung des Jungen aus Tottenham weiter befeuert hat. Die ersten eigenen musikalischen Gehversuche im Rahmen eines Bandgeflechts sind 1979 nach nur zwei Jahren und ohne echte Erfolge schon wieder vorbei. Aber Mark Hollis bleibt dran, schreibt weiter Songs und gründet eine weitere Band: "Talk Talk". Gemeinsam nimmt die Gruppe verschiedene Demos auf und schickt diese ganz selbstbewusst an die Plattenfirma EMI – und die ist begeistert. Anfangs wollte die Plattenfirma die Band noch in die New-Romantics-Richtung drängen, ihnen auch den Stempel aufdrücken und die Gruppe so vermarkten. Aber auch wenn die Band um Mark Hollis sich musikalisch vom Punk wegbewegt hat, sind sie innerlich dabei geblieben und haben sich dieses Image eben nicht aufzwängen lassen, erklärt Stephan Fahrig im Podcast. Die Band hat sich von einer Synthie-Pop und New-Wave-Band [...] hin zu einer intellektuell anspruchsvollen Jazzrock-Band Ende der 80er entwickelt. Quelle: Niels Berkefeld im Meilensteine Podcast über die Entwicklung von Talk Talk Die Weiterentwicklung von Talk Talk auf "The Colour Of Spring" Auch wenn Talk Talk als Band am Anfang ihrer Karriere mit synthesizerlastiger Musik bekannt geworden sind und damit große Erfolge gefeiert haben, zum Beispiel mit "Such A Shame" oder "It's My Life", war der Synthesizer doch alles andere als das Lieblingsinstrument von Sänger Mark Hollis, erklärt Stephan Fahrig. Darum hat die Band sich bei ihrem Album "The Colour Of Spring" von dem Synthie-Sound weiter entfernt und das Album anders und organischer klingen lassen – das hören wir schon beim Albumopener "Happiness Is Easy". Die Band bringt keine poppigen Melodien, die sofort im Ohr bleiben, sondern zieht die einen langsam in das Album rein. Für Musikredakteur Niels Berkefeld, der die früheren Sachen von Talk Talk sehr gerne gehört hat, war das ein neuer, ungewohnter Sound von der Band, in den er sich erstmal reinhören musste. Bei mir persönlich war dieses Album Liebe auf den zweiten Blick. [...] "The Colour Of Spring" musst du dir als Hörer erarbeiten. Quelle: Niels Berkefeld, im Meilensteine Podcast über "The Colour Of Spring" von Talk Talk Das Vermächtnis von "The Colour Of Spring" von Talk Talk Mit diesem Album steht die Band auf dem Höhepunkt ihres Schaffens, da sind sich die SWR1 Musikredakteure einig. Talk Talk hat mit "The Colour Of Spring" die Tür auch für andere Musiker und Musikerinnen aufgestoßen, neue Wege zu gehen und alte Strukturen aufzubrechen. Shownotes Das legendäre Musikvideo zum Song "Living In Another World" Website von James Marsh, dem Künstler hinter dem Cover von "The Colour Of Spring" Der Talk Talk Album Guide Artikel zum 40. Geburtstag von "The Colour Of Spring" Die Entstehung von "The Colour Of Spring" ARD-Podcast-Tipp: "Spot Off – Der Backstagetalk" Tickets für die Meilensteine beim SWR Podcastfestival Über diese Songs vom Album "The Colour Of Spring" sprechen wir im Podcast (17:22) – "Happiness Is Easy" (38:37) – "I Don't Believe In You" (45:06) – "Life's What You Make It" (50:12) – "Living In Another World" (01:00:34) – "Chameleon Day" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (06:49) – "Talk Talk Talk Talk" von The Reaction (47:41) – "Running Up That Hill" von Kate Bush (48:02) – "Green Onions" von Booker T. & The MG's (01:03:17) – "Flamenco Sketches" von Miles Davis (01:04:45) – "Streichquartett Nr. 2, op. 17" von Béla Bartók
- Rush – "2112"23.02., 06:0023.02.2026, 06:0001:04:20
"2112" war die allerletzte Chance für Rush. Ihre beiden vorherigen Alben "Caress Of Steel" und "Fly By Night" blieben hinter den Erwartungen zurück und brachten die Band in finanzielle Schwierigkeiten, auch weil ihre komplexen Progressive-Rock-Songs kaum im Radio gespielt wurden. Eigentlich wollte ihr Label Mercury Records sie schon fallen lassen. Rush-Manager Ray Daniels schaffte es aber zum Glück, das Label mit einer kleinen Notlüge von einem weiteren Versuch zu überzeugen. Daniels schwärmte von den Ideen für "2112" , obwohl er die Musik noch gar nicht gehört hatte. Bei "2112" vertrauten Rush ganz auf ihre Intuition und kreative Freiheit und verweigerten sich bewusst den Vorgaben ihres Labels. Dieser letzte Alles-oder-nichts-Versuch ging auf und wurde zum Beweis dafür, wie weit man kommt, wenn man dem eigenen Bauchgefühl folgt. "2112" und die futuristische Sci-Fi-Helden-Geschichte Die A-Seite des Albums erzählt eine epische Science-Fiction-Geschichte über den Widerstand des Einzelnen gegen ein übermächtiges Kollektiv. Dieses Thema passt perfekt zur Bandgeschichte, denn auch Geddy Lee, Alex Lifeson und Neil Peart galten als drei Individualisten, die erst zusammen eine einzigartige Einheit bildeten und sich bewusst gegen die kommerziellen Vorgaben der Plattenindustrie stellten. Wichtig war, dass [Rush] aus drei Individualisten bestand, die in der Band so eine Synthese erzeugt haben, die perfekt funktioniert hat. Quelle: Meilensteine-Redakteur Stephan Fahrig über Rush Vertont wurde die Geschichte in Form der siebenteiligen Suite "2112". Sie entwirft eine totalitäre Zukunft, in der ein Kollektiv aus Priestern und riesigen Computern die Macht übernommen hat. Als der namenlose Held der Geschichte eine Gitarre entdeckt, stellt er sich mit Musik, Kreativität und Individualität gegen das System. Der Konflikt gipfelt schließlich in einem epischen Finale – im Stück "Grand Final". "2112" legte den Grundstein für den Sound von Rush Meilensteine-Redakteur Stephan Fahrig sieht in "2112" den Grundstein für den typischen Rush-Sound. Das Progressive-Rock-Album vereint viele ihrer Markenzeichen, von schnellen Taktwechseln über klar zugeordnete musikalische Motive bis zu komplexen, präzisen gespielten Arrangements. Gitarrist Alex Lifeson liefert die rhythmischen Elemente des Heldenmotivs, während die Priester durch markante Tom-Rolls im Schlagzeug gekennzeichnet sind. Gekrönt wird das Ganze vom unverwechselbaren und treffsicheren Gesang von Geddy Lee. Das Vermächtnis von Rush Rush haben mit "2112" viele weitere Metal, Progressive- und Hard-Rock Bands beeinflusst. Dazu gehören unter anderem Iron Maiden, Dream Theater, Tool oder The Samshing Pumpkins. Sie sind mit dieser Platte die Begründer des Prog-Rock, ohne die sich ganz viel Musik nicht entwickelt hätte. Quelle: Meilensteine-Redakteur Patrick Schütz über das Vermächtnis von Rush Obwohl Drummer Neil Peart 2020 verstorben ist, gehen Rush auch heute noch auf Tour. Die aus Aschaffenburg stammende Drummerin Anika Nilles knüpft bei aktuellen Projekten an Pearts Erbe an und bringt dabei ihren ganz eigenen unverwechselbaren Stil mit ein. Shownotes Das Video zu "2112" Die überirdische Bedeutung von "2112" Wie das sogenannte Oriental-Riff aus "A Passage To Bangkok" in die westliche Musik gekommen ist Weiteres zum Oriental-Riff in der westlichen Musik Website von Rush Website von Anika Nilles YouTube Video über Anika Nilles und über ihre Arbeit Die Gitarrenarbeit von Alex Lifeson Rush Doku bei Arte Tickets für die Meilensteine beim SWR Podcastfestival ARD Podcast Tipp: "Das Portal" Über diese Songs vom Album "2112" sprechen wir im Podcast (12:30) – "Overture" (15:13) – "The Temples of Syrinx" (17:19) – "Discovery" (18:35) – "Presentation" (20:10) – "Oracle: The Dream" (21:25) – "Soliloquy" (22:00) – "Grand Final" (46:27) – "Something for Nothing (48:08) – "A Passage to Bangkok" Über diese Songs sprechen wir außerdem (49:30) – "Kung Fu Fighting" von Carl Douglas (51:47) – "Kashmir" von Led Zeppelin
- Das werden die Meilensteine-Highlights 202616.02., 06:0016.02.2026, 06:0000:38:37
Welche Highlights erwarten euch in den kommenden Monaten bei uns im Meilensteine-Podcast? Welche legendären Alben nehmen wir unter die Lupe? Und was hat es mit dem SWR Podcastfestival in Mannheim auf sich? Ein Jahr voller Highlights: Was euch 2026 bei den Meilensteinen erwartet In diesem Jahr haben wir Großes vor! Statt einer klassischen Folge zu einem legendären Pop- oder Rockalbum bieten wir euch heute einen umfassenden Ausblick auf das, was 2026 bei den Meilensteinen passiert. Unsere Hosts Frank König und Patrick Schütz verraten, auf welche Folgen sie sich persönlich besonders freuen, und sie geben euch exklusive Einblicke in die Pläne abseits des Podcasts. Ein absolutes Highlight: Die Meilensteine sind auf dem SWR Podcastfestival in Mannheim – und ihr könnt mit dabei sein. Aber das ist nicht alles. Die Meilensteine live erleben: Beim Podcastfestival in Mannheim Merkt euch den 11. April 2026 vor, denn an diesem Tag könnt ihr die Meilensteine-Crew live erleben! Beim SWR Podcastfestival in der alten Feuerwache in Mannheim präsentieren Frank König, Katharina Heinius, Stephan Fahrig und Patrick Schütz eine ganz besondere Folge. Im Mittelpunkt steht eines der wohl einflussreichsten Alben der Musikgeschichte: „Purple Rain“ von Prince. So könnt ihr live beim Podcastfestival mit dabei sein! Hier auf SWR1.de könnt ihr euch euer Ticket für die Aufzeichnung der Meilensteine beim SWR Podcastfestival sichern. Alle wichtigen Daten rund um die Veranstaltung findet ihr hier. Event-Infos: Wann: 11. April 2026 | 15:30 Uhr Wo: Alte Feuerwache, Brückstraße 2, Mannheim Tickets hier sichern! Für die Veranstaltung hat sich das Team einige Highlights ausgedacht. Darüber hinaus seid ihr herzlich eingeladen, Fragen zu stellen und so Teil dieser besonderen Podcastfolge zu werden. Nach der Veranstaltung könnt ihr Frank, Katharina, Stephan und Patrick persönlich kennenlernen und so auch einen Blick hinter die Kulissen des Podcasts bekommen. Ein Blick auf kommende Folgen: Von den Toten Hosen bis zu den Gorillaz Natürlich stehen auch spannende "normale" Podcastfolgen auf dem Programm. Musikredakteur Patrick Schütz freut sich besonders auf die Episode zum Debütalbum der Gorillaz. Die von Damon Albarn gegründete fiktive Band revolutionierte Anfang der 2000er-Jahre die Musikwelt. Zuvor war Albarn Frontmann der Britpop-Legenden Blur. Falls ihr Fans von Blur seid, könnt ihr euch schon jetzt die Folge zu ihrem Album „Parklife“ anhören, in der wir auch über die legendäre Rivalität mit der Band Oasis und den Gallagher-Brüdern sprechen. Beide Bands haben in der Vergangenheit bereits eigene Meilensteine-Folgen bekommen – und 2026 legen wir mit den Gorillaz nach! Abschied mit Punkrock? Die Toten Hosen sagen "Trink aus! Wir müssen gehen" Ein Highlight des Jahres wird der (unbestätigte) Abschied der deutschen Punkrock-Legenden Die Toten Hosen. Gehen Campino und Co. mit ihrer Tour "Trink aus! Wir müssen gehen" in den wohlverdienten Ruhestand? Bevor es dazu kommt, möchten wir euch die Möglichkeit geben, das Kultalbum der Toten Hosen für eine Meilensteine-Folge zu bestimmen. Stimmt jetzt ab und entscheidet, welches Album wir in diesem Jahr gebührend feiern sollen. Podcast-Highlights 2026: Jetzt abonnieren und nichts verpassen! Neben dem Podcastfestival, den Gorillaz und den Toten Hosen freuen wir uns unter anderem aber auch auf unsere Folgen zu den Ärzten, Peter Gabriel, den Beatles, Blink182, Foreigner und noch viele, viele andere! Shownotes Tickets für die Meilensteine beim SWR Podcastfestival Voting zur Folge über die Toten Hosen Meilensteine Folge zu "Parklife" von Blur ARD Podcast-Tipp: "1 plus 1 – Freundschaft auf Zeit" Über diese Songs sprechen wir im Podcast (09:11) – "The Rock Show" von Blink182 (10:14) – "Clint Eastwood" von Gorillaz (10:57) – "Song 2" von Blur (13:35) – "Monkey's World" von Damon Albarn (14:39) – "Purple Rain" von Prince (19:32) – "Juke Box Hero" von Foreigner (20:59) – "Urgent" von Foreigner (22:10) – "The Temples Of Syrinx" von Rush (22:56) – "Sledge Hammer" von Peter Gabriel (23:41) – "Can Can" von Buena Vista Social Club (24:04) – "Graceland" von Paul Simon (24:54) – "E-Bow The Letter" von R.E.M. (26:07) – "Hotel California" von Eagles (29:53) – "3-Tage-Bart" von Die Ärzte (30:57) – "Azzuro" von Die Toten Hosen (31:21) – "Hier kommt Alex" von Die Toten Hosen (31:57) – "Bonnie & Clyde" von Die Toten Hosen (35:00) – "Polizist" von Extrabreit (35:40) – "Wannabe" von Spice Girls (36:15) – "Fight For Your Right (To Party)" von The Beastie Boys (36:38) – "Dancing Queen" von ABBA
- Phil Collins – "Face Value"09.02., 06:0009.02.2026, 06:0001:13:50
Nach dem Ausstieg von Peter Gabriel bei Genesis 1975 hat Schlagzeuger Phil Collins auch die Rolle des Leadsängers in der Band übernommen. Eine super Vorbereitung auf seine Solokarriere und sein Solo-Debüt "Face Value" 1981. Die Musik von Phil Collins auf "Face Value" ist anders als die von Genesis Während Phil Collins mit Genesis eher im Prog-Rock unterwegs ist, ist die Musik seines Soloprojektes etwas vollkommen Anderes. Hier kombiniert er verschiedenste Genres miteinander: Jazzrock, R&B, Soul, Country – Phil Collins probiert sich aus und wird vom Sound auch sehr mystisch und elektronisch. Inhaltlich bekommen wir auf "Face Value" einen sehr privaten, sehr direkten Blick auf Phil Collins. Dort lösen die Texte das ein, was uns das Plattencover mit seinem Konterfei schon andeutet: wir sind sehr nah dran am Leben von Phil Collins. Schlagzeuger, Sänger, Legende – "Face Value" und Phil Collins sind Kult Phil Collins gehört zweifelsohne zu den bekanntesten Schlagzeugern der Welt, und sein Drumfill im Song "In The Air Tonight" hat absoluten Kultstatus – auf dem Album "Face Value" ist trotzdem an einigen Stellen auch ein Drumcomputer zu hören. Mit "Face Value" hat Phil Collins den Drumsound der 80er und der folgenden Jahrzehnte revolutioniert! Quelle: Mark Bell, Historiker und Autor über Phil Collins und "Face Value" Zu seinem ikonischen Drumfill bei "In The Air Tonight" hat Phil Collins im Interview erzählt, dass es absoluter Zufall war, dass das so entstanden ist. Das war wirklich ein Glücksfall! Bei dieser Aufnahme habe ich eben dieses Drumfill gespielt. Hätten wir noch eine Aufnahme gemacht, hätte ich etwas anderes gespielt. Aber es passte, also haben wir es so gelassen. Aber ich habe mir nicht wirklich was dabei gedacht. Quelle: Phil Collins über das Drumfill bei "In The Air Tonight" Phil Collins und "Face Value": Die Solokarriere war abzusehen Viele Fans sind begeistert, dass Phil Collins neben Genesis auch Solomusik veröffentlicht hat. Für einige andere mag es sich anfühlen wie ein Betrug an seiner Band Genesis. Wobei auch die Soloplatten von Phil Collins der Karriere von Genesis nicht geschadet haben, sie haben eher noch davon profitiert. Für Historiker und Podcast-Gast Mark Bell war es schon lange vor der Veröffentlichung von "Face Value" abzusehen, dass Phil Collins diesen Schritt gehen wird, erklärt er im Podcast. Denn bereits 1973 hat Phil Collins Musik als Sänger aufgenommen. Die wurde allerdings nie veröffentlicht. Historiker Mark Bell vermutet, dass diese Musik nicht veröffentlicht worden ist, aus Angst, dass sie zu erfolgreich sein würde und damit das Aus für Genesis hervorrufen könnte. "Face Value" ist der Startpunkt einer Weltkarriere. Für Phil Collins basiert alles auf dem riesigen Erfolg von "In The Air Tonight" und "Face Value". Quelle: Mark Bell, Autor und Historiker, über die Bedeutung von "Face Value" für Phil Collins Shownotes Das Buch von Podcast-Gast Mark Bell Youtube-Reaction zu "In The Air Tonight" BBC-Podcast zu Phil Collins Meilensteine Folge zu "The Marshall Mathers LP" von Eminem Suchtprävention Rheinland-Pfalz ARD-Podcast-Tipp: "Urban Pop" Tickets für die Meilensteine beim SWR Podcastfestival Über diese Songs vom Album "Face Value" sprechen wir im Podcast (18:11) – "In The Air Tonight" (49:38) – "Behind The Lines" (54:31) – "The Roof Is Leaking" (01:00:25) – "Hand In Hand" (01:04:26) – "Tomorrow Never Knows" (01:09:25) – "Over The Rainbow" Über diese Songs sprechen wir außerdem (40:00) – "Money For Nothing" von Dire Straits (40:25) – "Born In The USA" von Bruce Springsteen (40:32) – "Beds Are Burning" von Midnight Oil (40:44) – "Pretending" von Eric Clapton
- Nick Cave And The Bad Seeds – "Murder Ballads"02.02., 06:0002.02.2026, 06:0001:15:53
"Murder Ballads" ist eine Mischung aus eigenen Songs, Traditionals und Coverversionen und vollgepackt mit illustren Mordgeschichten – düster, verstörend, aber in Teilen auch wunderschön. Und diese düsteren Mordsongs waren auch abseits von "Murder Ballads" immer Themen, die Nick Cave interessiert haben. Deshalb finden sich auch auf anderen Alben von Cave Songs zu diesem Thema. Man merkt den Werken von Nick Cave an, dass er sehr belesen ist! Quelle: Stefan Pitterling, Meilensteine Gast über Nick Cave Wohlwollend aufgenommen wurde das Album auch von der australischen Version des Rolling Stone-Magazins. Es hat die Platte auf Platz 13 der besten australischen Alben aller Zeiten platziert. Was sind "Murder Ballads" wie von Nick Cave? Im Fall von "Murder Ballads" handelt es sich nicht um eine klassische Pop-Ballade, oder eine epische Power-Ballade, wie wir es vielleicht vermuten würden, erklärt Musikredakteurin Katharina Heinius. Es geht hier viel mehr um ein kurzes, erzählendes Gedicht, das auch zum Singen geeignet ist. Quelle: Katharina Heinius über die Bedeutung des Begriffs "Ballade" bei Nick Cave Damit bewegt sich Nick Cave nah an der ursprünglichen Begrifflichkeit der "Ballade" und nicht an dem, wie wir im 21. Jahrhundert den Begriff alltagstypisch nutzen würden. "Die Tradition der Ballade stammt schon aus dem Mittelalter", erläutert Heinius im Podcast. Und auch wenn Nick Cave sich hier ganz dem Thema Tod und Mord widmet, so beweist er auch immer wieder viel Humor in seinen Texten und auch auf der Bühne, erklärt Podcast-Gast Stefan Pitterling. Was das Erzählen dieser "Murder Ballads" noch eindrucksvoller macht, ist, dass neben der Musik, in der Komposition Sounddesignelemente genutzt werden, um die Morde noch dramatischer zu gestalten und den Hörer noch tiefer reinzuziehen. In diesem Fall ist Nick Cave nicht mehr nur Musiker, sondern ein musikalischer Regisseur, der den Film im Kopf des Hörers entstehen lässt, erklärt Katharina Heinius. Der erfolgreichste Song auf "Murder Ballads" ist mit Kylie Minogue Auf dem Album "Murder Ballads" hat Nick Cave einige Gäste mit dabei. Der deutsche Musiker Blixa Bargeld spielt in seiner Band, Sängerin und Ex-Partnerin PJ Harvey ist bei gleich zwei Songs mit am Mikrofon dabei und der australische Megastar Kylie Minogue singt mit Nick Cave das Duett "Where The Wild Roses Grow", dem erfolgreichsten Song der Platte. Bei dem Musikvideo wurde Nick Cave vorgeworfen, dass er damit Femizide romantisieren würde, weil der Mord an der Frau, gespielt und gesungen von Kylie Minogue, sehr ästhetisch dargestellt worden ist. Warum genau diese Horrorgeschichte dort auf der Bildebene so lieblich dargestellt wird und was das beim Zuschauer auslösen soll, erklärt Heinius im Podcast. Warum ist "Murder Ballads" von Nick Cave ein Meilenstein? Als Nick Cave And The Bad Seeds "Murder Ballads" veröffentlicht haben, waren gerade Genres wie der späte Grunge oder Eurodance angesagt. Und für Podcast-Gast Stefan Pitterling macht diese Platte aus, dass sie eben keinem Trend folgt, was das Album total zeitlos macht, sagt er. Es ist ein wunderbares Konzeptalbum zu einem Thema, das viele Leute fasziniert [...] und es zeigt vor allem, dass ein Künstler, der sich wirklich traut, etwas zu machen, was andere nicht machen, damit auch super erfolgreich sein kann. Quelle: Stefan Pitterling, Podcaster und Gast über "Murder Ballads" von Nick Cave Shownotes Artikel zu Jean-Frédéric Schnyder aus der Zeitschrift "Künstler – kritisches Lexikon der Gegenwartskunst" Romantisiert "Where The Wild Roses Grow" Femizide? Masther Thesis zur Debatte Offizielles Musikvideo zu "Where The Wild Roses Grow" auf Youtube Tickets für die Meilensteine beim SWR Podcastfestival ARD Podcast-Tipp: "Sprechen wir über Mord!?" Über diese Songs vom Album "Murder Ballads" sprechen wir im Podcast (17:38) – "Song Of Joy" (33:58) – "Where The Wild Roses Grow" (48:08) – "Stagger Lee" (57:53) – "Henry Lee" (01:09:05) – "Death Is Not The End" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (08:31) – "Die Moritat von Mackie Messer" von Hildegard Knef (09:14) – "Midnight Rambler" von The Rolling Stones (09:52) – "Killer On The Loose" von Thin Lizzy (14:04) – "In The Ghetto" von Nick Cave (27:49) – "Ballad Of Hollis Brown" von Bob Dylan (50:51) – "Stagger Lee" von Ma Rainey (52:01) – "Stagger Lee" von Woody Guthrie (52:23) – "Stagger Lee" von James Brown (53:02) – "Stagger Lee And Billy" von Ike and Tina Turner
- Parliament – "Mothership Connection"26.01., 06:0026.01.2026, 06:0001:05:56
"Mothership Connection" von Parliament gilt als eines der bedeutendsten Funkalben aller Zeiten. Für das Musikerkollektiv Parliament Funkadelic, die hinter dem Konzeptalbum stecken, war es darüber hinaus das erste Album, das eine Platinauszeichnung bekommen hat. Die Beatles und The Who waren Vorbilder für "Mothership Connection" von Parliament Die Inspiration für dieses Konzeptalbum hatte Mastermind George Clinton sich bei zwei anderen legendären Konzeptalben geholt: Bei "Sgt. Pepper" von den Beatles und bei "Tommy" von The Who. Die Idee von "Mothership Connection" ist wie auch schon beim Vorgänger "Chocolate City", dass Afroamerikaner in Situationen oder Positionen gebracht werden, in denen sie zu der Zeit nicht erwartet worden sind. Bei "Chocolate City" war das zum Beispiel das Weiße Haus in Washington D.C. und bei "Mothership Connection" ist das eben auch der Weltraum. Auch nach "Mothership Connection" beschäftigen sich Parliament bei ihren nächsten beiden Alben mit der Weltraumthematik. "Mothership Connection" ist das erste der drei legendären P.Funk-Mythologie-Alben. Quelle: Johannes Heuft, SWR1 Musikredakteur über "Mothership Connection" Darum ist "Mothership Connection" von Parliament ein Meilenstein Für Musikredakteur Stephan Fahrig ist dieses Album so großartig, weil es "ein Schmelztigel von so vielem ist, was darin vorkommt". Vor allem schaffen Parliament es aber auf diesem Album auch einen "ganz neuen rohen Funk" zu entwickeln, erklärt Stephan Fahrig, der im Kontrast zu der sehr glatten Musik zu der Zeit steht, wie sie zum Beispiel die Commodores rund um Lionel Richie machen. Darüber hinaus vermischen Parliament auf diesem Album viele Musikgenres wie zum Beispiel den kultigen James-Brown-Funk, Bebop, Gospel und auch Rhythm and Blues. Und so wie sie den Mix aus den Genres präsentieren, sind sie für Stephan Fahrig "eine Vorgänger-Version des Hip-Hop". Und der Kleber, der diese Band zusammenhält, so erklärt es Stephan Fahrig, ist eben Mastermind und Funklegende George Clinton. "Mothership Connection", das sind fast 39 Minuten der besten, schweißtreibendsten, enthusiastischsten Funksongs, die je geschrieben wurden! Quelle: Stephan Fahrig über "Mothership Connection" von Parliament Was ist der P.Funk auf "Mothership Connection"? Den Begriff P.Funk kann man auf unterschiedliche Formen interpretieren. Zum einen kann man ihn als Abkürzung für den "Parliament" Funk sehen, also die spezielle Spielart der Gruppe selbst. Es gibt auch die Lesart, dass das "P" für "Pure" steht – also den puren, rohen, unbeschnittenen Funk. Alternativ kann das "P" auch für die Gruppe "Parliament" und das "Funk" für Funkadelic stehen, also das Musikerkollektiv hinter Mastermind George Clinton. Das würde insofern auch passen, als dass die beiden Bands Parliament und Funkadelic die Hauptvertreter des P.Funk-Genres sind. Aber auch darüber hinaus gibt es noch weitere Wege, wie das "P" zu verstehen ist, wie SWR1 Musikredakteur Johannes Heuft im Podcast erzählt. "Mothership Connection" ist auch das erste von drei Parliament-Alben auf denen sich George Clinton und Co. eine ganze Mythologie zu ausgedacht haben, die sich um Diktatoren, Weltraumvölker und Funk dreht. Wer sind Parliament, Funkadelic und Parliament-Funkadelic? Im Grunde genommen sind Parliament und Funkadelic zwei unterschiedliche Bands, die aber aus dem gleichen Pool von Musikern bestehen, bei dem immer wieder Personen dazugekommen sind und andere sich vom Kollektiv entfernt haben. Daher werden die Gruppen auch oft als das Musikerkollektiv Parliament-Funkadelic bezeichnet. Parliament hat in den beiden Jahren '74 und '75 insgesamt drei Alben rausgebracht und Funkadelic haben zwischen 1970 und 1975 sogar sieben Alben veröffentlicht. Man kann also behaupten, beide Bands hatten Anfang der 70er-Jahre einen enormen musikalischen Output. Shownotes Der Funk mathematisch betrachtet Zur Cosmologie des Funk Buchtipp: "Black Prog" Konzertmitschnitt von Parliament Funkadelic (1976) Verschiedene Reviews zum Album "Mothership Connection" Artikel zum Afrofuturismus bei DLF-Kultur ARD-Podcast-Tipp: "Ready For Liftoff! Der Raumfahrtpodcast" Tickets für die Meilensteine beim SWR Podcastfestival Über diese Songs vom Album "Mothership Connection" sprechen wir im Podcast (16:13) – "P.Funk (Wants To Get Funked Up)" (24:11) – "Mothership Connection" (52:56) – "Give Up The Funk (Tear The Roof Off The Sucker)" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (04:20) – "(I Wanna) Testify" von The Parliaments (44:19) – "Superbad" von James Brown (45:00) – "Fame" von David Bowie (49:03) – "Swing Down Sweet Chariot" von Elvis Presley (54:30) – "Standing On The Top" von The Temptations feat. Rick James (54:50) – "Uptown Funk" (Ultimix) von Bruno Mars und Mark Ronson (55:22) – "Who Am I (What's My Name?)" von Snoop Dogg und Dr. Dre (01:01:01) – "Hey Ya!" von Outkast (01:01:26) – "Not Like Us" von Kendrick Lamar (01:01:35) – "Can't Stop" von The Red Hot Chili Peppers
- David Bowie – "Blackstar"19.01., 06:0019.01.2026, 06:0001:00:00
Weit mehr als 20 Alben hat David Bowie in seiner Karriere veröffentlicht, bevor als letztes 2016 das Album "Blackstar" erschienen ist. Für Musikredakteurin Katharina Heinius ist das der Startpunkt gewesen, sich ganz intensiv mit dem Ausnahmekünstler zu beschäftigen. Für mich war "Blackstar" der Anker zu David Bowie! Weil ich da erst angefangen habe, mich richtig mit ihm zu beschäftigen, und dann chronologisch alles von vorne bis hinten durchzuhören. Da habe ich dann festgestellt, was für ein grandioses Meisterwerk "Blackstar" tatsächlich ist. Quelle: Katharina Heinius, Musikredakteurin über ihre Beziehung zu David Bowie Neben Moderator Frank König und Musikredakteurin Katharina Heinius ist Musiker Heinz Rudolf Kunze zu Gast in dieser Podcastfolge über "Blackstar" von David Bowie. Der deutsche Musiker ist seit langem Fan von Bowie und hat bei Rock am Ring Ende der 80er Jahre auch auf der gleichen Bühne gestanden wie Bowie und seine Band. Auch über die musikalische Kollegenschaft hinaus hat Heinz Rudolf Kunze sich intensiv mit David Bowie beschäftigt. Für den NDR hat der Musiker eine neunteilige David-Bowie-Analyse namens "Der Favorit" recherchiert und moderiert. Und auch heute spielt David Bowie persönlich noch eine große Rolle für Kunze. Ich glaube, dass er eine Lücke hinterlassen hat, die völlig unschließbar ist. Quelle: Musiker Heinz Rudolf Kunze über seine Beziehung zur Musik von David Bowie "Blackstar" gehört zwar nicht zu den kommerziell erfolgreichsten Alben seiner Karriere, aber auch damals standen bei den Konsumenten schon Musikstreamingdienste hoch im Kurs, erklärt Frank König im Podcast, und trotzdem hat "Blackstar" von David Bowie es auf über zwei Millionen verkaufte Einheiten gebracht und wurde mit Gold und Platin ausgezeichnet. Darüber hinaus gab es für "Blackstar" im Jahr 2017 dann noch vier Grammy-Auszeichnungen. Jazz, Avantgarde, Rock – Was ist "Blackstar" von David Bowie? Eine der Besonderheiten auf dem Album ist, dass David Bowie keine klassische Rockband für dieses Album engagiert hat, sondern eine Jazzgruppe, die dann Rockmusik gespielt hat, erklärt Frank König. Die geht mit dem Material von David Bowie ganz anders um, was es an sich schon sehr spannend macht. Gefunden hat David Bowie "seine" Band 2014 in einer Bar in New York. In New York wurde das Album dann auch, zusammen mit Tony Visconti, geschrieben und aufgenommen. Das war aus organisatorischen Gründen wichtig, weil David Bowie durch seine Erkrankung schon geschwächt gewesen ist. "Die Wege mussten kurz sein", erklärt Katharina Heinius im Podcast. Auf "Blackstar" lässt David Bowie sich auch vom Hip-Hop beeinflussen Was für Heinz Rudolf Kunze bei "Blackstar" anders ist, als bei früheren Alben von David Bowie, ist, dass er früher selbst "der große Innovator" gewesen ist. Hier hat er sich wiederum selbst auch von Künstlern inspirieren lassen, die man nicht unbedingt sofort mit Bowie in Verbindung bringen würde, wie zum Beispiel Hip-Hop-Megastar Kendrick Lamar. Für Katharina Heinius kommt hinzu, dass David Bowie sich auf "Blackstar" auch sehr zu sich selbst hinwendet. Neben Inspirationen "von außen" blickt Bowie hier auch auf sein eigenes Schaffen zurück und lässt sich von Dingen aus seiner eigenen Vergangenheit inspirieren. Wir finden ganz viel auf "Blackstar", das auf sein eigenes Werk zurückzuführen ist. […] Er macht das, was er sein Leben lang mit anderen gemacht hat, jetzt mit sich selbst. Quelle: Katharina Heinius über "Blackstar" von David Bowie Auch auf "Blackstar" hat David Bowie viele Dinge ausprobiert von denen niemand sicher sein konnte, dass sie funktionieren. Aber, Bowie hat es trotzdem gemacht und das spricht vor allem für seinen Mut, erklärt Musiker Heinz Rudolf Kunze im Podcast. Es gibt keinen anderen Superstar, nicht einen einzigen in der Rockmusik, der so viel riskiert hat, der so viel gewagt hat (wie David Bowie). Quelle: Heinz Rudolf Kunze über den besonderen Mut von David Bowie Shownotes Buchtipp: David Bowie Is (Inside) Ausstellung im Victoria and Albert Museum Website des Grafikdesigners Jonathan Barnbrook, der das Coverartwork von "Blackstar" gestaltet hat Artikel zur Produktion von "Blackstar" Interview mit Tony Visconti zu "Blackstar" Das Musikvideo zu "Blackstar" Website unseres Podcast-Gastes Heinz Rudolf Kunze Tickets für die Meilensteine beim SWR Podcastfestival ARD-Podcast-Tipp: "Berlin Sounds Inside" Über diese Songs von "Blackstar" sprechen wir im Podcast (21:40) – "Blackstar" (36:14) – "Lazarus" (47:50) – "Girl Loves Me" (52:35) – "I Can’t Give Everything Away" Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast (11:05) – "Where Are We Now" von David Bowie (12:58) – "Sue (Or In A Season Of Crime)" von David Bowie (16:08) – "How Much A Dollar Cost" von Kendrick Lamar (25:41) – "Live On Mars" von David Bowie (29:44) – "Flaming Star" von Elvis Presley (53:38) – "A New Career In A New Town" von David Bowie (55:28) – "Never Let Me Down" von David Bowie (55:49) – "Black Tie White Noise" von David Bowie