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Lagebericht – der Immobilienpodcast

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286 Episoden · neueste 07.10.

Episoden

286
  1. #283 Neubau-Miete unter 9 Euro: Traumpreis mit Haken
    07.10., 02:0000:42:10

    Neubau-Miete mit einer 8 vor dem Komma: Traumpreis oder Rechentrick? Ausgehend von einem kommunalen Projekt in Ludwigsburg, das Wohnungen ab rund 8,30 € pro Quadratmeter Neubau-Miete anbietet, zerlegen Katarina Ivankovic und Dr. Peter Hettenbach die Kalkulation hinter solchen Angeboten. Sie zeigen, warum professionelle Projektentwickler bei heutigen Baukosten von etwa 5.000 €/m² ohne massive Förderung kaum unter 15 € Nettokaltmiete kommen und wieso Schlagzeilen über günstige Neubauwohnungen meist Sonderfälle sind. Im Fokus stehen kommunaler Wohnungsbau, sozialer Wohnungsbau und die Rolle von Förderprogrammen: Verbilligungsrichtlinien für öffentliche Grundstücke, KfW-Förderung, Landeswohnraumförderung, Kommunalkredite, alte Kasernenareale und Holzbau. Am Beispiel des Projekts "Grünbühl Living" wird deutlich, wie viele Zahnräder gleichzeitig ineinandergreifen müssen, um Neubau-Mieten um 8 bis 9 € überhaupt rechnerisch möglich zu machen und warum dieses Modell selbst auf demselben Grundstück nicht beliebig reproduzierbar ist. Parallel blicken die beiden auf ländliche Räume wie z.B. in Saarland mit seiner besonders hohen Eigentumsquote und einer starken Tradition semiprofessionellen Bauens: Einliegerwohnungen, Eigenleistung, Dorfgemeinschaft statt Bauträgerstandard. Sie diskutieren, wie Regulierung, Normen und Verwaltung diese organischen Lösungen zunehmend ausbremsen, warum Systembau an Bebauungsplänen scheitert und weshalb Enteignung zwar Schlagzeilen, aber keinen zusätzlichen Wohnraum schafft. Wohnungsbau Ludwigsburg: https://www.wohnungsbau-ludwigsburg.de/angebote/aktuelle-projekte Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  2. #282 Tante Enso: Smart Store gegen leere Schaufenster?
    30.09., 02:0000:38:13

    Leerstehende Läden, geschlossene Bankfilialen: Im ländlichen Raum bricht die Nahversorgung weg. Statt klassischem Tante-Emma-Laden setzt „Tante Enso“ auf einen genossenschaftlich organisierten Smart Store: Ein Dorfladen, der 24/7 per Zugangscode offen ist, mit zentraler Logistik, schlanken Strukturen und Fokus auf lokale Produkte. Bürger zeichnen Genossenschaftsanteile ab 100 Euro, sichern vorab die Nachfrage und holen den Supermarkt zurück ins Dorf. In bestehenden, günstigen Bestandsimmobilien, oft früheren Filialen von Tegut. Katarina Ivankovic und Dr. Peter Hettenbach diskutieren, wie dieses Modell Nahversorgung, Treffpunktfunktion und Dorfleben verbindet, welche Rolle Kommunen, Fördergelder und Medienpartner spielen und warum zu viel Regulierung Eigeninitiative abwürgt. Gleichzeitig schauen sie kritisch auf die schnelle Expansion durch die Übernahme größerer Tegut-Märkte: Wo endet der smarte Dorfladen und wo beginnt das betriebswirtschaftliche Risiko? Wird Tante Enso zum tragfähigen Prototyp für eine neue, bürgergetragene Infrastruktur im ländlichen Raum oder laden wir engagierten Dörfern Aufgaben auf, die eigentlich der Staat schultern müsste? Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  3. #281 Ewiges Wachstum? Realitätsverlust am Immobilienmarkt
    23.09., 02:0000:29:32

    Immobilien galten lange als sichere Wette: kaufen, halten, Wertsteigerung mitnehmen. Katarina Ivankovic und Dr. Peter Hettenbach räumen mit diesem Mythos auf und blicken zurück auf eine Zeit, in der Immobilienpreise inflationsbereinigt eher seitwärts liefen und Wertzuwächse regelmäßig um 30 bis 40 Prozent korrigiert wurden. Erst nach der Finanzkrise 2007/2008, mit der langen Niedrigzinsphase ab etwa 2010, wurde aus der Wohnung das vermeintliche ETF-Ersatzprodukt, das Jahr für Jahr im Plus liegen musste. Die beiden diskutieren, wie billiges Geld, professionelle und ausländische Investoren, sinkende Bautätigkeit und starke Urbanisierung die Preise in Wachstumsstädten nach oben getrieben haben und warum lose Kreditvergabe ein verlässlicher Frühindikator für Blasen bleibt. Gleichzeitig erinnern sie daran, dass Immobilien ursprünglich für etwas anderes standen: relativ stabile Mieteinnahmen, Beleihungsreserven und am Ende abbezahltes Eigentum als Absicherung im Alter. Heute stellt sich die Frage, ob wir nach Zinswende und Unsicherheiten bei Demografie, Standortqualität und Zuwanderung eher vor einer Seitwärtsphase als vor dem großen Crash stehen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  4. #280 EEG-Entwurf: Solarstrom ja, Einspeisen nein?
    15.09., 02:0000:42:48

    Das neue Erneuerbare-Energien-Gesetz soll die Netze stabilisieren – und könnte zugleich private Photovoltaik, Batteriespeicher und innovative Geschäftsmodelle ausbremsen. Katarina Ivankovic und Dr. Peter Hettenbach arbeiten durch, was der aktuelle EEG-Entwurf mit der 50-Prozent-Grenze für die Einspeisung konkret bedeutet: für Balkonkraftwerke, Eigenheime mit PV-Anlage, Mehrfamilienhäuser und Quartiere. Im Fokus stehen die wirtschaftlichen Folgen: Was passiert mit Geschäftsmodellen wie dynamischen Stromtarifen, Arbitrage und Energy Sharing, wenn Speicher kaum noch netzdienlich betrieben werden können? Warum drohen ausgerechnet jene zu verlieren, die in PV, Smart Meter und Speicher investiert haben – von Enpal- und 1,5-Grad-Kundinnen bis zu kleinen Bestandshaltern? Gleichzeitig zeigen die beiden, wie fragil das deutsche Stromnetz bleibt: fehlende Smart-Meter-Infrastruktur, überlastete Verteilnetze, unklare kommunale Wärmeplanungen und Stadtwerke, die für die neue Rolle als Energie-Manager auf Quartiersebene kaum gerüstet sind. Während andere Länder auf flächendeckende Digitalisierung und lokale Netze setzen, hängt Deutschland zwischen zentralistischen Leitstellen, überforderten Kommunen und immer neuen Gesetzesflicken. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  5. #279 Ostdeutschland: Eigentumslos in die Arme der AfD?
    09.09., 02:0000:37:59

    Wahlen im Osten, Unruhe im Land und ein Immobilienmarkt, der mehr erzählt als jede Sonntagsfrage: In dieser Folge geht es um die Frage, warum sich in Ostdeutschland so viele Menschen trotz Arbeit abgehängt fühlen – und was fehlendes Eigentum damit zu tun hat. Ausgangspunkt ist die Forschung des Soziologen Steffen Mau (Humboldt-Universität, Sachverständigenrat), der zeigt, dass Transferleistungen, sanierte Rathäuser und neue Autobahnen allein kein Vermögen schaffen. Entscheidend ist, ob Menschen selbst Eigentum aufbauen können und wirtschaftlich handlungsfähig werden. Anhand der Wohneigentumsquoten im Deutschlandatlas wird sichtbar, wie deutlich der Osten im Vergleich zum Süden zurückliegt – während Länder wie Polen, mit ähnlicher Geschichte, beim Wohneigentum weiter sind. Hinzu kommt: Viele Mieterinnen und Mieter in Ostdeutschland überweisen ihre Miete an westdeutsche private oder institutionelle Eigentümer. Das nährt das Gefühl, dass andere reicher werden, während man selbst trotz ordentlicher Lebensführung nicht vorankommt. Alte Erfahrungen mit der Treuhand, neue Beispiele wie die geplatzte Intel-Investition in Brandenburg oder die Erwartungen rund um Teslas Gigafactory verstärken den Eindruck, dass über Chancen und Milliarden anderswo entschieden wird, während vor Ort vor allem höhere Mieten und Unsicherheit ankommen. Die Karte zur Wohneigentums-Verteilung in Deutschland: https://www.deutschlandatlas.bund.de/DE/Karten/Wie-wir-wohnen/Eigentumsquote.html Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  6. #278 Wie stabil sind offene Immobilienfonds?
    02.09., 02:0000:34:30

    Offene Immobilienfonds galten lange als ruhiger Stabilitätsanker im Depot: wenig Schwankung, solide Ausschüttungen. In dieser Folge erklären Katarina Ivankovic und Dr. Peter Hettenbach, wie offene und geschlossene Immobilienfonds funktionieren, was Sondervermögen, Mindesthaltefrist und 12‑monatige Kündigungsfrist praktisch bedeuten und warum Anleger keinen direkten Immobilienbesitz, sondern Fondsanteile halten. Ausgangspunkt ist die aktuelle Nervosität rund um große offene Immobilienfonds, unter anderem bei der Deutsche‑Bank‑Tochter DWS. Die beiden ordnen ein, welche strukturellen Risiken aus dem Gewerbeimmobilienmarkt kommen: Zinswende, auslaufende Finanzierungen, wackelige Büro‑ und Einzelhandelsimmobilien, mögliche Leerstände und der Kampf um Ankermieter. Dazu kommt der Blick auf den Sekundärmarkt: Warum der Spread zwischen Rücknahmepreis und Börsenkurs ein Frühwarnsignal für Misstrauen ist und wie aus einem Nischenmarkt ein Brandbeschleuniger für einen Bank‑Run‑ähnlichen Effekt werden kann. Gleichzeitig geht es um Anlegerverhalten und Vertriebsversprechen: Wie die „links unten, rechts oben“-Logik der letzten Jahre Illusionen geschaffen hat, warum viele Investoren eher Erfolgsfans als Mitunternehmer sind und wieso Korrekturen, Wertberichtigungen und längere Durststrecken zur Realität von Sachwerten gehören. Anhand von Immobilienboom, Bausparen und Fondsvolumina diskutieren die beiden, ob wir gerade eine schmerzhafte, aber notwendige Normalisierung erleben. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  7. #277 Große Hitze, leere Flüsse: Halten unsere Städte durch?
    26.08., 02:0000:29:34

    Sommerhitze, trockene Flüsse, schwitzende Städte: In dieser Folge sprechen Katarina Ivankovic und Dr. Peter Hettenbach darüber, wie Wasserknappheit und Klimawandel unsere Städte fordern. Ausgangspunkt ist eine Metastudie aus Environmental Research Letters, die 1.263 Städte in vier Typen einteilt: schrumpfende Kommunen mit wenig Geld, wachsende junge Städte im Hitzestress, etablierte Städte mit hohem Kostendruck und Mega-Metropolen mit maximalen Emissionen. Für jeden Typ entstehen andere Prioritäten bei Klimaanpassung, Trinkwasserversorgung und Energie. Was heißt das konkret für Deutschland und Europa, wenn Rhein und Donau Niedrigwasser führen, Binnenschiffe stehen bleiben und Atomkraftwerke weniger Kühlwasser haben? Wie hängt Wasserknappheit mit Energiepolitik, kommunaler Wärmeplanung und Stadtplanung zusammen? Und warum ist „One size fits all“ bei Wärmepumpe, Fernwärme, Stadtgrün, Radwegen, Smart Grids und Stadtverdichtung der falsche Ansatz? Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  8. #276 Passives Einkommen mit Hausverwaltung?
    19.08., 02:0000:31:27

    Hausverwaltung gilt in Social Media plötzlich als das neue Trend-Business: wenig Arbeit, viel Cashflow, alles digitalisiert und von KI erledigt. Katarina Ivankovic und Dr. Peter Hettenbach schauen hinter die Versprechen und in den Maschinenraum der Immobilienverwaltung. Sie ordnen ein, warum 40 Prozent der Hausverwaltungen Kleinstunternehmen sind, weshalb WEG-Verwaltung und Mietverwaltung unter steigenden Pflichten, Bürokratie und Nebenkostenabrechnungen ächzen und wieso 25 bis 40 Euro pro Einheit kaum reichen, um Mitarbeitende, Software und Vor-Ort-Service zu bezahlen. Es geht um die Spreizung zwischen kleinen WEGs und großen Wohnungsunternehmen, um Mindestbeiträge, Sonderhonorare, Mietrückstände, Problemfälle im Objekt und die Frage, was KI und digitale Hausverwaltung tatsächlich leisten können. Dazu kommt der Blick auf die neue Konsolidierungswelle: professionelle Investoren, Venture Capital, Akteure wie Buena oder Odevo, die bundesweit Verwaltungen aufkaufen und Millionen Wohnungen bündeln. Wird Hausverwaltung zum skalierbaren Rendite-Case oder zu einem Geschäft, das ohne Präsenz vor Ort und faire Honorare unweigerlich an die Wand fährt? Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  9. #275 Leerstand besteuern: Luxusabgabe oder Wohnungswende?
    12.08., 02:0000:35:37

    Luxus-Penthouse in der City, leerstehende Bestandswohnung auf dem Land und dazwischen ein überhitzter Wohnungsmarkt: Katarina Ivankovic und Dr. Peter Hettenbach seziern, was Leerstand heute bedeutet, wie Städte ihn definieren und warum ausgerechnet der Kampf gegen Zweckentfremdung von Wohnraum schnell zur gefühlten Wohnungspolizei werden kann. Von Airbnb und Kurzzeitvermietung über leerstehende Luxusobjekte bis zu ranzigen Altbauten, die früher Studis bewohnten, geht es um die Frage: Wo liegen die echten Reserven im angespannten Wohnungsmarkt Deutschland? Anhand internationaler Beispiele, von der Empty Homes Tax in Vancouver und New York über Leerstandssteuern in Frankreich, Spanien und Kroatien bis zu Council Tax Modellen in England, diskutieren die beiden, wann leerstehende Wohnungen ein Steuerthema sind und wo Regulierung vor allem Bürokratie produziert. Klar wird: In Ballungsräumen liegt der Wohnungsleerstand oft unter 1 Prozent, während im ländlichen Raum 5 bis 8 Prozent leer stehen – und damit genau dort Potenzial schlummert, wo heute noch kaum jemand hinschaut. Zum Schluss geht es um die Verbindung von Wohnungsnot, Neubaukrise und Bestandsnutzung: Warum 185.000 Baugenehmigungen weit vom politischen Ziel entfernt sind, wieso immer strengere Effizienzvorgaben Bestandswohnungen verteuern und weshalb eine klug gestaltete Leerstandssteuer nur ein Baustein in einer größeren Wohnwende sein kann. Reicht es, leere Wohnungen höher zu besteuern, oder brauchen wir eine ehrliche Strategie für bezahlbaren Wohnraum im Bestand und auf dem Land, die mehr ist als Symbolpolitik? Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  10. #274 Postbank Wohnatlas: Lohnt sich der Immobilienkauf noch?
    05.08., 02:0000:35:40

    Der neue Postbank Wohnatlas sorgt für Schlagzeilen: In 341 Kreisen lohnt sich Mieten mehr als Kaufen, nur in 59 Regionen entlastet der Wohnungskauf das Einkommen. Katarina Ivankovic und Dr. Peter Hettenbach ordnen die Zahlen ein und erklären, warum der Blick auf „Mieten oder kaufen“ oft an der Realität vorbeigeht. Sie sprechen über verzögerte Datenlagen, Bestandsmieten versus Neuvermietungen und zeigen, weshalb Ferienregionen, Küstenstreifen und Metropolen wie Berlin, München oder Hamburg in den Statistiken systematisch verzerrt werden. Außerdem geht es um Superreiche, Immobilien als Anlageklasse, die Velocity of Money und die Frage, was passiert, wenn Städte immer stärker von Zweitwohnungen, Leerstand und geparktem Kapital geprägt werden. Wenn lokale Einkommen und Immobilienpreise sich weiter entkoppeln, droht die „Zombie‑Stadt“ ohne Mittelschicht. Bleibt dezentrale Wohnwende die einzige Exit‑Strategie oder braucht es schärfere Regeln für Leerstand und Ferienwohnungen? Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  11. #273 Bezahlbarer Wohnraum: Was Arbeitgeber tun können
    29.07., 02:0000:28:27

    Bezahlbarer Wohnraum ist Mangelware. Besonders für Studierende und Azubis. Katarina Ivankovic und Dr. Peter Hettenbach starten in Heidelberg: In der Bahnstadt soll ein privates Studentenwohnheim entstehen, 950 Euro für 18 Quadratmeter, rund 52 Euro Miete pro Quadratmeter. Ein Beispiel dafür, wie weit sich der Wohnungsmarkt von „bezahlbar“ entfernt hat und warum internationale Studierende oft die einzigen sind, die solche Preise überhaupt zahlen können. Von dort aus wechseln sie nach Berlin, wo ein kommunales Azubiwohnheim mit rund 150 Einheiten und 340 Euro Warmmiete pro Zimmer zeigt, dass es anders geht. Sie diskutieren, wie Arbeitgeber, Genossenschaften und öffentliche Träger gemeinsam bezahlbaren Wohnraum für Azubis schaffen können – ohne geldwerten Vorteil für Mitarbeitende, aber mit klaren Vorteilen im Wettbewerb um Fachkräfte. Statt teurer Gehaltserhöhungen, die in Miete und Abgaben versickern, könnten Investitionen in Azubiwohnheime und moderne Werkswohnungen ein strategisches Werkzeug gegen Fachkräftemangel werden. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  12. #272 Wie Krankenkassen Millionen in Immobilienfonds verlieren
    22.07., 02:0000:29:39

    Kreditfonds statt klassischer Bankfinanzierung: In dieser Folge schauen Katarina Ivankovic und Dr. Peter Hettenbach genauer hin, was passiert, wenn ausgerechnet Krankenkassen und kassenärztliche Vereinigungen ihr Geld in hochriskante Immobilienfinanzierungsfonds stecken. Am Beispiel des Verius Immobilienfinanzierungsfonds mit einem Volumen von rund 1,2 Milliarden Euro wird deutlich, wie Nachrangdarlehen, Klumpenrisiken und Illiquidität dazu führen können, dass bis zu 96 % des Fondsvermögens und damit Sozialgelder der Beitragszahler auf dem Spiel stehen. Die beiden analysieren, warum institutionelle Anleger wie Krankenkassen, Pensionskassen und Versicherer überhaupt in solche Kreditfonds einsteigen, wieso Risikoklassen und Ratings trügerische Sicherheit suggerieren können und welche Parallelen es zur Subprime-Krise gibt – inklusive Bewertungsketten, in denen Risiken so lange umverpackt werden, bis keiner mehr genau weiß, was im Paket steckt. Dazu kommen aktuelle Beispiele wie der Fall UniImmo bzw. ZBI-Wohnfonds sowie die Rolle großer ETFs, in denen plötzlich auch Titel wie SpaceX landen und damit ungefragt im Portfolio von Renten- und Pensionskassen auftauchen. Unsere Folge zu Kreditfonds: #265 Kreditfonds: Wer zahlt den Preis Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  13. #271 BaFin, Systemrisikopuffer und die Wohnungsnot
    15.07., 02:0000:28:08

    Die Bundesregierung kündigt an, den sektoralen Systemrisikopuffer der BaFin für Wohnimmobilienkredite wieder abzuschaffen. Die Finanzbranche feiert, Social Media verspricht „Schnäppchen“ und neue Kreditchancen. Doch was bedeutet das wirklich für Baufinanzierung, Wohnungsbau und junge Haushalte ohne großes Eigenkapital? Katarina Ivankovic und Dr. Peter Hettenbach ordnen ein, wie der Systemrisikopuffer von ursprünglich 2 auf 1 Prozent gesenkt wurde, warum Banken hohe Eigenkapitalquoten verlangen, wieso schlechte Energieklassen immer schwerer zu beleihen sind und weshalb Modernisierungskosten das Eigenkapitalproblem zusätzlich verschärfen. Sie zeigen, dass die geplanten Erleichterungen bei den BaFin‑Vorgaben in der Praxis vermutlich nur 2 bis 4 Basispunkte Zinseffekt bringen, während weiterhin bis zu 30 Prozent oder mehr Eigenkapital die eigentliche Hürde beim Immobilienkauf bleiben. Zwischen stabilen Banken, frustrierten Kaufinteressenten, politischem Stückwerk und einem Wohnungsmarkt im Rückwärtsgang bleibt die zentrale Frage: Wird an den richtigen Stellschrauben gedreht oder verwaltet die Politik nur noch lauwarme Kompromisse, während das Eigenkapitalproblem eskaliert? Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  14. #270 GModG: Heute heizen, morgen Klimaschulden?
    08.07., 02:0000:37:45

    Das Gebäudeenergiegesetz ist Geschichte, das Gebäudemodernisierungsgesetz GModG soll alles besser machen. In der Praxis sorgt der Entwurf allerdings vor allem für Kopfschütteln: Kaum verständliche Paragrafen, nachgeschobene Umbenennungen und ein Referentenentwurf mit 180 Seiten, den selbst der Nationale Normenkontrollrat als handwerklich schwach, praxisfern und kaum nachvollziehbar einstuft. Katarina Ivankovic und Dr. Peter Hettenbach analysieren, warum das GModG weder Bürokratie abbaut noch Investitionssicherheit schafft. Sie sprechen über neue Nachweispflichten für Eigentümer, zusätzliche Dokumentationslast für Handwerker, unklare Vorgaben beim Energieausweis und einen Primärenergiefaktor für Strom, der Wärmepumpen in der Bilanz schlechter aussehen lässt als Gasheizungen. Dabei geht es auch um die verfassungsrechtlichen Bedenken: Verschiebt das GModG Klimaschutzlasten unzulässig in die Zukunft und unterläuft damit den Schutzauftrag aus Artikel 20a Grundgesetz? Was bedeutet es für kommunale Wärmeplanung, Quartierslösungen, Mieterstrommodelle und die riesigen Redispatch-Kosten, wenn Digitalisierung, Energiemanagement und Künstliche Intelligenz im Gesetz praktisch nicht vorkommen? Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  15. #269 Eigentum in Deutschland: Ohne Erbe chancenlos?
    01.07., 02:0000:30:20

    Neubauziel verfehlt, Eigenkapital außer Reichweite, Modernisierung stockt: Die Lage am deutschen Immobilienmarkt bleibt widersprüchlich. Katarina Ivankovic und Dr. Peter Hettenbach rechnen vor, warum das politische Versprechen von 400000 Neubauwohnungen zwar dem Bedarf entspricht, aber an Finanzierungshürden, Bürokratie und Investitionsunlust scheitert. Während technisch alles nach mehr Neubau ruft, bleiben wir real bei rund 200000 Einheiten pro Jahr stehen. Im Fokus steht die deutsche Mittelschicht: Wie haben sich Eigenkapitalanforderungen, Erwerbsnebenkosten und Sparzeiten seit den Babyboomern verändert? Warum brauchen Millennials heute oft doppelt so lange, um das notwendige Eigenkapital zu bilden – und wieso wird das selbstgenutzte Wohneigentum in vielen Städten faktisch zum Erb-Produkt? Anhand konkreter Rechenbeispiele (750.000 Euro Kaufpreis, 20% Eigenkapital plus 10% Erwerbsnebenkosten) wird klar, wie weit Anspruch und Realität auseinanderliegen. Gleichzeitig diskutieren die beiden, ob der ländliche Raum zur echten Alternative werden kann: günstige Bestandsimmobilien, „Muskelhypothek“ statt Luxusausstattung und Gemeinden, die mit Glasfaser, Bahnhaltestelle und Alltagstauglichkeit um Zuzug werben. Auf der anderen Seite steht die Frage, ob Klimaschutzauflagen, steigende Modernisierungskosten und niedrige Sanierungsquoten am Ende institutionelle Investoren begünstigen – zulasten kleiner Vermieter, die aus dem Markt gedrängt werden. Wenn Modernisierungsquoten unter 1 Prozent liegen, aber 2 bis 3 Prozent nötig wären, Förderprogramme ins Leere laufen und junge Vermieter zur Ausnahme werden: Wird der deutsche Immobilienmarkt zum Spielfeld von Erben und Profis, oder finden wir Wege, Wohneigentum und Bestandserhalt auch ohne dickes Startkapital zu organisieren? Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  16. #268 KI am Immobilienmarkt: Preis, Wert, Navigation?
    24.06., 02:0000:35:35

    Künstliche Intelligenz stellt die Spielregeln am Immobilienmarkt auf die Probe. Suchagenten und Large Language Models durchforsten Websites, Social Media und Maklerseiten, während klassische Plattformlogik an ihre Grenzen stößt. Katarina Ivankovic und Dr. Peter Hettenbach diskutieren, warum Reichweite als teures Gut an Bedeutung verliert, wie offene und gut strukturierte Immobilienangebote im KI Umfeld sichtbarer werden und weshalb Social Media für viele Anbieter zur ernsthaften Alternative wird. Sie trennen bewusst zwischen Mietmarkt und Kaufmarkt: vom extremen Angebotsmangel in den Städten über neue KI gestützte Suchprofile, die echte Bedürfnisse statt nur Postleitzahlen abbilden, bis zu bisher übersehene Standorte im Speckgürtel. Im zweiten Teil geht es um Immobilienbewertung mit Künstlicher Intelligenz, um Immobilienpreise und Beleihungswerte: Wie verlässlich sind automatisch erzeugte Preise, wo endet Statistik, wo beginnt ein belastbarer Wert für Banken und Aufsichtsbehörden und welche Rolle spielen Maklerinnen, Makler und Finanzierer als menschliche Übersetzer zwischen Daten, Risiko und Finanzierung? Am Ende steht die Leitfrage: Wenn KI, Plattformen, Makler und Banken gleichzeitig Preise liefern und Suchergebnisse filtern, wer sorgt dann noch für Orientierung, Vertrauen und einen fairen Deal zwischen Käufer und Verkäufer? Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  17. #267 Kushners Albanien-Resort: Risiko für Natur und Demokratie
    17.06., 02:0000:42:39

    Ivanka Trump und Jared Kushner planen ein Luxusresort in einem albanischen Naturschutzgebiet: Rund 10.000 Hotelzimmer, exklusive Villen, Projektvolumen um 1,4 Milliarden und bis zu 10 Jahre Steuerbefreiung. Während Bagger bereits anrollen, werden Lebensräume für Flamingos und andere geschützte Arten zerstört. Parallel dazu fließt das Geld über Kushners Investmentfirma Affinity Partners, deren knapp 5 Milliarden Dollar Anlagevolumen zu 99 Prozent aus Staatsfonds aus Saudi-Arabien, Katar und den Emiraten stammen. Katarina Ivankovic und Dr. Peter Hettenbach ordnen ein, warum dieses Projekt weit über Albanien hinaus Fragen nach Transparenz, Interessenkonflikten und demokratischer Kontrolle aufwirft. Sie beleuchten die Gesetzesänderung von Premier Edi Rama, der sich 2024 selbst zum Entscheider für „strategische Infrastrukturprojekte“ in Schutzgebieten machte, und diskutieren, wie abhängig ein Land wird, wenn Golfstaaten-Geld, EU-Beitrittswunsch und schwache Institutionen zusammentreffen. Beispiele von Zuckerberg auf Hawaii, Larry Ellison auf Lanai, Prospera in Honduras oder den Malediven zeigen, wie oft Natur, Bevölkerung und Demokratie den Preis für vermeintliche „Entwicklung“ zahlen. Gleichzeitig geht es um Alternativen: vom Vjosa-Tal in Albanien über Costa Rica bis zum Nationalpark Bayerischer Wald und Madeira, wo Tourismus, Naturschutz und lokale Wertschöpfung mit klaren Masterplänen zusammengedacht werden. Am Ende steht die Frage: Ist Albaniens Luxusdeal notwendige Investition in die Zukunft oder der Beginn eines systematischen Ausverkaufs von Natur, Demokratie und Souveränität? Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  18. #266 Silberner Tsunami: Immobilienflut oder Leerstand?
    10.06., 02:0000:28:40

    Der "Silver Tsunami" geistert seit Monaten durch Medien und Kommentarspalten: Wenn die Babyboomer in Rente gehen und aus ihren Häusern ausziehen, soll eine Welle an Immobilien den Markt fluten und die Preise endlich purzeln lassen. Das klingt nach Erlösung für alle, die auf fallende Immobilienpreise in Deutschland hoffen. In dieser Folge zerlegen wir die These: Was passiert wirklich, wenn die geburtenstarken Jahrgänge sterben oder ins Pflegeheim ziehen? Warum bleiben viele Babyboomer-Immobilien im ländlichen Raum trotz Überangebot leer, während Metropolen und Speckgürtel weiter angespannt bleiben? Welche Rolle spielen Erbstreit, fehlende Testamente, emotional gebundene Familienhäuser, Leerstand und Lost Places und warum der demografische Wandel den Immobilienmarkt weniger "aufräumt", als viele glauben? Außerdem geht es um das 90-60-30-Prinzip für kluge Immobiliennachfolge, um vernachlässigte Dorfkerne, steigende Infrastrukturkosten, Mietkauf-Modelle und um die Frage, wie junge Familien und ältere Eigentümer jenseits der klassischen Bankfinanzierung zusammenfinden können. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  19. #265 Kreditfonds: Wer zahlt den Preis?
    03.06., 02:0000:35:21

    Banken drehen den Geldhahn zu, Regulierung und Zinswende machen klassische Immobilienfinanzierungen immer schwieriger. Und das passiert mitten in einer Refinanzierungswelle bei Gewerbeimmobilien. In dieser Folge analysieren Katarina Ivankovic und Dr. Peter Hettenbach, warum ausgerechnet Kreditfonds, oft auch als Private Debt oder Private Credit bezeichnet, jetzt als alternative Geldquelle auf den Plan treten. Wie funktionieren diese Debt Fonds konkret, von Senior und Whole Loans über Loan-on-Loan-Konstruktionen bis zu Zinsen von 6,5 bis 12 Prozent? Warum können sie die entstehende Refinanzierungslücke bei Gewerbeimmobilien teilweise schließen, treiben Projekte aber gleichzeitig an die Grenze der Tragfähigkeit? Und was bedeutet es für Eigentümer, wenn Fonds im ersten Rang im Grundbuch stehen und Objekte im Zweifel mit 30 bis 50 Prozent Abschlag verkaufen können? Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  20. #264 Gewerbe zu Wohnen: Förderwunder oder Symbolpolitik?
    27.05., 02:0000:36:52

    Leerstehende Büros, volle Wartelisten auf dem Wohnungsmarkt: Mit dem neuen Förderprogramm 'Gewerbe zu Wohnen' will die Bundesregierung ab Juli 2026 zwei Probleme auf einmal angehen. Bis zu 30.000 Euro Zuschuss pro Wohneinheit, gedeckelt auf 300.000 Euro pro Unternehmen, sollen den Umbau von beheizten Gewerbeimmobilien in Wohnraum anreizen. Im Fördertopf liegen 300 Millionen Euro, gefördert werden bis zu 30 Prozent der Umbaukosten bis 100.000 Euro je Einheit. Katarina Ivankovic und Dr. Peter Hettenbach ordnen ein, was dieses Programm für Gewerbeimmobilien, Innenstädte und Wohnraummangel bedeutet. Sie sprechen über strenger gewordene Kreditprüfungen, deutlich höhere Eigenkapitalanforderungen der Banken, Debt Funds als Ersatzfinanzierer und eine Bauwirtschaft, in der 2025 nur rund 206.000 Wohnungen fertiggestellt wurden. Zwischen politischer Symbolik, Bürokratie, restriktiver Finanzierung und echter Chance zum Wohnraum schaffen bleibt die Frage: Wird Gewerbe zu Wohnen zum wirksamen Instrument gegen die Wohnungsnot in Deutschland oder nur zum gut gemeinten Förderprogramm im Schatten einer tiefgreifenden Bau- und Finanzierungskrise? Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

Traumhaus, Alterswohnsitz, Wertanlage – die Welt der Immobilien ist vielseitig. Im Lagebericht werden grundlegende Fragen und aktuelle Trends fachkundig analysiert und eingeordnet. Gastgeber sind Katarina Ivankovic, Geschäftsführerin des IIB Instituts, und Peter Hettenbach, Gründer des IIB. Gemeinsam bringen sie über drei Jahrzehnte Expertise mit. Ob Home Office, Mietrecht, Green Living oder Immobilienkauf: Jeden Mittwoch erfahren Hörerinnen und Hörer alles Wissenswerte rund um den Immobilienmarkt.

Eine Produktion des IIB Instituts

Hosts: Katarina Ivankovic und Peter Hettenbach

Redaktion: Annika Zipf

Produktion: Elena Böbel

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