
Juristische Risiken in der Niederlassung - mit Jan Gregor Steenberg
Beschreibung der Episode
Juristische Risiken in der ärztlichen Niederlassung
Praxisübernahme, Abrechnung, Dokumentation oder freie Mitarbeit: Im niedergelassenen Bereich können vermeintliche Details erhebliche juristische und finanzielle Folgen haben. Kai Gruhn spricht mit dem Fachanwalt für Medizinrecht Jan-Gregor Steenberg über aktuelle Gerichtsfälle und typische Fallstricke im Praxisalltag.
Anhand konkreter Beispiele zeigt die Folge, weshalb Praxisübernahmeverträge eine klare zeitliche Begrenzung benötigen, wann unbesetzte Stellen in einem MVZ verloren gehen können und wie fehlerhafte Abrechnungen zu hohen Rückforderungen oder sogar strafrechtlichen Ermittlungen führen. Weitere Themen sind die gemeinsame Haftung in Berufsausübungsgemeinschaften, die Abgrenzung zwischen Selbstständigkeit und Scheinselbstständigkeit sowie rechtliche Grenzen bei Videosprechstunden und digitalen Dienstleistern.
Themen dieser Folge
- Risiken bei Praxisübernahme und Nachbesetzungsverfahren
- Deadline-Klauseln in Praxisübernahmeverträgen
- Unbesetzte Arztstellen und Zulassungsverlust im MVZ
- Plausibilitätsprüfungen und auffällige Tagesprofile
- Gesprächsziffern und obligate Leistungsinhalte
- Dokumentationsmängel bei spezialisierten Behandlungen
- Haftung innerhalb einer Berufsausübungsgemeinschaft
- Ärztliche Selbstständigkeit und Scheinselbstständigkeit
- Statusfeststellungsverfahren bei der Deutschen Rentenversicherung
- Bestechlichkeit und Kooperationen im Gesundheitswesen
- Kosten der Telematikinfrastruktur
- Rechtliche Grenzen bei Videosprechstunden und extern geführten Patientenakten
Take-home-Messages
- Bei Praxisübernahmen sollte vertraglich geregelt sein, wie lange die Parteien an den Vertrag gebunden bleiben, wenn sich das Nachbesetzungsverfahren verzögert.
- Nicht aktiv nachbesetzte Stellen in einem MVZ können nach Ablauf bestimmter Fristen verloren gehen.
- Abgerechnete Leistungen müssen vollständig erbracht und entsprechend den Vorgaben dokumentiert werden.
- Unplausible Zeitprofile können Rückforderungen, Strafverfahren und berufsrechtliche Konsequenzen auslösen.
- In einer Berufsausübungsgemeinschaft können Abrechnungsfehler eines Mitglieds auch die übrigen Beteiligten betreffen.
- Ob eine ärztliche Tätigkeit selbstständig oder abhängig beschäftigt ist, entscheidet sich nach der tatsächlichen Ausgestaltung – nicht allein nach dem Vertrag.
- Digitale Dienstleister dürfen ärztliche Kernaufgaben, beispielsweise die vollständige Führung der Patientenakte, nicht übernehmen.
Für wen ist diese Folge hörenswert?
Für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, Praxisinhaber:innen, Mitglieder von Berufsausübungsgemeinschaften, Verantwortliche in MVZ und SAPV-Teams sowie für alle, die eine Praxis übernehmen oder aus einer klinischen Tätigkeit in die Niederlassung wechseln möchten.
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