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203- Peter Raue über Kunst, Kultur und Leidenschaft13.02., 16:4013.02.2025, 16:4000:41:37
Zwischen Recht und Kreativität Berlin ist eine Stadt, in der Kunst nicht nur Dekoration ist, sondern historisches Zeugnis und gesellschaftliche Reflexion. Für Prof. Dr. Peter Raue begann die Leidenschaft mit einer Picasso-Ausstellung in München – ein Moment, der ihm zeigte, dass Kunst mehr als Ästhetik ist. Doch die Rolle der Kunst hat sich gewandelt. Während die Nachkriegszeit vor allem durch ein Nachholen internationaler Strömungen geprägt war, sieht Raue heute eine Bedrohung für das kreative Ökosystem Berlins. Steigende Mieten und mangelnde Atelierflächen könnten den Status der Stadt als kulturellen Hotspot gefährden. Als Sammler und Förderer der Kunstszene hat Raue stets den direkten Austausch mit Künstlern gesucht. Für ihn zählt die Authentizität eines Werkes mehr als jeder Marktwert. Digitale Kunstformen wie NFTs oder KI-generierte Werke lehnt er ab – die persönliche Handschrift sei nicht ersetzbar. Die Kunstwelt hat sich verändert: Junge Sammler agieren heute schnelllebiger, oft mit Investitionsgedanken. Doch für Raue bleibt Kunst ein Dialog zwischen Werk und Betrachter, der sich über Jahre entfaltet. Sein Engagement reicht über seine eigene Sammlung hinaus. Der von ihm mitbegründete Verein der Freunde der Nationalgalerie hat bedeutende Ankäufe ermöglicht und zeigt, wie essenziell private Förderung für die Kultur geworden ist. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sei es fatal, an Kunst und Kultur zu sparen. "Berlin kann arm bleiben, aber es muss sexy bleiben", sagt Raue – ein Plädoyer für die Kunst als unverzichtbaren Bestandteil der Stadt und ihres Geistes. Alle Informationen zum 48forward Festival gibt es unter: https://festival.48forward.com Folgt uns bei Instagram: https://instagram.com/ginandtalk Mehr Podcasts gibt es auf: https://48forward.com
- Philippa Sigl-Glöckner über Geld, Finanzpolitik und die Bundestagswahl06.02., 16:4506.02.2025, 16:4500:45:05
Mit starker Finanzpolitik aus der Krise Deutschland steht vor wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Philippa Sigl-Glöckner, Finanzexpertin und Bundestagskandidatin für die SPD, sieht das Kernproblem nicht in fehlenden finanziellen Mitteln, sondern in deren ineffizienter Nutzung. Sie fordert eine strategischere Finanzpolitik mit gezielten Investitionen in Bildung, Infrastruktur und Integration, um langfristigen Wohlstand zu sichern. Besonders die Schuldenbremse müsse reformiert werden, da sie derzeit wirtschaftliches Wachstum behindere. Ein zentrales Problem sei das Bildungssystem, das seit Jahrzehnten stagnierte. Länder wie Estland hätten durch gezielte Investitionen gezeigt, wie Chancengleichheit unabhängig von Herkunft und sozialem Status gefördert werden kann. Zudem müsse die Migrationspolitik effizienter gestaltet werden. Nicht der Zuzug an sich sei problematisch, sondern die langsamen Verwaltungsprozesse und mangelnde Digitalisierung, die eine erfolgreiche Integration erschwerten. Sigl-Glöckner plädiert für eine stärkere europäische Zusammenarbeit, insbesondere in der Energiepolitik, um geopolitische Abhängigkeiten zu reduzieren. Politik müsse eine kohärente und zukunftsorientierte Vision vermitteln, statt sich in symbolischen Debatten zu verlieren. Ihr Schritt in die Politik sei aus der Überzeugung heraus entstanden, dass finanzpolitische Reformen notwendig seien, um Deutschland wirtschaftlich und gesellschaftlich zukunftsfähig zu machen. Alle Informationen zum 48forward Festival gibt es unter: https://festival.48forward.com Folgt uns bei Instagram: https://instagram.com/ginandtalk Mehr Podcasts gibt es auf: https://48forward.com Fotoquelle: Fionn Grosse
- Judith Brauneis über den Tod, die Trauer und das Leben30.01., 16:2530.01.2025, 16:2500:47:16
Wie wir jedem Tag Leben geben Der Tod ist für Judith Brauneis mehr als ein Thema – er ist ihr Alltag. Seit 26 Jahren beschäftigt sie sich beruflich und persönlich mit dem Sterben und dem Abschied. Als Leichenpräparatorin und Trauerbegleiterin am Klinikum Rechts der Isar in München ist ihre Arbeit eine Mischung aus Präzision, Empathie und Trost. „Ich wollte immer mit Verstorbenen arbeiten“, sagt sie. Diese Berufung zeigt sich in ihrer täglichen Begegnung mit den Verstorbenen und den Geschichten der Hinterbliebenen. Für sie ist jeder Fall individuell, und sie will sich bewusst von den Schicksalen berühren lassen: „Ich habe gelernt, dass wir dem Tag Leben geben müssen. Man weiß nie, wann es zu Ende ist.“ Die Arbeit mit den Verstorbenen ist für Brauneis stets ein Akt des Respekts. Sie bereitet Verstorbene für ihre letzte Begegnung mit den Angehörigen vor und schafft Räume, die Trost spenden. „Wenn die Hinterbliebenen Abschied nehmen, sollen sie das in Würde tun können“, sagt sie. Besonders berührend sind für sie Fälle von Kindern oder jungen Menschen, die ihr Leben viel zu früh verlieren. Doch unabhängig vom Alter oder den Umständen sieht sie in jedem Verstorbenen einen Menschen, dessen Leben gewürdigt werden muss. Brauneis’ Glaube an ein Leben nach dem Tod gibt ihr und den Hinterbliebenen Hoffnung. Sie ermutigt dazu, auch nach dem Tod mit den Verstorbenen zu sprechen oder um Verzeihung zu bitten: „Vielleicht hören sie uns ja.“ Ihr Ziel ist es, den Tod aus der Tabuzone zu holen und gleichzeitig das Leben in all seinen Facetten zu schätzen. „Vielleicht sollten wir uns auf das Jenseits freuen“, sagt sie. „Es ist eine schöne Vorstellung, dass wir unsere Lieben wiedersehen und dort nur Frieden und Liebe finden.“ Alle Informationen zum 48forward Festival gibt es unter: https://festival.48forward.com Folgt uns bei Instagram: https://instagram.com/ginandtalk Mehr Podcasts gibt es auf: https://48forward.com
- Annemarie Paulsen über Tiere, Landwirtschaft und Leidenschaft23.01., 17:0023.01.2025, 17:0000:46:04
Mit Humor zu mehr Transparenz Der Hof der Familie Paulsen in der Uckermark verbindet Tradition mit Moderne. Annemarie Paulsen, Bio-Bäuerin und Influencerin, nutzt Social Media, um die Realität der Landwirtschaft transparent zu machen. Mit einem biozertifizierten Ansatz, der auf Tierwohl und Kreislaufwirtschaft setzt, und moderner Technologie wie Melkrobotern und GPS-gestützten Traktoren gelingt es ihr, innovative Wege zu gehen. Doch die Hofnachfolge und der Generationswechsel waren von Konflikten und Herausforderungen geprägt, die Paulsen und ihre Familie mit gegenseitigem Respekt gemeistert haben. Ein großes Problem bleibt die Diskrepanz zwischen steigenden gesellschaftlichen Ansprüchen an Tierwohl und Umweltstandards und der Bereitschaft, für Lebensmittel angemessene Preise zu zahlen. Paulsen sieht hier eine wichtige Aufgabe in der Aufklärung über die Realitäten der Landwirtschaft, ohne belehrend zu wirken. Sie zeigt, wie Leidenschaft und harte Arbeit das Bild einer modernen Landwirtschaft prägen können, die technologische Innovation und Nachhaltigkeit miteinander verbindet. Annemarie Paulsen fungiert als Brücke zwischen Stadt und Land, indem sie ihren Alltag ehrlich und humorvoll teilt. Ihre Geschichten über schlaflose Nächte, technologische Herausforderungen und familiäre Zusammenarbeit machen die Landwirtschaft greifbar und nahbar. Sie vermittelt, dass Landwirtschaft nicht nur ein Beruf, sondern ein Lebensmodell ist, das tief mit Natur und Gemeinschaft verbunden ist. Ihr Engagement zeigt, dass eine nachhaltige und menschliche Zukunft der Landwirtschaft möglich ist. Alle Informationen zum 48forward Festival gibt es unter: https://festival.48forward.com Folgt uns bei Instagram: https://instagram.com/ginandtalk Mehr Podcasts gibt es auf: https://48forward.com Fotoquelle: Julia Merkel
- Gabriele von Arnim über Trost, Schönheit und Zuversicht16.01., 17:0516.01.2025, 17:0500:48:56
Zwischen Wahrnehmung und Verantwortung Die Hektik des Alltags lässt oft kaum Raum für bewusste Wahrnehmung. Doch gerade in den kleinen, scheinbar unscheinbaren Momenten des Lebens liegt eine Kraft, die Orientierung und Trost spenden kann. Gabriele von Arnim beschreibt, wie das bewusste Wahrnehmen – sei es das Spiel der Wolken oder das Entdecken einer Blume im Pflaster – uns erdet und mit der Welt verbindet. Schönheit ist dabei nicht immer gefällig, sondern oft widersprüchlich, provozierend oder überwältigend. Doch gerade in dieser Vielfalt liegt ihr Trost. Von Arnim verbindet diese persönliche Perspektive mit einem größeren gesellschaftlichen Anliegen. Sie plädiert für eine „Demokratisierung des Alltags“, die durch kleine, verantwortungsvolle Handlungen und den respektvollen Dialog mit anderen gelebt werden kann. Zuhören, Fragen stellen und der Respekt vor der Meinung anderer seien essenziell, um gesellschaftliche Spaltungen zu überwinden und die Demokratie als Prozess lebendig zu halten. Gerade die Bereitschaft, sich außerhalb der eigenen Komfortzone zu bewegen, ist für sie ein Schlüssel zu einer resilienten Gesellschaft. Zuversicht ist für von Arnim eine aktive Haltung, die Handeln und Gestalten voraussetzt. Sie unterscheidet sie bewusst von passivem Hoffen, das oft in Resignation endet. Die bewusste Suche nach Schönheit und die Kraft, die aus kleinen Momenten der Wahrnehmung entsteht, sieht sie als einen Weg, Mut und Handlungsspielraum zurückzugewinnen. So könne man nicht nur den Herausforderungen der Zeit begegnen, sondern auch die Grundlagen für eine lebenswerte Zukunft bewahren. Alle Informationen zum 48forward Festival gibt es unter: https://festival.48forward.com Folgt uns bei Instagram: https://instagram.com/ginandtalk Mehr Podcasts gibt es auf: https://48forward.com Fotoquelle: Ralf Hiemisch
- Ricarda Lang über Vertrauen, Wahlkampf und die Zukunft09.01., 18:5709.01.2025, 18:5700:51:14
Politik im Licht globaler Krisen Die Demokratie in Deutschland steht vor einer tiefen Vertrauenskrise, die nicht nur durch wachsende politische Herausforderungen, sondern auch durch den Eindruck verstärkt wird, dass die Antworten der Politik oft zu klein ausfallen. „Die Probleme werden größer, die Antworten der Politik immer kleiner“, sagt Ricarda Lang, Mitglied des Bundestages und ehemalige Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. Sie fordert eine Rückkehr zu Ehrlichkeit und Klartext: Die Bürgerinnen und Bürger müssten als Erwachsene behandelt und offen über die Herausforderungen und Kosten von Veränderungen informiert werden. Lang betont die Notwendigkeit einer langfristigen politischen Perspektive, die über Wahlzyklen hinausgeht. Sie kritisiert, dass in der Vergangenheit oft das Wichtige dem Dringlichen geopfert wurde – etwa beim Klimaschutz. Heute seien schnelle, weitreichende Maßnahmen notwendig, weil frühere Versäumnisse die Krise verschärft hätten. Dennoch, so Lang, sei es schwierig, in einem System, das auf kurzfristige Erfolge ausgelegt ist, generationenübergreifende Verantwortung zu übernehmen. Besonders alarmiert zeigt sich Lang über die zunehmende Vernetzung nationalistischer Strömungen weltweit. Sie warnt vor der Illusion, Populisten durch eigene populistische Politik zu begegnen, und fordert klare, substanzielle Antworten, um Vertrauen zurückzugewinnen. „Freiheit entsteht immer auch in Gemeinschaft“, sagt sie und plädiert dafür, Solidarität und Freiheit nicht als Gegensätze zu begreifen. Ihr Appell ist klar: Die Demokratie braucht mehr Mut, Klarheit und langfristige Verantwortung, um ihre Grundlage zu stärken. Diese Episode wurde am 09. Januar 2025 aufgezeichnet. Alle Informationen zum 48forward Festival gibt es unter: https://festival.48forward.com Folgt uns bei Instagram: https://instagram.com/ginandtalk Mehr Podcasts gibt es auf: https://48forward.com Fotoquelle: Elias Keilhauer
- Michael Amadi über Musik, London und Leidenschaft26.12., 11:1726.12.2024, 11:1700:37:25
Mit Neugier und Hingabe zwischen Genres und Kulturen Michael Amadi, geboren in Florenz und mit nigerianischen Wurzeln, ist ein Musiker, der die Vielfalt der Klänge zu seinem Markenzeichen gemacht hat. In seiner Arbeit vereint er klassische Arrangements, Pop, Soul und orchestrale Kompositionen zu einem harmonischen Ganzen. Bereits in seiner Kindheit war die Musik für ihn mehr als nur ein Hobby – sie wurde zum Ausdrucksmittel und prägte seinen Weg. Heute lebt er in London und hat mit OneOrchestra eine Plattform geschaffen, die es ihm ermöglicht, seine kreativen Visionen auszuleben, sei es in Soloauftritten, bei der Zusammenarbeit mit anderen Künstlern oder in der Komposition für Medienprojekte. Ein zentraler Ort in Amadis künstlerischem Leben ist die American Bar des Savoy Hotels, wo er seit über sieben Jahren regelmäßig auftritt. Für ihn ist dieser legendäre Ort mehr als eine Bühne – er beschreibt die Bar als einen sicheren Hafen, der ihm Raum gibt, sich selbst treu zu bleiben und seine Musik mit Menschen aus aller Welt zu teilen. „Die Bar fühlt sich an wie ein Zuhause“, sagt er, und genau diese Vertrautheit inspiriert ihn immer wieder aufs Neue. Mit Blick auf das kommende Jahr zeigt sich Amadi voller Tatendrang. Neue Projekte, internationale Auftritte und Kollaborationen stehen an – und doch bleibt eines konstant: die Neugier, mit der er seine Musik weiterentwickelt. „Musik hat mir immer Türen geöffnet, von denen ich nicht wusste, dass sie existieren“, sagt er. Diese Offenheit ist es, die seine Kunst prägt und ihm eine Verbindung zu seinem Publikum ermöglicht, die weit über das bloße Hören hinausgeht. Alle Informationen zum 48forward Festival gibt es unter: https://festival.48forward.com Folgt uns bei Instagram: https://instagram.com/ginandtalk Mehr Podcasts gibt es auf: https://48forward.com
- Aurelia Hölzer über Eis, Abgeschiedenheit und die Antarktis19.12., 16:0519.12.2024, 16:0500:39:05
Von der Stille des Eises und der Einsamkeit der Gemeinschaft Die Antarktis ist ein Ort, der den Menschen Demut lehrt. Ein Kontinent, größer als Europa, ohne Siedlungen, ohne Geschichte, dafür voller Geheimnisse, die Forscher entschlüsseln wollen. Aurelia Hölzer, Gefäßchirurgin und ehemalige Stationsleiterin der Neumayer-Station III, hat 2022 dort überwintert. In monatelanger Isolation untersuchte sie mit ihrem Team, wie Ozean, Atmosphäre und Eis das Klima beeinflussen. Sie lebten auf einer technisch hochgerüsteten Forschungsstation, abgeschnitten von der Welt – ohne Möglichkeit, im Notfall zurückzukehren. Für Hölzer war die Überwinterung ein Jahr, das Perspektiven verschob. Die Extreme der Natur – Dunkelheit, Kälte, endlose Weite – und die enge Gemeinschaft von neun Menschen machten klar, wie wenig im Leben wirklich zählt. „Man wird rausgezoomt“, sagt sie. Ihre medizinischen Fähigkeiten kamen dabei nicht nur bei kleineren Zwischenfällen zum Einsatz, sondern waren auch Teil von Studien, die Erkenntnisse für Weltraummissionen lieferten. Trotz aller Herausforderungen empfand sie die Zeit nicht als Last, sondern als Geschenk, das sie nachhaltig geprägt hat. Ihre Erfahrungen hat Hölzer im Bestseller "Polarschimmer" festgehalten. Das Buch erzählt von der Schönheit der Stille, der Kraft des Lichts und der Bedeutung von Gemeinschaft. Es ist ein bewegender Bericht über ein Jahr am Ende der Welt – und die Erkenntnis, dass wir nur ein kleiner Teil eines viel größeren Ganzen sind. Alle Informationen zum 48forward Festival gibt es unter: https://festival.48forward.com Folgt uns bei Instagram: https://instagram.com/ginandtalk Mehr Podcasts gibt es auf: https://48forward.com Fotoquelle: Michael Trautmann
- Philipp Ruch über Demokratie, Populismus und die AfD12.12., 15:3012.12.2024, 15:3001:01:30
Die Zeit für Halbherzigkeiten ist vorbei Die Bundesrepublik steht vor einer ihrer größten Herausforderungen: Die AfD hat es geschafft, sich von einer Protestpartei zu einer Kraft zu entwickeln, die nicht nur das politische, sondern auch das gesellschaftliche Fundament angreift. Philipp Ruch, Aktionskünstler und Autor des Buches "Es ist 5 vor 1933", sieht in dieser Entwicklung eine bewusste Strategie, die auf Spaltung und Destabilisierung abzielt. Die Partei kultiviere gezielt ein Klima der Angst und Polarisierung, wodurch demokratische Grundwerte systematisch ausgehöhlt würden. Besonders im Osten des Landes hat die AfD mit Wahlerfolgen von über 30 Prozent eine gefährliche Vormachtstellung erreicht, die demokratische Institutionen zunehmend in die Defensive drängt. Ruch warnt davor, die Gefahr der AfD zu unterschätzen, und sieht Parallelen zur Weimarer Republik. Er kritisiert, dass viele politische Akteure und Teile der Gesellschaft die Bedrohung verkennen und stattdessen auf innere Konflikte oder Skandale innerhalb der Partei hoffen. Diese Passivität könne fatale Folgen haben, denn während demokratische Kräfte alle vier Jahre um Mehrheiten kämpfen müssen, reicht den Gegnern der Demokratie ein einziger Erfolg, um grundlegende Werte und Strukturen zu zerstören. Im Gespräch appelliert Ruch eindringlich an den Staat, die Schutzlosigkeit der Demokratie nicht länger hinzunehmen. Er fordert konsequente Maßnahmen wie ein Verbot der AfD, um die demokratische Ordnung zu sichern. „Die Zeit für Halbherzigkeiten ist vorbei“, sagt er und erinnert daran, dass die Lehren der Geschichte uns vor einem erneuten Versagen bewahren sollten. Alle Informationen zum 48forward Festival gibt es unter: https://festival.48forward.com Folgt uns bei Instagram: https://instagram.com/ginandtalk Mehr Podcasts gibt es auf: https://48forward.com
- Paul Ronzheimer über Krisen, Politik und Journalismus05.12., 16:0005.12.2024, 16:0000:37:21
Herausforderungen in Zeiten vernetzter Krisen Selten zuvor war die Weltlage so komplex und gleichzeitig so von rascher Abfolge geprägt wie heute. Konflikte wie der Krieg in der Ukraine, die Spannungen im Nahen Osten oder die Eskalationen in Syrien zeigen, wie vernetzt globale Krisen inzwischen sind. Paul Ronzheimer, Journalist, Kriegsreporter, Podcaster und stellvertretender Chefredakteur der BILD, beschreibt die Situation in der Ukraine als dramatisch: „Den Ukrainern fehlen Truppen und Waffen, und die russische Übermacht ist erdrückend.“ Gleichzeitig verlieren immer mehr Menschen den Glauben an einen militärischen Sieg, während der Westen mit seiner Unterstützung zögert und ein möglicher Wahlsieg Donald Trumps neue Unsicherheiten schürt. Auch innerhalb der westlichen Demokratien wächst die Gefahr. Der Aufstieg populistischer Bewegungen wie der AfD zeigt, wie tief das Misstrauen gegenüber etablierten Parteien sitzt. Ronzheimer sieht darin auch eine Verantwortung der Medien: „Weniger Meinung, mehr Nachrichten, klare Analysen“, fordert er und kritisiert auch die Sensationsüberschriften, die oft den Blick auf die eigentlichen Inhalte verstellen. Populistische Parteien profitieren davon und bieten einfache Antworten auf komplexe Fragen, während die etablierten Parteien klare Botschaften und Lösungen vermissen lassen. Die globale Sicherheitslage bleibt bedrohlich. Verbindungen wie die zwischen Russland und Nordkorea, die mögliche Unterstützung beim Atomprogramm und die Instabilität in Konfliktregionen zeigen, dass regionale Kriege längst globale Konsequenzen haben. In einem persönlichen Gespräch schilderte Ronzheimer, wie wichtig es ist, diese Herausforderungen offen und ehrlich zu adressieren, um die komplexen Zusammenhänge zu verstehen und zu bewältigen. Alle Informationen zum 48forward Festival gibt es unter: https://festival.48forward.com Folgt uns bei Instagram: https://instagram.com/ginandtalk Mehr Podcasts gibt es auf: https://48forward.com Fotoquelle: Niels Starnick
- Lydia Staltner über Altersarmut, Scham und Hoffnung14.11., 15:5214.11.2024, 15:5200:35:24
Leben im Schatten der Wohlstandsgesellschaft Altersarmut ist ein Problem, das in Deutschland allzu oft übersehen wird. Menschen, die jahrzehntelang gearbeitet haben, finden sich im Alter in Armut wieder, weil die Rentenlücke besonders bei Frauen gravierend ist. Lydia Staltner, Gründerin von LichtBlick Seniorenhilfe e.V., unterstützt diese Menschen, die trotz eines arbeitsreichen Lebens beim Sozialamt um Unterstützung bitten müssen, um das Nötigste finanzieren zu können. Für sie reicht die Grundsicherung oft nicht aus, und die Einsicht, dass Arbeit nicht immer ein sorgloses Alter sichert, ist schmerzhaft. Doch es ist nicht nur das Geld, das fehlt. Viele der Senioren sind einsam und isoliert. Staltners Verein bietet nicht nur finanzielle Hilfe, sondern auch Raum für Begegnungen und Aktivitäten, die den Menschen Gemeinschaft und Freude schenken. Diese Begegnungen geben vielen älteren Menschen das Gefühl von Würde und Wertschätzung zurück – etwas, das in einer Gesellschaft, die das Altern oft übergeht, selten geworden ist. Im Gespräch betonte Lydia Staltner, dass die Arbeit des Vereins für sie eine Herzensangelegenheit sei. Sie sieht darin eine Möglichkeit, Menschlichkeit zu leben und den Ärmsten der Gesellschaft eine Stimme zu geben. In ihrer täglichen Arbeit erfährt sie immer wieder, wie wichtig selbst kleine Gesten sein können, um das Leben im Alter ein Stück weit lebenswerter zu machen. Alle Informationen zum 48forward Festival gibt es unter: https://festival.48forward.com Folgt uns bei Instagram: https://instagram.com/ginandtalk Mehr Podcasts gibt es auf: https://48forward.com
- Julius van de Laar über Trump, Harris und die Wahl04.11., 08:1004.11.2024, 08:1000:29:47
Auf der Zielgeraden ins Weiße Haus Die bevorstehenden US-Wahlen werfen ein Schlaglicht auf die tiefe Spaltung der amerikanischen Gesellschaft und die Frage, welchen Kurs das Land künftig einschlagen will. Ob Donald Trump oder Kamala Harris das Weiße Haus erobern, ist ungewiss und abhängig von Wählern, die sich zwischen wirtschaftlicher Sicherheit und gesellschaftlichem Zusammenhalt entscheiden müssen. Julius van de Laar, Kampagnen- und Strategieberater, der bereits in den Wahlkämpfen von Barack Obama mitarbeitete, erklärt die anhaltende Popularität von Trump mit der Haltung vieler seiner Anhänger: „You don’t have to love him, but you gotta love his policies.“ Steigende Lebenshaltungskosten und Inflationsängste verstärken den Wunsch nach Stabilität, den Trump zu verkörpern scheint. Auch das Harris-Lager fokussiert sich in seiner Kampagne auf den Status quo der “alten” republikanischen Partei und versucht, durch eine Anti-Trump-Strategie die Zustimmung von Wählern zu gewinnen, die sich eine weniger polarisierte Gesellschaft wünschen. Doch während die Demokraten versuchen, Harris als Versöhnerin zu positionieren, bleibt fraglich, ob diese Botschaft die tiefen Risse im Land überwinden kann. “Kamala Harris versucht genau dasselbe im Moment zu machen, Donald Trump runterzuziehen, um selber ein bisschen mehr Freiraum zu haben,” sagt van de Laar über ihre Strategie. Am Ende wird alles von der Wahlbeteiligung abhängen, und wie van de Laar betont, könnte jede Stimme in diesem äußerst knappen Rennen entscheidend sein: „In den letzten Metern wird alles entschieden.“ Die Wahl könnte das Land auf einen neuen Weg führen oder die bestehende Spaltung weiter zementieren – ein Ausgang, der nicht nur für Amerika, sondern auch international weitreichende Konsequenzen hätte. Diese Episode wurde am 01.November 2024 aufgezeichnet. Alle Informationen zum 48forward Festival gibt es unter: https://festival.48forward.com Folgt uns bei Instagram: https://instagram.com/ginandtalk Mehr Podcasts gibt es auf: https://48forward.com
- Josef Settele über Biodiversität, Klimawandel und Artenschutz31.10., 16:0031.10.2024, 16:0000:57:44
Warum Artenvielfalt so wichtig ist Der Verlust der Biodiversität ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Während der Klimawandel bereits in der breiten Öffentlichkeit als Bedrohung wahrgenommen wird, ist die Bedeutung der Artenvielfalt für die Stabilität unserer Ökosysteme vielen noch nicht vollständig bewusst. Prof. Dr. Josef Settele, einer der weltweit führenden Experten für Biodiversität und Leiter des Departments Naturschutzforschung am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, beschreibt diesen Zusammenhang als „Triple-Krise“, die den Klimawandel, das Artensterben und die Gefahr von Pandemien miteinander verknüpft. Er betont, dass der Verlust von Arten, wie er auch in Deutschland deutlich sichtbar ist, das Gleichgewicht der Natur gefährdet und die Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen gegen äußere Einflüsse schwächt. Eine nachhaltigere Landnutzung sei der Schlüssel, um sowohl den Klimawandel abzumildern als auch die Artenvielfalt zu erhalten, so Settele. Er fordert eine Neuausrichtung der Landwirtschaft weg von Monokulturen hin zu Mischwäldern und extensiver Weidewirtschaft. Diese Form der Nutzung kann dazu beitragen, dass Lebensräume erhalten bleiben, Kohlenstoff langfristig gebunden wird und die Resilienz der Landschaften gestärkt wird. „Eine Landwirtschaft, die nur Tiernahrung erzeugt, um Rinder und Schweine zu füttern, ist bizarr im Sinne von Stoffkreisläufen und Energieflüssen“, kritisiert Settele die derzeitigen Praktiken. Settele bleibt dennoch optimistisch: Trotz der dramatischen Entwicklungen sieht er Chancen, den Verlust an Biodiversität zu bremsen, wenn Politik und Gesellschaft gemeinsam neue Wege gehen. Er plädiert dafür, Rahmenbedingungen zu schaffen, die nachhaltige Praktiken belohnen und so die Grundlage für eine lebenswerte Zukunft sichern. „Jede Abmilderung des Prozesses ist erst einmal günstig, weil es mehr Chancen lässt, dass wir irgendwann die Kurve kriegen“, so Settele. Alle Informationen zum 48forward Festival gibt es unter: https://festival.48forward.com Folgt uns bei Instagram: https://instagram.com/ginandtalk Mehr Podcasts gibt es auf: https://48forward.com
- Ilko-Sascha Kowalczuk über Freiheit, Überforderung und den Osten24.10., 18:5724.10.2024, 18:5701:08:25
Ein Blick auf Deutschland und die Zukunft der Demokratie Die Wiedervereinigung Deutschlands war ein Triumph der Freiheit, aber auch eine Überforderung für viele Ostdeutsche. Ilko-Sascha Kowalczuk beschreibt diesen “Freiheitsschock” als ein Trauma, das bis heute nachwirkt. Die plötzliche Transformation, symbolisiert durch die Einführung der D-Mark, brachte nicht nur wirtschaftliche Umbrüche, sondern auch soziale und kulturelle Verluste. Der rasche Wandel hat tiefe Narben hinterlassen, die sich in politischen Radikalisierungen und dem Aufstieg der AfD widerspiegeln. Kowalczuk warnt, dass Ostdeutschland heute ein Laboratorium für gesellschaftliche Entwicklungen ist, die sich auch im Rest Deutschlands und Europas zeigen könnten. Die Sehnsucht nach autoritärer Führung und einfachen Lösungen in Zeiten globaler Krisen ist gefährlich. Was im Osten begann, ist kein isoliertes Phänomen, sondern ein Zeichen für eine allgemeine Unsicherheit in der Demokratie. Für Kowalczuk ist klar: Die Freiheit muss täglich neu verteidigt werden. Sie ist kein Selbstläufer, sondern eine dauerhafte Aufgabe. Die Missverständnisse und Enttäuschungen der Wiedervereinigung müssen ernst genommen werden, damit die Demokratie nicht weiter Schaden nimmt. Nur so kann verhindert werden, dass der “Freiheitsschock” zu einem dauerhaften gesellschaftlichen Trauma wird. Alle Informationen zum 48forward Festival gibt es unter: https://festival.48forward.com Folgt uns bei Instagram: https://instagram.com/ginandtalk Mehr Podcasts gibt es auf: https://48forward.com
- Jan Weiler über Liebe, Beziehungen und das Leben17.10., 07:2017.10.2024, 07:2001:03:02
Warum es wichtiger ist, Mensch zu sein als zu funktionieren In Jan Weilers neuem Buch „Munk“ erleidet der erfolgreiche Architekt Peter Munk einen Herzinfarkt und wird plötzlich aus seinem Leben als Perfektionist und Leistungsträger gerissen. Sein Zusammenbruch zwingt ihn, innezuhalten und seine Existenz neu zu bewerten. Was ihn dabei vor allem umtreibt: Die Frage, wie es so weit kommen konnte, obwohl er vermeintlich alles „richtig“ gemacht hat. Seine Geschichte ist dabei ein Spiegelbild unserer Zeit, in der der Druck, in verschiedenen Rollen zu funktionieren, die Selbstwahrnehmung oft überlagert. Munk zieht sich in ein Reha-Hotel zurück und beginnt auf Rat seines Therapeuten, seine vergangenen Liebesbeziehungen zu analysieren. Er stellt fest, dass er immer nur nach Bestätigung und Erfolg gesucht hat, anstatt echte Nähe zuzulassen. Die schmerzhafte Rückschau auf sein Leben zeigt ihm, dass er nie gelernt hat, seine eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen oder wirklich zu lieben. Weiler kritisiert dabei die heutige Tendenz zur Pathologisierung von Beziehungen und die ständige Suche nach dem perfekten Partner, die es schwer machen, echte Toleranz zu entwickeln. Weilers Buch ruft dazu auf, die eigenen Ansprüche an das Leben zu überdenken und sich weniger auf das Funktionieren zu konzentrieren, sondern vielmehr das Menschsein in den Mittelpunkt zu stellen. Wir alle sind die Summe unserer Beziehungen. Doch was bleibt, wenn wir vergessen, was uns wirklich prägt? Munk lernt, dass es nicht darum geht, perfekt zu sein – sondern einfach zu leben. Alle Informationen zum 48forward Festival gibt es unter: https://festival.48forward.com Folgt uns bei Instagram: https://instagram.com/ginandtalk Mehr Podcasts gibt es auf: https://48forward.com
- Stephan Orth über Couchsurfing, Reisen und die Ukraine03.09., 07:4003.09.2024, 07:4000:48:00
In acht Monaten durch eine Nation im Krieg Stephan Orth, ein erfahrener Couchsurfer und Autor, reiste für sein aktuelles Buch "Couchsurfing in der Ukraine" acht Monate lang durch die Ukraine, um die Realität eines Landes im Krieg hautnah zu erleben. Couchsurfing diente ihm dabei als Türöffner, um tiefere Einblicke in das alltägliche Leben der Ukrainer zu gewinnen, die trotz der ständigen Bedrohung durch Raketenangriffe und Stromausfälle versuchen, ihren Alltag so normal wie möglich zu gestalten. Während seiner Reise stellte Orth fest, dass die Intensität des Krieges je nach Region variiert. In Städten wie Kiew und Charkiw ist die ständige Gefahr allgegenwärtig, während in den westlicheren Teilen des Landes der Alltag noch weitgehend intakt bleibt. Doch egal, wo er hinkam, der Krieg war nie weit entfernt – sei es durch militärische Präsenz oder die Geschichten, die ihm seine Gastgeber erzählten. Trotz der Zerstörung und des Leids, das er während seiner Reise sah, war Orth tief beeindruckt von der Widerstandsfähigkeit der Ukrainer. Viele seiner Gastgeber hatten alles verloren, doch sie blieben im Land, fest entschlossen, ihre Heimat nicht aufzugeben. Diese Erfahrungen zeigen ein Bild von einem Land, das trotz aller Widrigkeiten nicht aufgibt, sondern weiterhin um seine Identität und Zukunft kämpft. Orths Erlebnisse offenbaren die menschlichen Geschichten hinter den Schlagzeilen und verdeutlichen die immense Stärke der Menschen, die jeden Tag aufs Neue ihren Alltag inmitten des Krieges bewältigen. Diese Episode wurde am 27. August 2024 aufgezeichnet. Alle Informationen zum 48forward Festival gibt es unter: https://festival.48forward.com Folgt uns bei Instagram: https://instagram.com/ginandtalk Mehr Podcasts gibt es auf: https://48forward.com Fotoquelle: Mychajlo Palintschak
- Roderich Kiesewetter über Konflikte, Verteidigung und Zukunftsperspektiven27.08., 11:0027.08.2024, 11:0000:55:33
Verteidigung im Kontext der Zeitenwende Die Welt steht vor enormen sicherheitspolitischen Herausforderungen, und Deutschland muss seine Verteidigungspolitik dringend neu ausrichten, um diesen zu begegnen. Roderich Kiesewetter, ein erfahrener CDU-Politiker und ehemaliger Oberst der Bundeswehr, warnt davor, dass Deutschland die Bedrohung durch autoritäre Regime wie Russland unterschätzt. Der Krieg in der Ukraine zeigt, wie schnell geopolitische Spannungen eskalieren können, und macht deutlich, dass die internationale Ordnung auf dem Spiel steht. Kiesewetter kritisiert, dass Deutschland sich nach 1990 in einer trügerischen Sicherheit wähnte. Der Glaube, von Freunden und Partnern umgeben zu sein, führte zu gefährlichen Abhängigkeiten von Russland und China. Diese „Lebenslügen“, wie er sie nennt, haben verhindert, dass Deutschland rechtzeitig auf die wachsenden Bedrohungen reagierte. Stattdessen wurde die eigene Verteidigungsfähigkeit vernachlässigt, während autoritäre Mächte ihre Macht ausbauten. Um der neuen Realität gerecht zu werden, fordert Kiesewetter eine strategische Neuausrichtung. Er sieht in der europäischen Zusammenarbeit einen Schlüssel zur Stärkung der Verteidigung, betont aber auch die Notwendigkeit, den Verteidigungshaushalt Deutschlands erheblich zu erhöhen. Die von Bundeskanzler Scholz angekündigte „Zeitenwende“ müsse durch konkrete Maßnahmen umgesetzt werden, um die Glaubwürdigkeit Deutschlands und die Sicherheit Europas zu gewährleisten. Diese Episode wurde am 23. August 2024 im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestags in Berlin aufgezeichnet. Alle Informationen zum 48forward Festival gibt es unter: https://festival.48forward.com Folgt uns bei Instagram: https://instagram.com/ginandtalk Mehr Podcasts gibt es auf: https://48forward.com
- Stefanie Stahl über Prägung, Kindheit und Reflektion20.08., 09:5120.08.2024, 09:5100:49:12
Wer sind wir eigentlich tatsächlich? „Als Kind denkt man ja nicht, meine Eltern haben eine Bindungsstörung und die müssen mal eine Psychotherapie machen. Als Kind denkt und fühlt man immer, dass man selbst der Fehler ist.“ Mit dieser Aussage bringt Stefanie Stahl, Psychologin, Psychotherapeutin und Bestsellerautorin, auf den Punkt, wie tief unsere Kindheitserfahrungen uns prägen. Diese Prägungen formen oft unbewusst unser Selbstwertgefühl und unsere Beziehungen im Erwachsenenalter. Stahl erklärt, dass viele unserer Verhaltensmuster und negativen Glaubenssätze aus diesen frühen Erfahrungen stammen und uns ein Leben lang begleiten können, wenn wir sie nicht bewusst reflektieren und hinterfragen. Stahls Konzept des „Schattenkindes“ verdeutlicht, wie wichtig es ist, diese alten Muster zu erkennen, um sie zu heilen und durch neue, positive Glaubenssätze zu ersetzen. In ihrem aktuellen Arbeitsbuch zu „Wer wir sind“ bietet sie praktische Übungen an, die Leserinnen und Leser dabei unterstützen, ihre psychische Grundstruktur zu verstehen und ihre Identität zu stärken. Dieser Prozess, so Stahl, erfordert Mut und die Bereitschaft, sich mit schmerzhaften Gefühlen auseinanderzusetzen, doch er ermöglicht es, die Kontrolle über das eigene Leben zurückzugewinnen. Für Stahl ist Selbstreflexion der Schlüssel zu einem besseren, gesünderen Leben. Sie betont, dass es nie zu spät ist, sich von den negativen Prägungen der Kindheit zu lösen und Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. „Der selbstreflektierte Mensch ist der bessere Mensch“, sagt sie, und weist darauf hin, dass wir, indem wir uns dieser Erkenntnis stellen, nicht nur uns selbst, sondern auch unsere Beziehungen und letztlich die Gesellschaft positiv beeinflussen können. Alle Informationen zum 48forward Festival gibt es unter: https://festival.48forward.com Folgt uns bei Instagram: https://instagram.com/ginandtalk Mehr Podcasts gibt es auf: https://48forward.com Fotoquelle: Susanne Wysocki
- Bill und David Deck über Barkultur, Entschlossenheit und Leidenschaft13.08., 14:1213.08.2024, 14:1201:47:40
Zwischen Cocktails, Gesprächen und Neugierde Bill Deck gründete vor über 50 Jahren die erste klassische Cocktailbar Münchens, die heutige Pusser’s Bar, und brachte damit ein Stück amerikanische Barkultur in die bayerische Landeshauptstadt. Seine Vision, in einer Stadt, die für ihre Biertradition bekannt ist, eine Cocktailbar zu eröffnen, stieß anfangs auf Skepsis. Doch Bill, angetrieben von seiner Überzeugung und der Liebe zur Stadt, ließ sich nicht beirren und schuf mit unbändiger Entschlossenheit eine echte Institution. Bills Sohn David übernahm im Laufe der letzten Jahre zunehmend die Verantwortung für das Geschäft und brachte seine eigene Perspektive ein. Obwohl es nie sein ursprüngliches Ziel war, ins Familienunternehmen einzusteigen, entwickelte er eine tiefe Wertschätzung für die Arbeit seines Vaters und die Bedeutung der Bar. Heute führt er die Pusser’s Bar erfolgreich weiter und verbindet Tradition mit modernen Akzenten. Die Pusser’s Bar ist weit mehr als nur ein Ort für Cocktails; sie ist ein fester Bestandteil der Münchner Kultur und ein Treffpunkt für Generationen von Gästen. Bill und David Deck haben es geschafft, einen Ort zu schaffen, der für viele Menschen eine zweite Heimat ist und der auch in Zukunft Bestand haben soll. Alle Informationen zum 48forward Festival gibt es unter: https://festival.48forward.com Folgt uns bei Instagram: https://instagram.com/ginandtalk Mehr Podcasts gibt es auf: https://48forward.com
- Korbinian Kohler über Eskapismus, Achtsamkeit und Spiritualität24.07., 11:4724.07.2024, 11:4700:38:05
Hotellerie mit Vision und Leidenschaft Korbinian Kohler hatte ursprünglich andere Pläne für sein Leben. Aus einer Familie stammend, die mit hochwertigem Papier weltweit Anerkennung erlangte, schien seine Zukunft zunächst festgelegt. Doch das Schicksal führte ihn in eine unerwartete Richtung. Beim Kauf eines Hauses bot sich ihm die Gelegenheit, ein traditionsreiches Hotel zu übernehmen. Kohler griff zu, und so begann eine neue Ära in seinem Leben, die ihn heute zu einem der führenden Hoteliers des Landes gemacht hat. Während sein Bruder das Familienunternehmen Gmund Papier erfolgreich weiterführte, widmete sich Korbinian Kohler der Hotellerie. Mit dem Hotel Bachmair Weissach am Tegernsee begann seine Reise. Heute umfasst die Bachmair Weissach Gruppe mehrere Hotels und Restaurants, die weit über die Region hinaus bekannt sind. Kohlers Ansatz in der Hotellerie ist unverwechselbar. Er sieht seine Häuser nicht nur als Orte der Erholung, sondern als Stätten, die Menschen zu mehr Bewusstsein, Achtsamkeit und Resilienz verhelfen sollen. Dabei geht es ihm nicht um die Flucht aus dem Alltag, sondern um die Stärkung der Fähigkeiten, um den Herausforderungen des täglichen Lebens besser begegnen zu können. In diesem Sinne arbeitet er derzeit auch an der Umgestaltung von Wildbad Kreuth, einem Projekt, das ein weltweit einzigartiges Konzept verspricht. Doch wie wird man ohne Vorerfahrung zu einem so erfolgreichen Hotelier? Was treibt einen Mann an, der in einer völlig anderen Branche großgeworden ist? Und warum ist die bewusste Wahrnehmung von uns selbst und unserer Umwelt so entscheidend? Diese und weitere Fragen beantwortete Korbinian Kohler in einem ausführlichen Gespräch mit Daniel Fürg. Alle Informationen zum 48forward Festival gibt es unter: https://festival.48forward.com Folgt uns bei Instagram: https://instagram.com/ginandtalk Mehr Podcasts gibt es auf: https://48forward.com