
Geldcast: Wirtschaft mit Fabio Canetg
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Katharina Utermöhl ist EZB-Watcherin bei der Allianz Versicherung in Köln. Als das deutsche Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) im Mai 2020 eine Kompetenzüberschreitung der EZB feststellte, dachte sie nur: "Oh Gott, jetzt nicht auch noch das!" Utermöhl kritisiert im Geldcast die Entscheidung des Gerichts scharf. Sie sagt: "Das Urteil des BVerfG zeigt ein veraltetes Geldpolitik-Verständnis." Bereits liegen weitere Klagen gegen die EZB vor. Was würde passieren, wenn eine dieser Klagen gutgeheissen würden? "Dann wären steigende Zinsen in den Peripherieländern wahrscheinlich", so die EZB-Expertin Utermöhl. Das Gespräch führt Fabio Canetg, Geldökonom und Wirtschaftsjournalist.
- 06.06.202134 min
Alexandra Janssen ist CEO bei ECOFIN Portfolio Solutions. Für das neue Aushängeschild der liberalen Ökonomenszene ist klar: "Aus ökonomischer Sicht intervenieren die Zentralbanken, um die Staatsschulden zu finanzieren." Das findet Janssen problematisch. "Die Geldpolitik hat enorme Effekte", sagt sie, "aber nicht dort, wo die Zentralbanken den Effekt haben wollen". Sie sollten deshalb von den tiefen Zinsen wegkommen. "Es ist nicht die Aufgabe der Zentralbanken, die Märkte zu beeinflussen", so die Geldpolitik-Expertin Janssen. Das Gespräch führt Fabio Canetg, Geldökonom und Wirtschaftsjournalist.
Reto Lipp moderiert das SRF-Wirtschaftsmagazin «ECO». Er sagt: «Die Börse hat Corona bereits abgehakt.» Das sei nicht ungefährlich. Ein Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik würde nämlich zu einem Aktiencrash führen. Und auch die Staatsverschuldung erlaube kein Ende der Null- und Negativzinspolitik: «Die Staatsverschuldung ist so gross, dass die Notenbanken die Zinsen nicht erhöhen können», so Lipp. Das Gespräch führt Fabio Canetg, Geldökonom und Wirtschaftsjournalist.
Yvan Lengwiler ist Makroökonomie-Professor an der Universität Basel und Mitbegründer des SNB-Observatoriums. Er sagt im Geldcast von SWI swissinfo.ch: "Das Management der Inflationserwartungen ist das A und O der Geldpolitik. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat diese Aufgabe sträflich vernachlässigt." Lengwiler plädiert deshalb für ein höheres Inflationsziel. Das Gespräch führt Fabio Canetg, Geldökonom und Wirtschaftsjournalist. Yvan Lengwiler befand sich während des Gesprächs in Quarantäne. Wir haben das Gespräch deshalb online aufgezeichnet. Sein Corona-Testresultat stand zum Zeitpunkt der Aufzeichnung noch aus. Lengwiler hat sich seit unserem Gespräch gut von seiner Erkrankung erholt.
- 07.03.202144 min
Zu Gast im Geldcast sind Nationalrätin Céline Widmer (sp, ZH) und Ständerat Ruedi Noser (fdp, ZH). Widmer findet es «unwürdig» jetzt knausrig zu sein mit den Härtefallhilfen. Das sieht Noser anders. Er sagt: «Firmen sind nicht für die Ewigkeit gemacht.» Einig sind sich die beiden Parlamentarier*innen, wenn es um das Eigenkapital der Nationalbank geht: «Die Nationalbank braucht Reserven. Die Frage ist, wie hoch die sein müssen», so Widmer. Das Gespräch führt Fabio Canetg, Geldökonom und Wirtschaftsjournalist.
- 13.12.202030 min
Dirk Niepelt ist der Direktor des Studienzentrums Gerzensee und Professor für Makroökonomie an der Universität Bern. Er ist weltweit einer der führenden Forscher auf dem Gebiet der elektronischen Zentralbankengelder (central bank digital currency). «Bis vor wenigen Jahren wurde das elektronische Zentralbankengeld von den Notenbanken noch sehr skeptisch beurteilt», so Niepelt. Das sei heute aber nicht mehr so. Denn: «Der Weg geht ganz klar in Richtung digitale Währungen.» Der am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) ausgebildete Niepelt sagt: «Das heutige Interesse, dass man dem elektronischen Zentralbankengeld entgegenbringt, ist auch auf die Vollgeld-Initiative zurückzuführen». Im Kern gehe es darum, der breiten Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, ihre Gelder bei der SNB anzulegen. Würde er von dieser Möglichkeit Gebrauch machen? «Wenn die SNB den gleichen Zins bezahlen würde, wie die Geschäftsbanken, würde ich sicher einen Teil meines Guthabens bei der SNB halten», verrät Niepelt. Ebenfalls erklärt er im Geldcast, wie Helikoptergeld bereits heute «problemlos machbar» wäre und weshalb der Bund und die Kantone die Gewinnausschüttungen der Nationalbank «nicht brauchen». Das Gespräch führt der Wirtschaftsjournalist und Geldökonom Fabio Canetg. Mehr davon? Abonnieren Sie den Geldcast auf Spotify oder iTunes.
- 06.12.202031 min
Annabelle Ehmann ist Klimaaktivistin. Sie engagiert sich in der Finanzplatzgruppe des Klimastreiks. «Wenn grosse Player wie die Schweizerische Nationalbank (SNB) aufhören, in Umweltsünder zu investieren, hat das eine Signalwirkung», sagt Annabelle Ehmann. Der Klimastreik fordert ein striktes Finanzierungsverbot für Firmen, die mit fossilen Energien handeln. Ehmann ist sich bewusst, dass dadurch Arbeitsplätze gefährdet werden. Es brauche deshalb einen Transformationsplan. «Es werden [aber] so oder so viele Arbeitsplätze verloren gehen – auch wenn wir jetzt nichts tun», so die ETH-Studentin. Zur Politik hat die Aktivistin Ehmann ein ambivalentes Verhältnis: «Einerseits war es cool, dass sich Teile der SP-Fraktion während der Klima-Demo auf dem Bundesplatz mit uns solidarisiert haben. Andererseits fand ich es abstossend, dass die Politiker*innen die ganze Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben.» Das Gespräch führt der Wirtschaftsjournalist und Geldökonom Fabio Canetg. Mehr davon? Abonnieren Sie den Geldcast auf Spotify oder iTunes.
Sarah Lein ist Professorin für Makroökonomie an der Universität Basel. Mit ihr sprechen wir über den neusten Regimewechsel in der US-Notenbankpolitik hin zu einem durchschnittlichen Inflationsziel (average inflation target, AIT). Das wird auch Auswirkungen auf die Schweiz haben, so Lein: "Die USA haben in geldpolitischen Themen eine Vorreiterrolle. Wenn sich das System bewährt, könnte auch die Schweiz irgendwann ein AIT-System implementieren." Ob sich der neue Ansatz durchsetzt, ist für sie aber ungewiss: "In der Schweiz haben wir trotz Negativzinsen Probleme das Inflationsziel zu erreichen." Für Sarah Lein stellt sich deshalb die Frage, mit welchen Instrumenten das Fed sein neues Ziel erreichen möchte. Ein lebhaftes und aufschlussreiches Gespräch zur Einstimmung auf die Lagebeurteilung der Schweizerischen Nationalbank am kommenden Donnerstag. Das Gespräch führt der Wirtschaftsjournalist und Geldökonom Fabio Canetg. Mehr davon? Folgen Sie Fabio Canetg auf Twitter, Facebook, Linkedin, oder Instagram.
- 13.09.202025 min
"Jede Politikmassnahme hat Gewinner und Verlierer", sagt Ungleichheitsforscherin Isabel Martinez. So auch die Geldpolitik. Sie fordert deshalb: "Die Notenbanken müssen transparent sein über die Auswirkungen ihrer Politik auf die Ungleichheit." Kritisch beurteilt Martinez auch die Nebenwirkungen der aktuellen Geldpolitik: "Der Börsenboom führt dazu, dass die Vermögenden noch vermögender werden." Das sei mittelfristig problematisch, weil eine hohe Ungleichheit zu politischen Spannungen führe, so Martinez. Das Gespräch führt der Wirtschaftsjournalist und Geldökonom Fabio Canetg. Mehr davon? Folgen Sie Fabio Canetg auf Twitter, Facebook, Linkedin, oder Instagram.
Patrizia Laeri ist ehemalige Chefredaktorin von CNN Money Switzerland und spricht im swissinfo.ch Geldcast über den hohen Männeranteil in der Führungsetage der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Sie sagt: "Die Zahlen weisen klar darauf hin, dass es bei der SNB eine systematische Diskriminierung von Frauen gibt." Auch zur SNB-Anlagepolitik findet die Wirtschaftsjournalistin deutliche Worte: "Die Nationalbank investiert unethisch", so Laeri. Anlagen in Öl- und Rüstungsfirmen sind ihr ein Dorn im Auge. Laeri outet sich als Befürworterin der Volksinitiative "Für ein Verbot der Finanzierung von Kriegsmaterialproduzenten", die bald zur Abstimmung kommen wird. Das Gespräch führt der Wirtschaftsjournalist und Geldökonom Fabio Canetg. Mehr davon? Folgen Sie Fabio Canetg auf Twitter, Facebook, Linkedin, oder Instagram.
Daniel Kaufmann ist Assistenzprofessor an der Universität Neuchâtel und ehemaliger Mitarbeiter der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Im swissinfo.ch-Geldcast gibt er uns Einblicke in das Innenleben der Notenbank. Er sagt: «Man könnte sich überlegen, das SNB-Direktorium auch mit Nicht-Schweizer*innen zu besetzen.» Für die aktuellen Wirtschaftsaussichten ist der SNB-Experte vorsichtig optimistisch. Trotzdem würde es sich lohnen, die Geldpolitik der Nationalbank zu überdenken: «Das geldpolitische Gaspedal ist zwar durchgedrückt, aber die Räder drehen durch», so Kaufmann. Das Gespräch führt der Wirtschaftsjournalist und Geldökonom Fabio Canetg. Mehr davon? Folgen Sie Fabio Canetg auf Twitter, Facebook, Linkedin, oder Instagram.
Daniel Kalt ist Chefökonom der UBS Schweiz und einer der gefragtesten Kommentatoren der SNB-Politik. Im swissinfo.ch-Geldcast spricht er über die Währungsmarktinterventionen der Schweizerischen Nationalbank und die Negativzinsen. Zudem verrät uns Kalt, wie er die Kommunikation mit der SNB-Spitze erlebt. Das Gespräch führt der Wirtschaftsjournalist und Geldökonom Fabio Canetg. Mehr davon? Folgen Sie Fabio Canetg auf Twitter, Facebook, Linkedin, oder Instagram.
Prof. Jan-Egbert Sturm (KOF/ETH) ist der renommierteste Konjunkturprognostiker der Schweiz. Mit zwei Kollegen präsentierte er vor zwei Wochen einen kreativen Ausweg aus der vermeintlich alternativlosen Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank (Stichwort: SNB-Gelder für die Arbeitslosenversicherung). Im Geldcast spricht er über die Wirtschaftsaussichten für die Schweiz, die bisherige Krisenpolitik der Notenbank und seine innovative Politikempfehlung. Das Gespräch führt der Wirtschaftsjournalist und Geldökonom Fabio Canetg. Mehr davon? Abonnieren Sie den Podcast auf Spotify oder iTunes und folgen Sie Fabio Canetg auf Twitter, Facebook, Linkedin, oder Instagram.












