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Frisch an die Arbeit

DIE ZEIT

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235 Episoden · neueste 06.10.

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Episoden

235
  1. Semen Shuster: »Es ist schwieriger geworden, die Leute zum Lachen zu bringen«
    06.10., 05:5500:34:08

    »Manchmal ist es einfach Magie. Du kommst in die Manege und vergisst, dass du müde bist«, sagt Clown Semen Shuster im Podcast »Frisch an die Arbeit«. »Du gibst Energie und du bekommst sie vom Publikum zurück.« Shuster wurde 1972 in Ismail im Oblast Odessa im Süden der heutigen Ukraine geboren. Er studierte an der Artistenschule in Kyjiw und machte dort 1992 seinen Abschluss. Im Jahr 2000 zog er mit seiner Familie nach Deutschland, arbeitete zunächst in Leipzig und später sieben Jahre am Pariser Lido. 2005 gewann er beim Festival Mondial du Cirque de Demain eine Bronzemedaille, 2009 beim Internationalen Zirkusfestival von Monte-Carlo einen Bronzenen Clown. Heute tritt er in Varietés, beim Weltweihnachtszirkus in Stuttgart und im Circus Roncalli auf. Dass seine Figur, Housch-ma-Housch, fast ohne verständliche Wörter auskommt, war kein Karriereplan. In der Zirkusschule lernte Shuster zunächst Jonglage, Handstand und Akrobatik. Seine Figur und die Fantasiesprache entwickelte er, als er in den Neunzigerjahren auftrat. »Es war nicht so, dass ich dachte: Ich bin so clever, erfinde eine Cartoon-Sprache und dann gehe ich nach Monte-Carlo«, sagt Shuster. Die Zeiten für Clowns, sagt Shuster, seien komplexer geworden. Menschen seien durch soziale Medien gewohnt, nach wenigen Sekunden weiterzuwischen, wenn sie etwas nicht sofort begeistere. Auch im Zirkus beobachte er gelegentlich, wie jemand zum Telefon greift. »Heute ist es schwieriger geworden, die Leute zum Lachen zu bringen«, sagt Shuster. Gerade deshalb sieht er die Aufgabe des Zirkus darin, eine Gegenwelt zu schaffen. Kinder und Eltern mit einer Szene gleichzeitig zum Lachen zu bringen, sei für ihn ein »Bingo«. Bis ein solcher Moment funktioniert, kann jahrelange Arbeit nötig sein. Shuster schreibt Ideen auf, lässt Requisiten bauen und Animationen erstellen. Neue Nummern filmt er, um sie auszuwerten. Vor allem probiert er sie vor Publikum aus. »Du brauchst manchmal Jahre – und niemand lacht«, sagt Shuster. Im Podcast erzählt Shuster außerdem, warum er das deutsche Zirkuspublikum für eines der besten hält und warum die Rolle als Clown herausfordernder sein kann als die eines Schauspielers. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

  2. Wie unterscheidet man zwischen Kunst und Trödel, Wolfgang Pauritsch?
    22.09., 05:5500:34:17

    »Ein einziges Leben reicht nicht aus, um den Wert aller Gegenstände zu kennen« sagt Wolfgang Pauritsch im Podcast Frisch an die Arbeit. Er lerne immer noch jeden Tag dazu. Seit mehr als 30 Jahren ist Pauritsch Auktionator und Händler für Kunst und Antikes. »Ich musste mir meinen Erfolg hart erkämpfen«, sagt er. Der 54-Jährige wurde in Österreich geboren und wuchs bei den Großeltern in einfachen Verhältnissen auf. Nach der Schule schloss er eine Lehre zum Rohrschlosser ab. Der Wendepunkt kam, als er auf einer Auktion in München jobbte und für eine erkrankte Auktionatorin einspringen musste. »Danach hat mir der Chef einen Vertrag angeboten«, sagt Pauritsch. Er brachte sich die Grundlagen selbst bei, besuchte Museen und Sammler und absolvierte verschiedene Weiterbildungen. »Ich habe das Wissen aufgesaugt wie ein Schwamm.« Heute leitet Pauritsch zusammen mit einer Geschäftspartnerin einen Laden für Auktionen und Antikhandel in Oberstaufen. Zusätzlich ist er Fernsehhändler in der ZDF-Trödel-Sendung »Bares für Rares«, wo er im Jahr 50 Drehtage hat. »Die Arbeit dort ist für mich wie Urlaub und macht viel Spaß. Jeden Tag im Laden zu stehen, ist viel anstrengender«, sagt Pauritsch. Pauritsch handelt hauptsächlich mit Kunstwerken und Juwelen, die seien eine stabile Geldanlage für gut betuchte Kunden, erzählt er. Der Mittelschicht säße in Krisenzeiten das Geld hingegen nicht mehr so locker. »Zwischen 50 und 500 Euro verkaufen wir inzwischen kaum noch Ware«. Einen herben Rückschlag erlebte der Händler Mitte der Neunzigerjahre, als in seinen Laden eingebrochen wurde. »Der Schaden betrug mehr als 150.000 Euro und die Leute, deren Besitz ich verkaufen sollte, standen plötzlich alle auf der Matte«. Doch Pauritsch konnte seine Schulden am Ende abbezahlen. Im Podcast Frisch an die Arbeit erzählt Pauritsch, für wieviel Geld er sein teuerstes Stück versteigert hat, ob er sich schonmal kräftig im Preis geirrt hat und ob er privat immer noch auf Flohmärkte geht. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

  3. Was fasziniert Sie an der Arbeit mit Kies, Uwe Kersten?
    11.09., 18:3000:35:07

    »Seit 100.000 Jahren ist auf diesen Kies kein Lichtstrahl gefallen – und jetzt bin ich derjenige, der ihn wieder ans Licht fördert«, sagt Uwe Kersten, Maschinenführer und Kieswerkmitarbeiter, im Podcast »Frisch an die Arbeit«. Kersten, 62 Jahre alt, ist seit 38 Jahren am Rande des Harzes in der Kiesgewinnung tätig. Ursprünglich ließ er sich bei der Deutschen Bahn in Göttingen zum Energieanlagenelektroniker ausbilden. Als die Bahn Mitte der Achtzigerjahre Personal abbaute, wechselte er in das Kieswerk, in dem bereits sein Vater beschäftigt gewesen war. »Ich bin dann hier ganz klassisch, wie man sagt, kleben geblieben.« Meistens ist Kersten allein in einer Außenstelle des Kieswerks, bedient Radlader und Bagger, überwacht, wie der Kies mit Maschinen aufbereitet wird, und belädt die Fahrzeuge der Kunden. Welche Aufgaben an einem Tag anstehen, entscheidet er weitgehend selbst. »Für meinen Vorgesetzten ist eigentlich nur wichtig, dass der Laden läuft«, sagt Kersten. Die Kiesvorkommen, mit denen Kersten arbeitet, stammen überwiegend aus dem Harz. Verwittertes Gestein wurde während der letzten Eiszeit durch Flüsse und Schmelzwasser ins Harzvorland getragen und dort abgelagert. Das Material reiche von feinem Sand bis zu Steinen von der Größe eines Basketballs, erzählt Kersten. Im Kieswerk wird es gewaschen, gesiebt und teilweise gebrochen. So entstehen rund 25 verschiedene Produkte für den Straßen-, Garten- und Hausbau. Manche Kunden, sagt Kersten, holten lediglich eine Schubkarre Kies ab, andere bestellen 20.000 Tonnen. Selbst nach all den Jahren dort könne ihn seine Kiesgrube überraschen, erzählt Kersten. Kersten hat in den Lagerstätten bereits Hohlräume entdeckt, deren Entstehung er sich nicht erklären konnte. Auch fasziniert Kersten die Natur in so einer Kiesgrube. Sobald der Abbau in einem Abschnitt beendet sei, kehrten Pflanzen und Tiere zügig zurück. „Die Natur kommt hinter uns her“, sagt Kersten. Es entstünden schnell Teiche und Feuchtgebiete – und der Naturschutzbund beobachte dort regelmäßig Schmetterlinge, Vögel und Amphibien. Heute hilft ihm seine Erfahrung vor allem dann, wenn eine Maschine ausfällt. »Auch mit fast 62 Jahren lasse ich mich nicht so leicht unterkriegen. Alles, was sich irgendwie allein lösen lässt, mache ich selbst«, sagt er. Er ist sich sicher: »Ich habe hier schon 2.000 Probleme gelöst. Warum soll ich das 2.001. nicht auch lösen?« Im Podcast erzählt Kersten außerdem, wie sich Baumaschinen in den vergangenen Jahrzehnten verändert haben, warum Kies trotz Baustoffrecycling knapp werden könnte und weshalb ein Stein mit einem Loch als Talisman am Rückspiegel seines Hauses hängt. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

  4. Die Deutschen arbeiten genug – oder?
    25.08., 05:5500:42:10

    Verstehen wir uns noch? Teilen wir dieselben Ansichten? Die ZEIT bringt mit Deutschland spricht Menschen mit gegensätzlichen Meinungen zusammen – in diesem Jahr am 30. August. Grundlage der Gespräche sind acht Fragen zu kontroversen Themen. Eine davon lautet: Arbeiten die Deutschen zu wenig? Aus diesem Anlass diskutieren Kolja Rudzio aus dem Wirtschaftsressort der ZEIT und Hannah Scherkamp aus dem Arbeitsressort in einer Sonderfolge von Frisch an die Arbeit. Die Frage, ob die Deutschen zu wenig leisten, beschäftigt derzeit viele in Deutschland: Politiker, Unternehmenschefs und natürlich auch Arbeitnehmer. Tatsächlich ist sie schwierig zu beantworten. Das zeigt auch die Diskussion in diesem Podcast. Einerseits wurden in Deutschland zuletzt insgesamt mehr Arbeitsstunden geleistet als vor zehn Jahren. Andererseits werden in den kommenden Jahren Millionen Arbeitskräfte in Rente gehen. »An dem Problem gemessen, arbeiten wir wahrscheinlich zu wenig und müssen uns Gedanken machen: Wie können wir noch mehr Leute in Arbeit bekommen?«, sagt Kolja Rudzio im Podcast. Sonst werde es sehr schwierig, weiterhin das zu finanzieren, was wir uns heute alles leisten – für den Staat und das Sozialsystem. Im Laufe dieser Sonderfolge diskutieren Hannah Scherkamp und Kolja Rudzio nicht nur über die Entwicklung der geleisteten Arbeitsstunden, sondern auch über Teilzeitquoten, den Ruf der Generation Z, die Erwerbsarbeit von Frauen und die Produktivität in Deutschland. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

  5. Was braucht es, einen Konzertflügel zu stimmen, Arvid Michel?
    11.08., 05:5500:42:11

    »Ich muss das Klavier in einem Bereich hören können, den die meisten gar nicht wahrnehmen«, sagt Arvid Michel im Podcast »Frisch an die Arbeit«. Nur so könne er die 88 Töne eines Klaviers so aufeinander abstimmen, dass sie nicht nur für sich, sondern auch gemeinsam richtig klingen. Bei der »Dreigroschenoper« erkenne er zum Beispiel ein bestimmtes Muster, sagt Michel. Nach dem Stück seien die Töne immer auf eine spezielle Art verstimmt. Michel arbeitet als freiberuflicher Klavierstimmer an Theatern sowie für Rundfunkorchester und Chöre. Anders als die Instrumente in Privathaushalten werden die Konzertflügel teilweise mehrmals im Monat, manchmal sogar mehrmals am Tag gestimmt. Bei Proben und Aufführungen werden die Saiten stark beansprucht, außerdem werden die Instrumente ständig zwischen Bühne, Orchestergraben und Proberäumen bewegt. »Dadurch entsteht so viel Verstimmung im Instrument, die dann hörbar ist«, sagt Michel. Seine Liebe zum Klavier begann in der Kindheit bei seiner Großmutter. »Ich habe das Instrument gesehen und war sofort verliebt«, sagt er. Erst mit 16 Jahren nahm er Unterricht und wollte Pianist werden. Während des Studiums spielte er als Barpianist und verdiente sich einen eigenen, nicht mehr ganz neuen Flügel – einen, der ständig gestimmt werden musste. Weil er sich das nicht leisten konnte, bat er einen befreundeten Klavierbauer, ihm alles beizubringen. Später half er in der Werkstatt des Klavierbauers mit und begann eine Ausbildung. Einer der besonderen Momente seiner Karriere war für Michel ein Auftrag des Berliner Ensemble: Das Theater wollte einen neuen Steinway-Flügel anschaffen, der den Ansprüchen des Pianisten Igor Levit genügen sollte. Michel durfte nach Hamburg fahren und aus fünf Instrumenten eines auswählen. »Er hat gespielt, ich habe gelauscht«, sagt Michel. Im Podcast erzählt er außerdem, warum Klimaanlagen Klaviere verstimmen und weshalb ihn die Kritik einer Professorin dazu brachte, seine Arbeitsweise grundlegend zu verändern. »Frisch an die Arbeit« wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter frischandiearbeit@zeit.de. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

  6. Wie hart ist die Ballettausbildung wirklich, Sarah Weber?
    28.07., 05:5500:51:49

    Ein typisches Ballettmädchen sei sie nie gewesen, sagt Tänzerin Sarah Weber im Podcast »Frisch an die Arbeit«. »Als ich drei Jahre alt war, habe ich laut Legende mein Ballettröckchen zerrissen, weil es so langweilig war.« Trotzdem schickten sie ihre Eltern in die Berliner Tanzakademie an der Deutschen Oper in Berlin. »Mit acht oder neun Jahren habe ich dann schon auf der großen Bühne bei Nussknacker mitgetanzt«, sagt Weber – und das begeisterte sie dann schon. Als Teenager, so mit 16, 17 Jahren, habe sie gewusst, dass sie Tänzerin werden wolle. »Ich liebe einfach die klassische Musik und den athletischen Aspekt.« Für die professionelle Ausbildung ging sie unter anderem an eine Ballettschule nach Lettland. Dort sei es deutlich strenger zugegangen als in Deutschland. Der Druck, Leistung abzuliefern, sei höher gewesen. »Aber am schwierigsten war für mich die Sprachbarriere, weil man sich ja mit den anderen Schülern nicht anfreunden kann.« Das harte Training habe sie allerdings kaum gestört, »ich kann beim Training gut entspannen«, erzählt sie. Und ein gewisser Druck sei für Spitzenleistungen auch durchaus nötig. Inzwischen ist Sarah Weber Anfang vierzig, seit mehr als zwei Jahrzehnten tanzt sie professionell als Gruppentänzerin in mehreren Compagnien weltweit, unter anderem am Nationalballett in Kairo während der Zeit des Arabischen Frühlings. Sie wohnte damals nicht weit vom zentralen Tahrir-Platz entfernt, dort begannen 2011 die Aufstände gegen das Regime. »Von meinem Balkon im fünften Stock habe ich Schüsse gehört, ich wusste erst gar nicht, dass es welche waren. Die Ballettdirektorin rief noch an, dass trotzdem alle zu den Proben kommen sollen, aber niemand von uns ist mehr hingegangen.« Danach habe sie sich in Deutschland ein neues Engagement suchen müssen. »Da gibt es nicht so einen Transfermarkt wie beim Fußball. Wir müssen allein trainieren und allein zum Vortanzen gehen und auf einen Job hoffen«, sagt sie. Nur die allerwenigsten schaffen es bis an die Spitze und werden Solistinnen oder Solisten, »da ist allerdings fast niemand aus Deutschland dabei«. Alle Tänzerinnen und Tänzer wüssten außerdem von Anfang an, dass man den Job nicht bis zur regulären Rente machen könne, der Körper wird vom Tanzen einfach zu hart beansprucht. »Auch deshalb bin ich immer mehrgleisig gefahren«, sagt Weber. Neben ihrem Job als Tänzerin studierte sie Kulturmanagement sowie Deutsch als Fremdsprache und machte eine Ausbildung zur Tanzpädagogin. Heute leitet sie eine Ballettschule für etwa 100 Kinder und Jugendliche im Berliner Südosten und gibt dort auch Kurse. Im Podcast erzählt Sarah Weber, ob sie eine strenge Lehrerin ist und wie sich die Anspruchshaltung der Ballettschülerinnen und -schüler verändert hat. Und ob der klassische Tanz mal eine radikale Modernisierung bräuchte. »Frisch an die Arbeit« wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter frischandiearbeit@zeit.de. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

  7. Warum haben Sie Ihre Karriere für den Campingplatz Ihrer Eltern aufgegeben, Nadine Siemer?
    14.07., 05:5500:37:09

    »Für einen Campingplatz braucht man eine riesengroße Portion Herz«, sagt Nadine Siemer im Podcast »Frisch an die Arbeit«. Jeder Gast bringe seine eigene Geschichte mit. Die 48-Jährige betreibt gemeinsam mit ihrem Bruder den Campingplatz Knatter Camping in Bantikow in der Prignitz. Er liegt rund eine Autostunde nordwestlich von Berlin am Untersee der Kyritzer Seenkette. Auf 180 Stellplätzen verbringen in der Hauptsaison bis zu 700 Gäste gleichzeitig ihren Urlaub. Den Platz übernahmen Siemers Eltern nach der Wende von der Gemeinde und bauten ihn von einem einfachen Zeltplatz mit Trockentoiletten und kaltem Wasser zu einem modernen Ferienlager aus. Zelten war für Nadine Siemer übrigens selbst nie eine Option. »Camping ist keine Urlaubsform, für die ich mich persönlich begeistern kann«, sagt sie. Nach einem Studium im Bereich Medien und Kommunikation arbeitete sie im Umweltmanagement, in der Pressearbeit, in einer Unternehmensberatung und im öffentlichen Dienst. Trotzdem entschied sie sich während der Coronapandemie, den elterlichen Betrieb zu übernehmen. »Es war überhaupt keine finanzielle Entscheidung, sondern eine aus dem Bauch heraus«, sagt sie. Nachdem sie über Jahre als Angestellte gearbeitet hatte, wollte sie nun selbstständig sein. Heute kümmert sich Siemers um Buchungen, Personalplanung und Investitionen in den Campingplatz. Viele Abläufe hat sie in den vergangenen Jahren digitalisiert. Sie betrachtet den Campingplatz wie ein Unternehmen, das man ständig weiterentwickeln muss. Schwierig wird es, wenn es im Sommer länger regnet: »Schlechtes Wetter ist vor allem dann kaum auszuhalten, wenn die Urlauber schon da sind und zu mir sagen: ›Eigentlich wollten wir am Wasser stehen. Jetzt stehen wir im Wasser.‹« Im Podcast erzählt Nadine Siemer außerdem, warum sie auch nach Feierabend oft an den Campingplatz denkt und wie man 700 Gästen am Tag einen schönen Urlaub ermöglicht. »Frisch an die Arbeit« wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter frischandiearbeit@zeit.de. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

  8. Warum macht Gärtnern selbstbewusst, Horst Mager?
    30.06., 05:5500:45:09

    »Meinen Garten betrachte ich als Freund, das ist ein Geben und Nehmen«, sagt Horst Mager im Podcast »Frisch an die Arbeit«. Als ausgebildeter Landschaftsgärtner und Biologe kümmert er sich seit Jahrzehnten um Pflanzen. Schon in seiner Kindheit pflegte er mit seiner spanischen Mutter und seinem deutschen Vater im Garten der Familie die Blumen und das Gemüse. Mittlerweile gärtnert er vor allem in seinem Berliner Schrebergarten. Dort wird auch die Fernsehsendung »Gartenzeit« gedreht, die Mager für den Rbb moderiert. Mager, 62, machte nach seinem Biologiestudium ein Volontariat bei einem Fernsehsender. Mit 58 Jahren eröffnete er unter »Horst sein Schrebergarten« Accounts bei Instagram und YouTube. Für einen schönen Garten oder Balkon sei es entscheidend, die passende Pflanze für den Standort auszuwählen. »Wie lange scheint dort die Sonne? Will ich das oft gießen? Kommt da sowieso Regen hin? Das sind wichtige Punkte«, sagt Mager. Für jeden Platz gebe es ein Gewächs. »Auf einem Balkon ist es wichtig, nicht fünf kleine Blumentöpfe zu haben, die dauernd austrocknen, sondern einen großen.« Wie ein Garten aussehen soll, habe sich in den vergangenen Jahren sehr geändert, sagt Mager. Während früher ein gepflegter Rasen, ein Rosenbeet und ein Rhododendron gewünscht war, sei heute vieles entspannter. »Es gibt viele Menschen, die jetzt anders gärtnern und die Natur einbeziehen«, sagt Mager. Besonders traurig sei es, wenn Hausbesitzer ihren Garten zubetonieren oder die Pflanzen zum falschen Zeitpunkt zurückschneiden. »Man sieht am Garten, wie die Menschen funktionieren.« Mindestens zwei Tage in der Woche verbringt Mager in seinem Schrebergarten, einsam fühlt er sich dabei nie. »Ich rede ganz viel mit meinen Pflanzen, es sind sehr entspannte Unterhaltungen. Ich glaube, sie sprechen auch mit mir.« Im Podcast erzählt Mager von seinem langen Berufsweg, den hässlichsten Vorgärten und warum es ihm Schmerzen bereitet, wenn er schlecht gepflegte Bäume und Blumen sieht. »Frisch an die Arbeit« wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter frischandiearbeit@zeit.de. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

  9. Wie findet man die richtigen Worte, wenn ein Mensch gestorben ist,  Danny Klein?
    16.06., 05:5500:47:36

    »Eine gute Trauerfeier pendelt zwischen Lachen und Weinen«, sagt Danny Klein im Podcast »Frisch an die Arbeit«. Seit 2018 arbeitet die 56-Jährige als freie Trauerrednerin in Berlin und begleitet Menschen dabei, Abschied von Freunden oder Familienangehörigen zu nehmen. »Eine Trauerrede zu beauftragen, ist ja auch ein riesiger Vertrauensakt«, sagt sie. Klein wurde in Hannover geboren, wuchs in England auf und studierte Theologie und Portugiesisch. Später arbeitete sie unter anderem als Fotografin, in der Kulturvermittlung und als Bestatterin. Heute ist sie neben ihrer Arbeit als Trauerrednerin auch Rettungssanitäterin im Krankenhaus. Die unterschiedlichen Stationen verbindet ein gemeinsames Interesse, wie Klein erzählt: »Ich suche intensive Begegnungen.« Wenn sie von einer Familie beauftragt wird, besucht sie diese meist zu Hause oder an einem Ort, der für den verstorbenen Menschen wichtig war. Fotos, Erinnerungsstücke und vertraute Räume helfen ihr dabei, mit den Angehörigen ins Gespräch zu kommen. »Ich möchte Geschichten hören, die ihnen wichtig sind«, sagt sie. Aus vielen einzelnen Erinnerungen entsteht Schritt für Schritt ein Bild über den Verstorbenen, das später die Grundlage ihrer Rede bildet. Dabei geht es ihr ausdrücklich nicht darum, einen Menschen zu idealisieren. »Man kann sich nicht von einem falschen Bild verabschieden«, sagt Klein. Auch Konflikte, schwierige Erfahrungen oder Widersprüche dürfe man erwähnen, solange man sie nicht bewerte. Für Klein ist die Trauerrede deshalb »ein Moment der Wahrheit«, in dem ein Mensch noch einmal in seiner ganzen Vielschichtigkeit spürbar wird. »Für mich ist das Schreiben einer solchen Rede ein künstlerischer Prozess«, sagt sie. Dafür führt Klein mehrere Gespräche, macht handschriftliche Notizen und arbeitet oft bis kurz vor der Trauerfeier an ihren Formulierungen. Mehr als eine Rede pro Monat übernimmt sie bewusst nicht. Die fertige Rede versteht sie nicht als bloßen Text. Rhythmus, Pausen und Blickkontakt seien genauso wichtig wie die Worte selbst. »Bevor ich eine Trauerrede halte, lese ich sie meiner Partnerin und meiner Mutter vor, um sicherzugehen, dass alle Zuhörenden gut durch den Text geführt werden.« Im Podcast erzählt Danny Klein außerdem, weshalb sie glaubt, dass gerade die Erinnerungen an Großzügigkeit, Offenheit und gemeinsam erlebte Momente das sind, was von einem Menschen bleibt. Und warum sie ihre Trauerreden nie mit dem Satz »Liebe Trauergemeinde« beginnt. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

  10. Wie unanständig ist privater Reichtum, Sebastian Klein und Antje von Dewitz?
    02.06., 05:5500:38:13

    »Die Ursache von fast allen größeren gesellschaftlichen Problemen liegt darin, wie wir Vermögen verteilen«, sagt Sebastian Klein im Podcast »Frisch an die Arbeit«. Der 44-jährige Unternehmer hat 2012 zusammen mit Freunden die App Blinkist gegründet, die Sachbücher in kurzen Texten zusammenfasst. »Mein größter Wunsch war damals, möglichst schnell möglichst viel Geld zu verdienen.« Mit dem Verkauf der App wurde Klein im Jahr 2023 zum Multimillionär. Der plötzliche Reichtum habe ihn verändert, sagt er. »Ich wollte immer mehr. Plötzlich hatte ich das Gefühl, ich entferne mich dadurch von Menschen und einfachen Freuden, die eigentlich viel wichtiger sind im Leben.« Klein gründete die Investmentfirma Karma Capital und gab 90 Prozent seines Vermögens an kleine, gemeinwohlorientierte Initiativen, die nicht profitorientiert sind. Für Antje von Dewitz ist Profit hingegen »überlebenswichtig«, wie sie im Podcast sagt. »Ich bin auf Profit angewiesen, er erlaubt mir, nachhaltig zu wirtschaften und nicht auf Ausbeutung zu setzen, wie andere Unternehmen.« Sie hat das Familienunternehmen Vaude im Jahr 2009 von ihrem Vater übernommen – eine Firma, die Outdoor- und Bergsportartikel verkauft. Von Dewitz richtete die Firma auf Nachhaltigkeit aus, nach eigenen Angaben achtet sie auf faire Arbeitsbedingungen und transparente Lieferketten. Im Podcast spricht die 53-Jährige darüber, wie schwierig es am Anfang war, ihre Ideen zur Nachhaltigkeit im Unternehmen durchzusetzen. Auch berichtet sie über ihre Erfahrungen als Frau in einer Führungsposition. Am Anfang sei die Belegschaft skeptisch gewesen, erzählt sie. Da seien Fragen gekommen wie: Weiß dein Vater, was du da machst? Doch die soziale Verantwortung des Unternehmens sei ihr immer wichtig gewesen. Für ihr Engagement bekam sie zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem 2024 das Bundesverdienstkreuz am Bande. Die aktuelle Podcastfolge von »Frisch an die Arbeit« wurde live bei der Führungskräftemesse Future Leader Summit im Congress Center Hamburg (CCH) aufgezeichnet. Rund eine Stunde sprach Host Elise Landschek auf dem Podium mit ihren Gästen Antje von Dewitz und Sebastian Klein zum Thema »Führen mit Verantwortung: Perspektiven auf Macht, Geld und Gesellschaft«. Dieser Podcast ist die gekürzte Fassung der Veranstaltung. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

  11. Warum machen Berge glücklich, Anna Kuisle?
    19.05., 05:0000:33:47

    »Wenn ich morgens aufwache und den Berg sehe, sind diese 30 Sekunden alle Anstrengungen wert«, sagt Anna Kuisle im Podcast »Frisch an die Arbeit«. Die 33-Jährige arbeitet seit fünf Jahren jeden Sommer als Wirtin der Hildesheimer Hütte in den Stubaier Alpen und versorgt dort mit ihrem Team bis zu 70 Gäste. Die Hildesheimer Hütte liegt auf 2.899 Metern Höhe in Tirol und befindet sich zwischen dem Ötztal mit dem Wintersportort Sölden und dem Stubaital. Die hochalpine Lage in der Nähe mehrerer Gletscher macht die Hütte zu einem beliebten Ausgangspunkt für Wanderungen. Bevor die Saison beginnt, erzählt Kuisle, muss sie das Team rekrutieren, zusammenstellen und Dienstpläne schreiben, Lebensmittelbestellungen planen und Helikopterflüge organisieren. »Über die Saison müssen ungefähr zehn Tonnen an Lebensmitteln bewegt werden. Mit dem Helikopter kann man pro Flug rund 700 Kilo hochbringen«, erzählt sie. Kuisle ist eigentlich studierte Bauingenieurin und arbeitet im Winter auch als Verkehrsplanerin im österreichischen Innsbruck. Nach einigen Jahren im Büro aber fragte sie sich: »War es das jetzt, oder gibt es vielleicht noch was anderes?« Sie entschied sich, noch einmal auf einer Berghütte zu arbeiten, und blieb. »Ich habe es noch nie bereut«, sagt sie. Zu Kuisles Arbeitsalltag gehören neben der Gastronomie auch Stromausfälle, kaputte Materialseilbahnen und viele Fragen der Gäste zu Wetter, Gletschern und zur Tourenplanung. Gerade auch als junge deutsche Frau habe sie sich ihren Platz unter den Einheimischen und in den Alpen erarbeiten müssen. »Da wird man schon erst mal schief angeschaut«, erzählt sie. Gerade im hochalpinen Gelände beobachtet sie Veränderungen. »Es wird schon anspruchsvoller und gefährlicher«, sagt sie mit Blick auf schmelzende Gletscher und den auftauenden Permafrost. Gleichzeitig erlebt sie einen Wandel bei den Gästen. »Ich glaube, die Menschen werden jünger, weiblicher und essen häufiger vegetarisch oder vegan«, sagt Kuisle. Auch der Alkoholkonsum nehme ab. Die Arbeit auf der Hütte, sagt Kuisle, sei für sie anstrengend, aber auch erfüllend. »Die drei Monate auf der Hütte sind einfach fast ausschließlich Arbeit«, erzählt sie. »Aber ich merke dort so richtig, dass das einfach mein Platz ist.« Im Podcast erzählt Anna Kuisle außerdem, warum die Stimmung auf der Hütte besser wird, wenn der Handyempfang weg ist, was sie tut, wenn sie selbst einmal einen »Hüttenkoller« bekommt und warum sie auch im Winter regelmäßig zu ihrer Hütte wandert. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

  12. Wie resilient muss eine Kinderärztin sein, Victoria Lieftüchter?
    05.05., 05:5500:35:53

    »Die Arbeitsbelastung in meinem Beruf ist sehr hoch, ich schaffe es nur, weil er mir so viel Freude macht«, sagt Victoria Lieftüchter im Podcast »Frisch an die Arbeit«. Als Kinderärztin arbeitet sie nicht nur auf der Intensivstation des LMU-Klinikums in München, sondern ist auch regelmäßig als Kindernotärztin mit einem Team der Rettungsstelle im Einsatz. Lieftüchter, 40, muss häufig am Wochenende oder nachts arbeiten. Obendrauf kommen mindestens 24 Arbeitsstunden im Monat für den Kindernotdienst. »Ich liebe diesen Job. Denn ich kann Kindern helfen, die für mich das Wertvollste sind, was wir haben«, sagt Lieftüchter. Oft wird sie als Kindernotärztin zu schweren Unfällen gerufen. Manchmal reagieren die Eltern aber auch über und wählen grundlos den Notruf. »Genervt bin ich trotzdem nie, denn die Eltern haben uns ja nicht aus Spaß angerufen, sondern weil sie sich Sorgen gemacht haben«, sagt Lieftüchter. Dennoch glaubt sie, dass sich viele Eltern von Chatbots oder Google verunsichern lassen und zu Hause falsche Diagnosen stellen. Lieftüchter ist Mutter einer achtjährigen Tochter und arbeitet Vollzeit. »Natürlich habe ich oft zurückgesteckt. Ich musste Geburtstage von Freunden absagen oder konnte selten das ganze Wochenende mit meinem Kind verbringen«, sagt Lieftüchter. Ihr oberstes Ziel motiviert sie: Kinder an allen Kliniken sollen von Spezialisten behandelt werden können, auch über den Notruf. Dafür setzt sie sich auch als Vorstandsmitglied in der Fachgesellschaft für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin ein. In vielen Bundesländern ist das bislang nicht so. Im Podcast erzählt Lieftüchter, wie ein Einsatz als Kindernotärztin abläuft, womit sie ihre Resilienz stärkt und mit welchen Argumenten sie junge Kollegen für den Job begeistert. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

  13. Arbeiten Sie gerne im Gefängnis, Stephanie Pfalzer?
    21.04., 05:0000:40:57

    »Ich wollte keinen einfachen Job – das hat funktioniert«, sagt Stephanie Pfalzer im Podcast »Frisch an die Arbeit«. Sie ist stellvertretende Leiterin der Justizvollzugsanstalt München und verantwortet unter anderem eine Therapieabteilung für Sexualstraftäter. Pfalzer, 50, studierte Rechtswissenschaften und Rechtsphilosophie in Augsburg und Edinburgh. Seit 2011 gehört sie zum Leitungsteam der JVA München. In ihrer Einrichtung sind vor allem Menschen in Untersuchungshaft untergebracht. Anders als in einer JVA mit langen Haftstrafen sei es hier noch möglich, Perspektiven für die Inhaftierten zu entwickeln. »Bei uns haben die meisten Gefangenen noch Hoffnung und blicken nach vorne«, sagt Pfalzer. Viele glaubten, ihre Unschuld beweisen zu können oder mit einem milderen Urteil davonzukommen. Wenn neue Inhaftierte ankommen, geht es oft zuerst um praktische Fragen. »Manchmal ist das nur die zurückgelassene Katze, um die sich jemand kümmern muss«, sagt Pfalzer. Viele würden direkt aus ihrem Alltag heraus verhaftet. Ab und zu führt das zu absurden Situationen, etwa wenn ein Inhaftierter seinen Verwandten sein plötzliches Verschwinden erklären will. »Ein Gefangener hat seinen Kindern etwa erzählt, er arbeite auf einer Ölbohrplattform und könne deshalb nicht nach Hause kommen«, sagt Pfalzer. Er habe gewollt, dass einer unserer Mitarbeiter das bestätigt. »Aber an Lügen beteiligen wir uns natürlich nicht«, sagt Pfalzer. Der Alltag in einer Justizvollzugsanstalt ist streng organisiert. Handys sind nicht zugelassen, weil die Kommunikation kontrolliert werden muss. Brillen oder Hörgeräte sind nach einer Kontrolle erlaubt, Eheringe nur bis zu einem bestimmten Wert. »Ich habe aber nie das Gefühl, dass ich nur Regeln umsetze – ich kann auch viel von meinen Überzeugungen einfließen lassen«, sagt Pfalzer. Mit den Jahren habe sich ihr Blick auf Täter verändert. »Straffällig werden Menschen außerhalb der Mauern, nicht hinter Gittern.« Lebensumstände seien oft entscheidend, gerade auch Suchterkrankungen, auch wenn jede Tat eine eigene Entscheidung bleibe. Im Podcast erzählt Stephanie Pfalzer außerdem, warum die JVA für manche Gefangene auch eine Rettung ist, weshalb Ausbrüche selten geworden sind und wie Angehörige und Freunde mit Gefangenen umgehen sollten. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

  14. Haben Sie schon mal Ihren Einsatz verpasst, Michael Leopold?
    07.04., 05:5500:40:50

    "Mein Job kann körperlich sehr anstrengend sein", sagt Michael Leopold im Podcast Frisch an die Arbeit. Er ist Schlagzeuger bei den Münchner Philharmonikern und braucht für das Spielen von Trommeln, Becken, Donnerblechen oder Gongs viel Kraft und muss oft lange stehen. "Dafür ist es auf der anderen Seite auch ganz entspannt", fügt er hinzu. Zum Beispiel, wenn bei der 7. Sinfonie von Bruckner nur ein einziger Schlag im ganzen Stück anstehe. Den dürfe man dann allerdings auf keinen Fall verpassen, "das wäre sonst sehr peinlich". Seit fast zehn Jahren spielt der 35-Jährige verschiedene Perkussionsinstrumente bei den Philharmonikern. Oft sitzen bei den Konzerten mehr als 100 seiner Musikerkollegen auf der Bühne. Die Hierarchien seien dabei klar geregelt. "Die Chefs sind die ersten Geiger und der Dirigent, bei den Rhythmusinstrumenten hinten gibt auch der Paukist den Ton an", sagt Leopold. Mit den Bläsern kämen Schlagzeuger wie er besonders gut klar, "denn die haben oft denselben Hintergrund. Die meisten haben wie wir in kleinen Blaskapellen auf dem Land angefangen und sind dann erst zur klassischen Musik gewechselt." Er selbst habe erst gar nicht gewusst, dass er die Musik zum Beruf machen wollte, fast wäre er Profi-Fußballer geworden. Aber dann verlief sein Weg recht geradlinig über sein Studium an der Musikhochschule München und viele Stationen an Theatern, Orchestern und der renommierten Akademie der Philharmoniker. "Ich bin sehr dankbar, dass ich so ein Glück hatte", sagt Leopold. Von allen Stücken möge er die Sinfonien von Gustav Mahler am liebsten, da er als Schlagzeuger da viel zum Einsatz komme. Auch an eher unscheinbaren Instrumenten. "Es macht einen Unterschied, wie man zum Beispiel Triangel spielt", sagt er. "Man kann schon eine kleine Wissenschaft daraus machen: Wo klingt dieses Dreieck am schönsten, wo sind die Obertöne am klarsten." Im Podcast erzählt Leopold, welche Pannen er auf der Bühne schon mal erlebt hat, warum er nebenbei immer noch sehr gerne in Oktoberfest-Kapellen spielt und wie er junge Leute für klassische Musik begeistern will. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

  15. Was bedeutet es, Schwangerschaftsabbrüche anzubieten, Frau Baier?
    24.03., 18:2000:46:08

    "Seit 2003 ist die Zahl der Einrichtungen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen, fast auf die Hälfte zurückgegangen“, sagt die Gynäkologin Alicia Baier im Podcast Frisch an die Arbeit. Dabei gebe es grundsätzlich genug medizinische Infrastruktur. "Aber zu viele Praxen und Krankenhäuser entziehen sich der Versorgung.“ Baier, 34, stammt aus Heidelberg und hat ihr Medizinstudium ursprünglich begonnen, um Psychiaterin zu werden. Wegen der politischen Debatte um das deutsche Abtreibungsrecht entschied sie sich aber für die Gynäkologie als Fachgebiet. Dass viele Ärztinnen keine Schwangerschaftsabbrüche mehr anbieten, hat aus Baiers Sicht mehrere Gründe: "Es ist ein stigmatisiertes Thema und der Schwangerschaftsabbruch ist der einzige medizinische Eingriff, der im Strafgesetzbuch steht“, sagt sie. Für Ärztinnen könne das weitreichende Folgen haben: "Wenn man Fehler macht, droht im schlimmsten Fall nicht nur ein Berufsverfahren, sondern eine Haftstrafe.“ Medizinisch sei ein Schwangerschaftsabbruch wenig kompliziert. "Das ist ein sehr sicherer und einfach durchzuführender Eingriff“, sagt Baier. Um die Versorgungslage in Deutschland zu verbessern, gründete Baier schon während des Studiums eine studentische NGO, die sich für das Recht auf einen sicheren und legalen Schwangerschaftsabbruch einsetzt. Heute ist Baier Vorsitzende der Gruppe Doctors for Choice. Dieses Engagement habe allerdings auch persönliche Konsequenzen, erzählt sie. "Ich habe oft Anfeindungen erlebt“, sagt Baier. Im Internet gebe es Seiten, auf denen Ärztinnen, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, öffentlich angegriffen würden. "Da werden Bilder mit blutigen Händen verbreitet und man wird als Mörderin bezeichnet“, berichtet die Ärztin. Sie sei auch schon mehrmals von radikalen, meist fundamentalistisch-christlichen Aktivisten angezeigt worden. Von ihren Patientinnen hört Baier hingegen einen Satz besonders oft. "Danke, dass Sie so nett zu mir waren.” Baier findet es erschreckend, dass sich Frauen dafür bedanken, anständig behandelt zu werden. "Im medizinischen Alltag sollte das eigentlich selbstverständlich sein", sagt sie. Im Podcast erzählt Baier außerdem, wie viel liberaler Schwangerschaftsabbrüche in den meisten anderen europäischen Ländern geregelt sind, warum 80 Prozent der Menschen in Deutschland für ein weniger restriktives Abtreibungsrecht sind und weshalb sich politisch dennoch so wenig tut. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

  16. Wovor ekelt sich ein Müllmann, Jörg Möller?
    10.03., 05:5500:32:51

    "Man schafft diesen körperlich anstrengenden Job nur, wenn man dabei lachen kann", sagt Jörg Möller im Podcast Frisch an die Arbeit. Als Müllmann bei der Berliner Stadtreinigung fährt er vormittags mit seinen Kollegen und einem Lkw durch die Hauptstadt und sammelt den Restmüll ein. Möller, 37, hat jahrelang als Handwerker gearbeitet, meistens musste er Dächer reparieren. Mit Anfang 30 wechselte er zur Berliner Stadtreinigung, wo er schon als Kind immer arbeiten wollte. Sein Vater war auch schon Müllmann. "Er war immer mein Held, weil er ein großes, oranges Auto fahren durfte", sagt Möller. Auch sein Bruder arbeitet als Müllmann, manchmal fährt Möller mit ihm auf einer Tour, dann holen sie gemeinsam die Tonnen aus den Hinterhöfen. Möller gehe jeden Morgen gerne zur Frühschicht, erzählt er. Die meisten Menschen würden sich für seine Arbeit bedanken, wenn sie ihm in seiner Schutzkleidung begegnen. "Viele lächeln mich einfach nur an. Auch das hilft mir schon dabei, den Job jeden Tag durchzuziehen." Wütend mache ihn nur, wenn Autofahrer laut hupen, weil der Müllwagen kurz die Straße blockiert oder ihn fast umfahren. "Ich ärgere mich dann kurz, weil ich mal wieder drei Minuten meiner Lebenszeit an jemanden verschwendet habe, der einfach nicht versteht, dass ich nur meine Arbeit mache." Im Podcast erzählt Möller auch über Ratten, die aus den Mülltonnen springen, warum Teddybären an seinem Lkw hängen und wie er sich von seiner anstrengenden Arbeit erholt. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

  17. Welche veganen Gerichte machten dich berühmt, Julius Fiedler?
    24.02., 05:5500:46:17

    "Veganes Essen gibt es schon seit Tausenden von Jahren, es wurde nur nie so genannt", sagt der Kochbuchautor Julius Fiedler im Podcast "Frisch an die Arbeit". "Fleisch, Fisch und Milch waren schließlich schon immer teuer." Fiedler, 31, wuchs in der Nähe von Düsseldorf auf und studierte Film in London. Für seine Abschlussarbeit filmte er eine Dokumentation über Cheddar in einer englischen Käserei und begegnete dort zufällig dem Filmteam von Jamie Oliver. Eine Begegnung, die seine Karriere verändern sollte, denn kurze Zeit später begann er als Produktionsassistent bei Jamie Olivers Produktionsfirma. Selbst bekannt wurde Fiedler dann unter dem Alias @herrmann während der Coronapandemie mit Sauerteig-Backkursen und Rezeptvideos. Seitdem verfolgen 2,5 Millionen Menschen auf Instagram und nochmals jeweils eine Million auf TikTok und YouTube, wie er vegane Gerichte aus aller Welt ausprobiert. "Ich wollte mich vegan ernähren, ohne auf hoch verarbeitete Produkte zurückzugreifen oder mich ausschließlich von Soja zu ernähren", erzählt Fiedler. Dabei stieß er zunächst auf ein altes Rezept aus Myanmar, für eine Art Tofu aus Kichererbsen. "Dabei fiel mir auf: Dort sagt keiner, dass das vegan ist. Das ist einfach traditionelles Essen!" Auch in anderen Ländern sammelte Fiedler solche überlieferten tierfreien Gerichte. "Wenn man sich in Italien die Cucina povera anguckt, dann findet man unglaublich vieles", erzählt er. Gerichte wie Ribollita, ein Eintopf aus altem Brot, Bohnen und vorgekochtem Gemüse, seien günstig und vegan zugleich. "Das war ein absolutes Armutsgericht und trotzdem super nahrhaft." Mittlerweile reist Fiedler in die Regionen, aus denen die Rezepte stammen, und stellt auch die Menschen vor, die ihm erklären, wie diese gekocht werden. "Mir war wichtig, Essen als Kulturgut zu begreifen", sagt Fiedler. "Ich möchte verstehen, warum diese Gerichte sind, wie sie sind, und warum die konkreten Zutaten wichtig sind." Im Podcast erzählt Fiedler außerdem, warum er sich gerade besonders für georgisches Essen begeistert, dass Gerichte in heißen Ländern oft und notgedrungen tierfrei sind und was man vom schwäbischen Kartoffelsalat über traditionell veganes Essen aus Deutschland lernen kann. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

  18. Wie gefährlich ist Fliegen wirklich, Julia Peukert?
    10.02., 05:5500:43:50

    "In das Fliegen bin ich eher so reingestolpert", sagt Julia Peukert im Podcast Frisch an die Arbeit. Bis zum Abi hatte sie nie darüber nachgedacht, Pilotin zu werden. Doch dann schenkten ihr Freunde zum Geburtstag einen Fallschirmsprung. "Der Sprung war mir eigentlich egal, aber das Fliegen in dem kleinen Flugzeug fand ich faszinierend". Peukert beschloss, sich an einer Flugschule für die Ausbildung zur Pilotin zu bewerben. "Man sollte gut in Mathe und Physik sein, eine schnelle Auffassungsgabe haben und sehr stressresistent sein", erzählt sie. Nach einem komplizierten Auswahlverfahren wurde Peukert im ersten Anlauf genommen. Heute ist sie 44 Jahre alt und beschreibt ihren Beruf als "absoluten Traumjob". Seit 21 Jahren fliegt die Berlinerin quer über den Globus. Von ihrer Basis in Frankfurt am Main aus steuert sie für die Lufthansa-Tochter Discover Airlines mit großen Passagierflugzeugen die Bahamas, Las Vegas oder Mombasa an. Sie mag vor allem Flughäfen, die unter Piloten als anspruchsvoll gelten, weil sie zum Beispiel sehr kurze Landbahnen haben oder in Bergregionen liegen. "In Innsbruck erreichst du die Landebahn erst nach einer Art geführtem Sturzflug", erzählt sie. Für solche Herausforderungen brauchen die Pilotinnen und Piloten eine Weiterbildung, Peukert hat sie absolviert. Zuerst sei Fliegen aber eine Teamleistung, sagt sie. Die Flugbegleiterinnen, das Bodenpersonal, die Leute in der Technik, im Tower und die Besatzung im Cockpit, das greife alles ineinander. "Man muss schon ein besonderer Schlag Mensch sein für diesen Beruf, das vereint uns alle", sagt sie. Feste Routinen wie jeden Tag Punkt 18 Uhr Abendessen oder immer im gleichen Bett schlafen seien für die meisten nicht drin. Peukert ist manchmal mehrere Tage hintereinander unterwegs, dafür aber auch mal eine ganze Woche bei ihrer Familie. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder. Für sie funktioniert dieses Modell gut. Sie findet es schade, dass sich nur so wenige Frauen auf den Pilotenjob bewerben, sagt sie. Im Podcast erzählt Julia Peukert, wie sie als Kapitänin im Cockpit mit dummen Sprüchen umgeht. Ob Jetlags irgendwann zur Gewohnheit werden. Und wie das Fliegen in Zukunft umweltfreundlicher werden könnte. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

  19. Wie schreibt man einen Fantasy-Bestseller, Katja Brandis?
    27.01., 05:5500:46:07

    "Ich muss meine Schreibzeit erobern, verteidigen und genießen", sagt die Bestseller-Autorin Katja Brandis im Podcast Frisch an die Arbeit. Mit der Woodwalker-Reihe hat sie mittlerweile über 3,5 Millionen Bücher weltweit verkauft. Ein Drittel ihrer Arbeitszeit verbringe sie jetzt mit Fanbetreuung, verrät sie. Katja Brandis ist ein Künstlername, die Autorin heißt eigentlich Sylvia Englert. Sie wurde 1970 geboren und zählt zu den erfolgreichsten deutschen Jugendbuchautorinnen. Insgesamt hat sie mehr als 70 Romane veröffentlicht, die mehr als 20 Woodwalker-Bände wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Außerdem kommt nun der Film Woodwalkers 2 in die Kinos. Ursprünglich plante Brandis einen Einzelroman für Jugendliche ab zwölf, den ihr Verlag aber zunächst ablehnte. "Dann hat sich die Lektorin ein Jahr später gemeldet und gesagt: Dieser Katzenjunge, der geht mir nicht aus dem Kopf. Und gefragt, ob ich das vielleicht für Kinder ab zehn Jahren machen könnte", erzählt sie. Daraufhin habe sie den Roman umgeschrieben. "Ich hatte schon das Gefühl, dass es den Kids wirklich gefallen könnte", sagt Brandis über den ersten Band, "aber dieses Ausmaß hätte ich mir wirklich nicht träumen lassen". Sie erzählt, dass sie mittlerweile Leserbriefe aus Kasachstan, Finnland, Spanien oder Südamerika bekommt. "Ich weiß, dass Leute auf das, was ich schreibe, warten. Es ist wirklich grandios!" Damit die Kinder immer weiter lesen wollen, optimierte Brandis ihre Art zu schreiben. "Früher habe ich Kapitel immer inhaltlich abgeschlossen und das ist eigentlich blöd", sagt sie. Heute weiß sie: "Man sollte ein Kapitel genau dann abbrechen, wenn es am spannendsten ist – dann können die Kinder die ganze Nacht unter der Bettdecke lesen." Angefangen zu Schreiben hat Brandis schon als Jugendliche. "Schon mit 14 habe ich drei, vier Romane im Jahr geschrieben, aber die waren halt noch nicht sonderlich gut." Über Testleser in ihrer Schule und Autorengruppen habe sie sich weiterentwickelt. "Beim Schreiben kann man sich wahnsinnig gut selber ausbremsen", sagt sie. "Erste Fassungen dürfen schlecht sein." Sie habe "jeden nur denkbaren Fehler schon mal gemacht, wirklich jeden". Im Podcast erzählt Brandis außerdem, warum sie Recherchen in der namibischen Wüste und im Regenwald für unverzichtbar hält, welche Fehler in ihren Büchern sie fuchsig machen und was für eine Tierwandlerin sie selbst wäre. "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter frischandiearbeit@zeit.de. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

  20. Was macht Wohnungen gemütlich, Fabian Freytag?
    13.01., 05:5500:53:33

    "Wie wir uns einrichten, liegt an unserem Sicherheitsbedürfnis. Man wünscht sich Behaglichkeit, einen Schutzraum, der einen Puffer nach außen bietet", sagt Fabian Freytag im Podcast Frisch an die Arbeit. Als Interior Designer mit einem Büro in Berlin verändert er Grundrisse, dekoriert Wohnungen und warnt Kunden und Kundinnen vor Fehlkäufen. Freytag, 41, hat Architektur an der Universität der Künste studiert. Noch in seiner Ausbildung bekam er den ersten Auftrag als Innenarchitekt. Während der globalen Finanzkrise 2008 kauften viele Menschen aus dem Ausland Wohnungen in Berlin als Investment – einige beauftragten Freytag mit der Einrichtung. "Sie vertrauten auch Anfängern wie mir. In keiner anderen Stadt hätte ich so schnell Aufträge bekommen", sagt Freytag. Seinen Kunden und Kundinnen rät Freytag zu bunten Wänden und großen Teppichen. "Sogar das Bad soll eine gewisse Opulenz haben und eingerichtet werden wie andere Räume", sagt er. Sein Tipp: Wer eine Wohnung oder ein Haus einrichte, dürfe nicht das kaufen, was alle haben. Stattdessen sei es wichtig, mit einigen Übungen herauszufinden, welche Möbel, Farben und Stoffe einem wirklich gefallen. Freytag empfiehlt, Onlineauktionshäuser oder Kleinanzeigen zu durchsuchen und dabei zu notieren, aus welchen Jahrzehnten die Einrichtungsgegenstände stammen, die einem gefallen. Außerdem könne man überlegen, in welchen Wohnungen von Freunden, Restaurants oder Hotels man sich besonders wohlfühlt und warum. Im Podcast erzählt Freytag, wie künstliche Intelligenz seine Arbeit verändert, warum er offene Regale in seinen Entwürfen vermeidet und welche Hobbys ihn kreativ machen. "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter frischandiearbeit@zeit.de. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

Alle 14 Tage stellen Hannah Scherkamp, Elise Landschek und Daniel Erk spannenden Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft Fragen über ihr persönliches Verhältnis zu ihrer Arbeit. Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos Die ZEIT: www.zeit.de/podcast-abo