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Episoden
372- Buch der Woche: "Der erste Mensch" von Albert Camus08.09., 18:2308.09.2024, 18:2300:10:00
"Der erste Mensch", Albert Camus' Erinnerungen an seine Kindheit als Sohn armer französischer Siedler in Algerien, war das letzte Werk, an dem er gerade arbeitete, als er 1960 bei einem Verkehrsunfall starb. Erst 1994 wurde der Torso dieses Buches veröffentlicht, das nicht nur von literarischem Interesse ist, sondern auch als historisches Zeugnis des Lebens in einer kolonialen Siedlergesellschaft.
- Die BRD nach Solingen: Wir sind jetzt alle AfD31.08., 23:4331.08.2024, 23:4300:27:33
Die morgigen Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen werden zweifellos mit einem Triumph der AfD enden. Nicht nur, weil die Höcke-Truppe selbst an den Wahlurnen spektakulär abschneiden wird - sondern auch, weil spätestens seit Solingen quasi die gesamte Parteienlandschaft der BRD sich programmatisch der AfD untergeordnet hat. Dazu einige Worte.
- Buch der Woche: "Die Wurzeln des Sieges" von Richard Overy 30.08., 15:2030.08.2024, 15:2000:19:00
Warum siegten die Alliierten im Zweiten Weltkrieg über das dritte Reich und seine Verbündeten? Die offenkundige Antwort "Wegen ihrer überlegenen kombinierten industriellen Basis" ist nicht falsch, aber greift etwas zu kurz - denn diese Unterlegenheit der NS-Kriegswirtschaft war selbst wiederum Resultat politischer Entscheidungen. Mit diesen Entscheidungen befasst sich der britische Historiker Richard Overy in "Die Wurzeln des Sieges - warum die Alliierten den zweiten Weltkrieg gewannen".
- Aus der Welt der Mindestlohnjobs: Briefsortierung 28.08., 15:1428.08.2024, 15:1400:31:20
Kurz nach meinem Abstecher in die Welt des Bäckereiwesens nahm ich den nächsten Mindestlohnjob in Berlin: Briefsortierung (Oder zumindest so etwas Ähnliches) - was in mehrfacher Hinsicht eine sehr interessante Erfahrung war.
- Aus der Welt der Mindestlohnjobs: Bäckerei 26.08., 14:5426.08.2024, 14:5400:21:30
Kurz nachdem ich letztes Jahr nach Berlin gezogen bin, habe ich für Mindestlohn in einer Bäckerei gearbeitet - und es war der schlimmste Job meines Lebens.
- Der Bombenkrieg in Berlin in einem Augenzeugenbericht 194424.08., 13:3324.08.2024, 13:3300:10:00
Heute aus meiner Sammlung historischer Briefe: Ein eindringlicher Augenzeugenbericht eines Bombenangriffs auf Berlin Ende 1943 aus einem Konvolut von Briefen an eine junge Berliner Philosophiestudentin.
- Buch der Woche: "Der 18. Brumaire des Louis Napoleon" von Karl Marx23.08., 12:0823.08.2024, 12:0800:55:00
In den 1850er Jahren waren Marx und Engels mit einem historisch neuen Phänomen konfrontiert, das bereits einige Züge des späteren Faschismus vorwegnahm: Die Diktatur Louis Bonapartes in Frankreich, der, gestützt auf eine kleinbürgerliche Bewegung, eine autoritäre Herrschaft in erster Linie im Sinne des Großkapitals und gegen die revolutionäre Linke ausübte, dabei aber zu suggerieren versuchte, für "den kleinen Mann" für Gerechtigkeit zu sorgen. In seinem klassischen "18. Brumaire des Louis Napoleon" hat Marx dieses Phänomen des "Bonapartismus" einer materialistischen Analyse unterzogen.
- Artikel der Woche: "Kämpfen für Deutschland" von Leon Holly (taz)21.08., 18:3121.08.2024, 18:3100:26:00
Im Deutschland der Zeitenwende wird der Heldentod fürs Vaterland/Europa/die Demokratie zur Losung der bürgerlichen Presse. Nun hat auch die taz ein Manifest fürs Sterben für Deutschland veröffentlicht, das ich mir un der neuen "Artikel der Woche"-Ausgabe näher anschaue.
- Was ist bürgerlicher Journalismus?06.08., 13:2506.08.2024, 13:2500:15:31
Die meisten JournalistInnen sind ihrer ökonomischen Stellung nach entweder LohnarbeiterInnen oder prekäre KleinbürgerInnen. Warum ist der bürgerliche (Polit)Journalismus trotzdem ein integraler Bestandteil der Welt der Bourgeoisie, warum ist die politische Entwicklung bürgerlicher JournalistInnen typischerweise eine Reise immer weiter nach rechts - und welche Funktion hat der Journalismus überhaupt für die Konstituierung des Nationalstaates?
- Eine Begegnung mit Hitler im Brief einer Schülerin 193705.08., 12:2305.08.2024, 12:2300:12:16
In den Sommerferien 1937 macht eine 16-jährige Schülerin aus der Pfalz mit ihren Eltern Urlaub in Franken. Sie machen einen Ausflug nach Bayreuth, wo gerade die jährlichen Wagner-Festspiele stattfinden - und sie eine Begegnung mit Hitler hat, die sie sehr beeindruckt. Über dieses Erlebnis schreibt sie aufgeregt einen langen Brief an eine Schulfreundin in der Pfalz. Diesen Brief habe ich transkribiert und nun eingesprochen.
- Buch der Woche: "Die mittelalterliche Stadt" ("La ville medievale") von Boucheron/Menjot04.08., 19:1704.08.2024, 19:1700:23:00
Die europäische Stadt des Spätmittelalters mit ihrem herrschenden prosperierenden Bürgertum, ihren frühkapitalistischen Wirtschaftsformen und ihrer glanzvollen Kultur ist sehr häufiges Thema populärer historischer Darstellungen. Viel weniger wird aber die Stadt des Früh- und Hochmittelalters behandelt, wie sie funktionierte und welche Rolle sie erfüllte. "Die mittelalterliche Stadt" von Patrick Boucheron und Denis Menjot ist eine gute Möglichkeit, diese Wissenslücke zu schließen.
- Aufgedeckt: So zerstört das Wokie-Kartell Olympia!03.08., 19:0703.08.2024, 19:0700:16:35
Aufgedeckt: Wie die woke Diktatur uns Olympia kaputtmacht.
- Goldmedaille für Deutschland im Arbeitslosequälen!30.07., 14:1630.07.2024, 14:1600:22:16
Mit einem schwarz-rot-goldenen Sommermärchen bei der Fußball-EM ist es zwar nichts geworden, aber dafür erreicht die BRD gerade ganz neue Höhen in ihrem eigentlichen Nationalsport: Arbeitslose quälen.
- Eine fränkische Bauernfamilie im 2. Weltkrieg in ihren Briefen 26.07., 12:3526.07.2024, 12:3501:37:03
Im zweiten Weltkrieg lebt im fränkischen Dorf Strahlungen die Familie P., die dort einen kleinen Bauernhof besitzt. Die Familie hat zwei Kinder, Arno und Isabella. Von beiden gibt es eine Menge Briefe aus dem zweiten Weltkrieg, die mir in einem Briefkonvolut in die Hände geraten sind. Arno wurde 1942 zur Wehrmacht eingezogen und kam an die Ostfront, von wo er regelmäßig Briefe an seine Familie schrieb. Und Isabella führt einen Briefwechsel mit einem in Ungarn stationierten Soldaten, den sie per Kontaktanzeige kennengelernt hat und den sie als ihren Freund betrachtet, obwohl beide sich noch nie begegnet sind. Einen Teil dieser Briefe habe ich transkribiert und nun eingesprochen.
- Die deutsche Bourgeoisie - einmal faschistisch, immer faschistisch?23.07., 12:0223.07.2024, 12:0200:27:00
Die deutsche Bourgeoisie - einmal faschistisch, immer faschistisch?
- Der zweite Weltkrieg in den Briefen eines Teenagers18.07., 09:4618.07.2024, 09:4608:43:36
Anfang 1943 wird der 17-jährige Abiturient Ortwin K., Sohn eines Volksschuldirektors in der Pfalz, erst zum Reichsarbeitsdienst einberufen und kommt dann, nach Erreichen der Volljährigkeit, in die Luftwaffe. Bis 1945 schreibt er an seine Familie in der Vorderpfalz hunderte Briefe über sein Alltagsleben im Militär, die eine detaillierte Chronik eines Teenagerlebens im zweiten Weltkrieg ergeben. Diese Korrespondenz aus meiner Sammlung historischer Briefe habe ich vollständig transkribiert und nun eingelesen. 0:00-5:00: Einleitung 05:00-18:07: Januar 1943 18:07-27:44: Februar 1943 27:44-32:08: März 1943 32:08-49:02: Mai 1943 49:02-1:04:44: Juni 1943 1:04:44-1:32:40: Juli 1943 1:32:40-1:54:44: August 1943 1:54:44-2:11:11: September 1943 2:11:11-2:37:43: Oktober 1943 2:37:43-3:02:05: November 1943 3:02:05-3:21:05: Dezember 1943 3:21:05-3:46:41: Januar 1944 3:46:41-4:06:44: Februar 1944 4:06:44-4:31:00: März 1944 4:31:00-4:48:45: April 1944 4:48:45-5:02:58: Mai 1944 5:02:58-5:38:44: Juni/Juli 1944 5:38:44-5:58:27: August 1944 5:58:27-6:17:48: September 1944 6:17:48-6:38:08: Oktober 1944 6:38:08-7:02:40: November 1944 7:02:40-7:30:37: Dezember 1944 7:30:37-7:54:24: Januar 1945 7:54:24-8:12:06: Februar 1945 8:12:06-8:19:10: März 1945 8:19:10-8:20:00: April 1945 8:20:00-8:43:36: Nachkriegszeit
- Buch der Woche: "Friedrich II. von Hohenstaufen" von David Abulafia12.07., 14:3712.07.2024, 14:3700:16:50
Kaiser Friedrich II. (1194-1250), der letzte staufische Kaiser, ist besonders in der deutschen Geschichtsschreibung eine stark romantisch verklärte Gestalt. Ein ins Mittelalter verschlagener Freidenker und Rationalist im Geiste des 18. Jahrhunderts sei er gewesen und sein süditalienisches Reich ein beispiellos moderner Musterstaat. Der britische Historiker David Abulafia unterzieht diese Vorstellungen in seiner Biographie Friedrichs II. einer kritischen Prüfung.
- Antisemitismus und Antiamerikanismus - typisch links?10.07., 15:4610.07.2024, 15:4600:30:00
Die Linke sei ein regressiver Haufen, dessen stumpfer Hass auf die moderne Gesellschaft und Kultur sich im doppelten Gesicht des Antiamerikanismus wie des Antisemitismus manifestiere - so tönt es von liberaler, konservativer und antideutscher Seite. Aber sind Antisemitismus und Antiamerikanismus überhaupt ähnliche Phänomene, und sind sie tatsächlich typisch links? Dazu einige Worte im heutigen Beitrag.
- Hört auf die Experten! Kritik der "Volksverpetzer-Linken"08.07., 20:3208.07.2024, 20:3200:32:30
Lenin hat einmal den schönen Satz gesagt, jede Köchin solle den Staat regieren. Ein nicht ganz unbeträchtlicher Teil der heutigen Linken ist dagegen der Ansicht, dass die Köchin nicht nur nicht den Staat regieren solle, sondern es im Gegenteil Aufgabe der Linken sei, der Köchin zu sagen, dass sie sich zu politischen und gesellschaftlichen Fragen nicht einmal äußern, sondern lieber ihren inkompetenten Mund halten und auf "die Experten" hören solle. Zu diesem Phänomen einige Worte.
- Buch der Woche: "Kommunismus als Realität" von Alexander Sinowjew28.06., 13:2128.06.2024, 13:2100:42:00
Alexander Sinowjew (1922-2006) war eine merkwürdige Persönlichkeit: Systemkritischer sowjetischer Logiker und Wissenschaftstheoretiker, nach seiner Auswanderung in den Westen aber auch Feind der liberalen sowjetischen DissidentInnen im Exil - und ab den 90er Jahren auf einmal dogmatischer Stalinist. In seinem 1981, noch in seiner antikommunistischen Zeit erschienenen Buch "Kommunismus als Realität" legt er seine Kritik der sowjetischen Gesellschaft dar.