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153- Wenn ganze Sprechchöre im Stadion Schiedsrichterinnen als „Hure“ beleidigen – was ist da los, Dr. Thaya Vester? 26.05., 14:0026.05.2025, 14:00
Der Name Fabienne Michel war bis vor Kurzem wohl vor allem denjenigen bekannt, die regelmäßig Fußballspiele der 3. Männer-Fußball-Bundesliga besuchen. Michel ist derzeit die einzige Frau, die im Profibereich der Männer pfeift. Sie wurde 2024 zur „DFB-Schiedsrichterin des Jahres“ gewählt und hatte zuvor unter anderem das DFB-Pokalfinale der Frauen sowie den Supercup der Frauen geleitet. Leider ist ihr Name nicht deshalb großflächig in den Medien gelandet, weil sie ihren Job so gut macht. Bekannt wurde sie, weil sie während eines Drittliga-Spiels zwischen Rot-Weiss Essen und dem SC Verl von Essener Fans mit sexistischen Stadiongesängen beleidigt wurde. Die Schiedsrichterin wurde als „Hure“ beschimpft, nachdem sie einem Spieler die Gelbe Karte gezeigt hatte. Kurz darauf stimmten die Anhänger einen Sprechchor an, der Michel zum oralen Geschlechtsverkehr aufforderte. Die Kriminologin Dr. Thaya Vester beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit den Themen Gewalt, Rassismus und Sexismus im Fußball – dabei auch speziell mit Übergriffen gegen Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter. Sie hat im Auftrag des DFB dazu intensiv geforscht. Für sie ist es ein Dauerthema geworden, weil es auch im Fußball eines ist. Sie sagt: „Es ist schlimm, was da passiert ist, aber ich könnte jetzt 20 andere Fälle aus diesem Jahr aus der Schublade ziehen – denn Schiedsrichterinnen passieren sogar noch ganz andere Dinge.“ Warum so wenig gegen Sexismus im Fußball getan wird, erzählt Thaya Vester bei einbiszwei. Wenn ihr Fragen oder Ideen zu einbiszwei habt, schreibt uns: einbiszwei@ubskm.bund.de ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ WEITERE INFOS SWR-Interview mit Thaya Vester (04/2025) Beleidigungen gegen Unparteiische: "Es ist seit Jahren ein Thema" Tagesspiegel Kommentar auf YouTube (04/2025) Schweigen im Stadion: Sexismus gegen Schiedsrichterin Tagesspiegel Artikel (04/2025) „Kein Schiedsrichter wird zum Oralverkehr aufgefordert“: Fußball als letzter Hort der absoluten Männlichkeit 1 und 1 Magazin Interview mit Thaya Vester (04/2025) Sexismus im Fußball: Warum bleibt der große Aufschrei aus? Artikel von Thaya Vester als PDF (01/2025) Allein auf weiter Flur: Warum es nach wie vor so wenige Schiedsrichterinnen im Fussball gibt YouTube Interview: Schiedsrichtern von Felicia Mutterer mit Thaya Vester (08/2024) Schiedsrichtern mit Thaya Vester Fußballverband Niederrhein e.V. Lagebild (08/2024) "Die Richtung stimmt": DFB veröffentlicht das 10. Lagebild Amateurfußball mit positiver Tendenz Artikel von Thaya Vester in der Zeitschrift für Fußball und Gesellschaft (2020) „So eine Fotze, die sieht doch nichts!“ – Eine empirische Annäherung an das Erleben und den Umgang mit persönlichen Diskriminierungen von Schiedsrichterinnen im deutschen Amateurfußball Vorstellung von Thaya Vester als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Uni Tübingen Institut für Kriminologie ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ HILFEANGEBOTE: Wenn du Missbrauch erlebt hast, und Hilfe oder Beratung suchst, kannst du dich auch an diese Stellen wenden: Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch 0800 22 55 530 – anonym und kostenfrei Telefonzeiten: Mo., Mi., Fr.: 9.00 bis 14.00 Uhr Di., Do.: 15.00 bis 20.00 Uhr oder Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch
- Missbrauch in einem katholischen Kinderheim – warum hat niemand Heinz zugehört, Christiane Florin? 19.05., 14:0019.05.2025, 14:00
In einem katholischen Kinderheim erlebt Heinz in den 1960er Jahren Schreckliches. Nach dem Tod seiner Eltern wird er dort über sieben Jahre hinweg schwer misshandelt. Der Präses und eine Ordensschwester schlagen und missbrauchen ihn, stellen ihn mit Tabletten ruhig. Als junger Mann kämpft Heinz mit seiner Vergangenheit. Er trinkt, gerät in Schlägereien, versucht zu funktionieren. Er arbeitet hart, schafft den sozialen Aufstieg, findet Halt in seiner Familie – doch das, was er erleben musste, bleibt. Erst mit Mitte 60, als die Albträume immer schlimmer werden, beginnt er, sich mit dem Erlebten auseinanderzusetzen. Er engagiert sich für die Aufarbeitung der Geschehnisse in dem katholischen Heim, verbindet sich mit anderen Betroffenen. Gehört, fühlt er sich nicht – weder von der Kirche noch von der Caritas, dem Träger des Heims – und das, obwohl eine bayerische Studie herausfindet, dass ein Drittel der Heimkinder zwischen 1949 und 1975 sexualisierte Gewalt erfahren hat. Trotz dieser erschreckenden Ergebnisse wurden für ganz Deutschland bis heute keine Daten erhoben. Die Stimmen – wie die von Heinz – bleiben leise, oft ungehört. Heinz wendet sich an die Journalistin Christiane Florin, die seit vielen Jahren zum Umgang mit Missbrauch in der katholischen Kirche recherchiert. Sie hört zu. Und schreibt ein Buch. „Keinzelfall“ heißt es. Es erzählt die Geschichte von Heinz und geht der Frage nach, warum das Leid ehemaliger Heimkinder in katholischen Einrichtungen so wenig Beachtung findet, warum kirchliche Verantwortung verdrängt und verzögert wird. „Ehemalige Heimkinder haben keine mächtige Lobby. Sie werden getäuscht, zermürbt und ermüdet.“, schreibt Florin. Obwohl das Buch von einem einzelnen Fall erzählt, macht Florin klar: Wenn man suchen und zuhören würde, würde man viele Heinze finden. Wenn ihr Fragen oder Ideen zu einbiszwei habt, schreibt uns: einbiszwei@ubskm.bund.de ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ WEITERE INFOS Buch von Christiane Florin „Keinzelfall – Wie Heinz ein katholisches Heim überlebte” Zum Buch Artikel über das Buch: Zu "Frischfleisch" degradiert: Autorin verschafft Ex-Heimkind Gehör Zum Artikel auf Katholisch.de Interview mit Christiane Florin beim Kölner Stadtanzeiger Zum Interview Folge 6 von einbiszwei mit Christiane Florin Zur Podcastfolge ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ HILFEANGEBOTE: Wenn du Missbrauch erlebt hast, und Hilfe oder Beratung suchst, kannst du dich auch an diese Stellen wenden: Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch 0800 22 55 530 – anonym und kostenfrei Telefonzeiten: Mo., Mi., Fr.: 9.00 bis 14.00 Uhr Di., Do.: 15.00 bis 20.00 Uhr oder Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch
- Mein Sohn hat eine Mitschülerin als „Schlampe” beschimpft, ich bin entsetzt. Was soll ich machen, Ulli Freund? 12.05., 14:0012.05.2025, 14:00
Mein Sohn hat neulich zu einem anderen Kind „Schlampe” gesagt. Ich finde das entsetzlich. Was soll ich machen? Oder: Meine Tochter ist 13 und trifft sich mit einem 17-Jährigen – das ist doch zu früh, oder? Solche Fragen bekommen wir von euch auf Instagram oder per Mail. Und wir haben eine Frau, die Antworten kennt: Unsere Präventionsexpertin Ulli Freund. Ulli ist Diplom-Pädagogin, Referentin im Team der Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung und Spezialistin für alles rund um das Thema Erziehung. Sie kommt ab und an hier bei einbiszwei vorbei und beantwortet dann die Fragen, die ihr uns bei Instagram oder per Mail geschickt habt. Da geht es sehr oft darum, wie man mit Kindern über sexuelle Gewalt sprechen kann, was man tut, damit Kinder von Anfang an ein gutes Körpergefühl haben oder wie man reagiert, wenn Kinder untereinander übergriffig sind. All das wollt ihr von uns wissen – und Ulli kann es beantworten. Wenn ihr Fragen oder Ideen zu einbiszwei habt, schreibt uns: einbiszwei@ubskm.bund.de ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ WEITERE INFOS Die Filmreihe, die Ulli empfohlen hat: „Sex, we can?!” Die Filme informieren Jugendliche rund ums Thema Beziehung und Sexualität und wurden sexualpädagogisch vom Österreichischen Institut für Sexualpädagogik begleitet. „Sex, we can?!” – Liebe, Sex, Verhütung und noch viel mehr Informationen, wie du mit Kindern über Missbrauch sprechen kannst, gibt es in der #NichtWegschieben-Heftreihe: Heftreihe „Nicht Wegschieben” zum Download ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ HILFEANGEBOTE: Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch 0800 22 55 530 – anonym und kostenfrei Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch
- Konsens beim Sex – wie geht das, Karla Verlinden und Joris Kern? 05.05., 14:0005.05.2025, 14:00
„Konsens” – das meint ein eindeutiges Ja zum Sex. „Konsens” klingt erstmal einfach: fragen, nicken, los geht’s. Aber gerade für Jugendliche ist es oft viel komplizierter. In einer Zeit, in der man erste sexuelle Erfahrungen sammelt, unter Druck steht – durch den Freundeskreis, Beziehungserwartungen oder Social Media – ist das mit dem eindeutigen „Ja” manchmal gar nicht so leicht. Oft weiß man nicht mal selbst genau, was man will. Man ist vielleicht bereit, vielleicht auch nicht oder nur teilweise. Und was, wenn man denkt, man „müsse jetzt mal”? Konsens bedeutet: eine freiwillige, informierte und aktive Zustimmung. Kein Zögern, kein Druck, kein „Naja, okay”. Sondern ein echtes, klares „Ja” auf allen Ebenen: im Kopf, im Bauch und im Körper. Und trotzdem ist genau das schwer herauszufinden, besonders für junge Menschen. Denn die lernen in vielen Bereichen eher, sich anzupassen oder Erwartungen zu erfüllen. Gerade Mädchen und junge Frauen verinnerlichen oft früh: sei nett, sei gefällig, sei nicht anstrengend. Jungs wiederum stehen häufig unter dem Druck, Leistung zu bringen oder „Erfahrung” zu zeigen. Karla Verlinden, Erziehungswissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt Resilienz und Prävention sexualisierter Gewalt, und Joris Kern, Mediator:in mit über 15 Jahren Erfahrung in Workshops zu Konsens und Sexualität, können gemeinsam erzählen, warum es so wichtig ist, über Konsens zu sprechen, wie man das Thema so vermittelt, dass es für Jugendliche greifbar wird und wie Wissen über Konsens helfen kann, sexualisierte Gewalt zu verhindern. Sie sind zu Gast bei einbiszwei. ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ WEITERE INFOS Website von Prof.’in Dr. Karla Verlinden Zur Website Website von Joris Kern Zur Website Bücher von Joris Kern: „Konsenskultur” „Sex, aber richtig?” Buch von Karla Verlinden (u.a.) „Prävention sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen mit Behinderung” ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ HILFEANGEBOTE: Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch 0800 22 55 530 – anonym und kostenfrei Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch
- Du warst 12, er 27 – wie hat dich der Täter manipuliert, Jonathan Drefs? 28.04., 14:0028.04.2025, 14:00
Als er zwölf Jahre alt ist, lernt Jonathan Drefs auf einer sozialen Plattform im Internet einen angeblich 16-Jährigen kennen. Hinter dem Profil steckt aber ein 27-Jähriger. Die beiden chatten und irgendwann kommt es zu einem Treffen – und zu sexueller Gewalt. Obwohl Jonathan es eigentlich nicht will, bleibt er weiter im Kontakt mit dem Täter, schreibt mit ihm. Es gibt weitere Treffen und weitere Übergriffe. Der 12-jährige Jonathan wird von dem Täter vollkommen manipuliert. Erst als er seiner Mutter davon erzählt und diese Anzeige erstattet, wird auch Jonathan klar: Das war Missbrauch. Für Jonathan ist die Geschichte damit jedoch nicht zu Ende: Er will, dass Betroffene wie er sichtbar werden und das Thema „sexuelle Gewalt gegen Kinder“ mehr Aufmerksamkeit bekommt. Er hat deshalb die Initiative „EndTheSilence“ gegründet. Was es damit auf sich hat, erzählt er bei einbiszwei. ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ WEITERE INFOS Jonathans Initiative „EndTheSilence“ Zur Website Zum YouTube-Kanal Zum Podcast auf Spotify Jonathans eigene Geschichte auf dem YouTube-Kanal von „EndTheSilence“ Jonathan: Das ist meine Geschichte | Survivors & Supporters | EndTheSilence Jonathan bei „deep und deutlich” im NDR [03/25] Missbrauch: Ich war 12, er 27 | Jonathan und seine Mutter im Talk ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ HILFEANGEBOTE: Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch 0800 22 55 530 – anonym und kostenfrei Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch
- Sexuelle Übergriffe durch Psychotherapeut:innen – was passiert in manchen Therapien, Andrea Schleu? 14.04., 14:0014.04.2025, 14:00
Wer in Therapie geht, sucht Hilfe. Aber der geschützte Raum, in dem Patient:innen sich öffnen sollen, ist nicht immer so sicher, wie erhofft. Vertrauen ist ein Grundpfeiler der Psychotherapie. Wer sich darauf einlässt, legt Schutzmechanismen ab und macht sich verletzlich. Genau diese Bedürftigkeit nutzen manche Psychotherapeut:innen aus. Grenzüberschreitungen in der Therapie passieren häufiger, als man denkt. Manchmal fängt es klein an – eine WhatsApp-Nachricht, ein Kommentar zum Outfit. Ist das noch professionell? Oder schon zu viel? Für Betroffene schwer einzuschätzen, vor allem am Anfang. Wenn es dann weitergeht, wenn Grenzen überschritten werden, wenn Übergriffe passieren, schweigen viele. Zur Psychotherapie zu gehen, ist sowieso schon stigmatisiert und dann kommt noch die Angst dazu, dass einem nicht geglaubt wird, dass die eigene Wahrnehmung in Frage gestellt wird. Anzeigen sind selten, Verurteilungen von übergriffigen Therapeut:innen noch viel seltener. Dr. med. Andrea Schleu kennt diese Fälle. Sie ist Fachärztin für Innere Medizin und Psychotherapie. Seit 2004 berät sie im Ethikverein Betroffene, die Grenzüberschreitungen oder sogar sexualisierte Gewalt durch Therapeut:innen erlebt haben. Sie forscht und publiziert außerdem zum Thema Grenzverletzungen in der Therapie. ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ WEITERE INFOS Der deutsche Ethikverein Ethik in der Psychotherapie – Qualitätssicherung und Forschung zu Ethik in der Psychotherapie 2024 erschienenes Buch von Andrea Schleu und Bernhard Strauß Grenzverletzungen in der Psychotherapie Artikel aus dem Deutschen Ärzteblatt (01/18) Sexueller Missbrauch in der Psychotherapie: Zerstörtes Vertrauen und Schuld Interview mit Andrea Schleu bei ZDF Volle Kanne (11/23) Missbrauch in der Therapie: „Scham macht stumm” Interview mit Andrea Schleu bei der Stiftung Gesundheit Engagement für ethische Standards in der Psychotherapie ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ HILFEANGEBOTE: Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch 0800 22 55 530 – anonym und kostenfrei Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch
- Wie schützt du bei dir vor Ort Kinder vor sexualisierter Gewalt in Kitas, Claas Löppmann? 07.04., 14:0007.04.2025, 14:00
„Sexuelle Gewalt gegen Kinder muss überall für möglich gehalten werden.” Das sagt Claas Löppmann, Pädagogischer Leiter der Stadt Walsrode und Mitglied des Betroffenenrats bei der Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung. Der Erzieher und Pädagoge setzt sich dafür ein, dass flächendeckend Maßnahmen für den Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt in pädagogischen Einrichtungen ergriffen werden. Wie das geht, zeigt er in den Kitas der Stadt Walsrode, für die er verantwortlich ist. Wir sprechen mit ihm darüber, wie man Kinder schützen kann, wie man andere dafür begeistert und wie man Eltern klarmacht, dass vor allem sie verantwortlich sind und nicht irgendjemand sonst. Wie das geht, erzählt uns Claas bei einbiszwei. ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ WEITERE INFOS Claas ist Mitglied im Betroffenenrat bei der Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung Der Betroffenenrat bei der UBSKM So geht Aktionswoche – hier gibt es die Broschüre: Walsrode: So geht Aktionswoche Fernsehbeitrag über die Aktionswoche in Walsrode im NDR Hinschauen lernen: Gegen sexualisierte Gewalt: Aktionswoche in Walsrode (6/23) #GoodPractice: Beitrag auf der Kampagnenwebsite von #NichtWegschieben Walsrode: Aktionswoche gegen sexuelle Gewalt Claas ist Mitglied der Forschungsgruppe eines Projekts, das Elternschaft nach sexueller Gewalt in Kindheit und Jugend untersucht „Elternschaft nach sexueller Gewalt in Kindheit und Jugend” ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ HILFEANGEBOTE: Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch 0800 22 55 530 – anonym und kostenfrei Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch
- Gewaltvideos, Pornos, Nacktbilder von Mitschüler:innen – was macht das Smartphone mit Kindern, Daniel Wolff?31.03., 14:0031.03.2025, 14:00
Drei Viertel aller Kinder in Deutschland haben spätestens mit zehn Jahren ihr eigenes Smartphone. Das zeigen neue Zahlen des Digitalverbands Bitkom. Doch was bedeutet das eigentlich? Für viele Eltern ist es nur ein weiteres Gerät, das irgendwann einfach dazugehört. Für Kinder aber ist es oft der uneingeschränkte Zugang zum Internet – ohne Schutz und ohne Einordnung. Daniel Wolff erlebt das täglich. Der Digitaltrainer gibt Workshops an Schulen und spricht mit Schüler:innen über ihre Erlebnisse im Netz. Was sie ihm erzählen, ist oft erschreckend: Gewalttätige Videos, Cybermobbing und Cybergrooming auf Instagram, rassistische und homophobe Inhalte in Klassenchats und KI-generierte Nacktbilder von Mitschüler:innen. Manche Kinder geraten in Situationen, die sie nicht überblicken können – und sind damit auf sich allein gestellt. Seit acht Jahren macht Daniel Wolff diese Arbeit. Er hat mit über 100.000 Kindern gesprochen und 2024 ein Buch veröffentlicht: „Allein mit dem Handy - Klassenchat, Mobbing, Pornos, Gewaltvideos – was Kinder online wirklich erleben“. Darüber spricht er mit uns bei einbiszwei. ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ WEITERE INFOS Website von Daniel Wolffs Digitaltraining Digitaltraining – Sensible Medienerziehung für Kinder & Erwachsene Instagram-Account von Daniel Wolff Instagram @digitaltrainer.danielwolff Daniels Buch „Allein mit dem Handy” „Allein mit dem Handy – So schützen wir unsere Kinder“ Medienkompetenz für Kinder und Jugendliche: EU-Initiative „klicksafe“ Initiative „SCHAU HIN! Was dein Kind mit Medien macht.“ „JUUUPORT“ – Hilfe bei Cybermobbing und anderen Problemen im Netz Interview mit Daniel Wolff im NDR (12/2024) DAS! Mit Digitaltrainer und Autor Daniel Wolff Interview mit Daniel Wolff im WDR 5 (12/2024) Wie viel Medienzeit für Kinder und Jugendliche? Einblick in das Digitaltraining im BR (04/2022) Digitaltrainer Daniel Wolff klärt auf ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ HILFEANGEBOTE: Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch 0800 22 55 530 – anonym und kostenfrei Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch
- „Mein Leben war nicht, wie es war” heißt dein Buch. Wie schaffst du es, so kraftvoll und elegant über eigene Missbrauchserfahrungen zu schreiben, Jutta Reichelt? 24.03., 14:0024.03.2025, 14:00
„Ich bin Betroffene und habe es sehr lange verdrängt. Ich wusste nicht, wer ich bin und was ich hier soll. Dann habe ich mich erinnert. Und meine Bestimmung gefunden,” sagt die Schriftstellerin Jutta Reichelt. Sie hat es geschafft, mit „Mein Leben war nicht, wie es war“, ein berührendes Buch über sexuelle Gewalt zu schreiben, aber auch einen Text über das Erzählen, Traumata und die Überwindung der Sprachlosigkeit. In ihrer Kindheit war sie sexuellen Übergriffen und emotionaler Vernachlässigung ausgesetzt, glaubte aber jahrzehntelang, ein halbwegs normales Kind halbwegs normaler Eltern zu sein. Heute sagt die Schriftstellerin: „Ich habe mich über nahezu alles Wichtige in meinem Leben geirrt.” Diese Erkenntnis ist Teil eines langen Prozesses, den sie nach einer existentiellen Krise mit Mitte Vierzig begonnen hat. Eine Suche danach, wie es wirklich war – und wie sie davon erzählen kann. In „Mein Leben war nicht, wie es war” verarbeitet sie ihre eigene Geschichte und erzählt von sexueller Gewalt in der Kindheit. Herausgekommen ist ein hochspannender, schön zu lesender Text, der vorführt, wie wichtig es ist, Auskunft über sich geben zu können. Viele der Fragen, die sie dabei für sich klären muss, stellen sich nicht erst angesichts einer traumatischen Vergangenheit: Was können wir über uns wissen? Wie weit können wir unseren Erinnerungen trauen? Wo kollidiert unser Recht zu erzählen mit dem Recht anderer, „unerzählt” zu bleiben? Klug und zugleich tief berührend verwebt Jutta Reichelt in diesem Buch das konkrete Material ihres eigenen Lebens mit den grundlegenden Themen und Fragen. Ein Buch über Traumata und MeToo, über das Schreiben und Erzählen, ein Buch, das inspiriert und ermutigt, über die eigene Lebensgeschichte nachzudenken. „Mein Leben war nicht, wie es war” – darüber spricht Jutta Reichelt bei einbiszwei. ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ WEITERE INFOS Website von Jutta Reichelt Über das Schreiben von Geschichten Jutta Reichelts Buch gibt es hier: „Mein Leben war nicht, wie es war” Rezension in der taz Autobiografisches Buch über Missbrauch – Schreiben nach dem Schock Jutta Reichelt im Interview mit WDR 5 Worte für das Unsagbare Interview im Bremer Literaturkontor Katharina Mild im Gespräch mit Jutta Reichelt Interview im „Büro für Text und Literatur” Jutta Reichelt im Gespräch: Wie war der Weg vom Manuskript zum Buch? ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ HILFEANGEBOTE: Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch 0800 22 55 530 – anonym und kostenfrei Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch
- Du hast das „Kummerbuch” entwickelt, damit Kinder mit Behinderungen sich bei sexueller Gewalt mitteilen können. Wie funktioniert das, Svenja Kerkeling? 17.03., 14:0017.03.2025, 14:00
Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung haben ein erhöhtes Risiko, Opfer von sexuellem Missbrauch zu werden. Sie sind häufiger auf Hilfe und Pflege angewiesen und das macht sie besonders verletzlich, denn Hilfsbedürftigkeit wird von Tätern und Täterinnen für sexuelle Übergriffe ausgenutzt. Svenja Kerkeling ist Förderschullehrerin, Kinderschutzfachkraft und berät andere Schulen bei der Erstellung von Schutzkonzepten. Als es an ihrer Schule einen Verdachtsfall gibt, das betroffene Mädchen aber nicht darüber sprechen kann, entwickelt Svenja über Nacht das „Kummerbuch”. Im Kummerbuch werden viele Fragen zu Kummer nach Gewalterfahrungen gestellt und mit Hilfe von Symbolen, auf die man zeigen kann, können dann Kinder antworten. Kindern mit Behinderungen wird Sexualität generell abgesprochen, sie werden in Prozesse nach Gewalterfahrungen – also Kinderschutz, der sie direkt betrifft – nicht einbezogen oder es wird ihnen erst gar nicht geglaubt. Besonders gravierend ist dies auch bei betroffenen Kindern und Jugendlichen, die sich nicht sprachlich äußern können. Gerade hier fühlen sich Täter besonders sicher, dass ihre Taten nicht entdeckt werden. Nonverbale Kinder und Jugendliche werden laut Svenja oft gar nicht erst befragt und Verdachtsfällen wird nicht ausreichend nachgegangen. Svenjas „Kummerbuch” kann hier helfen. An ihrer Schule wurden mithilfe des Buches schon mehrere Fälle von Gewalt aufgedeckt und auch andere Schulen und Jugendämter arbeiten damit. ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ WEITERE INFOS Website von Svenja Kerkeling Geschützt lernen Das Kummerbuch zum Bestellen Das Kummerbuch beim Autismusverlag Informationen über sexuellen Missbrauch an Kindern mit Behinderungen auf der Website der Aufarbeitungskommission Sexueller Kindesmissbrauch gegen Menschen mit Behinderungen Aufarbeitungskommission | Lehrerin Maritta über ihre Erfahrung mit nonverbalen Kindern Instagram-Reel bei @aufarbeitungskommission Sexualität und Missbrauch: Wie Eltern behinderter Kinder mit dem Tabuthema umgehen können Podcast „Mein Herz lacht” mit Professorin Julia Gebrande Aufklärung zum Thema sexualisierte Gewalt für Kinder in einfacher Sprache Bildungs- und Präventationskonzept „Ben und Stella wissen Bescheid” METACOM Symbole zum Erstellen von Materialien zur Unterstützten Kommunikation METACOM Symbole ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ HILFEANGEBOTE: Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch 0800 22 55 530 – anonym und kostenfrei Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch
- Warum gibt es immer noch so krasse Übergriffe in der Arbeitswelt, Franziska Saxler?10.03., 14:0010.03.2025, 14:00
Kommentare zum Körper, ständige Einladungen zum Essen, schräge Witze über Frauen, die dann selbstverständlich nicht so gemeint sind – das erleben viele Frauen im Job. Noch immer scheint es so zu sein, dass es wenig Bewusstsein dafür gibt, wo Belästigung anfängt. Franziska Saxler hat darüber ein Buch geschrieben: „Er hat dich noch nicht mal angefasst. Sexualisierte Belästigung und Machtmissbrauch im Job – und wie wir uns davor schützen können” heißt es. Sie selbst wurde am Arbeitsplatz belästigt und will, dass es anderen nicht so geht. 2022 initiierte sie gemeinsam mit anderen Wissenschaftlerinnen die Initiative #MeTooScience, um über Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt in der Wissenschaft aufzuklären. Denn auch ihre eigenen Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt am Arbeitsplatz haben an der Uni stattgefunden. Als Promovierende in der Psychologie hat sie deshalb Beschwerde wegen grenzüberschreitenden Verhaltensweisen eingereicht, öffentlich darüber gesprochen und mit anderen Betroffenen 2022 #MeTooScience gegründet. In ihrem Buch erklärt sie anschaulich und fundiert, was sexualisierte Belästigung eigentlich genau ist und was Betroffene tun können, um sich zu wehren. Denn im Kern geht es bei Belästigung niemals um Liebe, sondern immer um Macht. ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ WEITERE INFOS Franziskas Buch ist im September 2024 erschienen „Er hat dich noch nicht mal angefasst“ – Hardcover | ULLSTEIN Instagram-Account von MeTooScience @meetooscience Beitrag von ZDF „Die Spur“ unter anderem über Franziska Saxler und #MeTooScience #MeToo und Machtmissbrauch an Hochschulen Interview mit Franziska Saxler in der Wirtschaftswoche Fehlverhalten am Arbeitsplatz – „Ich bin teilweise sehr erschrocken, welche Glaubenssätze immer noch vorherrschen“ Interview mit Franziska Saxler bei herCAREER „Je diskriminierender die Machtstrukturen sind, desto mehr Belästigung ist möglich“ Interview mit Franziska Saxler im SPIEGEL Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz – „Ich hatte keine blutenden Wunden. Trotzdem war ich verletzt.“ Interview auf WEB.de Psychologin klärt auf – Franziska Saxler über sexualisierte Belästigung am Arbeitsplatz Franziska macht auch einen Podcast – „Trashologinnen“ Trashologinnen – Reality-TV psychologisch analysiert ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ HILFEANGEBOTE: Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch 0800 22 55 530 – anonym und kostenfrei Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch
- Bei euren Uni-Veranstaltungen über sexuelle Gewalt kommen Hunderte von Menschen – wie macht ihr das, Noah Dejanovic und Katja Sturm? 03.03., 14:0003.03.2025, 14:00
Gerade erst wurde er vom deutschen Hochschulverband zum „Student des Jahres” gewählt, eine Wahnsinns-Auszeichnung. Und das für eine Sache, von der immer noch nicht allzu viele Leute etwas wissen wollen: Noah Dejanovic klärt bei großen Veranstaltungen an Unis über das Thema sexuelle Gewalt auf. Noah weiß, wovon er spricht, er wurde bis er 11 war von seiner Mutter missbraucht. Das erzählt er bei den Veranstaltungen, denn Noah möchte, dass seine Mitstudierenden später als Lehrkraft bei ihren Schüler:innen Anzeichen von Missbrauch erkennen und wissen, was zu tun ist. Er hatte diese Unterstützung nicht, das will er gemeinsam mit Katja Sturm vom Kinderschutzbund ändern. Und das kommt gut an – bei der ersten Veranstaltung im letzten Jahr kamen gleich 400 Studierende, gerade erst haben Noah und Katja wieder eine Veranstaltung gemacht, wieder mit großem Erfolg. Wenn Kinder sexualisierte Gewalt erleben, trauen sie sich oft nicht, sich Erwachsenen anzuvertrauen. Gerade deshalb müssen Fachkräfte, die in ihrem Job mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, entsprechend ausgebildet und sensibilisiert werden. Aber in den Ausbildungen und entsprechenden Studiengängen fehlt das Thema häufig. Seminare und Kurse, die sich mit sexualisierter Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen beschäftigen, sind beispielsweise im Lehramtsstudium nicht verpflichtend und dass, obwohl wir wissen, dass ein bis zwei Kinder pro Schulklasse, statistisch gesehen, sexueller Gewalt ausgesetzt sind. Lehrkräfte müssen Anzeichen erkennen und wissen, wie sie im Ernstfall handeln können. Und genau darum geht es Noah Dejanovic und Katja Sturm. Wie sie es schaffen, dass sich Menschen für ein schwieriges Thema interessieren, erzählen die beiden bei einbiszwei. ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ WEITERE INFOS Noah hat an der Kampagne #NichtWegschieben der Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung mitgewirkt, in Instagram-Reels hat er seine Geschichte und von den Uni-Veranstaltungen erzählt: Instagram @missbrauchsbeauftragte | Reel Noah 1 Instagram @missbrauchsbeauftragte | Reel Noah 2 Deutschlandfunk-Beitrag über die Uni-Vorträge mit Noah und Katja Hinschauen lernen: Lehrkräfte für Kinder sensibilisieren, die Hilfe brauchen (12/2024) Beitrag zu Noahs und Katjas Vortrag an der Uni Leipzig Kinderschutz und Kindeswohlgefährdung (06/2024) Fachportal für Schutzkonzepte an Schulen Schule gegen sexuelle Gewalt Artikel beim idw – Informationsdienst Wissenschaft Studie belegt: Lehrer und Studierende für mehr sexuelle Bildung im Lehramtsstudium (2019) Forschungsprojekt Sexuelle Bildung für das Lehramt – Lehrkräfte in der Aus- und Fortbildung Studie: SeBiLe – Sexuelle Bildung für das Lehramt Online-Fortbildung für Lehrende zum Schutz von Schüler:innen vor sexuellem Missbrauch Was ist los mit Jaron? ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ HILFEANGEBOTE: Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch 0800 22 55 530 – anonym und kostenfrei Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch
- Was wollt ihr wissen? Eure Fragen zum Thema sexuelle Gewalt an Ulli Freund. 24.02., 14:0024.02.2025, 14:00
Die meiste Post haben wir von euch zum Thema „Prävention” bekommen, also dazu, wie Kinder geschützt werden können, bevor etwas passiert. Ihr wollt beispielsweise wissen, wie man mit Kindern über sexuelle Gewalt sprechen kann. Oder was man bei der Erziehung alles richtig machen kann. Wie man mit anderen über Missbrauch reden kann. Oder auch, wie man erkennen kann, ob ein Kind sexueller Gewalt ausgesetzt war. Die Antworten auf eure Fragen sind natürlich für alle interessant und deshalb haben wir jetzt bei einbiszwei eine Expertin, die sagen kann, wie Kinder besser geschützt werden können. Ulli Freund ist Dipl.-Pädagogin, Referentin im Team der Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung und Spezialistin für alles rund um das Thema Erziehung. Sie arbeitet außerdem als freiberufliche Präventionsexpertin zu den Themen sexuelle Übergriffe unter Kindern, pädagogische Prävention von sexuellem Missbrauch und zu Schutzkonzepten für pädagogische Einrichtungen. Sie kennt sich mit den Themen und Fragen von Eltern und Fachkräften also bestens aus – und sie hat Antworten auf eure Fragen. Ulli sagt: „Ich habe Prävention zu meinem Beruf gemacht, nicht weil alles immer schlimmer wird, sondern weil wir immer mehr darüber wissen, wie sexuelle Gewalt wirkungsvoll bekämpft werden kann.” Also schickt uns eure Fragen an: einbiszwei@ubskm.bund.de ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ WEITERE INFOS Website von Ulli Freund Ulli Freund – Prävention von sexueller Gewalt an Mädchen und Jungen Interview mit Ulli Freund auf herder.de Sexuelle Übergriffe unter Kita-Kindern Beitrag von Ulli Freund auf erzieherin.de Pädagogischer Umgang mit sexuellen Übergriffen unter Kindern – Eine Facette des Kinderschutzes im Kita-Alltag Video-Interview mit Ulli Freund Wie gehen Täter vor? Heftreihe: Nicht Wegschieben von der UBSKM Zur Heftreihe ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ HILFEANGEBOTE: Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch 0800 22 55 530 – anonym und kostenfrei Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch
- Kinderhandel und -ausbeutung in Deutschland – gibt es das wirklich, Martina Döcker? 12.12., 15:3012.12.2024, 15:30
Kinderhandel in Deutschland – da würde man zunächst mal sagen: Das gibt’s doch gar nicht. Aber das gibt es leider doch. Im vergangenen Jahr wurden bundesweit 226 minderjährige Betroffene gezählt. Und das sind nur die registrierten Fälle, die im sogenannten „Bundeslagebild Menschenhandel und Ausbeutung“ auftauchen. Das Dunkelfeld ist riesig, was hier nur selten erfasst wird, sind Kinder, die zur Prostitution gezwungen werden. Zu den schweren Straftaten gehören sexuelle Ausbeutung, aber auch die Ausbeutung durch Arbeit zum Beispiel in Restaurants oder Nagelstudios. Dann gibt es die Kinder und Jugendlichen, die zum Betteln gezwungen werden und abends einen bestimmten Betrag abgeben müssen. Aber auch der illegale Adoptionshandel oder die Zwangsheirat sind schwere Kindeswohlverletzungen und gehören in den Bereich des Kinderschutzes. Bei Minderjährigen herrscht sowieso schon ein Machtungleichgewicht zu den Erwachsenen. Oft spielt bei den Opfern auch ein emotionales Abhängigkeitsverhältnis zu den Tätern eine Rolle. Schon die Rekrutierung von Minderjährigen mit der Absicht zur Ausbeutung gilt deshalb als schwere Straftat. Dieser Handel mit Minderjährigen und deren Ausbeutung fällt nur auf, wenn die Polizei genau kontrolliert. Trotzdem werden all diese Taten selten geahndet, weil es kaum Aussagen von Opfern gibt. Die meisten Kinder und Jugendlichen offenbaren sich nicht, aus Scham, aber auch wegen Sprachbarrieren. Und: Die Menschenhändler haben ihnen eingetrichtert: Vertraue keinen Behörden. Dass es Menschenhandel in Deutschland überhaupt gibt, ist erschreckend und anscheinend ist das Ausmaß so groß, dass jetzt die bundesweit erste Beratungsstelle zum Thema Menschenhandel und Ausbeutung von Minderjährigen eröffnet wurde. Geleitet wird sie von Martina Döcker. Wie sie Kindern helfen möchte, erzählt Martina bei einbiszwei. ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ WEITERE INFOS Website der Beratungsstelle Fachberatungs- und Koordinierungsstelle bei Handel mit und Ausbeutung von Minderjährigen in Berlin Pressemitteilung Caritas Bundesweit erste Beratungsstelle der Kinder- und Jugendhilfe für Minderjährige, die von Menschenhandel betroffen sind, stellt sich vor (10/2024) Tagesspiegel Interview mit Martina Döcker Beratung für Kinder und Jugendliche: Erste Hilfsstelle für minderjährige Opfer von Menschenhandel (10/2024) (Paywall) Behörden Spiegel Artikel Schutz Minderjähriger vor Menschenhandel Erklärung von Menschenhandel und Publikationen Menschenhandel mit Minderjährigen ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ HILFEANGEBOTE: Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch 0800 22 55 530 – anonym und kostenfrei Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch
- Sexuelle Übergriffe an der Schule – was hast du erlebt, Britta Rotsch?05.12., 16:0005.12.2024, 16:00
Britta Rotsch ist 18 Jahre alt, als ein Lehrer anfängt, ihr per E-Mail Liebesbriefe zu schreiben. Sie ist verwirrt, findet die Nachrichten des Mittfünfzigers abstoßend, bricht den Kontakt aber nicht ab. Irgendwie genießt sie die Anerkennung, die er ihr gibt und die sie als unsichere Jugendliche sucht. Erst viele Jahre später, als sie anderen davon erzählt und diese schockiert reagieren, erkennt sie die Situation als das, was sie war: eine Grenzüberschreitung, ein klarer Machtmissbrauch. Britta, inzwischen Journalistin und Autorin, spricht mit vielen Betroffenen, recherchiert weitere Fälle und trägt die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Machtmissbrauch und sexualisierter Gewalt an Schulen zusammen und schreibt das autobiografisch geprägte Sachbuch „Wenn Lehrer Grenzen überschreiten“. Warum sexuelle Gewalt an Schulen ein strukturelles Problem ist und welche Rolle Geschlechterhierarchien spielen, erzählt Britta Rotsch bei einbiszwei. ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ WEITERE INFOS Buch von Britta Rotsch „Wenn Lehrer Grenzen überschreiten – Über Machtmissbrauch in der Schule” Feature von Britta Rotsch (05/2023) Machtmissbrauch in der Schule – Der rosa Elefant im Klassenraum Interview mit Britta Rotsch zum Buch (10/2024) Community-Story: Wenn Lehrer Grenzen überschreiten – Echte Mamas Website Hallo. Ich bin Britta Rotsch. ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ HILFEANGEBOTE: Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch 0800 22 55 530 – anonym und kostenfrei Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch
- Sexuelle Gewalt bei den Pfadfindern – kann man seine Kinder dort hinschicken, Sven Reiß? 28.11., 16:0028.11.2024, 16:00
Wenn man an Pfadfinder denkt, dann fallen einem neben dem Klischee der täglichen guten Tat vor allem Abenteuer in Zeltlagern, tolle Gemeinschaftserlebnisse und Naturverbundenheit ein. Doch die Erfolgsgeschichte hat Schattenseiten: Anfang des Jahres hat der Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder eine Studie zum sexuellen Missbrauch in den eigenen Reihen vorgestellt. Die Untersuchung geht von mindestens 50 Beschuldigten und 123 Betroffenen aus, dazu kommen der Studie zufolge 24 Beschuldigte und 26 Betroffene, die zwar aus dem Pfadfinder-Zusammenhang stammen, aber nicht zum Verband gehören. Der Schwerpunkt der Studie liegt auf den Jahren zwischen 1976 und 2006. Warum es bei Pfadfindern zu sexueller Gewalt kommen konnte, hat auch damit zu tun, dass sexuelle Gewalt bei den Pfadfindern lange als „pädagogischer Eros” akzeptiert und ideologisch legitimiert wurde. Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche hat in deutschen Jugendbewegungen eine gewisse Tradition: Schon der 1921 wegen sexuellem Missbrauch rechtskräftig verurteilte Reformpädagoge Gustav Wyneken verteidigte sich vor Gericht, indem er sein Handeln als „pädagogischen Eros” verklärte. Er berief sich direkt auf das Vorbild griechischer Päderastie. Verquaste Vorstellungen, und doch wurden sie innerhalb der Pädagogik und der Jugendbewegung immer wieder als Legitimation für Übergriffe an Pubertierenden rezipiert. Ein anderer Ideologe, der Philosoph und Wandervogel Hans Blüher, beschrieb vor einhundert Jahren die Wandervogelbewegung als ein männerbündisches, erotisches Phänomen: päderastische „Heerführer der Jugend“ seien demnach die eigentlichen „Wirbelpunkte“ der Bewegung. Seither mangelte es nicht an bagatellisierenden Erklärungen, die unter den Begriffen einer „starken Freundesliebe“ oder jener „Kraft des Eros“ rein geistige Beziehungen verstanden wissen wollten. Bei solchen Einblicken stellt sich die Frage, ob man überhaupt noch Kinder in jugendbewegte Gruppen geben könne. Sven Reiß, der ausgiebig zum Thema „Sexuelle Gewalt in der deutschen Jugendbewegung” forscht, sagt: Man kann. Junge Menschen innerhalb der Szene sind sensibilisiert und brechen Tabus. Viele Bünde haben bereits eigene Präventionskonzepte zu diesem Thema und schulen ihre Mitglieder. Der Arbeitskreis „Schatten der Jugendbewegung“ fördert seit 2010 den offenen Austausch, bietet Schulungen an und widmet sich den Fragen möglicher Präventionsarbeit. ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ WEITERE INFOS Veröffentlichungen von Sven Reiß Website der Uni Kiel Aktueller Aufsatz zum Thema Körperliche Kulturkritik – Päderastie in der deutschen Jugendbewegung Vortrag von Sven Reiß: Homosexuelle Emanzipationsbewegung und sexueller Missbrauch Zum Forum Queeres Archiv München Arbeitskreis „Schatten der Jugendbewegung“ Zur Webseite taz-Artikel von Sven Reiß: Sie nannten es Geheimbund (2013) Zur Webseite der taz Tagesschau: Dutzende Fälle sexualisierter Gewalt bei Pfadfindern. Ergebnis der Studie (2024) Zur Webseite der Tagesschau Informationen zur Studie „Grenzenlose Orte. Sexualisierter Gewalt im Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) 1976 bis 2006” Zur Webseite Pfadfinden ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ HILFEANGEBOTE: Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch 0800 22 55 530 – anonym und kostenfrei Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch
- Wie kommen Frauen sicher durch die Nacht, Lea und Pia?21.11., 16:0021.11.2024, 16:00
Feiern soll Spaß machen – tanzen, den Alltagsstress vergessen und vielleicht auch mal ein bisschen mehr trinken. Ganz so frei und locker ist es aber für viele und besonders für Frauen nicht. In Clubs, auf Festivals, bei Partys kommt es besonders häufig zu sexuellen Übergriffen und auch der Heimweg ist oft alles andere als sicher. Hier setzt das Projekt „nachtsam. Mit Sicherheit besser feiern” aus Baden-Württemberg an. Die Macher:innen wollen dafür sorgen, dass Frauen sicher durch die Nacht kommen und wie sie das anstellen, erzählen Pia Kuchenmüller und Lea Dorn bei einbiszwei. Die Kampagne wurde von der Beratungsstelle Frauenhorizonte Freiburg e. V. entwickelt und hat zum Ziel, das Nachtleben sicherer zu gestalten und das Bewusstsein für sexuelle Belästigung und Übergriffe zu schärfen. Veranstalter:innen und Clubbetreiber:innen können sich kostenlos anmelden und werden anschließend geschult. Die Schulungen sollen Handlungssicherheit im Umgang mit kritischen Situationen geben. Die Mitarbeiter:innen lernen, wie sie sexualisierte Gewalt erkennen und darauf reagieren können, wie sie Betroffene unterstützen können und wo sie weitere Hilfsangebote finden. Auch Festivals im ganzen Bundesland beteiligen sich an diesem Projekt. Lea und Pia, die das Projekt leiten und umsetzen, ist es dabei besonders wichtig, nicht nur die vermeintlich coolen Clubs und Festivals zu erreichen, die das Thema ohnehin auf dem Schirm haben, sondern vor allem auch die Dorfdiscos und Karnevalsvereine, die sich bisher noch nicht damit auseinandergesetzt haben. ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ WEITERE INFOS Website von nachtsam Zur Website Sozialministerium Baden-Württemberg über nachtsam (2021) Zur Pressemitteilung nachtsam bei Instagram Zu Instagram ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ HILFEANGEBOTE: Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch 0800 22 55 530 – anonym und kostenfrei Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen 116 016
- Sexuelle Gewalt in der Pflege – warum sind Krankenhäuser oder Pflegeheime keine sicheren Orte, Ulrike Hoffmann? 14.11., 16:0014.11.2024, 16:00
Ein Patient fasst eine Krankenschwester an, eine Ärztin bedrängt einen jungen Auszubildenden oder ein Mitarbeiter befriedigt sich vor einer Patientin: Auch vermeintlich „sichere Orte” wie ein Krankenhaus oder Pflegeheim können Tatort sexualisierter Gewalt sein. Ulrike Hoffmann arbeitet in der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Ulm. Sie hat jahrelang selbst als Pflegekraft gearbeitet und schult heute medizinisches Personal zum Thema sexualisierte Gewalt. Sie möchte, dass das Thema Gewalt in den Ausbildungslehrplänen viel wichtiger wird. Bereiche, in denen sich etwas verbessern muss, gibt es viele. Pflege ist ein Riesenthema, es gibt einen unglaublichen Personalmangel, Gewalt ist wenig sichtbar. Auch im Rückblick auf Corona: Da konnten Angehörige lange Zeit ihre Familienmitglieder nicht besuchen und es fand keine Kontrolle von außen statt. Bekannt ist auch, dass Patient:innen, die sehr einsam sind und keine Angehörigen haben, die mal nach ihnen schauen, ein höheres Risiko haben, Gewalt zu erfahren. Es herrscht eine große Abhängigkeit von der Pflegekraft. Und natürlich auch von anderen medizinischen Fachkräften. Den Menschen fällt es schwer, sich zu beschweren, weil sie denken, sie würden danach nicht mehr so gut versorgt. In vielen Bereichen der Medizin und Pflege gibt es auch kein Beschwerdemanagement, keine Ombudspersonen. Andererseits muss man auch strukturelle Faktoren mit in den Blick nehmen, die personelle Besetzung in vielen Pflegeeinrichtungen ist schlecht. Das ist ein Risikofaktor dafür, dass es zu Gewalt kommt, einfach auch aus einer Überforderung heraus. Bisher gibt es keine verlässlichen Zahlen dazu, wie häufig sexualisierte Gewalt gegen ältere pflegebedürftige Menschen in Deutschland vorkommt. Das liegt vor allem daran, dass oft nur ein kleiner Teil davon bekannt wird. Pflegebedürftige Menschen können sich mitunter nicht mitteilen. Eventuell wollen sie aus Scham oder Angst nicht von Vorfällen berichten oder diese polizeilich anzeigen. Was sie angehenden Ärzt:innen und Pfleger:innen beibringt, erzählt Ulrike Hoffmann bei einbiszwei. ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ WEITERE INFOS Stiftung „Zentrum für Qualität in der Pflege” Gewaltprävention in der Pflege – Sexualisierte Gewalt Aufarbeitungskommission – Vorstellung von Ulrike Hoffmann Zur Webseite der Kommission Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Ulm – Vorstellung von Ulrike Hoffmann Zur Webseite der Kinder- und Jugendpsychiatrie ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ HILFEANGEBOTE: Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch 0800 22 55 530 – anonym und kostenfrei Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch
- Warum fällt es Jugendlichen leichter, bei „Juuuport“ über sexuelle Gewalt im Netz zu sprechen, Ayla Emma Askin? 17.10., 16:0017.10.2024, 16:00
Wenn Kinder und Jugendliche im Internet gemobbt, mit Nacktbildern erpresst oder in Online-Spielen angemacht werden, scheuen sie oft davor zurück, sich an ihre Eltern oder an Lehrkräfte zu wenden. Das ist zu peinlich und, so ein gängiges Vorurteil: Die hören eh nicht richtig zu. Viel einfacher ist es, unangenehme Erfahrungen mit Gleichaltrigen zu besprechen. Dieses sogenannte „Peer-to-Peer”-Prinzip, also „Gespräch unter Gleichberechtigten”, macht sich der Verein JUUUPORT zunutze. Bei JUUUPORT werden Jugendliche beraten, wenn sie sexuelle Gewalt im Internet erleben. Wenn sie bei JUUUPORT anrufen oder chatten, sprechen sie nicht mit Erwachsenen, sondern mit anderen Jugendlichen, den sogenannten „Scouts“. Seit über einem Jahrzehnt stehen diese Scouts jungen Menschen bei allen Problemen im Netz zur Seite. Die Themen reichen von Cybermobbing über Abzocke bis hin zu Cybergrooming und Sextortion – also der Erpressung mit intimen Fotos. Ayla Emma Askin hat sich von Anfang an intensiv mit Fällen sexualisierter Gewalt beschäftigt und hält heute auch Vorträge zum Thema. Zu Beginn ihrer Tätigkeit war Cybermobbing noch eins der Hauptanliegen der Hilfesuchenden, heute rücken Cybergrooming und Sextortion immer mehr in den Fokus. Bei einbiszwei berichtet sie, was Jugendliche im Internet erleben und wie geholfen werden kann. ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ WEITERE INFOS Website von JUUUPORT Zur Website JUUUPORT bei Instagram Zu Instagram JUUUPORT bei YouTube Zu YouTube Beitrag „Sextortion: Erpressung mit Nacktbildern” Zum Beitrag auf der JUUUPORT-Website Beitrag „Der Kampf gegen Erpressung mit Nacktbildern” bei ZDF heute Zum ZDF ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ HILFEANGEBOTE: Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch 0800 22 55 530 – anonym und kostenfrei Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch
- Sexuelle Gewalt im Stadion – ist der Fanblock für Frauen zu unsicher, Antje Grabenhorst? 10.10., 16:3010.10.2024, 16:30
„Keine Weiber in den ersten drei Reihen“ – Das stand noch vor 2 Jahren im Fanmagazin vom FC Hansa Rostock als Regel für die Südtribüne. Die offensichtlich nicht im 21. Jahrhundert angekommenen, männlichen Hardcore-Fans wollten damit anscheinend klarmachen: Fußball – das ist Männersache. Das Stadion soll nach Möglichkeit ein frauenfreier Raum sein, zumindest sollen Frauen da nicht weiter auffallen. Fußball gilt oft noch immer als Männersache – es wird Bier getrunken, gegrölt und eben auch mal gegrabscht. Ein Torjubel führt schnell zu einem ungewollten Kuss, anzügliche Sprüche sind an der Tagesordnung. Dass man damit rechnen muss, wenn man sich als Frau in die Fankurven deutscher Stadien wagt, ist immer noch die Überzeugung einiger – vor allem männlicher – Fußballfans. Trotz der Tatsache, dass mittlerweile etwa 40 Prozent der deutschen Fußballfans weiblich sind, bleiben die Fanszenen und Ultra-Gruppen eine männerdominierte Sphäre. In einigen dieser Gruppen werden Frauen sogar explizit ausgeschlossen. Dennoch: Die Zahl der Frauen in den Stadien steigt, immer mehr Frauen sind in Fangruppen aktiv, gründen eigene Netzwerke. Vereine entwickeln Schutzkonzepte und richten Awareness-Teams ein, es tut sich also einiges. Trotzdem bleiben sexuelle Übergriffe in den Fankurven ein großes Problem. Eine Recherche des investigativen Formats SWR-VOLLBILD aus dem Jahr 2024 zeigt, dass es immer noch viele Vorfälle gibt, bei denen Frauen im Stadion ungewollt geküsst, sexuell belästigt oder sogar von männlichen Fans anuriniert wurden. Zwar haben 23 von 36 Bundesligavereinen in der Saison 2023/24 eine Anlaufstelle für Betroffene eingerichtet, doch diese Maßnahmen greifen noch nicht überall. Antje Grabenhorst ist seit ihrer Jugend Werder-Bremen-Fan und leitet seit Anfang 2024 den Bereich Awareness beim FC St. Pauli, der in diesem Jahr in die erste Bundesliga aufgestiegen ist. Sie setzt sich seit Jahren für die Sichtbarkeit und Vernetzung von Frauen in Fanszenen und gegen sexualisierte Gewalt im Fußball ein. ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ WEITERE INFOS In diesem Netzwerk ist Antje Grabenhorst aktiv Netzwerk gegen Sexismus und sexualisierte Gewalt Antje Grabenhorst ist auch Teil von anderen Netzwerken zur Bekämpfung von Sexismus und sexualisierter Gewalt im Fußball Netzwerk Frauen im Fußball und Netzwerk gegen Sexismus und sexualisierte Gewalt Antje Grabenhorst hat eine Ausstellung über weibliche Fans mitentwickelt und koordiniert, die durch ganz Deutschland getourt ist Zur Ausstellung Fan-tastic Females Mehr zum Thema: Artikel über Frauen in der Ultra-Szene Zu Deutschlandfunk Recherche „Tatort Fußball – wie sicher sind Fans vor Übergriffen?” Zu SWR VOLLBILD ⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯ HILFEANGEBOTE: Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch 0800 22 55 530 – anonym und kostenfrei Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch