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79- Kunst: Interessant und relevant durch Menschen mit Behinderung24.03., 13:0024.03.2023, 13:0000:52:26
Vor der Absperrung in erster Reihe die Mona Lisa anschauen, das was Raul im Louvre passiert ist, ist eher die Ausnahme. Der Kulturbetrieb denkt Menschen mit Behinderung nicht immer mit - hier hat Inklusion noch richtig Nachholbedarf. Dabei bringt diese andere Perspektive viel Innovation. Ist die Behinderung immer auch Teil des eigenen künstlerischen Werks? Werden behinderte Künstler*innen anders beurteilt, als nichtbehinderte Künstler*innen? Diese und andere Fragen klären wir in dieser Folge unseres Bayern2-Podcasts. Unser Gast heute: Dirk Sorge, Künstler und Berater bei Berlinklusion. Dirk Sorge ist sehbehindert und bildender Künstler. Seine Kunst ist in einigen Projekten auf jeden Fall mit seiner Behinderung verbunden. Zum einen postet er auf seinem Instagram-Profil immer wieder die von Instagram automatisch generierten Alternativtexte, wenn Nutzer*innen diese nicht händisch hinzufügen. Dabei kritisiert er diese Alttexte als nicht ausreichend und manchmal als ungewollt komisch. https://www.instagram.com/p/CoeqGypowdi/ Ebenfalls ließ er sich die drei Punkte der Blindenarmbinde während einer Live-Performance auf die Brust tätowieren. Das Gespür für ehrlichen Lob Raul hat in seiner Sendung „Krauthausen Face to Face“ viele behinderte Künstler*innen interviewt, sie alle hätten es gespürt, wenn ein Lob für ihr künstlerisches Schaffen nur aufgrund ihrer Behinderung ausgesprochen wurde. https://ddei5-0-ctp.trendmicro.com:443/wis/clicktime/v1/query?url=https%3a%2f%2fyoutu.be%2flrq2D4ljod0%3ft%3d1515&umid=3655A47C-F795-D705-ABFA-B9AB772DD9F0&auth=b01c1f5e5a62d28aefe2ac5e71c697a02285f9a8-ae678dfcfacf891e2a2c30ca57150021d804891b Systematische Benachteiligung In der Folge sprechen wir auch über die Voraussetzungen, die es braucht, als Künstler*in Fuß zu fassen und über die Zugänge zur Ausbildung. Ohne Abitur ist es meist nur möglich, über eine besondere künstlerische Eignung einen Studienplatz zu erhalten. Wie Künstler*innen aus dem Werkstattsystem gerecht für ihre Werke bezahlt werden sollen, ist ebenfalls noch unklar. Auch fehle es der Aussage Dirk Sorges nach an barrierefreien Proberäumen für Musiker*innen. Über Probleme und Lösungsvorschläge für die Berliner Kulturlandschaft sprachen wir mit verschiedenen Akteur*innen in der Reihe “Behinderung im Spielplan”: https://dieneuenorm.de/behinderung-im-spielplan/ Projekte für mehr Zugang Doch es tut sich ganz langsam etwas, der Kulturbetrieb wird inklusiver. Der Hamburger Verein Eucrea hat das Projekt “Artplus” gegründet. In dem Projekt kooperiert der Verein mit Hochschulen und verschafft behinderten Menschen so den Zugang zur Hochschule. Auch Berlinklusion, die Initiative, für die Dirk Sorge arbeitet, vergibt Residenzen für Künstler*innen mit Behinderung. Das Projekt trägt den Titel Unbound. Es gibt wenig Vorgaben, es ist ortsunabhängig, da Residenzen oft in nicht barrierefreien Räumen stattfinden. Es wird eine Ausstellung stattfinden, die am 10. Juni im Collaboratorium im Aufbau Haus am Moritzplatz in Berlin stattfindet. Weitere Links: · US-Künstlerin Shawanda Corbett · Queering the Crip - eine Ausstellung im Berliner Schwulen Museum · Die Ausstellung Crip Time im Frankfurter Museum für moderne Kunst (läuft leider nicht mehr) Übrigens: Die Transkripte zu allen Die Neue Norm-Folgen findet ihr hier https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/notizbuch/die-neue-norm-transkripte-102.html
- Humor und Behinderung: Ist es in Ordnung, Witze über behinderte Menschen zu machen?21.02., 08:5521.02.2023, 08:5500:38:27
Humor kann zum einen so manche awkward Situationen auflockern und reproduziert dennoch Klischees und Diskriminierung. Sind also Behindertenwitze ok oder absolutes No-Go? Und was wenn Rollstuhlfahrer*innen Witze über Blinde machen? Humor und Behinderung – passt das eigentlich zusammen? In dieser Episode unseres Bayern 2- Podcasts sprechen wir darüber, wie Humor zum einen so manche awkward Situationen auflockern kann und dennoch auch Klischees und Diskriminierung reproduziert. Für das Thema Humor haben wir uns in dieser Folge echtes Expert*innen-Wissen dazu geholt. Zum einen sprachen wir mit Eva Ullmann, der Gründerin und Leiterin des Deutschen Instituts für Humor, und Dr. Michael Titze, Psychotherapeut und Mitglied von Humor Care e.V.. In der Humorforschung, der Gelotologie, wird sich wissenschaftlich mit den Themen Humor, Witz und Lachen auseinandergesetzt. Einen guten Basisüberblick gibt es auf der Seite von Rote Nasen Deutschland e.V.. Witze nur auf Kosten anderer? Geht Humor immer auf Kosten von einer Person? Darüber sprach Raúl bereits schon einmal mit dem Schauspieler Christian Ulmen: https://ddei5-0-ctp.trendmicro.com:443/wis/clicktime/v1/query?url=https%3a%2f%2fyoutu.be%2fTj8%2dRq4LoSU&umid=21AD7635-F523-2D05-8522-024D6606954A&auth=b01c1f5e5a62d28aefe2ac5e71c697a02285f9a8-108da6c4bac8aa5d77ba4a6fd0a8a3552a5992c2 Wir fragten uns auch, ob Menschen mit Behinderung immer zwangsläufig Witze über (die eigene) Behinderung machen müssen. Bei den Comedians Tan Caglar und Carl Josef gehört das fest zum Programm https://ddei5-0-ctp.trendmicro.com:443/wis/clicktime/v1/query?url=https%3a%2f%2fyoutu.be%2fgEjYJ7YDn8k&umid=21AD7635-F523-2D05-8522-024D6606954A&auth=b01c1f5e5a62d28aefe2ac5e71c697a02285f9a8-ae26b09a39ead55ee2e0ce1980571762c4c49dd1 https://ddei5-0-ctp.trendmicro.com:443/wis/clicktime/v1/query?url=https%3a%2f%2fyoutu.be%2fks1CC9HBqSE&umid=21AD7635-F523-2D05-8522-024D6606954A&auth=b01c1f5e5a62d28aefe2ac5e71c697a02285f9a8-206d4d5fe110d94960d2a9ebe61c19ed36aa9074 Außerdem gibt es hier den kompletten Auftritt des hörgeschädigten Comedians Toby Käp beim Chaos Comedy Club: https://ddei5-0-ctp.trendmicro.com:443/wis/clicktime/v1/query?url=https%3a%2f%2fyoutu.be%2ftNnUT1x6iWc&umid=21AD7635-F523-2D05-8522-024D6606954A&auth=b01c1f5e5a62d28aefe2ac5e71c697a02285f9a8-df2acd6c38439c565b231c4dbad21d755a4da837 In dieser Episode sprachen wir außerdem über die taubblinde Anwältin und Aktivistin Haben Girma, die Humor als ein wichtiges Werkzeug ansieht, und den Deutschen Gehörlosen Bund, der die nicht vorhandene Barrierefreiheit von Warn-Apps mit einem humorvollen Tweet kommentierte. Wille Felix Zante gab dazu dem Portal Taubenschlag.de ein Interview. Weitere interessante Links zum Weiterlesen: A Dark Comedy About Being Disabled? He’s in on the Joke - The New York Times Wie behindert dürfen Witze sein? - barrierefrei aufgerollt Ninia la Grande: Spass muss sein - Süddeutsche Zeitung Laughing in the Face of Disability - Tuesco, The New Yorker Documentary What’s so Funny About Mental Illness? - TheMighty.com The Squeaky Wheel Shows How Disability Humor Works - Forbes.com 28 Times People Found Humor in Living With Chronic Illness - TheMighty.com Zynismus – Mehr als rücksichtlose Ehrlichkeit? - SWR.de Übrigens: Die Transkripte zu allen Die Neue Norm-Folgen findet ihr hier https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/notizbuch/die-neue-norm-transkripte-102.html
- Erwachsen werden - ausziehen, abnabeln, selbstständig sein27.01., 12:0027.01.2023, 12:0000:48:02
Von daheim ausziehen und selbstständig sein - gehört zum Leben einfach dazu. Doch wie macht man das, wenn man Assistenz benötigt und behinderungsbedingt nicht einfach so in einer eigenen Wohnung wohnen kann? Ausziehen und selbstständig sein: eine natürliche Entwicklung in der Beziehung zwischen Eltern und ihren Kindern. Doch wie macht man das, wenn Assistenz benötigt wird und man behinderungsbedingt nicht einfach so in einer eigenen Wohnung wohnen kann? Darüber sprechen wir in unserem Bayern2-Podcast. Auch junge Menschen mit Behinderung haben ein Recht darauf, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. So weit, so klar. Doch es hängt, wie so oft beim Thema Behinderung, an der Bürokratie, am Elternhaus und anderen Faktoren, ob und wie dieses Leben aussieht. In der Folge #16 “Behindertenwohnheime” sprachen wir z.B. über betreutes Wohnen in einer WG oder einem Wohnheim. https://dieneuenorm.de/podcast/behindertenwohnheime/ In der Folge #29 “Assistenz” sprachen wir wiederum mit unserer Kollegin Anne Gersdorff über das Leben mit Assistenz. Es gibt viele Modelle, ins erwachsene Leben als behinderter Mensch zu starten. Ein Tipp von uns ist, sich bei einer ergänzenden, unabhängigen Teilhabeberatung über alle Möglichkeiten zu informieren. Unter www.teilhabeberatung.de findet man die entsprechende Beratungsstelle in der Nähe. https://dieneuenorm.de/podcast/leben-mit-assistenz/ Wann wir “von zuhause” ausgezogen sind, wann Raúl das erste Mal über Assistenz nachdachte und welche politischen Dimensionen das Thema Wohnen hat, erfahrt ihr im Podcast. Beratungsstellen und Erfahrungsberichte: 1. “Außer sehen kann ich alles” unsere Kollegin Marie wurde beim Erwachsenwerden vom MDR mit der Kamera begleitet 2. Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung: www.teilhabeberatung.de 3. Wohn:sinn – Plattform für inklusives Wohnen 4. Mittendrin leben e.V. – Beratungsstelle für Eltern und Kinder in Berlin 5. Eltern beraten Eltern e.V. 6. Berliner Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen Übrigens: Die Transkripte zu allen Die Neue Norm-Folgen findet ihr hier https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/notizbuch/die-neue-norm-transkripte-102.html
- Vielfalt im Journalismus16.12., 15:0016.12.2022, 15:0001:00:51
Heterogenität, Unterschiedlichkeit, Verschiedenheit - kurz Diversität ist in der deutschen Gesellschaft Alltag. Und im Journalismus? Kommen dort alle Menschen gleichermaßen zum Zuge, unabhängig von Herkunft, Geschlechtsidentität und körperlichen und geistigen Fähigkeiten? Ein Gespräch mit den Journalist*innen Georgine Kellermann und Boussa Thiam. Wie vielfältig ist der Journalismus in Deutschland? In dieser Episode unseres Bayern2-Podcasts spricht Jonas mit den beiden Journalistinnen Boussa Thiam und Georgine Kellermann über Repräsentanz, Tokenism und die Frage, wer über was berichten sollte. Diese etwas andere Konstellation unseres Podcasts fußt auf einem Treffen bei den Münchner Medientagen 2021. Boussa Thiam interviewte dort auf dem Diversity-Panel sowohl Jonas zum Thema, welche Geschichten über behinderte Menschen (nicht?) erzählt werden, als auch Georgine Kellermann, zum Thema Sichtbarkeit von Transmenschen. Panel mit Dr. Emilia Roig und Jonas Karpa https://youtu.be/v0FwE-h6_Gw Panel mit Georgine Kellermann https://youtu.be/4zXBdVrP08E Im Laufe der Folge haben wir über Institutionen und Organisationen gesprochen, die Vielfalt binden Medien und im Journalismus unterstützen: Neue Deutschen Medienmacher*innen Pro Quote Medien Palais F*luxx Leidmedien.de Mit dem Projekt Leidmedien haben wir 2018 zusammen mit dem Deutschen Journalisten Verband eine Broschüre herausgegeben, in der Journalist*innen mit Behinderung ihre Erfahrungen im Berufseinstieg teilen. Boussa Thiam und Georgine Kellermann bekräftigen im Gespräch, dass es Verbündete im Medienbetrieb brauche, um einen Fuß in die Tür zu bekommen, um Zugänge zu erlangen. In dieser Folge haben wir uns mit dem Thema Allyship auseinandergesetzt: https://dieneuenorm.de/podcast/allyship/ Manchmal werden Journalist*innen mit sogenannten Vielfaltsmerkmalen dazu genutzt, um Unterschiede deutlich zu machen. Ihre Identität wird dann als Token benutzt. Wir sprachen über den Auftritt von Olivia Jones bei der NPD: https://youtu.be/-nMdgaAVzc4 Und das Journalist*innen mit Migrationserfahrungen sich häufig in Fremdenfeindliche Gebiete begeben, wie zum Beispiel Michel Abdollahi: https://youtu.be/Zbsx3VSsxdY Die Praktikantin von Georgine Kellermann, die im Rollstuhl sitzt, seht ihr im folgenden Beitrag im Einsatz: https://fb.watch/hqW7mq4S74/ Ihr Auftritt bei Instagram: https://www.instagram.com/p/CTQCWJroU4e/?igshid=YmMyMTA2M2Y= Außerdem sprachen wir noch über folgende Themen / Alternative: Informationsquellen der Gäst*innen Georgine Kellermann hob hervor, dass sie viel über das Thema Behinderung von Raúl Krauthausen gelernt hat. Jonas erklärte, dass sich der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband beim Thema Gendern nun auf das Sternchen festgelegt hat. Georgine Kellermann sprach über die US-amerikanische Radiomoderatorin Diane Rehm und ihre The Diane Rehm Show und über die Aktivistin Jule Stinkesocke bei Twitter. Übrigens: Die Transkripte zu allen Die Neue Norm-Folgen findet ihr hier https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/notizbuch/die-neue-norm-transkripte-102.html
- Inklusion25.11., 12:0025.11.2022, 12:0000:40:10
Inklusion in der Schule, am Arbeitsplatz... überall. Aber was bedeutet eigentlich Inklusion? Im besten Sinne ist es ein Geben und Nehmen, also Teilgabe und Teilhabe. Inklusion in der Schule, Inklusion am Arbeitsplatz, Inklusion überall. Aber was bedeutet eigentlich Inklusion – für die Gesellschaft und für uns ganz persönlich? Wir sprechen in unserem Bayern2 Podcast darüber und klären, warum nicht überall wo Inklusion drauf steht, auch Inklusion drin steckt. „Diversity is being invited to the party. Inklusion ist being asked to dance.“ Mit diesem Zitat haben wir die Podcast Episode begonnen. Es stammt von Verna Myers, einer amerikanischen Autorin und Diversity-Expertin und zeigt deutlich, dass Inklusion nicht nur bedeutet, dabei zu sein und gefühlt von der Gesellschaft geduldet zu sein, sondern auch aktiv etwas mitgestalten zu können. Ähnlich beschreibt es die Trainerin und Beraterin für Menschenrechte, Inklusion und Diversity, Judy Gummich: „Inklusion bedeutet Teilnahme, Teilhabe und Teilgabe eines jeden Menschen in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens.“ Diese Selbstverständlichkeit von Inklusion würde gleichzeitig auch dazu führen, dass behinderte Menschen keinen internalisierten Ableismus empfinden, wenn sie um Unterstützung fragen müssen. Der Wunsch ist natürlich die Umsetzung von Inklusion, aber dieses Vorhaben kann man aber nicht irgendwann einfach so abhaken, gibt Raúl zu bedenken. Vielmehr geht es um ein stetiges Erneuern und sich dafür Einsetzen und Weiterdenken. Eine weitere Form des vielfältigen Zusammenlebens ist zum Beispiel belonging. Wie eine perfekte, inklusive Welt für uns aussehen würde, haben wir in diesem Podcast besprochen: https://dieneuenorm.de/podcast/inklusive-welt/ Hier sind noch Judytas Tipps aus dieser Episode zum Running-Sushi ohne Barhocker: das Qilini-Restaurant in Berlin, bei dem das Essen auf Sitzhöhe an einem auf einem Fließband vorbeifährt. Leider gibt es bei dem Restaurant jedoch eine kleine Stufe am Eingang. Und dem Fitness-Kanal bei Instagram „muskelundverstand“, mit dem sich Judyta auf die Folge 68 unseres Podcasts vorbereitet. Weitere Podcasts zum Thema Inklusion in verschiedenen Bereichen: Inklusion im Sport: https://dieneuenorm.de/podcast/inklusion-im-sport/ Inklusion auf dem Arbeitsmarkt: https://dieneuenorm.de/podcast/arbeitsmarkt/ Inklusion in der Schule: https://dieneuenorm.de/podcast/schule-und-inklusion/ Die Transkripte zu allen Die Neue Norm-Folgen findet ihr hier https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/notizbuch/die-neue-norm-transkripte-102.html
- Allyship28.10., 10:0528.10.2022, 10:0500:56:47
Sich für andere einsetzen und sich selbst dabei trotzdem nicht in den Mittelpunkt stellen, das ist Allyship. Wie gelingt es guten Allies, ihre Privilegien wahrzunehmen und Raum für Menschen mit Behinderung zu schaffen? Sich für andere einsetzen und sich selbst dabei trotzdem nicht in den Mittelpunkt stellen, das ist Allyship. Was noch alles dazu gehört, ein*e gute*r Ally zu sein, darüber sprechen wir in unserem Bayern2-Podcast. Den Titel „Ally“ also Verbündete*r, kann man sich nicht selbst geben, er wird von marginalisierten Gruppen vergeben. Allyship ist ein Prozess und kein Abzeichen, dass man nach einer gelungenen Aktion verdient. Bei Allyship geht es darum, die eigenen Privilegien zu nutzen, um Räume für andere zu schaffen. Privilegien zu haben heißt in diesem Zusammenhang nicht, dass man bestimmte Nachteile im Leben nicht hat oder gewisse Dinge nie erleben muss. Privilegiert sein heißt auch nicht, dass man reich ist, oder es immer nur einfach hatte. Ein Privileg ist meist die Abwesenheit von Hindernissen, Herausforderungen oder Unannehmlichkeiten. Die drei Kategorien von Allyship sind: Sich für jemanden einsetzen Jemandem Chancen ermöglichen Den Status Quo in Frage stellen Wie geht das konkret? Anderen Stimmen Gehör verschaffen Fragen stellen: Was brauchst du? Wie kann ich dich unterstützen? Zuhören Zuhören ist eine zentrale Eigenschaft des Ally sein. Gutes Zuhören zeichnen folgende Aspekte aus: Zuhören, um zu verstehen - nicht, um zu reagieren Keine Gegenargumente sammeln Aktives Zuhören: Nachfragen Der Person einfach mal glauben Ally sein – in schwierigen Situationen einschreiten und für jemanden einstehen Wenn jemand z.B. rassistisch oder ableistisch beleidigt wurde, dann kann man Folgendes sagen: „Das Wort benutzen wir hier nicht.“ „Ich frag mich, ob du wirklich meinst, dass (…) weil das ist, was ich höre.“ „Ich fühle mich nicht wohl mit deinem Spruch von vorhin.“ Die wichtigste Regel: respektvoll und konstruktiv zu bleiben. Niemand lernt etwas Neues durch Beleidigung oder Beschämung. Weiterführende Links: Deutsch: Ein Artikel über Allyship im allgemeinen und speziell auf BIPoc (Schwarz, Indigen und People of Color) bezogen: How to be an Ally: Wie weiße Menschen langfristig den Kampf von BIPoC unterstützen können Englisch: Newsletter: Jeden Freitag gibt es 5 tolle Tipps für Allies von Karen Catlin, Autorin des Buches “Better Allies: Everyday actions for creating inclusive, engaging workplaces” https://betterallies.com/more-content/ Artikel: Ally sein für Menschen mit psychischen Behinderungen https://hbr.org/2022/05/how-to-be-a-mental-health-ally Video: Allyship in der Praxis von der Organisation Lean In https://www.youtube.com/watch?v=f3f_pHYo2rM Podcast: mit der Diversitätsexpertin Ruchika Tulshyan https://brenebrown.com/podcast/inclusion-on-purpose/ Podcast: mit der Behindertenrechtsaktivistin Emily Ladau: Ally sein für Menschen mit Behinderungen https://open.spotify.com/episode/20D34ZfFZ7uwbkMcgVilWW?si=QEDNIO9kQNiaWbkqM__Cfw&%3Butm_source=native-share-menu&nd=1
- Social Media - Wie behinderte Menschen ihre Sichtbarkeit nutzen können30.09., 10:0530.09.2022, 10:0500:47:03
Dank der sozialen Netzwerke haben auch behinderte Menschen die Möglichkeit, gesehen zu werden. Aber wie sieht es eigentlich mit der Zugänglichkeit aus? Und: Müssen Menschen mit Behinderung zwangsläufig dank ihrer Reichweite Aufklärungsarbeit leisten? Dank der sozialen Netzwerke haben auch behinderte Menschen die Möglichkeit, gesehen zu werden. Aber wie sieht es eigentlich mit der Zugänglichkeit aus? Und: Müssen Menschen mit Behinderung zwangsläufig dank ihrer Reichweite Aufklärungsarbeit leisten? Darüber sprechen wir - nicht bei Instagram live, aber in unserem Bayern 2-Podcast. Bei einem Blick auf unsere eigenen Social Media Kanäle wurde uns schnell klar, dass wir doch recht unterschiedliche Ansätze verfolgen. Während Judyta und Jonas bei Instagram Fotos aus dem Urlaub, von Pflanzen oder verlassenen Orten posten, nutzt Raúl seine Reichweite von über 106.000 Follower*innen, um auf Diskriminierung aufmerksam zu machen und Statements zu Behindertenrechtsfragen abzugeben. Das ist für ihn inzwischen ein richtiger Job geworden - unbezahlte Aufklärungsarbeit auf der einen Seite, aber auch die Chance, sich Gehör zu verschaffen. https://www.instagram.com/p/CgFOm-zsIbY/?igshid=YmMyMTA2M2Y= https://www.instagram.com/p/CjDxnh9MyIR/?igshid=YmMyMTA2M2Y= https://www.instagram.com/p/Cio4hKSK5ZI/?igshid=YmMyMTA2M2Y= Aber müssen Menschen mit Behinderung unbedingt auch das Thema Behinderung in ihren Beiträgen behandeln? In unserem Podcast sprachen wir mit der kleinwüchsigen Fitness-Influencerin Janina Nagel, die zunächst nur Postings zu Sport und Mode machte und erst seit kurzem auch zum Thema Ableismus aufklärt, und mit der blinden Bloggerin Lydia Zoubek, die auf ihrem Instagram-Kanal regelmäßig auf alltägliche Barrieren aufmerksam macht, auf die sie stößt. https://www.instagram.com/reel/Ci4ujbYgs7B/?igshid=YmMyMTA2M2Y= https://www.instagram.com/p/CQNbGKbAeNh/?igshid=YmMyMTA2M2Y= Ja, auch blinde oder sehbehinderte Menschen sind auf dem beliebten sozialen Netzwerk aktiv, in dem es eigentlich primär um das Betrachten von Bildern geht. Umso wichtiger ist es deshalb, die Bilder zu beschreiben, sogenannte „Alternativtexte“ zu hinterlegen. https://dieneuenorm.de/kolumne/blind-bei-instagram/ https://dieneuenorm.de/kolumne/bildbeschreibung/ Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) hat auf seiner Webseite einen Leitfaden hinterlegt, wie man in vier Schritten einen guten Alternativtext erstellen kann: 1. Zuerst die „Pflicht“ – in einem ersten Satz kurz und knapp die nötigsten Infos, die man braucht, um das Bild zu verstehen (Wie würde ich jemandem am Telefon das Bild beschreiben, wenn ich unter Zeitdruck bin?) 2. Danach die „Kür“ – genauere Beschreibung mit weniger wichtigen Details (Wie würde ich jemandem am Telefon das Bild beschreiben, damit die Person es vor ihrem geistigen Auge sieht?) 3. Auf einfache, klare Sprache achten – Fremdwörter vermeiden 4. Die eigene Meinung zum Abgebildeten raushalten Darüber hinaus engagiert sich die Initiative #barrierefreiPosten für mehr Barrierefreiheit im Netz und gibt praktische Tipps. Mit ihnen haben wir 2020 gesprochen: https://dieneuenorm.de/innovation/interview-mit-der-initiative-barrierefrei-posten/ Übrigens: Die Transkripte zu allen Die Neue Norm-Folgen findet ihr hier https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/notizbuch/die-neue-norm-transkripte-102.html
- Barrierefreiheit: Über neue Gesetze und gesellschaftliches Umdenken26.08., 12:0026.08.2022, 12:0000:53:10
Drei Stufen ins Restaurant und weit und breit keine Rampe oder ein Bahnsteig ohne Aufzug- Sinnbilder für Barriereunfreiheit. Aber diese äußeren Barrieren lassen sich nur abbauen, wenn die in den Köpfen verschwinden. Und wenn es gesetzliche Regelungen auch für die Privatwirtschaft gibt. In unserem Podcast haben wir bislang viele Teilaspekte von Inklusion und dem Leben mit Behinderung beleuchtet. Der gemeinsame Nenner aller Episoden ist die Barrierefreiheit, ohne sie gibt es keine Inklusion. Was bedeutet Barrierefreiheit für uns ganz persönlich und wie wird sie in Deutschland endlich gesetzlich verpflichtend? Darüber sprechen wir in dieser Folge unseres Bayern2-Podcasts. Wir haben uns für das Thema Barrierefreiheit einen Experten eingeladen: Constantin Grosch ist unser Kollege bei den Sozialheld*innen. Er arbeitet im Projekt "Barrieren brechen." Dort setzt er sich für eine gesetzliche Lösung für Barrierefreiheit ein. Außerdem ist Constantin Politiker, er ist SPD-Kandidat für die niedersächsische Landtagswahl im Wahlkreis Hameln. Barrierefreiheit ist mehr als Rollstuhlgerechtigkeit Beim Thema Barrierefreiheit wird noch viel zu oft nur an Rollstuhlgerechtigkeit gedacht, dabei kann Barrierefreiheit für jede Person etwas Anderes sein. https://dieneuenorm.de/podcast/mobilitaet/ Mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gibt es in Deutschland eines der ersten Gesetze, die auch die Privatwirtschaft in die Pflicht nimmt, zum Beispiel beim Thema Bankautomaten. Sie sollen bis zum Jahr 2040 barrierefrei sein. Doch bis es soweit ist, ist es fraglich, ob wir dann überhaupt noch mit Bargeld zahlen werden? https://dieneuenorm.de/politik/barrierefreiheitsstaerkungsgesetz/ UN-Behindertenrechtskonvention In der Behindertenrechtskonvention, die Deutschland bereits 2009 ratifiziert hat, sind in vielen verschiedenen Kapiteln zu den Themen Wohnen, Bildung, Arbeit und Darstellung in den Medien verschiedene Hinweise enthalten, welche gesetzliche Verpflichtungen gebraucht werden. Trotzdem gibt es diese Gesetze in Deutschland immer noch nicht. Ganz anders sieht es in den USA aus, dort wurde bereits vor mehr als 30 Jahren ein umfassendes Gesetz verabschiedet, das die Rechte behinderter Menschen sichern soll. Constantin Grosch überrascht am Ende des Podcasts mit einer ganz eigenen Idee, wie wir Barrierefreiheit umsetzen können. DIN-Normen und Gesetze sind nicht unbedingt Teil dieser Lösung. https://dieneuenorm.de/politik/gnadenrecht-gesetz-ada/ Übrigens: Das Transkript zu dieser Folge findet ihr hier www.dieneuenorm.de/transkript/barrierefreiheit-transkript-- und zu allen Die Neue Norm – Folgen hier https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/notizbuch/die-neue-norm-transkripte-102.html
- Wohnen - zentral, barrierefrei, unbezahlbar29.07., 12:4529.07.2022, 12:4500:40:13
Drei Stufen, um ins Miethaus zu kommen - daran scheitern viele Rollstuhlfahrer*innen. Induktionsherde sind keine Inklusionsherde, weil sich Sehbehinderte schnell mal verbrennen können. Mit welchen Wohn-Barrieren Menschen mit Behinderung kämpfen - und was helfen könnte. Mieten, kaufen, wohnen – für Menschen mit Behinderung keine einfache Angelegenheit, denn barrierefreier Wohnraum ist knapp. Wie für uns barrierefreies Wohnen aussieht, erzählen wir in dieser Folge unseres Bayern 2-Podcasts. Eine wunderschöne Altbauwohnung, deren meterhohe Decken mit filigranem Stuck verziert sind. Ein alter Kachelofen, der für die passende Optik der mit Parkettfußböden ausgestatteten Zimmer sorgt. Ein Wannenbad mit Fenster. Ein Balkon. Zentral. Bezahlbar. Ein Traum! Leider bleibt es auch oft nur ein Traum. Denn für Menschen mit Behinderung - insbesondere derer, die im Rollstuhl unterwegs sind - ist die Chance auf barrierefreien Wohnraum auf dem aufgeheizten Markt gleich Null. Aktuell sind nur rund zwei Prozent aller Wohnungen in Deutschland barrierefrei. Ein Problem, auch weil die Bevölkerung in unserem Land immer älter wird. So bleibt Betroffenen oft nur die Möglichkeit, es sich wenigstens in den eigenen vier Wänden schön zu machen und für eine zugängliche Wohnausstattung zu sorgen: https://www.instagram.com/p/Blvp3DGFzmV/?igshid=YmMyMTA2M2Y= Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag vereinbart, dass jährlich 400.000 neue Sozialwohnungen entstehen sollen. Das Thema Barrierefreiheit wird dabei nicht erwähnt. Außerdem fallen auch nicht alle Menschen mit Behinderung in das Raster, Anspruch auf eine Sozialwohnung zu haben. Was ist WBS? Ein Wohnberechtigungsschein (kurz: WBS) berechtigt in Berlin den Einzug in eine sogenannte „Sozialwohnung“, die mit öffentlichen Mitteln gefördert wird. Die Einkommensgrenze liegt bei Einpersonenhaushalt bei 16.800 € und bei Zweipersonenhaushalten bei 25.200 €. Die Grundlage des WBS-Scheins ist das Gesetz über die soziale Wohnraumförderung (WoFG § 27) und das Gesetz zur Sicherung der Zweckbestimmung von Sozialwohnungen (WoBindG § 5). Dort, wo der Wohnungsmarkt an die Grenzen kommt, gibt es für einige Menschen mit Behinderung oft nur die Alternative von einem Wohnheim. Von einer guten, Inklusion und Teilhabe fördernden Alternative kann aber hier nicht die Rede sein. https://dieneuenorm.de/podcast/behindertenwohnheime/ Weitere Links: ? Nullbarriere.de - Fachportal für barrierefreies Bauen. Schwerpunkte sind Informationen zu DIN-Normen, Gesetzen und Richtlinien ? WOHN:SINN e.V. - Bündnis von Akteur*innen des inklusiven Wohnens aus dem deutschsprachigen Raum ? Sozialhelden e.V. - Pressemitteilung der Sozialheld*innen und WOHN:SINN e.V. mit der Forderung nach Ausbau und Förderung von inklusiven Wohnmöglichkeiten ? Aktion Mensch e.V. - Barrierefrei bauen: Beispiele und Tipps für inklusives Wohnen Und: Wenn Euch das Thema Wohnen und Architektur interessiert, empfehlen wir noch die Sendung „Krauthausen face to face“ mit dem Architekten und Erfinder des 1m2 großen Tinyhouse Van Bo Le-Metzel: https://youtu.be/hnV_WpuJD8E Egal ob im Grünen, nah an einer Bushaltestelle oder zentral in der Nähe eines Einkaufszentrums: Was für Raul das wichtigste Kriterium an einer Wohnung ist, erfahrt ihr im Podcast.
- Leben mit Assistenz - Selbstbestimmung für behinderte Menschen24.06., 12:0024.06.2022, 12:0000:42:00
Kaffee holen, nachts umdrehen, Mund abwischen, bei Sitzungen mitschreiben - nur ein paar Beispiele für das, was Assistent*innen für Menschen mit Behinderung machen. So können sie selbstbestimmt leben - außerhalb von Einrichtungen. Dazu gehört arbeiten genauso wie feiern gehen. In dieser Folge sprechen wir mit unserer Kollegin Anne Gersdorff vom Projekt Jobinklusive über das Leben mit Assistenz. Anne lebt selbst mit Assistenz und gibt Einblicke in ihren Alltag. Für sie ist klar: Assistenz bedeutet Selbstbestimmung. Judyta und Jonas haben keine Assistenz, aber stellen sich die Frage, in welchen Bereichen sie vielleicht eine Assistenz bräuchten und wo die Grenze verläuft, zwischen freundschaftlicher Hilfe beim Kaffee holen oder Hilfe auf dem Spielplatz und der Erkenntnis, dass eine Assistenz nötig wäre. https://dieneuenorm.de/podcast/behinderte-eltern/ "Keine illegalen Sachen machen" Anne darf ihre Assistent*innen natürlich nicht dazu anstiften, etwas illegales zu machen, ihr zum Beispiel Drogen anzureichen. Gleichzeitig darf eine Assistenz nicht in Annes Entscheidungen eingreifen, denn für Anne ist es auch wichtig, scheitern zu können. https://dieneuenorm.de/podcast/scheitern-behinderung/ Anlaufstellen für Assistenz-Beratung: 1. EUTB: steht für ergänzende unabhängige Teilhabeberatung, die von behinderten Menschen durchgeführt wird. 2. Zentren für selbstbestimmtes Leben 3. Nitsa e.V.: Netzwerk für Inklusion, Teilhabe, Selbstbestimmung und Assistenz e.V.
- Inklusion im Sport - Höher, schneller, weiter oder gemeinsam?27.05., 10:0527.05.2022, 10:0500:42:44
Im Sport geht es um Vergleiche, um Wettkämpfe um Leistung. Ist da für Inklusion überhaupt Platz? Wäre es eine Utopie, Sportgroßereignisse für Menschen mit und ohne Behinderung gleichzeitig stattfinden zu lassen? Und wie kann man Menschen, die seit der Geburt eine Behinderung haben, an Sport heranführen, statt sie schon in der Schule auszuschließen? Im Sport geht es um Vergleiche, um Wettkämpfe um Leistung. Ist da für Inklusion überhaupt Platz? Wäre es eine Utopie, Sportgroßereignisse für Menschen mit und ohne Behinderung gleichzeitig stattfinden zu lassen? Wir sprechen in dieser Folge unseres Bayern 2 Podcasts mit dem Goldmedaillengewinner im Para-Tischtennis Valentin Baus über seinen sportlichen Werdegang und wie er Inklusion in Schul- und Breitensport erlebt hat. Raúl konnte in dieser Episode leider nicht dabei sein, wurde jedoch sportlich von Valentin Baus, seines Zeichens Deutscher Meister, Europameister, Weltmeister und Goldmedaillengewinner der Paralympischen Spiele 2020/2021 in Tokio, vertreten. Der 26-jährige Para-Tischtennisspieler erlangte unter anderem größere Aufmerksamkeit, als er nach dem Gewinn der Goldmedaille im Interview mit der ARD Sportschau betonte, dass er nicht „an der Glasknochenkrankheit leide“ und nicht immer darauf reduziert werden wolle. Unser Partnerprojekt Leidmedien.de bietet Broschüren und Leitfäden zur klischeefreien Berichterstattung über Behinderung an. Darunter auch explizite Hilfestellung im Rahmen der Paralympics. https://ddei5-0-ctp.trendmicro.com:443/wis/clicktime/v1/query?url=https%3a%2f%2fyoutu.be%2ff0%5fUBXraR48&umid=81FFBD20-DFCF-CB05-9ED9-341EEE058AB0&auth=4e3cdc0f23be65b0c61907eb1347addd7853a556-fe9df2d0e254293353c3d93e473954334530b963 Inklusion bei Großveranstaltungen? Am 19. Juni beginnen in Berlin die Special Olympics National Games, ehe ein Jahr später an gleicher Ort und Stelle die Special Olympics World Games stattfinden. Sie sind das größte Sportereignis der Menschen mit Lernschwierigkeiten, sowie Mehrfachbehinderungen. Wir sprachen in dieser Folge mit dem Geschäftsführer der Special Olympics Deutschland Sven Albrecht und Para-Tischtennissportler Maximilian Kröber. Wir stellten uns die Frage, was demgegenüber sprechen würde, wenn man sowohl die Olympischen Spiele, die Paralympics, die Special Olympics und die Deaflympics, die Veranstaltung der Gehörlosen Sportler*innen, zusammenlegen würde. Die mögliche Größe und die Organisation eines solchen Events waren seitens der Verbände unter anderem Argumente dagegen. https://dieneuenorm.de/sport/olympische-spiele-inklusiv/ Inklusion nur im Breitensport möglich? Auch in Sportvereinen, in denen es nicht primär um Profisport geht, steht manchmal schon früh der Leistungs- und Wettkampfgedanke im Vordergrund. Wir sprachen mit Christoph Pisarz vom inklusiven Sportverein Pfeffersport e.V. aus Berlin. Er beschrieb, wie man pro aktiv dafür werben muss, dass Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Sport machen. Weitere Artikel aus dem Bereich Sport: https://dieneuenorm.de/sport/inklusion-tennis-dtb/ https://dieneuenorm.de/sport/kakao-statt-krakauer/
- Religion und Behinderung - Warum wir nicht an Heilung glauben22.04., 10:0522.04.2022, 10:0500:41:23
Menschen mit Behinderung erleben immer wieder, dass jemand für sie beten will, damit sie "gesund" werden. Warum diese "Güte" fehl am Platz ist und ob die Rolle der christlichen Kirchen in Deutschland bei der Betreuung von Menschen mit Behinderung gut oder paternalistisch ist, darum geht in dieser Folge Der Neuen Norm. In Folge #27 beschäftigen wir uns mit der Religion. Unser Schwerpunkt liegt dabei auf dem jüdischen und christlichen Glauben. Welches Verhältnis haben wir zu Glaube und Religion? Dazu lassen wir eine Rabbinerin und eine Religionswissenschaftlerin zu Wort kommen. In dieser Folge sprechen wir insbesondere über das Bild von behinderten Menschen im Christen- sowie Judentum. Kommt das Wort “Behinderung” überhaupt in der Bibel vor? Gibt es andere Themen, die über die Aspekte Barmherzigkeit und Heilung hinausgehen? Wie sind die Strukturen der christlichen Behindertenhilfe hierzulande gewachsen? Dazu befragen wir zwei Gesprächspartnerinnen. Zum einen Julia Watts Belser, Rabbinerin und Professorin für jüdische Theologie und Disability Studies an der Georgetown University in Washington DC. Und Ramona Jelinek-Menke, Religionswissenschaftlerin an der Universität Marburg. Sie schrieb ihre Dissertation zum Thema “Religion und Dis/ability – Behinderung und Befähigung in religiösen Kontexten.” Das Konzept Heilung Wir fragen uns: Wollen wir von unserer Behinderung geheilt werden? Und erzeugt das nicht auch Machtverhältnisse zwischen den “Heilungsobjekten”, also den behinderten Menschen und denjenigen, die für die Heilung beten? Wie seht ihr behinderte Menschen das? Wollt ihr geheilt werden? Betet ihr dafür? Schreibt es uns in die Kommentare. Zum Weiterlesen: 1. Buch von Philipp Möller: “Gottlos glücklich” 2. Im Interview mit Deutschlandfunk Kultur spricht Julia Watts Belser über die Barrierefreiheit des Himmels und wie wir alle Ableismus bekämpfen können
- Krieg in der Ukraine - Wie ergeht es Menschen mit Behinderung?25.03., 10:0525.03.2022, 10:0500:39:10
Mehr Barrieren und damit mehr Gefahren: Menschen mit Behinderung auf der Flucht und in Kriegen. Das erleben gerade 2,7 Millionen Ukrainer*innen mit Behinderung. Aber man kann ihnen gezielt helfen. Und auch mit Behinderung, zum Beispiel im Rollstuhl, ist die Aufnahme von Geflüchteten möglich, ja sogar besonders hilfreich - wie die Geschichte von Raul Krauthausen zeigt. In der Ukraine herrscht Krieg. Betroffen sind auch die knapp 2,7 Millionen Ukrainer*innen mit Behinderung. Auf welche Barrieren sie bei ihrer Flucht stoßen und welche aktuellen Hilfebedarfe es gibt, besprechen wir in dieser Folge unseres Bayern 2 Podcasts. In den ersten Tagen des Krieges sind viele Geflüchtete in Deutschland angekommen. Darunter auch Jewgenia Viktorowna (61) und ihre 95-jährige. Mutter Maria Groschewaja aus Charkiw. Die Berliner Zeitung berichtete über die Flucht der beiden Frauen aus der Ukraine, von der eine eine Behinderung hat. Zur selben Zeit bot auch Raúl, so wie viele andere Mitbürger*innen, ein Zimmer zur Unterkunft an - wo die beiden dann eingezogen sind. Bei der Herausforderung als Mensch mit Behinderung sich um andere Menschen zu kümmern, holte sich Raúl wichtige Tipps bei Ulrike Lessig von be an angel e.V, einer Initiative von Menschen aus Medien, Kultur und Marketing, die sich und ihr Netzwerk für die nachhaltige Integration Geflüchteter einsetzt. Anlaufstellen im Überblick Sowohl die ARD als auch das ZDF haben Listen von Organisationen bereitgestellt, die jetzt gerade Spenden sammeln. Viele Initiativen bieten Menschen mit Behinderung und ihren Familien Hilfe an. Wenn ihr barrierefreien Wohnraum habt, Gebärdensprache sprecht oder sonstige hilfreiche Ressourcen anbieten könnt, meldet euch bei diesen Hilfsangeboten. Wenn ihr bereits gespendet habt und mehr tun möchtet, oder nicht spenden könnt, gibt es hier sechs Alternativen zum Spenden, die auch wirkungsvoll sein können. Auf dieser Plattform kann man Geflüchteten eine Unterkunft anbieten. Eine Datenbank zu Hilfsangeboten für behinderte Menschen aus der Ukraine bietet die Seite hilfsabfrage.de. Diese Internetseite - unterstützt von einem breiten Bündnis um die Initiative Handicap International - soll dazu beitragen, die deutschlandweit bestehenden Angebote zu bündeln und übersichtlich aufzuführen, um die zur Verfügung stehenden Ressourcen flächendeckend zu nutzen. Das Zentrum für Autismus-Kompetenz (ZAK) hat eine eigene Hilfsplattform eingerichtet, um geflüchtete Familien mit autistischen Kindern mit geeigneten Helfer*innen zusammenzuführen. Die Aktion Mensch hat auf ihrer Seite eine Reihe von Informationen für Geflüchtete (mit Behinderung) zusammengestellt. Hier erfahrt ihr alles über die Angebote der Aktion Mensch, sowie ihrer Verbände. Die private Hilfe „health4ukraine“ bietet Spezialtransporte von mobilitätseingeschränkten Personen, Pflegebedürftigen und deren Angehörige in sichere Gebiete an. Außerdem die Vermittlung Betroffener aus dem Kriegsgebiet an Pflegeeinrichtungen in ganz Deutschland. Das bundesweite Netzwerk Deaf Refugees besteht aus verschiedenen Gehörlosenverbänden und -vereinen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene und Freiwilligen sowie Ehrenamtlichen, die barrierefreie Informationen speziell für taube Geflüchtete sammeln und Ansprechpartner*innen vermitteln. Andere marginalisierte Gruppen nicht vergessen! Nicht nur Menschen mit Behinderung sind vom Krieg besonders betroffen. Unsere Kolleg*innen vom PULS-Podcast „Willkommen im Club“ beleuchten in ihrer Episode über den Ukraine-Krieg, die aktuelle Situation der LGBTIQ*-Community. Insbesondere marginalisierte Gruppen in der Ukraine brauchen deine Unterstützung. Auf dem Instagram-Kanal von trippin.world könnt ihr erfahren, wie ihr Menschen mit Behinderung, der LGBTQ+ Community, Frauen, schwarzen Studierende etc. helfen könnt. Was sagen die Verbände? Die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) bezieht Stellung zum Krieg in der Ukraine und fordert “die uneingeschränkte Aufnahme behinderter Geflüchteter aus der Ukraine und allen anderen Menschen mit Behinderungen, die auf der Flucht sind. Ihnen stehen barrierefreie Unterkünfte, Informationen, eine medizinische und therapeutische Versorgung sowie alle weiteren Maßnahmen, die vonnöten sind, uneingeschränkt und sofort zu! Behindertenrechte sind Menschenrechte!” Das Netzwerk Leichte Sprache in Form einer Petition auf die Situation für Menschen mit Behinderung in der Ukraine aufmerksam. Die Behindertenbeauftragten von Bund und Ländern appellieren in einer gemeinsamen Stellungnahme, die besonderen Belange von Geflu?chteten mit Behinderungen in den Blick zu nehmen. Weitere interessante Links Dieses Online-Bilderwörterbuch, das die gängigsten Themen mit Bebilderung und Übersetzung auf Deutsch und Ukrainisch beinhaltet, schafft Abhilfe bei Kommunikationsproblemen. Der Krieg in der Ukraine löst bei vielen von uns Angstzustände aus und sorgt für zusätzliche psychische Belastung. Der Allgemeine Blinden- und Sehbehindertenverband Berlin (ABSV) hat Tipps für den Umgang mit der psychischen Belastung durch den Ukraine-Krieg veröffentlicht. Welche Rolle spielt die Wortwahl bei der Berichterstattung über Menschen, die nach Deutschland fliehen? Dieser Artikel aus dem enorm-magazin zeigt, wie sie in manchen Fällen empathisch und menschlich, in anderen Fällen angsteinflößend und entmenschlichend klingt und welche Rolle Rassismus dabei spielt.
- Angeborene und erworbene Behinderung: Große oder kleine Unterschiede?25.02., 10:0525.02.2022, 10:0500:36:35
Nur 3,3 Prozent der Menschen mit Behinderung haben sie seit der Geburt. Die anderen "erwerben" sie im Laufe des Lebens durch Unfall oder Krankheit. Hadern die einen mehr als die anderen? In dieser Folge geht es um geburtsbehinderte Menschen und diejenigen, die sie im Laufe des Lebens erwerben. Gibt es Unterschiede in der Einstellung gegenüber der Behinderung? Hadern die einen mehr als die anderen? Darüber sprechen wir in unserem Bayern2-Podcast. Nur 3,3% aller Menschen mit Behinderung werden mit ihr geboren. Alle anderen erwerben sie im Laufe des Lebens. Die einen kennen es nicht anders, die anderen teilen ihr Leben vielleicht in "davor" und "danach". Im Team Judyta, Jonas und Raúl stellen übrigens die Geburtsbehinderten die Mehrheit. https://www.instagram.com/p/CaAbfSCswSs/?utm_source=ig_web_copy_link Die Beziehung zur eigenen Behinderung Im Podcast sprechen wir darüber, ob wir in unseren Träumen nichtbehindert sind und welche Beziehung wir jeweils zu unserer Behinderung in verschiedenen Stadien unseres Lebens hatten und haben. Außerdem streifen wir das Thema medizinische Versorgung und tauschen uns zu Erlebnissen mit nicht so empathisch Ärzt*innen aus. Schließlich fragen wir uns, ob wir manchmal nicht doch ein Angry Cripple sind. https://dieneuenorm.de/podcast/6-angry-cripple/ Weiterführende Links: ? ANGEBORENE oder ERWORBENE Behinderung – Was ist besser? - YouTube Video von "SoBehindert" ? The Ongoing Dilemmas of Aging With a Disability - The Mighty ? Autismus, Baby! - minzgespinst.net Viel Spaß beim Hören oder Lesen des Podcasts!
- Klimakrise - Sind Menschen mit Behinderung mehr bedroht?28.01., 12:0028.01.2022, 12:0000:39:52
Barrierefreie E-Autos, intereuropäischer barrierefreier Bahnverkehr - damit könnten sich auch Menschen mit Behinderung Klimafreundlich fortbewegen. Wie leicht ist es für sie im Alltag aufs Nachhaltigkeit zu achten? Und warum sind sie durch Klimakrise besonders bedroht? Sind behinderte Menschen von der Klimakrise stärker bedroht als nichtbehinderte Menschen? Wie barrierefrei und inklusiv ist die Klimabewegung? Und was jede*r Einzelne für das Klima tun? Darüber diskutieren wir in Folge #24 unseres Bayern 2-Podcasts. Die Klimakrise treibt uns um. Wir sprechen darüber, welche persönlichen Maßnahmen wir bereits ergreifen und darüber, wie nachhaltig Raúls Rollstuhl betrieben wird. Unterstützung bekommen wir in dieser Folge von der Umweltaktivistin Cécile Lecomte. Sie setzt sich besonders in der Anti-Atomkraftbewegung ein. Sie mahnt, die Proteste gegen die Klimapolitik müssten barrierefreier und inklusiver werden. https://dieneuenorm.de/gesellschaft/umweltaktivistin-cecile-lecomte/ Im Katastrophenfall dem Tod überlassen Bei der Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 ertranken zwölf Menschen in einem Behindertenwohnheim, weil es zu wenig Personal und keinerlei barrierefreie Rettungspläne gab. Menschen mit Behinderung werden oftmals bei Evakuierungsplänen schlicht vergessen. https://dieneuenorm.de/gesellschaft/inklusion-in-zeiten-der-klimakrise/ Wohnstätten und Pflegeinrichtungen sind nicht auf den Katastrophenfall vorbereitet, schreibt auch die US-Autorin Stacy Torres. Die Pandemie zeige, was auf uns zukommen könne, wenn die Ressourcen knapper werden. Soziale Gerechtigkeit und Privilegien spielen auch eine Rolle, wie sehr man die Klimakrise spürt. Auf Twitter hat @mssinenomine dazu viele lesenswerte Artikel (in englischer Sprache) gesammelt.
- Inklusive Welt: wie wir leben würden17.12., 10:0517.12.2021, 10:0500:38:17
Wie würde eine inklusive Welt ohne Barrieren aussehen? Würde das Thema Behinderung im Alltag überhaupt eine Rolle spielen oder wäre es nur eine Eigenschaft wie die Haarfarbe? Hätten Menschen mit Behinderung andere Berufe und Hobbies? Ein Gedankenspiel über die Utopie. #23 Inklusive Welt: wie wir leben würden Zum Jahresende darf man sich ja mal etwas wünschen. In der letzten Folge unseres Bayern 2-Podcasts 2021 stellen wir uns die Frage, wie eine inklusive Welt ohne Barrieren aussehen würde. Hätten wir andere Berufe und Hobbies? Und: würde unsere Behinderung im Alltag überhaupt eine Rolle spielen? Als Mensch mit Behinderung ist insbesondere eine selbstbestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben wichtig. In unserem Podcast haben wir gemerkt, dass eine inklusive Welt viel mit Barrierefreiheit und Mobilität zu tun hat. Denn oft scheitert Inklusion schon am Weg oder an den Zugängen. https://dieneuenorm.de/podcast/mobilitaet/ Für Menschen mit Behinderung bedeutet das: Mehraufwand - sowohl Mehraufwand in Form von Zeit („Criptime“), als auch in Geld („Cripcosts“). Dieser Aufwand raubt Energie, was in der sogenannten Löffeltheorie (Spoon theory) beschrieben wird. Jeder Mensch hat eine bestimmte Anzahl an Löffeln, also Energie für den Tag zur Verfügung. Menschen mit Behinderung müssen dabei viel mehr Löffel für den Aufwand alltäglicher Dinge verwenden und haben so weniger Löffel für andere Aktivitäten zur Verfügung. Und dann kommen noch die Gabeln, die man zur Verfügung hat, um sich zu wehren, oder die Messer, um sich zu verteidigen. Zusammengefasst in der Besteck-Theorie. Unser Wunsch ist und bleibt eine inklusive Welt ohne diesen Mehraufwand, in der zum Beispiel auch Raúl in seinem Rollstuhl im Doppeldeckerbus der Berliner Linien 100, 200 oder 300 ganz oben in der ersten Reihe sitzen und quer durch die Stadt fahren kann.
- Arbeitsmarkt - Wie echte Inklusion funktioniert26.11., 10:0526.11.2021, 10:0500:48:36
Die Behinderung bei der Bewerbung angeben oder nicht? Welche Rechte haben Arbeitnehmer*innen mit Behinderung? Und wer zahlt Umbaumaßnahmen am Arbeitsplatz, wenn sie notwendig sind? Die Behinderung bei der Bewerbung angeben, oder nicht? Welche Rechte haben Arbeitnehmer*innen mit Behinderung? Und wer zahlt Umbaumaßnahmen am Arbeitsplatz, wenn sie notwendig sind? Diese und viele andere Fragen klären wir in der heutigen Podcastfolge. Erste Anlaufstellen: · 7 Tipps: So finden Unternehmen Bewerber*innen mit Behinderung - zusammengetragen von unserem Partnerprojekt JOBinklusive · Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung hat in einem Video zusammengefasst, was getan werden muss, um die Inklusion auf dem Arbeitsmarkt zu fördern. Mythen, die es zu überwinden gilt: „Menschen mit Behinderung sind nicht kündbar!” Das ist eins der häufigsten Vorurteile, die Arbeitgeber*innen davon abhält, Menschen mit Behinderung einzustellen. Richtig ist: Schwerbehinderte Menschen können sehr wohl gekündigt werden, haben aber einen besonderen Kündigungsschutz. Arbeitgeber*innen müssen vor Ausspruch der Kündigung das Integrationsamt um Zustimmung bitten. Das Integrationsamt prüft den Fall umfassend und hört hierzu auch den/die betroffene/n Arbeitnehmer*in an. Dabei wird insbesondere geprüft, dass die Kündigung nicht im Zusammenhang mit der Schwerbehinderung steht. Gemeinsam werden dann Lösungen gesucht, um den Arbeitsplatz zu erhalten. Sollte es keine Möglichkeit geben oder ein grobes Fehlverhalten des behinderten Menschen der Grund für die Kündigung sein, steht ihr nichts im Wege. „Wir können keine Menschen mit Behinderung beschäftigen, weil wir Treppen haben.“ Dies ist ein Vorurteil, wenn Personalverantwortliche in Unternehmen an Bewerber*innen mit einer Behinderung denken. Es kommen schnell Zweifel auf, ob das Unternehmen den Anforderungen gewachsen ist. Sind die Büroräume groß genug für einen Rollstuhl und wie soll das Arbeiten mit einer Behinderung überhaupt gehen? Aber nicht alle Menschen mit Behinderungen sind auf einen Rollstuhl angewiesen. Behinderungen sind so vielfältig, wie Arbeitsplätze auch. Richtig ist: Treppen müssen kein Problem sein. Menschen mit anderen Behinderungen erleben ganz unterschiedliche Barrieren - z.B. benötigen blinde Menschen Unterstützung bei der Bürokommunikation durch Software oder spezielle Geräte. Auch Stufen können oft mit einer Rampe überbrückt werden. Es gibt viele Lösungen, mit denen ein Unternehmen barrierefreier werden kann. „Menschen mit Behinderung sind eine Belastung für die Kolleg*innen.“ Ja, es gibt Vorurteile und Berührungsängste gegenüber Menschen mit Behinderungen, aber die können abgebaut werden und sind dürfen niemals eine Rechtfertigung sein, um gegen Menschen mit Behinderungen zu diskriminieren. Oft werden Anpassungen am Arbeitsplatz nötig sein, wenn Menschen mit Behinderung eingestellt werden. Aber letztlich profitieren auch alle andere Mitarbeiter*innen von Anpassungen, die ein Unternehmen inklusiver machen: z.B. Möglichkeiten für Homeoffice, Ruheräume und transparente Kommunikation. Tipps für Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen: Unterstützungsmöglichkeiten nutzen: • Budget für Arbeit oder Ausbildung • Unterstützung und Anleitung (Jobcoaching) • Arbeitsassistenz • Gebärdensprach- oder Schriftdolmetschung • Arbeitsplatzausstattung/Technische Hilfen • Weiterbildungen/Qualifizierungen • Umbauten von Gebäuden
- Die kleinen Dinge des Alltags - herzerwärmend und hilfreich29.10., 12:0029.10.2021, 12:0000:40:41
Erst wenn sie fehlen, merkt man, wie sehr sie das Leben erleichtert haben: zum Beispiel der Kaffeebecherhalter am Rollstuhl. Aber auch gelungene Kinderbücher über Behinderung können ein Lichtblick sein. In dieser Folge sprechen Anne, Judyta und Jonas über die kleinen Helfer des Alltags und damit auch über Errungenschaften der Inklusion: Roboterarme, Apps, Bücher oder auch Kaffeebecherhalter. Aber sie tauschen auch Momente aus, die sie berührt haben. Judyta: "My Mommy Wears Wheels" heißt ein Kinderbuch von Patrizia Lanzon und ihrer Tochter Colette. Es geht um eine Mutter im Rollstuhl und die Abenteuer, die sie mit ihrer Tochter erlebt. Kaffeebecherhalter, die es auch für Rollstühle gibt. Der Moment, als die Dokumentation "Crip Camp" für den Oscar nominiert war. Anne: Die Spracherkennung von Amazon: Alexa. Sie kann nicht nur das Licht an- und ausmachen sondern natürlich auch Musik spielen. Alexa hilft Anne im Alltag. Mandy: Das ist Annes Roboterarm, der an ihrem Rollstuhl befestigt ist und mit dem sie sich zum Beispiel einen Tee oder ein Bier nehmen kann. Jonas: Die App Greta: Sie bietet Audiodeskription von Kinofilmen an. Der Moment, als in den ARD-Tagesthemen der Kommentar in Gebärdensprache ausgestrahlt wurde: https://www.tagesschau.de/inland/weltgehoerlosentag-101.html
- Hochzeit mit Behinderung: Der schönste Tag im Leben!24.09., 12:0024.09.2021, 12:0000:47:20
Wegen der Sehbehinderung in der Dokumenten-Zeile verrutschen und plötzlich Trauzeug*in auf der eigenen Hochzeit sein? Im Rollstuhl zum Altar oder auf Krücken? Welches Brautkleid? Es gibt immer viel zu erzählen übers Heiraten. Wegen der Sehbehinderung in der Dokumenten-Zeile verrutschen und plötzlich Trauzeug*in auf der eigenen Hochzeit sein? Die Schwiegereltern schlafen in der Hochzeits-Suite, da diese nicht barrierefrei für die Braut im Rollstuhl ist? Heiraten ist aufregend – auch mit Behinderung. Wir sagen „Ja“ zu einer neuen Folge unseres Bayern2-Podcasts. In dieser Episode haben wir uns Unterstützung von unserer Kollegin Adina Hermann geholt, die im Rollstuhl unterwegs ist. Sie hat vor sieben Jahren geheiratet und über die Vorbereitung ihrer Hochzeit auf ihrem Blog „Adina traut sich“ und im Magazin Edition F geschrieben. Adina Empfehlung: die Seiten offbeatbride.com und rocknrollbride.com, auf denen Hochzeiten von Menschen mit Behinderungen vorgestellt werden. Konventionen einhalten oder nicht? Den Hochzeitstanz im Rollstuhl absolvieren? Den Weg zum Altar oder Standesamt zu Fuß gehen, statt im Rollstuhl? Das sind alles Fragen, mit denen man sich im Vorfeld des Fests vielleicht beschäftigt. Adina rät: Macht euch keinen Stress, die Hochzeit sollte nach eurer Vorstellung ablaufen. Ihr entscheidet, wie ihr welche Tradition an diesem Tag auslebt. https://www.instagram.com/p/CTNCQ7TII4V/?utm_source=ig_embed Weitere Links zum Thema: “Auch beim Heiraten gehört der Rollstuhl dazu”: Interview mit Adina Hermann. Hochzeit mit Behinderung: “An diesem Tag geht es nicht um meinen Rollstuhl, sondern um mich”, Adina berichtet von ihrer Hochzeitsplanung.
- Bundestagswahl 2021: Inklusion wählen27.08., 12:0027.08.2021, 12:0000:39:25
Was versprechen die Parteien in den Programmen für Menschen mit Behinderung - zum Beispiel für die, die in Werkstätten arbeiten. Wie oft taucht das Wort Inklusion überhaupt auf? Ist die Wahl selber barrierefrei? Wie machen Blinde das Kreuzchen? Im September wird ein neuer Bundestag gewählt. Wir haben uns die Wahlprogramme der sechs im Parlament vertretenen Parteien angeschaut und sprechen darüber, welche Rolle die Themen Inklusion und Behindertenpolitik darin spielen. Informiert das Kreuzchen machen Wie oft kommen die Wörter Inklusion oder Behinderung in den Wahlprogrammen vor? Und sind das wirklich Indikatoren dafür, wie wichtig diese Themen den jeweiligen Parteien sind? Nach den Recherchen zu dieser Folge können wir die Frage mit “Ja” beantworten. Martin Schienbein vom Bundesverband Barrierefrei hat zum Wort “Barrierefreiheit” in den Wahlprogrammen ganz konkret durchgezählt und die Inhalte daraufhin zusammengefasst. Bei der AfD kommt es nicht vor. Das Funk-Format ‘Hand drauf’ hat ebenfalls in den Programmen durchgezählt und zwar zu den Begriffen Behinderung, Inklusion und Barrierefreiheit: https://www.instagram.com/p/CSyhqO4st9z/?utm_source=ig_embed Ist eine ‘Behindertenpartei’ die Lösung? Aber müsste es nicht eigentlich eine ‘Behindertenpartei’ geben, damit die Rechte und Belange behinderter Menschen vollumfänglich durchgesetzt werden können? Nein, denn das wäre gegen das Prinzip des Disability Mainstreaming. Dieses Prinzip besagt, dass Behinderung in allen Bereichen der Gesellschaft und somit auch der Politik, also im Bereich Gesellschaft, Umwelt oder Wirtschaft mitgedacht werden muss und nicht einzeln betrachtet. Wählen gehen oder rollen Ob per Brief oder persönlich im Wahllokal: das Wichtigste ist, von seinem Recht zu wählen, Gebrauch zu machen. Union Die CDU/CSU bietet auf einer Übersichtsseite ihre Wahlprogramm in verschiedenen Sprachen an. Darunter auch in Leichter Sprache, Gebärdensprache und als Audio-Version. Hier geht es zum Wahlwerbespot: https://ddei5-0-ctp.trendmicro.com:443/wis/clicktime/v1/query?url=https%3a%2f%2fyoutu.be%2fW71tUlrMeD4&umid=05000CBF-CA88-B705-ACEF-4A5C2A9725B3&auth=4e3cdc0f23be65b0c61907eb1347addd7853a556-858b677e999bfea8e4bb63b4362da90e47ecf4bc SPD Die SPD bietet ihr Wahlprogramm in schwerer, in Leichter Sprache und als Audio-Version an. Hier geht es zum Wahlwerbespot: https://ddei5-0-ctp.trendmicro.com:443/wis/clicktime/v1/query?url=https%3a%2f%2fyoutu.be%2fR%2dTd0654RxU&umid=05000CBF-CA88-B705-ACEF-4A5C2A9725B3&auth=4e3cdc0f23be65b0c61907eb1347addd7853a556-2e51aec85c89dfeee1583fb4da04330c5b5ecc2c Die Grünen Die Grünen bietet auf einer Übersichtsseite ihr Wahlprogramm in verschiedenen Sprachen an. Darunter auch in Leichter Sprache und als Audio-Version. Hier geht es zum Wahlwerbespot: https://ddei5-0-ctp.trendmicro.com:443/wis/clicktime/v1/query?url=https%3a%2f%2fyoutu.be%2fEm%5fWUdK5WKI&umid=05000CBF-CA88-B705-ACEF-4A5C2A9725B3&auth=4e3cdc0f23be65b0c61907eb1347addd7853a556-301e177107c53e8ab77c5b78f7a1add2a2b73ae3 FDP Die FDP bietet ihr Wahlprogramm ebenfalls auf einer Übersichtsseite in verschiedenen Sprachen an, auch in Leichter Sprache und Gebärdensprache. Hier geht es zum Wahlwerbespot: https://ddei5-0-ctp.trendmicro.com:443/wis/clicktime/v1/query?url=https%3a%2f%2fyoutu.be%2fbtYzvvmphJA&umid=05000CBF-CA88-B705-ACEF-4A5C2A9725B3&auth=4e3cdc0f23be65b0c61907eb1347addd7853a556-ce168a25c467e0c14b6e29ab50f73ef61735de03 Die Linke Die Linke bietet auf einer Übersichtsseite ihr Wahlprogramm an, darunter Kurzversionen in anderen Sprachen, in Leichter Sprache sowie eine Audio-Version. Hier geht es zum Wahlwerbespot: https://youtu.be/j_AS5WOaylM AfD Das Wahlprogramm der AfD gibt es in Text- und Audioform. Hier geht es zum Wahlwerbespot: https://youtu.be/G7XTFaU3LwU