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Das Klima

Florian Freistetter, Claudia Frick

News · Science

182 Episoden · neueste 12.10.

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Episoden

182
  1. DK042 - Reis oder Kartoffel? Klimakrise in Asien
    23.05., 07:0001:13:06

    …und retten vielleicht Versicherungen die Welt? DK042 - Reis oder Kartoffel? Klimakrise in Asien …und retten Versicherungen die Welt? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. In Folge 42 geht es um Asien. Und es gibt viel Asien! Vom Polarmeer bis in die Tropen, von der Steppe bis in den Regenwald. Jede Menge unterschiedliche Länder die unterschiedlich von der Klimakrise getroffen werden und unterschiedlich darauf reagieren. Claudia bringt ein wenig System in Kapitel 10 und erzählt von der Nahrungsmittelversorgung, von Mangrovenwäldern und der Möglichkeit, dass vielleicht Versicherungen die Welt retten könnten. Rückblick auf Kapitel 9: Afrika Wir schauen noch einmal kurz zurück nach Afrika, wo die Menschen am stärksten von der Klimakrise getroffen sind, aber am wenigsten Schuld daran haben. Wir gehen nach Asien 51 verschiedene Länder machen die IPCC-Region “Asien” aus; dieses Kapitel ist also auf jeden Fall nicht frei von Politik, was man auch schon daran merkt, dass Taiwan als “Provinz von China” bezeichnet wird. Ein bisschen Überblick über die Regionen liefern diese beiden Abbildungen: Mangroven Für das Klima und vor allem die Anpassung an die Klimakrise enorm wichtig sind die Mangrovenwälder. Deswegen lohnt es sich, auch noch mal einen Blick auf den Wikipedia-Artikel zum Thema zu werfen. Das Klima in Asien Das Klima in Asien ist - wie sollte es auch anders sein - komplex. Man findet dort ALLE Klimazonen; in Asien gibt es die trockensten und feuchtesten Gebiete; es gibt die höchsten Gebirge, und so weiter. In der Zukunft wird es dort überall sehr viel mehr Hitzewellen geben; der Monsun wird zu Überschwemmungen führen, die Gletscher im Himalaya schmelzen, der Permafrost in Sibirien wird tauen. Mit 5-20% mehr Wahrscheinlichkeit als jetzt wird es Dürren geben. Asien wird in Zukunft sehr viel mehr Energie für Kühlung im Sommer brauchen. Aktuell nutzt Asien 36% der weltweiten Energie, bis 2050 werden es 48% sein. Bis 2040 wird 80% der weltweiten Kohle in Asien verbraucht werden. Wasser zu kriegen wird auch mehr Energie brauchen; zum Beispiel wenn man es entsalzen muss, es braucht aber auch Wasser, wenn man Energie produzieren will. China wird in 10 Jahren mehr Öl verbrauchen als die USA, Indien wird Amerika 2040 überholen. Ein Gesamtbild für Asien Claudia zeichnet ein Gesamtbild für die Klimazukunft Asiens: Die Baumgrenze verschiebt sich nach oben, die Land- und Süßwassergemeinschaften verändern sich. Der Wasserstress beeinflusst Tiere und Pflanzen, die Gletscher schmelzen ab und dadurch wird die Wasserversorgung instabil. Das sorgt dafür, dass vor allem die Nahrungsmittelproduktion stark betroffen durch die Klimakrise ist. Immerhin 67% der weltweiten Agrarproduktion finden in Asien statt. Ganz besonders der Reisanbau ist wasserintensiv - und Reis hat auch eine ziemlich miese CO2-Bilanz - was nicht heißt, dass man den Leuten dort jetzt einfach allen Kartoffeln zum Essen geben kann. Die Städte haben auch ein hohes Risiko durch die Klimakrise, auch, weil es dort viele informelle Siedlungen gibt, die nicht geplant oder geschützt werden können. Die Lieferketten können gestört werden und zusammenbrechen, was Auswirkungen auf die ganze Welt hat. Die großen Städte Asiens liegen an den Küsten, was die Lage nur noch verschärft. Bei der Diskussion der Nahrungsmittelproduktion schweifen wir kurz ab zum Silmarillion von Tolkien und widmen uns dann einer informativen, aber sehr schlecht gemachten Abbildung: Die Studienlage ist jedenfalls stückelig und die Abbildung zeigt das gut (schlecht). Die Goldene Apfelschnecke Schädlinge werden sich in Zukunft ausbreiten, ganz besonders die goldene Apfelschnecke, die niedlich klingt, aber ein enorm arger Schädling für die Nahrungsmittelproduktion ist. Das wird zu Ernteausfällen führen. Was kann man denn so tun? Es passiert schon viel in Asien, zum Beispiel durch Hochwasserschutz, durch klimaresistente Stromleitungen und Straßen, durch nachhaltige Flächennutzung oder die Renaturierung von Mangroven. Das ist alles aber sehr uneinheitlich über ganz Asien hinweg. Und vor allem meistens immer nur reaktiv. Man reagiert, wenn irgendwo was passiert, kümmert sich aber kaum proaktiv um Klimaschutz. Ganz wichtig ist auch die Migration als Anpassungsmaßnahme: Menschen verlassen ihre Heimat, um sich vor den Folgen der Klimakrise zu schützen. Was fehlt ist zum Beispiel die Ausweitung von Naturschutzgebieten und vor allem die Wiederherstellung der Mangrovenwälder. Die schützen nicht nur vor den Folgen der Klimakrise, sondern speichern auch jede Menge CO2. Was auch versucht wird: Aquifer Storage and Recovery. Das heißt, Wasser wird aus Flüssen entnommen, wenn da gerade sehr viel ist und später genutzt, wenn wenig da ist. Das soll die Wasserversorgung sichern, ist aber nicht unkompliziert. Versicherungen retten die Welt? In Asien bilden sich auch Bauerngemeinschaften: Alle bauen unterschiedliche Sachen an, damit genug da ist, wenn irgendwo mal was ausfällt. Das wird durchaus groß gedacht; Versicherungen helfen den Bauern um Ausfälle auszugleichen. Bisher hat man das zumindest so gemacht; jetzt geht man dazu über, schon proaktiv die Risiken zu finanzieren. Versicherungen haben ja durchaus sehr viel Macht und Mittel und auch Motivation sich um das Klima zu kümmern. Vielleicht retten sie uns ja alle? Technologie und Information Sehr viel Potenzial steckt auch in neuen Technologien, zum Beispiel um Frühwarnsysteme zu bauen. Der Kernpunkt hier ist aber der Informationsaustausch und das ist schwer bei so vielen Ländern die sich nicht alle mögen. Auch die sozialen Medien können eine Rolle spielen und die Menschen in Echtzeit warnen oder informieren. Was fehlt ist aber Forschung zu den Risiken und Wirkungen des Einsatzes von sozialen Medien in der Krise. Zum Beispiel: Wirkt eine Textnachricht besser als ein Bild? Auch das Vertrauen in den Staat kann Menschen motivieren - oder auch nicht. Es ist komplex. Was ist "Glaube" an die Klimakrise? Claudia ist ein wenig irritiert, weil im Bericht von “Glauben” an die Klimakrise gesprochen wird. Und wir diskutieren ein wenig darüber, wie das gemeint sein könnte. Vorschau auf die nächste Folge: Australasien Nach den 51 Ländern in diesem Kapitel haben wir es im nächsten Kapitel mit nur 2 zu tun: Australien und Neuseeland. Wird aber nicht weniger komplex. "Das Klima"-Podcast international? Hörerin Susanne fragt uns, ob anderswo auf der Welt auch Leute den IPCC-Bericht lesen und aufbereiten, so wie wir - nur halt auf englisch oder in anderen Sprachen. Uns ist da nichts bekannt - aber wenn jemand was weiß, bitte Bescheid sagen! Weiterführende Informationen Kapitel 10 des zweiten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian

  2. DK041 - Fisch-Festivals und die Klimazukunft in Afrika
    16.05., 07:0001:24:59

    …und warum wissen wir so wenig über diesen Kontinent? DK041 - Fisch-Festivals und die Klimazukunft in Afrika …und warum wissen wir so wenig über diesen Kontinent? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. In Folge 41 geht es um Afrika. Kapitel 9 des zweiten Teils im IPCC-Bericht beschäftigt sich mit der Klimazukunft des großen Kontinents. Afrika ist am stärksten betroffen und hat am wenigsten Schuld. Wir sprechen über die Ungleichheit in Klimaforschung und Forschungsförderung. Und über den Tourismus in Afrika, der erstens wichtig ist und zweitens in Zukunft große Probleme kriegen wird. Ebenso wie die vielen Weltkulturerbestätten und vor allem das immaterielle Weltkulturerbe. Wenn Afrika verliert, verlieren wir alle. Ein neuer Abschnitt des Berichts Mit Kapitel 9 starten wir in einen neuen Abschnitt des zweiten Teils vom IPCC-Bericht. Wir gehen jetzt der Reihe durch die Regionen der Welt und schauen, was dort passieren wird. Den Anfang macht Afrika. Wir schauen auf Afrika Afrika ist schwierig, zumindest für uns Durchschnittsmenschen aus Europa. Wir haben keine Ahnung, was dort abgeht. Jede Menge! Und Afrika ist vor allem auch deswegen wichtig, weil die Leute dort nicht nur am stärksten betroffen sind vom Klimawandel sondern auch am wenigsten Schuld haben. Afrika im Detail Wie sich die global gesehen wenigen Treibhausgasemissionen Afrikas auf die einzelnen Nationen aufteilen, zeigt Abbildung 9.2: Alle Länder haben - so wie fast überall auch sonst - mehr emittiert. Nur Libyen hat seine Emissionen reduziert. Wir haben allerdings keine Ahnung, warum das so ist. Wer erforscht Afrika? Ein Blick in die Forschungsstatistik ist erschreckend. Der Klimawandel in Afrika wird vor allem außerhalb Afrikas erforscht. Und das meiste was wir über Afrika wissen basiert auf Studien die von außerhalb Afrikas stammen. Diese ungleiche Förderbedingungen beeinflusst den ganzen Rest der Erkenntnis über Afrika Afrikas Burning Embers: Die Schlüsselrisiken Das IPCC hat drei Schlüsselrisiken für Afrika identifiziert: Biodiversität, Nahrungsmittelproduktion und Gesundheit/Sterblichkeit. Wie da die Lage aussieht, zeigt Abbildung 9.6: Die Risiken sind jetzt schon überall moderat und werden definitiv noch hoch werden. Und wenn wir nicht radikal umdenken und bei einer globalen Erwärmung von mehr als 2 Grad landen, dann wird zumindest bei Biodiversität und Gesundheit ein sehr hohes Risiko erreicht. Das heißt: Mehr als 50 Prozent der Spezies können lokal aussterben, bis zu 18 Prozent droht ein totales Aussterben. In großen Teilen Afrikas wird es mehr als 100 Tage pro Jahr geben, wo die Hitze tödlich ist und Millionen Menschen werden unter der Hitze leiden. Anpassungen für Afrika: Geld ist wichtig! Es gibt diverse Möglichkeiten sich an die Klimakrise anzupassen. Dafür braucht es aber vor allem Geld. Das sollte Afrika eigentlich bekommen, so hat es der Rest der Welt beschlossen. Das vereinbarte Geld (100 Milliarden US-Dollar pro Jahr ab 2020) kommt aber nicht an. Und die Kosten steigen schnell! Um bis zu 50 Milliarden Jahr pro Jahr, wenn alles super läuft mit dem Klimaschutzt, bis zu 437 Milliarden pro Jahr, wenn nicht. Aber anpassen ist immer noch billiger als nichts tun! Ein Anfang wäre: Den afrikanischen Ländern ihre Schulden erlassen damit sie das Geld in Klimaschutz investieren können. Klimawissen in Afrika Um etwas gegen die Klimakrise zu unternehmen müssen die Menschen Bescheid wissen. Das Klimawissen in Afrika liegt bei 39 Prozent (d.h. so viele Menschen wissen um die Krise und ihre Ursachen). Die Schwankungsbreite ist aber enorm. Wo sind die Messstationen in Afrika? Afrika hat viel zu wenige Messstationen als dass wir vernünftige Daten sammeln könnten: Aber wir wissen: Die meisten Länder dort werden in Zukunft Temperaturen erleben, die es dort noch nie gegeben hat! Gletscher in Afrika (sind sehr bald weg) Afrika hat auch Gletscher, aber nicht mehr lange. Am Mount Kenya ist schon die Hälfte weg, in den Rwenzori-Bergen ebenfalls. 2030 werden die Gletscher dort weg sein und auf den anderen hohen Bergen wird es 2040 so weit sein. Tourismus in Afrika Tourismus macht 8,5% des BIPs in Afrika aus. Das ist nicht wenig. Aber in Zukunft wird es schwierig. Die afrikanischen Strände werden durch den Meeresspiegelanstieg beeinträchtigt; die Wasserknappheit macht das Leben nicht nur für die Menschen vor Ort schwer sondern auch für Tourist:innen. Wenn Flora und Fauna verschwinden wird es auch keinen Wildlife-Tourismus mehr geben und wenn die Wasserknappheit ikonische Sehenswürdigkeiten wie die Victoria-Fälle zerstört, fällt das auch weg. Klimawandel und Gewalt Mit der Hitze steigt die Gewalt; einerseits direkt durch die psychologischen Auswirkungen, andererseits durch indirekte Effekte, wenn zum Beispiel Wetterereignisse die Lebensgrundlage der Menschen zerstören. Das gilt nicht nur für Afrika, dort ist man nur besonders betroffen. Kulturelles Erbe in Afrika Afrika besitzt jede Menge kulturelles Erbe. Allein 96 Welterbestätten der UNESCO befinden sich in Afrika. Zum Beispiel viele uralte Felsmalereien - es gibt aber kaum Forschung zu den Auswirkungen der Klimakrise auf diese Kunstwerke. Viele der Welterbestätten sind gefährdet, wie die Liste der UNESCO zeigt. Es gibt aber auch immaterielles Kulturerbe (als Beispiel hier die Liste für Österreich und für Deutschland). Auch das ist gefährdet, zum Beispiel das Yobe-Fischfestival. Und wer das nicht für relevant hält, sollte noch mal nachdenken… Ausblick auf Kapitel 10: Asien Was die Klimakrise in Asien verursachen wird, werden wir uns in der nächsten Folge anschauen. Podcast- und Buch-Tipps Wer Nachrichten hören will, die ein bisschen über den Tellerrand hinaus und durchaus auch mal nach Afrika schauen, sollte dringend den Podcast “Die Wochendämmerung” von Holger Klein und Katrin Rönnicke hören. Und wer mehr über nachhaltige und klimafreundliche Landwirtschaft erfahren will, kann das Buch “Alles bio-logisch?” von David Spencer lesen, das Florian [hier besprochen hat](https://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2022/04/30/wunderbare-pflanzen-und-die-faszination-der-ue-ei-warnhinweise-die-buchempfehlungen-vom-april-2022/=. Weiterführende Informationen Kapitel 9 des zweiten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian

  3. DK040 - Wer Armut bekämpft schützt auch das Klima
    09.05., 07:0001:19:28

    …und warum gibt es immer noch kein Tempolimit in Deutschland? DK040 - Wer Armut bekämpft schützt auch das Klima …und warum gibt es immer noch kein Tempolimit in Deutschland? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. In Folge 40 geht es um Kapitel 8 im zweiten Teil und das handelt von Armut und den Lebensgrundlagen der Menschheit. Die armen und benachteiligten Menschen sind ungerechterweise auch am stärksten vom Klimawandel betroffen. Aber wie sich zeigt: Wenn wir dafür sorgen, dass weniger Menschen arm und benachteiligt sind, dann ist das auch sehr gut für das Klima. Und für den Rest der Welt sowieso. Außerdem reden wir in der Folge auch noch über Klimaspiele und entdeckten ein paar wahrhaft seltsame Bilder im IPCC-Bericht. Rückblick auf Kapitel 7 Im letzten Kapitel und der letzten Folge ging es um die Klimakrise und die Krankheiten. Und die Zusammenhänge sind leider zahlreich und nicht sonderlich super für die Zukunft. Was macht anfällig für Armut und warum? In Kapitel 8 geht es um Armut und die Lebensgrundlagen. Bei der Beurteilung des Risikos durch die Klimakrise haben wir ja immer drei Aspekte berücksichtigt: Die Gefahr, das Ausgesetztsein und die Vulnerabilität. Jetzt geht es um aber vorerst nur um den letzten Punkt und die Frage: Wie anfällig für die Klimakrise macht Armut? Wer jetzt schon arm ist wird in Zukunft noch ärmer werden, sofern keine Maßnahmen getroffen werden. Schon jetzt haben die ärmsten 40% der Bevölkerung 70% höhere Verluste gehabt als die reicheren Bevölkerungsschichten. Armut macht auch durch Migration anfällig: Wenn man flüchten muss, dann kann man aus dem System fallen und wenn man nicht weiß wo die Menschen sind, kann man ihnen auch nicht helfen. Aber nicht nur Armut, auch andere Eigenschaften machen anfällig. Alter zum Beispiel oder das Geschlecht: Frauen haben weniger Möglichkeiten sich an den Klimawandel anzupassen wenn sie von Diskriminierung betroffen sind. Auch zwischen Klimakrise und Rassismus gibt es Zusammenhänge (kann man zum Beispiel in diesem Video von John Oliver sehen). Die marginalisierten Gruppen haben auch am wenigsten Einfluss auf die politischen Entscheidungen. Man muss alle Maßnahmen daher immer intersektional denken und nicht isoliert. Denn auch das ist Klimagerechtigkeit: Die unterschiedlichen Anfälligkeiten berücksichtigen und die Anfälligkeiten reduzieren. Die Lebensgrundlagen Die Lebensgrundlagen sind das, was man zum überleben braucht. Und das ist einiges. Aber zwei der Grundlagen sind durch die Klimakrise besonders gefährdet. Nämlich die Gesundheit und die Ernährung (wenn das Klima zB die Landwirtschaft schädigt). Die Lebensgrundlage armer Haushalte basiert aber ganz massiv auf Landwirtschaft und der Gesundheit, die nötig ist um diese Arbeit zu machen. Deswegen sind in der Hinsicht zwei Klimagefahren besonders relevant: Erwärmung und Dürren. Denn Stürme, Überschwemmungen, etc betreffen eher privates Vermögen; Dürre und Hitze schädigen aber Wälder, Wiesen usw, also gemeinsame Lebensgrundlagen und deswegen sind die Auswirkungen auf alle auch heftiger und bleiben uU auch dauerhaft. Wie generell mit den Risiken aussieht, zeigt Abbildung 8.7: Wie behindert der Klimawandel die Armutsbekämpfung? Generell sorgt die Klimakrise für eine Verschlechterung der allgemeinen Lebensbedingungen; er behindert die Ernährungssicherheit, den Zugang zu Wasser, zerstört Lebensraum, sorgt für die Ausbreitung von Krankheiten und verschärft Ungleichheiten. Und es gibt Überschneidungen zwischen Gefahren durch das Klima und der Entwicklung der Gesellschaft. Will man armen Menschen bei der Anpassung an den Klimawandel helfen, dann muss man nicht nur das Klima berücksichtigen, sondern auch die Entwicklungen in der Gesellschaft. Viele Klimamaßnahmen probieren das Ausgesetztsein durch Gefahren zu reduzieren. Aber kümmern sich nicht um die strukturelle Anfälligkeit die durch Armut entsteht. Oder anders gesagt: Wir behandeln Symptome, nicht die Ursachen. Dazu kommen noch nichtklimatische Faktoren: Verstädterung, Kapitalismus, etc und das verschärft alles weiter. Die Auswirkungen können sich über Generationen erstrecken. Anpassungsmaßnahmen müssen besonders zeitnah passieren, sie müssen gezielt sein, nachhaltig und vor allem integrativ gedacht werden. Was wenn nix getan wird? Wenn niemand was tut, dann reagieren die Menschen trotzdem, was sollen sie auch sonst tun? Aber sie reagieren halt autonom und das kann zu Fehlanpassungen führen. Ein Beispiel aus dem Bericht stammt aus Ghana, wo Landwirtschaft durch Dürre und eingeschränkte Wassernutzung nicht mehr möglich war. Also haben die Bauern Bäume gefällt und Holz und Holzkohle verkauft. Das ist zwar aus individueller Sicht verständlich, aber für den Klimaschutz nicht hilfreich. Was sonst noch passiert, wenn die Menschen sich selbst helfen (müssen): Es kommt zu nicht genehmigter Migration, zu illegalem Bergbau, zu Wilderei, Piraterie, Erpressung, Entführung oder Schmuggel. Also sollte man den Leuten doch lieber helfen! Die Vermessung der Anfälligkeit Wie misst man Anfälligkeit? Üblicherweise über finanzielle Verluste, also in Dollar oder Euro. Daraus folgt eine Priorisierung für den Schutz wirtschaftlicher Werte und das berücksichtigt arme Menschen nicht denn die haben nicht viele wirtschaftliche Werte. Nichtwirtschaftliche Verluste sind aber sehr schwer erfassbar. Wenn zum Beispiel Kultur verloren geht, Bibliotheken, usw, dann fehlt es an Bildung und die ist ein enorm wichtiger Antrieb für den Ausstieg aus der Armut. Der Wert” hängt außerdem auch von kulturellen Normen der jeweiligen Gesellschaft ab. Soziale Kipppunkte Es gibt keine lineare Beziehung zwischen einem Klimaevent und einer gesellschaftlichen Veränderung. Sondern durchaus auch spontane Übergänge. Zum Beispiel von einer Demokratie zu einem diktatorischen Regime. Oder von einer stabilen Lebensmittelversorgung zu einer Hungersnot. Und solche sozialen Kipppunkte verändern eine gesellschaft grundlegend. Sie können auch noch vor erreichen der Klimakipppunkte ausgelöst werden. Anpassungsmaßnahmen und Klimaspiele Schon die Erwartung von Klimaänderung kann schon soziale/politische Veränderung auslösen. Ein Beispiel: Erwartet man sich weniger Schnee, werden Skigebiete geschlossen, obwohl eigentlich noch Schnee da wäre. In Österreich macht man es aber anders, wie Florian berichtet. Wie schwierig es ist, Anpassungsmaßnahmen mit gesellschaftlichen Strukturen abzustimmen zeigt das “Climate game” und wer es gern ein wenig retro hat, kann sich das Spiel “Ökolopolis” anschauen (oder hier probieren es zu spielen). Der Kapitalismus ist auch ein Problem und beschränkt unsere Anpassungsmöglichkeiten. Zitat aus dem Bericht: “Anpassungsmaßnahmen sollten das vorherrschende Marktversagen ausgleichen, tun das aber nicht immer” Wir brauchen eine klimaresiliente Entwicklung, wir brauchen eine Synergie zwischen Anpassung und Abschwächung und Entwicklungsstrategien. Wie so etwas aussieht, zeigt Abbildung 8.13: Der Zugang zu Elektrizität ist Voraussetzung für fast alle Anpassungen und Armutsbekämpfung bedeutet Anpassung an den Klimawandel! Komische Bilder aus Kapitel 8 Ohne Worte: Vorschau auf Kapitel 9: Afrika Mit dem nächsten Kapitel widmen wir uns den Regionen der Welt und schauen genau hin, wie sich die Krise dort auswirkt. Den Anfang wird Afrika machen. Sonne und Stahl Wer noch mehr über Lösungen und Anpassungmaßnahmen erfahren will, kann in den Podcast “Sonne und Stahl” von Andreas Sator reinhören. Die beiden erwähnten Bücher von Tom Standage heißen “A Brief History of Motion: From the Wheel, to the Car, to What Comes Next” und “The Neptune File: A Story of Astronomical Rivalry and the Pioneers of Planet Hunting” (auf deutsch: “Die Akte Neptun”). Weiterführende Informationen Kapitel 8 des zweiten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian

  4. DK039 - Das Klima und die globale Bürde der Krankheit
    02.05., 07:0001:30:44

    …und was haben wir von Corona über die Klimakrise gelernt? DK039 - Das Klima und die globale Bürde der Krankheit …und was haben wir von Corona über die Klimakrise gelernt? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. In Folge 39 wird die Klimakrise persönlich. Wir reden über Kapitel 7 und darüber, wie sich die Klimakrise auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden auswirkt. Wenig überraschend nicht sonderlich positiv. Krankheiten und Krankheitserreger können sich stärker ausbreiten. Hitzestress macht uns krank und schränkt unser Wohlbefinden ein. Und wenn wir nicht krank werden, dann müssen wir uns über Migration und Konflikte Gedanken machen. Kapitel 7 ist definitiv nicht lustig, aber auf jeden Fall relevant. Vor allem wenn man bedenkt, dass wir gerade in Europa nicht sehr gut vorbereitet sind auf das, was da kommen kann. Rückblick auf Kapitel 6 Wir schauen noch mal kurz auf das letzte Kapitel und die Klimakrise in den Städten. Was will Kapitel 7 In Kapitel 7 geht es um Gesundheit und Wohlbefinden. Das ist ein relevantes Thema, aber Medizin sagt Florian nicht sonderlich zu. Nicht aus Desinteresse, sondern weil es ihn ein wenig davor gruselt zu erfahren, auf wie viele Arten man krank werden kann. Neben den Auswirkungen der Krise auf die Gesundheit geht es in Kapitel 7 aber auch um Migration und Konflikte. Was heißt eigentlich gesund? Zuerst muss mal geklärt werden, was “gesund” eigentlich heißt. Nämlich “a state of complete physical, mental and social wellbeing and not merely the absence of disease or infirmity”, laut Definition der WHO. “Wohlbefinden” ist nicht ganz so leicht zu definieren. Ganz allgemein geht es dabei darum, dass die positiven Emotionen vor den negativen Emotionen vorherrschen. Darum, dass man mit dem Leben zufrieden ist; das man darin Bedeutung findet; das man Ziele hat und sie auch verfolgen kann und sinnvolle Beiträge zur Gesellschaft leisten kann. Das alles exakt zu definieren ist schwierig, aber zumindest weiß man, dass das Wohlbefinden vom Einkommen und vom Zugang zu Nahrungsmitteln abhängt. Und vom Zugang zur Natur. Vulnerable Gruppen So wie immer gibt es auch hier Gruppen, die stärker betroffen sind als andere. Und es sind leider die selben Gruppen, die sonst auch stärker betroffen sind. Frauen und Mädchen zum Beispiel, die von der Klimakrise gesundheitlich stärker betroffen sind, physisch wie psychisch. Genau so wie Kinder und alte Menschen. Und generall alle gesellschaftlichen Randgruppen. Die globale Bürde der Krankheit Wenn man sich mit Krankheiten beschäftigt, braucht es Maßzahlen und eine davon ist DALY, die Zahl der “disability-adjusted life years”, der “verlorenenen gesunden Lebensjahre”. Also die Jahre, die man durch vorzeitigen Tod und Leben mit Krankheit verliert. Je weniger das sind, desto besser und desto geringer die “globale Krankheitsbürde” um die man sich kümmern muss. 2019 gab es 39,5 Millionen Todesfälle an klimasensitive Krankheiten (70% aller Todesfälle) was 1,5 Milliarden DALYs entspricht aber nicht heißt, dass alle diese Todesfälle der Klimakrise zuzuschreiben sind. Aber all diese Krankheiten können prinzipiell vom Klima beeinflusst werden. Wie das Klima uns jetzt schon krank macht Wenn Temperatur, Niederschlag und Luftfeuchtigkeit sich verändern, dann ändert sich auch die Art und Weise wo und wie sich Krankheitserreger sich verbreiten können. Malaria zum Beispiel oder das West-Nil-Fieber, das 2018 zum ersten Mal in Deutschland aufgetreten ist und 2019 auch das erste Mal dort einen Menschen betroffen hat. Auch die Zecken breiten sich aus, weiter nach Norden und weiter nach oben. Es ist allerdings schwer zu sagen, wie sich das Klima exakt auf Krankheiten auswirkt, weil auch so viele andere (wirtschaftliche, gesellschaftliche, etc) Faktoren einen Einfluss darauf haben. Corona und das Klima Die COVID-19 Pandemie hat uns einerseits vor Augen geführt, dass Zoonosen wie die durch das Coronavirus übertragene Krankheit in Zukunft vermehrt auftreten können, weil das Klima und die menschliche Aktivität die Lebensräume von Tieren verändern. Und wir haben gemerkt, wie wichtig wissenschaftliche Information ist. Was wir auch gelernt haben: Die Politik neigt dazu, Warnungen zu ignorieren. Klima, Kreislauf und Allergien Die Hitze sorgt dafür, dass Herz- und Kreislauferkrankungen heftigere Folgen haben. Genau so übrigens wie Waldbrände. Und mangelnder Sport, der wegen der Hitze nicht gemacht werden kann. Veränderte Staubströmungen in der Luft, Ozon und andere Faktoren beeinflussen die Lungenkrankheiten. Und Allergien werden sich auch verändern und öfter auftreten. Krebs wird ebenfalls von der Klimakrise beeinflusst. Alles nicht so toll… Wenn das Wetter uns krank macht Zwischen 1980 und 2017 hat man in den 150 bevölkerungsreichsten Städten der Welt einen Anstieg von 500% bei den extremen Hitzeereignissen gesehen. Der Hitzestress schränkt den Sport frei, aber auch die Arbeit (im Freien). China hat 2019 durch die Hitze 0,5% seiner kompletten Arbeitskraft eingebüßt. Das Risiko durch hitzebedingte Krankheiten zu sterben stieg während der Hitzewelle von 2003 in London um 70% und in Paris um 20%. Mehr als ein Drittel aller hitzebedingten Todesfälle können dem Klimawandel zugerechnet werden, was einer Sterblichkeit von 2.2 pro 100.000 Menschen entspricht. Mehr Vergiftung dank Klima Wenn der Permafrost-Boden auftaut, können Giftstoffe frei werden, die sich dort angesammelt haben. Und über die Nahrungskette auch zu uns gelangen. Hurra. Klima und psychische Krankheiten Wenn die Durchschnittstemperatur 30 Grad übersteigt dann gibt es auch um 0,5% mehr psychische Krankheitsfälle (im Vergleich zu Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad). Wenn die Temperatur um 1 Grad steigt (über 5 Jahre), dann steigen die psychischen Krankheiten um 2 Prozent. Und die Suizidfälle um 0,7 bis 2 Prozent. A US study found mental health problems increased by 0.5% when average temperatures exceeded 30°C, compared to averages between 25–30°C; a 1°C warming over 5 years was associated with a 2% increase in mental health problems. Migration und Konflikt Die Klimakrise verändert die Migration, das ist klar. Unklar ist, in welchem Ausmaß das stattfinden wird. Aber je mehr Menschen freiwillig migrieren (können) und je freier die Migration stattfinden kann, desto besser sind die Benefits für alle. Dazu braucht es aber politische Unterstützung. Ursachen für Migration gibt es leider jede Menge: Was die Konflikte angeht können die auch durch die Klimakrise verstärkt werden. Aber: Mit ausreichend viel politischer Vernunft und Diplomatie kann man das alles in den Griff kriegen. Muss man halt auch machen. Was bringt die Klimazukunft für die Krankheiten? Selbst wenn es gut läuft mit dem Klimaschutz werden wir bis 2050 circa 250.000 zusätzliche Todesfälle pro Jahr haben und bis zu 9 Millionen pro Jahr, wenn wir den Klimaschutz schleifen lassen. Je niedriger die globale Erwärmung, desto geringer das Risiko: Was tun wir jetzt? Im Pariser Klimaabkommen haben die Länder der Welt auch Maßnahmen für die Gesundheitssysteme vorgestellt. Dabei fällt auf: Reiche Ländern sind tendenziell schlecht vorbereitet: Ein paar sinnvolle Maßnahmen kann man in Tabelle 7.4 sehen: Klimaanlagen helfen zwar, sind aber langfristig eine schlechte Entscheidung. Vor allem, weil es nachhaltigere Wege kriegt. Am wichtigsten aber ist: Effektive politische Entscheidungen können die Risiken auch effektiv senken. Dafür fehlt es aber an Geld. Dabei wäre es so einfach: Alles was gut für den Klimaschutz ist, ist auch gut für unsere Gesundheit. Vorschau auf Kapitel 8: Klimagerechtigkeit In Kapitel 8 wird es um Armut und die Lebensgrundlage der Menschen gehen. Oder einfacher gesagt: Um Klimagerechtigkeit. Abstimmen und Zusehen Wer für “Das Klima” beim Deutschen Podcastpreis stimmen will, kann das hier tun. Und Claudias Vortrag bei der “One Planet Left”-Konferenz am 5. Mai kann man sich hier ansehen. Weiterführende Informationen Kapitel 7 des zweiten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian

  5. DK038 - Europas Städte kriegen Probleme
    25.04., 07:0001:29:03

    …und wo wachsen die unsichtbaren Pflanzen? Wir würden uns freuen, wenn ihr für unseren Podcast beim "Deutschen Podcastpreis" abstimmt. DK038 - Europas Städte kriegen Probleme …und wo wachsen die unsichtbaren Pflanzen? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. In Folge 38 geht es um die Städte. Und um alles, was im Einflussbereich der Städte liegt. Städte sind Klimatreiber. Und die Infrastruktur der Städte ist relevant für so ziemlich alles. Es kommt darauf an, wie wir sie organisieren, wenn die Städte den Risiken des Klimas gewachsen sein sollen. Was sie nicht sind, vor allem nicht die Städte in Europa. Dabei gäbe es genug was man tun könnte und was vergleichsweise einfach wäre. Mehr Grün- und Naturraum. Mehr Radwege und weniger Straßen für Autos. Und vor allem: Es braucht politischen Durchsetzungswillen. Ein Missverständnis aus Teil III Am Anfang schauen wir kurz voraus, auf Teil III des Berichts und klären ein Missverständnis auf, das in den Medien aufgetaucht ist: Wir haben nicht mehr so viel Zeit wie wir vielleicht gedacht haben. Rückblick auf Kapitel 5 Wir schauen noch mal kurz auf das letzte Kapitel und das Essen, das uns dort beschäftigt hat. Was will Kapitel 6 Kapitel 6 handelt von Städten und Siedlungen und darum, wie man nachhaltige Städte baut. . Städte sind Klimatreiber und es geht nicht nur um die Stadt an sich sondern auch um das ganze Umland und die vielen Verknüpfungen die aus den Städten entwachsen. Was ist eigentlich ne Stadt? Was eine “Stadt” ist kann man nicht immer so einfach definieren. Der Unterschied zwischen “urban” und “rural” ist eher ein Kontinuum. Aber in Kapitel 6 geht es um “halbdicht besiedelte Gebiete”, also mindestens ein paar miteinander vernetzte Dörfer. Vor allem aber geht es um die Infrastruktur. Die Farbenlehre der Infrastruktur Infrastruktur ist bunt, zumindest in der Theorie. Es gibt drei Arten, nämlich erstens die soziale Infrastruktur. Die hat noch keine Farbe, umfasst aber alles was das öffentliche Leben bestimmt, die Theater, die Schulen, die Krankenhäuser, Unis, aber auch soziale Sicherheitsnetze, Versicherungen, und so weiter. Dann gibt es auch noch graue Infrastruktur, womit die physischen Strukturen gemeint sind. Straßen, Schienen, Kanäle, Technik, Strom, Transport, und so weiter. Und schließlich sind da noch blaue und grüne Infrastruktur, also alles was mit Wasser und Pflanzen zu tun hat. Es ist ein komplexes System und wenn da irgendwo ne Störung ist, dann ist potenziell alles gestört. Auch die Menschen spielen eine Rolle: Wenn Menschen sich anderswo ansiedeln, dann ändern sich die Finanzen einer Stadt und das hat Auswirkungen auf die Infrastruktur. Risiken für Städte Die vom Klima ausgelösten Risiken für die Städte betreffen die Infrastruktur, aber auch die Menschen. Wenn zum Beispiel die Hitze dank schlechter Infrastruktur zu “Hitzeinseln” führt, dann beeinträchtigt das die Kinder in der Schule. Und in ihrer Freizeit. Und andere Menschen auch. Das kostet: aus medizinischer Sicht, für Klimaanlagen, usw und das können sich nicht alle leisten. Womit die Hitze auch die soziale Infrastruktur betrifft. Und wenn man was dagegen unternimmt kann es sein, dass man eine “grüne Gentrifizierung” kriegt; sich die Menschen es also nicht mehr leisten können, in der klimafreundlichen Gegend zu wohnen. Klimaanpassung muss immer sozial gerecht und nachhaltig sein. Risiken für das Gesundheitssystem Das Gesundheitssystem kann natürlich auch betroffen sein. Wenn die Infrastruktur gestört ist, können nicht nur Krankenhäuser physisch betroffen sein. Auch das Personal kann dann vielleicht nicht mehr in die Einrichtungen. Die Auswirkungen sind immer mehr als die Summe der Teile. Unsere Städte sind nicht vorbereitet Eine Studie hat 517 Städte in Europa untersucht um rauszufinden wie viele anfällig für Klimarisiken sind. Knapp 100 davon sind gleich von mindestens 2 Risiken betroffen, was doof ist, weil man sich dann von einem Ereignis langsamer erholen kann. Und so gut wie keine Stadt hat die Pläne (sofern vorhanden) zum Klimaschutz schon umgesetzt. : Wie viele Diese Lücke zwischen Risiko und Anpassung heißt wenig überraschend die “Anpassungslücke”. Und wie das global aussieht, kann man sich in Abbildung 6.4. anschauen: Es schaut also nicht so gut aus für die europäischen Städte. Und selbst das was wir planen, wird nur für Verbesserungen für die wohlhabenden Menschen führen. Was können wir tun? Man kann jede Menge Sachen tun um die Städte klimasicherer zu machen. Frühwarnsysteme helfen und damit sind nicht (nur) Sirenen gemeint, sondern auch soziale Maßnahmen. Man soll die Erfahrung von Menschen ausnutzen die schon wissen, was man tun könnte. Sowas hilft immer und kostet kaum was. Die Infrastruktur muss redundanter werden, damit Ausfälle nicht kritisch werden. Es braucht Daten, damit man besser reagieren kann. Und bei der Bildung kann man jede Menge tun. Schulen müssen da sein, sie müssen klimasicher sein und in den Schulen kann man den Kindern was über das Klima beibringen. Dabei darf man aber auch die Erwachsenenbildung nicht vergessen. Und das kulturelle Erbe auch nicht. Bei den Anpassungen muss man sich oft entscheiden ob man altes behält oder neues schafft und wir werden viel verlieren… Ein Funken Hoffnung Was man sehr leicht umsetzen kann sind naturbasierte Lösungen. Die sind “low regret”, das heißt es ist nicht riskant, lohnt sich eigentlich immer und hat so gut wie keine negativen Auswirkungen. Man kann mehr Naturraum schaffen, das ist für so gut wie alles förderlich. Man kann Gebäude anders bauen um Hitzeinseln vermeiden. Mehr Gründächer, die Straßen verschmälern, mehr Grünstreifen. Man kann Kühlzentren errichten, Bauvorschriften ändern und sehr vielversprechend gegen Hitzestress ist es, Sonnenschutz und Isolierung zu verbessern und natürliche Belüftung von Gebäuden zu fördern. Carsharing hilft und vor allem eine bessere Infrastruktur für Rad- und Fußverkehr. Das ist extrem gut für Klimaschutz, gegen Klimarisiken und für die Gesundheit. Was man nicht tun sollte ist das, was die Stadt Wien gemacht hat. Nämlich Naturraum verringern und neue Straßen bauen. Was verhindert die Anpassung? Was behindert die Anpassung: Politische Handlungslücken! Es gibt Richtlinien. Aber die werden nicht umgesetzt! Fünf Prinzipien für klimasichere Kommunen und Städte Was man tun kann hat das Helmholtz Zentrum für Umweltforschung aufgelistet: Frühwarnsysteme verbessern und den Bevölkerungsschutz stärken Schwammfähigkeit und Speicherfähigkeit steigern Klimaprüfung von kritischen Infrastrukturen durchsetzen Klimasicherheit von Gebäuden fördern Gestaltungs- und Durchsetzungswille ist ebenso notwendig wie Kooperation und Solidarität Vorschau auf Kapitel 7: Gesundheit In der nächsten Folge wird es noch ein wenig persönlicher. Denn dann reden wir darüber, wie die Klimakrise unsere Gesundheit beeinflusst. Weiterführende Informationen https://www.deutscher-podcastpreis.de/podcasts/das-klima/ Kapitel 6 des zweiten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian

  6. DK037 - Warum essen wir immer noch Tiere?
    18.04., 07:0001:27:56

    …und gibt es in Zukunft noch genug Pflanzen zu essen? DK037 - Warum essen wir immer noch Tiere? …und gibt es in Zukunft noch genug Pflanzen zu essen? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. In Folge 37 geht es ums Essen. Genauer gesagt: Um die Nahrungsmittel die wir in der Landwirtschaft anbauen, um die Tierhaltung, um die Nahrungsmittelsicherheit, Transportketten, die Holzindustrie, um Wein, Kaffee und Kakao. Wir reden über die Auswirkungen der Klimakrise auf all die Systeme, die dafür sorgen, das wir was zu essen haben und auf all die anderen Produkte die wir aus Feld, Wald und Wiese beziehen. Die Lage sieht nicht gut aus. Aber es gibt Dinge die man tun kann. Gentechnik zum Beispiel. Oder Kamele. Oder auch einfach: Weniger Tiere essen. Das Problem ist: Für alle diese Maßnahmen steht zu wenig Geld zur Verfügung und zu wenig politischer Wille. Rückblick auf Kapitel 4 Wir schauen noch mal kurz auf das letzte Kapitel und das Wasser, das uns dort beschäftigt hat. Was will Kapitel 5 Kapitel 5 ist heftig. Nicht nur was den Inhalt angeht, sondern auch formal. Es ist das längste Kapitel von Teil II des Berichts mit jeder Menge unterschiedlicher Themen. Wir konzentrieren uns auf Landwirtschaft, Tierhaltung, Waldwirtschaft und andere Produkte die Pflanzen zu verdanken haben. Und schauen nach, wie sicher eigentlich die Versorgungskette ist. Jenseits des sicheren Klimazustandes Die Zukunft sieht aktuell eher schlecht aus. 10 Prozent der aktuell verwendeten Fläche auf der Pflanzen angebaut und Tiere gehalten werden, werden zur Mitte des Jahrhunderts nicht mehr dafür verwendet werden können. Und gegen Ende des Jahrhunderts sind es bis zu 34 Prozent. Der Hitzestress wird die Arbeitskapazität in Asien und Afrika um bis zu 50 Prozent verringern. Und bis 2050 werden auf jeden Fall 8 Millionen mehr Menschen und bis zu 80 Millionen mehr unter dem Risiko von Hunger leiden. Landwirtschaft 80 Prozent der Energie die wir aus Nahrung aufnehmen kommt - global - aus der Landwirtschaft. Vor allem von Mais, Reis, Weizen und Soja. Wie es in Zukunft mit diesen Pflanzen aussehen wird, kann man in Abbildung 5.3. ansehen: In letzten 50 Jahren haben sich die hitzebedingten Ernteausfälle in Europa verdreifacht. Ein wärmeres Klima wird auch mehr Pestizide notwendig machen. Pro Jahrzehnt wird der Ertrag von Mais weltweit um 2,3 Prozent zurück gehen, der von Soja um 3,3 Prozent, beim Weizen sind es 1,3 Prozent und Reis wird auch 0,7 Prozent pro Jahrzehnt zurückgehen. Oder anders gesagt: pro Grad globaler Erwärmung verlieren wir 10 bis 25 Prozent der Erträge. Und auch bei den anderen Pflanzen sieht es schlecht aus: Der Waldspaziergang wird schwierig Neben der Nahrung dienen Wälder, Felder und Wiesen aber auch “kulturellen Dienstleistungen”. Also Erholung, kulturellen Aktivitäten, Tourismus, und so weiter. Wie sich das durch die Klimakrise verändern wird, kann man im Detail an ausgewählten Fällen sehen und zwar in Tabelle 5.4 des Berichts. Gentechnik rettet die Welt? Was kann man tun? Man kann die Arbeitsweise in den landwirtschaftlichen Betrieben ändern. Aber das wird nicht reichen. Stattdessen könnte man Sorten durch Gentechnik widerstandsfähig machen. Das kann helfen, aber: Können sich das alle leisten? Das IPCC ist da skeptisch, was die gerechte Verbreitung solcher Techniken angeht. Was man auch tun kann: Particapatory Plant Breeding. Das heißt: Man kooperiert mit Leuten vor Ort die viel Erfahrung mit den lokalen Bedingungen haben und nutzt deren Wissen, um Landwirtschaft widerstandsfähiger zu gestalten. Das Steak ist problematisch Aus tierischer Nahrung kriegen wir aktuell 39 Prozent unseres Proteins und 18 Prozent der Kalorien. Und auch hier hat die Krise Auswirkungen. Tiere leiden unter Hitzestress, die Veränderungen in der Landschaft sorgen für veränderte Haltungsbedingungen. Und die Tiere werden krank: In den letzten 75 Jahren hat man über 220 neue zoonotische Krankheiten entdeckt. Der Hitzestress schädigt das Immunsystem zusätzlich, die Massentierhaltung macht alles nur schlimmer. Strategien dagegen kann man in Tabelle 5.7. nachlesen. Aber auch hier kann man probieren, widerstandsfähige Arten zu nutzen, zum Beispiel auch dort Kamele halten, wo man das bisher nicht gemacht hat. Wir gehen in den Wald Der Wald ist weniger als Nahrungsmittelquelle wichtig. Aber dafür natürlich für die Holzindustrie. Nur ist hier die Lage unklar; manche Bäume wachsen schneller, manche weniger. In manchen Regionen wird neuer Wald wachsen können (dort wo es jetzt kalt ist), in anderen wird der bestehende Wald sterben. Und wie es jetzt schon aussieht, zeigen zum Beispiel dramatische Bilder, die Alexander Gerst vom All aus gemacht hat Pilze und Pflanzenmedizin Pflanzen nutzen wir auch als Medizin. Oder für so spezielle Zwecke wie den Weihrauch. Was es noch alles an “diversen” Zwecken gibt, kann man in Tabelle 5.10 nachlesen. Und wer gerne Pilze sammeln will, wird in Zukunft vielleicht auch Probleme geben. Besonders für Trüffel wird ein Rückgang von bis zu 100 Prozent bis zum Ende des Jahrhunderts prognostiziert. Die Versorgungskette Es kommt aber nicht nur auf die Pflanzen und Tiere an. Wenn sie uns als Nahrung dienen, dann müssen sie auch irgendwie zu uns kommen. Die Klimakrise wird aber auch die Versorgungskette beeinflussen. Kühlung wird teurer, Transport wird teuer. Parasiten und Giftstoffe (zum Beispiel von Pilzbefall) werden häufiger und das wird die Verfügbarkeit verringern und die Kosten erhöhen. Auch da kann man was dagegen tun, wie Abbildung 5.17 zusammenfasst: Wie sicher ist die Nahrungsversorgung? Neben all den Problemen wird es auch schwieriger, die entsprechende Arbeit zur Nahrungsmittelversorgung zu leisten. Der Hitzestress hat zwischen 2000 und 2015 schon zu einem 5,3prozentigen Rückgang der Arbeitsleistung gesorgt. Das IPCC schätzt dass bis 2050 zwischen 11 und 22 Prozent mehr Menschen Gefahr laufen unter Hunger zu leiden. Die UNO hat SDGs definiert, Sustainable Development Goals bzw. Ziele zur nachhaltigen Entwicklung der Welt. SDG2 heißt “Zero Hunger” und dank der Klimakrise wird es bis 2030 nicht erreicht werden können. Was tun für Nahrungsmittelsicherheit? Man könnte zum Beispiel anderes Zeug essen? Also vor allem keine Tiere mehr; das würde sehr viel helfen. Aber wenn wir es nicht mal schauen, uns aus höchst persönlichen gesundheitlichen Gründen anders zu ernähren, dann ist es fraglich, ob wir das für den Klimaschutz tun. Man könnte durch politische Steuerungsmechanismen eingreifen. Oder auch einfach nur vernünftige vegetarische und vegane Optionen auf die Speisekarten schreiben. Die Zukunft von Kaffe und Wein Die Zukunft des Weinanbaus wird komplex. Aber wir können damit rechnen, bald eher Rotwein aus Skandinavien zu trinken anstatt aus Italien oder Frankreich. Dazu könnten wir Laborfleisch oder Insekten schnabulieren. Und der Kaffee danach kommt hoffentlich aus Plantagen, die von Bäumen durchsetzt sind, um die Hitze zu reduzieren. Das Fazit Die aktuellen Anpassungsmaßnahmen reichen nicht aus. Der Hauptgrund dafür ist das fehlende Geld. Wir könnten alles so umbauen, dass wir mit den Risiken des Klimas klarkommen. Aber das wird behindert durch Politik und Finanzen. Tja. Vorschau auf Kapitel 6: Städte Im nächsten Kapitel geht es in die Stadt. Denn auch da wird sich durch die Klimakrise einiges ändern. Weiterführende Informationen Kapitel 5 des zweiten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian

  7. DK036 - Was sollen wir trinken?
    11.04., 07:0001:15:45

    …und werden die Banken die Welt retten? DK036 - Was sollen wir trinken? …und werden die Banken die Welt retten? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. In Folge 36 geht es um Wasser. Und vor allem um Wasser in einer Form, die wir Menschen nutzen. Das tun wir natürlich wenn wir was trinken wollen und das ist schon mal eine ziemlich wichtige Art der Nutzung. Aber wir brauchen Wasser auch, wenn wir Energie produzieren wollen (öfter als man denkt), für die Landwirtschaft, die Wirtschaft, und so weiter. Die Klimakrise beeinflusst all das und sorgt in fast allen Fällen dafür, dass es immer schwieriger wird, alle Bedürfnisse zu stillen. Das führt zu Wasserknappheit, aber auch zu Problemen in der Energieproduktion. Und zu Konflikten, Kriegen und Migration. Wie sich all das entwickeln wird, ist Thema dieser Folge. Ein kurzer Vorschaublick auf Teil III Vor einer Woche ist Teil III des 6. Sachstandsberichts erschienen; ein “Dokument der Schande”, wie es UN-Generalsekretär António Guterres nennt, der auch sonst nicht so viel für Klimafeinde übrig hat. Wir reden kurz darüber, was in Teil III passieren wird, machen aber natürlich vorerst noch mit Teil II weiter. Rückblick auf Kapitel 3 In der letzten Folge des Podcasts ging es um die Ökosysteme der Küsten und Meere, also auch ums Wasser, aber vor allem als Lebensraum. Und als identitätsstiftende Geografie Schon wieder Wasser: Was will Kapitel 4? Über Wasser und Klima haben wir aus physikalischer Sicht schon in Folge 17 und Folge 18 des Podcasts gesprochen. Jetzt reden wir aber darüber, wo Wasser sonst noch wichtig ist. Nämlich quasi überall. Wasserknappheit Wasser ist im Wahrsten Sinne des Wortes ein Lebensmittel; ohne geht es nicht. Man kann länger Hunger haben als Durst und im Gegensatz zum Essen können wir nichts anderes trinken als Wasser. Wenn es weg ist, dann sterben wir. Es ist daher nicht nur wichtig, sondern auch ein politisches Thema und in seiner potenziellen Knappheit konkurriert Wasser als Lebensmittel mit Wasser als wirtschaftliche Ressource und als Grundlage der Energieproduktion. Heute krieje mer de Dampfmaschin Überraschende 95% unserer Energie stellen wir unter Verwendung von Wasser her. Da geht es nicht nur um reine Wasserkraftwerke, sondern um Wasser als Kühlmittel und vor allem Wasser um damit Dampf zu erzeugen. Denn am Ende sind Kohlekraftwerke, Atomkraftwerke, etc ja doch nur Dampfmaschinen. Wird das Wasser knapp, dann wird auch die Energie knapp. Die Wasserkraft selbst profitiert im Norden von Europa von der Klimakrise, da wird mehr möglich sein. Im Süden aber weniger. Und das schlimme ist: All die anderen Probleme die die Klimakrise mit sich bringt führt dazu, dass wir uns diese eigentlich eher klimafreundliche Technologie kaputt machen. Bei der Wasserkraft können wir das durch eine Steigerung des Wirkungsgrades vielleicht noch ausgleichen; bei anderen Energieformen aber eher nicht. Da braucht es zum Beispiel andere Kühltechniken und die müssen wir jetzt schon entwickeln und einsetzen, sonst wird das nix mehr. Am besten ist es, wir setzen auf Sonne und Wind, da spielt das Wasser die geringste Rolle. Wasserkonflikte Zu wenig Wasser bringt Konflikte. Aber Konflikte können auch weniger Wasser bringen! Dabei geht es nicht nur Kriege zwischen Ländern ums Wasser; so dramatisch muss es gar nicht sein (kann es aber). Sondern auch um Konflikte zwischen den Sektoren. Wenn das Wasser knapp ist: Kriegen wir es dann eher zum Trinken oder doch lieber für die Industrie? Wenn wir entsprechende Regeln machen, dann schafft das vielleicht neue Konflikte. Und so weiter: Es ist alles sehr komplex und es gibt noch viel zu wenig Forschung über die Auswirkungen der Wasserverfügbarkeit auf Konflikte. Steigt die Durchschnittstemperatur um 2 bis 4 Grad, dann gibt es vermutlich mehr Konflikte; das weiß man. Das gilt aber allgemein für alle Folgen der Klimakrise, die spezielle Rolle des Wassers wurde da noch nicht analysiert. Was es auch gibt sind innerstaatliche Konflikte; kein Bürgerkrieg, aber Ärger bei der Nutzung zwischen verschiedenen Sektoren oder Kommunen. Das Risiko dafür steigt um 13 Prozent, wenn es um 2 Grad wärmer wird und bis zu 26 Prozent bei einer Erwärmung von 4 Grad. Wie stark die Konflikte werden hängt auch vom Bevölkerungswachstum ab; davon ob und welche Regeln getroffen werden und wie wir uns um die Infrastruktur kümmern. Wenn wir Wasserkonflikte verhindern wollen, können wir Wasser sparen. Oder Leute umsiedeln, dorthin wo es mehr Wasser gibt. Was aber wieder zu neuen Konflikten führen kann. Aber auch eine Chance für den Frieden sein könnte, weil es zu neuen Kooperationen führt. Man kann ja auch mal optimistisch sein… Migration Migration ist ein kniffliges Thema. Normalerweise verlässt man seine Heimat nicht so einfach. Man bleibt so lange es geht. Und was “so lange es noch geht aus Klimasicht heißt” wird im IPCC-Bericht untersucht. Am Ende hängt es von den Finanzen ab: Wer kann es sich leisten zu bleiben? Wer kann es sich leisten wegzuziehen? Und natürlich auch von der Art der Änderung: Wird die Küste dauerhaft überschwemmt oder steigt zB “nur” die Anzahl an Hochwassern bei einem Fluss? Wird Landwirtschaft schwerer? Oder unmöglich. Und so weiter - und die sozioökonomische Situation spielt natürlich auch eine Rolle. Eine Studie schätzt, dass es in der EU pro Jahr wegen erhöhter Temperatur und weniger Niederschlag 98.000 zusätzlichen Asylanträgen aus Länder mit niedrigem Einkommen geben wird. Im besten Fall, wenn wir uns beim Klimaschutz nicht anstrengen können es über eine halbe Million sein. Migration, vor allem freiwillige, kann eine Anpassung an die Klimakrise sein. Ob es eine gute oder schlechte ist, dass lässt sich weder pauschal sagen, noch gibt es ausreichend Daten. Anpassungen Was kann man tun um sich auf Wasserknappheit vorzubereiten? Das sagt uns Abbildung 4.27: Was kostet es wenn wir uns nicht anpassen? Würden wir jetzt 1,8 Billionen Dollar für Frühwarnsysteme, neue Infrastruktur, den Schutz von Ökosystemen und andere sinnvolle Anpassungen ausgeben und zwar bis 2030, dann würde daraus ein Nutzen von 7,1 Billionen Dollar entstehen. Tun wir nix, wird es teuer. Man könnte auch den Preis von Wasser “anpassen” so dass weniger davon verschwendet wird. Das muss man sich aber auch erst mal leisten können. Und allein Berechnungen dieser Art können schon wieder zu neuen Konflikten führen. Katastrophen-PR Katastrophen sind laut IPCC-Bericht das “public face of climate change”. Oder anders gesagt: Wenn sie schon zu sonst nichts gut sind, dann kann man sie zumindest aus kommunikatorischer Sicht nutzen, um die Menschen auf die Gefahren der Klimakrise und die Notwendigkeit zu Handeln hinzuweisen. Weiterführende Informationen Kapitel 3 des zweiten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian

  8. DK035 - Was hat das Meer je für uns getan?
    04.04., 07:0001:17:23

    …und warum macht CO2 die Fische dumm? DK035 - Was hat das Meer je für uns getan? …und warum macht CO2 die Fische dumm? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. In Folge 35 geht es um Ozeane und Küsten. Die dortigen Ökosysteme sind durch die Klimakrise natürlich auch massiv bedroht. Vor allem die Korallen, was durchaus auch denen Sorgen machen sollten, die nicht regelmäßig auf Tauchurlaub fahren. Korallenriffe oder Seegraswiesen sind nicht nur für sich genommen wertvolle Ökosysteme und voller Biodiversität, sondern schützen auch die Küsten für uns Menschen. Man neigt sowieso dazu, das Meer zu unterschätzen. Es hat nicht nur biologischen, sondern auch kulturellen Wert und ist für viele Menschen identitätsstiftend. Es ist voller Möglichkeiten und Optionen für die Zukunft, die wir nicht leichtfertig verlieren sollten. Deswegen handelt diese Folge nicht nur von den Folgen der Klimakrise für die Meere sondern auch von den Optionen die war haben, um sie zu schützen. Überraschung: Irgendwelche großen Mauern oä bauen ist nicht die optimale Lösung. Außerdem brauchen wir mehr Geld. Und Tipps, wo man die besten Fischbrötchen kriegt. Rückblick auf Kapitel 2 Wir schauen nochmal kurz auf Kapitel 2 und die Pinguine. Die uns in Kapitel 3 leider nicht mehr begegnen werden. Was will Kapitel 3 Kapitel 3 überrascht uns zuerst mit einer praktischen Liste von Abkürzungen. Dann geht es aber gleich weiter mit einem Worst of Klimafolgen. Es wird noch einmal alles aus Kapitel 9 des ersten Teils des Berichts wiederholt. Nur falls jemand vergessen haben sollte, dass es nicht gut aussieht für die Meere. Die Geschwindigkeit des Klimas Wir lernen das spannende Konzept der ”climate velocity” kennen. Damit beschreibt man, mit welcher Geschwindigkeit Populationen von Lebewesen ihren Lebensraum verändern müssen, um die Erwärmung der Meere auszugleichen. Grafisch sieht man das in Abbildung 3:3 Im Schnitt beträgt die Klimageschwindigkeit seit 1950 60 km/Jahrzehnt. Und die jahreszeitlichen Ereignisse passieren 4 bis 7 Tage pro Jahrzehnt früher (für Plankton; bei Fischen sind es 3 Tage pro Jahrzehnt). Diese Verschiebungen können große Probleme verursachen und noch dazu macht das CO2 in den Meeren die Fische auch direkt dümmer. Wir müssen gefälligst die Korallen retten! Warmwasserkorallen-Ökosysteme beherbergen ein Viertel der Biodiversität in den Ozeanen. Sie liefern Nahrung und schützen die Küsten. Sie sind jetzt schon gefährdet und werden in Zukunft nur noch mehr gefährdet werden. Vorhersagen früherer Berichte über eine Steigerung der Korallenbleiche am Great Barrier Reef sind genau so eingetreten. Und die aktuellen Vorhersagen gehen davon aus, dass sich die Riffe global bei einer CO2-Konzentration von 560 ppm beginnen aufzulösen. Wenn wir nichts tun, sind sie bis 2100 verschwunden. Was man auch in Abbildung 3.13. sehen kann: Wer im Detail wissen möchte, wie man Korallenriffe schützen kann, kann das in “Under a White Sky: The Nature of the Future” (auf deutsch “Wir Klimawandler: Wie der Mensch die Natur der Zukunft erschafft”) von Elizabeth Kolbert nachlesen. Seegrass vs Seeigel Noch unterschätzter als Korallen sind Seegras und Seetang. Das sind quasi die Wälder und Wiesen der Meere und sie bieten den Lebewesen dort den gleichen Schutz. Auch sie sind massiv bedroht und wenn sie einmal verschwunden sind, kommen - anscheinend - Seeigel. Seeigel-Ökosysteme sind sehr viel weniger artenreich und es ist schwierig, Seegras und Seetang wieder “aufzuforsten” wenn sie einmal weg sind. Vögel, Säugetiere und Massensterben Wie es den Vögel und Säugetieren gehen wird, die in und an den Meeren leben, kann man in Abbildung Box 3.2. 1 sehen. Nicht gut! Und wer noch nicht genug hat: Sollten wir es tatsächlich schaffen, die Erde um mehr als 5,2 Grad zu erwärmen, dann ist mit einem Massensterben der marinen Spezies zu rechnen. Nicht übertreten bitte Das wir die Erderwärmung nicht nur so niedrig wie möglich halten sollten, sondern auch aufpassen müssen, dass sie nicht zu lange zu hoch bleibt, zeigt Unterkapitel 3.4.4. Schon wenn wir kurz über 1,5 oder 2 Grad kommen, kann das massive und irreversible Folgen haben, selbst wenn die Temperatur bis 2100 dann wieder sinkt. Das, was wir in diesem Jahrhundert mit den Meeren anstellen wird Folgen haben, die bis weit ins 22. und 23. Jahrhundert reichen. Was hat das Meer je für uns getan? Am Meer macht man Urlaub, aus dem Meer holt man Fisch und übers Meer fährt man mit dem Fisch. Diese “Dienstleistungen” der Ozeane sind allen bekannt. Da ist aber noch viel mehr! Das Meer regelt Klima und Luftqualität. Es liefert Energie, Mineralien, Medizin, Ressourcen. Und es bringt Inspiration und Identität! All die indigenen Völker, die am Meer leben ziehen einen Teil ihrer kulturellen Identität daraus und auch das geht verloren, wenn wir die Meere nicht schützen. Das Meer inspiriert neue wissenschaftliche Entdeckungen und bildet Schüler_innen und Jugendliche. Und vor allem: Das Meer bietet die Möglichkeit zur _”Maintenance of options: Existence of opportunities to develop new medicines, materials, foods, and resources, or to adapt to a warmer climate and emergent diseases.”_ Von den Menschen, die durch die Fischerei aus den Meeren leben, sind sehr viele Frauen, die durch die Klimakrise auch hier überdurchschnittlich stark betroffen sind. Und - wen überrascht es - wenn wir so weitermachen wie bisher, sind 60 Prozent der Fischereibetriebe der Welt bedroht. Reef Grief und die Kultur des Meeres Wenn das Meer und die Küsten krank werden, macht das auch uns Menschen krank. “Reef Grief” ist ein reales Phänomen. Das nennt sich Solastalgie und beschreibt die psychischen Folgen die die Zerstörung der eigenen Heimat mit sich bringen. Einen Anstieg entsprechende psychische Erkrankungen kann man jetzt schon beobachten, in Tuvalu, in Alaska oder Honduras. Ausgelöst durch die schon stattgefundenen Klimaschäden und die Angst vor dem was noch kommt. Wie schützt man die Küsten? Was kann man tun, um die Risiken der Klimakrise an den Küsten zu verringern? Jede Menge, wie Abbildung 3.23 zeigt. Dabei bringt es weniger, irgendwelche Schutzmauern zu bauen oder Sandstrände aufzufüllen. Das kostet mehr und nutzt weniger als wenn man “nature based solution” anwendet. Also zum Beispiel Riffe oder Mangrovenwälder zu schützen. Die schützen dann nämlich auch unsere Küsten für uns. Und das deutlich nachhaltiger. Im Detail kann man sich die Lösungsstrategien in den Tabellen 3.28, 3.29 und 3.30 des Berichts anschauen. Tourismus und Wirtschaft Tourismus kann - in Form von Ökotourismus - Bewusstsein für die Probleme schaffen. Aber wenn die Klimakrise voranschreitet und zum Beispiel das Eis der Polarregionen schmilzt, eröffnet das neue Schifffahrtsrouten. Über die mehr noch mehr Touristen in die Regionen kommen. Was noch mehr Eis schmelzen lässt. Tja. Das Haupthindernis beim Schutz der marinen Ökosystem ist Geld. Beziehunsgweise sein Fehlen. Es ist einfach zu wenig da; mit dem was aktuell ausgegeben wird, lässt sich die Sache nicht erledigen. Welche Jobs sind bedroht? FAQ 3.4 des Berichts stellt sich die Frage, welche Jobs durch die Klimakrise in Bezug auf die Meere am meisten bedroht sind. Wenig überraschend alles was mit Fischerei und Tourismus zu tun hat. Aber auch: Alle Jobs die von Leuten ausgeübt werden die am Meer wohnen! Vorschau auf die nächste Folge In der nächsten Folge des Podcasts werden wir uns mit Kapitel 4 von WGII beschäftigen. Da geht es wieder mal ums Wasser; diesmal aber um die großen Kreisläufe. Weiterführende Informationen Kapitel 3 des zweiten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian

  9. DK034 - Die Dienstleistung der Pinguine
    28.03., 07:0001:23:54

    …und soll man Bäume für das Klima pflanzen? DK034 - Die Dienstleistung der Pinguine …und soll man Bäume für das Klima pflanzen? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. In Folge 34 lesen wir Kapitel 2 des zweiten Teils und es geht um die “Dienstleistung” die uns die Ökosysteme auf Land, in Flüssen und in Seen bieten. Das klingt sehr ökonomisch, ist aber eigentlich eine sehr biologische Frage. Denn alles was da so rumlebt, beeinflusst uns natürlich. Entweder direkt, weil wir die Tiere und Pflanzen essen oder sonstwie verwerten. Und indirekt noch viel mehr, weil in dieser komplizierten Welt eben alles mit allem zusammenhängt und es durchaus auch schlecht für uns Menschen ist, wenn die Artenvielfalt sinkt. Außerdem reden wir über Pinguine! Und darüber, ob es sich wirklich lohnt, wenn man Bäume pflanzt. Rückblick und Neuigkeiten Nach der eher ökonomisch-soziologisch orientierten Themen aus Kapitel 1 geht es in Kapitel 2 wieder voll in die Naturwissenschaft. Weil aber der zweite Teil des Sachstandsberichts insgesamt 25 Kapitel hat und wir irgendwann ja auch noch den dritten Teil besprechen müssen, änderen wir ab jetzt das Prozedere. Ab jetzt gibt es nur noch ein Kapitel pro Folge, das jeweils von Claudia oder Florian vorbereitet wird. Was will Kapitel 2? Kapitel 2 sagt uns, was mit den Ökosystemen auf Land und im Süsswasser passieren wird. Wie wirkt sich das Klima und die Klimaänderung auf Pflanzen und Tiere aus? Wenig überraschend: Eher nicht so gut. Das ist ein Problem, denn Biodiversität ist nicht nur ein Schlagwort, sondern tatsächlich wichtig. Burning Embers Wie groß die Risiken der Zukunft sein werden, zeigt uns die brennende Glut in Abbildung 2.11: So ein “Burning Ember”-Diagramm ist ein ziemlich schlaues Instrument zur Visualisierung. Je violetter die Balken sind, desto riskanter ist es für uns, die globale Erwärmung zu sehr ansteigen zu lassen. Wie riskant es konkret ist, zeigen die Farben in den unterschiedlichen Balken für die 5 Risiken, die hier aufgeführt sind. Biodiversitätsverlust Je weiter die Klimakrise fortschreitet, desto mehr Habitate werden schrumpfen; manche werden vielleicht sogar komplett verschwinden. Parasiten breiten sich aus, Tiere und Pflanzen müssen neue Gegenden besiedeln - und das erzeugt jede Menge Stress und führt zum Aussterben. Unkontrollierte Brände & Co Die Temperaturen steigen, es gibt weniger Niederschlag, die relative Luftfeuchtigkeit ändert sich, wir holzen immer mehr Wälder ab und all das führt dazu, dass unkontrollierte Brände immer stärker und häufiger werden. Auf das Timing kommt es an Und dann kommt es natürlich auch auf das Timing an. Es nützt zum Beispiel nix, wenn es regnet, die Tiere und Pflanzen aber gerade nicht so viel Wasser brauchen. Und wenn sie dann in der Brutphase sind, bleibt es trocken. Die Klimakrise bringt die bisherigen Zyklen durcheinander und das ist doof für alle Beteiligten; auch für uns Menschen. Wir gehen ins Wasser (wenns denn noch da ist) Jetzt tauchen wir tief ein in die Flüsse und Seen! Da kommt es zum Beispiel darauf an, wie viel Wasser da so fließt oder nicht mehr fließt. Flüsse bilden Grenzen; ausgetrocknete Flüsse aber auch. Und wenn Seen durch die Klimakrise vermehrt austrocknen wie zum Beispiel der Neusiedlersee ist das natürlich auch nicht gut. So ein See ist ja nicht nur ein Haufen Wasser sondern besteht aus einer Vielzahl unterschiedlicher Habitate und Pflanzen und Tiere können nicht einfach irgendwo im Wasser leben sonder nur dort, wo es für sie passt. Wenn das Wetter immer extremer wird, ist das an sich schon nicht schön. Wenn die Extremereignisse aber auch noch häufiger werden, führt das dazu, dass sich Ökosysteme nicht mehr erholen können, wie diese Abbildung zeigt: Die Dimensionen des Aussterbens Aussterben ist nicht gleich Aussterben. Aber immer doof. Es werden mehr Tiere als Pflanzen aussterben und mehr in den Tropen als anderswo. Es kann sich um lokales Aussterben oder ein globales. Einzelne Arten können wir schützen; vor allem in dem wir sie an neue Orte bringen, wo sie noch leben können. Das bringt aber nicht immer was: Eisbären sollte man zum Beispiel eher nicht von der Arktis in die Antarktis verfrachten; zumindest dann nicht, wenn einem was an Pinguinen liegt. Durch die Klimakrise müssen die Arten neue Gegenden besiedeln; wenn es zum Beispiel in tiefen Lagen zu heiß sind, können sie versuchen weiter nach oben die Berge hinauf zu wandern. Deswegen ist mit einem Anstieg des Artenreichtums auf Berggipfel zu rechnen. Tiere werden auch kleiner werden, wenn die Temperaturen steigen. Wie sich die Bedrohungslage der Lebewesen verändern wird, zeigt Abbildung 2.6: Auch in Europa, in Spanien, Polen und Deutschland müssen wir also mit Artensterben rechnen. Die Evolution kann da nur bedingt Schritt halten. Nicht bei Säugetieren, die lange brauchen um Nachkommen hervor zu bringen. Aber bei manchen Insekten könnte es vielleicht klappen. Die wichtigste Maßnahme für Anpassungen ist Zeit. Und die haben wir leider nicht. Wir retten den Brillenpinguin Ein Beispiel für das ganze Drama des Artensterbens ist der Brillenpinguin. Der lebt in Westafrika und dessen Population ist um 66 Prozent gesunken. Früher haben wir ihn direkt umgebracht, durch Jagd zum Beispiel. Heute ist er geschützt, aber wird von uns indirekt durch die Klimakrise bedroht. Seine Beutetiere müssen der Hitze weichen; extreme Hitzewellen schädigen die Tiere direkt und Sturmfluten spülen ihre Nester weg. Ob der Brillenpinguin auch in Zukunft existieren wird, hängt davon ab ob wir erfolgreiche Maßnahmen zu seinem Schutz finden können. Kolonien umzusiedeln hat eher nicht geklappt. Was funktioniert ist: Eier einsammeln und die Vögel anderswo ausbrüten. Aber das ist etwas, das wir nicht mit allen bedrohten Arten machen können. Wir müssen uns in Zukunft also die absurde Frage stellen: Welche Arten wollen wir erhalten? Was nützen Bäume? Wer das Klima retten will, muss Bäume pflanzen! Das hört man oft und das stimmt auch. Aber es kommt darauf an welche Bäume man pflanzt. Und wo man sie pflanzt. Und warum man sie pflanzt. Einfach nur wild irgendwo Bäume hinstellen bringt nicht viel und schädigt im schlimmsten Fall sogar die Ökosysteme und das Klima. Vorschau auf die nächste Folge In der nächsten Folge des Podcasts werden wir uns mit Kapitel 3 von WGII beschäftigen. Und schauen, wie es um die Ökosysteme in den Ozeanen und an den Küsten steht. Weiterführende Informationen Kapitel 2 des zweiten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian

  10. DK033 - Wir werfen den Risiko-Propeller an
    21.03., 07:0000:53:23

    …und was ist eigentlich eine Lösung? DK033 - Wir werfen den Risiko-Propeller an …und was ist eigentlich eine Lösung? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. In Folge 33 widmen wir uns dem Rest von Kapitel 1. Darin geht es wieder um Risiken und wie man die Dinger vernünftig verstehen kann. Überraschenderweise mit einem “Risiko-Propeller”, den wir natürlich auch erläutern. Danach sprechen wir über Gerechtigkeit. “Climate Justice” ist nicht nur ein Schlagwort für Plakate auf Klimademos, sondern auch ein wichtiges Konzept beim Umgang mit den Folgen des Klimawandels. Rückblick Wir blicken noch einmal kurz auf die letzte Folge und fragen uns, um welche Wissenschaft es eigentlich geht, wenn die Folgen und Risiken der Klimakrise untersucht werden. Jede Menge Wissenschaften auf jeden Fall, was die Angelegenheit nicht einfacher macht. Die Natur des Risikos Im zweiten Teil des Sachstandsberichts werden die Risiken sehr viel genauer angeschaut als vorher. Es geht um kulturelle Normen, soziale Praktiken, sozioökonomische Entwicklungen, usw. Wie reagieren wir auf Klimaflüchtlinge? Wohin gehen die Finanzströme, wie arbeiten die Regierungen? All das muss berücksichtigt werden und insbesondere die Interaktion zwischen den Risiken und deren Entwicklung angesichts anderer Prozesse. Das sieht dann zum Beispiel so aus: Ein Risiko muss unter drei Gesichtspunkten betrachtet werden, nämlich: Anfälligkeit, Exposition, Gefahr. Nur dann kann man herausfinden, ob, wann und wie man darauf reagieren muss. Und damit das alles ein bisschen bunter wird, gibt es im IPCC-Report den “Risiko-Propeller”: Das Klima braucht Gerechtigkeit Bevor es um Gerechtigkeit geht, wird es ein wenig philosophisch und zwar mit der Frage: ”Was ist eine Lösung?” Im Alltag etwas, das ein Problem beendet. Die Klimakrise ist aber kein solches Problem; hier wird es keine Lösung geben, mit der auf einen Schlag alles erledigt ist. Eine Lösung im Kontext der Klimakrise ist gerecht, machbar und effektiv und vor allem keine technische Lösung. Wie man nach Lösungen sucht, kann man sich auch noch mal als Flow-Diagramm ansehen: Auch das Wort “gerecht” ist komplex. Das IPCC unterscheidet drei Arten der Gerechtigkeit: Verteilungsgerechtigkeit, prozedurale Gerechtigkeit und Anerkennungsgerechtigkeit, die wir natürlich entsprechend erklären. Gerechtigkeit kann übrigens auch bedeuten, dass manche Länder ihr Recht auf Industrialisierung einfordern… Gerecht ist jede Klimaaktion auf jeden Fall nur dann, wenn Rechte und Pflichten gleich verteilt sind, wenn alle gleichermaßen an den Prozeduren beteiligt sind und wenn die unterschiedlichen Ausgangspositionen entsprechend anerkannt und respektiert werden. Und am Ende gibt es Gerechtigkeit nur wenn alle ausreichend Wissen um das Klima und die Risiken haben. Wohlbefinden vs. Wirtschaft Wenn die Klimakrise schäden verursacht, gibt es unterschiedliche Arten sie zu messen. Man kann den reinen wirtschaftlichen Verlust berechnen. Oder auch das Wohlbefinden der Menschen berücksichtigen. Tut man das, dann zeigt sich, dass arme Haushalte doppelt so viel Verlust verzeichnen als wenn man nur die wirtschaftlichen Schäden berücksichtigen würde. diverse FAQs Am Ende werfen wir noch einen Blick auf die FAQs. Nämlich diese: Was sind die Ziele von Klimaanpassung? → Risiko verringern und Widerstandsfähigkeit verbessern Ist die Anpassung an die Klimakrise dringen? → Ja Was stellt eine erfolgreiche Anpassung dar? → Sie muss auch gerecht sein, effektiv sein und man muss die Risiken der Anpassung berücksichtigen Was ist transformative Anpassung? → Das System muss sich ändern. Und entweder transformieren wir es vorsätzlich und gewollt. Oder die Transformation kommt erzwungen und ungewollt… Vorschau auf die nächste Folge In der nächsten Folge des Podcasts werden wir uns mit Kapitel 2 von WGII beschäftigen und da geht es um Wasser. Und Bäume! Weiterführende Informationen Kapitel 1 des zweiten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian

  11. DK032 - Willkommen bei Teil 2 der Klimazukunft
    14.03., 07:0000:53:41

    …und warum laufen wir nicht alle schreiend durch die Gegend? DK032 - Willkommen bei Teil 2 der Klimazukunft …und warum laufen wir nicht alle schreiend durch die Gegend? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. In Folge 32 geht es endlich mit Teil 2 des sechsten Sachstandsberichtes los. Wir geben einen kurzen Überblick über das kommt: Nämlich wieder mal sehr viel! 25 Kapitel auf 3675 Seiten. Aber es sind wichtige Seiten, denn es geht um die Risiken der Klimakrise und den Arten, wie wir und daran anpassen können. Wir werfen einen ersten Blick auf Kapitel 1 in dem es vor allem um Definition geht. Bevor wir über Risiken, Vulnerabilitäten und Anpassungen reden können, müssen wir ja erst mal wissen, was genau damit gemeint ist. Und uns mit komischen Grafiken beschäftigen. Willkommen bei Teil 2 des Berichts Der zweite Teil des sechsten Sachstandsberichts ist am 28. Februar 2022 erschienen und trägt den Titel “Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability”. Es gibt nicht nur die üblichen Zusammenfassungen, sondern auch 25 Kapitel, inklusive sieben sogenannter “Cross-Chapter-Papers” bei denen wir uns erst überlegen müssen, wie wir damit umgehen. Aber immerhin gibt es auch einen Haufen sogenannter “Fact Sheets”, die einen kurzen Überblick über die Themenbereiche bieten. Kapitel 1: Der dringliche Moment Kapitel 1 des Berichts heißt ”Point of Departure and Key Concepts” hat 102 Seiten und einer der Lead Authors ist Wolfgang Cramer. Von ihm gibt es ein sehr lesenswertes Interview mit dem beeindruckenden Satz “Da kann man nur noch laut schreiend aus dem Saal laufen” - wo wir definitiv zustimmen. Mehr Risiko! Claudia berichtet von Unterkapitel 1.1.4. und dem, was im zweiten Teil des Berichts neu und anders ist. Zum Beispiel mehr Orientierung an Risiken. Diesmal werden auch unwahrscheinliche Szenarien berücksichtigt, die aber mit einem hohem Risiko behaftet sind. Der zweite Schwerpunkt liegt auf der sozialen Gerechtigkeit und einem Blick auf die Ungleichheit bei Klimaanfälligkeit. Und der Frage: Was passiert eigentlich wenn irgendwelche Länder nichts machen? Wir definieren Wörter Florian beschäftigt sich mit diversen Definitionen. Was bedeuten Wörter wie “Risiko”, “Vulnerabilität” oder “Anpassung” im Kontext der Klimakrise. Zu diesem Thema gibt es auch eine Abbildung, die Florian nicht versteht, Claudia aber schon: Auf jeden Fall ist klar, dass das System sich ändern muss, wenn wir der Zukunft begegnen wollen. Der Bericht unterscheidet zwei Arten von Risiko: Die die durch den Klimawandel verursacht werden und die, die aus unserer Anpassung daran entstehen. Wenn wir die Risiken verstehen wollen, müssen wir die Gegenwart benutzen und daraus Schlüsse für die Zukunft ziehen. Außerdem müssen wir berücksichtigen, dass Risiken iterativ sind, sich also ändern, je nachdem was wir machen. Wenn es um Anpassung geht, dann dürfen wir nicht nur das darunter verstehen, was wir Menschen aktiv machen, sondern auch das, was Ökosysteme von selbst tun. Und müssen darauf achten, die Ökosysteme auch aktiv zu nutzen, um unsere Risiken zu verringern. Wir mögen Chapter Scientistst und Geisteswissenschaft Reik hat uns eine Email geschrieben und darauf hingewiesen, dass wir in einer früheren Folge über die “Chapter Scientists” gesprochen haben und zwar so, dass man es falsch verstehen konnte. Für diesen Hinweis sind wir dankbar und haben probiert klarzustellen, was wir gemeint haben. Vorschau auf die nächste Folge In der nächsten Folge des Podcasts werden wir den Rest von Kapitel besprechen und uns vor allem mit Themen wie “Gerechtigkeit” und “Fairness” beschäftigen. Weiterführende Informationen Kapitel 1 des zweiten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian

  12. DK031 - Scientist Rebellion und die erste Klimaforscherin
    07.03., 07:0001:09:14

    …und wie kann man eigentlich beim IPCC mitarbeiten? DK031 - Scientist Rebellion und die erste Klimaforscherin …und wie kann man eigentlich beim IPCC mitarbeiten? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.a In Folge 31 vertreiben wir uns noch ein letztes Mal die Wartezeit bevor es mit Teil II des 6. Sachstandsberichts losgeht. Claudia erklärt, wie man sich an der Arbeit des IPCC beteiligen kann und wir rätseln, was ein “IPCC Outreach Event” ist. Florian stellt die Arbeit von Eunice Newton Foote vor, die im 19. Jahrhundert als erste wissenschaftlich beschrieb, wie CO2 die Erdatmosphäre erwärmt. Und am Ende diskutieren wir darüber, was wir davon halten, dass “Scientist Rebellion” einen Teil des Sachstandsberichts geleakt hat. Mitmachen beim IPCC Das IPCC hat ein eigenes Dokument veröffentlicht um zu erklären, wie man sich beteiligen kann. Es gibt sechs Möglichkeiten und für die meisten davon muss man aktiv Klimaforschung betreiben. Aber man kann sich auch durch Wissenschaftskommunikation beteiligen, was uns besonders interessant. Das Handbuch zur Kommunikation und der Visual Style Guide haben wir nur kurz betrachtet, uns aber ein wenig darüber amüsiert. Wo sind die IPCC-Outreach-Events? Das IPCC erwähnt in seiner Kommunikation extra spezielle Outreach-Events - die aber irgendwie nicht stattzufinden scheinen. Was wir schade finden, denn wir hätten ein paar gute Ideen, was man da machen könnte. Wo, wie was, publizieren Wie muss man publizieren, damit das IPCC die Arbeit auch in den Bericht inkludiert? Die Frage stellt sich vor allem bei der sogenannten “grauen Literatur”, also Fachartikeln, die zwar veröffentlicht, aber noch nicht begutachtet worden sind. Auch die wird vom IPCC berücksichtigt, muss aber ein paar Mindeststandards erfüllen. Und sollte in entsprechenden Datenbanken verfügbar sein, zum Beispiel Zenodo vom CERN. Worauf man achten sollte: Nicht auf predatory publishing hereinzufallen. In solchen “Raubverlagen” interessiert man sich nur für das Geld der Forscher:innen und nicht für die Wissenschaft. Wenn man aber etwas wirklich interessantes erforscht hat und möchte, dass das IPCC auf jeden Fall davon erfährt, kann man sich auch direkt dort melden. Die Klimaforschung von Eunice Foote Dass CO2 die Atmosphäre der Erde wärmer macht wissen wir erstaunlich lange. Und seit 2010 wissen wir, dass wir es länger wissen als wir dachten. Da hat man nämlich entdeckt, dass nicht der irische Forscher John Tyndall der erste war der das herausgefunden hat (was nicht tragisch ist weil er so viele andere coole Sachen gemacht hat), sondern die Amerikanerin Eunice Newton Foote. Sie war nicht nur eine der ersten Frauenrechtlerinnen der USA sondern betrieb auch chemische Forschung und fand dabei heraus, dass Luft mit CO2 schneller wärmer wird und länger wärmer bleibt als Luft mit weniger CO2. Und schloss daraus korrekt, dass die CO2-Konzentration direkt die Temperatur der Atmosphäre beeinflusst. Ihre Arbeit dazu hat sie 1856 veröffentlicht - "Circumstances affecting the Heat of the Sun's Rays" - wurde aber weitestgehend ignoriert. Sie wurde so sehr vergessen, dass wir bis heute kein Bild von ihr haben. Aber immerhin wurde ihre Arbeit 2010 wieder “entdeckt” und mittlerweile gibt es zumindest ein bisschen Forschung zu ihren Experimenten. Zum Beispiel “Understanding Eunice Foote's 1856 experiments: heat absorption by atmospheric gases”. Es gibt auch einen Kurzfilm über ihr Leben. Und auch wenn man es annehmen könnte, ist es unwahrscheinlich, dass John Tyndall von ihr abgeschrieben hat (“Eunice Foote, John Tyndall and a question of priority”). Scientist Rebellion leaked den IPCC-Report Die Klimaktivismusgruppe Scientist Rebellion hat einen Teil des bis jetzt noch nicht offiziell veröffentlichten Berichts der Arbeitsgruppe III des IPCC vorab geleakt. Dafür gaben sie gute Gründe an; unter anderem und vor allem die Dringlichkeit der Information und des Klimaschutzes. Das finden wir prinzipiell auch, sind uns aber nicht sicher, ob man dem Leak in allen Aspekten zustimmen kann. Am Ende empfehlen wir noch einen Besuch beim Netzwerk Klimajournalismus, dort gibt es immer interessante und aktuelle Informationen. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian

  13. DK030 - Wie macht man “Das Klima”?
    28.02., 07:0000:49:50

    …und muss man sich dazu sehen können? DK030 - Wie macht man “Das Klima”? …und muss man sich dazu sehen können? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. In Folge 30 warten wir immer noch darauf, den zweiten Teil des sechsten Sachstandsberichts lesen zu können. Und vertreiben uns daher die Zeit mit einem kurzen “Making of”. Wir reden darüber, wie es eigentlich dazu gekommen ist, dass Florian und Claudia gemeinsam den Podcast “Das Klima” machen obwohl sie sich noch nie persönlich getroffen haben. Wir reden darüber, wie wir uns vorbereiten und wie wir aus den Unmengen an Informationen des Berichts das extrahieren, was dann letztlich im Podcast landet. Wo ist der zweite Teil? Der zweite Teil braucht noch ein wenig Zeit; und wir brauchen Zeit, um ihn zu lesen. Deswegen werden wir erst am 14. März im Podcast darüber reden können, was zufälligerweise auch der Internationale Pi-Tag ist, was Florian besonders freut, da er ja Mitglied im Verein der Freunde der Zahl Pi und Pi-Botschafter ist. Der Ursprung von "Das Klima" “Das Klima” wurde quasi am 26. Juli 2021 geboren; da hat Florian auf Twitter gefragt ob da denn wer wäre, mit dem man einen Podcast machen könnte. Geantwortet hat Claudia, zuerst ablehnend - aber dann hat es doch geklappt. Wer verteilt die Arbeit? Claudia verschafft sich einen Überblick über das jeweilige Kapitel. Und teilt danach die Themen auf. Wie wir danach arbeiten, ist aber unterschiedlich. Die Vorbereitung Florian neigt eher zum Text und zu ausführlichenExzerpten. Claudia dagegen beginnt bei ihrer Vorbereitung mit den Bildern und macht sich grafisch aufwendige Notizen. Die darüber hinaus noch sehr schön aussehen. Beide hätten gerne die Möglichkeit eines digitalen Notizzettels, dafür aber noch keine brauchbare Software gefunden… Von Angesicht zu Angesicht: Nicht Wenn der Podcast dann aufgenommen wird, sitzt Florian im Süden von Wien und Claudia in Köln. Tatsächlich haben wir uns noch nie in echt getroffen, was die Aufnahme ein wenig außergewöhnlich macht. Sie funktioniert aber dennoch recht gut, auch wenn man sich nicht gegenüber sitzt und nur per Audio verbunden ist. Schnitte und Shownotes Deluxe Wenn alles aufgenommen ist, braucht es noch den Schnitt der Episode, den Florian übernimmt und dann sehr ausführliche Shownotes. Da geben wir uns tatsächlich Mühe, denn “Das Klima” braucht mehr Shownotes als andere Podcasts. Das Klima braucht mehr social media Was wir auch bräuchten aber nicht schaffen, ist eine vernünftige Präsenz in den sozialen Medien. Aber vielleicht kriegen wir das in Zukunft ja noch hin. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian

  14. DK029 - Wie klimaschädlich ist die Astronomie?
    21.02., 07:0001:02:03

    …und was findet man in einem Klimaatlas? DK029 - Wie klimaschädlich ist die Astronomie? …und was findet man in einem Klimaatlas? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. In Folge 29 machen wir den ersten Teil des 6. Sachstandsberichts fertig. Oder, etwas weniger brutal gesagt: Wir besprechen die letzten Teile, die wir noch nicht besprochen haben. Nämlich das Kapitel zum interaktiven Atlas und den Atlas selbst. Claudia erzählt außerdem ein wenig über FAIRe Daten und erläutert, warum man das “FAIRe” so komisch schreibt. Florian beendet die Folge dann mit einer Analyse der Klimawirkung der astronomischen Forschung. Ist gar nicht so einfach, klimafreundlich zu forschen. Aber es würde gehen, man muss sich halt nur ein wenig anstrengen. Wir reden über Atlanten Claudia und Florian mögen Karten und Atlanten sehr gerne und haben die Dinger auch zuhause als Deko hängen. Der interaktive Atlas des IPCC eignet sich dafür aber nicht und schon gar nicht das lange Erklär-Kapitel dazu im Bericht. FAIRe Daten für den Atlas Wenn man einen Atlas erstellt, braucht man dafür Daten. Und beim IPCC sollen diese Daten FAIR sein. Das steht für “Findable Accessable Interoperable und Reusable”. Und sie sollen dem TRUST-Prinzip genügen, was natürlich auch ein Akronym ist und zwar für “Transparency, Responsibility, User focus, Sustainability and Technology”. Was das genau heißt erklärt Claudia und verweist auch auf diesen Vortrag zum Thema. Wir schauen in den Atlas Nach der vielen Theorie schauen wir dann endlich auch mal in den Atlas hinein und freuen uns über die Vielfalt der Darstellungsmöglichkeiten. Der interaktive Atlas ist tatsächlich sehr interaktiv. Nur bei den Social Media Buttons könnte man noch ein wenig nachbessern. Wie klimaschädlich ist die Astronomie? Auf Twitter wurden wir aufgefordert doch mal über die Arbeit “Estimate of the carbon footprint of astronomical research infrastructures” zu sprechen. Was wir auch sehr gerne tun. Zuerst reden wir aber kurz über den Ursprung des Begriffs “Carbon Footprint”. Dann geht es aber direkt zur Klimawirkung der astronomische Infrastruktur. Denn natürlich wird CO2 freigesetzt, wenn man Satelliten ins All schickt oder Sternwarten baut. Umgerechnet sind das, wenn man die gesamte Infrastruktur zusammen nimmt, knapp 39 Tonnen CO2 pro Jahr und Astronom:in. Das ist viel und wenn man es reduzieren will (was man muss), dann muss man es in der Forschung ein weniger langsamer angehen. Was aber eh nicht schlecht wäre, denn hetzen führt sowieso zu nix. Es gibt überraschend viel Forschung zur Klimawirkung der Astronomie. Zum CO2-Fußabdruck astronomischer Konferenzen, die aber sowieso reformiert gehören. Das Max-Planck-Institut für Astronomie hat sich selbst klimatechnisch analysiert, worüber auch die Kollegen von “Methodisch Inkorrekt” berichtet haben. Und auch die astronomische Forschung selbst wird durch die Klimakrise beeinflusst. Was auf jeden Fall schnell geändert werden könnte ist die ganze Fliegerei in der Wissenschaft. Die braucht es nämlich nicht immer und es betrifft natürlich auch nicht nur die Astronomie. Kann man sich bei “Flyless” anschauen. Vorschau auf die nächste Folge: Backstage bei “Das Klima” Bevor wir uns dem zweiten Teil des Sachstandsberichts widmen können, müssen wir warten, bis er veröffentlicht wird. Das tun wir und vertreiben uns die Zeit mit einer “Behind the Scenes”-Folge. Hinweis zur Werbung und zu Spenden Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden. Weiterführende Informationen Der interaktive Atlas des IPCC ist hier. [ Das Kapitel dazu im Bericht gibt es hier. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian

  15. DK028 - Die überraschend eindeutige und unnötig komplizierte Zusammenfassung
    14.02., 07:0000:56:39

    …und warum können die Bilder nicht immer so schön sein? DK028 - Die überraschend eindeutige und unnötig komplizierte Zusammenfassung …und warum können die Bilder nicht immer so schön sein? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. Eigentlich haben wir den ersten Teil des Berichts ja schon durchbesprochen und in den letzten 27 Folgen unsere eigene Zusammenfassung erstellt. Es gibt aber auch noch die offizielle Zusammenfassung, die “Summary for Policymakers”. Das was da drin steht, durfte auch die Politik mitbestimmen und deswegen schauen wir am Ende noch mal nach, ob es da irgendwelche relevanten Unterschiede zum Haupttexte des Berichts gibt. Wir stoßen auf überraschend eindeutige Aussagen und unnötig komplizierte Sätze. Dafür gibt es aber schöne Bilder! Die Summary for Policymakers Laut Eigendefinition handelt es sich bei der Summary for Policymakers (SPM) darum: ”Diese SPM bietet eine übergreifende Zusammenfassung des Wissens über den aktuellen Zustand des Klimas – einschließlich darüber, wie es sich verändert und welche Rolle der Einfluss des Menschen dabei spielt –, den Kenntnisstand über mögliche Klimazukünfte, für Regionen und Sektoren relevante Klimainformationen sowie über die Begrenzung des vom Menschen verursachten Klimawandels.” Im Gegensatz zum Rest des Berichtes gibt es die SPM auch auf deutsch und in einer ganz kurzen Version. Und, auch im Gegensatz zum Haupttext, findet man hier sehr viel mehr Tatsachenaussagen. Tatsachenaussagen; nicht so oft in der Wissenschaft Das Technical Summary Bevor wir uns im Detail mit der SPM beschäftigen, schauen wir aber noch auf die TS, die “Technical Summary”. Wir sind uns nicht ganz sicher, warum es das gibt, aber geben tut es sie (und zwar hier zum Download). 150 Seiten Zusammenfassung des gesamten Berichts, aber sehr viel technischer und mit vielen schönen Bildern, die man anderswo nicht so zu sehen kriegt. Abbildung TS.22 zum Beispiel: Überraschend eindeutige Aussagen Die SPM ist in 4 Kapitel unterteilt und die erste Aussage im ersten Kapitel lautet so: ”Es ist eindeutig, dass der Einfluss des Menschen die Atmosphäre, den Ozean und die Landflächen erwärmt hat. Es haben weitverbreitete und schnelle Veränderungen in der Atmosphäre, dem Ozean, der Kryosphäre und der Biosphäre stattgefunden.” Das ist überraschend eindeutig und im Text folgen noch diverse andere sehr eindeutige Aussagen. Die besten Bilder zum Schluss Was uns auch sehr gut gefällt: Im Gegensatz zum Haupttexte des Berichts ist die SPM gut überarbeitet, hat ein schönes Layout, keine störenden Wasserzeichen u.ä. und vor allem schön gemachte Abbildungen die dort im Text auftauchen wo sie auch Sinn machen. Claudia ist besonders begeistert von Abbildung SPM.4 Davon hätte Claudia gern ein paar Sticker oder Poster ;) Teil C kommt kurz Teil C der SPM lassen wir aus, da steht nur nochmal sehr kurz das drin, was wir in den letzten beiden Folgen ausführlich beschrieben haben. Überraschend komplizierte Sätze zur Zukunft Ein wenig überrascht hat uns Kapitel D. Das ist das wirklich relevante Kapitel, da geht es darum wie man die Klimakrise in der Zukunft einschränken kann. Und die Sätze dort sind bei weitem nicht mehr so klar und eindeutig wie in den Kapiteln davor. Ein Beispiel: ”Diese Beziehung bedeutet, dass das Erreichen von netto null anthropogenen CO2-Emissionen eine Voraussetzung für die Stabilisierung des vom Menschen verursachten globalen Temperaturanstiegs auf einem beliebigen Niveau ist, dass aber eine Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf ein bestimmtes Niveau die Begrenzung der kumulativen CO2-Emissionen auf ein CO2-Budget voraussetzt” Alles klar, oder? Dabei geht es nur darum, dass pro 1000 Milliarden Tonnen CO2 Emissionen die globale Oberflächentemperatur um 0,45 Grad steigt. Wegen dieser Beziehung kann man sich nun aussuchen, was man tut: Wenn wir die Emissionen auf Null runterfahren, stabilisiert sich der Temperaturanstieg. Wenn wir aber auch bestimmen wollen WO sich der Anstieg stabilisiert, die Erwärmung also begrenzen wollen, müssen wir die Emissionen nicht nur runterfahren, sondern dafür sorgen, dass sie unter einem ganz konkreten Wert bleiben. Das ist das CO2-Budget, das wir uns setzen. Warum das so verschwurbelt im Bericht steht, wissen wir nicht. Unsere Vermutung: Das ist genau der Teil, wo zu viele Menschen mitreden wollten, weswegen alles komplizierter wurde als nötig. Und grafisch sieht das alles viel klarer aus: Vorschau auf die nächste Folge: Atlanten und Raketen In der nächsten Folge widmen wir uns dem interaktiven Atlas des IPCC. Und schauen noch kurz darauf, was die astronomische Forschung an klimaschädlichen Emissionen erzeugt. Hinweis zur Werbung und zu Spenden Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden. Weiterführende Informationen Das Summary for Policymakers des Klimaberichts ist hier als pdf downloadbar. Das Technical Summary gibt es hier. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian

  16. DK027 - Das letzte Kapitel der Zukunft
    07.02., 07:0001:24:17

    …und wo kriegt man eine ordentliche Klimadienstleistung? DK027 - Das letzte Kapitel der Zukunft …und wo kriegt man eine ordentliche Klimadienstleistung? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. Wir sind beim letzten Kapitel angelangt. Und in Folge 27 werden wir es auch zu Ende gelesen und besprochen haben. Nach Kapitel 12 kommt nichts mehr; nur der zweite Teil des IPCC-Berichts und der dritte Teil. Aber der erste ist aus und bevor es so weit ist, erfahrt ihr nichts weniger als die Zukunft der Welt. Wir reisen nach Europa, zu den kleinen Inseln der Weltmeere, den Polarregionen, den Küstenstädten und den Hotspots der Biodiversität. Und schauen uns an, was das kommende Klima dort mit uns, unserer Gesellschaft und unserem Leben tun wird. Außerdem reden wir über die Klassifizierung von Risiken und über Klimadienstleistungen! Und klären am Ende, wie es jetzt weiter gehen wird - mit dem Klimabericht und dem Podcast. Denn natürlich geht es weiter! Das letzte Kapitel Mit dieser Folge werden wir den ersten Teil des sechsten Sachstandsberichts tatsächlich zu Ende gelesen haben. Bevor es so weit sein wird, schauen wir aber noch kurz zurück auf die letzte Folge und erinnern uns, worum es geht. Regionaler Report für die Zukunft Das Kernstück von Kapitel 12 ist eine Reise rund um die Welt, in alle Regionen um dort nach der Zukunft zu schauen. Wie wird das Klima unsere Gesellschaft verändern, unsere Art zu leben, unsere Ökosysteme und so weiter. Wir werden nicht alles besprechen können, denn die Welt ist groß. Aber ein paar Schlaglichter können wir werfen. Was geht ab im Europa der Zukunft? Natürlich fangen wir in Europa an, immerhin wohnen wir hier. Das IPCC teilt den Kontinent in Nordeuropa, Westeuropa, Zentraleuropa und den Mittelmeerraum. Und überall wird sich was tun. Krankheiten und Seuchen werden überall verstärkt auftreten. Zum Beispiel weil die Oberflächentemperatur im Mittelmeer 20 Grad überschreiten wird; ein Schwellenwert für die Entwicklung von Vibrionen, zu denen auch die Cholera gehört. In Südeuropa wird man 40% mehr Energie zum Kühlen brauchen. Der Hitzestress wird ansteigen, unabhängig vom Szenario der Zukunft und dadurch wird auch unsere Arbeitsleistung sinken. Die Hitzetage (an denen es mehr als 35 Grad hat) werden mehr, vor allem im MIttelmeerraum. Das ist kritisch für die Landwirtschaft und uns Menschen. Kältewellen wird es dagegen bis zum Ende des Jahrhunderts gar keine mehr geben. Wir werden mehr Überflutungen sehen, vor allem in Zentral- und Westeuropa. Europa ist eine der Regionen der Welt wo der größte Zuwachs bei Flutrisiko zu erwarten ist (mit Ausnahme von Polen und Weißrussland). Schwere Dürren, die bis jetzt nur alle 100 Jahre auftreten werden in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts alle 2 bis 5 Jahre stattfinden. Und in Südeuropa werden sie 14 mal schlimmer werden als jetzt. Wintertourismus, Wintersport und Skifahren? Wird schwer in Zukunft! Gerade da wo jetzt die Skiregionen sind, wird der Schnee immer weniger. Kunstschnee hilft auch nicht, denn da wo es jetzt noch kühl genug dafür ist, wird es das in Zukunft nicht mehr sein. Die Regionen in denen man noch Kunstschnee machen kann, werden bis zu 300 Meter höher liegen. In den französischen Alpen wird es in Zukunft gar keine natürlichen Schneebedingungen für Wintersport mehr geben, in Österreich nur noch auf Gletschern. Die Schneesaison wird 2100 um 4 Wochen später losgehen und bis zu 10 Wochen früher aufhören. Schnee/Eis: Tourismus, Wintersport. Schneemenge, Höhe wird weniger. Da wo jetzt Skiregionen sind, da weniger. Kunstschnee? Geht nicht immer. Temperaturen dafür in Alpen: 200-300 m höher als jetzt. Da wo man jetzt noch Kuntsschnee einsetzen kann, in Zukungft nicht mehr. An den Küsten steigt der Meeresspiegel und die Küstenlinien der Strände weichen zurück. Eine Zusammenfassung der Situation findet man in Tabelle 12.7: Was passiert mit den kleinen Inseln? Das Meer ist voll mit Inseln und mit “kleinen Inseln” meint das IPCC Hochseeinseln, inmitten von viel Wasser. Zum Beispiel Kuba, Hawaii, Jamaica, Mikronesien, Guam oder Fidschi. Wir blicken auf die Karibik, auf den westindischen Ozean und den Pazifik. Einen Überblick gibt Tabelle 12.9: Der Meeresspiegelanstieg ist natürlich wichtig für die Inseln, hat aber noch andere Auswirkungen. Wenn das Meer steigt, kann das auch die Wasserressourcen beeinflussen. Selbst die Inseln, die nicht überflutet werden sind betroffen, wenn kein Trinkwasser mehr da ist. Die Küstenerosion wird hart, die Sandküsten in Karibik werde bis 2050 um 80 Meter zurückgehen, bis 2100 um 100 Meter und das im Mittel, es kann auch mehr sein. In der Karibik etwa bis zu 200 Meter. Steigt die globale Temperatur um 1,5 Grad wird es mehr viel mehr Hitzestresstage geben. Bis zu 50% des Jahres wird es in der Karibik lebensfeindliche Bedingungen geben; steigt die Temperatur um 2 Grad, kommen noch 70 Tage drauf. Was passiert mit den Polarregionen? Arktis, Antarktis, Nordeuropa, Nordamerika und Grönland gehören laut IPCC zu den Polarregionen und was dort passieren wird, zeigt Tabelle 12.11: Es wird dort sehr viel wärmer und sehr viel weniger kalt. Die Erwärmung beträgt dort mehr als doppelte des globalen Mittelwerts. Niederschlag, Überflutungen und Starkregen steigen an, der Niederschlag wird vor allem als Regen fallen, was die Eisschmelze verstärkt. Ende des Jahrhunderts werden die ganzen Polarregionen (bis auf Grönland und die Antarktis) von Regen dominiert werden, der öfter fallen wird als Schnee. Die Waldbrände in den nördlichen Wäldern werden mehr werden, die Eisberge weniger und die, die es gibt, werden in die Seefahrtswege driften. Das erste Mal eine eisfreie Arktis werden wir noch vor 2050 sehen und die Ökosysteme dort werden leiden, zum Beispiel die Rentiere, die keine Nahrung mehr finden. Wo sind die Hotspots und was passiert dort? “Hotspots” sind Gebiete die aus verschiedenen Gründen besonders wichtig sind. Zum Beispiel Hotspots für Biodiversität, an denen besonderer Artenreichtum herrscht. 200 solcher Regionen hat man definiert. Und für die Biodiversität ist der kommende Temperaturanstieg am wichtigsten. Aber natürlich auch Trockenheit und Waldbrände. Ebenfalls besondere Regionen sind Städte und Siedlungen am Meer. Die Auswirkungen der Hitze in den Städten wird durch die Nähe zum Meer gemildert. Dafür gibt es dort aber Überschwemmungen, Probleme mit der Kanalisation und mehr Hitzestress durch die höhere Luftfeuchtigkeit. Die globale Synthese Wir haben bei unserer Reise um die Welt notgedrungen viel ausgelassen. Aber im Report gibt es zumindest einen kurzen Abschnitt mit einer globalen Perspektive. Alle Regionen der Welt werden bis Ende des Jahrhunderts folgendes erleben: Erwärmung, Extremwetter, Anstieg des Meeresspiegel und weniger Kältephasen. Und zwar egal was wir tun oder nicht tun - das ist fix. Die Tage mit gefährlichen Hitzeindex werden überall mehr. In den tropische Regionen wird es 2100 mehr als 100 solcher Tage geben, wenn wir uns ein wenig anstrengen, dann sind es vielleicht ein paar weniger. Bis 2050 wird es auf 60 Prozent der globalen Landfläche einen Anstieg des Feuerwetters geben. Und auch die Sandstrände werden global weniger. Bis 2050 werden sich 36.000 km Küste um mehr als 100 Meter zurückgezogen werden, wenn es schlecht läuft, dann bis zu 40.000km. Im Jahr 2100 wird das auf 95.000 km (130.000 km) gestiegen sein. Risiken und Gründe zur Sorgen Wir kriegen einen kleinen Ausblick auf Teil 2 des Klimaberichts. Und beschäftigen uns mit Risiken. Die werden vom IPCC ordentlich klassifiziert und zwar in 8 “Relevant Key Risks” und 5 “Reasons for Concern”. Klimawandelinformation und die Kommunikation Am Ende beschäftigen wir uns mit Klimadienstleistungen. Also die Bereitstellung von Information die Menschen befähigt Klimarisikoabschätzungen zu machen. Und es stellt sich die Frage: Wie bringt man all die Information unter und an die Menschen? Und in welcher Form bereitet man das alles auf? Für sowas gibt es sogar ein Global Framework for Climate Services. FAQs lassen wir aus Die FAQs lassen wir diesmal aus. Sie sagen uns nichts neues und die Abbildungen sind eher doof. Kapitel 12 ist zu Ende? Und jetzt? Das Kapitel 12 ist zu Ende. Aber es bleiben noch ein paar kleine Teile übrig. Der Atlas, die Anhänge, die offizielle Zusammenfassung und all das schauen wir uns in den nächsten Folgen an, bevor wir dann mit Teil 2 des Berichts anfangen. Außerdem wird es noch ein bisschen “Behind the scenes” und “Making of” geben. Hinweis zur Werbung und zu Spenden Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden. Weiterführende Informationen Kapitel 12 des Klimaberichts ist hier als pdf downloadbar. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian

  17. DK026 - Ein Wetterbericht für die ganze Welt
    31.01., 07:0001:29:58

    …und warum muss man in der Wüste Fußball spielen? Mit dieser Folge nehmen wir am Wettbewerb Fast Forward Science 2021/22 teil. #audiospezial ##FFSci DK026 - Ein Wetterbericht für die ganze Welt …und warum muss man in der Wüste Fußball spielen? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. Wir sind beim letzten Kapitel angelangt. Zumindest dem letzten Kapitel des ersten Teils und das ist noch einmal so richtig spannend. Es geht um die “Climatic Impact Driver”, also all das was man in Sachen Klima wissen muss, um die kommenden Veränderungen und Risiken richtig einschätzen zu können. Wie wird sich die Landwirtschaft verändern? Oder der Tourismus? Was wird mit den Städten passieren und was mit Biodiversität, Krankheiten oder Waldbränden? In Kapitel 12 schauen wir uns eine Prognose für die ganze Welt an und die ist wenig überraschend nicht so toll. Das letzte Kapitel Wir können es kaum glauben, aber wir starten jetzt in das letzte Kapitel des ersten Teils des Sachstandsberichts. Kapitel 12 dreht sich um Informationen zum Klimawandel im Hinblick auf regionale Auswirkungen und zur Risikobewertung. Wir reden also darüber wie all die physikalischen Grundlagen an wichtige Entscheidungsträger vermittelt und passgenau für deren Bedarf aufbereitet werden können. Es geht um klimatische Einflussfaktoren und Indizes, anhand derer man abschätzen kann was z.B. in der eigenen Region zu tun ist oder wie schlimm es schon ist. Gefühlte Hitze ist echte Hitze Die sogenannten “Climatic Impact Driver” beschäftigen sich mit den Auswirkungen von Hitze, Kälte, usw auf Gesellschaft und Ökosysteme. Beschrieben und berechnet werden sie durch Indizes, wie zum Beispiel den Hitzeindex. Der sagt uns, wie heiß sich die Welt anfühlt, was durchaus wärmer sein kann, als es tatsächlich ist - weil man dazu noch die Luftfeuchtigkeit berücksichtigen muss. Und dieser Hitzeindex kann in bestimmten Gegenden jetzt schon Werte erreichen, die in die Nähe der Lebensfeindlichkeit gelangen Climatic Impact Driver Im wesentlichen dienen die Climatic Impact Driver (CID) dazu, zu beschreiben woran merken was wir in Sachen Klimaschutz zu tun haben und wann. Wie gehen wir mit den Risiken um? Um das zu verstehen, müssen wir wissen, mit was wir zu rechnen haben. Insgesamt werden die CIDs in 33 Kategorien eingeteilt, sortiert in 7 Oberklassen. Nämlich: Hitze/Kälte Trocken/Nass Wind Schnee/Eis Küste Ozean Diverse Einen schönen Überblick kriegt man in Tabelle 12.1 Sektoren und Logiktrainer Die CIDs betrachtet man in Bezug auf bestimmte Sektoren. Weil es einen Unterschied macht, ob man etwa die Auswirkungen von extremer Hitze auf den Tourismus oder auf die Landwirtschaft untersuchen möchte. Oder die von Stürmen auf die Infrastruktur oder die Küstenregionen. Welche dieser “Sektoren” es gibt und wie die CIDs sie beeinflussen, kann man sich in Tabelle 12.2 anschauen: Wer sich bei der Tabelle an die P.M. Logik Trainer erinnert fühlt, ist nicht allein. Florian musste auch direkt an diese Logikrätsel denken. Heiß und kalt: Was macht die Wärme? Wenig überraschend hat Wärme und Hitze Einfluss auf so gut wie alles. Auf die Biodiversität und das Pflanzenwachstum. Auf Landwirtschaft und die Verbreitung von Krankheiten. Auf die Lagerung von Saatgut im Winter, auf Straßenschäden und auf Sportveranstaltungen. Was uns zu einem kurzen Exkurs der Absurdität einer Fußballweltmeisterschaft in einem Wüstenstaat motiviert. Heiß und kalt: Was macht die Kälte? Ebenso absurd wie eine Fußball-WM in Katar sind olympische Winterspiele in Peking. Dazu braucht es Schnee und den gibt es dort kaum. Der Einfluss der Kälte auf die Welt ist nicht weniger relevant als der der Hitze. Kälte kann den Tourismus beeinflussen und verändern; das Verhalten von Tieren und es ihnen leichter oder schwerer machen, Beute zu finden. Straßen gehen auch durch Kälte kaputt oder - wenn es sich um Straßen in Permafrostregionen handelt, können sie auch auftauen und komplett verschwinden. Nass und trocken: Starkregen und Feuerwetter Im Abschnitt über den Einfluss von Nässe und Trockenheit auf die verschiedenen Sektoren findet sich dieser schöne Satz: ”Wetter conditions may shift tourist appeal” Allerdings! Dort, wo es in Zukunft nur noch regnet oder alles vertrocknet wird kaum noch jemand Urlaub machen wollen. Abseits des Tourismus ist Nässe ebenso wie Trockenheit ein wichtiger Einflussfaktor auf die Landwirtschaft, den Ernteertrag und die Tierhaltung. Erdrutsche können ausgelöst werden, wenn eine Dürre herrscht, kann es nicht mehr genug Kühlwasser für Kraftwerke geben und die Infektionsrate mit Krankheitserregern wie dem Westnilvirus steigt. Hurra! Außerdem lernen wir das bedrohlich schöne Wort “Feuerwetter” kennen. Und reden ein wenig über Waldbrände. Die werden zwar sehr oft durch Menschen ausgelöst, aber nicht durch weggeworfene Glasflaschen - was nicht heißt, dass man sein Altglas in den Wald werfen soll. Und rauchen soll man dort auch nicht! Aber Waldbrände können eben auch durch Blitze ausgelöst werden und deren Frequenz wird durchaus auch vom Klima beeinflusst. Wind und ein kurzer Ausflug auf den Mars Der Wind beeinflusst die Ausbreitung von Samen, von Schädlingen, von Staub und von Pollen. Invasive Arten können dort hin gelangen wo sie eigentlich nichts zu suchen haben; Ökosysteme, Landwirtschaft und Gesundheit können beeinflusst werden. Wind hat logischerweise auch Auswirkungen auf Windkraftwerke und wir lernen das Wort “Windleistungsdichte” kennen. Zum Vergleich spricht Claudia kurz über den Sonnenwind und Florian erwähnt, dass das Buch “Der Marsianer” von Andy Weir zwar sehr realistisch ist, aber nicht, was den marsianischen Staubsturm am Anfang angeht. Die können nämlich keine solche Wucht erreichen. Auf der Erde können Stürme aber enorm wuchtig werden, was man an der zunehmenden Zahl an Hurrikans am oberen Ende der Saffir-Simpson-Hurrikan-Windskala sehen kann. Wind kann übrigens auch die Energieproduktion aus Sonnenlicht beeinflussen. Wenn zum Beispiel Sandstürme Photovoltaikanlangen in der Wüste treffen, ist das nicht unbedingt super. Eis und Schnee: zwoa Brettln und a gführiger Schnee Wenn es um Schnee geht, kommt es auf zwei Dinge an: das Schneewasseräquivalent und die Schneequalität. Ersteres erklärt Claudia mit einem Kochtopf. Nimmst Du einen Kochtopf Schnee und lässte den Schnee darunter dann auf der Herdplatte schmelzen, dann ist das flüssige Wasser im Topf am Ende das Schneewasseräquivalent. Es ist niedriger für trockenen Schnee, wie z.B. Pulverschnee, und höher für nassen Schnee, der z.B. schon angetaut ist. Die Sache mit der Schneequalität erklärt Florian, er ist ja auch näher dran am Schnee und muss als Österreicher qua Nationalität über Schneequalität Bescheid wissen. Neben dem Tourismus beeinflusst Eis und Schnee aber auch die Funktionalität von Landebahnen, von Schienen und den Fundamenten von Gebäuden auf Permafrostboden. Und die Lebensweise diverser indigener Völker ist davon beeinflusst, die dann zum Beispiel nicht mehr Eisfischen oder Hundeschlittenfahren können. Übrigens: Lawinen kann man nur schwer durch laute Geräusche auslösen. Wurde auch von den Myth Busters geprüft. Küsten und Ozeane: Heiß und salzig Was an den Küsten abgeht kann uns natürliche auch auf viele Arten beeinflussen. Wenn zum Beispiel andauernd Salzwasser irgendwo hinschwappt, wo es nicht hinschwappen soll. Oder wenn Küstenstriche abgetragen werden. Richtig erschreckend sind die Marinen Hitzewellen. Auch wenn sie auf dem Meer stattfinden wo kaum Menschen wohnen, können sie dramatische Folgen haben. Sie können in kurzer Zeit ganze Korallenriffe zerstören und Ökosystem bedrohen. Wie man am Beispiel von “The Blob” sehen kann, einer marinen Hitzewelle von 2014 bis 2016. Diverses: Der ganze Rest Als letze CID-Kategorie bleibt “Diverses”. Dort finden wir zum Beispiel das “Luftverschmutzungswetter” oder die Auswirkungen von CO2 in Bodennähe. Ausblick auf die nächste Folge Wir nähern uns dem Ende des ersten Teils des Berichts. Und nachdem wir uns nun angesehen haben, was alles möglicherweise passieren kann werden wir in der nächsten Folge schauen, was in Zukunft tatsächlich passieren wird. Nominiert den Podcast für einen Preis Wenn ihr möchtet, dass “Das Klima” einen Preis bekommt, dann könnt ihr uns dafür nominieren. Und zwar für den Ö3-Podcast-Award und auf dieser Seite. Vielen Dank! Vielen Dank auch an die Kollegen von “Methodisch Inkorrekt”, die uns in Folge 207 ihres Podcasts erwähnt haben. Hinweis zur Werbung und zu Spenden Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden. Weiterführende Informationen Kapitel 12 des Klimaberichts ist hier als pdf downloadbar. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian

  18. DK025 - Die vielen Arten des Extremen
    24.01., 07:0000:42:24

    …und warum gibt es keine Naturkatastrophen? DK025 - Die vielen Arten des Extremen …und warum gibt es keine Naturkatastrophen? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. Kapitel 11 des IPCC-Berichts handelt vom Wetter. Insbesondere vom extremen Wetter und der Frage, wie sehr sich die Extremwetterereignisse durch den Klimawandel verändern werden. Dazu braucht man die “Attributionsforschung” und zum Glück haben wir eine der Autorinnen des Kapitels zu Gast, die auch noch eine der Pionierinnen auf diesem Gebiet ist: Friederike Otto erklärt uns ausführlich, mit welchen Extremwetterereignissen wir rechnen müssen, was die Politik mit der Attributionsforschung zu tun hat und warum es keine Naturkatastrophen gibt. Zu Gast: Friederike Otto Friederike Otto ist Physikerin und Klimaforscherin. Sie arbeitet an der Universität Oxford, ist Mitbegründerin der Attributionsforschung und der World Weather Attribution Initiative. Sie wurde 2021 vom Time Magazin zu den 100 einflussreichsten Personen des Jahres gewählt und von der Fachzeitschrift Nature zu den “Nature’s 10” im Jahr 2021. Außerdem hat sie das ganz hervorragende und lesenswerte Buch “Wütendes Wetter: Auf der Suche nach den Schuldigen für Hitzewellen, Hochwasser und Stürme” geschrieben. Richtig Kollaborieren Zu Beginn interessiert sich Claudia dafür, wie man ein IPCC-Kapitel schreibt. Wie macht man das, wenn Dutzende Menschen gemeinsam einen wissenschaftlichen Text schreiben? Die Antwort von Friederike Otto: Nicht in einer Cloud, sondern in Word und mit sehr, sehr viel Mühe… Was wissen wir heute besser als früher? Im aktuellen IPCC-Bericht steht sehr viel mehr zum Thema des Extremwetters drin als früher. Was vor allem daran liegt, dass Friederike Otto und ihre KollegInnen erst vor ein paar Jahren die “Attributionsforschung” entwickelt haben. Dabei sind sie durchaus auf Widerstand gestoßen; und auch der politische Aspekt dieser Forschung hat eine Rolle bei der Gründung der World Weather Attribution Initiative gespielt Wissenschaftstheorie und Klimawandel: Woher will man das wissen? In ihrer Dissertation (“Modelling the earth’s climate – an epistemic perspective” (pdf)) hat Friederike Otto sich mit Wissenschaftstheorie beschäftigt. Und der durchaus relevanten Frage, wie man mit einer Wissenschaft umgeht, die keine Experimente im klassischen Sinn durchführen kann. Am Ende geht es auch hier um die Frage: “Woher will man denn eigentlich wissen, wie das Klima wird, wenn alles nur im Computer modelliert wird?”. Dazu passt auch der Text “Pathways and Pitfalls in extreme event attribution” der World Weather Attribution Initiative. Alles auf einmal Ganz speziell beim Extremwetter sind die “Compound Events”. Also zum Beispiel ein Waldbrand, bei dem unterschiedliche Extremwetterereignisse zusammen kommen (Hitze, Dürre, Wind). Sowas kann ganz besonders fies werden und ist ganz besonders schwer zu erforschen, wie Otto erklärt. Die vielen Arten des Extremen Auf welche Arten das Wetter extrem werden kann, fasst die FAQ 11.2 und die dazugehörige Abbildung zusammen: Ganz besonders erschreckend: Extremwetter, das an Orten passiert, wo es zuvor noch nie passiert ist. Und zieht die Frage nach sich: Wie berechnet man die Wahrscheinlichkeit für ein Ereignis, das noch nie eingetreten ist? Es gibt keine Naturkatastrophen Am Ende überrascht uns Friederike Otto noch mit dem Hinweis auf eine ganz aktuelle Arbeit, in der sie argumentiert, dass es keine “Naturkatastrophen” gibt. Was seltsam klingt, aber doch überzeugend ist, wenn man genauer darüber nachdenkt. Wer möchte kann ihren Artikel “Stop blaming the climate for disasters” hier nachlesen. Ausblick auf Kapitel 12 Kapitel 12 heißt “Climate change information for regional impact and for risk assessment” und wenn wir das gelesen haben, ist der erste Teil des IPCC-Reports zu Ende! Hinweis zur Werbung und zu Spenden Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden. Weiterführende Informationen Kapitel 11 des Klimaberichts ist hier als pdf downloadbar. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian

  19. DK024 - Friederike Otto und die Attributionsforschung
    17.01., 07:0000:49:28

    …und wie extrem wird das Wetter werden? DK024 - Friederike Otto und die Attributionsforschung …und wie extrem wird das Wetter werden? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. Kapitel 11 des IPCC-Berichts handelt vom Wetter. Insbesondere vom extremen Wetter und der Frage, wie sehr sich die Extremwetterereignisse durch den Klimawandel verändern werden. Dazu braucht man die “Attributionsforschung” und zum Glück haben wir eine der Autorinnen des Kapitels zu Gast, die auch noch eine der Pionierinnen auf diesem Gebiet ist: Friederike Otto erklärt uns ausführlich, wie der Klimawandel das Extremwetter beeinflusst, wie Attributionsforschung eigentlich funktioniert und was es mit der sehr, sehr langen Tabelle in Kapitel 11 auf sich hat. Zu Gast: Friederike Otto Friederike Otto ist Physikerin und Klimaforscherin. Sie arbeitet an der Universität Oxford, ist Mitbegründerin der Attributionsforschung und der World Weather Attribution Initiative. Sie wurde 2021 vom Time Magazin zu den 100 einflussreichsten Personen des Jahres gewählt und von der Fachzeitschrift Nature zu den “Nature’s 10” im Jahr 2021. Außerdem hat sie das ganz hervorragende und lesenswerte Buch “Wütendes Wetter: Auf der Suche nach den Schuldigen für Hitzewellen, Hochwasser und Stürme” geschrieben. Wie ist es so als IPCC Autorin? Zuerst wollen wir wissen, wie das so ist, wenn man ein Kapitel für den IPCC-Report schreibt; noch dazu eines, in dem das politische Interesse so groß ist. Die Antwort: Trotz all der Arbeit offensichtlich super. Wie definiert man Extremereignisse? Wenn man wissen will, wie das mit dem extremen Wetter ist, muss man zuerst einmal definieren, was als “Extremereignis” gilt. Was - laut Otto - die “schwierigste Frage ist, die man stellen kann”. Tja. Anscheinend gibt es keine ultimative Definition. Denn es kommt auch darauf an, wie gut man vorbereitet ist und wie vulnerabel man in einer gewissen Situation gerade ist Wie funktioniert Attributionsforschung. Attributionsforschung heißt auf deutsch “Zuordnungsforschung” und genau darum geht es. Wenn irgendwo ein extremes Wetterereignis stattgefunden hat, dann stellt sich die Frage: Ist der Klimawandel daran schuld? Lange Zeit konnte man das nicht beantworten. Dank Friederike Otto und ihrer KollegInnen jetzt aber schon. Die Kurzversion: Man schaut sich die Welt mit und ohne Klimawandel in einer Computersimulation an. Und berechnet dann die Wahrscheinlichkeit für konkrete Wetterereignisse. In der Praxis ist es natürlich sehr viel komplexer, wie Otto uns ausführlich erklärt. Wie sorgt der Klimawandel für Extremereignisse? Die Klimakrise wirkt sich im Prinzip auf zwei Arten auf das Extremwetter aus. Einmal durch den “Thermodynamischer Effekt”: Die Erwärmung der Atmosphäre führt zu einer höheren Wahrscheinlichkeit für Hitzewellen (und geringeren Wahrscheinlichkeiten für Kältewellen), zu mehr Wasserdampf und mehr Niederschlag. Das passiert überall auf der Welt gleich und lässt sich gut simulieren. Der “Dynamischer Effekt” ist anders. Hier geht es um Änderungen in den Temperaturdifferenzen, wodurch sich die atmosphärische Zirkulation verändert und damit das Wetter. Hier gibt es große regionale und jahreszeitliche Unterschiede und das lässt sich nicht immer gut simulieren (zB wenn es um Hagel geht). Hitzewelle 2018 In Box 11.2 von Kapitel 11 geht es um “Low-likelihood high-impact changes in extremes”. Diese Box hat Friederike Otto geschrieben, und es geht darum etwas, dessen Eintreten nicht sehr wahrscheinlich ist, aber sehr fies, wenn es doch passiert. Zum Beispiel die Häufung von Hitzewellen auf der Nordhalbkugel im Sommer 2018. Der Unterschied zwischen 1,5 und 2 Grad Am Extremwetter sieht man auch sehr gut den Unterschied zwischen einer Erwärmung der Welt um 1,5 Grad oder 2 Grad. Hitzewellen wie die in Kanada im Sommer 2021, als es dort fast 50 Grad hatte und 500 Menschen starben sind derzeit noch Ereignisse, die im Schnitt alle 1000 Jahre stattfinden. Wird die Welt um ein halbes Grad wärmer, passiert sowas im Schnitt alle 5 bis 10 Jahre. Die große Tabelle Das Kernstück von Kapitel 11 ist die sehr, sehr große Tabelle am Ende des Kapitels. Eine Zusammenfassung kann man sich in Abbildung 3 des “Summary for Policy Makers” ansehen: Aber es lohnt sich auf ein Blick auf die komplette Tabelle. Da steckt wahnsinnig viel Arbeit drin, wie Otto uns erzählt. Dort findet man alles über die extreme Hitze, Kälte, Niederschläge und Dürren in allen Regionen der Erde die uns in Zukunft bevor stehen wird. Ausblick auf die nächste Folge Das Gespräch mit Friederike Otto war so interessant, dass wir es noch weiter geführt haben. Den Rest von Kapitel 11 besprechen wir dann mit ihr in der nächsten Folge. Da wird es dann unter anderem um Wissenschaftstheorie und Naturkatastrophen gehen. Hinweis zur Werbung und zu Spenden Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden. Weiterführende Informationen Kapitel 11 des Klimaberichts ist hier als pdf downloadbar. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian

  20. DK023 - Argentinischer Regen und die kommende Hitze am Mittelmeer
    10.01., 07:0001:37:59

    …und warum sind Daten keine Information? DK023 - Argentinischer Regen und die kommende Hitze am Mittelmeer …und warum sind Daten keine Information? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. Kapitel 10 des IPCC-Berichts ist ein ganz besonderes Kapitel. Denn da geht es nicht nur um die Klimaforschung sondern auch darum, wie man dieses Wissen vernünftig vermitteln kann. Und zwar durch “Storylines”, die aber nix mit Geschichten zu tun haben, wie man sich das so vorstellt. Wir reden also über Wissenschaftskommunikation, Missverständnisse und Binsenweisheiten, die dennoch nicht trivial sind. Und schauen uns am Beispiel der Wasserkrise von Kapstadt und der Hitzewelle im Mittelmeer an, wie sowas abläuft. Außerdem reden wir über das Klima in Städten und den Regen in Argentinien. Wie man Informationen destilliert Nach einem kurzen Rückblick klären wir auf, was in der letzten Folge angekündigt wurde: Wie destilliert man Informationen? Oder auf wissenschaftlich: Wie kriegen wir raus, welche Auswirkungen der Menschengemachte Klimawandel regional hat? Also wer ist schuld, wenn der Fluß hinter meinem Garten übergeht? So kleinteilig kann die Forschung leider noch nicht arbeiten, deswegen bringt Claudia ein anderes Beispiel. Es geht um den Sommerregen in Argentinien, von dem es immer mehr gibt. Und eine ziemlich klare Indizienkette zeigt, wie globale Veränderungen regionale Auswirkungen haben können. Binsenweisheiten zur Klimakommunikation Wenn man die Informationen hat, muss man auch wissen was man damit anstellt. Nur zu sagen: “Ich hab Wissenschaft gemacht. Hier ist Wissenschaft. Schaut euch die Wissenschaft an” ist nicht unbedingt die beste Strategie. Man muss so kommunizieren, dass die relevanten Leute darauf reagieren können. Und sich davor Gedanken über die Daten machen. Es macht zum Beispiel einen Unterschied, welche regionale Modelle mit welchen globalen Modellen man kombiniert: All das öffnet die Tür für Missverständnisse. Genau so wie die große Anzahl an Quellen für regionale Klimainformationen. Dass es immer auf den Kontext ankommt, ist eine Binsenweisheit, aber trotzdem relevant. Wichtig ist auch die Diversität bei der Erstellung der Information: Man muss möglichste viele und diverse Menschen miteinbeziehen um möglichst viele Missverständnisse zu identifizieren. Und: Schlaue Menschen sind unter Umständen genau die, die am wenigsten bereit sind, neue Informationen zu akzeptieren. Über “Scientific Literacy” gibt es einen schönen Talk von Joram den wir euch gerne empfehlen. Daten sind keine Information Wissen muss man 1) kriegen und 2) übersetzen. Daten sind auch nicht per se Information. Sie können aber Informationen enthalten, wenn sie richtig präsentiert werden. Klimainformationen fehlen aber oft entsprechende Erklärungen zu ihre möglichen Nutzung beziehungsweise den Gefahren des Missbrauchs. Und oft scheitert die Nutzung auch einfach am Unwillen der Menschen, neue Produkte der Klimaforschung zu nutzen. Ganz wichtig: Die Kommunikation von Unsicherheiten. Die Wissenstreppe Claudia nimmt das als Anlass zu einem kleinen Einschub über die “Wissenstreppe” mit den drei Stufen: Zeichen - Syntax - Information. Storylines: Wissenschaftliche Geschichten über Unsicherheiten Bei Storylines geht es nicht um Geschichten im Sinne von “Irgendwas erzählen”. Die Klimaforschung meint da etwas ganz anderes. Es geht um die Kommunikation von Unsicherheiten. Normalerweise wählt man da einen statistischer Ansatz. Die Alternative besteht aus der Konstruktion eines physikalisch plausiblen und konsistenten Ablauf von Ereignissen. Die Wasserkrise und das heiße Mittelmeer Die Krönung des bisher behandelten sind die Beispiele die nun am Ende von Kapitel 10 zu finden sind. Wir lernen, wie Storylines konkret konstruiert werden können. Zum Beispiel bei der Wasserkrise von Kapstadt. Florian hält die präsentierten Beispiele aber für nicht ganz so gut weil die Conclusio immer lautet: Es ist schwierig ne Storyline zu finden. Das gilt insbesondere fürs Mittelmeerbeispiel, wo es um die kommenden Hitzewellen geht. Dort sind Verstädterung und Bevölkerung gestiegen und werden weiter steigen, was nicht so gut ist. Das Beispiel endet mit einem “Worst of Information” zu Medicanes, Hitzetage, Hitzenächten und weiteren schlechten Nachrichten. Wir würden zwar gern genau wissen, wie die Zukunft wird. Aber gerade beim Mittelmeer haben wir eine sehr asymmetrisch organisierte Datenlage: Klimawandel im Himalaya Der [Himalaya ist wichtig[(https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Wasserressourcen_im_Hindukusch-Himalaya); er ist größte Vergletscherung außerhalb der Arktis. Und eine Quellregion die über 1 Milliarden Menschen mit Wasser versorgt. Was dort in Zukunft passieren wird, erklärt Claudia und die Prognosen sind wenig überraschend nicht gut. Mehr Grün in die Städte! Immer mehr Menschen wohnen in Städten, was aus Klimasicht eigentlich gut ist. Aber nur, wenn wir die Städte auch klima- und vor allem menschenfreundlich konstruieren! In den letzten Jahrzehnten haben sich viele Städte zu Hitzeinseln entwickelt, was sehr unangenehm ist. Wir könnten das aber durchaus lösen; vor allem, wenn wir für mehr Grün in den Städten sorgen: Herausforderungen der Klimakommunikation Kapitel 10 endet mit einer Liste von Herausforderungen der Klimakommunikation. Dazu gehören die Menge und Verteilung an Literatur. Und Regierungen, die nicht einheitlich arbeiten. Tja. Ausblick auf Kapitel 11 Wir nähern uns dem Ende des ersten Teils des Berichts. Aber zuvor kommt noch Kapitel 11 und da geht es um extremes Wetter! Und die Frage, wem man die Schuld daran zuschieben kann. Hinweis zur Werbung und zu Spenden Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden. Weiterführende Informationen Kapitel 10 des Klimaberichts ist hier als pdf downloadbar. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian

Die Klimakrise ist umfassend und global. Sie hat Auswirkungen auf alle und alles und wird ohne Zweifel unser Handeln und unseren Alltag in den nächsten Jahrzehnten in sämtlichen Bereichen bestimmen. Darum ist es nötig, dass möglichst viele Menschen über das Klima und die Wissenschaft hinter der Klimakrise Bescheid wissen. Der Weltklimarat IPCC veröffentlicht regelmäßig sogenannte “Sachstandsberichte” die das jeweils aktuelle Wissen zur Klimakrise zusammenfassen. Diese tausenden Seiten sind schwere Lektüre, die wir euch mit diesem Podcast ersparen wollen. Das gleiche gilt für die vielen anderen neuen Erkenntnisse der Klimaforschung. In jeder Folge wird aktuelle Forschung rund um die Klimakrise so vermittelt, dass sie auch ohne Studium der Klimawissenschaft verständlich sind. Ein Podcast von Florian Freistetter (Astronom und Autor) und Claudia Frick (Meteorologin und Professorin für Wissenschaftskommunikation). Wer den Podcast unterstützen will, kann das gerne tun: https://steadyhq.com/de/dasklima/ und https://www.paypal.me/florianfreistetter.