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Cosmic Latte

Eva Freistetter, Jana Steuer, Elka Xharo

Science

96 Episoden · neueste 01.10.

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Episoden

96
  1. CL075 Auf den Spuren des Sterns von Bethlehem
    25.12., 07:0000:31:23

    Die Episode über himmlische Zeichen und astronomischen Spuren in der Weihnachtsgeschichte. Unterstützt den Podcast gerne bei Steady, Patreon](https://patreon.com/CosmiclattePodcast)) oder Paypal unterstützen! Der Stern von Bethlehem Der Stern von Bethlehem gehört zu den bekanntesten und zugleich rätselhaftesten Motiven der Weihnachtsgeschichte. Kaum ein astronomisches Phänomen ist so tief im kulturellen Gedächtnis verankert, obwohl wir über ihn erstaunlich wenig wissen. Die einzige Quelle, die ihn überhaupt erwähnt, ist das Matthäusevangelium. Dort heißt es: Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.“ (Mat, 2,1) […] „Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen.“ (Mat, 2,9) Auffällig ist dabei, wie knapp diese Beschreibung ausfällt: Der Stern wird nur an dieser einen Stelle erwähnt, niemand außer den Sterndeutern scheint ihn wahrgenommen zu haben, und Details zu Aussehen oder Dauer fehlen vollständig. Komet? Trotzdem hat sich über die Jahrhunderte ein sehr konkretes Bild des Sterns von Bethlehem etabliert. Oft wird er als heller Stern mit Schweif dargestellt – eine Vorstellung, die weniger auf biblische Texte als vielmehr auf Kunstgeschichte zurückgeht. Besonders prägend war das Fresko „Anbetung der heiligen drei Könige“ von Giotto di Bondone, der den Stern eindeutig als Komet malte. Giotto hatte wenige Jahre zuvor den Halleyschen Kometen beobachtet, und dieses eindrucksvolle Himmelsereignis floss offensichtlich in seine Darstellung ein. In der Antike und im Mittelalter war die Idee eines Kometen als Stern von Bethlehem weit verbreitet. Problematisch ist jedoch, dass Kometen damals meist als Unglücksboten galten. Warum sollte ausgerechnet ein solches Zeichen die Geburt eines Königs ankündigen? Zudem fehlen auch hier unabhängige historische Berichte über einen auffälligen Kometen zur fraglichen Zeit. Supernova? Eine andere Erklärung brachte der Astronom Johannes Kepler ins Spiel. Nachdem er 1604 eine extrem helle Supernova beobachtet hatte, vermutete er, dass ein ähnliches Ereignis auch den Stern von Bethlehem erklären könnte. Kepler fiel auf, dass seine Supernova in der Nähe einer kurz zuvor stattgefundenen Konjunktion von Jupiter und Saturn erschien. Aus Berechnungen wusste er, dass es eine solche Konjunktion auch im Jahr 7 v. Chr. gegeben hatte. Kepler nahm an, diese Planetenkonjunktion habe möglicherweise die Entstehung einer Supernova ausgelöst, die dann als Stern von Bethlehem wahrgenommen wurde. Aus heutiger astronomischer Sicht ist diese Erklärung nicht haltbar, da Konjunktionen keine Supernovae verursachen. Dennoch lenkte Kepler den Blick auf ein Ereignis, das tatsächlich historisch belegt ist: die enge Begegnung von Jupiter und Saturn im Jahr 7 v. Chr. Konjunktion? Genau hier setzt die heute plausibelste Erklärung an. Der Astronom Konradin Ferrari d’Occhieppo verband präzise astronomische Rückrechnungen mit dem Wissen über babylonische Astronomie und Astrologie. Im Jahr 7 v. Chr. kam es nicht nur zu einer einfachen, sondern zu einer dreifachen Konjunktion von Jupiter und Saturn. Die beiden Planeten näherten sich im Laufe eines Jahres gleich dreimal auffällig an, und zwar im Sternbild der Fische. Ein solches Ereignis war selten und auch astrologisch hochbedeutsam. In der babylonischen Astrologie stand Jupiter für Königsherrschaft und göttliche Macht, während Saturn mit dem Volk Israel in Verbindung gebracht wurde. Das Sternbild der Fische galt als Symbol für den Westen. Zusammengenommen hätte diese Konstellation als Ankündigung der Geburt eines großen Königs der Juden im Westen gedeutet werden können. Für antike Priesterastronomen, die Himmelbeobachtung und Deutung miteinander verbanden, wäre dies ein starkes Zeichen gewesen – ganz ohne einen tatsächlich „neuen“ Stern am Himmel. Allerdings sollten auch Priesterastronomen der Antike den Unterschied zwischen der Konjunktion von Planeten und einem Stern kennen… Fazit Der Stern von Bethlehem war mit hoher Wahrscheinlichkeit kein einzelnes spektakuläres Objekt. Und höchstwahrscheinlich nicht mal ein konkretes Objekt. Sondern ein später erfundenes Statussymbol für Jesus, um seine Geburt zu betonen und die Bedeutung seiner “Ankunft”. Oder aber das UFO, das ihn auf die Erde brachte (wie man im Film "Das Leben des Brian" sehen kann)… Unterstützt den Podcast Ihr könnt uns via Steady, Patreon und Paypal unterstützen. Der Podcast ist aber natürlich weiterhin gratis auf allen gängigen Plattformen erhältlich. Kontakt Falls ihr Fragen habt, dann schickt uns eine Mail an kontakt@cosmiclatte.at oder schaut auf cosmiclatte.at. Und sonst findet ihr uns hier: Instagram Cosmic Latte | Cosmic Latte ist eine Space Monkey Produktion.

  2. CL074 Sternbilder aus aller Welt: Wie verschiedene Kulturen den Himmel lesen
    11.12., 07:0000:34:48

    Die Episode über Sternkarten und Himmelsmythen rund um den Globus Unterstützt den Podcast gerne bei Steady, Patreon](https://patreon.com/CosmiclattePodcast)) oder Paypal unterstützen! Wie blicken unterschiedlichen Kulturen in den Himmel? In dieser Folge reisen Eva und Elka zu den faszinierendsten Sternbildern der Welt: von den chinesischen Mondhäusern über das „Emu im Himmel“ der Aboriginal Peoples bis hin zu arabischen Sternnamen und den Himmelsgeschichten indigener Gruppen Nordamerikas. Wie lesen unterschiedlich Kulturen den Himmel? Welche Geschichten, Kalender und kosmologischen Systeme haben sie daraus entwickelt? Reise über den Nachthimmel Moderne Sternenkarten mit den offiziellen 88 Sternbildern wurden von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) 1928 normiert und basieren fast ausschließlich auf westlichen und griechischen Sternbildern wie zum Beispiel Orion, der Cassiopeia oder den Tierkreiszeichen. Weltweit existieren faszinierende und vielfältige Himmelstraditionen: von der hochentwickelten chinesischen Astronomie über die Sternbilder der Aboriginal Peoples Australiens bis hin zu arabischen und nordamerikanischen indigenen Himmelskarten. Chinesische Himmelstradition: Über 280 Sternbilder und ein komplexes kosmologisches System Die chinesische Astronomie zählt zu den ältesten und präzisesten der Welt. Bereits in der Tang-Dynastie (7.–10. Jahrhundert) entstanden detaillierte chinesische Sternkarten. Der Himmel ist in 31 Regionen eingeteilt, darunter drei zentrale Bereiche (San Yuán), die den nördlichen Himmelspol umschließen. Entlang der Ekliptik liegen die 28 „Wohnsitze“ (Èrshíbā Xiù), die als Mondstationen dienen und eine wichtige Rolle im chinesischen Kalender spielen. Viele chinesische Sternbilder bestehen nur aus wenigen Sternen, manchmal sogar aus einem einzigen, und unterscheiden sich damit stark von westlichen Sternbildertraditionen. Die 28 Mondhäuser sind mythologisch den Vier Wundertieren zugeordnet: dem Blauen Drachen, dem Roten Vogel, dem Weißen Tiger und der Schwarzen Schildkröte. Besonders lebendig bleibt die berühmte Legende von Altair und Wega, dem Kuhhirten und der Weberin, die durch die Milchstraße getrennt sind und sich nur einmal im Jahr am „Tag der Liebenden“ (Qixi-Fest) begegnen dürfen. Diese Geschichte zeigt, wie eng chinesische Astronomie, Mythologie und Kalenderkultur miteinander verwoben sind. Australische Aboriginal Astronomy: Sternbilder aus Sternen und Dunkelheit Die Sternbilder der Aboriginal Peoples Australiens gehören zu den weltweit ältesten astronomischen Traditionen. Sie basieren auf mündlichen Überlieferungen, Kunst und Kultur und verbinden Naturbeobachtung mit spirituellem Wissen. Ein einzigartiges Beispiel ist das „Emu im Himmel“ – ein Dunkelsternbild, das nicht aus Sternen, sondern aus den dunklen Staubwolken der Milchstraße besteht. Der Coalsack-Nebel bildet den Kopf des Emus, während sein Körper bis zum Sternbild Skorpion reicht. Für viele indigene Gruppen dient der Sternenhimmel als Kalender und Orientierungssystem. Der Aufgang bestimmter Sterne zeigt Erntezeiten, Tierwanderungen oder Zeremonien an. Gleichzeitig fungiert der Himmel als kultureller Speicher: Geschichten wie jene vom Fischerhelden Tagai bei den Torres-Strait-Islanders verbinden kosmische Ordnung, soziale Regeln und Navigation über Land und Meer. Arabische Astronomie: Sternnamen und Himmelskarten, die die Welt prägten Zwischen dem 8. und 15. Jahrhundert war die arabische Astronomie die führende wissenschaftliche Tradition der Welt. Astronom*innen übersetzten, erweiterten und verbesserten das Wissen der Antike. Al-Sufis Buch der Fixsterne (10. Jahrhundert) zählt zu den bedeutendsten Werken: Es enthält präzise Himmelskarten, Sternpositionen und Beschreibungen vieler Sternbilder. Zahlreiche Sternnamen, die wir heute international verwenden, stammen aus dem Arabischen – darunter Altair („der Fliegende“), Aldebaran („der Nachfolgende“), Rigel („der Fuß“), Wega („die Fallende“) oder Deneb („der Schwanz“). Sie zeigen, wie stark die moderne Astronomie auf arabische Wurzeln baut. Indigene Sternbilder Nordamerikas: Der Himmel als Spiegel der Erde Auch die Sternkarten indigener Völker Nordamerikas bilden komplexe Systeme, die eng mit Landschaft, Spiritualität und sozialer Ordnung verbunden sind. Für die Navajo symbolisiert der Himmel ein geordnetes Netzwerk, in dem Sternbilder wie der Revolving Male und die Revolving Female moralische Balance darstellen. Die Lakota sehen in der Milchstraße den Weg der Seelen und ordnen heilige Orte auf der Erde entsprechenden Sternmustern zu. Die Inuit wiederum nutzen Sternbilder zur Orientierung in den extremen Bedingungen des arktischen Winters. Beliebt ist die Geschichte vom Bären am Himmel: Jäger verfolgen den Bären bis an den Firmament, wo sie heute als Gürtelsterne des Orion zu sehen sind – eine Erzählung, die bis heute viele Sternführungen begleitet. Unterstützt den Podcast Ihr könnt uns via Steady, Patreon](https://patreon.com/CosmiclattePodcast)) und Paypal unterstützen. Der Podcast ist aber natürlich weiterhin gratis auf allen gängigen Plattformen erhältlich. Kontakt Falls ihr Fragen habt, dann schickt uns eine Mail an kontakt@cosmiclatte.at oder schaut auf cosmiclatte.at. Und sonst findet ihr uns hier: Instagram Cosmic Latte | Cosmic Latte ist eine Space Monkey Produktion.

  3. CL073 Die Plejaden: zwischen Mythos, Astronomie und Menschheitsgeschichte
    27.11., 07:0000:36:30

    Die Episode über die Geschichte des Siebengestirns - von Sternhaufen und Schöpfungsmythen Unterstützt uns bei Steady, Patreon oder Paypal! In dieser Episode erkunden Eva und Jana die Plejaden, ein gut sichtbarer Sternhaufen am Himmel. Sie geben der Menschheit seit Urzeiten Orientierung - am Himmel, in der Landwirtschaft, im Jahreslauf und sie finden sich in den Erzähltraditionen vieler Kulturen. Wir erkunden die Verbindung zwischen Astronomie, Mythologie und Menschheitsgeschichte und werfen einen Blick auf die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse. Denn hinter dem vertrauten Siebengestirn liegt eine kosmische Familie ungeahnten Ausmaßes verborgen. Die Plejaden Die Plejaden gehören zu den faszinierendsten Objekten am Nachthimmel. Der offene Sternhaufen im Sternbild Stier, katalogisiert als M45, ist mit bloßem Auge sichtbar und begleitet die Menschheit bereits seit Jahrtausenden und findet sich in zahlreichen Mythen rund um den Globus. Das sogenannte Siebengestirn oder die Sieben Schwestern, wie die Plejaden auch genannt werden, ist erst rund 120 Millionen Jahre alt und etwa 444 Lichtjahre von der Erde entfernt. Als offener Sternhaufen besteht M45 aus einigen Hundert gemeinsam entstandenen Sternen, die sich aus derselben Molekülwolke gebildet haben. Im Gegensatz zu den dichten, uralten Kugelsternhaufen sind offene Sternhaufen relativ locker, jung und kurzlebig, denn ihre Sterne werden durch Sternwinde und Gravitationseinflüsse schnell auseinandergetrieben. Der Mythos hinter dem Siebengestirn Die Plejaden tragen ihre Namen aus der griechischen Mythologie: Alkione, Electra, Maia, Merope, Taygete, Celaeno und Asterope. Sie sind die Töchter des Titanen Atlas und der Okeanide Pleione. Viele Kulturen erzählen Varianten derselben Geschichte: Die sieben Schwestern werden verfolgt, im griechischen Mythos etwa vom Jäger Orion, den Zeus durch die Verwandlung in Sterne abwehrt. Bemerkenswert ist, dass ähnliche Erzählungen weltweit existieren: Bei australischen Aborigines, lange bevor Europäer den Kontinent erreichten, werden ebenfalls sieben Schwestern von einer männlichen Figur verfolgt. Bei Cherokee, Lakota oder Kiowa in Nordamerika fliehen sieben Mädchen vor einem Bären oder Monster. Im Hinduismus sind die Plejaden die Ammen des Kriegsgottes Kartikeya, im südafrikanischen Zulu-Glauben verkörpern sie feminine Kraft. Diese verblüffende kulturelle Übereinstimmung wirft eine spannende Frage auf: Sind die Geschichten der Sieben Schwestern unabhängig entstanden oder handelt es sich um eine der ältesten Sagentraditionen der Menschheit? Auch in Mitteleuropa spielten die Plejaden eine bedeutende Rolle. Auf der Himmelsscheibe von Nebra, der ältesten bekannten konkreten Himmelsdarstellung, rund 3.700 bis 4.100 Jahre alt, markieren sieben Punkte über einer Mondsichel höchstwahrscheinlich das Siebengestirn. Für die Menschen der Bronzezeit waren die Plejaden ein wichtiges saisonales Signal: ihr heliakischer Aufgang im März kündigte die Aussaat an, ihr Verschwinden im Herbst markierte das Ende des Erntejahres. Ähnliche Bedeutungen finden sich in vielen Kulturen. Für die Römer signalisierten die Plejaden den Beginn der Erntezeit. Bei den Beduinen steht ihr Aufgang für den Sommer, ihr Untergang für den Winter. Die Massai orientieren sich bis heute bei der Regenzeit an ihnen. Für die Blackfoot in Nordamerika gaben die Plejaden einst den Zeitpunkt großer Bisonjagden vor. Die Plejaden in der modernen Astronomie Moderne Astronomie zeigt, dass die Plejaden auch wissenschaftlich ein außergewöhnliches Objekt sind. Viele Sterne entstehen gemeinsam in dichten Gaswolken. So hatte auch unsere Sonne Geschwister, die heute weit von ihr entfernt sind. Ein möglicher Sonnengeschwisterstern ist HD 162826, rund 110 Lichtjahre entfernt, chemisch nahezu identisch und vermutlich einst in unmittelbarer Nähe der jungen Sonne. Doch diese stellaren Familien lösen sich rasch auf. Deshalb untersuchen Astronominnen und Astronomen heute mithilfe präziser Daten des Gaia-Katalogs und des TESS-Weltraumteleskops, welche Sterne gemeinsame Bewegungen, Zusammensetzungen und Altersmerkmale teilen. Neue Entdeckungen Eine neue Entdeckung zeigt nun: Die Plejaden sind nicht einfach nur ein kleiner Sternhaufen, sondern Teil eines gigantischen Greater Pleiades Complex. Dieser erstreckt sich über mehr als 1.500 Lichtjahre und umfasst Tausende Sterne sowie mindestens drei bis fünf weitere Sternhaufen, die alle zur selben kosmischen Familie gehören. Drei dieser Haufen standen den Plejaden früher besonders nahe. Damit ist das Siebengestirn tatsächlich das leuchtende Herzstück eines riesigen, weit in der Milchstraße verstreuten stellaren Clusters. Solche Untersuchungen könnten eines Tages sogar helfen, die verlorene Geburtsumgebung unserer eigenen Sonne zu rekonstruieren. Termine Dezember 2025, 19:30 Uhr: Was wäre, wenn es die Astronomie nicht gäbe? Live Podcast "Erklär mir die Welt" mit Andreas Sator und Eva als Gast im Planetarium Wien, Oswald Thomas Platz 1, 1020 Wien Karten erhältlich bei VHS Wien Unterstützt den Podcast Ihr könnt uns via Steady, Patreon und Paypal unterstützen. Der Podcast ist aber natürlich weiterhin gratis auf allen gängigen Plattformen erhältlich. Kontakt Falls ihr Fragen habt, dann schickt uns eine Mail an kontakt@cosmiclatte.at oder schaut auf cosmiclatte.at. Ihr findet uns auch auf Instagram: Instagram Cosmic Latte | Cosmic Latte ist eine Space Monkey Produktion.

  4. CL072 Wo die Zukunft der Raumfahrt beginnt: Mit Analog-Astronautin Anika Mehlis
    13.11., 07:0000:57:17

    Die Episode über Simulation in Armenien, Isolation in Israel und die Gefahren des Mars In dieser Episode sprechen wir wieder mit der Analog-Astronautin Anika Mehlis über ihre Erfahrungen bei simulierten Mars-Missionen, das Leben in Isolation, die Herausforderungen des Kommandierens einer Crew und die Frage, wann Menschen tatsächlich zum Mars fliegen könnten. Zwei Jahre nach ihrem ersten Besuch kehrt Annika zurück, um von ihren neuesten Projekten, Experimenten und ihrem Buch zu erzählen. Unterstützt uns bei Steady, Patreon oder Paypal! Analog-Astronautinnen und ihre Missionen Die Analog-Astronautin Anika Mehlis war schon in Folge 16 zu Gast und erzählt uns heute, was in der Zwischenzeit alles passiert ist. Nach ihrer ersten Mission in Israel leitete Anika als Kommandantin eine vierwöchige Mars-Simulation in Armenien, nahe der türkischen Grenze mit Blick auf den Ararat. Das Habitat befand sich im Hochgebirge und bot neue Herausforderungen – sowohl logistisch als auch psychologisch. Während der Mission kam es zu einem Zwischenfall: ein Unwetter beschädigte das Habitat, und Anika musste entscheiden, ob die Simulation weiter geführt werden kann oder nicht. Ein wichtiger Aspekt der Analogszenarien ist die simulierte Zeitverzögerung von zehn Minuten zwischen Erde und Mars. Alle Nachrichten werden per Textchat oder E-Mail übermittelt – mit der entsprechenden Verzögerung. In Stresssituationen zeigt sich, wie schwierig Kommunikation wird, wenn schnelle Entscheidungen notwendig sind. Solche Simulationen helfen, Schwachstellen im Missionsablauf frühzeitig zu erkennen. Das größte Analog-Experiment der Welt Im Oktober fand der „World’s Biggest Analog“ statt – eine weltweite Mars-Simulation mit 16 Habitaten auf verschiedenen Kontinenten. Das Koordinationszentrum in Wien wurde vom Österreichischen Weltraumforum ÖWF geleitet, und Anika war die Leiterin der Mission. Von Wien aus wurden die Datenströme, Wettervorhersagen und Kommunikationskanäle koordiniert. Die Mission umfasste Habitate in Indien, Australien, Kenia, Europa, Brasilien und den USA. Jedes Habitat hatte unterschiedliche wissenschaftliche Schwerpunkte – von Ernährung über psychologische Experimente bis zu Raumanzug-Entwicklung und Strahlenschutz. Die Bandbreite der Experimente war groß: Studien zur Gruppendynamik, zur Luftqualität, zur Gefühlsregulation und zur Ernährung mit Microgreens. Dazu kamen technische Tests, rechtliche Analysen und geologische Untersuchungen. Besonders spannend waren die Übungen zu Krisensituationen – etwa eine simulierte Krankheitswelle durch defekte Wasserfilter oder eine Strahlungswarnung infolge einer Sonnenaktivität. Dabei zeigte sich, wie wichtig präzise und strukturierte Kommunikation zwischen Teams unterschiedlicher Zeitzonen und Kulturen ist. Psychologische Aspekte und das „Zurückkommen“ Nach der Rückkehr von einer Mission erlebt Anika oft einen emotionalen Umbruch. Nach Wochen in Isolation und straffer Struktur fällt die Rückkehr in den Alltag schwer. Sie beschreibt, dass dieses Gefühl vergleichbar ist mit einem leichten „Loch“, das viele nach intensiven Erlebnissen kennen. Wichtig sei es, sich dafür Zeit zu nehmen, die Erfahrungen zu verarbeiten und wieder in den Alltag zu finden. Inspiration findet sie unter anderem in Michael Collins’ Buch Carrying the Fire, das ähnliche Gefühle nach der Mondmission beschreibt. Über das Österreichische Weltraum Forum Das ÖWF arbeitet überwiegend ehrenamtlich, finanziert sich durch Förderungen, Industriepartnerschaften, Sponsoring und Bildungsprojekte. Ein Teil der Arbeiten erfolgt in Kooperation mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA, etwa bei der Entwicklung von Raumanzug-Textilien. Die Analog-Astronautinnen und -Astronauten werden intensiv trainiert – von Überlebenstraining über Geologie bis hin zum Andocken eines Sojus-Simulators an die ISS. Erstmals seit 2018 sucht das ÖWF wieder neue Analog-Astronautinnen und -Astronauten. Bewerbungen sind bis 7. Dezember 2025 möglich. Voraussetzungen sind körperliche Fitness, Teamfähigkeit, eine Mindestgröße von 1,65 m und Alter unter 45 Jahren. Die Raumanzugsimulatoren wiegen rund 50 Kilogramm, was hohe physische Belastbarkeit erfordert. Bewerbung und Infos: https://oewf.org/analog-astronauten-bewerbung Von der Analog-Astronautin zur echten Raumfahrerin? Anika berichtet auch von ihrer Teilnahme an der ESA-Astronautenauswahl, bei der sie es bis in die zweite Runde schaffte. Trotz intensiver Tests in Hamburg kam sie leider nicht in die Endrunde. Rückblickend sieht sie das gelassen: Ihre Arbeit als Analog-Astronautin, Autorin und Mutter von sechs Töchtern sei ohnehin eine ideale Kombination und ausgelastet genug. Das Buch „Wo die Zukunft der Raumfahrt beginnt“ Annika Melis hat ihre Erfahrungen in einem Buch verarbeitet: “Wo die Zukunft der Raumfahrt beginnt”. Darin beschreibt sie den Auswahlprozess, das Training und ihre Erlebnisse während der Missionen. Das Buch ist persönlich, reflektiert und vermittelt wissenschaftliche Inhalte auf leicht verständliche Weise. Strahlenschutz und Mars-Realität Ein weiteres zentrales Forschungsthema ist der Strahlenschutz. In Zusammenarbeit mit der Firma StemRad testete Anika Schutzwesten gegen Gammastrahlung, die künftig auf Mond- und Marsmissionen eingesetzt werden könnten. Zusätzlich untersucht das ÖWF bauliche Schutzmaßnahmen wie Habitate im Hang oder unterirdische Strukturen. Auch Wasser könnte als Strahlenschutz dienen – ein Ansatz, der zugleich für Lebenserhaltungssysteme nutzbar wäre. Auf die Frage, wann Menschen zum Mars fliegen werden, bleibt Anika vorsichtig optimistisch. Technisch sei es in etwa zwanzig Jahren möglich, sofern internationale Kooperation und politische Stabilität gegeben sind. Konkurrenz könne Fortschritt anspornen, aber gemeinsame Anstrengungen wären nachhaltiger. Als Wissenschaftlerin wünscht sie sich, diesen Schritt der Menschheit noch miterleben zu können. Unterstützt den Podcast Ihr könnt uns via Steady, Patreon und Paypal unterstützen. Der Podcast ist aber natürlich weiterhin gratis auf allen gängigen Plattformen erhältlich. Kontakt Falls ihr Fragen habt, dann schickt uns eine Mail an kontakt@cosmiclatte.at oder hinterlasst ein Kommentar auf cosmiclatte.at. Und sonst findet ihr uns hier: Instagram Cosmic Latte | Cosmic Latte ist eine Space Monkey Produktion.

  5. CL071 Das Ende von Allem! Wie stirbt das Universum?
    30.10., 07:0000:38:33

    Die Episode über das kosmische Schicksal des Universums, in dem Zeit keine Bedeutung hat. Unterstützt uns bei Steady, Patreon oder Paypal! In dieser Folge führen euch Eva und Jana an die Grenzen von Raum, Zeit und Vorstellungskraft: Es geht vom Wärmetod über den Big Rip bis zum Big Crunch. Wir sprechen über den kosmischen Wettstreit zwischen Gravitation und Dunkler Energie, über Sternleichen, Schwarze Löcher und die fünf Ären des Universums – vom hellen Anfang bis zum Dunklen Ende. Eine Reise in die fernste Zukunft des Univerums, in der selbst Zeit an Bedeutung verliert. Einleitung Der Herbst ist da, die Tage werden kürzer und Eva und Jana widmen sich einem Thema, das perfekt zu dieser Jahreszeit passt: der Endlichkeit von allem. Passend zu Halloween wird es dabei ein wenig kosmisch-gruselig, denn wir sprechen über Sternleichen, zerreißende Raumzeit und die vielleicht stillste Form des Untergangs: dem langsamen kosmischen Verlöschen des Universums. In dieser Folge reisen wir gedanklich in eine Zukunft, die so fern ist, dass unsere Vorstellungskraft an ihre Grenzen stößt. Es geht um Zeiten jenseits von 10³⁰, 10⁴⁰ oder gar 10¹⁰⁰ Jahren. Es geht um das Ende der Sterne, der Galaxien und vielleicht sogar der Raumzeit selbst. Das beobachtbare Universum Bevor wir über das Ende reden, klären wir, was wir überhaupt sehen können: das beobachtbare, für uns sichtbare, Universum ist rund 90 Milliarden Lichtjahre groß. Da auch Licht eine endliche Geschwindigkeit hat, es also Zeit benötigt, bis es zu uns gelangt, gibt es eine Grenze, bis zu der wir sehen können. Wir können nicht erfahren, was dahinter ist, denn das Licht dieser weit entfernten Regionen wird uns nie erreichen. Das liegt daran, dass sich der Raum selbst seit dem Urknall ausgedehnt und dadurch vergrößert hat. Da diese Ausdehnung sogar beschleunigt erfolgt, weil sie durch die Dunkle Energie angetrieben wird, entfernen sich manche Regionen schneller, als ihr Licht uns je erreichen kann. Das Universum kann also noch viel größer sein, als wir es uns vorstellen können. Wenn wir uns also Gedanken über das Ende des Universums machen, können wir das nur in Bezug auf unser uns bekanntes Universum machen. Hier liegen zwei Kräfte in einem kosmischen Wettstreit, der schließlich über das Schicksal des Universums entscheiden wird: die Gravitation, die Materie zusammenzieht, und die Dunkle Energie, die den Raum auseinanderreißt. Drei Modelle für das Ende des Universums Erste physikalische Überlegungen dahingehend kamen von William Thomson (Lord Kelvin) (1852), der den 2. Hauptsatz der Thermodynamik (Entropie kann nur zunehmen) auf das Universum überträgt. Wenn das Universum einem geschlossenen System gleicht, und sich die Energie gleichmäßig verteilt, wird sich irgendwann ein thermodynamisches Gleichgewicht einstellen. Dann gäbe es keine freie Energie mehr und somit keine Energiequellen, keine Arbeit und keine Bewegung. Als man durch die Arbeiten von Einstein, Friedmann, Lemaître und Hubble im 20. Jahrhundert erkannte, dass das Universum expandiert, sich also ausdehnt, war die Frage nach dem Ende des Universums nicht mehr nur religiös-philosophisch, sondern physikalisch: Wie sähe die Zukunft eines sich ewig ausdehnenden Universums aus? Big Freeze (Wärmetod): In diesem Modell expandiert das Universum ewig weiter, bis alle Sterne ausgebrannt sind, nur mehr weiße Zwerge, Neutronensternen und Schwarze Löcher existieren. In einer Ära der Schwarzen Löcher gibt es nur mehr diese dunklen Giganten, bis selbst diese in einer ferner Zukunft von mehr als 10¹⁰⁰ Jahren verdampfen und ein kaltes dunkles Universum zurückbleibt. Es gibt keine Strukturen mehr, keine Prozesse, keine Ereignisse und dadurch auch keine Zeit, es hat schlicht seine Bedeutung verloren. Das endgültige thermische Gleichgewicht ist erreicht. Big Rip: Die Entdeckung der Dunklen Energie Ende der 1990er Jahre zeigte, dass sich das Universum seit 6,1 Mrd. Jahren sogar beschleunigt ausdehnt. Während sich beim Big Freeze alles in sehr langer Zeit in Strahlung umwandeln würde, würde beim Big Rip durch die Dunkle Energie alles viel kürzer und schneller passieren, bis schließlich in einem singulärem Ereignis (dem Big Rip) das Universum von der größten zur kleinsten Struktur zerreißt: zuerst Galaxien, dann Sonnensysteme, schließlich Atome. Big Crunch (und eventuell Big Bounce): wenn die Dunkle Energie nicht dominiert, dann könnte die Gravitation die Expansion stoppen und sogar umkehren. Das Universum würde kollabieren, sich erhitzen und in einer einzigen gewaltigen Singularität enden, was vielleicht der Beginn eines neuen Zyklus wäre, ein neuer Urknall, in dem alles von vorne beginnt. Ein exotisches Zusatzszenario ist der Vakuumzerfall: Sollte unser Universum in einem metastabilen Zustand existieren, könnte durch den quantenmechanischen Tunneleffekt eine Blase „echtes Vakuum“ entstehen. Diese würde sich dann mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten und unser Universum auslöschen. Ein derartiges Ereignis ist unvorhersehbar, theoretisch, aber physikalisch möglich. Unterstützt den Podcast Ihr könnt uns via Steady, Patreon und Paypal unterstützen. Der Podcast ist aber natürlich weiterhin gratis auf allen gängigen Plattformen erhältlich. Kontakt Falls ihr Fragen habt, dann schickt uns eine Mail an kontakt@cosmiclatte.at oder hinterlasst ein Kommentar auf cosmiclatte.at. Und sonst findet ihr uns hier: Instagram Cosmic Latte | Cosmic Latte ist eine Space Monkey Produktion.

  6. CL070 Alles strahlt! Von Medizinphysik zu den Gefahren der Raumfahrt
    16.10., 07:0000:43:24

    Die Episode über strahlende Menschen und Atome, ungefährliche Bananen und die Probleme auf dem Weg zum Mars Diese Folge geht unter die Haut und das buchstäblich! Wir reden über "Strahlung", ein Thema, das sehr oft missverstanden wird. Zum Glück hat Elka lange als Medizinphysikerin gearbeitet und weiß ganz genau, wann Strahlung für uns gefährlich ist und wann nicht. Wir gehen die Sache von Grund auf an und landen am Ende im Weltall, wenn wir uns überlegen, wie gefährlich eine Reise zum Mars für uns wird. Wir freuen uns, wenn ihr den Podcast bei Steady, Patreon oder Paypal unterstützt! Von ADHS-Awareness zu Marie Curie Zum Auftakt erinnern wir kurz an CL044, in der wir über ADHS im naturwissenschaftlichen Kontext gesprochen hatten. Denn Oktober ist der ADHS-Awarness-Monat, aber nicht nur. Er steht auch im Zeichen der pinken Schleife – ist also auch Brustkrebs-Awareness-Monat. Elka, selbst Medizinphysikerin, nimmt das als Anlass und erzählt von ihrem früheren Beruf in der Strahlentherapie und gibt einen Einblick in die Arbeit mit ionisierender und nicht-ionisierender Strahlung. Eine strahlende Geschichte – von Röntgen bis Curie Elka erklärt, dass die Geschichte der medizinischen Bildgebung mit Wilhelm Conrad Röntgen begann, der 1895 die sogenannten X-Strahlen entdeckte. Sein berühmtes erstes Röntgenbild zeigte – entgegen der populären Legende – nicht die Hand seiner Frau, sondern die von Albert von Kölliker. Marie Curie gilt als eine der Begründerinnen der medizinischen Physik. Gemeinsam mit ihrer Tochter Irène entwickelte sie während des Ersten Weltkriegs die sogenannten „Petite Curies“ – mobile Röntgeneinheiten, die an die Front gebracht wurden, um verletzte Soldaten zu versorgen. Damit retteten sie zahllose Leben und legten die Grundlage für die moderne medizinische Bildgebung. Ionisierende und nicht-ionisierende Strahlung Ein bisschen über Strahlung gab es ja auch schon in Folge CL062, aber jetzt geht es ins Detail. Elka erklärt den grundlegenden Unterschied zwischen den beiden Strahlungsarten. Ionisierende Strahlung – etwa Röntgen-, Gamma- oder Teilchenstrahlung – hat genug Energie, um Elektronen aus Atomen herauszuschlagen. Diese Eigenschaft macht sie nützlich in der Medizin, aber auch gefährlich, wenn sie unkontrolliert auf biologisches Gewebe trifft. Nicht-ionisierende Strahlung, zu der Radiowellen, Mikrowellen, Infrarotstrahlung und sichtbares Licht zählen, kann keine Elektronen herauslösen, sondern lediglich Materie erwärmen. Elka räumt deswegen auch gleich mit den Mythen rund um 5G und Handystrahlung auf. Strahlung im Alltag Strahlung ist allgegenwärtig – von kosmischer Strahlung aus dem All über radioaktive Stoffe in Gestein bis hin zu winzigen Mengen in Lebensmitteln wie Bananen. In Österreich beträgt die natürliche Strahlenbelastung etwa 4,3 Millisievert pro Jahr. Radon in Gebäuden ist dabei die wichtigste Quelle. Lüften hilft, denn frische Luft senkt die Radonkonzentration messbar. Ein Flug von Wien nach New York entspricht etwa der Strahlung von drei Lungenröntgen. Auf jeden Fall sollte man auch zwei wichtige Einheiten für die Strahlung kennen. Das Becquerel (Bq) misst die Aktivität einer Strahlenquelle – also, wie viele Atomkerne pro Sekunde zerfallen. Eine Banane hat etwa 15 Becquerel aufgrund des radioaktiven Kalium-40. Das Sievert (Sv) beschreibt dagegen die biologische Wirkung der Strahlung auf den menschlichen Körper. Verschiedene Organe reagieren unterschiedlich empfindlich: Am empfindlichsten sind Gewebe, die sich rasch teilen – etwa rotes Knochenmark, Magen, Darm, Lunge und Brustgewebe. Wie Strahlung im Körper wirkt Ebenfalls wichtig für die Auswirkungen auf unseren Körper ist der Unterschied zwischen deterministischen und stochastischen Effekten. Deterministische Wirkungen treten ab bestimmten Dosisgrenzen vorhersehbar auf – etwa Hautrötung, Haarausfall oder Gewebeschäden. Stochastische Effekte wie Krebsrisiko dagegen beruhen auf Wahrscheinlichkeiten: Jede Strahlendosis, so klein sie auch ist, kann theoretisch DNA-Schäden verursachen. Bekannte historische Beispiele zeigen, wie riskant der unkritische Umgang mit Strahlung einst war – von der „radioaktivsten Therme der Welt“ in Bad Gastein über radioaktive Zahncremes bis hin zu den tragischen „Radium Girls“, die in den 1920ern leuchtende Ziffernblätter mit Radium bemalten und schwer erkrankten. Strahlung im Weltall – Gefahr für Marsreisende Nach der Erde geht es ins All, und zur kosmischen Strahlung, die jenseits des Erdmagnetfelds eine zentrale Herausforderung für die Raumfahrt darstellt. Astronaut*innen auf der ISS erhalten täglich rund 0,5 bis 1 Millisievert – so viel wie Menschen auf der Erde in einem ganzen Jahr. Eine Marsmission wäre jedoch ungleich riskanter: Laut NASA-Messungen des Curiosity-Rovers entspricht die Strahlung für eine Hin- und Rückreise rund einem Sievert – also einer gesamten lebenslangen Dosis auf der Erde. Da Metallabschirmungen nur begrenzt helfen, forscht man an alternativen Konzepten: wassergefüllte Wände („Water Curtains“), künstliche Magnetfelder oder sogar biologische Ansätze zur DNA-Reparatur. Auch der Gedanke, Habitate in Mars-Höhlen oder mehrere Meter tief unter der Oberfläche anzulegen, ist Teil der aktuellen Forschung. Wer den Mars erreichen will, muss den Strahlenschutz neu erfinden. Bevor Menschen dauerhaft auf anderen Himmelskörpern leben können, muss die Wissenschaft noch viele offene Fragen lösen – vom Schutz vor kosmischer Strahlung bis zur biologischen Regeneration nach DNA-Schäden. Bis dahin bleibt Strahlung ein faszinierendes Beispiel dafür, wie eng Wissenschaft, Medizin und Raumfahrt miteinander verwoben sind – und wie wichtig es ist, Faszination und Vorsicht in Balance zu halten. Termine: "Cosmic Latte Live" beim Podcast-Festival im Universum Bremen am 15.11.2025. Tickets und Infos gibt es hier Unterstützt den Podcast Ihr könnt uns via Steady, Patreon und Paypal unterstützen. Der Podcast ist aber natürlich weiterhin gratis auf allen gängigen Plattformen erhältlich. Kontakt Falls ihr Fragen habt, dann schickt uns eine Mail an kontakt@cosmiclatte.at oder schaut auf cosmiclatte.at. Und sonst findet ihr uns hier: Instagram Cosmic Latte | Cosmic Latte ist eine Space Monkey Produktion.

  7. CL069 Asteroidenbergbau und der verlockende Reichtum aus dem Weltall
    02.10., 07:0000:48:36

    Die Episode über kosmische Rohstoffe, dystopische Zukünfte und das großartige Cosmic-Latte-Buch In dieser Folge tauchen wir tief in ein Thema ein, das nach Science-Fiction klingt, aber vielleicht in naher Zukunft Realität sein kann: Asteroidenbergbau. Dazu gibt es längst ernsthafte wissenschaftliche und wirtschaftliche Überlegungen. Eva und Jana diskutieren die Chancen und Risiken, die damit verbunden sind – von der Ressourcengewinnung bis hin zu globalen ökonomischen Folgen. Wir freuen uns, wenn ihr den Podcast bei Steady, Patreon oder Paypal unterstützt! Asteroidenbergbau Asteroiden enthalten wertvolle Metalle, Mineralien und sogar Wasser. Gerade in Zeiten von Energiewende, knappen Rohstoffen und geopolitischen Spannungen wirkt die Vorstellung verlockend, statt die Erde weiter auszubeuten, ins All auszuweichen. Doch wie realistisch ist das Ganze? Jana erklärt, warum sich Metalle auf der Erde größtenteils im Kern befinden, während Asteroiden große Mengen an leicht zugänglichen Materialien wie Nickel, Eisen und seltene Erde bereithalten. Beispiele wie der Asteroid 16 Psyche, zu dem gerade eine Mission unterwegs ist, verdeutlichen, wie gigantisch das Potenzial ist. Dabei geht es nicht nur um Metalle: Wasser aus Asteroiden könnte in Zukunft als Treibstoff oder Atemluft für Raumstationen dienen. Das macht das Thema besonders spannend für künftige Mond- und Marsmissionen. Ein bisschen Material von Asteroiden haben wir auch schon zur Erde geholt, zum Beispiel bei Missionen wie OSIRIS-REx und der japanischen Hayabusa2-Mission. Neben technischen Fragen werfen wir auch einen Blick auf die politischen und ethischen Dimensionen. Wem gehört eigentlich ein Asteroid? Wie verhindern wir, dass einzelne Milliardäre oder Konzerne ein Monopol auf Ressourcen aus dem All errichten? Hier spielen internationale Verträge wie die Artemis Accords eine Rolle – doch nicht alle großen Raumfahrtnationen haben sie unterschrieben. Wann es so weit ist und wir die ersten Rohstoffe von Asteroiden gewinnen, lässt sich schwer sagen. In ein paar Jahrzehnten, aber das sagt sich leicht. Eva und Jana schließen deswegen eine Wette ab: Eva denkt, dass wir zuerst Helium-3 auf dem Mond abbauen werden, bevor wir uns an die Asteroiden machen. Jana ist der Meinung, dass es umgekehrt sein wird. Ein Podcast-Buch und eine Podcastshow Zum Ende der Folge stößt auch Elka dazu, denn wir haben gleich mehrere spannende Neuigkeiten: Wir arbeiten an einem Buch mit dem Titel „Auf einen Kaffee im All“, das im April 2026 erscheinen wird. Darin vertiefen wir viele der Themen aus dem Podcast und erzählen neue Geschichten – von Exoplaneten und Mythen über das All bis hin zu Frauen in der Astronomie. Außerdem wird "Cosmic Latte" beim Podcast-Festival im Universum Bremen am 15. November 2025 live auf der Bühne zu erleben sein. Termine: "Sternenfrauen" mit Anita Zieher. Nach der Vorstellung findet ein Publikumsgsgespräch mit Elka, Eva und Theresa Rank-Lüftinger von der ESA statt. 16.10.2025 Beginn: 20 Uhr im Theater Drachengasse, Fleischmarkt 22, 1010 Wien Informationen und Tickets "Cosmic Latte Live" beim Podcast-Festival im Universum Bremen am 15.11.2025. Tickets und Infos gibt es hier Unterstützt den Podcast Ihr könnt uns via Steady, Patreon und Paypal unterstützen. Der Podcast ist aber natürlich weiterhin gratis auf allen gängigen Plattformen erhältlich. Kontakt Falls ihr Fragen habt, dann schickt uns eine Mail an kontakt@cosmiclatte.at oder schaut auf cosmiclatte.at. Und sonst findet ihr uns hier: Instagram Cosmic Latte | Cosmic Latte ist eine Space Monkey Produktion.

  8. CL068 Die Erde vom All: eine kurze Geschichte der Erdbeobachtung
    18.09., 07:2300:36:16

    Die Episode über Fotoraketen, Spionagetauben und Wettersatelliten In dieser Episode blicken wir nicht in den Himmel und die Weiten des Kosmos, sondern vielmehr aus dem All zurück auf unseren Planeten, die Erde. Dabei begeben wir uns auf eine Reise durch die faszinierende und kuriose Geschichte der Erdbeobachtung: von den ersten waghalsigen Ballonfahrten im 19. Jahrhundert über die Spionagesatelliten des Kalten Kriegs bis hin zu den hochmodernen Sentinel-Satelliten. Der Weg von den ersten Luftbildern zu den hochpräzisen Daten, die wertvolle Informationen zum Klimawandel liefern, war lang. Eva erzählt uns, welche Erkenntnisse diese Daten über die Erde, die Gegenwart und die Zukunft unseres Planeten liefern und was das Ganze mit Brieftauben zu tun hat. Wir freuen uns, wenn ihr den Podcast bei Steady, Patreon](https://patreon.com/CosmiclattePodcast)) oder Paypal unterstützt! Einleitung Der französische Film Die Farben der Zeit inspirierte Eva zum Thema dieser Episode über die Erdbeobachtung. Im sehenswerten Film spielt der französische Fotograf Felix Nadar eine wesentliche Rolle. Dem Fotografen, der tatsächlich in Paris in der zweiten Hälft des 19. Jahrhunderts lebte, gelang es als erster Luftbildaufnahmen von einem Ballon aus zu machen. Damit legte er den Grundstein für die Erdbeobachtung. Ballone, Raketen und Brieftauben: Die Anfänge der Erdbeobachtung Wenige Jahrzehnte später experimentierte der deutsche Ingenieur Alfred Maul mit Fotoraketen - und zwar im wortwörtlichen Sinne, in dem er eine Rakete mit einer Kamera ausgestattet hat. Die Raketentechnik steckte allerdings selbst noch in den Anfängen, aber Maul schaffte es immerhin ab 1906 Bilder aus einer Höhe von ungefähr 800 Metern zu machen. Etwa zur gleichen Zeit erfand der Apotheker Julius Neubronner die kurios anmutende Taubenfotografie. Er entwickelte eine eigene leichte, zeitgesteuerte Miniaturkamera und ein dazu passendes Geschirr um sie an den Tauben zu befestigen. Mit dem Aufstieg der Luftfahrt im Ersten Weltkrieg wurde die Luftbildfotografie jedoch hauptsächlich militärisch genutzt. Erst mit der Entwicklung der Raumfahrt und zwei Jahre nach Sputnik, dem ersten Satelliten, startete die USA 1959 den ersten Erdbeobachtungssatelliten. Die frühen „Keyhole“-Satelliten machten noch analoge Filmaufnahmen, die per Kapsel zurück zur Erde geschickt wurden. Ein aufwendiges Verfahren, das zudem immer noch ausschließlich militärischen Zwecken diente. Denn mit den Keyhole-Satelliten wollten die USA ihre Gegner im Kalten Krieg beobachten. Doch bald zeigte sich, dass Erdbeobachtung nicht nur zur Spionage eingesetzt werden kann. Der erste Wettersatellit TIROS (1960) bewies, dass Wettervorhersagen deutlich präziser werden, wenn man das Geschehen aus dem All im Blick hat. Weltraumsatelliten: Erdbeobachtung der Gegenwart Heute liefern Satelliten nicht nur Daten für Wetterprognosen, sondern auch für Klimaforschung, Umweltschutz, Landwirtschaft und Katastrophenmanagement. Ein Beispiel ist CryoSat, ein ESA-Satellit, der seit 2010 die Dicke der Polareisschilde misst. Mit seinem Radar-Altimeter kann er Höhenunterschiede im Zentimeterbereich bestimmen und liefert somit wichtige Daten für ein besseres Verständnis des Klimawandels. Zentral für die europäische Erdbeobachtung ist das Copernicus-Programm der EU und der ESA. Mit den Sentinel-Satelliten überwachen sie Landflächen, Meere, Atmosphäre und Eis und liefern uns damit ein Bild über den Zustand des Planeten. Täglich erfahren wir so über die riesigen von ihnen vermittelten Datenmengen wie der Gesundheitszustand der Wälder ist, die Ölverschmutzungen im Meer und erfahren über Veränderungen in der Landwirtschaft. Ohne diese Informationen wäre moderne Umwelt- und Klimapolitik kaum möglich. Doch die Bedeutung dieser Arbeit macht sie auch politisch heikel. In den USA wurde unter Präsident Trump die Finanzierung wichtiger Satellitenprogramme gekürzt, die unter anderem die Messung von CO₂ aus dem All ermöglichten. Solche Eingriffe bedrohen die wissenschaftliche Datengrundlage, die wir dringend brauchen, um Klimawandel, Naturkatastrophen und deren Folgen seriös einzuschätzen und Gegenmaßnahmen zu treffen. Zum Glück gibt es internationale Kooperationen wie jene der ESA, die weiterhin kontinuierlich Daten liefern. Erdbeobachtung ist längst zu einer globalen Aufgabe geworden und zu einem unverzichtbaren Werkzeug, wenn wir den Wandel unseres Planeten verstehen und darauf reagieren wollen. Weiterführendes Thema: Trauer In dieser Folge haben wir zudem das Thema Trauer angesprochen. Aus diesem Grund an dieser Stelle die Podcast Empfehlungen von Elka: Griefcast (Englisch) Trauerei Du bist tot Termin: "Sternenfrauen" mit Anita Zieher. Nach der Vorstellung findet ein Publikumsgsgespräch mit Elka, Eva und Theresa Rank-Lüftinger von der ESA statt. 16.10.2025 Beginn: 20 Uhr im Theater Drachengasse, Fleischmarkt 22, 1010 Wien Informationen und Tickets Unterstützt den Podcast Ihr könnt uns via Steady, Patreon und Paypal unterstützen. Der Podcast ist aber natürlich weiterhin gratis auf allen gängigen Plattformen erhältlich. Kontakt Falls ihr Fragen habt, dann schickt uns eine Mail an kontakt@cosmiclatte.at oder schaut auf cosmiclatte.at. Und sonst findet ihr uns hier: Instagram Cosmic Latte | Cosmic Latte ist eine Space Monkey Produktion.

  9. CL067 Sci-Fi Special: Aufstand der Maschinen - Haben wir eine Chance gegen die Künstliche Intelligenz?
    04.09., 07:0001:12:30

    Die Episode über den Vormarsch der KI, Bewusstsein und den Frankenstein-Komplex Nach den Sommerfolgen sind wir mit einer neuen Ausgabe unserer Science-Fiction-Spezialreihe zurück! Peter ist wieder zu Gast bei Eva und dieses Mal geht es um ein Thema, das uns im Film schon viel länger beschäftigt als im Alltag. Während die Künstliche Intelligenz im Alltag erst seit kurzer Zeit eine wichtige Rolle spielt, wird in der Science-Fiction schon lange über sie spekuliert. Filme wie Ghost in the Shell, Blade Runner oder Ex Machina haben unser Bild von Maschinen, Bewusstsein und Menschlichkeit geprägt. Aber was ist eigentlich Bewusstsein, und haben wir Menschen überhaupt eines? Haben wir eine Chance gegen den Aufstand der Maschinen? Und, müssen wir uns damit abfinden, bald nicht mehr die intelligentesten Wesen auf der Erde zu sein? Über all das und noch mehr diskutieren Eva und Peter in dieser Folge. Unterstützt uns bei Steady, Patreon oder Paypal! Was ist „Intelligenz“ und was ist „Bewusstsein“? Zuerst ordnen wir den Hype um die künstliche Intelligenz und den folgenden „AI-Winter“ historisch ein und diskutieren darüber, dass es bis heute keine einheitliche Definition von Intelligenz oder Bewusstsein gibt. Als Brücke zwischen Philosophie und Neurowissenschaften kann man sich Thomas Metzinger und Anil Seth beschäftigen: Metzinger argumentiert im populärwissenschaftlichen Buch "Der Ego-Tunnel" sowie in der Fachmonographie "Being No One", dass unser „Ich“ eine transparente, vom Gehirn erzeugte Illusion ist; Seth beschreibt Wahrnehmen als „kontrollierte Halluzination“ (siehe Being You (Anil Seth)). Als anschauliches Experiment taucht die Rubber-Hand-Illusion auf, die zeigt, wie leicht sich Körperzugehörigkeit verschieben lässt. Popkultur prägt den KI-Blick: „Ghost in the Shell“ Am Beispiel des Anime-Klassikers „Ghost in the Shell“ reflektieren wir über die Auflösung von Grenzen zwischen Mensch und Maschine: Was unterscheidet eine KI vom genetisch „programmierten“ Menschen? Der „Puppet Master“ in "Ghost in the Shell" stellt Asylfragen und fordert eine neue Speziesbildung heraus – Themen, die heute aktueller wirken denn je. „Blade Runner“: Replikanten, Empathie und das Menschliche Noch dramatischer verwischt die Grenze zwischen Mensch und Maschine in Ridley Scotts „Blade Runner“: Es geht um Replikanten als stärkere, kurzlebige Arbeitswesen mit implantierten Erinnerungen, den Voigt-Kampff-Test und die Frage, ob Maschinen menschlicher handeln können als Menschen. Empfehlenswert ist der „Final Cut“ sowie ein Blick auf die verschiedenen Schnittfassungen. Von Helfer:in zu Gegner:in? Terminator, Ex Machina & Co. Wir diskutieren über zwei prägende Erzählmuster: KI als Dienerin/Sklavin – oder als Gegnerin. „Terminator“ popularisiert die Angst vor der entgleitenden Militär-KI „Skynet“; „Ex Machina“ verhandelt Manipulation, Täuschung und die Frage, ob sich eine überlegene KI überhaupt „einsperren“ lässt. Lesetipp zum Diskurs: Nick Bostroms „Superintelligence“. Rechte für Maschinen? Von Asimov bis Star Trek Isaac Asimov hat den „Frankenstein-Komplex“ beschrieben, also den Drang der Menschen, neues Leben zu erschaffen. Leben, dass dann vielleicht auch eigene Rechte haben will, so wie in der Star Trek-Episode "The Measure of a Man“ oder im Film „Bicentennial Man“. KI als Werkzeug oder neuer Akteur in der Filmindustrie? Ausgehend von „soziotechnischer Blindheit“ muss man sich zuerst klar machen, dass hinter der KI immer noch Menschen, Daten und Entscheidungen stehen – auch wenn Systeme in der Nutzung autonom wirken. Aber das heißt nicht, dass sich die Dinge nicht vielleicht doch auch fundamental ändern können. Peter erzählt davon, wie die KI heute schon in der Filmindustrie genutzt wird und wie sie vielleicht in Zukunft die ganze Welt des Kinos verändern könnte. Wir spekulieren über individuell generierte Filme, Face-Replacement auf Knopfdruck und neurotechnologische Interfaces. Inhalte könnten sich künftig stärker den Vorlieben einzelner Zuschauer:innen anpassen. Gute Geschichten und sorgfältige Gestaltung bleibt aber weiterhin die Arbeit der Menschen – unabhängig vom Werkzeug. In der Folge erwähnte Filme und Serien "Kôkaku Kidôtai"(auf deutsch: "Ghost in the Shell") "Blade Runner" (auf deutsch: "Blade Runner") "Bicentennial Man" (auf deutsch: "Der 200 Jahre Mann") "The Terminator" (auf deutsch: "Terminator") "Ex Machina" (auf deutsch: "Ex Machina") "Flesh for Frankenstein" (auf deutsch: "Andy Warhol's Frankenstein") "The Curse of Frankenstein" (auf deutsch: "Der Fluch des Frankenstein") Unterstützt den Podcast Ihr könnt uns via Steady, Patreon und Paypal unterstützen. Der Podcast ist aber natürlich weiterhin gratis auf allen gängigen Plattformen erhältlich. Kontakt Falls ihr Fragen habt, dann schickt uns eine Mail an kontakt@cosmiclatte.at oder schaut auf cosmiclatte.at. Und sonst findet ihr uns hier: Instagram Cosmic Latte | Cosmic Latte ist eine Space Monkey Produktion.

  10. CL066 Dänemark Special: Tycho Brahe und die flüsternden Polarlichter
    21.08., 07:0000:22:08

    Die Episode über nordische Mythologie, die fehlende Nase und den betrunkenen Elch Wir freuen uns über eine Spende über Steady, Patreon oder Paypal. Unser letztes Sommer-Special bringt uns in den hohen Norden Europas. In Dänemark verschmelzen Mythos und Wissenschaft zu einer einzigartigen Sicht auf den Himmel. In dieser Episode gehen Eva und Jana den kosmischen Vorstellungen der nordischen Mythologie nach und treffen auf einen der exzentrischsten Astronomen der Geschichte: Tycho Brahe. Mit unglaublicher Präzision beobachtete er den Himmel, entdeckte die Supernova von 1572 und lieferte die Daten, die Johannes Kepler später zu seinen berühmten Planetengesetzen führten. Polarlichter und nordische Mythologie Der hohe Norden Europas ist nicht nur für seine spektakulären Landschaften bekannt, sondern auch für eine ganz eigene Tradition in Mythologie und Astronomie. Wir beginnen unsere Reise mit den Mythen, die in der Edda überliefert sind: Die Welt gliedert sich in drei Bereiche: Asgard (die Götterwelt), Midgard (die Menschenwelt) und Hel/Niflheim (die Unterwelt). Verbunden werden sie durch den Weltenbaum Yggdrasil, der als kosmische Achse das Universum zusammenhält. Eine zentrale Rolle spielt auch der Bifrost, die flackernde Himmelsbrücke zwischen Göttern und Menschen, die von Heimdall bewacht wird und deren Zerstörung im Ragnarök, dem Weltuntergang, vorhergesagt ist. Manche Deutungen sehen in ihr die Polarlichter, die den Himmel durchziehen. Besonders faszinierend ist der Blick der Samen, der indigenen Bevölkerung Skandinaviens. Sie sahen in den Nordlichtern die Seelen der Toten, tanzende Geister oder göttliche Botschaften. Ihr Wort Guovssahasat bedeutet sogar „Lichter, die gehört werden können“. Und erstaunlicherweise bestätigt die moderne Forschung inzwischen: Polarlichter können tatsächlich Töne hervorrufen: klickende, sirrende oder klirrende Geräusche, ausgelöst durch elektrostatische Entladungen in Bodennähe. Das exzentrische Leben von Tycho Brahe Von der Mythologie springen wir zur Wissenschaft und lernen den wohl schillerndsten Astronomen Dänemarks kennen: Tycho Brahe (1546–1601). Seine Beobachtung der Supernova von 1572 erschütterte das aristotelische Weltbild, das bis dahin den Himmel als unveränderlich betrachtete. Brahe bewies durch präzise Messungen ohne Fernrohr (allein mit gigantischen Instrumenten wie Sextanten und Armillarsphären), dass sich auch die Sternensphäre verändert. Seine Genauigkeit war revolutionär: Positionen bis auf eine Bogenminute genau, ein Durchbruch für die Astronomie. Seine Sternwarte Uraniborg auf der Insel Hven gilt als eines der ersten modernen Observatorien. Von dort aus sammelte er Daten, die später Johannes Kepler zur Formulierung seiner Planetengesetze nutzte. Doch das Verhältnis zwischen Brahe und Kepler war kompliziert: Stolz und Status auf der einen, revolutionäre Ideen auf der anderen Seite. Erst nach Brahes Tod konnte Kepler auf die wertvollen Daten zugreifen und das Weltbild durch die Kepler Gestze dauerhaft verändern. Brahe selbst war eine außergewöhnliche Figur: Exzentriker mit metallener Nasenprothese nach einem Degenduell, Besitzer eines zahmen Elchs (der angeblich an einem Bierunfall starb) und Arbeitgeber eines Hofzwergs, dem er übersinnliche Fähigkeiten zuschrieb. Sein Tod ist bis heute von Mythen umrankt, ob durch Krankheit, Quecksilbervergiftung oder gar eine Intrige Keplers bleibt Spekulation. Sicher ist jedoch, dass seine präzisen Beobachtungen wesentlich dazu beitrugen, die Gesetze des Himmels zu entschlüsseln. Unterstützt den Podcast Ihr könnt uns via Steady, Patreon und Paypal unterstützen. Der Podcast ist aber natürlich weiterhin gratis auf allen gängigen Plattformen erhältlich. Kontakt Falls ihr Fragen habt, dann schickt uns eine Mail an kontakt@cosmiclatte.at oder schaut auf cosmiclatte.at. Instagram Cosmic Latte | Cosmic Latte ist eine Space Monkey Produktion.

  11. CL065 München-Special: Fraunhofer und das Geheimnis des Sternenlichts
    07.08., 07:0000:17:22

    Die Episode über Glück im Unglück und dunkle Linien im Regenbogen Unterstützt uns bei Steady, Patreon oder Paypal! In diesem Sommer-Special treffen sich Eva und Jana in München, um einem allgegenwärtigen Namen auf die Spur zu gehen: Joseph von Fraunhofer. Wer war dieser Mann, nach dem Straßen, U-Bahn-Stationen, Theater und die Fraunhofer-Gesellschaft benannt sind? Wir werfen einen Blick auf seine unglaubliche Lebensgeschichte, die ihn, von Glück und Unglück geprägt, zum Vorbereiter der wichtigsten Methode der modernen Astronomie machte. Begrüßung in München Eva und Jana treffen sich zum ersten Mal in München. Es liegt also nahe, sich die wissenschaftlichen Berühmtheiten der deutschen Metropole anzusehen. Dabei ist ein Name hier allgegegenwärtig: Joseph von Fraunhofer. Es gibt eine U-Bahnstation, eine Straße, ein Theater und nicht zuletzt die renommierte Fraunhofer-Gesellschaft. Doch was Joseph von Fraunhofer eigentlich entdeckt hat, und warum er bis heute als einer der wichtigsten Pioniere der Optik und Astronomie gilt, wissen wahrscheinlich die wenigsten. Grund genug, uns sein Leben und sein Werk genauer anzusehen. Dafür begeben wir uns auf eine Zeitreise, 200 Jahre zurück und lernen einen Jungen kennen, dessen Lebensweg alles andere als geradlinig verlief. Joseph Fraunhofer und das Licht Joseph Fraunhofer wurde am 6. März 1787 in Straubing geboren, als eines von elf Kindern einer armen Familie. Mit zehn Jahren verlor er seine Mutter und nur ein Jahr später auch seinen Vater. Als Waisenkind kam er 1799 nach München in die Lehre bei einem Spiegelmacher und Glasschleifer. Eine formale Schulbildung hatte er nie. Doch dann geschah ein Ereignis, das sein Leben völlig verändern sollte: 1801 stürzte das Haus seines Lehrmeisters ein. Fraunhofer überlebte wie durch ein Wunder und wurde dabei von niemand Geringerem als Kurfürst Maximilian IV. aus den Trümmern gerettet. Der Herrscher schenkte ihm 18 Dukaten, mit denen sich der junge Joseph eine Glasschneidemaschine kaufen konnte. Auch der Politiker und Unternehmer Joseph Utzschneider, der bei der Rettung zugegen war, erkannte Fraunhofers Talent und verschaffte ihm Zugang zu Fachliteratur über Mathematik und Optik. Mit dieser seltenen Mischung aus Werkzeug, Wissen und unbändigem Ehrgeiz trat Fraunhofer dem Mathematisch-Feinmechanischen Institut bei, wo er bald optische Geräte und neue Glassorten entwickelte, die alles übertrafen, was es damals zu kaufen gab. Mikroskope und Fernrohre aus der Werkstatt wurden in ganz Europa geschätzt. Doch Fraunhofer begnügte sich nicht mit der handwerklichen Seite seines Berufs, sondern wollte auch verstehen, was man mit diesen Instrumenten alles entdecken konnte. Besonders faszinierte ihn das Licht. Isaac Newton hatte bereits gezeigt, dass Sonnenlicht aus vielen Farben besteht, die man mit einem Prisma in einen Regenbogen aufspalten kann. 1802 hatte der schottische Forscher William Hyde Wollaston dabei dunkle Linien im Spektrum gesehen, die er aber für Trennlinien zwischen den Farben hielt. Als Fraunhofer 1814 selbst das Sonnenlicht untersuchte, entdeckte er nicht nur dieselben Linien, sondern Hunderte davon! Da diese derart zahlreich waren, war klar: Hier steckt ein bislang ungelöstes physikalisches Rätsel. Fraunhofer perfektionierte seine Beobachtungsmethode, indem er statt eines Prismas ein feines Beugungsgitter einsetzte, und katalogisierte über 570 dieser dunklen Linien, die heute als Fraunhoferlinien bekannt sind. Die Erklärung für diese Linien fand er leider nicht mehr heraus. Fraunhofer starb 1826 mit nur 39 Jahren an Tuberkulose. Erst 1859 erkannten Gustav Kirchhoff und Robert Bunsen, dass jede dieser Linien einem bestimmten chemischen Element entspricht. Damit legten sie den Grundstein für die Spektroskopie. Diese Methode erlaubt es, aus der Analyse des Lichts die chemische Zusammensetzung von Sternen, Gaswolken oder fernen Galaxien zu bestimmen, selbst über Milliarden Lichtjahre hinweg. Ohne Spektroskopie wäre die moderne Astrophysik blind für die Frage, aus was das Universum besteht. Fraunhofers Vermächtnis lebt bis heute nicht nur in den Namen auf Straßenschildern oder Instituten fort, sondern in jeder astronomischen Analyse des Lichts. Er war ein Handwerker ohne Universitätsabschluss, der aus eigener Neugier und Beharrlichkeit einen Weg in die Wissenschaft fand. Seine Geschichte zeigt: Manchmal braucht es kein geradliniges Leben, um Großes zu erreichen, nur einen scharfen Blick, die richtige Idee und den Mut, dem Licht zu folgen. Unterstützt den Podcast Auch wenn die Tour vorbei ist: Wer Eva Tour de France- "Pickerl" schenken oder tauschen möchte, darf sich gerne melden! Ihr könnt uns via Steady, Patreon und Paypal unterstützen. Der Podcast ist aber natürlich weiterhin gratis auf allen gängigen Plattformen erhältlich. Kontakt Falls ihr Fragen habt, dann schickt uns eine Mail an kontakt@cosmiclatte.at oder schaut auf cosmiclatte.at. Und sonst findet ihr uns hier: Instagram Cosmic Latte | Cosmic Latte ist eine Space Monkey Produktion.

  12. CL064 Türkei-Special: Zwischen Halbmond und Sternen
    24.07., 07:0000:19:58

    Die Episode über islamische Astronomie, osmanische Wissenschaft und moderne Forschung in der Türkei Unterstützt uns bei Steady, Patreon oder Paypal! In der zweiten Sommerfolge nehmen euch Eva und Jana mit auf eine astrohistorische Reise durch die Türkei. Wir erkunden, welche Rolle der Himmel seit Tausenden von Jahren für Religion, Macht und Wissenschaft spielt – und warum der Halbmond mehr ist als ein Flaggensymbol. Außerdem werfen wir einen Blick auf aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Bildung, Forschung und Wissenschaftsfreiheit. Sommer-Special: Türkei In unserer zweiten Sommerfolge reisen wir astronomisch und historisch durch die Türkei – ein Land, das wie kaum ein anderes die Verbindung zwischen Vergangenheit, Religion, Wissenschaft und Zukunft verkörpert. Unsere Reise beginnt im Neolithikum mit Göbekli Tepe, einer archäologischen Sensation im Südosten der Türkei nahe Şanlıurfa. Die monumentale Tempelanlage ist rund 11.500 Jahre alt – gebaut lange vor den Pyramiden und sogar vor der Erfindung der Landwirtschaft. Ihre gewaltigen Steinkreise mit kunstvollen Tierreliefs deuten auf eine komplexe Gesellschaft mit spirituellem Leben hin, noch bevor sesshafte Kulturen entstanden. Manche Forscher vermuten sogar eine astronomische Bedeutung der Anlage: Die Ausrichtung einzelner Steine könnte mit Sternbildern wie den Plejaden in Verbindung stehen – doch bleibt vieles spekulativ, da schriftliche Quellen aus dieser Zeit fehlen. Das osmanische Reich und die islamische Astronomie Ein Sprung ins Mittelalter führt uns in die Zeit der islamischen Blüte, in der insbesondere Istanbul (damals Konstantinopel) zu einem bedeutenden Zentrum für Wissenschaft und Astronomie wurde. Im 16. Jahrhundert, unter der Herrschaft von Sultan Murad III., zog die Stadt Gelehrte aus der gesamten islamischen Welt und darüber hinaus an. In den Medresen, religiös-wissenschaftlichen Schulen, wurde Astronomie neben Mathematik, Medizin und Theologie gelehrt. Die große Bibliothekslandschaft von Istanbul bewahrte nicht nur antikes Wissen, sondern brachte es durch Übersetzungen und Kommentare auch in neue Kontexte. Der Mond spielte dabei eine besondere Rolle, denn die islamische Zeitrechnung basiert auf einem Mondkalender: Der Beginn des Fastenmonats Ramadan sowie das Zuckerfest richten sich nach der Sichtung der ersten Mondsichel. Auch heute noch gibt es hitzige Debatten, ob traditionelle Sichtungsmethoden oder moderne Technologien wie Teleskope und Software die religiöse Praxis bestimmen sollten. Der "Halbmond mit Stern", heute auf der türkischen Nationalflagge zu sehen, ist eng mit dieser astronomischen Symbolik verknüpft – wenngleich er kein originär religiöses, sondern vielmehr ein politisches Symbol des Osmanischen Reiches war. Besonders eindrucksvoll zeigt sich der wissenschaftliche Ehrgeiz des Osmanischen Reichs im "Taqi ad-Din Observatorium", das 1577 in Istanbul gegründet wurde. Taqi ad-Din Muhammad ibn Ma’ruf, einer der bedeutendsten Astronomen seiner Zeit, führte dort hochpräzise Himmelsbeobachtungen durch, berechnete Planetenbahnen und entwickelte verbesserte astronomische Tabellen. Damit war das Observatorium auf Augenhöhe mit den großen europäischen Einrichtungen jener Epoche. Doch sein Schicksal war tragisch: Bereits 1580 wurde es nach religiöser Kritik und einem als schlechtes Omen gedeuteten Kometen zerstört – ein herber Rückschlag für die osmanische Wissenschaft. Während in Europa zeitgleich Tycho Brahe und später Johannes Kepler die moderne Astronomie einläuteten, endete in Istanbul ein vielversprechendes Kapitel. Astronomie in der modernen Türkei Heute ist die Türkei wieder aktiver Teil der globalen Wissenschaftsgemeinschaft. 2018 wurde die Türkische Raumfahrtagentur (TUA) gegründet, und auch moderne Observatorien wurden eingerichtet. Gleichzeitig bleibt das Verhältnis zwischen Wissenschaft und Politik angespannt. Seit dem Putschversuch 2016 wurden Tausende Akademiker entlassen oder strafrechtlich verfolgt – insbesondere jene, die sich kritisch gegenüber der Regierung äußerten. Jüngste Reformen wie das „Turkey Century Education Model“ stoßen ebenfalls auf Kritik, da sie einen stärkeren Fokus auf religiöse Werte legen und eine mögliche Einschränkung säkularer Bildung befürchten lassen. Die astronomische Geschichte der Türkei ist also nicht nur ein Blick in den Himmel, sondern auch ein Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen. Unterstützt den Podcast Die Tour de France neigt sich dem Ende zu, aber wer Eva Tour de France- "Pickerl" schenken oder tauschen möchte, darf sich gerne melden! Ihr könnt uns via Steady, Patreon und Paypal unterstützen. Der Podcast ist aber natürlich weiterhin gratis auf allen gängigen Plattformen erhältlich. Kontakt Falls ihr Fragen habt, dann schickt uns eine Mail an kontakt@cosmiclatte.at oder schaut auf cosmiclatte.at. Und sonst findet ihr uns hier: Instagram Cosmic Latte | Instagram Elka | Instagram Evi | Instagram Jana| Cosmic Latte ist eine Space Monkey Produktion.

  13. CL063 Frankreich-Special: Materiewellen und die Pioniere der Quantenmechanik
    10.07., 07:0000:22:23

    Die Episode über die Tour de France, de Broglie und l’âge d’or de la physique Unterstützt uns bei Steady, Patreon oder Paypal! Es ist Sommer und Cosmic Latte geht auf Reisen! In unseren Sommerfolgen geht es um Länder, in denen man Urlaub machen, aber genau so auf die Suche nach spannender Wissenschaft gehen kann. Den Anfang macht Eva mit einem Ausflug nach Frankreich und den Anfängen der Quantenmechanik. 1.Etappe: Frankreich In unserer ersten Sommerfolge begeben wir uns nach Frankreich. Mit dem Start der Tour de France beginnen wir unsere eigene Tour de Science und werfen einen Blick auf französische Entdeckungen und Forschende: Von Laplace, Lagrange, Messier und Ampère bis zur Beobachtungskunst am Pic du Midi. Einer von ihnen ist Louis de Broglie, dessen Theorie, dass sich Elektronen wie Wellen verhalten können, sogar Albert Einstein erstaunte. Warum das so revolutionär war, erzählen Eva und Jana in dieser Sommerfolge! Tour de France und das Observatorium Col de Midi Mit dem Beginn der Tour de France beginnt für Eva auch ein Ritual: TdF-Panini-Sticker tauschen, Etappen mitfiebern und französische Landschaften genießen. Dieses Jahr führt die 14. Etappe wieder zum legendären Col de Tourmalet (entgegen Evas Anmerkung im Podcast!) – einer der höchsten Pyrenäenpässe und bereits 90-mal Teil der Tour. Nur wenige Kilometer von dort entfernt liegt das Observatorium Pic du Midi – ein Ort, an dem nicht nur Sonnenflecken, sondern auch Mondkarten für die NASA-Apollo-Missionen erforscht wurden. Frankreich ist geprägt von solchen Schauplätzen der Wissenschaftsgeschichte: vom im Jahr 1667 gegründeten Observatoire de Paris, das zu den ältesten Observatorien der Welt zählt und in dem einst der Urmeter definiert wurde, bis hin zum Bureau International des Poids et Mesures, in dem das berühmte Urkilogramm aufbewahrt wird. Hinzu kommen eine goße Anzahl an Wissenschafterinnen und Wissenschafter, die in Frankreich gewirkt haben: wie etwa Urbain le Verrier, der den Neptun nur durch Berechnungen vorhersagte; Charles Messier mit seinem Messier-Katalog, Laplace, Roche, Lagrange (bekannt für die Lagrange-Punkte im Weltall, an denen wir Satelliten positionieren) oder Marie Curie. Louis de Broglie und die Materiewelle Doch in dieser Folge widmen wir uns einem Mann, der unsere Vorstellung von Materie radikal veränderte: Louis de Broglie (1892-1987). 1924 reichte der damals 31-jährige Physikstudent an der Sorbonne in Paris seine Dissertation ein. Ihr bescheidener und knapper Titel: „Recherches sur la théorie des quanta“ – „Untersuchungen zur Quantentheorie“. Doch diese Arbeit sollte zur Grundlage der Quantenmechanik und den berühmten Schrödingergleichungen werden. Was de Broglie dort vorschlug, war nichts weniger als ein geistiger Quantensprung: Nicht nur Licht, sondern auch Materie – also Elektronen, Atome, ja sogar wir selbst – könne Welleneigenschaften besitzen. Aus dieser Idee entstand eine der berühmtesten Gleichungen der modernen Physik: λ=h/p​ Sie verbindet die Wellenlänge eines Teilchens mit seinem Impuls und führte zur Entstehung des Begriffs Materiewelle. Diese Vorstellung war so neuartig, dass seine Gutachter – darunter der bekannte Physiker Paul Langevin – verunsichert waren. Die Arbeit wurde zur Sicherheit an Albert Einstein geschickt. Der war begeistert und erkannte sofort, dass de Broglie „auf etwas wirklich Tiefes gestoßen“ sei. De Broglies kühne Theorie wurde nur drei Jahre später durch das Davisson-Germer-Experiment bestätigt: Elektronen erzeugten Beugungsmuster – ganz wie Lichtwellen. Damit war der Beweis erbracht: Materie hat Wellencharakter. Inspiriert durch diese Idee formulierte Erwin Schrödinger 1926 seine berühmte Wellenmechanik. De Broglie selbst bekam 1929 für die Entdeckung der Wellennatur der Elektronen den Nobelpreis für Physik. Weiterführende Links: Das im Podcast erwähnte Interview mit de Broglie könnt ihr euch hier ansehen: Interview with Louis de Broglie, 1967 (French with English Subtitles) Unterstützt den Podcast Wer Eva Tour de France- "Pickerl" schenken oder tauschen möchte, darf sich gerne melden! Ihr könnt uns via Steady, Patreon](https://patreon.com/CosmiclattePodcast)) und Paypal unterstützen. Der Podcast ist aber natürlich weiterhin gratis auf allen gängigen Plattformen erhältlich. Kontakt Falls ihr Fragen habt, dann schickt uns eine Mail an kontakt@cosmiclatte.at oder schaut auf cosmiclatte.at. Und sonst findet ihr uns hier: Instagram Cosmic Latte | Instagram Elka | Instagram Evi | Instagram Jana| Cosmic Latte ist eine Space Monkey Produktion.

  14. CL062 Kosmische Strahlung: Energetische Grüße aus dem Universum
    26.06., 07:0000:39:50

    Die Episode über hochenergetische Teilchen aus dem All, einen Geburtstag und eine Frau, die man kennen sollte Unterstützt uns bei Steady, Patreon](https://patreon.com/CosmiclattePodcast)) oder Paypal! Cosmic Latte feiert Geburtstag! Wir feiern unseren dritten Jahrestag und bedanken uns bei unseren treuen Hörerinnen und Hörern. Diesmal haben wir ein spannendes astronomisches Thema im Gepäck: die kosmische Strahlung! Das sind Teilchen aus dem All, die jeden Tag auf die Erde treffen und deren Energien jene aus Teilchenbeschleunigern bei Weitem übertreffen. Obwohl sie seit über 100 Jahren bekannt sind, gibt es immer noch Fragen, die die Forschung beschäftigen. Eva und Jana schauen sich an, aus was kosmische Strahlung besteht, wie sie entdeckt wurde und warum sie für uns Menschen hier auf der Erde nicht gefährlich ist, für Mond- und Marsmissionen jedoch ein Risiko darstellt. Drei Jahre Cosmic Latte und eine Inspiration Wir feiern Geburtstag! Cosmic Latte wird drei Jahre alt und wir möchten unsere treuen Hörerinnen und Hörer feiern, die uns seit über sechzig Folgen unterstützen und begleiten. Wir freuen uns immer besonders über Post aus der Hörerschaft. Dieses Mal hat uns ein Hörer zum Thema Astronomiestudium geschrieben. Da er selbst ein Spätberufener ist, finden wir seine Geschichte so inspirierend, dass wir sie natürlich mit euch im Podcast teilen möchten. Kosmische Strahlung In dieser Folge werfen wir einen Blick auf die kosmische Strahlung, ein Phänomen, das uns aus fernen Regionen des Universums erreicht. Sie besteht aus hochenergetischen Teilchen, darunter Protonen, Heliumkerne und schwerere Atomkerne, die ständig auf die Erde treffen. Ihre Energien reichen von einigen Millionen bis zu unglaublichen 10²⁰ Elektronenvolt. Das ist deutlich mehr, als am Teilchenbeschleuniger LHC am CERN erzeugt werden kann. Kosmische Strahlung besteht aus zwei Hauptkomponenten: Primäre kosmische Strahlung: stammt direkt aus dem All, von der Sonne, von Supernovae, von Pulsaren oder von aktiven Galaxienkernen. Sekundäre Strahlung: entsteht durch Wechselwirkungen in der Erdatmosphäre und umfasst Myonen, Pionen, Neutrinos und andere Teilchen. Doch wie wurde diese geheimnisvolle Strahlung eigentlich entdeckt? Der österreichische Physiker Victor Franz Hess ging dieser Frage im Jahr 1912 mit einer spektakulären Versuchsreihe auf den Grund. Bei mehreren Ballonfahrten – unter anderem in der Nähe von Evas Heimatort Bad Vöslau in Niederösterreich – stieg er bis auf über 5.000 Meter Höhe auf und maß mit einem Elektroskop die Ionisation der Luft. Entgegen aller Erwartungen nahm die Strahlung in größeren Höhen zu. Dies war ein klarer Hinweis auf ihren Ursprung im Weltall. Für diese Entdeckung wurde Hess im Jahr 1936 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. Experimenteller Nachweis Für den experimentellen Nachweis und die Erforschung der kosmischen Strahlung spielte auch eine zweite österreichische Physikerin eine entscheidende Rolle: Marietta Blau. Mit ihren fotografischen Emulsionen konnte sie ab den 1930er-Jahren erstmals die Spuren kosmischer Teilchen sichtbar machen, was einen Meilenstein in der Teilchendetektion darstellt. Gemeinsam mit Hertha Wambacher wies sie im Jahr 1937 Teilchenschauer nach, auch Sekundärteilchen genannt, die entstehen, wenn kosmische Strahlung auf die Erdatmosphäre trifft. Im Gegensatz zu Hess wurde Blau für ihre bahnbrechende Arbeit lange Zeit nicht entsprechend gewürdigt. Obwohl Erwin Schrödinger sie für den Nobelpreis vorschlug, erhielt Cecil Powell 1950 diese Auszeichnung, obwohl seine Arbeit auf der Forschung der beiden Frauen basierte. In seiner Rede erwähnte Powell Blau oder Wambacher nicht. Erst in den letzten Jahren wurde ihr Beitrag zur Teilchenphysik zunehmend anerkannt. Heute gilt sie als eine der bedeutendsten Physikerinnen des 20. Jahrhunderts und als stille Wegbereiterin der modernen Hochenergiephysik. offene Fragen Trotz jahrzehntelanger Forschung, gibt es immer noch einige offene Fragen zur kosmischen Strahlung: Woher kommen die energiereichsten Teilchen? Wir haben "heiße" Kandidaten wie Supernovae, aktive Galaxienkerne, Pulsare oder Gammastrahlungsausbrüche. Doch für extrem hochenergetische Teilchen ist die Ursprungsquelle unklar. Zudem wissen wir noch nicht genau, wie sie beschleunigt werden, und warum die Strahlung aus allen Richtungen fast gleichmäßig verteilt ist, obwohl ihre Quellen punktuell erscheinen sollten. Unterstützt den Podcast Ihr könnt uns via Steady, Patreon](https://patreon.com/CosmiclattePodcast)) und Paypal unterstützen. Der Podcast ist aber natürlich weiterhin gratis auf allen gängigen Plattformen erhältlich. Kontakt Falls ihr Fragen habt, dann schickt uns eine Mail an kontakt@cosmiclatte.at oder hinterlasst ein Kommentar auf cosmiclatte.at. Und sonst findet ihr uns hier: Instagram Cosmic Latte | Instagram Elka | Instagram Evi | Instagram Jana| Cosmic Latte ist eine Space Monkey Produktion.

  15. CL061: Mit KI das Universum besser verstehen: Big Data und Deep Learning in der Astronomie
    12.06., 07:0000:43:17

    Die Episode über Künstliche Intelligenz in der Astronomie und Elkas digitalem Zwilling Ihr könnt uns gerne bei Steady, Patreon oder Paypal unterstützen! Wie lernt eine Maschine, das Universum zu verstehen? In dieser Episode geht es um künstliche Intelligenz. Mit diesem Wort wird derzeit überall um sich geworfen. Aber was bedeutet "künstliche Intelligenz" eigentlich wirklich? Was ist Machine Learning und was sind neuronale Netze? Und was hat das alles mit Astronomie zu tun? Wir reisen von den Anfängen der künstlichen Intelligenz bis zu ihrem Einsatz in der modernen Astronomie. Mit dabei: Elkas digitaler Zwilling. Was ist künstliche Intelligenz eigentlich? Der Begriff „Künstliche Intelligenz“ (KI) wurde bereits 1956 von John McCarthy geprägt. Eine einheitliche Definition gibt es aber bis heute nicht. Eine häufig verwendete ist jene von Barr und Feigenbaum (1981): „KI ist die Fähigkeit einer Maschine, kognitive Funktionen auszuüben, die dem menschlichen Verstand zugeordnet werden – etwa Lernen, Planen, Argumentieren, Problemlösen und der Erwerb von Fähigkeiten.“ Doch selbst der Begriff „Intelligenz“ ist schwammig – sowohl bei Menschen als auch bei Maschinen. Deshalb ist es hilfreich, sich die verschiedenen Teilbereiche der KI anzusehen, vor allem Machine Learning und Deep Learning. Historische Meilensteine der KI KI gibt es schon länger, als man denken würde. Die wichtigsten Meilensteine der KI-Geschichte, sind: 1966: ELIZA – Der erste Chatbot simuliert eine Psychotherapeutin. Heute wirkt das simpel, doch damals war es bahnbrechend. Hier kann man ELIZA auch heute noch ausprobieren. 1995: Erste Ansätze für autonomes Fahren 1997: Schachweltmeister Garry Kasparov wird von IBMs „Deep Blue“ geschlagen – ein Meilenstein, der vielen Menschen die Überlegenheit von Maschinen in spezifischen Aufgaben demonstrierte. Dazu gibt es auch die Serie "Rematch". 2022: ChatGPT wird veröffentlicht – Der große Durchbruch in der öffentlichen Wahrnehmung. Seitdem gibt es für viele eine „Zeit vor“ und „Zeit nach“ ChatGPT. Ein weiterer Meilenstein war AlphaFold (2018) – ein KI-System, das die Faltung von Proteinen exakt vorhersagen kann. Ein riesiger Fortschritt in der Biochemie, der mit dem Nobelpreis gewürdigt wurde. Machine oder Deep-Learning? Machine Learning (ML) ist ein Teilgebiet der KI, das Maschinen befähigt, aus Daten zu lernen. Es gibt drei Hauptarten: Supervised Learning (überwachtes Lernen): Die Maschine lernt anhand von beschrifteten Daten. Beispiel: Viele Bilder von Äpfeln und Erdbeeren mit der Information „Apfel“ oder „Erdbeere“. Daraus entsteht ein Modell, das später unbekannte Bilder klassifizieren kann. Unsupervised Learning (unüberwachtes Lernen): Hier werden Daten ohne Beschriftung analysiert. Die Maschine erkennt Muster und gruppiert sie in sogenannte „Cluster“. Das ist z. B. nützlich für Anomalie-Erkennung oder Empfehlungssysteme. Reinforcement Learning (bestärkendes Lernen): Hier lernt ein Agent durch Belohnung oder Bestrafung, z. B. bei Spielen oder autonomen Fahrzeugen. Erfolgreiche Entscheidungen werden „belohnt“ und damit wahrscheinlicher gemacht. Wie das läuft kann man hier mit Tic Tac Toe ausprobieren. Deep Learning (DL) ist eine Unterform des Machine Learning und nutzt sogenannte neuronale Netze, die dem menschlichen Gehirn nachempfunden sind. Diese bestehen aus vielen Schichten („Hidden Layers“) mit Millionen von Verbindungen, deren Gewichtungen während des Trainings angepasst werden. Die Modelle berechnen auf Basis der Eingabedaten Wahrscheinlichkeiten – nicht Wahrheiten. Das bedeutet: KI „weiß“ nichts, sie berechnet lediglich das statistisch wahrscheinlichste nächste Element. Ein anschauliches Gedankenexperiment dazu ist das „Chinesische Zimmer“: Eine Person in einem Raum kann kein Chinesisch, beantwortet aber chinesische Fragen mithilfe eines Regelwerks korrekt. Von außen wirkt es, als ob sie die Sprache beherrsche – doch in Wahrheit versteht sie nichts. So ähnlich funktioniert auch KI: Sie simuliert Verständnis, ohne Bewusstsein oder eigene Intelligenz. Bias, Verantwortung & ethische Fragen Ein wichtiger Punkt: KI-Systeme übernehmen nicht nur das Wissen aus Daten – sondern auch deren Verzerrungen. Ein paar problematische Gesichtspunkte sind zum Beispiel: die Gesichtserkennung, die bei weißen Männern viel besser funktioniert als bei schwarzen Frauen Algorithmen des Arbeitsmarktservice in Österreich, die Frauen systematisch in klassische Rollen („Friseurin“) und Männer in Technikberufe lenken KI im US-Justizsystem, die bei People of Color höhere Rückfallwahrscheinlichkeiten prognostiziert Die Lehre daraus: Daten sind nie neutral – und KI kann gesellschaftliche Ungleichheiten verstärken, wenn sie unreflektiert eingesetzt wird. Umso wichtiger sind regulatorische Initiativen wie der EU-AI-Act, der je nach Risiko den KI-Einsatz einschränkt oder verbietet. KI in der Astronomie: Wenn Big Data auf Deep Learning trifft In der Astronomie spielen solche Vorurteile der KI kaum eine Rolle. Hier geht es nicht um Menschen, sondern um Daten und davon hat die Astronomie genug. Moderne Teleskope wie Kepler, TESS oder Gaia liefern pro Nacht Terabyte bis Petabyte an Daten. Ohne KI wäre deren Auswertung unmöglich. Ein Beispiel ist das erste Bild eines Schwarzen Lochs (2019), das aus über 3,5 Petabyte Daten des Event Horizon Telescope erstellt. Diese Daten mussten mit Festplatten per Flugzeug transportiert werden, weil es nicht möglich war, diese Menge über klassische Datenleitungen zu übertragen. Und in den letzten Jahren wurden immer öfter KI-Techniken eingesetzt, um Daten auszuwerten und Entdeckungen zu machen: Exoplaneten-Entdeckung (2023): Forscher:innen von NASA, USRA und dem SETI-Institut entdeckten mithilfe von Deep Learning 69 neue Exoplaneten – viele davon in verrauschten Signalen, die sonst übersehen worden wären ("Multiplicity Boost Of Transit Signal Classifiers: Validation of 69 New Exoplanets Using The Multiplicity Boost of ExoMiner"). TESS-Datenanalyse (2022): Eine KI kombinierte verschiedene Lernalgorithmen, um aus über 10.000 Lichtkurven drei neue Exoplaneten-Kandidaten zu filtern ("Automated identification of transiting exoplanet candidates in NASA Transiting Exoplanets Survey Satellite (TESS) data with machine learning methods"). Galaxienklassifikation mit „Morpheus“ (2020): Ein U-Net-Modell – ursprünglich für medizinische Bildanalyse entwickelt – wurde auf Hubble-Daten trainiert, um Galaxien pixelgenau zu klassifizieren ("Morpheus: A Deep Learning Framework For Pixel-Level Analysis of Astronomical Image Data". Elka, selbst aus der medizinischen Bildverarbeitung kommend, freut sich besonders über diesen Einsatz. Universumssimulation mit CAMELS (2021): Über 4.000 kosmologische Simulationen mit mehr als 100 Milliarden Teilchen wurden per Deep Learning analysiert. Das Ziel: Prozesse wie dunkle Materie, Galaxienbildung und Materieverteilung besser zu verstehen. „Multimodal Universe“ (2024/2025): Das aktuell größte offene KI-Datenset der Astronomie mit 100 TB an kombinierten Beobachtungen aus Teleskopen wie DESI, SDSS und JWST. KI ist ein mächtiges Werkzeug – gerade in der Astronomie, wo sie die Arbeit von Forschenden enorm beschleunigen kann. Doch sie ist kein magisches Wesen, sondern ein System, das auf Mathematik, Wahrscheinlichkeiten und menschlichen Daten basiert. Ihre Chancen sind groß – aber ebenso ihre Risiken. Es liegt an uns, wie wir damit umgehen. Asteroid Day in Baden Am 30.06.2025 feiern wir den internationalen Asteroidentag im Cinema Paradiso in Baden mit einer Filmvorführung von Armageddon – inklusive einer Live-Einführung von Eva, Florian Freistetter und Ruth Grützbauch. Jetzt schon Karten sichern – wir freuen uns auf euch! Unterstützt den Podcast Ihr könnt uns via Steady, Patreon und Paypal unterstützen. Der Podcast ist aber natürlich weiterhin gratis auf allen gängigen Plattformen erhältlich. Kontakt Falls ihr Fragen habt, dann schickt uns eine Mail an kontakt@cosmiclatte.at oder schaut auf cosmiclatte.at. Und sonst findet ihr uns hier: Instagram Cosmic Latte | Cosmic Latte ist eine Space Monkey Produktion.

  16. CL060 Sci-Fi Special: Leben die Aliens schon unter uns?
    29.05., 07:0000:48:17

    Die Episode über geheime Alien Invasionen, parasitäre Kontrolle und coole Sonnenbrillen! Science-Fiction Special mit Peter Koller Unterstützt uns bei Steady, Patreon](https://patreon.com/CosmiclattePodcast)) oder Paypal! Nach einer längeren Pause sind wir zurück mit einer neuen Ausgabe unserer Science-Fiction-Spezialreihe! Peter ist wieder zu Gast bei Eva, denn diesmal geht’s um ein Thema, das sich wunderbar für spannende Filmplots und philosophische Fragen eignet: Leben Außerirdische längst unter uns hier auf der Erde – und wir wissen es nur nicht? Was ist dran an heimlichen Invasionen aus dem All? Warum bestimmte Parasiten auf der Erde die wahren Aliens sind und was das alles mit coolen Sonnebrillen zu tun habt, besprechen Peter und Eva in dieser Folge über das geheime Leben der Aliens auf der Erde. Aliens unter uns! In dieser Folge nähern wir uns dem Alien-Thema von einer anderen Seite: Nicht als ferne Bedrohung aus dem All, sondern als unsichtbare Begleiter in unserer Mitte. Wir sprechen über das beliebte Motiv der versteckt lebenden Außerirdischen – eine Idee, die sich nicht nur durch Science-Fiction-Filme zieht, sondern auch tief in popkulturellen Mythen, Verschwörungstheorien und sogar in wissenschaftlichen Spekulationen verwurzelt ist. Wir starten mit der Frage, warum wir eigentlich so fasziniert davon sind, dass Außerirdische längst mitten unter uns leben könnten. Ist das Wunschdenken? Paranoia? Oder einfach eine gute Story? Gemeinsam werfen wir einen filmhistorischen Blick auf einige unserer Lieblingsfilme, in denen dieses Thema besonders eindrucksvoll behandelt wird. Darunter sind zum Beispiel "They Live" von John Carpenter; eine kapitalismuskritische Alien-Satire mit Sonnenbrillen, die die Wahrheit zeigen und "Body Snatchers (beide Versionen von 1956 und 1978)": Was, wenn dein Nachbar nicht mehr dein Nachbar ist? Wir schauen uns natürlich auch wieder ein paar wissenschaftliche Hintergründe an: Wie wahrscheinlich ist es, dass Aliens tatsächlich auf der Erde leben (oder gelebt haben)? Und wie ist das mit den realen parasitären Organismen, die sich fast wie Science-Fiction anfühlen – wie etwa der Zombie-Pilz, der Ameisen steuert, oder den Toxoplasmose-Parasiten, die Mäuse mutig machen. Und was würde es eigentlich mit uns als Spezies machen, wenn wir herausfinden würden, dass wir nicht allein sind – oder sogar nur ein Experiment? Welche Vorstellungen hatten Menschen schon im 16. und 17. Jahrhundert über Leben im All? Und warum taucht das Alien-Motiv in so vielen kulturellen Erzählungen immer wieder als Spiegelbild unserer Ängste, Wünsche und Konflikte auf? Ankündigung: Asteroidentag am 30. Juni 2025! Am 30.06.2025 feiern wir den internationalen Asteroidentag im Cinema Paradiso in Baden mit einer Filmvorführung von Armageddon – inklusive einer Live-Einführung von Eva, Florian Freistetter und Ruth Grützbauch. Jetzt schon Karten sichern – wir freuen uns auf euch! In der Folge erwähnte Filme und Serien "Avatar" (auf deutsch: "Avatar – Aufbruch nach Pandora") "They Live" (auf deutsch: "Sie leben!") "Invasion of the Body Snatchers" (auf deutsch: "Die Dämonischen") "Invasion of the Body Snatchers" (auf deutsch: "Die Körperfresser kommen") "The Hidden" (auf deutsch: "Das unsagbar Böse") "The Arrival" (auf deutsch: "The Arrival – Die Ankunft") "Alien" (auf deutsch: "Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt") "Aliens" (auf deutsch: "Aliens – Die Rückkehr") "Prometheus" (auf deutsch: "Prometheus – Dunkle Zeichen") "Stargate" (auf deutsch: "Stargate – Das Tor zum Universum") "The Fifth Element" (auf deutsch: "Das fünfte Element") "Contact" (auf deutsch: "Contact") "The Day the Earth Stood Still" (auf deutsch: "Der Tag, an dem die Erde stillstand") "Men in Black" (auf deutsch: "Men in Black") "Apocalypto" (auf deutsch: "Apocalypto") "The Abyss" (auf deutsch: "Abyss – Abgrund des Todes") "The Primevals" (auf deutsch: "The Primevals") "La morte viene dal pianeta Aytin" (auf deutsch: "Dämonen aus dem All") "Resident Alien" (auf deutsch: "Resident Alien") "3rd Rock from the Sun" (auf deutsch: "Hinterm Mond gleich links") Unterstützt den Podcast Ihr könnt uns via Steady, Patreon](https://patreon.com/CosmiclattePodcast)) und Paypal unterstützen. Der Podcast ist aber natürlich weiterhin gratis auf allen gängigen Plattformen erhältlich. Kontakt Falls ihr Fragen habt, dann schickt uns eine Mail an kontakt@cosmiclatte.at oder schaut auf cosmiclatte.at. Und sonst findet ihr uns hier: Instagram Cosmic Latte | Cosmic Latte ist eine Space Monkey Produktion.

  17. CL059 Sind wir die erste Zivilisation auf der Erde? Die Silurianer Hypothese
    15.05., 07:0000:43:30

    Die Episode über diejenigen, die vielleicht vor uns da waren, und darüber, was wir der Zukunft hinterlassen. Ihr könnt uns gerne bei Steady, Patreon oder Paypal unterstützen! Gab es vor uns eine Zivilisation auf der Erde? Was nach Science Fiction klingt, ist ein ernsthaftes wissenschaftliches Gedankenexperiment: die Silurianer-Hypothese. In dieser Episode gehen wir der Frage nach, ob es theoretisch möglich wäre, Spuren einer technischen Zivilisation zu entdecken, die vor uns auf der Erde existiert haben könnte. Wir schauen uns an, welche geologischen Hinweise wir heute finden könnten, was uns Fossilien (nicht) verraten und warum der Klimawandel dabei eine Rolle spielt. Und warum Doctor Who in dieser Diskussion nicht fehlen darf, erfahrt ihr in dieser Folge von Cosmic Latte. Einleitung Neben Astronomie und Podcasting teilen Eva und Jana noch eine weitere Leidenschaft: Pen-&-Paper-Rollenspiele! Passend zum Thema dieser Folge ist Eva seit kurzem auch Spielleiterin in einer Welt voller kosmischer Schrecken: dem Cthulhu-Mythos. Das gleichnamige Pen-&-Paper-Rollenspiel „Call of Cthulhu“, das auf den Erzählungen von H. P. Lovecraft basiert, entführt die Spielenden meist in die 1920er oder 1930er Jahre - in eine düstere, geheimnisvolle Welt voller verborgener Wahrheiten und seelischer Abgründe. Die Spielenden schlüpfen in die Rolle von „Ermittlern“, die sich mit Okkultismus, Wissenschaft und Wahnsinn auseinandersetzen - nicht selten auf Kosten ihrer geistigen Gesundheit. Besonders faszinierend ist die Erweiterung Cthulhu: Extraterrana Cthulhiana, in der der Mythos den Weltraum erreicht: Raumfahrtgeschichte trifft auf Lovecraftsche Fiktion, kosmische Strahlung und Exoplaneten auf uralte außerirdische Wesen. Es geht um versunkene Tempel auf dem Mond, um Artefakte, die Portale öffnen, und um die Großen Alten, die lange vor uns da waren - und vielleicht nie ganz verschwunden sind. Und genau hier schließt sich der Kreis zur Silurianer-Hypothese: Denn was wäre, wenn es vor uns Menschen tatsächlich eine Zivilisation auf der Erde gegeben hat? Eine, deren Spuren so tief verborgen oder längst ausgelöscht sind, dass sie uns wie ein Mythos erscheint - oder wie eine düstere Legende aus einem Rollenspiel? Die Großen Alten des Cthulhu-Mythos und die hypothetischen Silurianer teilen einen interessanten Gedanken: Wir könnten nicht die Ersten gewesen sein. Die Silurianer Hypothese: Gab es vor uns schon einmal eine Zivilisation auf der Erde? Glaubst du an extraterrestrisches Leben? Glaubst du an die Existenz außerirdischer Zivilisationen? Und wenn ja, warum haben wir noch nichts von ihnen gehört? Diese Fragen sind nicht nur Stoff für Science-Fiction-Filme. Sie stehen auch am Anfang einer wissenschaftlichen Überlegung, die als Silurianer-Hypothese bekannt geworden ist. Und sie führt zu einer vielleicht noch erstaunlicheren Frage: Was, wenn wir Menschen gar nicht die erste technische Zivilisation auf diesem Planeten waren? Ein Gedankenexperiment aus der Wissenschaft Die sogenannte Silurianer-Hypothese stammt nicht etwa aus einem obskuren Blog oder von Verschwörungstheoretikern, sondern wurde 2018 von zwei renommierten Wissenschaftlern formuliert: dem Astrophysiker Adam Frank von der Universität Rochester und dem Klimaforscher Gavin Schmidt, Direktor des NASA Goddard Institute for Space Studies. In ihrer Publikation stellen sie die Frage: Wenn es vor Millionen von Jahren eine industrielle Zivilisation auf der Erde gegeben hätte - könnten wir heute noch Spuren davon finden? Wichtig dabei: Frank und Schmidt betonen ausdrücklich, dass sie nicht wirklich an die Existenz einer solchen früheren Zivilisation glauben. Ihre Hypothese ist vielmehr ein Gedankenexperiment, das uns helfen soll, besser zu verstehen, welche Spuren eine technische Zivilisation im geologischen Gedächtnis eines Planeten hinterlässt - und damit auch, wie wir ähnliche Spuren auf anderen Planeten erkennen könnten. Der Begriff Silurianer ist eine Anspielung auf die Science-Fiction-Serie Doctor Who, in der reptilienartige Wesen - die Silurianer - lange vor den Menschen auf der Erde lebten. In der Serie zogen sie sich angesichts einer drohenden Katastrophe unter die Erdoberfläche zurück und gerieten später in Konflikt mit der modernen Menschheit. Der Name wiederum leitet sich vom Silur ab, einer realen geologischen Periode vor rund 430 Millionen Jahren. Könnten wir eine uralte Zivilisation überhaupt noch nachweisen? Die zentrale Frage der Silur-Hypothese lautet: Was bleibt von einer Zivilisation übrig - nach Millionen von Jahren? Die Antwort ist ernüchternd: höchstwahrscheinlich fast nichts. Geologische Prozesse wie Plattentektonik und Erosion erneuern die Erdkruste alle paar hundert Millionen Jahre. Nur extrem alte Gesteinsformationen wie in Grönland oder Westaustralien sind überhaupt noch erhalten. Fossilienbildung ist selten, und nur ein kleiner Teil der heute zugänglichen Erdoberfläche stammt aus der Zeit vor dem Quartär (älter als 2,5 Millionen Jahre). Städte, Straßen und Bauwerke - selbst so imposante wie die Pyramiden - wären innerhalb von Jahrtausenden verschwunden, verwittert oder vom Erdboden verschluckt worden. Das bedeutet: Selbst wenn es vor der Menschheit eine technische Zivilisation gegeben haben sollte - unsere Chancen, heute noch direkte Artefakte zu finden, sind verschwindend gering. Indirekte Spuren im Klima und in den Sedimenten Statt nach Artefakten zu suchen, lohnt sich ein Blick in die geologischen und klimatischen Archive der Erde. Frank und Schmidt stellen die Hypothese auf, dass sich Spuren eines Industriezeitalters auch anhand von chemischen und klimatischen Veränderungen in der Atmosphäre und Biosphäre nachweisen lassen. Ein Beispiel dafür ist das so genannte Paläozän/Eozän-Temperaturmaximum vor rund 55 Millionen Jahren: Innerhalb von 4000 Jahren stiegen damals die globalen Temperaturen um etwa 6 Grad Celsius - ein Vorgang, der stark an unseren heutigen anthropogenen Klimawandel erinnert. Damals waren vermutlich vulkanische Aktivitäten oder Methanausgasungen für den Anstieg verantwortlich. Ein ähnlich schneller Temperaturanstieg könnte aber auch durch den Einfluss einer industriellen Zivilisation verursacht worden sein. Weitere mögliche Hinweise sind: Isotopenanomalien in Sedimenten (z.B. erhöhte Mengen künstlich erzeugter Elemente wie Plutonium-244) Rußpartikel, die auf industrielle Emissionen hinweisen können Plastik- oder Atommüllreste, die tief im Ozean vergraben sind Spuren von künstlichem Dünger oder anderen chemischen Markern Spuren auf dem Mond oder anderen Himmelskörpern im Sonnensystem, auf denen keine Erosion oder Plattentektonik stattfindet Haben wir Hinweise auf die Silurianer gefunden? Nein. Bis heute gibt es keine konkreten Beweise für eine Zivilisation vor der Menschheit. Aber: Unsere Suche ist stark eingeschränkt durch geologische Prozesse, durch die geringe Menge an erhaltener Erdoberfläche und durch die Fragilität technologischer Spuren im Laufe der Zeit. Die Silurian-Hypothese will nicht die Vergangenheit erklären - sie will unseren Blick in die Zukunft schärfen. Sie zeigt, wie schwierig es ist, Zivilisation nachzuweisen - selbst auf unserem eigenen Planeten. Und sie liefert wertvolle Überlegungen für die Suche nach außerirdischem Leben: Was würden wir auf fernen Planeten finden - Millionen Jahre, nachdem dort eine Zivilisation verschwunden ist? Die Silurianer-Hypothese ist kein Beweis für vergangene Hochkulturen, sondern ein Anstoß, über unser eigenes Erbe, den Zustand unseres Planeten und mögliche fremde Welten nachzudenken. Was bleibt von uns? Weiterführende Links Das Original Paper von Schmidt und Frank findet ihr unter diesem Link. Welche Spuren hinterlässt die Menschheit auf geologischer Zeitebene? Lesenswerte Artikel dazu im The Guardian und in der NY Times. Unterstützt den Podcast Ihr könnt uns via Steady, Patreon und Paypal unterstützen. Der Podcast ist aber natürlich weiterhin gratis auf allen gängigen Plattformen erhältlich. Kontakt Falls ihr Fragen habt, dann schickt uns eine Mail an kontakt@cosmiclatte.at oder schaut auf cosmiclatte.at. 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  18. CL058 - Kepler und das Weltgeheimnis
    01.05., 07:0000:31:40

    Die Episode über Johannes Kepler und die Entdeckung der kosmischen Ordnung Unterstützt uns gerne bei Steady, Patreon oder Paypal! Warum bewegen sich die Planeten um die Sonne? Dieser Frage gehen Eva und Elka in dieser Folge nach und werfen einen Blick zurück in die Anfänge der modernen Astronomie. Vor 400 Jahren fragte sich Johannes Kepler, warum das Sonnensystem so aufgebaut ist, wie es ist, und suchte nach einer kosmischen Ordnung und Harmonie. Mit seinem Werk legte er den Grundstein für Isaac Newton, der mit der Entdeckung des Gravitationsgesetzes zeigen konnte, dass es Naturgesetze gibt, die sowohl auf der Erde als auch im Universum gelten. Die Bedeutung dieser Entdeckungen zeigt sich auch heute noch, wenn wir die Bahnen von Exoplaneten berechnen und Weltraumteleskope an den Lagrange-Punkten im All positionieren. Einleitung Wir beginnen mit einem Veranstaltungshinweis: Wer Elka live erleben möchte, kann dies am 11. Mai im Planetarium Wien tun. Dort spricht sie ab 19 Uhr über die Heldinnen am Sternenhimmel. Johannes Kepler und das Weltgeheimnis Der Astronom, Physiker und Mathematiker Johannes Kepler (1571-1630) ist bestimmt einer der wichtigsten Wegbereiter der modernen Naturwissenschaften. In einer Zeit, in der Magie, Aberglaube und religiöse Dogmen noch das Weltbild bestimmten, suchte Kepler nach einer mathematisch fundierten Erklärung für den Aufbau des Universums. Seine erste große Veröffentlichung (1596), „Mysterium Cosmographicum“ (Das Weltgeheimnis), war der Versuch, die Struktur des Sonnensystems mit Hilfe platonischer Körper zu erklären – ein kreatives, wenn auch letztlich falsches Modell. Doch Kepler war überzeugt, dass dem Kosmos eine göttliche Ordnung und mathematische Harmonie zugrunde liegt. Diese Überzeugung trieb ihn an, das Rätsel der Planetenbewegung zu lösen. Die entscheidende Wende kam, als Kepler 1600 als Assistent des dänischen Astronomen Tycho Brahe nach Prag ging. Nach Brahes Tod erhielt Kepler Zugang zu dessen hochpräzisen Beobachtungsdaten, insbesondere über die Umlaufbahn des Mars. In jahrelanger mühsamer Analyse erkannte Kepler, dass die Marsbahn nicht durch Kreise oder Epizykel erklärt werden konnte. Die scheinbar geringen Abweichungen in den Daten zwangen ihn, das bis dahin vorherrschende Bild von perfekten Himmelskreisen zu verwerfen. Stattdessen entdeckte er, dass sich die Planeten auf elliptischen Bahnen bewegen - mit der Sonne in einem der Brennpunkte. Diese Erkenntnis führte zu den ersten beiden Keplerschen Gesetzen, die er 1609 in seinem Werk "Astronomia Nova" veröffentlichte. Die ersten beiden Keplerschen Gesetze beschreiben die elliptische Form der Planetenbahnen und die unterschiedliche Bahngeschwindigkeit in Abhängigkeit von der Entfernung zur Sonne. Später folgte sein drittes Gesetz, das den Zusammenhang zwischen der Umlaufzeit eines Planeten und der Größe seiner Bahn beschreibt. Kepler schuf damit ein vollständiges Modell der Planetenbewegung - allein auf der Grundlage von Beobachtungen und geometrischen Überlegungen, ohne moderne Mathematik oder physikalische Kraftgesetze. Von Kepler zu Newton Die Erklärung für das „Warum“ seiner Gesetze kam erst Jahrzehnte später mit Isaac Newton, der 1687 das Gravitationsgesetz formulierte. Newton zeigte, dass dieselbe Kraft, die Äpfel zu Boden fallen lässt, auch für die Bewegung der Planeten verantwortlich ist. Aus seinem Gravitationsgesetz leitete er mathematisch die Keplerschen Gesetze ab und schuf damit die Grundlage der klassischen Mechanik. Die Himmelsmechanik wurde dadurch präziser und leistungsfähiger, so dass beispielsweise die Existenz neuer Planeten - wie Neptun - aus Bahnstörungen berechnet werden konnte. Bis heute spielt Keplers Erbe in der Astronomie eine zentrale Rolle. Moderne Anwendungen wie die Berechnung von Exoplanetenbahnen oder die Positionierung von Raumsonden an Lagrangepunkten im eingeschränkten Dreikörperproblem zeigen, wie relevant Keplers Suche nach der kosmischen Ordnung auch nach über 400 Jahren noch ist. Unterstützt den Podcast Ihr könnt uns via Steady, Patreon und Paypal unterstützen. Der Podcast ist aber natürlich weiterhin gratis auf allen gängigen Plattformen erhältlich. Kontakt Falls ihr Fragen oder Anmerkungen habt, schickt uns gerne eine Mail an kontakt@cosmiclatte.at oder schreibt ein Kommentar auf cosmiclatte.at. Und sonst findet ihr uns hier: Instagram Cosmic Latte | Instagram Elka | Instagram Evi | Cosmic Latte ist eine Space Monkey Produktion.

  19. CL057 Wie studiert man Astronomie?
    17.04., 07:0000:50:42

    Die Episode über das Astronomie-Studium zusammen mit dem Keplergymnasium Graz Ihr könnt uns gerne bei Steady, Patreon oder Paypal unterstützen! Diesmal war Eva zu Gast bei den Schülern des Astronomie-Leistungskurses am Keplergymnasium in Graz, um mit ihnen über das Astronomiestudium zu sprechen. In einer gemeinsamen Podcast-Episode mit dem Schulpodcast "Astronomie am Kepler" erzählt Eva, was es wirklich bedeutet, Astronomie zu studieren. Warum man nachts weniger durch ein Teleskop schaut als in Mathe- und Physikbücher und warum genau das spannend und faszinierend ist, könnt ihr in dieser Episode hören! Kepler Latte Jana ist zurück aus Costa Rica und berichtet vom Südsternhimmel. Währenddessen war Eva zu Gast im Mehrschulenkurs Astronomie am Keplergymnasium Graz. Die Schülerinnen und Schüler betreiben gemeinsam mit ihrem Lehrer Norbert Steinkellner, einen eigenen Podcast, Astronomie am Kepler, in dem sie über aktuelle Themen der Astronomie sprechen. Grund genug, mit Eva in einer gemeinsamen Folge über das Studium der Astronomie zu plaudern. Zuvor spricht Eva aber noch mit Jana darüber, welche Vorstellungen und Erwartungen sie selbst hatten, bevor sie ihr Studium an der Universität begannen. Gemeinsam mit den Gymnasiasten erzählt Eva dann, was sie zu ihrem Studium gebracht hat, welche Herausforderungen es zu meistern galt und gilt, welche Prüfung die schwierigste war… und dass ein Astronomiestudium nicht bedeutet, in lauen Sommernächten den Sternenhimmel zu beobachten. Vielmehr ist Astronomie ein mathematisch-physikalisches Studium, denn die Sprache der Astronomie ist die Mathematik. Ein gewisses Interesse an Physik und Mathematik ist daher von Vorteil, der Umgang mit höherer Mathematik wird aber ohnehin während des Studiums erlernt und sollte daher nicht abschrecken, sondern vielmehr motivieren - man kann alles lernen! Weiterführende Links Die ganze Folge bei Astronomie am Kepler könnt ihr hier anhören: AK033: Kepler Latte Informationen über das Astrophysik und Astronomie Studium an der Universität Wien findet ihr auf der Website der Uni Wien: Allgemeine Informationen zum Bachelor Astronomie. Für jene, sie sich ein Studium überlegen, bietet das Institut für Astrophysik ein Online-Self-Assessment an, das bei der Entscheidung helfen kann. Unterstützt den Podcast Ihr könnt uns via Steady, Patreon und Paypal unterstützen. Der Podcast ist aber natürlich weiterhin gratis auf allen gängigen Plattformen erhältlich. Kontakt Falls ihr Fragen habt, dann schickt uns eine Mail an kontakt@cosmiclatte.at oder hinterlasst ein Kommentar auf cosmiclatte.at. Und sonst findet ihr uns hier: Instagram Cosmic Latte | Instagram Elka | Instagram Evi | Instagram Jana| Cosmic Latte ist eine Space Monkey Produktion.

  20. CL056 Funkelnde Sterne, Vollmondmythen und kosmische Staubsauger: Weltraum-Fakes im Faktencheck
    03.04., 07:0000:46:06

    Die Episode über kosmische Irrtümer und esoterischen Aberglauben: Was ist wirklich wahr über den Weltraum? Unterstützt den Podcast gerne bei Steady, Patreon oder Paypal! In dieser Folge von Cosmic Latte gehen Eva und Elka zehn der hartnäckigsten Mythen rund um Astronomie, Weltraum und Raumfahrt auf den Grund - von der angeblich aus dem All sichtbaren Chinesischen Mauer bis zu schlaflosen Nächten bei Vollmond. Wir erklären, warum rote Sterne kühler sind als blaue, Sterne von der Erde aus funkeln und der Polarstern nicht genau nach Norden zeigt. Außerdem werfen wir einen Blick auf die neuesten Zahlen des Wissenschaftsbarometers 2024 und was sie für die Wissenschaftskommunikation bedeuten. Einleitung Wissenschaftsbarometer 2024 Wir beginnen mit einem Blick auf das Wissenschaftsbarometer 2024 der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Trotz stabilen Vertrauens in die Wissenschaft fühlen sich viele Österreicherinnen und Österreicher schlecht informiert. Das Interesse an wissenschaftlichen Themen ist leicht rückläufig - ein klarer Auftrag für eine bessere und inklusivere Wissenschaftskommunikation. Wissenschaftliche Bildung sollte nicht mit der Schule enden. Wir finden: Wissenschafts-Podcasts sollten mehr Aufmerksamkeit bekommen! Eine Zusammenfassung der Ergebnisse findet sich auf der Website der Österreichischen Akademie der Wissenschaften: ÖAW-Wissenschaftsbarometer: 73% vertrauen Wissenschaft Astronomische Mythen Viele Mythen über Astronomie halten sich hartnäckig. Wir sehen uns bei den folgenden zehn Mythen an, was die Wissenschaft bzw. die Forschung dazu sagt, welche historische Zusammenhänge es gibt und welche Rolle psychologische Effekte wie der Confirmation Bias dabei spielen. 1. Man sieht die Chinesische Mauer aus dem Weltall Ein klassischer Irrglaube: Die Chinesische Mauer ist zwar lang, aber zu schmal und farblich zu wenig kontrastreich, um sie mit bloßem Auge aus dem Weltall zu erkennen. Sichtbar sind hingegen Großstädte, Autobahnen, beleuchtete Flächen und künstliche Inseln wie "The Palm Jumeirah" in Dubai. 2. Im Weltall gibt es keine Schwerkraft Falsch! Auch auf der ISS wirkt die Erdanziehung noch mit etwa 88% ihrer Kraft. Astronaut:innen schweben, weil sie sich in einem permanenten freien Fall befinden. Die Station kreist in konstanter Fallbewegung um die Erde – ein Effekt, den schon Newton mit seinem Gedankenexperiment der "Orbit-Kanone" erklärte. 3. Ohne Raumanzug explodiert man im All Hollywood übertreibt: Im luftleeren Raum würde man nicht explodieren. Vielmehr entweicht der Sauerstoff aus der Lunge, was nach 10–15 Sekunden zur Bewusstlosigkeit führt. Die Körperflüssigkeiten beginnen zu sieden, da der Siedepunkt ohne Umgebungsdruck stark sinkt. Der Tod tritt nach etwa 80 Sekunden ein. 4. Schwarze Löcher sind kosmische Staubsauger Schwarze Löcher ziehen nicht alles magisch an. Außerhalb ihres Ereignishorizonts wirken sie wie jedes andere gravitativ wirkende Objekt. Nur wer zu nahe kommt, hat keine Chance mehr zu entkommen. Viele Objekte können stabile Umlaufbahnen um Schwarze Löcher einnehmen. 5. Rote Sterne sind heißer als blaue Hier spielt uns die Alltagserfahrung einen Streich: Rot glühende Kohle wirkt heiß, aber blaue Sterne sind tatsächlich viel heißer. Die Farbe eines Sterns hängt mit seiner Temperatur zusammen: Je kürzer die Wellenlänge (blau), desto mehr Energie wird abgestrahlt. 6. Sterne funkeln immer Das Funkeln entsteht durch die Turbulenzen in der Erdatmosphäre. Außerhalb der Atmosphäre, etwa von der Mondoberfläche oder aus dem All, erscheinen Sterne als gleichmäßige Lichtpunkte. Planeten funkeln übrigens weniger, weil sie größer erscheinen und sich atmosphärische Verzerrungen mitteln. 7. Im Sommer ist die Erde näher an der Sonne Tatsächlich ist der Abstand zur Sonne nicht der Grund für unsere Jahreszeiten. Entscheidend ist die Neigung der Erdachse um 23,5 Grad. Sie sorgt dafür, dass die Sonnenstrahlen je nach Jahreszeit unterschiedlich stark auf die Hemisphären treffen. Im europäischen Sommer ist die Erde sogar etwas weiter von der Sonne entfernt als im Winter. 8. Der Polarstern zeigt exakt nach Norden Fast, aber nicht ganz. Der Polarstern Polaris liegt etwa 0,66 Grad vom wahren Himmelsnordpol entfernt. Damit beschreibt er eine kleine Kreisbewegung am Himmel. Aufgrund der Präzession der Erdachse ändert sich die Position des Himmelsnordpols langfristig – früher war ein anderer Stern die Referenz. 9. "Mercury in Retrograde" bringt Chaos Ein populärer astrologischer Mythos: Wenn Merkur rückläufig erscheint, soll das Kommunikation und Technik stören. Tatsächlich handelt es sich um eine optische Illusion: Merkur überholt die Erde auf seiner Umlaufbahn, wodurch es aussieht, als würde er sich kurz rückwärts bewegen. Wissenschaftlich gibt es keine Hinweise auf einen Einfluss auf unseren Alltag. Die anhaltende Überzeugung ist ein Beispiel für den Confirmation Bias. 10. Der Mond beeinflusst unseren Schlaf, unsere Gesundheit oder Geburten Von schlechterem Schlaf über mehr Geburten bis zu OP-Komplikationen bei Vollmond: Keine dieser Behauptungen hält wissenschaftlichen Studien stand. Die Effekte lassen sich meist durch selektive Wahrnehmung oder selbsterfüllende Prophezeiungen erklären. Tatsächliche Einflüsse hat der Mond vor allem auf große Wassermassen wie Ozeane – aber nicht auf Menschen. Unterstützt den Podcast Ihr könnt uns via Steady, Patreon und Paypal unterstützen. Der Podcast ist aber natürlich weiterhin gratis auf allen gängigen Plattformen erhältlich. Kontakt Falls ihr Fragen habt, dann schickt uns eine Mail an kontakt@cosmiclatte.at oder schaut auf cosmiclatte.at. Und sonst findet ihr uns hier: Instagram Cosmic Latte | Instagram Elka | Instagram Evi | Instagram Jana| Cosmic Latte ist eine Space Monkey Produktion.

Willkommen beim Cosmic Latte Podcast! Begleite Eva, wenn sie mit Jana und Elka bei einem Kaffeehausgespräch, über Galaxien, Sterne und die faszinierenden Wunder unseres Universums plaudert. Ihre Leidenschaft für Astronomie und Wissenschaftskommunikation verbindet die Podcasterinnen miteinander. Eva studiert Astronomie an der Universität Wien. Sie hat einen Abschluss in Kommunikationswissenschaften und erst vor kurzem ihre Masterarbeit über Wissenschaftskommunikation geschrieben. Sie ist neben diesem Podcast auch im Podcast „Das Universum“ zu hören, wo sie über Science in Science-Fiction Filmen redet. Sie träumt davon, eines Tages ins Weltall fliegen zu können. Elka ist zur Zeit FH-Lektorin und hat eine Ausbildung zur Medizinphysikerin abgeschlossen. Außerdem beitreibt sie als @thesciencyfeminist auf Instagram einen erfolgreichen Wissenschaftskommunikationskanal, der vor allem Frauen in der Wissenschaft sichtbar machen soll. Sie träumt davon, eines Tages Evas Weltraumflug programmieren zu dürfen. Jana ist unser neuer Zugang bei Cosmic Latte. Sie hat nach ihrem Masterabschluss in Astrophysik nach Exoplaneten geforscht, bevor sie in die Wissenschaftskommunikation wechselte. Heute ist sie Redaktionsmitglied des YouTube-Kanals „Terra X Lesch & Co“. Neben Cosmic Latte ist sie auch in den beiden Podcasts „translunar“ und „Ein großer Schritt für die Menschheit“ zu hören. Tauche in diesem Podcast in spannende astronomische Gespräche ein. Mach es dir gemütlich und erfahre Interessantes über die Geheimnisse des Kosmos! Falls du Fragen hast oder mit uns in Kontakt treten möchtest, erreichst du uns jederzeit per E-Mail unter: kontakt@cosmiclatte.at. Du kannst uns gerne unterstützen und zwar bei Steady (https://steadyhq.com/de/cosmiclatte/), Patreon (https://patreon.com/CosmiclattePodcast), Paypal (https://paypal.me/cosmiclattepod)!