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257- Thomas Elbert im Interview mit Axel Meyer und Michael Sommer – „Wir müssen das Asylverfahren grundlegend verändern"07.12., 11:2207.12.2023, 11:2200:40:15
Cicero – Magazin für politische Kultur Der Neuropsychologe und Traumaforscher Thomas Elbert fordert eine grundlegende Veränderung des Asylverfahrens. Vielfältige Erfahrungen auf dem Gebiet der Traumaforschung bei Geflüchteten lassen ihn deutliche Forderungen an eine erfolgreiche Entwicklungspolitik im Cicero Podcast Wissenschaft formulieren. Inhalt Podcast: 6:53 "Wie verändert die Umwelt Gehirnfunktion und Verhaltensmuster (…) vonPersonen, die ganz schlimme Erfahrungen gemacht haben. Dramatische, also lebensbedrohende Erfahrungen." (Thomas Elbert) 9:38 "Ist der Mensch gut oder böse? Kann man das so pauschal sagen?" (Axel Meyer) 13:46 Lesen Sie hierzu zwei Artikel zu Thomas Elbert auf cicero.de: https://www.cicero.de/kultur/neuropsychologe-thomas-elbert-wie-gewalt-funktioniert https://www.cicero.de/innenpolitik/wuerzburg-anschlag-somalier-fluechtling-messerattacke-psychiatrie-hanau-thomas-elbert 14:12 "Also das Asylverfahren müssen wir grundlegend verändern." (Thomas Elbert) 20.42 "Aber ich kann in die Zukunft blicken und da habe ich das Problem mit der Politik, dass die auf die Zukunft zu wenig vorbereitet ist." (Thomas Elbert) 24:17 "Wenn wir das derzeit so mal anschauen, Pi mal Daumen, dann ist es einer von drei, der da schwer belastet ist." (Thomas Elbert) 27:07 "Es kann ja nicht unsere Aufgabe sein, die Traumatisierten der gesamten Welt aller Kriege (…) aufzunehmen und hier zu therapieren." (Axel Meyer) Hören Sie dazu: https://www.cicero.de/innenpolitik/manfred-luetz-volker-resing-cicero-podcast-politik-psychiatrie-kirche 28:25 "Vielleicht gibt es Prozesse, die gesellschaftliche Weiterentwicklungen, die diese Gewalt reduzieren. Und eine Form, wo ich glaube, dass sie reduzieren kann, ist die Information." (Thomas Elbert) 34:15 "Versetzt die Menschen in psychische Funktionstüchtigkeit" (Thomas Elbert)
- Thomas Sattelberger im Interview mit Volker Resing – „Krise schreckt mich überhaupt nicht"30.11., 13:2830.11.2023, 13:2800:48:47
Cicero – Magazin für politische Kultur Thomas Sattelberger ist in ganz unterschiedlichen Welten zu Hause. Er ist FDP-Politiker, ehemaliger Staatssekretär, Manager, Buchautor, YouTuber, Tiktoker. Warum Political Leadership so wichtig ist, warum die deutsche Politik unbedingt Quereinsteiger braucht und warum Work-Live-Balance Mist ist, darüber spricht Sattelberger mit Cicero-Redakteur Volker Resing im Cicero Podcast Politik. Inhalt Podcast: 6:06 Thomas Sattelberger: Radikal neu. Gegen Mittelmaß und Abstieg in Politik und Wirtschaft, Herder 2023 https://www.herder.de/geschichte-politik/shop/p4/82183-radikal-neu-gebundene-ausgabe/?gad_source=1&gclid=Cj0KCQiA35urBhDCARIsAOU7QwlDgfhA96GiXzlBcJC6rWfbarvoPGy9zGiwjERTbm9Ay8CSaLDaPNYaAq53EALw_wcB 6:58 "Krise schreckt mich überhaupt nicht." (Thomas Sattelberger) 12:29 "Kreative Disruption lässt dieses Land nicht zu. Es verharrt im Grunde in den alten Strukturen." (Thomas Sattelberger) 14:58 "Was ich gut finde, ist, dass bei BMW heute die Technologieoffenheit da ist und man nicht nur auf den neuen Pfad Elektromobilität setzt, sondern auch noch mal eine zweite, vielleicht sogar noch eine dritte Technologie zulässt." (Thomas Sattelberger) 22:00 "Sondern ich wollte ein paar wichtige Themen für Deutschland hinkriegen. Und da wurde mir der Teppich unter den Füßen weggezogen. (…) Wenn es eine gute Opportunität gibt. Würde ich sagen, ich nehm diese beschwerliche Reise noch mal auf mich." (Thomas Sattelberger) 26:42 "Also Parteien brauchen erstens nicht nur Quereinsteiger, sondern sie brauchen auch Kandidatinnen und Kandidaten, die nicht Parteimitglied sind." (Thomas Sattelberger) 30:48 "Olaf Scholz gibt nur Anregungen, dass er führt. Aber sehr selektiv und sehr gering. Und er gibt den wählenden Menschen nicht das Gefühl, dass er führt." (Thomas Sattelberger)
- G. Schindler, M. Ostermann und S. Gaschke im Interview mit A. Marguier – „Wir brauchen eine neue Sicherheitskultur"24.11., 14:1624.11.2023, 14:1600:47:01
Cicero – Magazin für politische Kultur Auch auf Deutschlands Straßen wird die Terrororganisation Hamas gefeiert, in Berlin kam es an Sylvester zu gewalttätigen Randalen, in öffentlichen Parks grassiert der Drogenhandel, Clankriminalität hält die Polizei in Atem – und Polizisten werden selbst immer häufiger Opfer von Übergriffen. Es ist hierzulande etwas ins Rutschen geraten beim Thema Innere Sicherheit. Aber was kann der Staat dieser Entwicklung entgegensetzen? Darüber diskutieren der ehemalige BND-Präsident Gerhard Schindler, Bundespolizeigewerkschafter Manuel Ostermann und die Journalistin Susanne Gaschke in dieser Podcast-Sonderausgabe „Cicero Hard Talk“ mit Chefredakteur Alexander Marguier. Die dazugehörige Sendung können Sie anschauen auf cicero.de und https://www.kivvon.com/de/cicero-magazin-fuer-politische-kultur. Inhalt Podcast: 6:01 "Sicherheit ist ein Fundament für unsere vielfältige und freiheitlich lebende Gesellschaft. Ohne Sicherheit keine Freiheit ist keine rhetorische Floskel, sondern Fakt. Und dieses Fundament ist nicht nur am Bröckeln, sondern das wird gerade durch politisch Verantwortliche mit dem Vorschlaghammer weggehauen." (Manuel Ostermann) 16:52 "Jetzt haben wir eine Regierung, da sind zwei Parteien drin, wo zumindest einige Menschen in ihrer Jugend sicher oft Bullenschweine gerufen haben und das ist vermutlich schwer zu überwinden." (Susanne Gaschke) 18:20 "Diese Bundesinnenminister ist nicht nur die schlechteste, die wir hatten, sondern es ist auch eine, die schnellstmöglich aus dem Amt entfernt werden muss." (Manuel Ostermann) 34:23 "Die Hamas ist eine Terrororganisation, Anhänger in Deutschland 450. Da fällt mir nichts mehr ein." (Gerhard Schindler) 41:17 "Und ich glaube, in der Linken und natürlich auch in der Geschichte der Grünen gibt es einfach viele Menschen mit dieser Einstellung, die gerne sozusagen das gefährliche Deutsche zivilisieren wollten. Durch eine immer größere Internationalisierung." (Susanne Gaschke)
- Gerd Ganteför im Interview mit A. Meyer und M. Sommer – „Was Kernenergie angeht, ist Deutschland etwas Besonderes"16.11., 11:5716.11.2023, 11:5700:47:12
Cicero – Magazin für politische Kultur Der emeritierte Experimentalphysiker Gerd Ganteför ist einem breiten Publikum durch seinen populärwissenschaftlichen YouTube-Kanal „Grenzen des Wissens“ bekannt. Seine Vorträge zur Relativitätstheorie erreichten bis zu 7 Millionen Menschen. Mit Evolutionsbiologe Axel Meyer und Althistoriker Michael Sommer diskutiert er im Cicero Podcast Wissenschaft über die Frage, wie man Wissenschaft richtig vermitteln kann, über die Art und Weise, wie wir in Deutschland über den Klimawandel diskutieren und über seinen Plan B im Umgang mit dem Klimawandel. Unlängst erschien sein neues Buch „Das rätselhafte Gewebe unserer Wirklichkeit und die Grenzen des Physik", Westend Verlag 2023 Inhalt Podcast: 9:25 "Also ich habe manchmal das Gefühl, in Deutschland ist man eher so wie vielleicht die katholische Kirche im Mittelalter, am besten in Lateinisch, dass es nur ja keiner versteht, sodass es so eine Geheimwissenschaft ist." (Gerd Ganteför) 16:27 Axel Meyer bezieht sich auf die Bücher von Gerd Ganetför: Alles NANO oder was? Nanotechnologie für Neugierige, Wiley 2013 https://www.wiley-vch.de/de/fachgebiete/naturwissenschaften/alles-nano-oder-was-978-3-527-32961-8 und Gerd Ganteför: Klima: Der Weltungergang findet nicht statt, Wiley 2010 https://www.wiley-vch.de/de/fachgebiete/naturwissenschaften/klima-der-weltuntergang-findet-nicht-statt-978-3-527-32863-5 20:15 "Ich versuche eigentlich mit wissenschaftlicher Vernunft an die Sache ranzugehen. Und was mich die ganze Zeit so störte und jetzt immer noch stört, ist, dass bestimmte Gruppierungen in der Gesellschaft, (…) dass es da übertrieben wird als so ein apokalyptisches Szenario." (Gerd Ganteför) 22:14 "Und ich glaube, der Unterschied zwischen mir und einem Klimaaktivisten ist der, dass ich die Berichte gelesen und verstanden habe. Ich weiß, wovon ich rede, meine ich jedenfalls."(Gerd Ganteför) 23:40 "Ja, also ich hatte in einem Video mal davor gewarnt, zu viele Windräder aufzustellen, ohne dass man mal überlegt, was passiert denn dann mit dem Wind? Weil der ist nämlich irgendwann mal alle. Ja, es gibt nicht unendlich viel Wind. Und dann wird man ja verprügelt im Internet."(Gerd Ganteför) 26:45 "Aber gut, also was ich auf jeden Fall sagen möchte, ist, dass ich denke, dass 99 Prozent der Leute, die in der Klimatologie arbeiten oder in diesem ganzen Themenbereich seriöse Leute sind, die genauso wie ich von mir selber meine, versuchen, nach bestem Wissen und Gewissen die Natur zu verstehen."(Gerd Ganteför) 28:24 "Also der deutschsprachige Raum ist, was die Kernenergie angeht, wirklich was Besonderes." (Gerd Ganteför) 35:13 "Also ich denke, was wir hier erleben, ist eine Verschiebung von den Deutschen, die sehr für Technologie sind, hin zu den Deutschen, die schon immer Romantiker und Technologieskeptiker waren." (Gerd Ganteför) 46:02 "Also wir müssen die Industrie und die Gesellschaft am Laufen halten und dazu brauchen wir bezahlbare Energie. Und da gibt es durchaus vernünftige Wege, das auch mit den erneuerbaren Energien zusammen zu machen. Aber diese radikalen Forderungen, die wir im Augenblick aus Berlin hören, die sind auch für die EU übrigens zu radikal." (Gerd Ganteför)
- F. J. Radermacher im Interview mit D. Gräber – „Wir werden noch über viele Jahrzehnte fossile Energieträger brauchen"10.11., 12:4210.11.2023, 12:4200:55:34
Cicero – Magazin für politische Kultur Franz Josef Radermacher, der Leiter des Forschungsinstituts für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung in Ulm, denkt in großen Systemen. Die deutsche Klimaschutzdebatte, in der nationale Lösungen im Mittelpunkt stehen, ist dem Mathematiker, Wirtschaftswissenschaftler und Informatikprofessor viel zu klein gedacht. Radermacher beschäftigt sich schon seit Jahrzehnten mit der Frage, wie weltweiter Wohlstand und Klimaneutralität in Einklang gebracht werden können. Er hat nun mit der Initiative Global Energy Solutions ein Referenzsystem für ein globales Wohlstand schaffendes Energiesystem entwickelt, in der neben erneuerbaren auch fossile Energieträger weiterhin eine Rolle spielen. Warum er darauf kam und wie diese Lösung aussieht, darüber diskutieren Radermacher und Cicero-Redakteur Daniel Gräber. Inhalt Podcast: 2:26 "Bei uns ist das Klima-Thema wie das Energiethema primär immer national gedacht." (F.-J. Radermacher) 8:18 "Das Klima wird bis heute belastet durch Reiche und nicht durch Arme." (F.-J. Radermacher) 9:20 "Aus meiner Sicht müssen wir einen deutlich größeren Geldbetrag aufbringen, um den Ländern des Südens zu helfen, ökonomisch zu wachsen und gleichzeitig sich in Richtung Klimaschutz zu bewegen." (F.-J. Radermacher) 12:30 "In dem Fall, dass es keine andere Lösung des Klimaproblems gäbe, (…), dann würde ich einen Wohlstandsrückbau bei uns mit einem bescheidenen Wohlstandszuwachs in den sich entwickelten Ländern zu verbinden versuchen. Der entscheidende Punkt ist aber, es gibt ganz andere, viel bessere, kluge Lösungen. " (F.-J. Radermacher) 18:59 "Und ich beobachte jetzt die All-Electric-Lösung seit ungefähr zwei Jahrzehnten. Und ich bin fassungslos." (F.-J. Radermacher) 22:52 "viele Leute haben sich fast träumerisch in die Vorstellung verheiratet, der Strom mit diesen neuen Erneuerbaren, das wär's jetzt. Mich erinnert das an die Leute, für die das Motto gilt, wenn du nur einen Hammer hast, sieht die ganze Welt aus wie ein Nagel." (F.-J. Radermacher) 29:15 "Es sind nicht die fossilen Energien das Problem, es sind die fossilen Emissionen. Also anders ausgedrückt, wenn ich den fossilen Energieträger nutze, dann muss ich aber verhindern, dass es fossile Emissionen gibt. Und die Methode dafür ist das sogenannte Carbon Capture." (F.-J. Radermacher) 40:11 "Es ist in großen Teilen der Welt vollkommen klar, dass wir noch über viele Jahrzehnte sehr viele fossile Energieträger brauchen werden." ab 43:00 Über die Rolle der Nature Based Solultion 47:19 "Und unser Vorschlag läuft eben darauf hinaus, dass wir finanziell betrachtet für jeden Menschen in diesen Ländern das Geld aufbringen, um etwa zwei Tonnen CO2 pro Jahr abzufangen." (F.-J. Radermacher) 51:07 "Und da sollten wir bitte zum Wortführer werden und nicht zu jemandem, der dauernd den anderen Knüppel zwischen die Beine wirft, so wie wir es bei den Franzosen dauernd mit der Kernenergie versucht haben." (F.-J. Radermacher) 52:10 "Also Deutschland ist im Moment dabei umzudenken." (F.-J. Radermacher) 54:28 "Wir werden die Kurve kriegen aus schierer ökonomischer Notwendigkeit." (F.-J. Radermacher)
- Steffen Mau und Wolfgang Merkel im Interview mit Mathias Brodkorb – „Wir haben keine gespaltene Gesellschaft“02.11., 12:5202.11.2023, 12:5201:03:49
Cicero – Magazin für politische Kultur „Die Spaltung ist eine Chimäre", sagt der Professor für Makrosoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. „Es zeigt sich ein Trend zur Polarisierung", erwidert der renommierte Politikwissenschaftler Wolfgang Merkel. Gemeinsam mit Cicero-Autor Mathias Brodkorb diskutieren die beiden Wissenschaftler im Cicero-Podcast Politik, wie zerrissen die deutsche Gesellschaft wirklich ist. Steffen Mau, Thomas Lux, Linus Westheuser: Triggerpunkte. Konsens und Konflikt in der Gegenwartsgesellschaft, Suhrkamp 2023 https://www.suhrkamp.de/buch/triggerpunkte-t-9783518029848 Inhalt Podcast: 15:50 "Mit der fast singulären Ausnahme von Dänemark (…) haben wir in allen westlichen Ländern in den letzten 10 bis 15 Jahren einen ganz steilen Anstieg. Das gilt sogar für Deutschland, das sicherlich nicht in der Polarisierung Spitzengruppe ist, da sind die USA, da ist Polen, da ist Ungarn. Also man könnte auch sagen, wir haben so eine nachholende Entwicklung. Die Dynamik, die diese Experteneinschätzungen und mit einem ganzheitlichen Blick auf Politik und Gesellschaft abbilden, ist eindeutig eine, die zu mehr Polarisierung führt." (Wolfgang Merkel) 20:10 "Nicht die Sozialstruktur ist irgendwie gespalten, und das spiegelt sich dann im politischen System, sondern wir sagen eigentlich, dass Konflikte von oben erzeugt werden, also über Diskurse, über bestimmte Rhetorik und über ein bestimmtes Vokabular. Eigentlich ist die politische Konfliktdynamik natürlich die Einstellung der Leute. Ihre Weltsichten sind in gewisser Weise Rohmaterial, aber ganz viel ist von oben inszeniert, getriggert, erzeugt letzten Endes" (Steffen Mau) 25:03 "Und man muss schon staunen, dass eine so nervöse Republik an so einer kleinen Frage, wie nun die Heizungen umgestellt werden, geradezu explodiert und die politischen Eliten zurückweichen, ihre Politik revidieren, was ja ein demokratisches Zeichen ist. Also man hat Triggerpunkte und die setzen Trends in die Welt." (Wolfgang Merkel) 25:43 "Ich spreche nicht davon, dass die Gesellschaft gespalten ist, dass man sozusagen nicht der richtige Begriff und dann noch dazu nur in zwei Lagern, das habe ich ausgeführt. Aber man sagt, dass es nur an den Rändern. Da muss man aber dazu sagen, die Ränder werden immer breiter, und das ist eine Dynamik, die abgebildet wird." (Wolfgang Merkel) 31:59 "Und es kann auch sein, dass die Klimafrage oder die Frage der sozial ökologischen Transformation zur nächsten großen Klassenfrage wird, weil die sehr unterschiedlich verstanden wird, ob man jetzt über die Mittelschicht spricht oder über die Arbeiterschicht." (Steffen Mau) 56:37 "Was wir als Befund haben, ist, dass es doch eine in gewisser Weise entideologisierte Mitte gibt. Und da gibt es radikalisierte Ränder und die spiegeln sich natürlich auch im öffentlichen Diskurs wieder, dass eigentlich die Mitte abgedimmt ist und dann eben auch Wechselwähler und nicht mehr ganz so Parteigebunden ist, spielt eine große Rolle. Und die Ränder werden deutlich lauter. (Steffen Mau)
- Wolfgang Thierse im Interview mit Volker Resing: – „Die SPD hat nur in eine Richtung verloren, in Richtung AfD und CDU“26.10., 12:0126.10.2023, 12:0100:48:08
Cicero – Magazin für politische Kultur Der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse ist in diesen Tagen 80 Jahre alt geworden. Doch die politische Energie des Sozialdemokraten ist ungebrochen. Im Cicero-Podcast Politik will er seine Partei vor einem Minderheitenprogramm bewahren und beklagt sich über Identitätspolitik und programmatischer Anbiederung an die Grünen. Inhalt Podcast: 2:06 Wolfgang Thierse bezieht sich auf das Buch von Dirk Oschmann: Der Osten: Eine west-deutsche Erfindung, Ullstein 2023 https://www.ullstein.de/werke/der-osten-eine-westdeutsche-erfindung/hardcover/9783550202346 4.25 „Aber dieser starre Blick nach Westen (…), dass man darauf guckt, was in den 30 Jahren doch gelungen ist, was wir zustande gebracht haben, unter großen Schmerzen, mit Verlusten, mit die Erfahrung von Arbeitslosigkeit (…). All das soll nicht vergessen sein. Aber in diesen 30 Jahren ist doch viel passiert, und das hat doch auch mit den eigenen Leistungen zu tun.“ (Wolfgang Thierse) 6:00 Volker Resing bezieht sich auf das Buch von Katja Heuer: Diesseits der Mauer, Hoffmann und Campe 2023 https://hoffmann-und-campe.de/products/63884-diesseits-der-mauer 9:48 „Dramatische Veränderungszeiten sind Zeiten von Unsicherheiten und Zukunftsängsten. Und das sind Zeiten für Populisten. Und war das in Ostdeutschland die Dramatik der 30 Jahre, die immer noch nicht ganz ausgestanden ist. Und jetzt kommt die nächste Welle. Das erklärt ein wenig, warum Menschen eher bereit sind, da zuzuhören, denen zu folgen, die zu wählen, die mit den einfachen Botschaften, Grenzen dicht, Europa brauchen wir nicht, etc. etc.“ (Wolfgang Thierse) 14:33 „Dann werde ich mich hüten, mich daran zu beteiligen, Politik moralisch zu überhöhen. Das habe ich schon zu DDR-Zeiten gehasst, die Ideologisierung von Politik, die Totalisierung von Politik.“ (Wolfgang Thierse) 20:31 „Aber dass die SPD in diesen schwierigen, zu moderierenden Koalitionen sichtbarer sein wird, das wünsche ich mir schon.“ (Wolfgang Thierse) 21:30 „Die SPD kann nichts gewinnen, wenn sie den Versuch macht, für alle Minderheiten Politik zu machen. Minderheiten haben immer auch legitime und berechtigte Interessen, die sie artikulieren, die zu berücksichtigen sind. Aber wenn die SPD als Volkspartei eine Zukunft haben will, dann muss sie den Blick auf die Mehrheit der Bevölkerung richten.“ (Wolfgang Thierse) 29:42 „Ich wünsche mir, dass diese Koalition angesichts der dramatischen Reformaufgaben in diesen Veränderungen, die ich mit den paar Schlagworten beschrieben habe, die Fähigkeit entwickelt, sich auf diese Aufgaben zu konzentrieren, die genügend schmerzlichen Widerstand unweigerlich erzeugen und vermeidbaren Widerstand vielleicht vermeiden.“ (Wolfgang Thierse) 32.08 „Also dieses Vorurteil, das systematisch gepflegte von ‚die da oben haben keine Ahnung von uns‘, das auch immer ein bisschen medial verstärkt wird, dagegen muss ich natürlich auch kommunikativ agieren. Und da hilft nichts, als immer wieder zu erklären, was man politisch tut.“ (Wolfgang Thierse) 35.35 „Wer in dieses Land kommt, aus welchen Gründen auch immer, der kommt in ein geschichtlich und kulturell geprägtes Land. (…). Und auch wenn jemand aus einem islamisch oder arabisch geprägten Land sagt: Das hat nichts mit mir zu tun. Doch in dem Moment, wo du in diesem Land lebst, musst du diese Zumutung akzeptieren und sie sich aneignen. Und das muss Gegenstand von Integrationsanstrengungen sein.“ (Wolfgang Thierse) 38:06 „Aber man darf sich nicht verführen lassen, mitgebrachte Probleme - und der Nahostkonflikt wandert ja gewissermaßen auch mit Menschen ein, die aus Syrien, Irak wie auch immer aus dringenden, zwingenden Gründen zu uns geflohen sind. Sie bringen, Vorurteile, ihre Vorstellungswelt, ihre Prägung mit. Und da haben wir das Recht, gewissermaßen sie mit unseren Prägungen zu konfrontieren. Und wir sollten nicht aus falscher Rücksichtnahme darauf verzichten wollen, sie einzuladen in unsere Kultur, sie einzuladen, in unsere religiös weltanschauliche Prägung, sie einzuladen in das, was Toleranz heißt, was friedliche Formen der Auseinandersetzung heißt, was Absage an patriarchale Kultur heißt, und so weiter und so fort. Also all das, was uns ausmacht.“ (Wolfgang Thierse) 42:23 „Aber in diesem Land kann jeder sagen, was er will. Und dieses Grundprinzip der freien Rede, das muss man unbedingt verteidigen. Das schließt ein, dass ich auch diejenigen kritisiere, deren Meinung ich nicht teile oder jedenfalls oder etwas dröhnend beschweige, das gelegentlich auch.“ (Wolfgang Thierse) 43:25 „Redefreiheit, Demonstrationsfreiheit, Meinungsfreiheit ist grundrechtlich geschützt und das ist auch wichtig. Ich wünsche mir, dass die Bürger und Bürgerinnen dieses Landes, die aus arabischen Ländern und aus unfreien Ländern kommen sehen, dass die Polizei ihre Demonstrationsfreiheit schützt, aber zugleich signalisiert, dass diese Demonstrationsfreiheit da die Grenzen hat, wo sie zu Gewalt und Hass aufruft.“ (Wolfgang Thierse)
- Zana Ramadani im Interview mit Ben Krischke – „Die Mehrheit hat für so einen Quatsch gar keine Zeit“19.10., 14:0919.10.2023, 14:0900:46:27
Cicero – Magazin für politische Kultur Die Aktivistin und Publizistin Zana Ramadani spricht mit Ben Krischke über ihr Buch „Woke – Wie eine moralisierende Minderheit unsere Demokratie bedroht“, den Niedergang des Feminismus und erklärt, warum ihre Tochter trotzdem Gummibärchen essen darf. Zana Ramadani und Peter Köpf: Woke - Wie eine moralisierende Minderheit unsere Demokratie bedroht, Quadriga 2023 https://www.luebbe.de/quadriga/buecher/politik-und-gesellschaft/woke-wie-eine-moralisierende-minderheit-unsere-demokratie-bedroht/id_9885556 Inhalt Podcast: 4:12 "Mir wird ein Teil meiner deutschen Identität auch genommen, weil diese deutsche Diskussionskultur, die so ein hohes Gut ist, gerade ich als Migrantin muss das sagen oder sage das, die geht immer mehr verloren." (Zana Ramadani) 4:47 Alexander Marguier und Ben Krischke (Hrsg.): Die Wokeness-Illusion. Wenn Political Correctness die Freiheit gefährdet", Herder 2023 https://www.herder.de/geschichte-politik/shop/p4/81280-die-wokeness-illusion-gebundene-ausgabe/?gclid=Cj0KCQjwhL6pBhDjARIsAGx8D58yDscm2aU_3Nt6ngLn9dubWRofWpoXmnk0O278b6-T93NPe96IGr0aAo6UEALw_wcB 13:19 "Woke ist ja eigentlich was sehr Positives. Gegen Rassismus, gegen Sexismus, gegen den negativen Klimawandel, also den Klimawandel. (…) Aber was die daraus gemacht haben, ist ein großes Problem. (Zana Ramadani) 17:44 "Was bedeutet heute eigentlich noch das Wort Feminismus? Wofür steht eigentlich Feminismus? Ganz ehrlich, wäre ich nicht schon vor langer Zeit mit wahren Feminismus in Berührung gekommen und hätte eigentlich verstanden, was Feminist oder der feministische Kampf ist, würde ich heute bei dem Wort laufen und zwar ganz schnell, wenn ich es hören oder lesen würde." (Zana Ramadani) 21:09 "Wir haben doch patriarchale Strukturen, wir haben noch Sexismus in unserer Welt, aber noch lange nicht in unserem Kulturkreis, in den deutschen Kulturkreis, aber nicht so wie in anderen Ländern. Und das muss einfach mal anerkannt werden. Mich macht das so wütend und das als Migrantin, dass das nicht anerkannt wird, wie weit wir als deutsche Gesellschaft sind und wie weit, ja, auch die Deutschen ohne Migrationshintergrund es geschafft haben. Weil ohne die wären wir nicht dort, wo wir sind." (Zana Ramadani) 27:39 "Mit der Opferkarte, mit Opferhaltung kann man sich sehr gut vermarkten, erstens. Und zweitens kann man auch gerade im Diversity-Bereich sehr viel Geld verdienen, wenn man es richtig anstellt. Also je mehr Opferpunkte man auf seiner Liste hat, desto besser." (Zana Ramadani) 33:25 "Alles was heute unter Aktivismus fällt und diese Gewalt, die ausgeübt wird, gerade auch gegenüber der Mehrheitsgesellschaft oder der Sachschaden, der heute da passiert, das ist Gewalt. Und das ist inakzeptabel." (Zana Ramadani) 42:33 "Ich glaube einfach, dass die Woken und die heutige Politik uns noch reichlich ins Verderben führen werden. Dass gerade auch mit der nächsten Wahl Rechte an Zustimmung bekommen in der Politik. Aber ich glaube, das wird noch so zehn Jahre halten und dann wird es wieder Schwung geben. Es wird sich auch wieder etwas ändern. Und zwar in der Hinsicht, dass die Mehrheitsgesellschaft wieder aufsteht, klarer denkt und sich auf tatsächliche realistische Probleme den zuwendet." (Zana Ramadani)
- Dorothee Bär, Klaus Ernst, Hugo Müller-Vogg im Interview mit A. Marguier – „Diesen Unsinn machen die Wähler nicht mit“12.10., 14:4512.10.2023, 14:4500:47:21
Cicero – Magazin für politische Kultur Welche Lehren muss die etablierte Politik aus Bayern und Hessen ziehen? Und wohin steuert jetzt die Ampel? Cicero-Chefredakteur Alexander Marguier diskutiert diese und weitere Fragen mit Dorothee Bär (CSU), Klaus Ernst (Die Linke) und Journalist Hugo Müller-Vogg in der ersten Ausgabe des „Cicero Hard Talk“, der ersten Fernsehtalkshow von Cicero, hier als Cicero Podcast Politik. Die Sendung können Sie anschauen auf cicero.de und https://www.kivvon.com/de/cicero-magazin-fuer-politische-kultur. Inhalt Podcast: 5:56 "Was würde passieren, wenn Sahra Wagenknecht eine Partei gründen würde?" (Klaus Ernst) 13:00 "Also zwei Dinge fand ich extrem bemerkenswert: Einmal den Post der SPD mit Danke, Nancy Faeser. (…) Und das zweite war, dass Olaf Scholz durch seinen Sprecher hat direkt am Montag nach der Wahl ausrichten lassen, dass er unbedingt mit Nancy Faser weiter als Innenministerin zusammenarbeiten möchte." (Dorothee Bär) 14:51 "Es ist doch eine Illusion anzunehmen, dass dieses große Problem der Zuwanderung der Flüchtlinge von einer Frau oder von einem Mann alleine gelöst werden kann." (Klaus Ernst) 24:00 "Aber die Frage ist doch warum werden die anderen eigentlich so stark? Warum wird der die Aiwanger mit seiner mit seiner Truppe so stark? Warum wird die AfD auch in Bayern so stark? (…) Und das ist meines Erachtens ein Trend in diesem Land, dass die Bürger die Schnauze voll haben." (Klaus Ernst) 25:58 "Die Grünen sind eigentlich die wahren Nutznießer der AfD. Sobald eine AfD im Parlamente ist, fällt ein Teil raus als Koalitionspartner aus guten Gründen. Das heißt ich brauche für die Mehrheitsbildung die Grünen." (Hugo Müller-Vogg) 35:05 "Natürlich wird Herr Söder versuchen, in das Rennen (um die Kanzlerkandidatur) einzusteigen." (Hugo Müller-Vogg) 37:28 "Markus Söder kann meines Erachtens alles." (Dorothee Bär) 38:40 "Also ich glaube, dass eigentlich, wenn die Ampel ehrlich mit sich selbst wäre, müssten sie jetzt Neuwahlen auch zustimmen, weil es gar nicht anders geht." (Dorothee Bär) 43:44 "Die FDP ist in ganz schweres Wasser und wenn es der FDP gelingt, bei der bei der Flüchtlingspolitik da in der Regierung sich durchzusetzen. Dann wird die FDP nach der nächsten Bundestagswahl mal wieder nicht gehen". (Hugo Müller-Vogg)
- Susan Neiman im Interview mit Ralf Hanselle – „Hoffnung ist nicht utopisch“05.10., 15:4605.10.2023, 15:4600:40:55
Cicero – Magazin für politische Kultur Links, so hat man sich scheinbar im Parteienspektrum von SPD über Grüne bis Linkspartei geeinigt, ist irgendwas mit Wokeness und mit Identitätspolitik. Doch stimmt das überhaupt? Die deutsch-amerikanische Philosophin Susan Neiman hat berechtigte Zweifel. Über diese Zweifel und ihr neues Buch sie mit dem stellvertretenden Cicero-Chefredakteur Ralf Hanselle im Cicero Podcast Gesellschaft. Susan Neiman: Links ist nicht woke, Hanser 2023 https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/links-ist-nicht-woke/978-3-446-27802-8/ Inhalt Podcast: 7:06 "Aber wenn die Woken diese linksliberalen Bühnen besetzen und ich sage auf einmal nee, aber die Grundprinzipien sind ganz anders, dann sage ich, die sind nicht links" (Susan Neiman) 9:34 Ralf Hanselle bezieht sich auf Francis Fukuyama: Identität. Wie der Verlust der Würde unsere Demokratie gefährdet, Hoffman und Campe 2020 https://hoffmann-und-campe.de/products/51808-identitaet 20:28 "Also ich meine, wenn Postkolonialisten behaupten, mit Recht, wir sollen die Welt nicht nur mit europäischen Augen sehen, stehen sie auf den Schultern von der Aufklärung. (Susan Neiman) 25:14 "Was mich besonders an Foucault ärgert und das findet man in einigen Denkern heutzutage, diesen Verzicht auf das Normative." (Susan Neiman) 34:14 "Ich bin davon überzeugt, dass wir die technische Veränderung, die wir schon durchgemacht haben, geschweige denn, die wir durchmachen werden, dass wir das noch nicht begreifen." (Susan Neiman) 38:15 "Ich verstehe ‚links‘ als den Glauben, dass die Hoffnung nicht utopisch ist." (Susan Neiman)
- Susan Kreller im Interview mit Ralf Hanselle – „Die DDR hat sich ins Buch reingeschlichen“28.09., 14:4328.09.2023, 14:4300:37:56
Cicero – Magazin für politische Kultur Im Cicero Podcast Literaturen spricht Ralf Hanselle mit der als Kinder- und Jugendbuchautorin bekannt gewordenen Susan Kreller über ihr jüngstes Buch "Salzruh", einem Buch für Erwachsene. Sie diskutieren über den modernen Schauerroman, über welche Wege es die DDR in Krellers Roman geschafft hat und wieso Literatur für Erwachsene nicht höher bewertet werden sollte als die Kinderliteratur. Susan Kreller: Salzruh, Schöffling & Co. 2023 https://www.schoeffling.de/buecher/susan-kreller/salzruh Inhalt Podcast: 3:34 "Da spielt auch ein bisschen meine Leidenschaft für Agatha Christie mit hinein." (Susan Kreller) 7:45 "Ich musste ein bisschen mutig sein, um weiterzuschreiben." (Susan Kreller) 9:30 "Es gibt jetzt sehr, sehr viel Toilettenpapier, das spielt auch eine große Rolle im Buch." (Susan Kreller) 14:30 Susan Kreller: Pirasol, Berlin Verlag 2017 https://www.piper.de/buecher/pirasol-isbn-978-3-8270-7925-1-ebook 15:19 "Also im Grunde geht es ja da um Menschen, die sowieso schon in sich gefangen ist und die gefangen sind und jetzt mit so einer doppelten Gefangenschaft umgehen müssen." (Susan Kreller) 16:55 "Ich liebe das Spiel mit Zitaten." (Susan Kreller) 18:17 "Also die DDR hat sich eigentlich ins Buch reingeschlichen." (Susan Kreller) 26:39 "Ich versuche, bestimmte Gefühle, die ich kenne, dafür eine Sprache zu finden." (Susan Kreller) 29:29 "Ich glaube nicht, dass man nur über die DDR schreiben kann, nur wenn man es auch miterlebt hat." (Susan Kreller) 32:53 "Also ich geh da ganz gleich ran ans Schreiben für Erwachsene und für Jugendliche." (Susan Kreller) 34:55 "Mir ist es sehr, sehr wichtig, wirklich darüber zu schreiben, wie das Leben ist." (Susan Kreller)
- Karl-Heinz Paqué im Interview mit Alexander Marguier – „Der Kapitalismus ist der falsche Prügelknabe“21.09., 14:2021.09.2023, 14:2001:02:30
Cicero – Magazin für politische Kultur Im Cicero Podcast Politik spricht Chefredakteur Alexander Marguier mit Karl-Heinz Paqué, dem Vorsitzenden der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, über die geopolitische und die wirtschaftliche Zeitenwende, die sich weltweit und mit tiefgreifenden Konsequenzen auch für Deutschland vor unser aller Augen vollzieht. Der Ökonom und frühere Finanzminister beleuchtet auch die Arbeit der Ampel-Regierung in Berlin und tritt vehement für ein großes Reformpaket nach dem Vorbild der „Agenda 2010“ ein. Von den Koalitionären insbesondere aus SPD und Grünen verlangt Paqué mehr Bereitschaft zu Lösungen für die deutsche Strukturkrise: „Es ist ein bisschen Bewegung da, man wird ein wenig pragmatischer – aber das reicht noch nicht.“ Karl-Heinz Paqué: Wachstum! Die Zukunft des globalen Kapitalismus, Hanser 2010 https://fachbuch.hanser-ebooks.de/ebook/bid-44625-wachstum-die-zukunft-des-globalen-kapitalismus.html Inhalt Podcast: 2:31 "Der Kapitalismus ist der falsche Prügelknabe" (K.-H. Paqué) 2:41 "Es ist beim Kapitalismus so, dass die Menschen sich nie klar machen, (…) was er alles leistet. Und umgekehrt, was nicht kapitalistische Systeme an Leistung vermissen lassen oder gar zu zerstören, das passt nicht in das Weltbild vieler Intellektueller." (K.-H. Paqué) 5:17 "Ich würde den Makroblick unterteilen in eine Zeitenwende, die geopolitisch ist (…) und eine zweite Dimension, die vielleicht weniger dramatisch erscheint, jedenfalls auf den ersten Blick. Das ist eine wirtschaftliche Zeitenwende." (K.-H. Paqué) 12:35 "Wenn wir diesen Weckruf ernst nehmen, auch wirtschaftlich und die entsprechenden strukturellen Maßnahmen ergreifen, dann haben wir eine Chance (…) Aber wenn wir weiterschlafen, werden wir das nicht." (K.-H. Paqué) 14:43 "Ich glaube, bei den Grünen zerplatzen einige Träume, die noch aus der Zeit vorher stammen. Zerplatzen jetzt an den real, an den geopolitischen und den weltwirtschaftlichen, weltwirtschaftlich wettbewerblichen Realitäten." (K.-H. Paqué) 16:40 "Ich traue da Olaf Scholz doch mehr zu, als vielleicht sein Naturell einen glauben lässt." (K.-H. Paqué) 19:00 "Die einfache grüne Illusion, man könne in wenigen Jahren hier in eine völlig neue Welt der erneuerbaren Energie einsteigen, das ist eine Illusion." (K.-H. Paqué) 21:33 Karl-Heinz Paqué: Vollbeschäftigt. Das neue deutsche Jobwunder, Hanser 2012 https://www.hanser-elibrary.com/doi/book/10.3139/9783446433076 23:32 "Die Deutschen haben ein besonderes Talent entwickelt, jedes Problem mit einer Kruste der Moral zu überziehen." (K.-H. Paqué) ab 25:33 Über Chinas künftige Rolle im Konzert der Weltmächte 31:05 "Hat sich der Westen mit seinen Sanktionen gegenüber Russland am Ende vor allem selbst geschadet?" (A. Marguier) 37:40 "Also hier müssen wir in Europa zur Vernunft kommen und sagen, wir verhandeln hier auf Augenhöhe mit dem globalen Süden." (K.-H. Paqué) 40:57 "Woher rührt Ihrer Beobachtung nach dieses Störgefühl der ostdeutschen Wähler? (A. Marguier) 48:34 "Gibt es ein liberales Moment in der AfD?" (A. Marguier) 51:58 "Die FDP ist keine Volkspartei." (K.-H. Paqué) 59:26 Über die Zukunft des Liberalismus weltweit.
- Martin Hagen im Interview mit Ben Krischke – „Natürlich bläst uns der Wind ins Gesicht“14.09., 16:5514.09.2023, 16:5500:46:31
Cicero – Magazin für politische Kultur Anfang Oktober wird in Bayern gewählt. Im Cicero Podcast Politik spricht Martin Hagen, FDP-Landesvorsitzender, über die Fünf-Prozent-Hürde, den Fall Aiwanger und zwei Jahre Ampel im Bund. Inhalt Podcast: 5:34 "Man hat die FDP geliebt, aber man hat sie gehasst. Aber sie war niemandem egal." (Martin Hagen) 11:35 "Für jemanden, der diese harte Unterscheidung zwischen Mann und Frau gar nicht so sieht, weil er sagt, 'Ich bin liberal,für mich kommt es auf den Einzelnen an und nicht auf eine Schublade wie zum Beispiel das Geschlecht', für den ist es in der Realität nicht der große Unterschied." (Martin Hagen) 13:11 "Ich glaube, jede Regierung, in der Liberale und Grüne sitzen, wird sich immer reiben, weil einfach das Menschenbild und das Bild vom Verständnis von Staat und Bürger ein unterschiedliches ist." (Martin Hagen) 16:07 "Wenn wir anschauen, was sind die großen Hemmnisse der Wirtschaft, sind das dreierlei. Unternehmer sagen mir: erstens Fachkräftemangel, das größte Wohlstands Risiko, das wir überhaupt haben. Zweitens bezahlbare Energie. Drittens Bürokratie." (Martin Hagen) 19:47 "Also wenn ich da als Grüne so ein Gesetz vorlege, was 80 % der Bürger ablehnen und die Leute zu Recht auf die Palme bringt, weil sie Angst haben, dass ihre Lebensleistung damit angegriffen wird, nämlich das Eigenheim, dann führt das nicht dazu, dass eine Regierung in den Augen der Bürger eine gute Arbeit macht." (Martin Hagen) 21:18 "Ich glaube, dass eine liberale Kraft im bayrischen Landtag sehr gut tut. Ich glaube, dass sie auch wichtig ist. Ich glaube, das hat sich gerade auch in der Coronakrise gezeigt. Eine Stimme der Vernunft in Zeiten der Hysterie und der der autoritären Politik." (Martin Hagen) 25:00 "Das ist etwas, was natürlich dazu führt, dass die Politik praxisfern wird, wenn Menschen Entscheidungen treffen, die selber nie in der freien Wirtschaft mal tätig waren, die auch vielleicht generell nie das Arbeitsleben außerhalb von Parlamenten kennengelernt haben." (Martin Hagen) ab 29:05 Themen der FDP für den Wahlkampf in Bayern zur Landtagswahl am 8. Oktober ab 31:22 Perspektive von Martin Hagen auf die Hubert Aiwanger-Affaire 35:32 Ben Krischke bezieht sich auf folgende Artikel: https://www.cicero.de/innenpolitik/sondersitzung-im-bayerischen-landtag-aiwanger-flugblatt https://www.cicero.de/kultur/aiwanger-soder-elfenbeinturm-csu-freie-wahler-medien https://www.cicero.de/comment/383911 43:23 "Was würden Sie denn gemeinsam mit der CSU besser machen als das, was die CSU derzeit gemeinsam mit den Freien Wählern macht? " (Ben Krischke)
- Günter Theißen im Interview mit Axel Meyer und Michael Sommer – „Bei Corona haben die Medien versagt“07.09., 11:4507.09.2023, 11:4500:44:58
Cicero – Magazin für politische Kultur Im Cicero Podcast Wissenschaft machen sich der Evolutionsbiologe Axel Meyer und der Althistoriker Michael Sommer mit dem Genetik-Experten Günter Theißen auf die Suche nach dem Ursprung des Corona-Virus. Entstammt das Virus aus dem Tierreich und wurde auf den Menschen übertragen? Oder ist doch ein Laborunfall in China die Ursache der Pandemie? Welche politische Implikationen hätte ein Beweis der Labor-Ursprungshypothese auf die Politik und auf die Haltung des Westens gegenüber China? Außerdem fordern die Wissenschaftler eine kritischere Medienlandschaft: „Wir brauchen besser ausgebildete Wissenschaftsjournalisten, die ihren kritischen Verstand behalten haben und nicht einfach Groupies werden von irgendwelchen Top-Wissenschaftlern an irgendwelchen Instituten.“ Im Laufe des Podcasts wird folgende Publikation erwähnt: Günter Theißen: Das Virus. Auf der Suche nach dem Ursprung von Covid-19, Westend Verlag 2022 Hören Sie zum Thema Corona und Spätfolgen der Corona-Impfung den Podcast mit Dr. Erich Freisleben auf cicero.de https://www.cicero.de/kultur/cicero-podcast-gesellschaft-erich-freisleben-impfnebenwirkungen-post-vac Inhalt Podcast: 3:23 "Die Geschichte der Entdeckung des Virus ist schon relativ mysteriös." (Günter Theißen) 9:08 "Also die Frage ist dann immer noch wie, kommen die Viren überhaupt nach Wuhan?" (Günter Theißen) 11:50 "Was dabei immer noch vernachlässigt wird, ist, welcher Blödsinn wirklich in diesem Nature-Paper steht." (Günter Theißen) 14:35 "Aber dieses Paper ist handwerklich ganz schlecht. Und zwar so schlecht, dass ich schon erwäge, sozusagen eine Analyse zu diesem Piper zu schreiben." (Günter Theißen) 16:19 "Und der Tenor war eindeutig Es ist bewiesen mehr oder minder, dass dieses Virus einen natürlichen Ursprung hat. Und der Schatten dieser Fehlurteile unter dem leiden wir, glaube ich heute noch." (Günter Theißen) 21:35 "Das wäre natürlich mega peinlich, wenn wenn sich rausstellt, die Leute, die viele Millionen für ihre Sicherheitsforschung bekommen haben, dass die die Pandemie erst ausgelöst haben." (Günter Theißen) 24:09 "Und ich habe nie verstanden, warum man in dem Fall wirklich einigen wenigen sogenannten renommierten Virologen glaubt und dann nicht kritisch nachhakt." (Günter Theißen) 37:08 "Wir brauchen besseren Wissenschaftsjournalismus." (Günter Theißen) 40:36 "Also ich habe immer noch die romantische Vorstellung von der vierten Gewalt, also die Medien als vierte Gewalt. Und das hielte ich auch für eine sehr, sehr sinnvolle Vorstellung, dass die dieses Mandat wahrnehmen würden. Aber im Fall der Corona Krise haben die, was das angeht, flächendeckend versagt." (Günter Theißen)
- Martin Andree im Interview mit Ralf Hanselle – „Wir merken gar nicht, dass wir längst unfrei sind“31.08., 13:3631.08.2023, 13:3600:42:11
Cicero – Magazin für politische Kultur In rasender Geschwindigkeit vollzieht sich im Internet eine Konzentration. Bald werden einzig die großen Plattformen noch bestimmen, was wir zu sehen bekommen, worüber wir reden und welche politischen Themen uns erreichen. Der Medienwissenschaftler Martin Andree schlägt im Cicero Podcast Gesellschaft mit Ralf Hanselle Alarm. Er sieht die Demokratie akut in Gefahr. Lesen Sie das ausführliche Porträt von Ralf Hanselle über Martin Andree auf cicero.de: https://www.cicero.de/kultur/martin-andree-der-digitale-don-quijote Inhalt Podcast: Ralf Hanselle bezieht sich in seinem Intro auf zwei Veröffentlichungen von Martin Andree: Atlas der digitalen Welt, Campus, 2020 https://www.campus.de/buecher-campus-verlag/wirtschaft-gesellschaft/wirtschaft/atlas_der_digitalen_welt-16211.html Big Tech muss weg! Die Digitalkonzerne zerstören Demokratie und Wirtschaft - wir werden sie stoppen, Campus, 2023 https://www.campus.de/buecher-campus-verlag/wirtschaft-gesellschaft/wirtschaft/big_tech_muss_weg-17717.html 5:33 "Auch wir als Wissenschaftler wissen nichts über die Plattformbetreiber" (Martin Andree) 8:30 "Und wir sehen eine extreme Konzentration. Das heißt, eigentlich wird das Gros der gesamten digitalen Nutzung von ganz wenigen Plattformen zum Großteil abgedeckt. Das sind die üblichen Verdächtigen, also Google, Facebook, Instagram, YouTube." (Martin Andree) 11:07 "Und das ist wahrscheinlich völlig fatal, dass gerade eben die Informationseliten hier in einer Bubble leben, die nicht der digitalen Mediennutzungswirklichkeit entspricht, die für weite Teile der Bevölkerung gelten." (Martin Andree) 21:18 "Am Ende haben Sie natürlich gegen diese Dynamik eigentlich keine Chance. Denn den Digitalkonzernen gehört der digitale Maschinenraum und wir haben keinen Zugang mehr zu diesem Maschinenraum. Die Digitalkonzerne kontrollieren diesen Maschinenraum und können weitgehend darüber bestimmen, wie dieser Maschinenraum beschaffen ist. (Martin Andree) 23:30 "Wir vergessen dabei die Hauptwirkung, dass uns eigentlich die Kontrolle über unsere eigenen Medien entgleitet, dass wir unsere digitale Souveränität verlieren und dass wir eigentlich diese Kontrolle abgegeben haben." (Martin Andree) 25:28 "Das heißt, wir leben in einer fiktional freien Welt und merken eigentlich gar nicht, dass wir längst unfrei sind." (Martin Andree) 31:30 "Und deswegen wundert mich das, weil eigentlich müsste man ja denken, dass ganz viele Menschen auf den Straßen demonstrieren, dass die Schlagzeilen der Medien voll sind, dass es eins der wichtigsten Themen ist, die wir diskutieren. Wahrscheinlich direkt hinterm Klimawandel. Ja, und tatsächlich haben wir nicht einmal eine Debatte." (Martin Andree) 34:09 "Medien müssen immer frei und unabhängig sein, sie müssen vielfältig sein und pluralistisch. Und wenn das nicht mehr der Fall ist, dann müssen wir einschreiten. Und Monopole müssen auf dem Feld der Medien tabu sein. Und wo sie existieren, müssen wir sie sofort abschaffen." (Martin Andree) 35:38 "Das heißt Machtakkumulationen tendieren eben immer in der Geschichte der Menschheit dazu, dass sie missbraucht werden. Das heißt, wenn Sie in fünf bis zehn Jahren eine Situation haben, wo die Digitalkonzerne diese Kontrolle über unser Mediensystem haben, wo sie diese Kontrolle zu ihren eigenen Zwecken einsetzen können, werden sie dies tun." (Martin Andree) ab 37:26 3 Ansätze, die Hegemonie der Big Techs zu entkräften
- Christoph Ploß im Interview mit Volker Resing – „Nicht rot-grünen Ideen hinterherlaufen“24.08., 12:5824.08.2023, 12:5800:52:06
Cicero – Magazin für politische Kultur Der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß fordert mehr Disziplin von seinen Parteifreunden. „Zerstrittene Parteien werden nicht gewählt“, erklärt er mit Blick auf die Auseinandersetzungen um Parteichef Friedrich Merz im CICERO-Podcast Politik. „Wir müssen als Union deutlich machen, dass wir für eine bürgerliche Politik im besten Sinne des Wortes stehen“, so der Hamburger CDU-Politiker. „Die Union darf nicht irgendwelchen rot-grünen Ideen hinterherlaufen.“ Inhalt Podcast 3:18 Zerstrittene Parteien werden nicht gewählt. Und deswegen erwarte ich jetzt, dass nach der parlamentarischen Sommerpause auch in der CDU CSU Fraktion wieder eine starke Disziplin einkehrt. (Christoph Ploß) 4:03 über das Verhältnis zur AfD ("Brandmauer") 5:37 "SPD und Grüne müssten sich aus meiner Sicht stärker auch gegenüber Linksaußen abgrenzen. Und das ist leider nicht der Fall." (Christoph Ploß) 7:56 "Die Union darf nicht irgendwelchen rot grünen Ideen hinterherlaufen. Also eine Union, die eine Quotenpartei ist, die braucht es aus meiner Sicht nicht." (Christoph Ploß) 11:04 "Und die Union muss wieder den Mut haben, auch konservative oder wirtschaftsliberale Persönlichkeiten nach vorne zu stellen." (Christoph Ploß) 15:41 "Ist der Ausschluss von Hans-Georg Maaßen aus der Partei der richtige Weg?" (Volker Resing) 21:36 "Wokeness hat in Deutschland nichts verloren, und wir brauchen stattdessen Chancengerechtigkeit. Wir brauchen Gleichberechtigung und wir brauchen eine Verankerung des Leistungsprinzips. Und ich glaube, das ist auch das, was die meisten Menschen in Deutschland erwarten." (Christoph Ploß) 28:24 "Je stärker die AfD ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass die grüne Partei Teil der nächsten Bundesregierung sein wird. Also jeder AfD Wähler sollte sich vielleicht auch überlegen gebe ich das Kreuz der AfD, weil das macht die erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die grüne Partei dann dabei ist." (Christoph Ploß) 29:56 "Und die Grünen erinnern mich im Moment an so eine Wassermelone. Außen sind die so ein bisschen grün und innen tiefrot." (Christoph Ploß) 33:29 "Also ich wünsche mir da eine selbstbewusstere, stärkere FDP bei den wirtschafts- und steuerpolitischen Fragen. Und wenn es darum geht, wie erreichen wir Klimaziele? Wollen wir das mit immer mehr Staatswirtschaft machen wie die Grünen? Oder vielleicht mehr mit sozialer Marktwirtschaft? Eine solche FDP, die wäre sehr wichtig auch für die politische Landschaft und auch der geborene Koalitionspartner der Union." (Christoph Ploß) 42:00 "Also das wird sicherlich auch noch unsere Herausforderung sein, jetzt für die zweite Hälfte der Legislaturperiode wirklich deutlich zu machen. Für diese Punkte steht die Union. " (Christoph Ploß) 48:54 "Daher mein Plädoyer, die Stromsteuer, die Energiesteuern auf das europäische Minimum zu senken, davon hätte die Großindustrie was, aber auch die kleinen Mittelständler und auch der Bäcker um die Ecke." (Christoph Ploß)
- Thomas Brussig im Interview mit Alexander Marguier – „Es wird keine Klima-Apokalypse geben“17.08., 15:3217.08.2023, 15:3200:43:20
Cicero – Magazin für politische Kultur Der Schriftsteller Thomas Brussig spricht mit Cicero-Chefredakteur Alexander Marguier über den ständigen Katastrophen-Alarmismus in Politik und Medien – und erklärt, warum er sich davon nicht irre machen lässt. Das neue Buch von Thomas Brussig: Meine Apokalypsen. Warum wir hoffen dürfen. Wallstein Verlag 2023 https://www.wallstein-verlag.de/9783835330306-meine-apokalypsen.html Inhalt Podcast Alexander Marguier bezieht sich im Intro auf die August-Ausgabe von Cicero - Magazin für politische Kultur: https://shop.cicero.de/cicero_08_2023/ Artikel in der SZ von Thomas Brussig: Mehr Diktatur wagen, 9.2.2021 https://www.sueddeutsche.de/kultur/corona-diktatur-thomas-brussig-1.5199495?reduced=true 9:12 "Und ich würde es sehr begrüßen, wenn es so was wie einen nationalen Pandemie Gedenktag gäbe." (Thomas Brussig) 11:46 "Diese Mischung aus aus Ängsten und aus Ungeduld und Ohnmacht, das ist eine Stimmung, die hat uns alle dann doch sehr entblößt und uns auch eine Seite von uns selbst gezeigt, die nicht schön ist." (Thomas Brussig) 14:58 "Die Menschen haben zu allen Zeiten gedacht, dass das, was vor ihnen liegt, dass sie es nicht schaffen werden. Und sie haben es immer irgendwie geschafft. Und unter der Hand hat sich das Leben verbessert. Wir haben uns immer einer tollen Zukunft entgegen geängstigt." (Thomas Brussig) 23:22 "Aber aus heutiger Sicht war diese Deindustrialisierung des Ostens eine riesige und sehr wertvolle Klimaschutzmaßnahmen. Und sie ist, das würde ich jetzt mal Luisa Neubauer erwidern, sie ist also auch in erster Linie aus marktwirtschaftlichen Erwägungen heraus getroffen worden. (Thomas Brussig) 24:10 "Und was ich damit sagen will, ist, dass unsere Klimapolitik Sich nicht darauf konzentrieren sollte, jetzt hier ein 1,5 Grad Ziel oder so zu erreichen. Das werden wir nicht erreichen. Das, was wir mit diesen Klimaschutzmaßnahmen erreichen wollen, das wird eintreten, egal ob wir diese Maßnahmen durchführen oder nicht durchführen. Ich glaube, wichtig ist es, dass wir uns auf das vorbereiten, von dem wir wissen, dass es kommt. (Thomas Brussig) 41:28 "Insofern, denke ich, ist es um so eine Zukunftsangst, die uns nicht umbringt, die uns unsere Handlungsfähigkeit belässt, ja die uns vorsichtig macht, die ist genau das Richtige. Und dann können wir uns ja hinterher immer noch wundern oder uns darüber freuen oder erleichtert sein, dass das, was wir befürchtet haben, nicht eingetreten ist." (Thomas Brussig)
- Oliver Schulz im Interview mit Ben Krischke – „Wenn wir sagen: ,Indien verstehen‘ - welches Indien meinen wir dann?“10.08., 12:2110.08.2023, 12:2100:37:03
Cicero – Magazin für politische Kultur Der Journalist und Autor Oliver Schulz spricht mit Ben Krischke über Indiens Weg zur Weltmacht und erklärt, warum das Land für viele Westler ein großes Fragezeichen ist. Oliver Schulz: Neue Weltmacht Indien. Geostratege, Wirtschaftsriese, Wissenslabor, Westend Verlag 2023 Inhalt Podcast 2:50 "Ich denke, Indien ist an sich ein großes Fragezeichen." (Oliver Schulz) 8:07 "Es gibt viele Dinge in Indien, die ich aufziehen könnte, die nicht wirklich schön sind. Es gibt aber eben diese Tradition, die sich dagegen richtet, diese Tradition, diese Idee, die an der Gründung Indiens stand, zu sagen, wir machen es besser." (Oliver Schulz) 21:27 "Indien kann China bei weitem nicht das Wasser reichen und das ist bekannt." (Oliver Schulz) 24:01 "Insofern ist Indien auch da nicht wirklich konkurrenzfähig gegenüber dem großen Nachbarn. Gleichzeitig ist es aber so, dass Indien aufgrund der politischen Entwicklung und auch aufgrund seiner schieren Größe. durchaus sich weiter entwickeln wird zu einer wichtigen Macht." (Oliver Schulz) 26:47 "Indien guckt zu großen Teilen tatsächlich nach Westen. Also mehr als wir vielleicht annehmen, weil es diese koloniale Tradition auch gibt." (Oliver Schulz) 28:00 "Indien ist Europa und den USA sehr eng verbunden. Also von seiner eigenen Vorstellung und Identifikation hier denke ich das schon. (…) Das ist anders als vielleicht in anderen asiatischen Ländern. Anders als in China. (Oliver Schulz) 30:31 "Also die Kooperation mit dem Westen wird ohnehin in geostrategischer, militärischer Hinsicht zunehmen." (Oliver Schulz) 34:53 "Es gibt bestimmte Schichten in Deutschland, die diesem romantischen Bild von Indien anhängen. Sie wissen gar nicht genau, warum Sie denken, was Sie denken. Das ist so tief im kollektiven kulturellen Bewusstsein in Deutschland verankert, ja, dass man da erst mal Aufklärung betreiben müsste, dass Leute das erst mal aufarbeiten müssten, um zu verstehen, was Sie da eigentlich für Vorstellungen haben. Diese Vorstellungen sind falsch." (Oliver Schulz)
- Annemarie Jost im Interview mit Ralf Hanselle – „Nudging ist eine Bedrohung für die freiheitliche Gesellschaft“03.08., 12:4803.08.2023, 12:4800:37:19
Cicero – Magazin für politische Kultur Nicht jede Entscheidung ist - auch nicht in der Demokratie. Oft wird der Bürger mit subtilen Beeinflussungstechniken in eine gewünschte Richtung gedrängt. Im Cicero Podcast Gesellschaft spricht die Medizinerin und Psychotherapeutin Annemarie Jost über die Risiken von Nudging. Lesen Sie zum Thema "Nudging" von Ralf Hanselle auch auf cicero.de: Moralische Ansteckung, 11. April 2023 https://www.cicero.de/kultur/nudging-moralische-ansteckung-propaganda-corona Das aktuelle Buch von Annemarie Jost, "Die Rettung unserer psychischen Gesundheit", 2023, Frank & Timme finden Sie hier: https://www.frank-timme.de/de/programm/produkt/die_rettung_unserer_psychischen_gesundheit Inhalt Podcast: 5:10 "Und dieser Begriff Nachdenken beruht darauf, dass man nicht durch Verbote oder durch Belohnungen, also finanzielle Anreize, Menschen dazu bringt, Erwünschtes zu tun, sondern durch psychologische Maßnahmen." (Annemarie Jost) 13:28 "Wissenschaftler haben sich mit ihren Beeinflussung dann auch immer in den Dienst stellen lassen, vielleicht auch von militärischen Zielen oder von der Werbebranche. Und da muss man natürlich auch jetzt schauen, in welche Ziele werden denn diese modernen Ansätze von Verhaltens, Wissenschaften und Logik eingebunden und wer entscheidet darüber?" (Annemarie Jost) 15:22 "Wo stößt Nudging zum ersten Mal auf Politik?" (Ralf Hanselle) 19:45 "Und es geht eben heutzutage darum, diese Nudging-Strategien erheblich zu verfeinern." (Annemarie Jost) 21:20 "Diese ganze Geschichte der Beeinflussung durch Anstupsen ist doch in den letzten zehn Jahren in diesen Möglichkeiten explodiert." (Annemarie Jost) ab 25:20 Corona-Pandemie und Nudging 30:03 "Und wenn man dann dazu noch sozusagen Menschen hat, die an dieser Diffamierung teilnehmen und das Multiplizieren und auch im Internet in bestimmten frei zugänglichen Medien wie Wikipedia beispielsweise dann auch diese Rahmungen dann auch multiplizieren, dann kann man da schon relativ großen Einfluss auf die Meinungsfreiheit ausüben, bis hin zu zur Wissenschaft." (Annemarie Jost) 31:24 "Aber würden Sie (…) sagen, Nudging könnte zu so einer narzisstischen Dynamik führen zwischen Exekutive und Wissenschaft vielleicht auf der einen Seite und den Bürgerinnen und Bürgern auf der anderen Seite?" (Ralf Hanselle)
- Daniel Stelter im Interview mit Daniel Gräber – „Die Qualifizierten wollen nicht nach Deutschland“27.07., 12:2127.07.2023, 12:2100:44:23
Cicero – Magazin für politische Kultur Die Bundesregierung will Fachkräfte ins Land holen, doch es kommen vor allem Geringqualifizierte. Warum die Bundesrepublik für gut ausgebildete Migranten nicht attraktiv ist, erklärt Makroökonom und Cicero-Kolumnist Daniel Stelter im Gespräch mit Daniel Gräber. Daniel Stelter schreibt regelmäßig die Kolumne "Wohin mit Ihrem Geld" in Cicero - Magazin für politische Kultur und auf cicero.de https://www.cicero.de/wirtschaft/wohin-mit-ihrem-geld-flucht-der-talentierten-einwanderung-auswanderer Das Buch von Daniel Stelter, auf das sich Daniel Gräber im Podcast bezieht, heißt "Ein Traum von einem Land", 2021, Campus Verlag https://www.campus.de/buecher-campus-verlag/wirtschaft-gesellschaft/politik/ein_traum_von_einem_land_deutschland_2040-16157.html Inhalt Podcast: 5:36 "Die Menschen, die hier sind, die müssen wir maximal befähigen. Das beginnt mit Spracherwerb, das beginnt mit Schule, Bildung und allem Drum und Dran. Berufsausbildung. Wenn wir ehrlich sind, ist das der Punkt, wo wir noch mehr versagen." (Daniel Stelter) 7:25 "Wenn wir zwei Stunden mehr die Woche arbeiten würden, würden wir bereits das demografische Facharbeiter-Problem in diesem Jahrzehnt lösen." (Daniel Stelter) 7:58 "Wir können alle ein bisschen mehr arbeiten, wir können etwas länger arbeiten, Lebensarbeit und wir können die, die hier sind, besser qualifizieren." (Daniel Stelter) 11:55 "Wir müssen das Land viel attraktiver machen. Und dazu gehört natürlich auch, dass wir auch offener sein müssen für Ausländer." (Daniel Stelter) 13:43 "Ich glaube, es gibt dringenden Handlungsbedarf, um unser Land einfach für alle attraktiver zu machen. Und dann kommen auch die qualifizierten Fachkräfte." (Daniel Stelter) 15:23 "Ich finde Deutschland auch ein tolles Land, aber wir müssen uns ehrlich machen: Die Rahmenbedingungen sind nicht gut." (Daniel Stelter) 17:55 "Der Staat vollbringt das Kunststück, hohe Abgaben uns abzupressen und gleichzeitig die eigenen Aufgaben nicht zu erfüllen." (Daniel Stelter) 26:06 "Wir produzieren Hochschulabsolventen ohne Ende. Die Frage ist nur wofür?" (Daniel Stelter) 30.06 "Also ich wäre dafür, die Zuwanderung stärker zu regulieren und zu steuern und dann bei denen, die hier sind, deutlich mehr Wert darauf zu legen, dass sie möglichst schnell arbeiten, also nicht nur dürfen, sondern auch Anreize setzen, das zu tun." (Daniel Stelter) 34:17 Daniel Stelter bezieht sich auf seinen Kommentar auf cicero.de: https://www.cicero.de/wirtschaft/viessmann-habeck-ampelkoalition-wirtschaftswunder-stelter Hören Sie auch den Podcast zum Thema Degrowth mit dem Streitgespräch zwischen Stefan Kooths und Niko Paech: https://www.cicero.de/wirtschaft/stefan-kooths-niko-paech-wirtschaft-wachstum-degrowth-klima