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257- Karin Prien im Interview mit Volker Resing – „Die Gesellschaft ist konservativer geworden“19.09., 16:2419.09.2024, 16:2400:36:24
Cicero – Magazin für politische Kultur Die CDU-Politikerin und Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien spricht im Interview mit Cicero-Redakteur Volker Resing über den neuen Kurs der CDU, über Koalitionsmöglichkeiten in Ostdeutschland, wie es kommt, dass sie bei den Konservativen ein wenig "unter Verdacht" steht und über ihre schon fast leidenschaftliche Unterstützung des CDU-Kanzlerkandidaten Friedrich Merz. Inhalt Podcast: 6:56 "Ich habe hinter der Entscheidung gestanden im September 2015. Das werde ich auch nicht nachträglich revidieren. Aber ich fand genauso richtig, dass die CDU in der Folgezeit ja durch mehrere Asylpakete auch dazu beigetragen hat, dass die Zahlen dann sich wieder deutlich reduziert haben." (Karin Prien) 8:04 "Aber wir wollen natürlich Migration. Nicht in die Sozialsysteme. Und das ist ein Punkt, diese Trennschärfe. Was wollen wir eigentlich für eine Art von Migration? Das haben wir nicht hingekriegt, letztlich deutlich zu machen." (Karin Prien) 9:12 Volker Resing bezieht sich auf Eckart Lohse "Die Täuschung. Angela Merkel und ihre Deutschen", dtv, 2024 https://www.dtv.de/buch/die-taeuschung-28442 10:56 "Das, finde ich, ist auch in dieser ganzen ganzen Blick auf die Migrationsdebatte oder auf die Corona-Debatte, ich finde, das mit dem Recht haben wollen ist eine sehr deutsche Angelegenheit, auch mit dem retrospektiv Perspektivrecht gehabt haben wollen. Das ist gar nicht mein Ansatz." (Karin Prien) 13:58 "Aber das, was wir im Augenblick machen, nämlich sowohl die Menschen aus der Ukraine im Prinzip ohne Limit aufzunehmen. Und auch da wissen wir ja noch gar nicht, ob da das Ende der Fahnenstange schon erreicht ist und gleichzeitig Menschen aus Drittstaaten im Prinzip ohne Begrenzung aufzunehmen. (…) Es tut mir leid, aber das Gerede über man könne das jetzt durch die Abschiebung oder die Rückführung sei sozusagen die Lösung des Problems, das ist doch total unrealistisch." (Karin Prien) 19:18 "Aber es ist einfach die Frage was können wir als Land, was können wir schaffen und was können wir eben nicht schaffen? Und die Grenze der Belastbarkeit ist eben leider in vielen Bereichen erreicht. Aber es ist einfach die Frage was können wir als Land, was können wir schaffen und was können wir eben nicht schaffen? Und die Grenze der Belastbarkeit ist eben leider in vielen Bereichen erreicht." (Karin Prien) 24:27 "Wir können uns auch gerne im Deutschunterricht über gendersensible Sprache unterhalten. Das ist ja ein Thema. Das ist auch ein Thema übrigens, was Jugendliche bewegt. Aber wir müssen uns schon auf gemeinsame Regeln verständigen. (…) Wir wenden an unseren Schulen die Regeln des Rates der deutschen Rechtschreibung an." (Karin Prien) 26:55 "Ich glaube, es ist so ein bisschen der Überdruss an zu viel linker Gesellschaftspolitik. Das würde ich tatsächlich so einschätzen." (Karin Prien) 31:12 "Und ich finde auch Teile der Linken hat sich wirklich im Antisemitismusdiskurs auch wirklich disqualifiziert." (Karin Prien) 33:14 "Also die große Stärke der CDU ist es ja, solche Aushandlungsprozesse bereits innerparteilich auch miteinander zu machen und und dann auch zu Ergebnis zu kommen, hinter denen alle stehen können. Aber trotzdem finde ich natürlich nicht jede Formulierung hundertProzentig gelungen." (Karin Prien)
- Christine Eichel im Interview mit Julia Marguier – „Clara Schumann war die Lady Gaga des 19. Jahrhunderts“12.09., 15:0712.09.2024, 15:0700:50:03
Cicero – Magazin für politische Kultur Die Autorin und Journalistin Christine Eichel spricht im Cicero Podcast Literaturen über die Pianistin und Komponistin Clara Schumann, die nicht nur die Ehefrau des wesentlich bekannteren Robert Schumanns war, sondern "die Lady Gaga des 19. Jahrhunderts". Christine Eichel: Clara. Künstlerin, Karrierefrau, Working Mom. Clara Schumanns kämpferisches Leben, Siedler 2024 https://www.penguin.de/buecher/christine-eichel-clara/buch/9783827501745 Inhalt Podcast: 3:36 Clara Schumann: Variationen über ein Thema von Robert Schumann fis-Moll, op. 20 https://open.spotify.com/intl-de/track/2cU8O9cIQQ7ouQMEnoixhp 9:08 "Clara spielte mit so viel Energie, mit so viel Kraft, dass sie manchmal blutende Fingerkuppen hatte oder gespaltene Fingernägel. Und Goethe, dem sie vorspielte, sagte, sie habe so viel Kraft wie sechs Knaben. Das heißt, ihre gesamten aufgestauten Gefühle gingen in die Musik." (Christine Eichel) 15:03 "Robert Schumann war bisexuell, und auch das hat Clara erfahren. Aber dieser Bad Boy ist ja auch für ein behütetes Mädchen unglaublich reizvoll. Das ist eben das Gegenbild zum spießigen, disziplinierten Vater, auch das Gegenbild zu ihrem durchgetakteten Leben. Und diese Anarchie hat etwas sehr Anziehendes." (Christine Eichel) 20:52 "Und wir entnehmen diesem Tagebuch ein wirkliches häusliches Drama." (Christine Eichel) 25:02 "Für mich war ganz wichtig, Clara Schumann als eine Figur zu installieren, für die man sich heute interessiert. Und es gibt ja genügend musikwissenschaftliche Darstellungen. Und mir war zum einen der emotionale Zugang wichtig." (Christine Eichel) 30:12 "Und deshalb nenne ich sie unter anderem die Lady Gaga des 19. Jahrhunderts. Sie war sehr geschickt im Imagebuilding. (…) Sie wusste sehr genau, das Publikum will nicht nur Leistung. Das Publikum will Geschichten. Und sie lieferte diese Geschichten ab." (Christine Eichel) 38:50 "Sie legte großen Wert darauf, dass die Leute ihr wirklich zuhörten. Also vor allem in England traf sie ein zerstreutes Publikum an, da wurde geschwatzt, gegessen und gelacht. Und sie hat aber sich ihr Publikum erzogen, und es ist auch belegt." (Christine Eichel) Einen Überblick über Clara Schumanns Werke (außer den Liedern) kann man sich hier verschaffen: https://open.spotify.com/intl-de/album/1D4iJ2Q5GDju4kVykTvbwE Clara Schumann: Klaviertrio in g-Moll op. 17 https://open.spotify.com/intl-de/album/3B1NuQ1R4i8SxdKh7QzGcx Clara Schumann: Konzert für Klavier in a-Moll op. 7 https://open.spotify.com/intl-de/album/3B1NuQ1R4i8SxdKh7QzGcx 48:38 "Ich glaube aber, dass die Frage der Modernität von Clara auch daran liegt, dass diese Unabhängigkeit vom Mann da ist, also sie keine Protektion mehr braucht, sie sich gleichwohl ihr Netzwerk schafft." (Christine Eichel)
- Hermann Binkert im Interview mit Alexander Marguier – „Die Brandmauer hat die AfD gestärkt“05.09., 13:4905.09.2024, 13:4900:41:02
Cicero – Magazin für politische Kultur Die Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen waren eine Zäsur. Denn nicht nur holte die AfD in beiden Bundesländern Rekordergebnisse. Auch trat mit dem „Bündnis Sahra Wagenknecht“ ein neuer Player auf die Bühne der Politik. Im thüringischen Landtag kommen die Populisten von rechts und von links zusammen sogar auf eine Mehrheit. Natürlich stellen sich deswegen jetzt viele Fragen: Ist die SPD noch satisfaktionsfähig? Wie geht es nach dem Debakel der Ampel-Parteien mit der „Fortschrittskoalition“ in Berlin weiter? Behauptet die AfD zu Recht von sich, nunmehr eine „Volkspartei“ zu sein? Die naheliegendste Frage lautet allerdings: Wie können in den beiden östlichen Bundesländern überhaupt halbwegs stabile Regierungen gebildet werden? Darüber spricht Cicero-Chefredakteur Alexander Marguier mit Hermann Binkert, dem Chef des Meinungsforschungsinstituts INSA – einem der wichtigsten seiner Art in Deutschland. Inhalt Podcast: 5:50 "Mutmaßlich hätte das BSW noch besser abgeschnitten ohne diesen Terroranschlag von Solingen." (Hermann Binkert) 8:34 "Also ich glaube nicht, dass es jetzt ein Bündnis von BSW und und AfD geben wird." (Hermann Binkert) 15:30 "Die Brandmauer hat ja zudem zum Gegenteil dessen geführt, was sie erreichen sollte. Also es war ja letztlich gedacht, damit die AfD zu schwächen. Im Ergebnis ist die AfD ja trotz oder eben wegen Brandmauer stärker geworden. Ich glaube, wenn Politik Menschen überzeugen will, ist es wichtig, dass man da auch gesprächsfähig ist. Wenn ich eine Brandmauer aufbaue, schützt mich eigentlich auch die andere Seite davor, sich mit meinen Argumenten auszutauschen. Und ich glaube, dass es wichtig ist für eine lebendige Demokratie, dass man strittig diskutiert." (Hermann Binkert) 19:32 "Also Sie haben Arbeitermilieu, sie haben Selbstständige, sie haben Junge. Die einzige Gruppe, wo die AfD noch verhältnismäßig schwach ist, sind die über 70-jährigen. Aber, das ist ja weit verbreitet worden, bei den jungen Wählern ist die AfD jetzt in Sachsen und Thüringen mit Abstand die stärkste Partei gewesen. Also insofern kann wahrscheinlich die AfD, die in Ostdeutschland oder jetzt in Sachsen und Thüringen mit größerem Recht von sich behaupten, Volkspartei zu sein, als es die SPD sagen kann." (Hermann Binkert) 25:45 "Also die Wahlen jetzt in Sachsen Thüringen haben ja gezeigt, dass das BSP ja deutlich stärker ist als zum Beispiel die SPD. Das heißt in diesem Bereich die SPD ja fast schon ersetzt hat. Jetzt ist es natürlich ein noch langer Weg, zwölf Monate bis zur Bundestagswahl mit der Sicherheit, in dieser Zeit auch eingebunden zu werden in die Landesregierung, jetzt in Sachsen und Thüringen, möglicherweise dann jetzt in gut drei Wochen, in knapp drei Wochen in Brandenburg auch für die Regierungsbildung gebraucht zu werden. Das heißt, dann kommt ja so der Härtetest und es wird stark davon abhängen, wie dieses, ja wie dieses Regierungshandeln dann bewertet wird." (Hermann Binkert)
- Thilo Sarrazin im Interview mit Clemens Traub – „Der Bundeskanzler ist den Herausforderungen in keiner Weise gewachsen“29.08., 13:3829.08.2024, 13:3800:40:36
Cicero – Magazin für politische Kultur Thilo Sarrazin gilt als einer der streitbarsten Köpfe der Bundesrepublik. Der ehemalige Finanzsenator von Berlin entfachte 2010 mit seinem Bestseller "Deutschland schafft sich ab" eine monatelange Debatte über misslungene Integration und den Einfluss des Islams auf unsere Gesellschaft. Im Cicero Podcast Gesellschaft spricht Clemens Traub mit Sarrazin über die Messerattacke in Solingen, sein Leben als Hassfigur des linken Milieus und sein neuestes Buch "Deutschland auf der schiefen Bahn". Außerdem wird die Frage geklärt, ob Bundeskanzler Olaf Scholz in der aktuellen Situation der richtige Bundeskanzler ist. Thilo Sarrazin: Deutschland auf der schiefen Bahn, LMV 2024 https://www.langenmueller.de/seiten/produktdetails-buch/product/3424/Deutschland%20auf%20der%20schiefen%20Bahn/ Inhalt Podcast: 11:16 "Dieser Bundeskanzler, so wie er im Augenblick agiert, ist den Herausforderungen, die sich Deutschland mittel-, kurz- und langfristig stellen, so wie er sich aufführt, in keiner Weise gewachsen." (Thilo Sarrazin) 14:42 "Nur dann, wenn die Niederlage so ausgeprägt ist, dass die Eskens und Scholz und Mützenich und Klingbeil und wie sie alle heissen, vor sich selbst und vor ihren Wählern keine Entschuldigungen, keine Ausflucht mehr haben und allesamt zurücktreten, nur dann wird sich etwas in der SPD ändern." (Thilo Sarrazin) 26:18 "Was den die deutsche Sozialdemokratie retten kann? Weiß ich nicht. Übrigens sage ich Ihnen, dass mir das Schicksal der deutschen Sozialdemokratie auch ziemlich gleichgültig ist. Entscheidend ist für mich die Frage, was Deutschland retten kann. Und zur Rettung Deutschlands, der deutschen Identität, Kultur und zur Sicherung des deutschen Sozialstaats. brauchen wir eine strikte Einwanderungsbegrenzung." (Thilo Sarrazin)
- Wolfgang Richter im Interview mit Alexander Marguier – „Deutschland gerät ins Zentrum der russischen Zielplanung“22.08., 11:4622.08.2024, 11:4601:00:02
Cicero – Magazin für politische Kultur Es ist ein Spiel mit dem Feuer: Aufgrund der geplanten Stationierung von amerikanischen Mittelstreckenraketen auf deutschem Boden könnte die Bundesrepublik unvermittelt zu einem vorrangigen Angriffsziel russischer Vernichtungswaffen werden. Denn das aus dem Kalten Krieg bekannte „Gleichgewicht des Schreckens“ gilt auf einmal nicht mehr. Sogenannte Präemptivschläge werden wahrscheinlicher – und damit wächst die Gefahr eines verheerenden Militärkonflikts. Davon ist zumindest Wolfgang Richter überzeugt, Oberst a.D. und ehemals leitender Mitarbeiter an den deutschen Vertretungen bei der UN und bei der OSZE. Was der von Kanzler Olaf Scholz ohne parlamentarische Beteiligung vereinbarte Raketen-Deal tatsächlich bedeutet, darüber spricht Richter, Fellow beim Genfer Zentrum für Sicherheitspolitik, in dieser Ausgabe des Podcast Politik mit Cicero-Chefredakteur Alexander Marguier. Außerdem geht es um die aktuellen Entwicklungen im Ukrainekrieg und um verpasste Chancen für einen Waffenstillstand zwischen Russland und dem von seinen Truppen überfallenen Nachbarstaat. Inhalt Podcast: 2:17 "Ich glaube nicht, dass Russland insgesamt strategisch in die Defensive geraten ist." (Wolfgang Richter) 5:42 "Die große strategische Lage verändert sich allerdings dadurch nicht. Die Ukraine ist insgesamt in der Defensive und hat große Schwierigkeiten, die Front im Donbass zu halten. Das Personal fehlt, wenn die Front weiter ausgedünnt wird. Das ist die russische Taktik." (Wolfgang Richter) 8:50 "Die Ukraine ist mit solchen Vorfällen vertraut und das ist auch nicht vergleichbar mit der US-Blockade, was im Moment in Deutschland passiert. Es ist eine vor allem innenpolitische Diskussion." (Wolfgang Richter) 12:55 "Und im Übrigen stellt sich hier die Frage an den Westen: Sind wir denn überhaupt willens und in der Lage, Personalnöte der Ukrainer etwa auszugleichen? Das können wir natürlich nicht, wenn wir nicht Kriegspartei werden wollen." (Wolfgang Richter) 14:39 "Wenn Sie beide Arme der Strategie zusammenfassen, dann muss ich sagen, dass eine ganze große Reihe von Fehleinschätzungen dieser Strategie unterlag und dass wir gut tun, solche Fehleinschätzungen jetzt nicht zu wiederholen. (…) Es ist aber auch vor allem die Feststellung, dass nach zweieinhalb Jahren Krieg die Strategie letztlich nicht den Erfolg gebracht hat. Es ist auch sehr schwer vorstellbar, eine Nuklearmacht, immerhin mit den USA einer der beiden größten dieser Erde, strategisch in die Knie zu zwingen, ohne dabei in eine Eskalationsgefahr zu geraten." (Wolfgang Richter) 20:48 "Und wenn diese beiden Waffensysteme in Deutschland stationiert werden, dann kann man also gerade bei dem letzten Typen innerhalb von wenigen Minuten, vielleicht zehn Minuten, Ziele tief in Russland angreifen, weit über Moskau hinaus. (…) Und darin liegt genau das Problem, dass man in kurzer Zeit also eine solche Angriffsfähigkeit schafft. Das ist nicht nur aus meiner Sicht die Frage der Abschreckung, sondern das berührt natürlich andere Fragen auch." (Wolfgang Richter) 22:58 "Wir müssen aufpassen, dass wir in dem Willen abzuschrecken, nicht gleichzeitig die strategische Stabilität verändern oder gefährden. Und die Tatsache, dass diese Waffensysteme im Grunde genommen in das strategische Gleichgewicht zwischen den USA und Russland eingreifen können, wird natürlich dann auf der russischen Seite in deren Perzeption nicht als Abschreckung aufgefasst werden, sondern als eine zusätzliche Fähigkeit, einen strategischen Angriff zu unterstützen oder zumindest eine Angriffsfähigkeit, sich konventionell zu schaffen, die auf das strategische Gleichgewicht einwirkt." (Wolfgang Richter) 27:29 "Jetzt ist die Frage eines Moratoriums für die Stationierung landgestützter Raketen eigentlich damit vom Tisch. Wenn das also kommt und nicht ein Rüstungskontrollzug noch in Fahrt gerät, dann werden die Russen, und so ist es angekündigt, auch gegenrüsten. Sie werden also ähnliche landgestützte Raketen aufstellen an der langen NATO - Russland Grenze. Und diese Raketen werden sich dann vor allen Dingen auf die Stationierungsräume richten. Und da wir im Moment der einzige Raum in Europa sind, in dem diese neuen Raketen stationiert werden derzeit auf absehbare Zeit, wird auch die russische Zielplanung sich vor allem auf Deutschland richten. Und das ist das, was ich in meinem Papier gesagt habe. Damit gerät Deutschland in das Zentrum der Zielplanung." (Wolfgang Richter) 31:08 "Wir sind abgewichen von einer traditionellen deutschen Kultur, alles, was wir tun, im Bündnis zu verankern und das Risiko, die Lasten und das Risiko zu teilen und nicht alleine auf uns zu nehmen." (Wolfgang Richter) 36:17 "Und ich vermisse bei dieser bilateralen Erklärung diesen Ausweg in Richtung Rüstungskontrolle. Es ist kein Doppelbeschluss, es ist ein Nachrüstungsbeschluss ohne Alternative." (Wolfgang Richter) 37:46 "Nur die Lage heute ist eine andere. Heute stehen hinter Russland große Staaten wie China, Indien, Brasilien und andere. Und es wird so einfach nicht sein, Russland nieder zu rüsten und stattdessen werden möglicherweise die Risiken erhöht. Das ist ein Vabanquespiel, das ist ein Hochrisikospiel und wenn es schiefgeht, geht es zulasten, und das ist mein Punkt, geht es zulasten Zentraleuropas, vor allem auch Deutschlands. Denn hier sind die Stationierungsräume besprochen." (Wolfgang Richter) 43:23 "Die Friedens- oder Kriegsfrage ist eine ganz entscheidende und top Frage. Und ich glaube, dass auch andere Parteien gut daran täten, das an die Spitze ihrer Überlegungen zu setzen." (Wolfgang Richter) 52:54 "Und es war offenbar in nicht nur eine Zielsetzung, sondern man glaubte, es sei auch in Reichweite, Russland so zu ruinieren, dass sie hier zurückweichen müssen und auch als strategischer Gegner erheblich geschwächt werden. Diese Rechnung ist nicht aufgegangen.(…) Und jetzt, nach zweieinhalb Jahren, hat sich die Verhandlungsposition der Ukraine im Grunde genommen nicht verbessert. Ich glaube sogar, sie hat sich erheblich verschlechtert." (Wolfgang Richter) 55:09 "Wenn man die Ressourcen miteinander vergleicht, das was verfügbar ist, aber auch die Fähigkeit Russlands, im Zweifelsfall zu eskalieren, das alles führt mich dazu, dass man auf keinen Fall einer Illusion nachhängen sollte, man könnte Russland strategisch in die Knie zwingen." (Wolfgang Richter)
- Daniel Gräber im Interview mit Clemens Traub – „Das hat System und ist von Annalena Baerbock so gewollt“20.08., 12:5520.08.2024, 12:5500:25:25
Cicero – Magazin für politische Kultur Ressortleiter Daniel Gräber spricht mit Clemens Traub über die aktuelle Visa-Affäre von Annalena Baerbock, die sich wie ein Krimi anhört. Es geht um gefälschte Pässe, erfundene Verwandtschaftsverhältnisse und mutmaßliche Tarnidentitäten ausländischer Agenten und darum, dass Deutschland seit Baerbock Amtsantritt sehr großzügig und ohne genau hinzusehen Einreiseerlaubnisse an Einwanderer aus aller Welt verteilt. Die ganze Recherche zur Visa-Affäre lesen Sie in der aktuellen August-Ausgabe von Cicero, erhältlich am Kiosk oder auf https://shop.cicero.de/ Inhalt Podcast: 4:14 "Andere Länder, wie zum Beispiel die USA würden an so einer Stelle des Visum Verfahren sofort beenden. Wer da gefälschte Dokumente vorlegt oder erschwindelt, der ist einfach draußen. Hier lief es aber andersherum. (…) Aber aus der Zentrale des Auswärtigen Amtes in Berlin wurde massiver Druck gemacht und förmliche dienstliche Weisungen: 'Stellt bitte das Visum trotzdem aus, das Visum trotzdem aus." (Daniel Gräber) 5:14 "Ministerien sind sehr große Organisationen mit verschiedensten Menschen. Und es gibt immer auch Leute, die das dort natürlich manches bedenklich finden, wie was läuft. Und Cicero hat inzwischen Gott sei Dank den Ruf, den vielleicht früher mal der Spiegel hatte, dass wir eben auch regierungskritisch recherchieren und berichten. Und deswegen öffnen sich bestimmte Menschen uns gegenüber auch, die das Gefühl haben, da läuft irgendwas gewaltig schief. Und das muss eigentlich an die Öffentlichkeit." (Daniel Gräber) 8:20 "Aber inzwischen ist eigentlich klar, dass das ganze System hat und letztendlich von ganz oben, von Annalena Baerbock so auch gewollt ist." (Daniel Gräber) 10:42 "Aber im Grunde ist es die die Umsetzung dieser linken, linksgrünen Utopie einer Welt ohne Grenzen No nation, no border." (Daniel Gräber) 13:08 "Die Indizien sind so stark, dass man da wirklich davon ausgehen kann, dass das ein sehr dringender Verdacht ist, dass dieser Mann von den pakistanischen Behörden mit einer Legende ausgestattet wurde, um ihn gezielt nach Deutschland zu schleusen.Das wurde gestoppt. Das haben Sie erkannt. Er ist nicht da. Aber seine angebliche Frau und seine angeblichen Kinder sind schon da. (…) Der Fall zeigt einfach nur, wie gefährlich so eine naive Politik der grenzenlosen Einwanderung und das Auge zudrücken eigentlich ist, weil da kommen das nutzen einfach Leute aus, die nichts Gutes im Schilde führen. Das ist ganz normal." (Daniel Gräber) 14:30 Daniel Gräber bezieht sich auf folgende Veröffentlichung: https://www.cicero.de/aussenpolitik/bundesaufnahmeprogramm-afghanistan-scharia-richter-baerbock-auswartiges-amt 16:24 "Also ich habe den Eindruck, dass deutsche Sicherheitsbehörden. Bei diesen Sachen wirklich konträr zum Auswärtigen Amt intern waren." (Daniel Gräber) 17:42 "Das ist einfach ein besonders krasser Fall, finde ich, diese Vernetzung zwischen Migrationslobby (und Auswärtigem Amt). Also es gibt in Deutschland einfach viele, auch mächtige Organisationen, die einfach dieses Ziel schon haben, möglichst viel Einwanderung nach Deutschland, komischerweise auch speziell schon aus islamischen Ländern (zu bringen)." (Daniel Gräber) 20:04 "Nehmen wir mal an, die Autoindustrie wäre so gut vernetzt über solche persönlichen Beziehungen im Verkehrsministerium oder im Umweltministerium, wenn es um Schadstoffregelungen ginge. Da würde jeder genau hinschauen. Aber bei dem Thema Migration guckt man da gar nicht so genau hin, was da passiert." (Daniel Gräber) 25:00 "Und wenn man das Vertrauen mal gewonnen hat, das kann manchmal Monate dauern, aber wenn man es mal gewonnen hat, dann läuft die Sache. Dann wird man einfach immer weiter mit Informationen versorgt. Das sind ja laufende Prozesse, wo auch Dinge passieren und dann kommt auch so ein Ketteneffekt oder Schneeballeffekt." (Daniel Gräber)
- Thomas Kemmerich im Interview mit Clemens Traub – „Sogar meine Kinder mussten unter Polizeischutz“15.08., 11:5515.08.2024, 11:5500:41:03
Cicero – Magazin für politische Kultur Cicero-Volontär Clemens Traub spricht mit FDP-Politiker Thomas Kemmerich über seinen kurze Amtszeit als Ministerpräsident von Thüringen, seinen in der BRD bisher einmaligen forcierten Rücktritt nach wenigen Tagen und natürlich über die bevorstehende Landtagswahl in Thüringen, bei der Kemmerich wieder als Spitzenkandidat für die FDP ins Rennen geht. Inhalt Podcast: 7:21 "Ich halte es für eine unfassbare Situation, die sich gegen meine Person, aber auch gegen meine Familie, auch gegen Mitarbeiter meiner Firma richtete. In der Firma ist angerufen worden: 'Was? Sie arbeiten für einen Nazi?' Das war noch das Harmloseste. Wir hatten aber wochenlang tatsächlich Polizei- und Objektschutz." (Thomas Kemmerich) 10:46 "Ich glaube, es ist auch ganz wichtig, dass Leute, die in Verantwortung stehen, auch im Moment der Krise, des Hereinbrechen von unerwarteten Ergnissen besonnen handeln. Und das ist eben nicht passiert." (Thomas Kemmerich) 12:22 "Ich halte politisch rechts zu sein, also konservativ, für eine völlig normale politische Haltung, genauso wie es legitim ist, links zu sein. Was wir alle ablehnen sollten, und da geht die Grenze dann auch erst los bei Extremen, Links wie Rechts. Und auch da müssen wir alles gleich behandeln, sonst entsteht ja der Eindruck, dass die Demokratie eben nicht mehr alle gleich behandelt." (Thomas Kemmerich). 13:40 "Die Bundespartei unterstützt uns in Thüringen beim Wahlkampf nicht, und insofern sind wir im Stich gelassen." (Thomas Kemmerich) 15:59 "Aber ich sage: diese zwei, drei Prozent sind ausschließlich Ampel-Frust." (Thomas Kemmerich) 20:08 "Der Mittelstand braucht die Mitarbeiter, die Fähigen und nicht einen weiteren Regierungsapparat." (Thomas Kemmerich) 35:25 "Ich möchte keine Partei sehen, die so Putin freundlich russlandfreundlich agiert. Das sind Diskussionen, die habe ich vor 40 Jahren mal geführt bei dem damaligen NATO Doppelbeschluss. Wir müssen als deutsche Demokratie, als deutscher Staat, wir müssen als Europa auch tatsächlich so viel eigene Kraft haben, dass wir auch geschützt sind gegen Aggression von außen. Und da mache ich mir große Sorgen, dass, wenn sich politische Akteure mit dem Gedankengut durchsetzen, dass wir Freiheit, Wohlstand und Wachstum gefährden." (Thomas Kemmerich) 30:25 "Und ich glaube, kein Mensch in Ostdeutschland kann sagen, Thüringen braucht Friedrich Merz, um Interview zu werden. Wir sind alles erwachsene Menschen hier, wir können selber die Schuhe zubinden und welches Bild man immer bemühen muss, das ist ein absolutes von oben herab auf die Leute schauen und einreden und das können Sie sich vorstellen, hat viele, viele befremdet." (Thomas Kemmerich) 31:10 "Ich halte eine Brandmauer zu den Funktionären und zu dem Apparat der AfD für sehr wichtig. Das gilt aber auch für die Linkspartei. (…) Aber Brandmauern zu Thematiken darf es nicht geben." (Thomas Kemmerich)
- J. Spahn und E. M. Welskop-Deffaa im Interview mit V. Resing – „Es geht hier nicht um Sozialneid, sondern um Fairness“08.08., 09:5108.08.2024, 09:5100:50:30
Cicero – Magazin für politische Kultur Soll das Bürgergeld abgeschafft werden oder spaltet solches Reden die Gesellschaft? Im Cicero Podcast Politik streiten Eva Maria Welskop-Deffaa, Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes und Jens Spahn, CDU Politiker, Fraktionsvorsitzender, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU Bundestagsfraktion, früherer Gesundheitsminister. Das Gespräch moderiert Cicero-Ressortleiter der Berliner Republik Volker Resing. Inhalt Podcast: 12:12 "Ich möchte nicht, dass völlig ohne Kontrolle jeden Tag Menschen einfach nach Deutschland einreisen. Das ist kein Zustand für einen Staat, dass wir nicht wissen, wer warum mit welchem Ziel kommt und warum bleibt. Und deswegen müssen wir diesen Zustand beenden. Idealerweise an der EU-Außengrenze, in dem es dort für niemanden irregulär mehr weitergeht." (Jens Spahn) 15:01 "Ich bin wirklich verärgert darüber, dass in der öffentlichen Diskussion immer nur über die verschärften Abschiebungen gesprochen wird, was ja dann so mit den Bildern von Polizei und nächtlich auf dem Flughafen und Flugzeug und ähnlichen Horror Szenarien verbunden wird. Während wir genau wissen, wenn die Rückkehrberatung in Deutschland qualifizierter durchgeführt würde, dann hätten wir geordnete Möglichkeiten für die Menschen zurückzukehren. (Eva Maria Welskop-Deffaa) 19:20 "Alle Studien, die ich kenne, sprechen dafür, dass der entscheidende Faktor der Pushfaktor ist und nicht der Pullfaktor, Also die Notsituation in den Herkunftsländern treibt die Menschen auf die Flucht und natürlich folgen sie zum Teil Anreizen, die über die sozialen Medien verbreitet werden. Da werden zum Teil Märchen erzählt von dem, was angeblich in Europa möglich ist. Aber der wesentliche Faktor ist die Notsituation in den Herkunftsländern." (Eva Maria Welskop-Deffaa) 20:31 "Wenn wir einfach mal schauen, wohin es die Allermeisten zieht, dann sind es die Länder mit hohen Sozialstandards und da ist Deutschland ziemlich weit oben dabei. Und wissen Sie, was ich gefährlich finde und es auch mal aus einer Caritas- oder sozialpolitischen Perspektive ist, das diese Entwicklung auf Dauer auch die Akzeptanz von Sozialstaat unterminieren wird." (Jens Spahn) 27:47 "Die Bürgergeld-Debatte, wenn sie dann immer vom Missbrauch her argumentiert, verkennt nach unserer Einschätzung, in der Art, wie sie geführt wird, die realen Probleme der Menschen, die uns als Bürgergeldempfänger in unseren Beratungsstellen begegnen." (Eva Maria Welskop-Deffaa) 28:47 "Ich verstehe nur nicht, warum es so schwer ist es für die Caritas zu sagen: Ja, den Menschen mit psychischen Erkrankungen wollen wir helfen, müssen wir helfen. (…) Aber deswegen erwarten wir auch von denen, die sich selbst helfen können, dass sie sich selbst helfen." (Jens Spahn) 31:50 "In der Substanz finde ich, dass der Ansatz der Bürgergeld-Reform richtig war, der darauf zielte, möglichst viele Menschen wirklich zu befähigen, Weiterbildung ernster zu nehmen, mehr Chance zu geben, sich durch Qualifizierung wirklich eine nachhaltige Perspektive im Arbeitsleben zu sichern. Und das schrauben Sie jetzt natürlich de facto zurück. Also mit dem eben schon angesprochenen stark reduzierten Eingliederungsstitel können Sie keine Befähigungspolitik machen. Dann ist am Ende der Begriff nur noch Schall und Rauch." (Eva Maria Welskop-Deffaa) 32:56 "Wir haben 2,4 Millionen 18- bis 34-Jährige ohne Berufsabschluss in Deutschland. Wir können gerne Becker aus Ghana holen. Vielleicht sollten wir noch mal uns bemühen, ein paar von diesen 2,4 Millionen in eine Ausbildung durch eine Ausbildung durchzubringen. Und da sind auch einige darunter, die im Bürgergeld-Bezug sind." (Jens Spahn)
- Stefan Kobus im Interview mit Ben Krischke – „Der Osten ist keine westdeutsche Kolonie“01.08., 10:5101.08.2024, 10:5100:38:37
Cicero – Magazin für politische Kultur SuperIllu-Chefredakteur Stefan Kobus spricht mit Cicero-Redakteur Ben Krischke über ostdeutsche Mentalitäten und westdeutsche Ignoranz. Inhalt Podcast: 7:24 Ben Krischke bezieht sich auf Dirk Oschmann: Der Osten. Eine westdeutsche Erfindung.Ullstein, 2023 https://www.ullstein.de/werke/der-osten-eine-westdeutsche-erfindung/hardcover/9783550202346 8:35 "Zum einen sind Ostdeutsche nicht sonderlich empfänglich (…)für Klatsch und Tratsch. (…) Der Ossi goutiert das nicht, was er auch nicht goutiert, ist zum Beispiel ein zu tiefer Blick in die Privatsphäre. Jetzt kann man sich fragen: Wo kommt das her? Ich persönlich glaube, wenn man jahrelang bespitzelt worden ist, bis unter die Bettdecke, schlimmstenfalls, dann ist die Privatsphäre noch heiliger wie für einen Westdeutschen." (Stefan Kobus) 12:44 „Da muss man eben mal in die Ursachenforschung gehen. Und leider Gottes (…) haben wir eben das alles auf Ostdeutschland projiziert. Also der Ossi, der gemeine Ossi sorgt jetzt für den Niedergang nicht nur des Abendlandes, sondern unserer Demokratie und des Staates. Und diese Sippenhaftung mögen die Menschen in Ostdeutschland nicht und sie kriegen sie aber jeden Tag mehrfach zu hören, zu lesen. Wie auch immer. Und auch das ist ein Ansatz unserer Arbeit, dass wir da dagegen schießen.“ (Stefan Kobus) 15:24 „Aber es gibt so einen Fakt, den ich immer ganz faszinierend finde: Jede Ostdeutsche war mittlerweile in Westdeutschland, aber nur jeder dritte Westdeutsche war bislang in Ostdeutschland. Ich finde, es spricht eine relativ klare Sprache. Also es ist nicht nur so, dass die einen nicht können oder wollen, sondern die anderen müssen auch ihren Beitrag dazu leisten. Und ja, verordnen kann man es nicht. Es muss wachsen und. Da haben wir noch einiges vor uns, ehrlicherweise.“ (Stefan Kobus) 18:43 "Wenn wir uns noch mehr füreinander interessieren würden, aufeinander zugehen würden, würde es vielleicht ein bisschen schneller gehen, mit der Wiedervereinigung im Kopf zumindest. (…) Wie über diese Wahlen gesprochen und berichtet wird, Sie haben es eingangs erwähnt, trägt momentan gerade dazu leider nicht bei. (Stefan Kobus) 19:13: Hören Sie dazu auch den Podcast mit Steffen Mau vom 3. November 2023: https://www.cicero.de/kultur/steffen-mau-und-wolfgang-merkel-im-gesprach-mit-mathias-brodkorb-cicero-podcast-politik-wir-haben-keine-gespaltene-gesellschaft 28:45 Ben Krischke bezieht sich auf das ARD-Sommerinterview mit Friedrich Merz https://www.ardmediathek.de/video/bericht-aus-berlin/sommerinterview-friedrich-merz/ard/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL2JlcmljaHQgYXVzIGJlcmxpbi8yMDI0LTA3LTE0XzE4LTAwLU1FU1o 37:08: "Ich glaube, wenn wir alle gemeinsam etwas sagen würden, das ist jetzt ein Land und das sind alles unsere Probleme und wir schreiben über diese Probleme oder auch über positive Geschichten, ohne groß zu betonen, dass es da das ist da. Dann wäre da schon ein bisschen geholfen." (Stefan Kobus)
- Güner Balcı im Interview mit Clemens Traub – „Arabischstämmige Schüler leugnen in Neukölln regelmäßig den Holocaust“19.07., 15:1619.07.2024, 15:1600:38:59
Cicero – Magazin für politische Kultur Güner Balcı ist die Integrationsbeauftragte von Neukölln, als Kind von türkischen Gastarbeitern selbst in Neukölln aufgewachsen und kennt den Berliner Bezirk daher wie kaum eine andere. Das bekannte Problemviertel gilt deutschlandweit als Synonym für Kriminalität und gescheiterte Integration. Doch warum gibt es gerade in arabischen Communities so viel Antisemitismus? Warum geraten junge Menschen in die Fänge des politischen Islams? Und wie erleben sie die politische Korrektheit in unserem Land? Darüber spricht Cicero-Volontär mit Güner Balcı im Cicero Podcast Gesellschaft. Inhalt Podcast: 02:40 "Neukölln hat gar kein viel größeres Problem als manch manche andere Ballungsgebiete in Deutschland, in denen man eine große Anzahl reaktionärer religiöser Menschen hat (…) Ich glaube, was Neukölln ausmacht, ist, dass Neukölln sehr offen mit diesen Themen und Dingen umgeht" (Güner Balcı) 07:13 "Wir wissen alle, dass in Deutschland jüdische Kinder nicht einfach so auf eine staatliche Schule gehen können, wenn diese Schule in einem Viertel ist mit einem hohen Anteil von Menschen mit Migrationsgeschichte und zwar muslimischer Migrationsgeschichte.(…) Und das wird einfach so hingenommen. Das ist das eigentliche Problem, was wir haben, glaube ich." (Güner Balcı) 12:23 "In Deutschland haben wir dem politischen Islam die Deutungshoheit überlassen über das spirituelle Leben von Muslimen (…). Und die größte Schuld tragen unsere politisch Verantwortlichen." (Güner Balcı) 17:08 "Wir sind ein Einwanderungsgesellschaft, wir sind eine Bürgergesellschaft, wo alle Bürgerinnen und Bürger die gleichen Rechte haben und gleichen Pflichten (…) Und da kann ich mir das auch als Repräsentant oder Repräsentantin Deutschlands nicht leisten, dass ich anderen einen Bonus zuspreche, nur weil sie eben muslimisch sind." (Güner Balcı) 21:27 "Ich glaube, die beste Möglichkeit ist, diese Kinder zu erreichen und ihnen wenigstens das Recht zu geben, teilzuhaben an dieser Gesellschaft, auch wenn sie in Familien aufwachsen, in denen das nicht vorgesehen ist, ist, dass wir unser Bildungssystem sehr stark anpassen an die Lebensrealität von Kindern, völlig egal, wo die herkommen und völlig egal, wie ausgerichtet ihre Familien sind. (…) Lebensrealität von Kindern in sozial benachteiligten Milieus muss oberste Priorität haben in unseren Bildungsvorhaben." (Güner Balcı) 27:52 "Das ist auch eine unserer größten Lücken eigentlich, dass wir auf der einen Seite das Versprechen geben, für Recht und Ordnung zu sorgen, als Staat und uns einzusetzen für Gerechtigkeit. Dass aber dann nach so einem Gerichtsprozess, wenn ein Täter verurteilt wurde, seine fünf Cousins aufschlagen können und es nimmt kein Ende. Und dagegen haben wir auch noch wirklich nicht so richtig viele Mittel entwickelt." (Güner Balcı) 28:44 "Dass Migranten eine migrationskritische Einstellung haben, finde ich überhaupt nicht verwunderlich. Das zeigt einfach nur, dass sie sehr verwurzelt sind mit diesem Land und genau dieselben Ängste haben wie Menschen ohne Migrationsgeschichte auch." (Güner Balcı)
- Michael Kretschmer im Interview mit A. Marguier – „Muss es erst so schlimm kommen, bis das Land zu Reformen fähig ist?“11.07., 12:1711.07.2024, 12:1700:34:58
Cicero – Magazin für politische Kultur Im Cicero Hard Talk spricht Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer mit Cicero-Chefredakteur Alexander Marguier über die Kluft zwischen Ost- und Westdeutschland nach fast dreieinhalb Jahrzehnten Mauerfall und über den Vertrauensverlust vieler Menschen in die Politik. Dieser Podcast wurde am 5. Juli 2024 als "Cicero Hard Talk" aufgezeichnet. Das dazugehörige Video können Sie hier sehen: https://www.kivvon.com/de/cicero-magazin-fuer-politische-kultur
- R. Stegner, R. Kiesewetter und M. Kosmehl – „Putin verhandelt erst, wenn er fürchtet, den Krieg zu verlieren“04.07., 15:4604.07.2024, 15:4600:49:06
Cicero – Magazin für politische Kultur Russland-Expertin Miriam Kosmehl, Roderich Kiesewetter (CDU) und Ralf Stegner (SPD) streiten mit Cicero-Chefredakteur Alexander Marguier über deutsche Waffenlieferungen an die Ukraine, über eine diplomatische Lösung des Kriegs – und über den Umgang mit ukrainischen Flüchtlingen in Deutschland. Dieser Podcast wurde am 28. Juni 2024 als "Cicero Hard Talk" aufgezeichnet. Das dazugehörige Video können Sie hier sehen: https://www.kivvon.com/de/cicero-magazin-fuer-politische-kultur
- Axel Bojanowski im Interview mit Daniel Gräber – „Die Klimapolitik fällt Deutschland jetzt auf die Füße“27.06., 15:0427.06.2024, 15:0400:48:26
Cicero – Magazin für politische Kultur Der Wissenschaftsjournalist Axel Bojanowski beschäftigt sich schon lange mit dem Thema Klimawandel, Klimaschutz und Klimaschutzpolitik. Mit Cicero-Ressortleiter Daniel Gräber spricht er über alles, was man schon immer übers Klima wissen wollte, aber bisher nicht zu fragen wagte (im übrigen auch der Titel seines gerade neu erschienenen Buches). Axel Bojanowski: Was Sie schon immer übers Klima wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten, West End Verlag 2024 https://westendverlag.de/Was-Sie-schon-immer-uebers-Klima-wissen-wollten-aber-bisher-nicht-zu-fragen-wagten/2129 Inhalt Podcast: 03:38 "Ich nenne das ein Menschheitsdilemma. Einerseits muss man die Erwärmung stoppen, aber zweitens braucht man eben billige Energie. So, und dieses Dilemma ist eben extrem komplex auf vielen Ebenen. Und die Klimaforschung, also das Klima wissen soll dann eben dafür dienen, Druck auszuüben in diesem politischen Prozess. Und dabei wird eben dann oft Wissenschaft sozusagen missbraucht und dabei werden Dinge übertrieben und dabei wird eben so eine, werden Sicherheiten vorgegaukelt, die es gar nicht gibt. Und das hat den Wissenschaftsprozess die öffentliche Wissenschaftsdebatte korrumpiert. Die Wissenschaft selber führt eigentlich eine ganz andere Debatte." (Axel Bojanowski) 07:48 "Die Klimawissenschaft wurde zunehmend zu einem Erntefeld für politische Argumente. Und das führt dazu, dass in der Öffentlichkeit, die politische Polarisierung zunahmen, also dass man sich über Klimaforschung eigentlich nur noch äußerte, um einem bestimmten Milieu zu signalisieren, dass man dazugehört. Also man hat nicht mehr über Risiken und Unsicherheiten der Wissenschaft gesprochen, wie es in der Wissenschaft passiert, sondern man hat einfach so apodiktisch Dinge behauptet. (…) Extreme. Rhetorik hat sich durchgesetzt, weil man weil politische Gruppen aufeinander losgingen und man eigentlich keine wissenschaftliche Debatte führen wollte oder irgendwelche Lösungen gemeinsam kreieren wollte, sondern es ging darum, einen Streit zu gewinnen. Oder es geht darum weiterhin." (Axel Bojanowski) 22:10 "Und da wird es dann schwierig, weil Wissenschaftler sozusagen sich selten trauen, in der Öffentlichkeit ihre Kollegen zu kritisieren, weil sie dann in eine Situation geraten. Sie können dann attackiert werden als Leugner, als Außenseiter, als das Ich was und. Und das kann dann durchaus für Leute, die eigentlich nicht Wissenschaft gemacht haben, um in der öffentlichen Debatte zu reüssieren, kann das durchaus sehr unangenehm sein. Und viele machen das eben nicht. Und so bleiben dann oft solche solche politisch Einfluss fähigen Theorien in der öffentlichen Debatte unwidersprochen oder kaum widersprochen." (Axel Bojanowski) 33:05 "Und da schleichen sich dann eben einfach so Weltanschauungen ein, die dann so als quasi als Tatsachenbeschreibung durchgehen sollen. Und ja, das ist eben, das ist eben gerade bei solchen Themen wird es dann werden es dann Zeitgeist-Geschichten, wo dann einfach dem eigenen Milieu nach dem Mund geschrieben wird, weil man eben so im Subtext immer zeigt Ja, ich, ich gehöre dazu." (Axel Bojanowski) 35:34 "Das ist nicht meine Art von Journalismus. Also ich kann nicht, ich ich bin nicht der Oberlehrer für, für, für den Leser, der ihnen sagt, was sie was sie denken soll, sondern ich finde, wir müssen darstellen, was. Was ist da an Wissen? Wir müssen Debatten moderieren, wir sollten Probleme ansprechen, Dilemmata beschreiben." (Axel Bojanowski) 46:44 "Man kann nie alles ausschließen. Aber es ist eben die Frage, wie wahrscheinlich sind bestimmte Risiken. Und da wird in anderen Ländern eben manches anders entschieden als in Deutschland, wo im Zweifel immer alles verboten wird. Und das fällt Deutschland jetzt auf die Füße. Weil jetzt sitzen wir auf der Kohleenergie und haben den zweitschlechtesten CO2 Fußabdruck in Europa. Und Frankreich, wo man technologieoffener ist, ist viel klimafreundlicher unterwegs. Und das bei der Vorreiterrolle, die Deutsche angeblich spielen will." (Axel Bojanowski)
- Danny Freymark im Interview mit Volker Resing – „Die Leute wollen das Weiter-so nicht!“20.06., 14:0320.06.2024, 14:0300:35:57
Cicero – Magazin für politische Kultur Cicero-Redakteur Volker Resing spricht mit dem CDU-Politiker Danny Freymark aus dem Berliner Stadtteil Lichtenberg über die Herausforderung, im (Berliner) Osten eine bürgernahe Lokalpolitik zu machen, über die Europawahl und unter welchen Umständen die CDU einmal über eine Koalition mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht nachdenken sollte. Inhalt Podcast: 05:09 "Wir sind eine Volkspartei. Wir sind stolz, in der Verantwortung zu stehen, insbesondere im Land. Und dann wollen wir natürlich auch bei der Europawahl bessere Ergebnisse erzielen. Also uns hat das Ergebnis sehr geärgert. Es ist aber auch ein Ausdruck von unterschiedlicher Hilflosigkeit bis hin zu dem Empfinden, das bringe eh alles nichts." (Danny Freymark) 18:50 "Man wählt, was man kennt oder wo man eine Hoffnung mit hat. Alle großen Parteien haben doch für die Europawahl lokal eigentlich kein Angebot gemacht, was auch schwer ist, weil es ja so weit weg scheint. Und deswegen haben viele Wählerinnen und Wähler aus ihrem Herzen keine Mördergrube gemacht und haben schlichtweg gesagt, ich sehe das Hauptthema der Migration. Die AfD hat sehr klare Ansagen. In dem Bereich zweifelt ja keiner daran, dass die beim Thema Migration sich Dinge wünschen, die wir uns nicht wünschen. Und dann wird das dann auch bei einer Wahl umgesetzt." (Danny Freymark) 19:27 "Die klare Ansage an alle etablierten Parteien ist: 'Wir sind nicht zufrieden, wir sind mit eurer Politik nicht zufrieden'. Und da wird auch vielleicht nicht zwischen der Ebene unterschieden, ob Kommunal, Land oder Bund. Hier wurde Europa gewählt und bei Europa ist die Botschaft klar: 'Hört auf mit dieser Migrationspolitik.'" (Danny Freymark) 21:15 "BSW war eine Option für Altlinke, die nicht AfD wählen wollen, aber trotzdem unzufrieden sind und obwohl kein BSW Vertreter in Lichtenberg bekannt ist, außer Sahra Wagenknecht, die aber nun ihren Wohnort nicht bei uns hat, war es so, dass die Leute trotzdem die Unbekannte lieber gewählt haben als die Bekannten." (Danny Freymark) 27:26 "Ich bin orientiert an der Lebenswirklichkeit: ob die S-Bahn fährt, ob das Polizeirevier saniert ist, ob man den Menschen helfen kann bei einem Bürgeramtstermin. Bei den Grünen sind die Schwerpunktthemen 'Wer bin ich, was bin ich, was will ich sein?' Und ich glaube, dass das mit der Lebensrealität der Menschen, die ich vertreten darf, nichts zu tun hat. Und parlamentarisch (…) hege ich mittlerweile Zweifel: Wie demokratisch sind eigentlich die Grünen ihrer Breite?" (Danny Freymark) 29:50 "Also eine mögliche Koalition mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht jetzt einzugehen, hat natürlich sehr viele Risiken, da wir gar nicht wissen, was ist diese Partei am Ende, welche Positionen tritt sie ein? Es gibt keinen Beschluss auf Bundesebene, mit denen nicht zusammenzuarbeiten. Ich glaube, dass wir der besonderen Situation, insbesondere den östlichen Bundesländern, Rechnung tragen müssen und hier keine zentralen Vorgaben machen sollten. Da bin ich ganz bei Mario Voigt. Aber wir dürfen auch nicht den Eindruck erwecken gegenüber der Öffentlichkeit, es wäre ein Leichtes, irgendwelche Koalition zu schmieden." (Danny Freymark)
- Waldemar Hartmann im Interview mit Clemens Traub – „Spielt Fußball und stellt die Politik ins Abseits!“13.06., 15:1713.06.2024, 15:1700:43:54
Cicero – Magazin für politische Kultur Zur Einstimmung auf die Fussball-EM in Deutschland diskutieren Moderatorenlegende Waldemar „Waldi“ Hartmann und Cicero-Volontär Clemens Traub die Favoriten auf den Titel und wie hoch die Chancen stehen, dass wir nach 2006 ein zweites Sommermärchen erleben werden. Inhalt Podcast: 2:26 Hier können Sie das legendäre Interview von Waldemar Hartmann mit Rudi Völler anschauen: https://www.sportschau.de/video/fussball-nationalmannschaft-interview-waldemar-hartmann-rudi-voeller-102.html 5:39 "Aber durch die letzten zwei Spiele der Nationalmannschaft, durch die zwei Siege nicht gegen Laufkundschaft, sondern gegen veritable Gegner, haben die Leute auch so ein bisschen wieder Feuer gefangen. Es muss noch etwas passieren, nämlich am Freitag beim Eröffnungsspiel. Wenn das funktioniert, dann vergleiche ich das mit dem Sommermärchen." (Waldemar Hartmann) 11:20 "Die Spieler, die jetzt berufen sind, das sind alles exzellente Fußballspieler. Das Problem in den letzten Jahren war, dass Jogi Löw sich selbst gefeiert hat. Jogi Löw ist in irgendwelche Sphären aufgestiegen und hat seine Entscheidungen für papstähnlich gehalten, fast unfehlbar." (Waldemar Hartmann) 14:04 "Wir müssen weg von der Technokratie, von der Wissenschaft Fußball. Ich krieg Pickel, wenn ich die Laptop-Trainer sehe, die da an der Bank ihre Apparate aufgebaut haben. Die Fußballsprache ist plötzlich eine andere geworden. Natürlich entwickelt sich auch die Sprache. Aber jetzt wird gesagt 'Wir müssen offensiv besser gegen den Ball arbeiten'. Da haben wir früher gesagt: 'Wir gehen vorne gleich drauf'. Heute heißt es 'Der Vertikalpass in die Schnittstelle der Viererkette'. Da haben wir früher gesagt: "Spiel steil'." (Waldemar Hartmann) 15:46 "Der Individualismus ist auf der Strecke geblieben. Das gilt übrigens nicht nur für den Fußball. Das, glaube ich, ist auch in der Politik oder in der Wirtschaft das, warum es nicht weiter geht, weil die Individuellen eingegrenzt werden. Oder man lässt sie nicht im freien Lauf. Und beim Fußball ist es auch so: Sie werden gepresst in ein Schema, und die Straßenkicker, wie man sie nennt, dürfen das nicht machen. (…) Lasst die Jungs kicken, lasst die Jungs Fußball spielen." (Waldemar Hartmann) 18:32 "Auf der anderen Seite laufen die Jungs auch nicht schneller, wenn es noch mal eine Prämie von 100.000 Euro oder so gibt. Wenn Spiele entschieden werden könnten in der Halbzeitpause mit der Erhöhung der Prämie, dann hätten das schon viele versucht. Es haben viele versucht, es hat aber nicht so häufig geklappt. Also hat man es aufgegeben. Geld macht nicht schneller. Geld schießt auch keine Tore." (Waldemar Hartmann) 22:39 "Ich hänge mich so weit aus dem Fenster, dass ich sage, die Gruppe müssen wir locker überstehen, weil sonst dürfen wir uns nicht zu den Favoriten zählen." (Waldemar Hartmann) 25:00 "Ich war nie ein riesengroßer Fan von Toni Kroos. Ich war aus der Fraktion Querpass Toni. Aber die Zahlen und die Fakten sprechen für ihn. Ich bin ja auch nicht doof. Wenn einer zehn Jahre bei Real Madrid Stammspieler ist, dann muss er schon gut Fußball spielen können." (Waldemar Hartmann) 28:01 "Also wenn wir weit kommen, wird Toni Kroos der absolute Held. Wenn wir nicht weit kommen. Könnte es sein, dass Jens Spahn zitiert wird: 'Ich glaube, dass sich einige noch gegenseitig viel um Verzeihung bitten müssen'." (Waldemar Hartmann) 35:06 "Der Beste von allen: Havertz!" (Waldemar Hartmann) 40:56 "Ich mag ja dann Politiker. Viele springen ja auf den Zug auf, weil sie wissen, Fußball, Popularität und ein bisschen in der Sonne damit stehen. Aber es gibt und gab halt welche, die sind wirklich Fußballfans. Kohl war einer." (Waldemar Hartmann)
- Karl Schlögel im Interview mit Alexander Marguier – „Das ist eine ganz ernst gemeinte Kampfansage an den Westen“06.06., 12:0506.06.2024, 12:0501:03:46
Cicero – Magazin für politische Kultur Im Cicero Podcast Politik ist der Osteuropahistoriker Karl Schlögel zu Gast. Karl Schlögel ist einer der besten deutschen Russlandkenner. Er war Professor an der Universität Konstanz und an der Viadrina in Frankfurt an der Oder, ist aber kein klassischer Studierzimmergelehrter, sondern jemand, der sein Wissen über die Region, für die er sich interessiert und über die er forscht, durch zahlreiche ausgedehnte Reisen erschlossen hat. Mit Chefredakteur Alexander Marguier spricht er über Putins Hass auf den Westen, Frank Walter Steinmeiers Haltung zum Ukrainekrieg, die Zukunft Russlands und warum er über die Politik von Bundeskanzler Scholz verzweifelt. Karl Schlögel: Die Mitte liegt ostwärts. Europa im Übergang, Hanser 2002 https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/karl-schloegel-die-mitte-liegt-ostwaerts-9783446251656-t-2048 Inhalt Podcast: 22:02 "Und ich finde es unglaublich, dass der Bundespräsident, Herr Steinmeier, es sich erlaubt hat, sozusagen herablassend und in einem Ton der Verächtlichkeit von den Leuten zu sprechen, die sich mit den Waffen und der Verteidigung beschäftigen." (Karl Schlögel) 30:50 "Das kann man ja Tag für Tag sehen, dass Russland zur Avantgarde der antiwestlichen, antiliberalen oder illiberalen und autoritären Strömungen wird. Und deswegen sind diese Verbindung zu Orban oder zur AfD oder zu zu eigentlich allen rechtskonservativen und rechtsextremen Strömungen sind die nicht einfach ausgedacht und nur pur instrumentell, sondern es sind innere Verwandtschaften und diese Auseinandersetzungen zu führen, hat man den Eindruck, sind wir sehr, sehr im Hintertreffen." (Karl Schlögel) 31:42 "Das kommt mir so vor wie ein Aufwachen einer eigentlich verschlafenen Gesellschaft, die nicht mitbekommen hat, was los ist. Und das betrifft eigentlich Institutionen wie Verfassungsschutz, Nachrichtendienste, politische Parteien, die mit großer Verspätung Hybriden Warfare überhaupt wahrnimmt. Und ich muss sagen, wenn man sich in dieser Szene bewegt hat, hat man einfach vor vielen, vielen Jahren alle diese Dinge schon mitbekommen." (Karl Schlögel) 38:21 "Die Triebkraft, die dieses große postsowjetische Russland in den Krieg getrieben hat, das sind innere (Gründe) und darauf haben äußere oder diplomatische Beziehungen, das wäre eine, meiner Meinung nach, totale Überschätzung, zu glauben, dass das die Ursache dafür gewesen ist. Und ich glaube, dass es weniger die NATO, sondern dass es die Unruhen, die es in Moskau gegeben hat, eben einer wachsenden Öffentlichkeit, einer zivilen Gesellschaft, also im Zuge der der Wahlfälschungen, die Massendemonstrationen in Moskau und in anderen Städten, dass das der Hauptgrund gewesen ist, um sozusagen einen kleinen erfolgreichen Krieg zu führen, um die Ruhe im Innern wiederherzustellen." (Karl Schlögel) 40:18 "Ein modernes Russland braucht keinen Diktator. Ein modernes Russland ist offen. Ein modernes Russland hat selbstständig denkende Köpfe und er hat nichts anderes gemacht und bis auf den heutigen Tag alles, was an Potenz in diesem Land drinsteckt, macht er mundtot. Verbannt er aus dem Land, er fügt dem Land einen ungeheuren Schaden zu. Und er hat keine Vorstellungen, was eigentlich ein modernes, nicht-imperiales Russland sein könnte. Und deswegen ist er nicht nur für die Ukraine und für Europa eine Katastrophe, sondern er ist eigentlich der Zerstörer Russlands." (Karl Schlögel) 43:09 Alexander Marguier bezieht sich auf ein Gespräch zwischen Gregor Gysi und Gerhard Schröder https://www.youtube.com/watch?v=ATrLGYtRCmc 46:36 Hören Sie dazu auch den Podcast mit Peter Sloterdijk und Ralf Hanselle https://www.youtube.com/watch?v=vG8ziRYrj4Y 48:51 "Wie soll man das nennen? Darf man eine Politik, die diese Entscheidungen nicht trifft, den Ukrainern alles zu geben, was sie brauchen? Darf man das Feigheit nennen?" (Karl Schlögel) 49:50 "Wenn sie jetzt nicht mit allen Mitteln, die sie braucht, unterstützt wird, dann kommen auf uns Dinge zu, das ist vollständig klar. Die Ukrainer bezahlen jetzt, und wenn sie nicht standhalten, dann werden wir irgendwann bezahlen." (Karl Schlögel) 50:10 "Am schrecklichsten fand ich die Äußerungen von Steinmeier. Das war für mich der O-Ton, wo er sich sozusagen spöttisch äußert über dieWaffenfrage, also diese ernste Frage. Da hat man den Eindruck, die Rede von der Zeitenwende, nämlich dass man das, dass das auf uns zukommt, wir sind ja erst am Anfang, dass man das durchstehen muss, dass das Konsequenzen hat also für das Leben von der deutschen Bevölkerung, dass das etwas mit Opfern zu tun hat. Da hat man den Eindruck, es ist doch noch nicht angekommen, was es in Wirklichkeit bedeutet." (Karl Schlögel) 59:45 "Meines Erachtens kann überhaupt niemand vorhersagen, was da passieren wird. Es gibt ja eine Diskussion im Exil. Das reicht von optimistischen Aussagen wie die Neugründung einer wirklichen Föderation oder Union (…) bis hin zum Verfall." (Karl Schlögel)
- Marie-Agnes Strack-Zimmermann im Interview mit Ben Krischke – „Wir kriegen sie alle“30.05., 12:1230.05.2024, 12:1200:47:56
Cicero – Magazin für politische Kultur Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) ist eine der streitbarsten und streitfreudigsten Politikerinnen des Landes. Derzeit noch im Bundestag und als Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, demnächst aller Voraussicht nach als Abgeordnete in Brüssel, kämpft sie für ihre politischen Anliegen - etwa die Unterstützung der Ukraine mit weiteren Waffenlieferungen - und nimmt dabei selten ein Blatt vor den Mund. im Cicero Podcast Politik mit Ben Krischke spricht sie über deutsche Debattenkultur, europäische Demokratiedefizite und digitale Todesdrohungen. Inhalt Podcast: 3:05 "Es ist im Kleinen das, was wir im Großen erleben. Hartes Ego und auch Einfordern vom Staat. (…) Also dieses Einfordern, ich bezahl dafür und dann gibt es auch keinen nichts mehr dazwischen." (Marie-Agnes Strack-Zimmermann) 4:35 "Und ich bin jetzt nicht diejenige, die immer nur fragt 'Ist der Staat schuld, ist die Mutter schuld? Ist der Vater schuld?' Ich glaube, dass man auch selber mal ein Gefühl haben sollte, dass Rücksichtnahme spätestens dann interessant ist, weil man sie ja von sich selber auch oder für sich selber am besten einfordert." (Marie-Agnes Strack-Zimmermann) 9:51 Ben Krischke bezieht sich auf diese Diskussion am 20.9.2022 https://www.youtube.com/watch?v=G482kZuxWTU 15:26 "Wissen Sie, was ich glaube, was in der politischen Kommunikation so schwierig geworden ist, dass Sie aus Angst, etwas Falsches zu sagen, aus Angst, irgendjemand jetzt zu nahe zu treten, eben immer so halbseiden reden, also nicht sehr klar artikulieren. Und diese Art der Kommunikation hat sich komplett breitgemacht." (Marie-Agnes Strack-Zimmermann) 22:20 "Die Europäische Union muss von innen heraus auch bereit sein, Reformen an sich selbst durchzuführen, so wie die Union ja nicht nur das größte Friedens- und Wirtschaftsprojekt ist, sondern auch ein Rechtsstaatprojekt." (Marie-Agnes Strack-Zimmermann) 34:13 "Meine Sorge ist einfach, dass angesichts dieser Debattenkultur und, das ist keine Kultur mehr, das sind Abgründe, in die wir schauen, junge Menschen gar nicht mehr bereit sind, in die politische Diskussion zu gehen." (Marie-Agnes Strack-Zimmermann) 41:43 "Es geht einfach um große Gewaltphantasien und tiefste Respektlosigkeit. Und die bringe ich zur Anzeige. Und es hat sich auch schon rumgesprochen, so dass ich auch durchaus Emails oder in sozialen Netzwerken kriege: 'Na, ich würde ja gerne, aber ich sage es lieber nicht. Sie zeigen ja immer an'. (Marie-Agnes Strack-Zimmermann)
- Susanne Schröter im Interview mit C. Traub – „Die pro-palästinensischen Studenten blenden die Realität komplett aus"23.05., 10:2423.05.2024, 10:2400:35:21
Cicero – Magazin für politische Kultur Susanne Schröter ist Ethnologin und emeritierte Professorin an der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt am Main. Außerdem leitet sie das Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam. Zuletzt erschien ihr Buch "Der neue Kulturkampf" im Herder Verlag, der prompt zu einem Bestseller wurde. Mit Susanne Schröter spricht Cicero-Volontär Clemens Traub über die antisemitischen Proteste an den deutschen Universitäten der vergangenen Wochen und den Einfluss des Postkolonialismus auf die Geisteswissenschaft. Lesen Sie auch das Interview mit Susanne Schröter vom 9. Mai 2024 „Bedenkliche Einschränkung der Wissenschaftsfreiheit“ auf https://www.cicero.de/innenpolitik/antisemitismus-universitat-wissenschaftsfreiheit-susanne-schroter Inhalt Podcast: 9:11 "Ich hätte nie gedacht, dass das diese postkoloniale Theorie mal so dominant werden wird, dass sie sozusagen unhinterfragt ist und dass das alleine Kritik daran schon komplett moralisch diskreditiert wird." (Susanne Schröter) 9:52 "Und ja, ganz offensichtlich ist diesen Professoren es völlig gleichgültig, dass jüdische Studenten sich jetzt seit Wochen und Monaten schon gar nicht mehr an die Universitäten trauen. Also das ist ja das eigentliche Drama daran, dass man so einseitig Partei ergreift und das zulassen würde." (Susanne Schröter) 14:48 "Und dass aber diese Projektionen doch zum Teil wirklich lächerlich sind, sieht man an der Parole Queer Palace. Also das ist theoriegeleitet. (…) Im intersektionalen Feminismus geht man davon aus, dass es unterschiedliche, vom dominanten kapitalistischen Westen unterdrückte Gruppen gibt. Das sind auf der einen Seite die Völker des globalen Südens, dann sind es die Muslime, aber es sind auch die queeren Menschen. Und wenn diese Gruppen jetzt zusammen sich zusammentun, dann erhöhen sie ihre Schlagkraft. Und daher kommt die absurde Parole 'Queer Palastine'. Ungeachtet der Tatsache, dass queere Menschen in Palästina in den palästinensischen Gebieten einen außerordentlich beklagenswerten Schicksal haben." (Susanne Schröter) 18:10 "Aber eigentlich ist ja die Idee, dass der Mensch frei sein soll und von daher auch die Befreiung der Frau und die Befreiung und der Anerkennung von queeren Menschen. Das sind ja linke Ideen, und da würden Islamisten überhaupt nicht mitgehen. Das sagen sie auch ganz klar, dass ihnen das komplett gegen den Strich geht, weil das als unislamisch eben angesehen wird. Aber das nehmen die Linken in Kauf. Und wenn man dann einen gemeinsamen Gegner hat, dann läuft man auch zusammen. Und deshalb gab es auch Demonstrationen, auf denen Allahu Akbar gerufen worden ist und gleichzeitig Queer-Palästina-Plakate in die Luft gehalten wurden." (Susanne Schröter) 20:05 "Das ist eine Form kompletter Realitätsausblendung." (Susanne Schröter) ab 20:09 über die postkoloniale Deutungshoheit in der Kultur 34:00 "Ich erwarte, dass die Politik eindeutige Signale sendet. Und das hat ja unsere Wissenschaftsministerin auch getan. Dafür ist sie sehr kritisiert worden. Aber ich finde das den richtigen Weg, öffentlich auch zu sagen, 'das geht nicht. Das ist nicht legitim.' Und ich erwarte von den Universitätsleitungen, dass sie ihr Hausrecht auch in Anspruch nehmen und dass sie dafür sorgen, dass jüdische Studenten ohne Angst und ohne Bedrohung ihr Studium weiterführen können." (Susanne Schröter)
- Karl-Ludwig Kley im Interview mit Daniel Gräber – „Wirtschaftsführer folgen der Macht und äußern sich nicht deutlich“16.05., 14:5916.05.2024, 14:5900:35:44
Cicero – Magazin für politische Kultur Kaum jemand kennt die deutsche Wirtschaft besser als Karl-Ludwig Kley. Chemie, Pharma, Luftfahrt, Energie, der promovierte Jurist blickt auf Jahrzehnte zurück, in denen er als Topmanager herausragender Unternehmen den Industriestandort Deutschland geprägt hat. Inzwischen ist er Aufsichtsratsvorsitzender der Lufthansa. Kapital-Ressortleiter Daniel Gräber spricht mit Kley über sein neues Buch, die Abschaltung der deutschen Kernkraftwerke, die Energiewende der Grünen und warum man klimatechnisch unbedingt nach vorne schauen und nicht mit der Vergangenheit hadern sollte. Karl-Ludwig Kley: Klar zur Wende. So können wir das Steuer bei Klima und Energie noch rumreißen – Zehn ungehaltene Reden, DVA 2024 https://www.penguin.de/Buch/Klar-zur-Wende/Karl-Ludwig-Kley/DVA-Sachbuch/e628378.rhd Inhalt Podcast: 9:04 "Politik soll nicht wehleidig sein, wenn sie von der Wirtschaft kritisiert wird. Und die Wirtschaft soll den Mund aufmachen, wenn es wirklich Dinge gibt, die an der Politik zu kritisieren sind. Und dann kommt man zu einer Lösung, dann geht es weiter. Das ist Teil der demokratischen Diskussion, die ich meine." (Karl-Ludwig Kley) 14:21 "Mir fehlt bei dem Ganzen der Pragmatismus, die Fähigkeit zu erkennen, dass auch kleinere Maßnahmen jede Maßnahme, die das den CO2 runter bringt, ist wertvoll und wichtig. Und dann muss ich sie tun, selbst wenn sie nicht das Optimum ist. Und diesen Pragmatismus, den möchte ich gerne in der Politik wieder sehen." (Karl-Ludwig Kley) 24:02 "Mit vernünftigen Sicherheitsvorschriften. Mit solchen Umfeld Vorschriften ist das Fracking daher bei uns machbar und aus meiner Sicht auch notwendig." (Karl-Ludwig Kley) 27:05 "Und meine große Sorge ist, wenn wir uns aus der Produktion durch Kernkraftwerke jetzt abmelden, dass wir uns dann aus der Forschung und Entwicklung abmelden. Denn in der Technik, in der Physik, in der Chemie gibt es einen ganz engen Zusammenhang zwischen der wissenschaftlichen Forschung und der Umsetzung. Und wenn wir nicht mehr umsetzen können, dann verlieren wir auch an der Forschung. Und dann gehen die nach Frankreich, Kanada oder USA, um dort zu forschen. Und dann sind wir von einer möglichen Zukunftstechnologie abgeschnitten." (Karl-Ludwig Kley) 33:27 "Wir müssen auch aufpassen aus Deutschland, dass wir nicht in zu viel Parteienschelte eintreten. Wir brauchen die politischen Parteien in Deutschland zur Aufrechterhaltung unserer Demokratie, zur Willensbildung, auch zum Schaffen einer Akzeptanz in verschiedensten Bereichen der Bevölkerung. (…) Insgesamt glaube ich, haben wir im deutschen Parteiensystem schon politische Parteien, die gesamthaft ihrer Verantwortung gerecht werden." (Karl-Ludwig Kley) 34:38 "Die Wirtschaft muss sich äußern, die Wirtschaft muss sich deutlich äußern und sagen das und das geht so nicht. Und dann glaube ich unverändert an den demokratischen Dialog, dass irgendwann die Fakten und die Überzeugungskraft dazu führen, dass auch irreale Politiküberlegungen nicht mehr stattfinden. Ich vertraue auf den demokratischen Dialog. Davon werden Sie mich nicht abbringen." (Karl-Ludwig Kley)
- Oskar Roehler im Interview mit Alexander Marguier – „Das Fernsehen der letzten 20 Jahre ist ein Friedhof“09.05., 08:3009.05.2024, 08:3000:44:42
Cicero – Magazin für politische Kultur Autor und Filmregisseur Oskar Roehler spricht mit Cicero-Chefredakteur Alexander Marguier über seinen neuen Film "Bad Director", der ab dem 9.5. in den deutschen Kinos zu sehen sein wird, über sein literarisches Schaffen, sein Verhältnis zu Angela Merkel und Gerhard Schröder, über die deutsche Filmbranche und warum er der Meinung ist, dass das Fernsehen der letzten 20 Jahre ein Friedhof sei. Oskar Roehlers Film "Bad Director" basiert auf seinem Roman "Selbstverfickung", Ullstein 2019 https://www.ullstein.de/werke/selbstverfickung/taschenbuch/9783548291673 06:42 "Wenn ich zu Hause an der Schreibmaschine sitze, dann habe ich die 100%ige Kontrolle. Und wenn ich am Set bin, dann geht die verloren durch unglaublich viele Imponderabilien, die stündlich eintreffen können, von Stürmen, Regenschauern, schlechter Laune, Durchfall des Hauptdarstellers bis hin zu katastrophalen Missverständnissen, Liebesentzügen, Machtspielen. Man begibt sich da auf ein relativ, sage ich mal, gefährliches Terrain. Und man muss es aushalten. (Oskar Roehler) 19:31 "Und das ist für mich so eine Antwort auf dieses ganze prüde, verlogene, im Film jetzt auch quasi so Wiederentdeckung dieser Sachen, die, die so camp waren und politisch total unkorrekt waren, aber einfach phantastischen Spaß gemacht haben und die man nie versucht hat einzuordnen als dies oder das oder jenes." (Oskar Roehler) 23:06 "Aber ich bin tatsächlich mit mit einem Heroen wie Willy Brandt im Grunde in meiner Kindheit groß geworden. Und Schröder hatte Format und mir fiel das ganz schwer bei (Angela) Merkel irgendeine Art von geistiger Eleganz, intellektueller Neugier, von einer bestimmten Art von Ausstrahlung, wie ich mir ein Politiker vorstelle, (zu erkennen)." (Oskar Roehler) 31:01 "Ich glaube, der Grund, weshalb ich aus der Filmakademie und aus verschiedenen dieser Geschichten da auch rausgegangen bin, ist, dass ich so das Gefühl habe, dass den Leuten, auch den Machern, das Gehirn eingeschlafen ist. Da passiert nichts." (Oskar Roehler)