
Episoden
257- Wirtschaftswissenschaftler Stefan Kooths: „Die Nazi-Keule lassen sich die Leute nicht mehr gefallen“02.10., 12:0002.10.2025, 12:0001:11:22
Cicero – Magazin für politische Kultur Die Bundesrepublik versinkt in Bürokratie und Regulierung. Können wir uns an Argentiniens Präsident Javier Milei ein Beispiel nehmen? Über diese Frage diskutiert Stefan Kooths, Konjunkturchef am Kieler Institut für Weltwirtschaft und einer der profiliertesten liberalen Denker in Deutschland, mit Cicero-Wirtschaftsressortleiter Carsten Korfmacher. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Titelgeschichte unserer Oktober-Ausgabe von Carsten Korfmacher: Katharsis per Kettensäge Inhalt Podcast: 06:03 "Es ging ja Milei nie darum, diejenigen zu drangsalieren, die auf staatliche Hilfe angewiesen sind aufgrund der ökonomischen Malaise, sondern diejenigen, die sich zwischen den Staat und die Bedürftigen geklemmt haben. Also könnte man fast von einer Sozialindustrie sprechen. Die also durchgesetzt haben, das Privileg zu haben, dass die staatlichen Hilfsgelder durch ihre Kassen den Bedürftigen zukommen sollten, dass die aus dem Spiel genommen wurden. Denn bei diesem Durchlauf ist ziemlich viel hängen geblieben und die haben natürlich großes Interesse daran, diese Privilegen zu behalten." (Stefan Kooths) 11:33 "Es braucht dann eben wirklich Menschen, die das verstehen, die verstehen, dass Märkte nicht sind, was sich gegen die Interessen der Menschen richtet, sondern ganz im Gegenteil, sondern dass Märke der beste Mechanismus sind, durch den sich Menschen ökonomisch koordinieren können und zwar zum gegenseitigen Vorteil und damit eben auch zum Vorteil der Gesamtwirtschaft." (Stefan Kooths) 14:21 "Das ist, finde ich, die wichtigste Botschaft, die wir von Argentinien hier nach Europa insgesamt, nicht nur nach Deutschland, transferieren sollten. Nämlich, dass eine gute Standortpolitik, gute ökonomische Bedingungen für diejenigen, die hier in Europa, in Deutschland ökonomisch unterwegs sein wollen, dass das wichtig ist für die Immobilen, das heißt für die schwächsten, technisch ausgedrückt Produktionsfaktoren, also für die Arbeitskräfte, die nicht die Option haben, auch woanders hinzuziehen. Für die brauchen wir eine gute Standortpolitik. " (Stefan Kooths) 18:08 "Wo sind Hindernisse daran überhaupt, Reformen umzusetzen hier in Deutschland?" (Carsten Korfmacher) "Es ist sicherlich der Umstand, den ich auch schon angesprochen hatte, dass es vielen immer noch sehr gut geht. Die sagen, selbst wenn dieses Land sich gar nicht mehr groß entwickelt, das, was ich schon als Wohlstand habe, reicht. Und wir haben eher so eine Mentalität, sich festzukrallen an dem, was man schon erreicht hat. Das steht dann aber leider dem Fortschritt entgegen. Und steht vor allen Dingen der Reformnotwendigkeit entgegen. Das Nichtstun bedeutet, dass es schlechter wird." (Stefan Kooths) 22:55 "Es braucht eine Wirtschafts- und Finanzpolitik, die ein gemeinsames Grundverständnis entwickelt und denen dann eben auch folgt. (…) Aber darin liegt natürlich auch ein riesiges Potenzial. Also wir haben erhebliche Produktivitätsreserven dadurch, dass wir all die Reformen, die wir auch zum Teil schon angesprochen haben, eben liegen gelassen haben. Das bedeutet aber, eine Bundesregierung, die das jetzt angeht, und zwar auf möglichst allen Gebieten angeht. Von der Energiepolitik bis zur Rentenpolitik, die könnte dann tatsächlich eine ökonomische Dynamik entfalten, die dann auch in einer Übergangszeit diese liegen gelassenen Produktivitätsreserven hebt. " (Stefan Kooths) 1:03:01 Den Podcast mit Vince Ebert hören Sie hier oder sehen Sie als Videopodcast hier. 01:07:41 "Das ist ein Tabu, das hätte man sorgsam bewahren sollen. Stattdessen hat man es als billige Keule benutzt, um auf den politischen Gegner in ganz anderen Politikfeldern einzuschlagen. Das muss aufhören. Ich nehme wahr, dass es auch aufhört, dass sich Menschen das auch nicht mehr gefallen lassen, dass bei jedem Widerspruch sofort die Nazi-Keule rausgeholt wird. Das ist eine absolute Diskursverirrung gewesen in diesem Land. Da sollten alle mal in sich gehen, die daran beteiligt waren, und schleunigst damit Schluss machen." (Stefan Kooths) 1:10:04 "Also die intellektuelle Schlagkraft des Liberalismus, und zwar über die Jahrhunderte, hat sich auch dadurch entwickelt, dass man sich immer mit den jeweiligen sozial-philosophischen Gegnern auseinandergesetzt hat. Und zwar indem man erst mal versucht hat zu verstehen, wie kommen die denn eigentlich zu ihren Schlussfolgerungen. Und daran ist auch das gesamte liberale Theoriegebäude überhaupt erst gereift und so stark geworden, wie es sich heute darstellt. Und zum anderen würde ich ihnen immer wieder zurufen, am Ende regieren Ideen die Welt und auf lange Sicht setzen sich auch die guten Ideen durch, die richtigen Ideen durch. Und gerade wenn man jung ist, sollte man doch das Ziel haben, das auch dann auf die Pferde zu setzen, die langfristig gewinnen." (Stefan Kooths)
- Österreichischer Bundeskanzler a.D. Alexander Schallenberg: „Europa braucht mehr Mut zur Disruption“25.09., 12:0025.09.2025, 12:0000:50:34
Cicero – Magazin für politische Kultur Gaza, Ukraine, Trumps Amerika und der aufstrebende globale Süden: Die Welt verändert sich derzeit fundamental. Aber Europa steht scheinbar nur als Zaungast am Spielfeldrand. Der frühere österreichische Bundeskanzler Alexander Schallenberg erklärt im Cicero Podcast Politik mit Chefredakteur Alexander Marguier, was schiefgelaufen ist und wie der „alte Kontinent“ zu alter Größe zurückfinden kann. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Titelgeschichte unserer Oktober-Ausgabe von Carsten Korfmacher: Katharsis per Kettensäge Inhalt Podcast: 5:30: "Der Erste der uns gesagt hat, ihr seid nicht mehr unser Fokus, war Obama. Nur hat der es sehr freundlich gesagt. Beiden hat dasselbe gesagt, alle haben dasselbe gesagt. Sie haben es freundlich gesagt und wir haben beschlossen, nicht wirklich zuzuhören, bis der Trump kam und uns Gesicht gebrüht hat." (Alexander Schellenberg) 6:59: "Das Wichtigste, was wir in Europa ändern müssen, und das bezieht sich wieder auf Ihre erste Frage, 'A change of mindset'. Es ist unsere Grundhaltung. Der Europäer, ich mach mal das Gefühl, lebt in einem Kontinent der Untergangspropheten. Und in dieser Disziplin wollen die Österreicher immer einen Stockerplatz haben. Ich vermute, dass wir uns da mit dem Deutschen fast schon ein Foto-Finish liefern." (Alexander Schellenberg) 12:21 "Ich bin persönlich wirklich davon überzeugt, dass das Versprechen der absoluten Fairness durch Freiheit, nämlich in den Social Media, einfach ein Fehler war. Die sozialen Medien sind eigentlich für mich ein Todesstoß für den Dialog." (Alexander Schellenberg) 23:19 "Wir merken das heute noch, dass wir ein massives Problem haben, wie wir diese Menschen schrittweise in die Gesellschaft integrieren können und dass das natürlich enorme Wellen schlägt. Die Menschen das Gefühl haben, ihr Bezirk, ihr Umfeld, ihre Gemeinde gehört eigentlich gar nicht mehr ihnen. Und dass das sich politisch dann im Wahlverhalten niederschlägt, ist nicht verwunderlich." (Alexander Schellenberg) 27:00 "Jetzt ganz überspitzt gesagt, wenn dein Job in Frage steht, du Angst hast um deine physische Unversehrtheit, deine Sicherheit, weil Krieg zurückgekehrt ist, ist vielleicht das Thema Mülltrennen und du brauchst jetzt einen fünften Mülleimer, das falsche. Und wir haben uns vielleicht das Gesellschaft viel zu sehr, ich bezeichne es immer, mit der Kirsche am Kuchen beschäftigt. Minderheitenschutz. Die Frage ist, jetzt haben wir einen Kuchen. Haben wir in 20 Jahren noch einen Kucken? (…) Und ich glaube, die wirkliche Sorge, die wir haben, ist, wie können wir eine Dialogfähigkeit, eine Kompromissfähigkeit auf unsere Gesellschaft erhalten, mit allen Unterschieden zwischen links, rechts, die aber vor allem demokratisch und rechtsstaatlich bleiben." (Alexander Schellenberg) 30:03 "Brauchen wir Europäer mehr Mut zu dieser Milei'schen Kettensäge?" (Alexander Marguier) "Also eine kurze provokante Antwort wäre: Ja, absolut." (Alexander Schellenberg) 38:56 "Jetzt machen wir doch nicht den Fehler in unserer Welt der Emotionalisierung und der Erregtheitszustände, die wir täglich 20-mal praktizieren und uns ihnen hingeben, dass wir das Augenmaß verlieren, das unsere Vorväter im Kalten Krieg, in diese ideologischen Auseinandersetzungen sehr wohl hatte." (Alexander Schellenberg)
- Teseo La Marca im Interview mit Ben Krischke – „In der Islam-Debatte brauchen wir mehr wachsame Gelassenheit“18.09., 13:0918.09.2025, 13:0900:44:52
Cicero – Magazin für Politische Kultur Der Journalist Teseo La Marca findet, dass die deutsche Islam-Debatte aus dem Ruder gelaufen ist. Darüber hat er ein Buch geschrieben. Im Gespräch mit Cicero-Redakteur Ben Krischke kritisiert er linke Verharmlosung und rechte Übertreibung – und erklärt, was im Islam falsch läuft. Probieren Sie es einfach aus: https://www.cicero.de/innenpolitik/ende-des-frankfurter-forschungszentrums-globaler-islam-kritische-islamforschung-susanne-schroter Ben Krischke bezieht sich auf das aktuelle Buch von Teseo La Marca: Die fehlgeleitete Islam-Debatte und ihre Folgen. Ein notwendiger Realitäts-Check, 2025
- Ferdinand Knauß im Interview mit Ben Krischke – „In NRW ist Migration das Thema Nummer Eins“15.09., 17:5015.09.2025, 17:5000:16:03
Cicero – Magazin für Politische Kultur Nordrhein-Westfalen hat am Sonntag gewählt. Stärkste Kraft ist die CDU geworden, mit knapp 33,5 Prozent. Doch die AfD konnte ihr Ergebnis fast verdreifachen. Was diese Wahlergebnisse für NRW bedeuten, aber auch für die Bundesrepublik, das bespricht Ben Krischke mit Cicero-Redakteur Ferdinand Knauß. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus: https://www.cicero.de/innenpolitik/ende-des-frankfurter-forschungszentrums-globaler-islam-kritische-islamforschung-susanne-schroter Ben Krischke bezeiht sich auf das aktuelle Buch von Teseo La Marca: Die fehlgeleitete Islam-Debatte und ihre Folgen. Ein notwendiger Realitäts-Check,
- ARD-Rebellin Julia Ruhs im Interview – „Du wirst sofort in die Nazi-Ecke geschoben“11.09., 11:4411.09.2025, 11:4400:55:28
Cicero – Magazin für Politische Kultur Heute zu Gast: die konservative ARD-Rebellin Julia Ruhs. Mit ihrem Buch „Linksgrüne Meinungsmacht“ und ihrer NDR-Sendung „klar“ sorgt sie für Aufsehen – und für scharfe Kritik von Jan Böhmermann. Wir sprechen über die Abgehobenheit des journalistischen Milieus und die Vertrauenskrise der Medien. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus: Im Visier der Hamas Julia Ruhs: Links-grüne Meinungsmacht. Die Spaltung unseres Landes, Langenmüller Verlag 2025 https://www.langenmueller.de/de/links-grune-meinungsmacht40374919783784437491 Inhalt Podcast: 4:14 "Positionen, die eher links der Mitte waren, die konnte man laut offen äußern. Es gab viele Themen, die medial auch gesetzt wurden, aber alles, was auf der anderen Seite rangiert hat, da wurde man schnell… oder da hat man Angst gehabt, das sozusagen anzufassen als Thema, weil das sehr schnell dann natürlich auch im Diskurs verächtlich gemacht wurde. Du wirst halt in diese Nazi-Ecke reingeschoben, weshalb auch viele Journalisten die Finger davon gelassen haben. Und das halte ich für ein Riesenproblem, dass man nicht mehr in den Medien nicht mehr die Bevölkerungsmeinungen widerspiegelt." (Julia Ruhs) 5:24 "Aber dadurch, dass wir, glaube ich, insgesamt auch als Medien zu wenig kritisch waren in den letzten Jahren, was bestimmte Themen anging, also auch Willkommenskultur, Migration oder auch während der Corona-Pandemie, dass man zu sehr sich angepasst hat an das, was regierungsseitig gewollt wurde und sich nicht getraut hat, ordentlich gegenzubürsten, hat es dazu beigetragen, dass Vertrauen verloren gegangen ist in den etablierten Medien und warum wir jetzt auch bemerken, warum andere stärker werden. Und dann finde ich das immer so ein bisschen, also ich rege mich da immer ziemlich drüber auf, weil ich mir denke, wenn ihr es kritisieren wollt, dass alternative Medien uns jetzt in den Rang ablaufen oder immer stärker werden, dann muss man sich an die eigene Nase fassen." (Julia Ruhs) "Es geht hier nicht um Gegenräte, sondern es geht um, also Niederprülen am Ende. Also so eindreschen mit dieser Keule, dass du Mundtut gemacht werden sollst, und dass halt viele auch sagen, das tun sie sich nicht mehr an, dann sagen sie, das ist halt nicht mehr im Freundesbekrankenkreis, oder schon gar nicht auf Social Media, und dann rückt natürlich mit der Zeit, wenn sich Leute daran halten, und dann vorsichtiger werden, rückt halt, dass der politische Diskurs immer weiter nach links, weil alles andere ist plötzlich dann im Reich das Unsagbaren, und dann heißt, wenn man das einmal gewagt hat, wieder was in die rechte Gerichtung zu sagen, heißt dann gleich wieder, dass man jetzt den Raum des Sagbaren, jetzt wieder ausgeweitet hat, wo ich mir dann, ja, natürlich, also der Raum des Sagbaren wurde die letzten Jahre immer enger gezogen, deswegen muss man den auch ausweiten." (Julia Ruhs)
- Christian Schubert im Interview mit Ralf Hanselle – „Der Transhumanismus träumt von einer sinnentleerten Welt“04.09., 17:3304.09.2025, 17:3300:42:41
Cicero – Magazin für Politische Kultur Der Transhumanismus träumt von einer Welt, in der Mensch und Maschine verschmelzen und Leiden der Vergangenheit angehören. Ralf Hanselle beleuchtet im Gespräch mit dem renommierten Neuroimmunologen Christian Schubert die Risiken und Grenzen dieser Zukunftsphantasie. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus: Zauberberg Inhalt Podcast: 14:57 "Also diese ganzen technischen Erneuerungen und sogenannten Fortschritte sind ja nur immer nur in einer bestimmten Dimensionalität weiter. Sie schaffen ja nie eine … Ich sag jetzt mal fraktale Dimensionalität, also zwischen 1 und 2 oder zwischen 2 und 3. Und das ist etwas, was das Leben aber ausmacht. Sie können schlicht und ergreifend das Leben nicht nachbilden und damit werden sie versagen." (Christian Schubert)
- Roman Beck im Interview mit Carsten Korfmacher – „Kryptos werden die Welt grundlegend verändern“28.08., 12:1928.08.2025, 12:1901:07:50
Cicero – Magazin für politische Kultur Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit findet eine Revolution statt. Sie wird unser Leben verändern und den geopolitischen Kampf der Systeme entscheiden. Im Gespräch mit Ressortleiter Carsten Korfmacher erläutert Roman Beck, einer der weltweit führenden Blockchain-Experten, die Hintergründe. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus: Investoren und das Edelmetall in goldenen Zeiten Inhalt Podcast: 18:36 "Wir sind natürlich alle ein Stück weit auch Opfer unserer Pfadabhängigkeit, unserer Sozialisierung, unseres Gesellschaftssystems. Und es fällt uns sehr schwierig, sich etwas anderes vorzustellen. Das heißt aber nicht, dass andere Wege zum Beispiel Zahlungsmöglichkeiten zu generieren unmöglich sind. Wir müssen uns da freimachen und stärker und manchmal würde ich mir auch wünschen, ein bisschen mehr Zuversicht in Technologien haben, um nämlich nicht nur die möglichen Gefahren zu sehen, die zweifelsohne bestehen, aber auch die Möglichkeiten, die damit einhergehen. sehr basale Probleme zu adressieren, die wir haben und das in einer höheren Effizienz unter Verteidigung von Werten. Diese Werte müssen natürlich auch diskutiert werden, gesellschaftlich." (Roman Beck) 27:27 "Wenn ich jetzt komme und sage, ich habe hier diese Technologie, die erklärungsbedürftig ist, die macht etwas besser ohne diese Leute, ohne zu verstehen, wie das funktioniert, dann ist es natürlich relativ nachvollziehbar, dass Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft da erstmal mit einer gewissen Zurückhaltung reagieren, weil natürlich auch unmittelbar die Frage im Raum steht, greift das auch mein Geschäftsmodell an, greift es meine Position an und wir reden im Wesentlichen davon, dass es natürlich eine massive digitale Transformation darstellt und eine Machtverschiebung weg von denjenigen, die heute als Gatekeeper, als Wächter, als Market-Makers agieren, hin dezentral zu denjenigen, die eigentlich die Hoheit über ihre Daten haben sollten." (Roman Beck) 39:00 "Und Sie sehen ja auch verschiedene Regionen in der Welt, die mit anderen Herangehensweisen diese Technologie nutzbar machen, aber dann auch entsprechend verschiedene, unterschiedliche Werte realisieren. Und der Diskurs, der fehlt in Europa, in Deutschland. Was wollen wir? Welche Form von digitaler Zukunft wollen wir, wie schaffen wir Werte, wie bleiben wir unabhängig, wie werden wir geschäftsfähig? In der Zukunft. Das ist eine große Diskussion, die überfällig ist in Deutschland." (Roman Beck) 40:50 "Die Warner haben recht, wenn auf einmal Blockchain-Lösungen, blockchainbasierte Anwendungen auf unseren Smartphones sich breitmachen, die aus China, aus USA, aus Russland, wo auch immer kommen, aber eben nicht aus Deutschland, nicht aus Europa, keine Wertschöpfung in Deutschland, in Europa generieren und darüber hinaus noch Logiken exekutieren und auch Rechte oder auch Rechten wegnehmen von anderen Regionen der Welt, die wir so gar nicht wollen, aber uns fehlen dann die Alternativen. Schon heute haben wir kein europäisches Zahlungssystem. Visa, Mastercard, Apple Pay, Alibaba, Paypal. Ich meine, sie können die ganze Palette jetzt mal auflisten. Die kommen alle nicht aus Europa und Souveränität bedeutet, den Stecker ziehen zu können, bevor ihn andere für Sie ziehen. Und wir können den Steckern nicht ziehen, wir können nicht sagen, wir disconnecten, wir verabschieden uns von einer Lösung, die wir nicht wollen, weil wir eine Alternative haben, von der wir glauben, die ist besser, aber wir haben diese Alternative nicht. Und das ist das große Problem, in das wir immer wieder hineingelaufen sind in Europa, in Deutschland, wir waren sehr kritisch mit Technologien. Dann sind die im Ausland weiterentwickelt worden und als die ausgereift waren, kamen die zurück. Und wir waren nicht Entwickler, sondern wir waren nur noch die Anwender." (Roman Beck)
- Vince Ebert – „Linke Traumtänzer konnten sich austoben, da alle das Maul gehalten haben“21.08., 13:2921.08.2025, 13:2900:54:02
Cicero – Magazin für politische Kultur Deutschland hat den Verstand verloren, sagt Physiker und Comedian Vince Ebert. Verantwortlich dafür sind Duckmäuser in Politik und Wirtschaft, naive Liberale und Linksgrüne, die sich endgültig von den Werten der Aufklärung verabschiedet haben. Irgendwie merken wir alle, dass in Deutschland irgendetwas schief läuft. Häufig machen wir das an einzelnen Problemen fest: Die Bahn kommt kaum noch pünktlich, der Wirtschaft geht es immer schlechter, das Land wählt konservativ, bekommt aber nur noch linke Regierungen. Das irgendwie fehlt das große Ganze, die überragende Erzählung, die erklärt, wie all dies geschehen konnte. Eine solche Erklärung hat Physiker und Comedian Vince Ebert in seinem neuesten Buch, das den passenden Titel „Wot se Fack, Deutschland?“ trägt, vorgelegt. Sein Credo: Deutschland hat im wahrsten Sinne des Wortes den Verstand verloren. Werte wie Wahrheit, Rationalität und Vernunft ziehen regelmäßig den Kürzeren, wenn sie in den Wettbewerb mit dem Wahnsinn der Ideologie treten. Im Cicero Podcast Gesellschaft erläutert Vince Ebert, was genau er damit meint. Mit einer gesunden Mischung aus Ernsthaftigkeit und trockenem Humor nimmt Ebert alle diejenigen aufs Korn, die er für die Fehlentwicklungen in Deutschland verantwortlich hält: das linksgrüne Milieu, das in seinem Kampf gegen die Werte der Aufklärung zunehmend fundamentalistisch wird. Politiker und CEOs, die sich nicht trauen, ihre wirkliche Meinung öffentlich kundzutun. Und naive Liberale, denen es im Kampf gegen die Feinde der Freiheit an Robustheit fehlt. Inhalt Podcast: 09:14 "Was weiß ich in Stuttgart zum Porsche an die Stanze und produzieren da unsere Autos und lassen die Traumtänzer von Greenpeace oder von den Klimaleuten, lassen die mal so machen und inzwischen merken wir, das fällt uns total auf die Füße, dass wir seit 20 Jahren, seit 30 Jahren eigentlich das Maul gehalten haben und das hat dazu geführt, dass die geologisierten Render. Die Deutungshoheit übernommen haben." (Vince Ebert) 22:12 "Es wird ja immer von den Linken gesagt, Cancel Culture ist ein rechtes Narrativ, es existiert nicht und wenn du es trotzdem sagst, dann ziehen wir dich aus dem Diskurs raus. Also das Problem ist auf jeden Fall da. Das Problem ist in der Kulturszene auf jeden Fall, da das ist, das habe ich beobachtet, als ich vor 25 Jahren auf der Bühne angefangen hat, jeder von uns, da ging es darum Gags zu schreiben, bei denen die Leute lachen. Und heute sollte man Gags schreiben, bei denen die richtigen Leute lachten. Wenn die falschen Leute lachen, dann ist dann schon auch Widerstand da." (Vince Ebert) 39:57 "Man kann durch so ein politisches System ein Land komplett in den Abgrund wirtschaften und die Indizien in Deutschland und in Europa gehen in diese Richtung. Das muss man einfach mal ganz knallhart sagen. Und wenn wir diesen Dreher nicht bekommen, dann dauert das vielleicht noch 10, 15, 20 Jahre. Aber dann werden wir… Auch in dieser, dann werden wir irgendwann auch mal mit dem Rücken an der Wand stehen. Und ja, ich weiß nicht, der Schmerz ist anscheinend noch nicht groß genug." (Vince Ebert) 45:47 "Wenn jemand das Kalifat hier errichten möchte, wenn jemand sagt … Möchte gerne meine 14-jährige Tochter verschleiern, zwangsverschleiern oder zwangsverheiraten, dann ist es nicht, dann hat es nichts mit Liberalität zu tun, zu sagen, andere Länder, andere Sitten können die doch machen. Sondern da muss man eben auch mal sagen, nein, wir haben bestimmte aufklärerische Werte und über die kann man nicht diskutieren. Wer das anders möchte. Sorry, dann ist Deutschland hier nicht deine Heimat." (Vince Ebert)
- Frank Urbaniok im Interview mit Clemens Traub – Ausländerkriminalität: „Kein deutscher Verlag hat sich getraut“14.08., 12:0014.08.2025, 12:0000:40:52
Cicero – Magazin für politische Kultur Im Cicero Podcast spricht Clemens Traub mit Frank Urbaniok, dem bekanntesten forensischen Psychiater der Schweiz. In seinem neuen Buch „Schattenseiten der Migration“ bricht Urbaniok ein Tabu: Er spricht über Ausländerkriminalität – faktenbasiert, differenziert und gegen den Strom. Ein Gespräch über Mut, Kontroversen und die Grenzen des Sagbaren. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus: Im Visier der Hamas Inhalt Podcast: 4:49 "Dann ergibt sich ein differenziertes und auch ein erschreckendes Bild, dass man nämlich sieht, dass bestimmte Nationalitäten, also Menschen mit einem bestimmten Migrationshintergrund, in der Gewalt und Sexualkriminalität massiv überrepräsentiert sind. Wir reden davon Überrepräsentationen von 300, 500, 800, 1.000, 1.500 Prozent und mehr. Und das sind ja keine abstrakten Zahlen, sondern das sind dann Fakten, bei denen Menschen zum Opfer werden." (Frank Urbaniok) 24:52 "Und es ist so, dass die Menschen in ihrem alltäglichen Leben Erfahrungen machen, die sich in diesen Statements der Experten und der Politiker nicht abbilden. Die sehen, was die Probleme sind, wenn sie 95% Migrationsanteile in den Schulklassen haben. Die kennen die Probleme nachts am Bahnhof. Die kennen, die Probleme im öffentlichen Raum, wenn man bedroht wird. Die wissen, was Messerkriminalität ist. Die wissen mit wem man sich nicht anlegt. Die kennen Clankriminalität aus der nächsten Umgebung. All diese Phänomene nehmen die Menschen wahr. Ich kriege, seit ich dieses Beruf geschrieben habe, ich kriege permanent Zuschriften von ganz normalen Bürgerinnen und Bürger, die mir Erlebnisse aus ihrem Alltag schildern. Es gibt übrigens auch Journalisten, die sich melden, die mir dann sagen, ich habe das Thema versucht in der Redaktion zu bearbeiten und man hat es dann mit dem Argument, das ist Wasser auf die Mühlen der AfD, konnte ich das nicht publizieren, konnte die Zahlen nicht veröffentlichen. Ich kriege jede Menge solcher Meldungen und das ist so schlecht, weil die Menschen verlieren das Vertrauen in die Experten, in die Wissenschaft und in die Politik und die Handlungsfähigkeit des Staates und deswegen ist das so schädlich und mich stört das auch enorm." (Frank Urbaniok) Frank Urbaniok: Schattenseiten der Migration. Zahlen, Fakten, Lösungen, Voima Verlag 2025 https://voima-verlag.ch/product/migration-zahlen-fakten-loesungen/
- Tim Raue im Interview mit Julia Marguier – „Die Küche ist Diktatur“07.08., 12:0907.08.2025, 12:0900:42:11
Cicero – Magazin für politische Kultur Sternkoch Tim Raue spricht im Cicero Podcast Gesellschaft mit Julia Marguier über die harte Schule seiner Jugend, über mangelnde Leistungsbereitschaft in Deutschland – und warum er immer öfter an der Politik verzweifelt. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus: Im Visier der Hamas Inhalt Podcast: 18:27 "Was mir auf den Keks geht, sind Menschen, die kommen, die mir erzählen wollen, wie ich was zu machen habe. Und das steht niemandem zu. Das steht einfach niemandem zu, anderen das zu diktieren. Und ich als Liberaler habe natürlich eh ein Problem mit Linken, die alles verbieten wollen, die alles glattbügeln wollen, für die nur ihre Meinung zählt. Das ist nicht Demokratie." (Tim Raue) 21:11 "Die Linken haben ja nichts geleistet. Die, die da stehen, die Politiker. Die haben keine Betriebe geführt. Die haben keine Menschen ausgebildet. Die haben niemanden angestellt. Die haben kein Geld verdient, was sie eingezahlt haben. Ich pauschalisiere jetzt. Aber das ist eben meinen Eindruck. Und wollen uns erzählen, was mit dem Geld, was wir erwirtschaften, was wir ja an den Staat geben, dass das einfach mal so rausgeballert wird. Dass wir alle gleichgemacht werden. Und da bin ich eben auch dagegen. Trotzdem ertrage ich das. Und komme nicht auf die Idee zu sagen, die müssen verboten werden." (Tim Raue) 24:26 "Ich sehe es so, dass ich mit jedem Teller jemanden entweder begeistern kann, oder ich kann ihn abfacken. Und das will ich nicht. Ich möchte diese Chance nutzen, das Bestmögliche aus mir rauszuholen. Und natürlich bin ich extrem getrieben. Das weiß ich auch. Das ist mir auch bewusst, und ich habe mich verbessert. Früher hätte ich denjenigen, der den Lachs hat fallen, wüst beschimpft. Und hätte ich versucht, meine Entrüstung verbal auszudrücken. Das mache ich heute nicht mehr. Ich werde nicht persönlich. Aber ich mache ihm schon klar, dass das so nicht geht." (Tim Raue) 32:55 "Viele, die heute Politiker sind, sind das nicht geworden, weil sie in der Wirtschaft erfolgreich waren und sie etwas zurückgeben wollen an ihren Staat, sondern das sind Berufspolitiker, die in ihrem Leben nie wirklich gearbeitet haben, die eben kein Unternehmen geführt haben und denen es um ihre Pfründe geht, denen es natürlich darum geht, in ihrem Job erfolgreich zu sein, weil sie dann mehr Geld kriegen, aber völlig dabei vergessen, was ihre eigentliche Aufgabe ist, dass es dem Volk gut geht." (Tim Raue)
- Karl Olsberg im Interview mit Ralf Hanselle – „Ein paar Typen aus dem Silicon Valley zocken um unsere Zukunft“31.07., 12:0031.07.2025, 12:0000:41:48
Cicero – Magazin für politische Kultur Kaum ein Thema treibt die globalen Tech-Unternehmen zur Zeit derart an wie die Entwicklung einer künstlichen Superintelligenz (ASI). Doch eine KI, die die kognitiven Fähigkeiten des Menschen überschreitet, birgt immense Gefahren. Der KI-Experte und Science-Fiction Autor Karl Olsberg im Gespräch mit Ralf Hanselle über existenzielle Bedrohungen, die durch künstliche neuronale Netze lauern. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus: Künstliche Intelligenz statt Bildung Inhalt Podcast: 10:09 "Wir sind noch nicht an dem Punkt, dass KI uns in jeder Hinsicht erreicht oder überflügelt. Aber KI kann schon ganz, ganz vieles besser als wir. Und es gibt keinen Grund, aus meiner Sicht zu sagen, irgendetwas wird KI nie können, was wir können. Wie genau sich das entwickelt, ist schwer zu prognostizieren, aber momentan entwickelt sich es viel schneller, als ich erwartet habe und ich befürchte tatsächlich, dass wir relativ bald an einem Punkt sind, wo zumindest bestimmte Fähigkeiten, die Menschen heute haben und KI noch nicht, KI auch erreichen wird und dann wird es meiner Ansicht nach sehr gefährlich." (Karl Olsberg) 18:37 "Ich habe auch bei KI prinzipiell die Hoffnung, wenn wir das alles im Griff behalten, dass uns das mehr Vorteile als Nachteile bringt, aber der Umbruch wird natürlich sehr, sehr hart. Und wenn wir das nicht in den Griff bekommen, wenn das quasi nur in der Hand von ein paar neuen Fürsten, könnte man fast sagen, wie Sam Altman von OpenAI, wenn die entscheiden, oder Elon Musk, wie unsere Zukunft aussieht, dann wird es, glaube ich, auch an der Stelle düster. Das macht mir auch Sorgen, aber es ist halt nicht mein Hauptthema, weil das nützt uns alles gar nichts, diese ganze Diskussion, wenn es tatsächlich so kommt, wie einige befürchten, dass die KI uns außer Kontrolle gerät und wir praktisch überhaupt keine Möglichkeit mehr haben, die Zukunft zu bestimmen, weil die KI entscheidet, was passiert. Das wäre das Worst-Case-Szenario und das ist das, was mir am meisten Sorgen macht." (Karl Olsberg) 22:10 "Es kann auch sein, dass die Skeptiker Recht haben und sagen, ach was, das ist alles übertrieben, das alles Hype, das dauert noch, so weit sind wir noch nicht, wie ihr glaubt. Möglich, ich hoffe, dass es so ist. Aber es kann genauso gut umgekehrt sein. Es kann sein, dass nächstes Jahr oder in drei Monaten jemand mit einer KI kommt, die alle umhaut und die dann plötzlich irgendwelche Dinge macht, mit denen keiner gerechnet hat." (Karl Olsberg) 26:41 "Also was mir am liebsten wäre, wäre erstmal, dass wir eine möglichst große, breite Diskussion über dieses Thema haben, weil die meisten Menschen wissen überhaupt nicht, dass da ein paar Leute mit Silicon Valley in ihrer Zukunft zocken." (Karl Olsberg) 38:32 "Wenn man so das redet, was ich jetzt gerade so gesagt habe und vor den Gefahren warnt, dann wird man natürlich schnell so in die Ecke gestellt, der ist gegen Technik, der ist gegen KI. Nein, bin ich nicht, schon alleine, weil ich selber auch KI entwickelt habe, KI-Firmen gegründet habe, kann man mir das eigentlich nicht nachsagen. Aber ich glaube tatsächlich, dass KI ein echter Segen für die Menschheit sein kann, wie jede Technik letzten Endes, wenn man sie richtig nutzt." (Karl Olsberg)
- Karoline Preisler im Interview mit Clemens Traub – „Sie wollen mich töten, aber ich mache es ihnen nicht leicht“24.07., 13:0024.07.2025, 13:0001:02:29
Cicero – Magazin für politische Kultur Die Juristin Karoline Preisler berichtet von massiven Bedrohungen, die sie regelmäßig bei pro-palästinensischen Demonstrationen erlebt – darunter Morddrohungen, körperliche Angriffe und gezielte Einschüchterung. Sie beschreibt, wie sich das Protestklima seit dem 7. Oktober 2023 radikalisiert hat und warnt vor der demokratiefeindlichen Kraft aus Linksextremismus, Islamismus und organisiertem Clan-Milieu. Trotz aller Gefahren betont sie, dass sie weiterkämpfen will – für eine offene Gesellschaft und gegen Antisemitismus. Möchten Sie die Titelgeschichte auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Sie finden die aktuelle Titelgeschichte von Clemens Traub "Im Visier der Hamas. Wie die Terror-Organisation nach Deutschland ausgreift" auf cicero.de 05:03 "Wir werden ständig angespuckt. Und zwar nicht etwa, weil Leute eine feuchte Aussprache haben, sondern weil es eben Teil der Missachtung ist, dazugehören. Sie spucken einen ins Gesicht, sie spucken einem in den Körper, sie spucken vor die Füße. Es ist einfach eine Gewaltspirale, von der man immer denkt, das muss jetzt das Ende gewesen sein und dann dreht sie sich weiter und weiter und ich rechne mit Toten." (Karoline Preisler) 26:25 "Ich habe noch keinen Polizisten gesehen auf diesen Versammlung, der von sich aus übergriffig geworden ist. Im Gegenteil. Das sage ich voller Respekt für die Berliner Polizei ganz besonders, die ich eben sehr oft erlebe. Ich habe selten eine so professionelle Polizeiorganisation erlebt, denn von der ersten bis zur letzten Minute wird man beschallt, beleidigt, bedrängt und es wird versucht, irgendeine Situation herbeizuführen, die es möglich macht, daraus hinterher einen Videoclip zu machen, der zeigt, wie die Polizei eskaliert." (Karoline Preisler) 31:06 "Es schafft eine ganze Blase mit Desinformation und Verschwörungserzählungen unsere Demokratie von innen anzugreifen. (…) Wir haben ein sehr, sehr großes Problem mit Islamismus und Demokratiefeindlichkeit" (Karoline Preisler) 49:32 "Wo waren die, die immer sagen, sie stehen den Frauen bei? Wo sind diese Leute? Wenn es eine Zeugin gibt, wenn es forensische Beweise gibt, wenn die Ersthelfer vor Ort Fotos, Leichen einsammeln, wenn auf dem Nova-Festival die Zeugen, die überlebt haben, was nicht leicht war, weil dort hunderte Menschen massakriert wurden, die an Bäume gebunden wurden, die vergewaltigt wurden, wo es Gruppenvergewaltigung gab. Wenn es also diese Zeugen gibt, diese Bilder gibt, diese pathologischen Beweise, ZAKA, die in größter Sorgfalt überall Menschenteile zusammen gesammelt haben und in Säcke gesteckt haben, beschriftet haben und so weiter. Was sind das für Organisationen wie Amnesty International und das internationale Rote Kreuz, wenn sie sich dann hinstellen und solche Sachen leugnen." (Karoline Preisler)
- Volker Boehme-Neßler im Interview mit Ralf Hanselle – „Das ist ein Zivilisationsbruch“22.07., 16:2322.07.2025, 16:2300:42:56
Cicero – Magazin für politische Kultur Die Debatten um die Juristin Frauke Brosius-Gersdorf, die von der SPD für das Verfassungsgericht nominiert wurde, haben die Frage aufgeworfen, wie unabhängig Karlsruhe von der Politik ist. Ein Podcast mit dem Rechtswissenschaftler Volker Boehme-Neßler über das Selbstverständnis des Bundesverfassungsgerichts, Aktivismus in Roben und die Unhintergehbarkeit der menschlichen Würde. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus: Wer sind die obersten Richter der Bundesrepublik? 04:48 "Wir brauchen souveräne Persönlichkeiten, die sehen können, andere Ansichten, andere Rechtsansichten können auch in Ordnung sein. Und wir diskutieren jetzt mal, was wir als Gesamtergebnis finden. Wir brauchen keine Aktivisten in Richterrobe, die dann ins Gericht gehen und sagen, so, jetzt sitze ich am Machthebel, jetzt kann ich was durchsetzen, jetzt gibt es was, was mir wichtig ist und das versuche ich, jetzt mit rechtlichen Mitteln durchzusetzen. Das sind die völlig falschen Personen, weil dann funktioniert das Gericht nicht und kann seine Funktion nicht wahrnehmen." (Volker Boehme-Neßler) 26:10 "Frau Brosius-Gersdorf hat ganz stark den Eindruck erweckt, dass sie eben so eine nicht ist. Sie hat den Eindruck erweckt, sie hat eine Mission. Sie hat bestimmte, grundsätzlich, also in ganz konfliktbehafteten Fragen, ganz streitigen Fragen der Gesellschaft, hat sie eine ganz dezidierte, eindeutige Antwort. Und die vertritt sie auch mit Vehemenz. Und das ist dann nicht die Persönlichkeit, die man braucht, wenn man unabhängige, neutrale und unvoreingenommene Diskussionen haben will. Darum geht's. Das ist, glaube ich, der Punkt." (Volker Boehme-Neßler) 38:36 "Man wünscht sich eigentlich Kandidaten im Bundesverfassungsgericht, die erstmal für Demokratie sind und erstmal sagen, Demokratie heißt freie Meinungsäußerung, freie Debatte, freie Parteien und die hinter dieser Ansicht stehen, die das Bundesverfassungsgericht früher vertreten hat. Nämlich Meinungsfreiheit heißt auch, man darf auch verfassungswidrige Meinungen vertreten, zum Beispiel. Und wenn man dann jetzt eben eine Kandidatin sieht, die sagt, das Parteienverbot ist kein Problem, wir müssen nur ein bisschen Material sammeln. Und wenn wir genug Material sammeln, dann ist natürlich überhaupt kein Problem, eine Partei zu verbieten. Das ist unheimlich unterkomplex." (Volker Boehme-Neßler)
- Ernst Piper im Interview mit Alexander Marguier – „Rosa Luxemburg ist in erster Linie Projektionsfläche“16.07., 16:3716.07.2025, 16:3700:58:05
Cicero – Magazin für politische Kultur Mit dem Wiedererstarken der Linken rückt auch die historische Figur Rosa Luxemburgs zurück ins allgemeine Interesse. Aber wer war diese sozialistische Ikone überhaupt? Und inwiefern ist ihr Denken und Wirken noch auf die heutige Zeit übertragbar. Darüber spricht der Historiker und Luxemburg-Biograf Ernst Piper in diesem Podcast mit Cicero-Chefredakteur Alexander Marguier. Inhalt Podcast: 3:17 "Wir haben ja im Jahr 2024 sozusagen ein ultraleninistisches Projekt hier miterlebt. Eine Parteivorsitzende Sahra Wagenknecht, die im Grunde genommen die Idee hat, dass eigentlich in ihre Partei nur der eintreten darf, der bei ihr persönlich mal vorstellig wird. (…) und Rosa Luxemburg hat ja ihr Leben lang mit Lenin sich heftig auseinandergesetzt und hat sein Konzept der Kaderpartei immer vehement abgelehnt. (…) Und Sarah Wagenknecht ist nach meinem Eindruck noch Leninistischer, als Lenin das gewesen ist." (Ernst Piper) 10:17 "Sie hat alle diese Zuschreibungen vehement abgelehnt. Sie wollte nicht als Frau oder als Ausländerin oder als Jüdin oder vielleicht sogar auch als Behinderte oder sonst irgendetwas wahrgenommen werden, sondern sie war einfach, deswegen hat sie auch nie, das ist so ein populäres Vorurteil, sie hat sich nie für Frauenrechte interessiert. Dafür war Clara Zetkin zuständig. Sie war durch und durch eine Internationalistin oder heute würden manche vielleicht sagen eine Universalistin. Das hat sie sehr stark geprägt." (Ernst Piper) 27:45 "Sie war ja also eine Wahlkämpferin, also sie war die wichtigste Propagatorin eigentlich dieser dieser Politik. Wenn Sie das Aktivistin nennen wollen, ist das nicht falsch. Also sie ist im Land herumgefahren, weil sie ständig als Rednerin angefordert wurde, weil alle wussten, wenn die kommen, dann sind schon drei Stunden bevor es losgeht die Straßen verstopft von allen Leuten, die da dabei sein wollen" (Ernst Piper) 28:28 "Also sie war einfach durch ihr ganzes Auftreten sehr überzeugend, was, wie gesagt, eine Frau war damals auch noch was Besonderes, sie war ja die einzige promovierte Frau auf dem Parteitag. Und wenn dann auch eine Frau noch für eine Partei eintritt, wo sie gar nicht selber davon hat. Sie sitzt ja dann nicht anschließend im Reichstag oder so, sondern es geht ihr wirklich nur um die Sache. Das hat doch viele Leute immer wieder für sich eingenommen. Und man weiß es ja auch, in verschiedenen Gefängnissen, die ihr Persönliches auftreten, haben die Leute immer gesagt, ja, wir sind jetzt mit den Positionen nicht einvertreten. Aber so als Mensch ist sie doch eigentlich irgendwie sehr überzeugend." (Ernst Piper) 39:26 "Also man hat eben ihren Märtyrertod von ihrem Denken abzutrennen versucht. Und das gab ja auch bis 1971, konnte man Rosa Luxemburg ja nur im Westen lesen." (Ernst Piper) 54:36 "Was ist Rosa Luxemburg heute im Jahr 2025?" (Alexander Marguier) "Ich würde mal sagen, in erster Linie eine Projektionsfläche. Also Sie haben vorhin Frau Reichinneck zitiert, Katja Kipping ist, glaube ich, nicht tätowiert. Die hatte dafür in ihrem Büro ein großes Plakat hängen. Aber ich habe ja auch mein Buch schicken lassen, als es erschienen ist, aber ich glaube nicht, dass sie mal reingeguckt hat. Also wir kommen vielleicht zu der Frage, warum sie uns heute noch beschäftigt oder in ihre möglichen Wirkungen liegt." (Ernst Piper)
- Nicole Grünewald im Interview mit Carsten Korfmacher – „Die Politik wird zum Risiko für unsere Wirtschaft“10.07., 12:0210.07.2025, 12:0201:07:47
Cicero – Magazin für politische Kultur Die Bundesrepublik befindet sich in der längsten Rezession ihrer Geschichte. Die Präsidentin der IHK Köln, Nicole Grünewald, spricht im Cicero Podcast Wirtschaft mit Carsten Korfmacher über die entscheidenden Fragen: Wie kommen wir aus der Misere wieder heraus? Und macht die neue Merz-Koalition beim Thema Wirtschaft einen guten Job? Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus: Portrait über die neue Wirtschaftsministerin Katharina Reiche auf cicero.de Inhalt Podcast: 05:32 "Wir haben einen massiven Vertrauensverlust in die Politik. Also wir fragen ja immer die Risiken ab. Wir machen ja sehr viele Umfragen mit unseren Unternehmen, damit wir immer wissen, wo stehen wir gerade. Erstmal sagen die, das Thema Politik ist für uns ein echter Risikofaktor und über die Hälfte unserer Unternehmen haben kein Vertrauen mehr in die Politik. Und das gab es vorher noch nie und das ist auch ein absolutes Alarmsignal." (Nicole Grünewald) 7:39 "Dann kam ja die Wahl und mit einer Wahl verbindet ja jeder immer so eine Hoffnung auf Wechsel und dass jetzt die neue Regierung das auch alles versteht und alles besser macht. (…) Da haben wir gedacht, naja gut, dann wird es ja auf jeden Fall besser, weil die beiden, wenn die beiden großen Volksparteien das jetzt so verstanden haben, dann kann es ja eigentlich nicht mehr schlechter werden. Und das, was seither passiert ist, ist tatsächlich sehr ernüchternd." (Nicole Grünewald) 15:58 "Also wir haben eine starke Wirtschaft. Wir haben ja ein so tolles Land, wir haben eine immer noch sehr, wirklich sehr resiliente Demokratie. Aber man kann das doch jetzt nicht alles so gegen die Wand fahren, das geht doch nicht." (Nicole Grünewald) 28:52 "Und wir sind eine starke Industrienation, wir sind es noch. Und es gibt überhaupt gar keinen Grund, das sein zu lassen. Zumal wir ja auch sehr innovativ sind. (…) Es gibt viele Möglichkeiten, Klimaneutralität herzustellen (…) Aber jetzt zu sagen, wir steigen aus der Industrie aus, um eben hier dann ein Land der Dienstleister zu werden, davor können wir nur warnen, denn das wird mit einem erheblichen Wohlstandsverlust einhergehen." (Nicole Grünewald) 34:12 "Der Staat ist nicht der bessere Unternehmer." (Nicole Grünewald) 39:46 "Also ich glaube, wir brauchen tatsächlich einen Paradigmenwechsel, dass wir sagen, wir können uns nicht hundertprozentig absichern. Es geht einfach nicht, sondern wir haben immer ein bestimmtes Risiko." (Nicole Grünewald) 44:105 "Ich glaube, dass es tatsächlich so ist, dass wir einen gegenseitigen Vertrauensverlust haben. Also wir haben nicht nur, dass die Wirtschaft der Politik nicht mehr traut, das haben wir ja erhoben, das können wir sogar belegen, sondern ich glaube auch, dass Politik der Wirtschaft nicht mehr traut. Warum müsste sie sonst diese ganzen Überregulatorien treffen? Also warum glaubt man nicht einfach als Politiker oder als Politikerin, dass, wenn ein Unternehmen was macht, dass das schon so machen wird, dass am nächsten Tag auch noch in den Spiegel gucken kann. (…) Dass man natürlich manchmal Entscheidungen treffen muss, die nicht so angenehm sind, das gehört zum Unternehmertum dazu, das gehört zur Politik auch dazu. Aber ich glaube, das Hauptproblem, was wir im Moment haben, ist, dass man sich gegenseitig nicht mehr traut." (Nicole Grünewald) 46:30 "Es gibt Parteien, die haben immer noch ein Unternehmerbild, dass wir hier sitzen mit einer Zigarre, dass wir unsere Mitarbeiter schlecht behandeln und dass wir uns das ganze Geld selber in die Tasche stecken. (…) Also es gibt so viele Beispiele, wo genau das Gegenteil der Fall ist. Und Ich würde mir so wünschen, dass das auch mal bei der Politik ankommt und dass man sagt, ja, wir haben eine starke Wirtschaft und wir müssen die Rahmenbedingungen so setzen, dass die hier bleibt, weil alles, was hier in Deutschland produziert wird, das wird wirklich fair produziert, das wird vernünftig produziert. Da kann man stolz drauf sein. Dieses 'Made in Germany', da müssen wir schauen, dass wir das behalten." (Nicole Grünewald)
- Frauke Rostalski im Interview mit Ralf Hanselle – „Die Grenzen des Diskurses sind enger gezogen worden“03.07., 16:5803.07.2025, 16:5800:42:18
Cicero – Magazin für politische Kultur Debatten sind der Schmierstoff der Demokratie. Doch wer die falsche Meinung vertritt, gerät selbst im demokratischen Wettstreit unter Druck. Die Juristin Frauke Rostalski spricht mit Ralf Hanselle im Cicero Podcast Gesellschaft über Diskursvulnerabilität, Elitendiskurse und andere Gefährdungen der freien Gesellschaft. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus: Interview mit Frauke Rostalski auf cicero.de Inhalt Podcast: Ralf Hanselle bezieht sich auf Frauke Rostalski: Wer soll was tun? Warum wir nicht zum Klimaschutz verpflichtet sind und worin unsere Verantwortung eigentlich besteht. C.H. Beck 2025, erscheint am 18. September 2025 04:30 "(…) dass mittlerweile 42% aus der aktuellsten Studie der Deutschen meinen, sie könnten ihre politische Meinung nicht mehr frei äußern. Oder jedenfalls sie sagen, es wäre besser, es nicht zu tun. Das ist, wie Sie sagen, ganz richtig ein bloßes Gefühl. Nun interessiert mich als Normwissenschaftlerin natürlich, was steckt dahinter. Und da kann man aber durchaus sagen, dass die eine oder andere Rechtsentwicklung der letzten Jahre und auch gesellschaftliche Entwicklung diesem Gefühl Recht gibt." (Frauke Rostalski) 08:00 "Wir müssen immer miteinander aushandeln: Wie stecken wir unsere Freiheit miteinander ab als Bürgerinnen und Bürger? Und das kann eben bestmöglich nur funktionieren, wenn sich alle beteiligen. Und wenn jetzt ein großer Teil, 42%, meint, wir sollten uns eher zurückhalten mit unseren Argumenten, dann empfinde ich das als sehr bedenklich." (Frauke Rostalski) 09:36 "Man muss natürlich trotzdem sehen, dass jedes Mitglied unserer Gesellschaft, sowohl mich als auch jeden einzelnen anderen Bürger, etwas betrifft, was, würde ich sagen, eine Verschiebung in unserer Gesellschaft angeht, die grundlegend die Diskurse betrifft. Nämlich so eine größere Vorsicht, eine größer Verletzlichkeit im Diskurs. Dass man Sorge hat, wenn man bestimmte Themen anspricht oder vielleicht bestimmte Positionen unterstützt, dass dann Schließungen stattfinden. Dass man vielleicht vorverurteilt wird aufgrund seiner jeweiligen Position. Da würde ich schon sagen, da haben sich in den letzten Jahren, denn grundsätzlich gab es sowas sicherlich schon immer, aber da haben in den Jahren die Grenzen noch ein bisschen enger gezogen." (Frauke Rostalski) 25:17 "Jetzt würde ich jetzt nicht so weit gehen, den deutschen Ethikrat abzuschaffen. Ich denke aber, dass man in der Umgangspolitik und in verschiedenen Gremien durchaus eine kritische Reflektion bedarf." (Frauke Rostalski) 37:19 "Also wir haben, denke ich immer wieder, also gerade auch während der Pandemie, Vorschriften erlebt, bei denen ein vernunftbegabter Bürger sagen musste, das ergibt so keinen Sinn. Warum sollte ich dieses Recht wahren? Das ist etwas, was die Normfolgungsbereitschaft brutal angreift und zeigt, wie wichtig es ist, dass der Gesetzgeber gut argumentiert und gute Gründe für seine Entscheidung findet." (Frauke Rostalski)
- Mathias Brodkorb im Interview mit Alexander Marguier – „Die Linke betreibt Klassenkampf im Internet“27.06., 07:0127.06.2025, 07:0100:33:52
Cicero – Magazin für politische Kultur Die Linkspartei war praktisch schon totgesagt, doch jetzt ist sie plötzlich wieder voll da. Besonders bei jungen Wählern scheint die Truppe um Fraktionschefin Heidi Reichinnek gut anzukommen. Aber was ist der Grund für den aktuellen Linken-Hype? Darüber spricht Cicero-Chefredakteur Alexander Marguier mit dem Autor und Linken-Kenner Mathias Brodkorb. Die aktuelle Titelgeschichte von Mathias Brodkorb zum Wiederaufstieg der Linken können auf cicero.de oder in der Juli-Ausgabe von Cicero nachlesen und hier bestellen. Inhalt Podcast: 04:16 "Bei den Recherchen zu meinem Artikel sagten die (Mitglieder der Linken) auch unter vier Augen, dass sie das selber fasziniert und verblüfft waren, wie sie da wieder zurück auf die Tagesordnung oder zurück ins Geschäft gekommen sind. Die sind fast alle davon ausgegangen, dass es nicht klappt. Insofern war das für alle Beteiligten total überraschend." (Mathias Brodkorb) 11:34 "Jetzt erleben wir ganz deutlich auf dem letzten Parteitag vor ein paar Wochen die Rückkehr zur primitiven Klassenkampfrhetorik, zum revolutionären Eifer und zu, ich möchte niemandem zu nahe treten, aber kindlichen und naiven Vorstellungen davon, wie Wirtschaft im 21. Jahrhundert sozialistisch neu gedacht werden kann, nämlich genauso wie im 19. Jahrhundert von der Arbeiterklasse mal und ihren Führern überlegt und historischer gnadenlos gescheitert in verschiedenen Modellen." (Mathias Brodkorb) 15:25 "Also wenn ich das richtig sehe, ist entscheidend bei dem Wahlergebnis der Linken der Anteil der jungen Wähler und der Anteil der muslimischen Wähler. Die Linkspartei in Deutschland ist unter den Muslimen auf Platz 1. Danach kommt die SPD. Und das haben sie strategisch auch ganz bewusst gespielt." (Mathias Brodkorb) 20:41 "Also auch in der Partei krempelt sich alles komplett um. Und die älteren Mitglieder der Partei, auch erfahrene Funktionäre, sagen, naja, das ist eine völlig andere Generation, die da kommt. Die wissen eigentlich politisch wenig. Die haben ganz viel gefühlige Ansichten, (…) glauben, dass das, was sie da fühlen, was Positives für die Welt wäre, aber haben eigentlich nicht viel Ahnung, sind aber irgendwie an Inhalten interessiert." (Mathias Brodkorb) 25:31 "Das ist dieses Weihnachtsmann-Syndrom, das es in der Linken ja seit ihrer Entstehung gibt. Zieh dir einen roten Mantel an und verteile die Geschenke. (…) Ich meine, du kannst natürlich damit keinen Staat führen. (…) Wenn Herr van Aken Bundeskanzler wäre oder König von Deutschland vielleicht und man würde ihm die Gelegenheit geben, solche Dinge umzusetzen, dieses Land wäre innerhalb von Monaten an die Wand gefahren." (Mathias Brodkorb) 27:54 "Die CDU Berlins ist das, was in anderen Ländern die SPD ist. Die SPD Berlins, ist das was in andere Ländern die Linkspartei ist." (Mathias Brodkorb) 31:43 "Mit dieser Bundestagswahl hat sich die Linke endgültig als gesamtdeutsche linke Partei etabliert und nicht mehr als Nachfolgerin der SED." (Mathias Brodkorb)
- Guido Steinberg im Interview mit Clemens Traub – „Völkerrechts-Vorwurf ist aus dem Elfenbeinturm"20.06., 18:2120.06.2025, 18:2100:41:38
Cicero – Magazin für politische Kultur Israel und der Iran stehen in einem offenen Krieg – Clemens Traub spricht mit Nahost-Experte Guido Steinberg im Cicero Podcast Politik über die Hintergründe, Netanjahus Absichten und Deutschlands Rolle. Warum kommt es gerade jetzt zur Eskalation? Wie stark ist das iranische Regime nach der gezielten Eliminierung führender Militärs tatsächlich geschwächt? Welche Ziele verfolgt Premierminister Benjamin Netanjahu? Und wie wahrscheinlich ist ein direktes Eingreifen der USA? Im Mittelpunkt des Gesprächs stehen jedoch nicht nur die Entwicklungen zwischen Israel und Teheran, sondern auch die deutsche Perspektive auf den Krieg: Welche Verantwortung trägt Berlin in diesem eskalierenden Konflikt? Und wie zutreffend ist die Einschätzung von CDU-Chef Friedrich Merz, Israel übernehme in diesen Tagen die „Drecksarbeit“ für den Westen? Inhalt Podcast: 13:01 "Nur wenn Fordo auch zerstört wird, wenn die Zerstörungen in Natanz größer sind als das bisher bekannt ist, dann können die Israelis das iranische Atomprogramm vielleicht so für etwa drei bis fünf Jahre zurück werfen. Und nur dann könnte Tel Aviv diesen Krieg, diese Aktion, als Erfolg werten. Ich glaube mittlerweile fast, dass wir in den nächsten Tagen oder vielleicht auch in den nächsten Wochen auch mehr amerikanisches Engagement sehen werden." (Guido Steinberg) 16:34 "Friedrich Mertz hat jetzt ganz klare Worte gefunden, hat gesagt, was er wirklich denkt, nämlich dass die Israelis mit der Zerstörung des iranischen Atomprogramms, wenn das Ganze denn erfolgreich ist, auch einen Sicherheitsgewinn für Europa schaffen. Ich glaube, damit hat er Recht." (Guido Steinberg) 19:48 "Wer dieses Regime stürzen will, muss sich im Klaren sein, dass es im Moment keine sichtbare Alternative gibt, dass es zu bürgerkriegsartigen Auseinandersetzungen kommen kann, dass das Land sogar zerfallen kann und damit dann auch die Nachbarn sich möglicherweise bemüßigt fühlen dort zu intervenieren. Also Präsident Macron hat da durchaus einen wichtigen Punkt angesprochen." (Guido Steinberg) 25:20 "Und man sollte auf Dauer den iranischen Nationalismus nicht unterschätzen. Wenn es eines gibt, was viele Iraner teilen, trotz aller Meinungsunterschiede über die Islamische Republik, über die Frage von Religion und Säkularismus, über die Geschichte der letzten Jahrzehnte. Sehr, sehr viele von ihnen sind Nationalisten und niemand will von Israel, kaum jemand will von Israel befreit werden. Also mein Eindruck war, dass diese Rede von Benjamin Netanyahu kaum Folgen hatte zunächst einmal und vielleicht längerfristig auch auch schaden kann." (Guido Steinberg) 38:11 "Ich hoffe so ein bisschen darauf, dass sich das unter der neuen Regierung ändert, wenn Deutschland dann als sicherheits-politischer Akteure wieder präsent ist, gemeinsam mit Frankreich, gemeinsam mit Großbritannien, in der Ukraine vielleicht auch seinen Stempel aufdrücken kann, dann werden wir vielleicht auch mal wieder aus Washington oder aus Tel Aviv angerufen. Im Moment ist das nicht so. Und das ist dramatisch, weil dann doch diese Ereignisse die deutsche Politik maßgeblich beeinflussen. Denken Sie nur an die möglichen Flüchtlingsströme, die aus einem länger andauernden Krieg erwachsen können. Darauf ist Deutschland überhaupt nicht vorbereitet. Wir werden da möglicherweise das Opfer einer Nahostkrise sein, ohne dass wir irgendeine Einflussmöglichkeit haben." (Guido Steinberg) 40:59 "Die Israelis haben aus meiner Sicht handeln müssen. Sie hätten vielleicht etwas später handeln können. Sie haben handeln mussten. Sie haben richtig gehandelt. Und wie der Kanzler das sagt, die Aktion, wenn sie denn zu einem Ende des iranischen Atomprogramms führt, zu einer Zerstörung, bietet auch einen Sicherheitsgewinn für Deutschland. Und Deutschland sollte das begrüßen." (Guido Steinberg)
- Stefan Evers im Interview mit Alexander Marguier – „Der Druck ist jetzt so groß wie nie!“12.06., 09:3012.06.2025, 09:3000:49:21
Cicero – Magazin für politische Kultur Die Situation ist dramatisch: Auf der einen Seite explodieren die Sozialausgaben, auf der anderen Seite brechen wegen der andauernden Wirtschaftsflaute die Einnahmen weg. Das Ergebnis: Den meisten Städten und Gemeinden in Deutschland steht das Wasser finanziell bis zum Hals. Und dann bekommen sie vom Bund auch noch ständig neue Aufgaben zugewiesen. So kann es nicht weitergehen, sagt Berlins Finanzsenator Stefan Evers im Cicero Podcast Politik – und fordert eine regelrechte Disruption, um das Schlimmste zu verhindern. Weitere Information und Podcast-Folgen finden Sie auf cicero.de Inhalt Podcast: 14:36 "Wir haben es heute schon mit erheblichem politischen Vertrauensverlust zu tun. Wir sehen, dass das Ansehen von staatlichen Institutionen erodiert. Und meine feste Überzeugung ist, das hat viel damit zu tun, wie staatliches Leistungsvermögen vor Ort wahrgenommen wird. Und wenn vor Ort Kernaufgaben nicht mehr erbracht werden können, dann glaube ich, sieht jeder, dass man sich die Frage stellen muss, was ist uns eigentlich von allem, was gut und richtig sein mag, das Wichtigste, worauf sich ein Staat zu konzentrieren hat." (Stefan Evers) 29:02 "Keine Bundesregierung stand je unter einem vergleichbaren finanzpolitischen Druck. Und das wird, glaube ich dazu führen, dass diese Bundesregierung eine ganze Menge mehr auf den Weg bringen wird bei diesen Themen und Herausforderungen, als mancher ihr heute noch zutraut." (Stefan Evers) 29:56 "Wir werden in den nächsten 3, 4, 5 Jahren die Weichen zu stellen haben, die überhaupt noch den Erhalt staatlicher Handlungsfähigkeit ermöglichen können. Das bedeutet tief greifende Strukturreform in einer Zeit, auf die wir nicht vorbereitet sind. Das bedeutet auch Mut zur Disruption um schlimmere, disruptive Ausbrüche zu vermeiden. Aber angesichts der Polarisierung von Gesellschaft, die wir erleben, angesichts dieses rasanten Verlusts von Vertrauen in Politik, glaube ich, dass es auch von uns erwartet wird, diese Entscheidungen jetzt zu treffen und nicht später, denn die Menschen scheinen mir doch sehr viel weiter zu sein als mancher politischer Akteur und Entscheidungsträger." (Stefan Evers) 31:14 "Es ist, glaube ich, eine Zeit der Härten, in die wir hinein steuern und eine Zeit, in der wir uns fragen müssen, was sind wir bereit an, sagen wir mal, Wohlstandsgewachsenen und getriebenen Standards abzubauen, um das Wachstum, das Voraussetzung für Wohlstand ist, künftig auch wieder anzureizen und zu ermöglichen. Das sind wir bereit dafür auch zu opfern, dass der Staat, den wir als Grundvoraussetzungen von Freiheit und Demokratie und Rechtsstaatlichkeit begreifen, auch weiter funktionieren kann. An Errungenschaften, die jeweils lieb gewonnen und lieb geworden sind und die ich allesamt nicht infrage stellen möchte hinsichtlich aller wohlmeidenden Ziele, die ihnen inne wohnen. Es wird aber ohne Härten, ohne Verzicht, ohne ein Zurückfahren dieser Standards nicht gehen." (Stefan Evers) 32:30 "Warum wir bei Themen wie Datenschutz immer noch eins drauflegen, beim Natur-, beim Umweltschutz, beim Klimaschutz, bei den Sozialstandards. Sie werden überall, in allen Bereichen, umfassende Belege dafür finden, dass wir weit über europäische Normen hinausgehen. Und da darf man sich schon fragen, warum eigentlich." (Stefan Evers)
- Clara von Nathusius im Interview mit Volker Resing – „Ohne soziale Medien werden wir keinen Wahlkampf mehr gewinnen“05.06., 13:5205.06.2025, 13:5200:40:05
Cicero – Magazin für politische Kultur Die CDU-Influencerin Clara von Nathusius ist im Netz als “Optimismusbeauftragte” bekannt. Doch im Cicero-Podcast mit Volker Resing beklagt sie die Online-Schwäche ihrer Partei und fordert, dass es auch bei den Konservativen mehr „ruckelt und zuckelt“. Inhalt Podcast: 06:46 "Ich glaube, Spaß klingt so ein bisschen doof, aber Spaß ist wahrscheinlich der Begriff, den ich ihm eher geben würde als Authentizität, weil ich glaube, Authentzität sollte man als Politiker oder als politisch aktive Person irgendwie mitbringen, optimalerweise jedenfalls, sonst merkt es der Bürger relativ schnell und das ist am Ende egal, ob das vor Ort im Schützenzelt oder auf einem Wahlplakat oder eben auf sozialen Netzwerken ist. Aber man sollte vor allem Spaß daran haben, was man da macht. Und ich glaube, das war bei mir auf Twitter eben lange Zeit so, dass ich es irgendwie lustig fand, da so ein bisschen den Prozess zu begleiten, eben auch gerne humorig und manchmal etwas zynisch, manchmal auch sehr ernst und vielleicht manchmal auch mit einer Schippe extra Pfeffer dahinter." (Clara von Nathusius) 08:52 "Ich glaube ganz einfach, es ist ein bisschen besser geworden, vor allem in den Spitzen der Partei, also auch natürlich irgendwie im Bundesverband und auch in den Landesverbänden, in den Geschäftsstellen. Ich glaube per se ist einfach immer noch nicht ausreichend das Verständnis da, dass wir ohne soziale Netzwerke keine Wahlkämpfe mehr gewinnen." (Clara von Nathusius) 11:52 "Ich glaube nur, eben in der Breite der Partei ist es einfach noch nicht angekommen, dass man sich auf sozialen Netzwerken was trauen muss. Dass man auch manchmal vielleicht Wege gehen muss, die ein bisschen kontroverser sind, wo es ein bisschen mehr ruckelt und zuckelt. Und keiner will halt auf soziale Netzwerke diesen Politiker-Sprech hören." (Clara von Nathusius) 38:58 "Ich finde einfach eine Person, die in diesem Prozess, obwohl er weiß, was danach kommt, nicht einknickt, sondern einfach weiterhin dazu steht, was er getan hat, das wünsche ich mir irgendwie von politisch aktiven Menschen in diesem Land, dass man für Ideale in die Politik geht und weiß, was man tut und nicht nur, weil man Mandat haben möchte, sondern weil man weiß, dass was man verändern möchte." (Clara von Nathusius)